TriBühne-Triathlon Norderstedt, 4.9.2022 (Berichte und Bilder)

sonja1
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TriBühne-Triathlon Norderstedt, 4.9.2022 (Berichte und Bilder)

Beitragvon sonja1 » 08.09.2022, 16:50

Achtung, dieser Bericht könnte länger werden. Nehmt euch im Zweifel etwas Zeit… ;) Worum geht´s? Nun ja, ich habe meinen ersten Wettkampf bestehend aus mehreren Disziplinen (genauer gesagt: 2) absolviert. Aber von vorne:

Ende April diesen Jahres las in der Zeitung eine Ankündigung zum Norderstedter Triathlon. Gut, der findet jedes Jahr statt – sofern nicht gerade Corona wütet. Das war also nichts besonderes. Interessant war jedoch, daß es nicht nur die „normalen“ Triathon-Strecken gab (Sprintdistanz, Olympische Distanz und Einsteigervarianten), sondern auch die Disziplin Aquabike. Hier muß man „nur“ schwimmen und radfahren. Ok, ich schwimme regelmäßig und Rad fahre ich auch. Wenn ich nicht laufen muß, klingt das nach einem für mich interessanten Wettkampf. Und so ging ich mit dem Gedanken schwanger, daran teilzunehmen.

Ich nahm Kontakt auf zur erweiterten Verwandtschaft – einem aktiven Triathleten. Mir war nämlich nicht recht klar, ob ich wirklich einen speziellen Triathlonanzug benötige oder auch einer meiner Radeinteiler gehen würde :Unentschlossen: . Ich hatte nämlich keine Lust, mir für einen Wettkampf, den ich nur mal so zum ausprobieren mache, extra was Neues zu kaufen. Nun ja, Jörgen meinte, ein Triathlonanzug wäre wegen der dünneren Polster schon keine sooo schlechte Idee. Hmmm, was nun? Ach ja, TribalaStine könnte ich ja mal fragen. Sie ist – forumsbekannt – auch eine aktive Triathletin und sollte in etwa meine Größe haben. Also hab ich Stine kontaktiert, sie kurzerhand besucht und drei (!) Anzüge zur Auswahl bekommen :GrosseZustimmung: . Ich hab mich für ein neutrales Modell (ohne Hamburg Wasser) entschieden. Gut, war also die Anzugfrage geklärt. Dann kann ich mich ja anmelden :Empfehlung: . Das war ca. Mitte Mai.

Mit dem Anzug bewaffnet bin ich dann im Mai das erste Mal schwimmen gewesen. Also, nicht mißverstehen. Schwimmen gehe ich einmal pro Woche. Aber mit diesem Anzug war es dann ja irgendwann mal das erste Mal. Ich war neugierig, wie es sich damit schwimmt. Eigentlich hatte ich erwartet, daß mich das Polster irgendwie irritiert. Das war allerdings überhaupt nicht der Fall. Als ungewohnt empfand ich vielmehr die „langen“ Beine. Ein Badeanzug endet ja an der Hüfte. Aber nun schwimmt man mit Stoff, der bis kurz vor die Knie reicht. Das war schon irgendwie ein komisches Gefühl. Aber nicht schlimm, nur ungewohnt. Also, schwimmen mit Triathlonanzug geht :Empfehlung: .

Dann muß ich ja jetzt nur noch ein wenig trainieren… :roll: Normalerweise schwimme ich einmal pro Woche 1.000 m. Das bißchen schwimmen im Wettkampf wird dann ja wohl auch gehen. Aber irgendwie hatte ich nicht ganz berücksichtigt, daß 1.500 m doch eine ganze Menge sind… :shock: Das ist das 1,5-fache meines normalen Pensums. Und schwimmen ist ja irgendwie auch anstrengend und kräftezehrend. Ich sollte meine Umfänge erweitern… :zwinkern: Ich schwamm dann mal so 1.100 m und 1.200 m. Da fehlen aber immer noch 300 m… :roll: Ja, und dann kam ja eine Woche Pause, weil wir in Berlin bei den Special Olympics waren. Nach Berlin werde ich dann konsequent die Umfänge steigern und vielleicht auch das Tempo :OK: . So der Plan…

Montag, 27. Juni 2022: Ich bin C-positiv! :geschockt: Och menno! So war das nicht geplant. Ich hab zwar keine großen Auswirkungen in Form von Husten, Fieber oder ähnlichem gehabt. Aber ich war richtig, richtig schlapp und hing total durch :krankimbett: . Wie soll ich denn in diesem Zustand in zwei Monaten 1.500 m schwimmen und dann noch 40 km radfahren? :Weissnicht: Für mich war das zu diesem Zeitpunkt undenkbar. Also hab ich wieder Jörgen angerufen und mir Rat geholt. Auch er hatte schon Corona und gab mir gute Tipps. Auch andere Radsportler gaben uns Ratschläge, daß wir lieber etwas länger pausieren sollten (4 Wochen) statt zu früh wieder zu starten. Also hieß es nun: geduldig sein. Puh, nicht gerade eine meiner Stärken. Das Wetter war gut, die Sonne lockt – und ich darf nicht radfahren? :meckern: Nun ja, Gesundheit geht vor, also wartete ich geduldig ab (im nachhinein betrachtet die richtige Entscheidung :Empfehlung: ).

20. Juli 2022: Ich bin das erste Mal wieder schwimmen – langsam und ruhig, um zu testen, wie der Körper auf die Belastung reagiert. Das lief ganz gut. Und so saßen wir nur ein paar Tage später das erste Mal wieder auf dem Rennrad: 50 km lockeres Corona-Reha-Fahren. Bis auf meinen Nacken und meinen Hintern, die beide die Haltung nicht mehr so gewohnt waren :HaHa: , lief das auch ganz gut. Nun ja, bleiben noch ca. 6 Wochen, um wieder fit zu werden. Das kann ja was werden :Unentschlossen: . War ich schon bei der Anmeldung mit der Devise „ankommen ist wichtig“ bzw. „Erlebnis statt Ergebnis“ an den Start gegangen, galt das jetzt um so mehr. Mir ging es ab sofort nur noch um „das Schaffen“.

28. Juli 2022: Die erste von insgesamt 5 Beachnights steht auf dem Programm. Beachnights bedeutet, daß die Wettkampfstrecke im Stadtparksee von Norderstedt für alle Teilnehmer des Triathlon und des Langstreckenschwimmens ab 19 Uhr freigegeben ist. Die DLRG hat genügend Helfer bereit gestellt, um alles abzusichern :Danke: . Da das Schwimmen ein Freiwasserschwimmen ist, bin ich da natürlich hin. Vor Ort angekommen die Erkenntnis: 1.500 m auf dem See sehen ganz schön viel aus… :shock: Und dabei war die abgesteckte Strecke „nur“ 1.250 m lang. Puh! Nun ja, es nützt ja nichts. Also rein ins Gewühl und erstmal einfach nur durchkommen. Am Ende war ich ganz schön platt :kapitulieren: . Das Wasser ist kälter und unruhiger als im Schwimmbad. Außerdem muß man durchschwimmen und hat nicht alle 25 m oder 50 m eine Minipause mit Abstoßmöglichkeit. Das ist schon was anderes als im Becken! Gut, daß ich das übe.

Und so bin ich in den nächsten Wochen jeden Donnerstag abends zum Stadtparksee gefahren und geschwommen. Ich muß sagen: Mit der Zeit hab ich mich an die Länge und das Freiwasserschwimmen gewöhnt. Ich wurde optimistischer, daß das mit dem Tri-/Duathlon tatsächlich klappen kann. Andererseits… nach dem Schwimmen muß ich ja noch Radfahren. Wie wird das wohl? :Weissnicht: Nun ja, der 4. September 2022 wird´s zeigen

Letzten Sonntag war es endlich soweit: der Triathlon-Tag war gekommen :Tanzen: . Das Wetter war ein Träumchen: Sonne satt :Sonnenschein: und um die 24 Grad. Besser geht´s kaum. Außerdem waren die Wochen davor recht sommerlich, so daß auch das Wasser noch eine angenehme Temperatur haben müßte. Das wird bestimmt ein toller Tag :swingen-2: .

Einen Tag vorher konnte ich bereits die Startunterlagen abholen. Wenn man sich den Inhalt des Briefumschlags betrachtet, könnte man den Eindruck gewinnen, daß hier mehr enthalten ist als in einem Starterbeutel der Cyclassics :Sehrlachend: .
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Mit den Startutensilien in der Hand konnte ich mich am Abend vorher auf alles vorbereiten und alles zurechtlegen. Mir fehlt ja logischerweise die Routine bei dieser Art Wettkampf. Das Rad bekommt seine Startnummer. Für das Radfahren hab ich noch so ein Bändchen im Schrank, das man um den Körper legt. Daran hab ich die Startnummer montiert. Und für das Schwimmen gab´s ein Bändchen inklusive Transponder für das Fußgelenk. Das Band vom Veranstalter paßte mir aber irgendwie nicht so richtig gut. Und so war ich sehr glücklich, daß Stine mir nicht nur ihren Triathlonanzug, sondern auch ein Band für das Fußgelenk gab :Danke: . Dieses paßte mir nämlich deutlich besser.

Vor Ort angekommen verschafften wir uns erstmal einen Überblick. Die Wettkämpfe liefen ja bereits ab 9:30 Uhr. Mein Start war erst um 13:45 Uhr. Genug Zeit also, um sich anzuschauen, wie andere sich so schlagen. Und dann liefen uns plötzlich sehr bekannte Gesichter über den Weg: Jan und Mira ;-) . Jan konnten wir zum Schwimmstart begleiten.

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Seine Taktik: Früh starten, um nicht als Letzter wieder raus zu kommen :Poltern: . Gar nicht doof… Der Start fand nämlich nicht als Massenstart, sondern rollend statt: Immer vier Athleten durften ins Wasser laufen und schwimmen – alle 5 Sekunden kamen dann die nächsten, bis die Gruppe vollständig unterwegs war.

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Als Jan voller Elan aus dem Wasser kam :bruellwitz:

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hab ich mich so langsam auf meinen Wettkampf vorbereitet: Sachen in der Wechselzone bereitlegen, umziehen, was essen und trinken und dann so langsam Richtung Schwimmstart schlendern. Vor Ort hab ich dann mal die Wassertemperatur (offiziell 20,3 Grad) getestet. Hui, doch ganz schön frisch :shock: . Naja, wird schon gehen. Wenn man erstmal drin ist… Dann war warten angesagt.

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Nach der (verpflichtenden) Wettkampfbesprechung ging´s dann endlich los. Ich reihte mich tatsächlich relativ weit vorne ein, weil ich nicht so richtig schnell schwimme – vorsichtig formuliert… :schlechtschwimmen: Startsignal – und auf geht´s. Ok, gemessen an manch anderem

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sah es bei mir nicht sooo flott aus :Sehrlachend: .

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Aber man muß ja erstmal langsam reinfinden in so einen Wettkampf. Im Wasser wurde ich – erwartungsgemäß – ziemlich viel überholt. Schwimmen ist echt nicht meine Disziplin :Missfallen: . Aber es waren immer noch Teilnehmer hinter mir. Das paßt :) :Empfehlung: .

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Eigentlich wollte ich im Wasser nicht so viel Brustschwimmen, sondern viel kraulen. Aber … nun ja, irgendwie haute das nicht hin :roll: . Liegt´s am Wettkampf? Oder am Freiwasser? Oder am Wind mit den Wellen? :Unentschlossen: Keine Ahnung. Zeitweise ist es mir dann ja doch gelungen.

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Zwei Runden à 750 m und gut 38 Minuten später kam ich wieder raus. Die Zeit war gar nicht so schlecht. Ich hatte gedacht, daß ich ca. 45 Minuten benötigen werde. Geht doch :Empfehlung: . Dann kam der schlimmste Teil: Laufen in die Wechselzone :? .

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Ich mach doch Aquabike, um NICHT laufen zu müssen :HaHa: . Aber spazieren gehen kann ich ja auch nicht. Das kostet dann doch zu viel Zeit. Also bin ich gelaufen. Am Rad angekommen kann man ja ein wenig verschnaufen, während man sich sortiert:

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Nummernband umlegen, Schuhe an, Helm auf – und schon wieder laufen :Schimpfen: . Dann der Aufstieg am Ausgang der Wechselzone.

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Das Aufsteigen klappte prima :Empfehlung: . Crossen sei Dank. Da lernt man sowas. Nun warteten vier Runden à 10 km auf mich. Wie schnell würde ich diese Strecke nach dem Schwimmen absolvieren können? :Unentschlossen: Ach, einfach erstmal losfahren und gucken, was die Beine sagen.

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Ach, das ging eigentlich ganz gut. Das Tempo kann ich erstmal halten. Die Strecke selbst ist ziemlich eben, aber links und rechts sind Felder. Da hatte der Wind viele Möglichkeiten, uns Teilnehmer zu ärgern – wobei… es gibt ja einen Hin- und einen Rückweg. Die eine Richtung war gar nicht sooo schlecht… :HaHa: die andere dafür um so ätzender… :( Egal, da müssen ja alle durch.

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Was bei mir tatsächlich richtig gut lief, waren die Wendepunkte der Strecke. Hier eierten ziemlich viele sehr merkwürdig herum, während ich im Crosser-Style meinen linken Fuß ausklickte, schnell und eng um die Kurve fuhr und dadurch an fast jedem Wendepunkt mindestens einen Teilnehmer überholen konnte :Tanzen: . Schön, wenn man Techniken aus einem anderen Radsportbereich hier für sich nutzen kann. Auch den Helfern fiel das auf, weil es bei jeder Wende kommentiert wurde („was für eine Technik!“ und danach folgte oft ein „den (anderen, der noch vor mir lag) holst du dir auch noch“). Einfach mega! :GrosseZustimmung:

Nach vier Runden war Schluß. Es ging durch den Stadtpark wieder zurück an die Wechselzone. Hier stieg ich auch im Crosser-Style ab, was den Umstehenden einen kleinen Schrecken einjagte, weil ich mit Schwung kam und dann weiterlief :shock: . Aber so geht das halt :Empfehlung: . Am Eingang der Wechselzone war dann Schluß für die Aquabiker. Ich war stolz und glücklich :ifreumi: .

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Ich hab dann noch mein Rad in der Wechselzone abgestellt und durfte dann über den Ausgang für die Läufer noch direkt ins Ziel abbiegen, damit ich auch einen „echten“ Zieleinlauf habe. Da die Zeit schon am Eingang der Wechselzone genommen wurde, hatte ich es nicht unbedingt eilig… 8) Die letzten Meter bin ich dann aber doch gelaufen. Das sieht ja sonst irgendwie nicht so sportlich aus :roll: .

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Im Ziel gab es neben der Medaille

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noch Verpflegung :trommel:

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und ein Finisher-T-Shirt.

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Am Ende hatte ich eine Zeit von etwas über 2 Stunden, genauer gesagt 2:01:40. Das hätte ich nicht erwartet. Ebenso wenig hätte ich gedacht, daß ich nach 1.500 m schwimmen noch 40 km mit einem 30er-Schnitt (alleine! Windschattenfahren ist ja verboten) fahren kann – und das ganze auch noch, nachdem ich nur einige Wochen zuvor Corona hatte. DAS war echt cool! :Tanzen: Andererseits…. hätte ich nicht vielleicht unter 2 Stunden bleiben können? 2 Minuten lassen sich bestimmt noch irgendwo rausholen… :Unentschlossen:

Aber erstmal bin ich superstolz und glücklich, daß ich das geschafft habe. :dance: Auch die Zeit war schneller als gedacht. Was will man mehr?

Würde ich das nochmal machen? Stand jetzt weiß ich es noch nicht :Weissnicht: . Ich muß das Erlebte erstmal sacken lassen. Natürlich hat ein Wettkampf mit mehreren Disziplinen seinen Reiz. Andererseits hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, daß ich alleine gegen mich selbst fahre, weil ich keinen Überblick hatte, wo ich mich innerhalb des Feldes befinde. Ich hab zwar auch andere Teilnehmer überholt – aber nicht unbedingt welche aus meinem Wettkampf. Insoweit ist Triathlon ein bißchen einsam – fand ich. Spaß hat´s dennoch gemacht. Mal gucken… vielleicht gehe ich die 2-Stunden-Marke ja nochmal an. Wir werden sehen.

Am Ende muß ich noch etlichen Leuten danken: Als erstes muß ich die Organisation lobend erwähnen. Ich bin – auch als Neuling – sehr gut im Vorwege über die Abläufe und Regeln informiert worden :GrosseZustimmung: . Es gab vorab ein 10-seitiges Dokument mit allen Infos. Außerdem gab´s die verpflichtende Wettkampfbesprechung. Mehr geht nicht! Auch der Ablauf vor Ort funktionierte prima. Alle Rennen konnten pünktlich starten. Die Helfer am Ein- und Ausgang der Wechselzone waren sehr genau. So wurde u.a. getestet, ob meine Bremsen am Rad funktionieren. Und am Ausgang wurde sehr genau überprüft, ob meine Startnummer mit der Nummer am Rad übereinstimmen. So gesehen hab ich mich da sehr sicher gefühlt. Die Ausschilderung auf der Radstrecke war top. Gefahrenstellen – auf dem Weg zur Radstrecke – wurden vorher angezeigt. Das fand ich wirklich klasse :Empfehlung: .

Mein weiterer großer Dank geht an Jörgen und Stine. Ohne ihren Support (mit Material und Informationen im Vorwege) hätte das alles nicht so gut geklappt :Danke: .

Und zu guter Letzt danke ich meinen Supportern Dieter (aus meinem Verein, der extra gekommen ist, um mich anzufeuern :Laola: ) und Mike667 für Anfeuern, Support, Fotos, ... :Danke: strreicheln .

Alle Fotos vom Triathlon findet ihr hier: https://helmuts-fahrrad-seiten.de/2022/ ... 4-09-2022/
Sonja - die radelnde Anwältin

www.rechtsanwaeltin-richter.de

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