1. Brompton National Championship, Bremen (Ber.,Bilder+TV)

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Harterbrocken
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1. Brompton National Championship, Bremen (Ber.,Bilder+TV)

Beitragvon Harterbrocken » 18.08.2014, 07:27

War als Zuschauer [und Teilnehmer der ersten Brompton National Championship (BNC)] am Wartburgplatz. Wie in Bremen gefahren wird, hat Profi-Charakter. In der Spitzengruppe wird sich auch gern schon mal angebrüllt. Kannte ich bei Jedermann-Rennen bislang nicht.

Grundsätzlich scheint das Konzept German Cycling Cup mit seinen ambitionierten Semi-Profis und Jedermann/Hobbyfahrern eher problematisch zu sein. Das Fahrerfeld wirkte auf mich sehr inhomogen. Für Zuschauer ohne Hintergrundinfos bleibt völlig unklar, was auf der Strecke passiert.

Stichwort Strecke: Der 13,5 Kilometer lange Rundkurs durch Bremen ist so ungefähr der hässlichste, den ich je bei einem Radrennen gefahren bin. Das ist keine Kritik am Veranstalter. Ich finde es gut, in der Stadt Rennen zu fahren. Doch die Betonwüste gefällt mir einfach nicht.

Das BNC war sehr gelungen. Total nette Leute im Jacket, Schlips und Shorts. Und sportlich ist das Ganze auch: Der Gewinner war ein Reiseradler auf dem Weg nach Dänemark. Fürs Brompton-Rennen unterbrach er seine Tour, lieh sich ein Brompton fegte auf 16 Zoll-Reifen mit Schnitt 35 km/h über die Strecke und setzte anschließend seine Reise fort. Brompton-Fahrer sind eben anders.
Zuletzt geändert von Harterbrocken am 18.08.2014, 16:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Slowfish
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1. Deutsche Brompton Meisterschaft

Beitragvon Slowfish » 18.08.2014, 08:36

Bild

Brompton, das Faltrad aus England, seit 35 Jahren in Handarbeit in England hergestellt, hat mittlerweile eine große Fangemeinde. Ich kam 2010 durch Zufall an ein gebrauchtes Brommi, nachdem mein Rad für den Alltag verunfallte und große Reparaturen anstanden. Da ein bisher kaum gefahrenes Reiserad zum Alltagsrad umfunktioniert wurde, liebäugelte ich mit einem Faltrad, damit ich bei morgendlicher Eisglätte den Weg zur Arbeit mit einem anderen Verkehrsmittel zurücklegen könnte, aber das Fahrrad im Gepäck, damit ich es für den Rest des Tages bei nutzen könnte. An ein Brompton habe ich hierbei gar nicht gedacht, weil für meine Zwecke eigentlich zu teuer. Der Zufall wollte es aber, dass der Händler ein gebrauchtes, aber gut erhaltenes Brompton anzubieten hatte. So kam ich zum Brommi und bin heilfroh drüber. Es ist einfach klasse.

Mein Interesse war geweckt und ich informierte mich im Netz über dieses kleine Rad und stieß natürlich auf Berichte und Filme der in England ausgetragenen Meisterschaften. Da ist erst einmal der Dresscode, Sakko, Krawatte (oder anderer Querbinder), natürlich ein Helm. Meistens werden Shorts getragen. Der Start: Laufen – Falten – Fahren. Das Fahrerfeld läuft nach dem Startsignal zu den zusammengefalteten Rädern, faltet sie auseinander und fährt los. Ich fand das ganze total ulkig und dachte bei mir, dass ich da durchaus gern mal teilnehmen würde, aber deswegen nach England? Dann die freudige Nachricht: eine offizielle Brompton-Meisterschaft wird erstmals in Deutschland ausgetragen und zwar in Bremen!!! Da habe ich mich natürlich angemeldet und war absolut gespannt und voller Vorfreude.

Ich wurde auch nicht enttäuscht, es war genauso, wie ich es erwartet hatte. Einschränkend muss ich allerdings sagen, dass ich den Veranstaltungsort nicht so schön fand – ein kleiner Park hätte besser gepasst. Der Wartburgplatz in Bremen entspricht dem nun gar nicht, aber da dieses Rennen im Rahmen der Bremen-Challenge veranstaltet wurde, war es wohl nur so möglich. Allerdings konnte man vor dort die Jedermannrennen verfolgen und was war zu sehen? Brompton-Fahrer im Fahrerfeld. Meine Versuche, diese zu fotografieren, scheiterten an der gefahrenen Geschwindigkeit im Zusammenhang mit schlechten Lichtverhältnissen und einfacher Kamera. Zu erkennen ist trotzdem etwas.

Trotzdem, es war ein rundum gelungener Tag und die knapp 200 Teilnehmer erschienen „standesgemäß“ gekleidet, manche auch recht bunt und auffällig. Die Gewinnerin für das beste Outfit hatte ihren Radhelm mit Kunstrasen und Quietscheenten dekoriert, zur Begründung sagte sie: „Bremen, Weser, Wasser, Enten“. Der Sieger der Herrenwertung war eigentlich als Radreisender in Richtung Dänemark unterwegs, ließ sich für das Rennen extra ein Leihbrompton schicken und gewann ein eigenes – und musste somit zwei verschicken. Klasse. Dirk von der LTS Bremerhaven startete ebenfalls und in seinem Outfit hätte man ihn gut als „8. Earl of Brompton“ und Schirmherrn der Veranstaltung verkaufen können.

Nun zum Rennen selbst, das sich um eine ganze Stunde verzögerte, weil das im Vorfeld laufende Jedermannrennen ebenfalls mit einer Stunde Verspätung startete. Ich war aufgeregt, obwohl ich nur mitfahren wollte und keinerlei Ambitionen auf irgendeine Platzierung hatte. Trotzdem. Mein Brommi wartete gefaltet in der zugewiesenen Startbox mit einer Plastiktüte überm Brooks (der Himmel zeigte sich manches Mal in einem bedrohlichen Grau, zum Glück blieb es, abgesehen von einem ganz kurzen Sprühregen, trocken). Dann das Startsignal! Wir rannten zu unseren Bromptons und fingen an zu falten, mal mehr, mal weniger schnell. Die Plastiktüte stellte sich in dem Moment als weniger gute Idee heraus, hatte ich sie wegen des starken Windes irgendwie festgedröselt, aber dass die Zeit erst beim Überfahren der Startlinie gemessen wurde, war das nicht weiter tragisch. Trotzdem kam ich nicht als letzte aus der Startbox.

Dann stellte ich während der Fahrt fest, dass sich der Transponder losgerissen hatte und mehr oder weniger „auf halb acht“ hing, toll! Ich konnte den irgendwie zwischen Lenker und Zügen festklemmen und hoffen, dass er die 13,5 km dort bleiben würde. Dann gab ich Gas, obwohl ich eigentlich lediglich ruhig mitfahren wollte, aber irgendwie ließ ich mich mit den schnellen Fahrern mitreißen. Und dann? Die Gangschaltung fing an zu spinnen!!! Grrrr!!! Auf der letzten Fahrt war alles ok, danach habe ich das Rad einer gründlichen Reinigung unterzogen und dabei wohl irgendwas vermurkst. Die Gänge sprangen hin und her, besonders unter Last. Irgendwann stellte ich fest, wenn ich den rechten Schalthebel mit dem Daumen in einer bestimmten Position hielt, blieb das Schaltwerk ruhig – ich musste allerdings eine sehr hohe Trittfrequenz fahren, um bei dem Tempo mitzuhalten. Aber das gelang mir recht gut – regelmäßiges Spinning zahlte sich nun aus, außerdem fahre ich auch mit dem Rennrad leichte Gänge bei höherer Drehzahl. So kam ich gut und zügig herum und das Ziel war viel schneller da, als ich es erwartet habe.

Im Ziel gab es Sandwich, Obst und Getränke und auch eine Urkunde. Außerdem einen Aufkleber, der mein Brommi als Teilnehmer an der 1. Deutschen Brompton-Meisterschaft adeln wird. Da ich bisher nicht herausgefunden habe, wo ich eine Ergebnisliste finden kann, weiß ich nicht, wie meine Zeit war und wo genau ich stehe. Jedenfalls nicht unter den 1. Drei.

Ich hoffe, es gibt wirklich die angesprochene Wiederholung im kommenden Jahr – für die ich folgendes gelernt habe: keine festsitzenden Plastiktüten auf dem Sattel, den Transponder ordentlich anbringen und vor allen Dingen: eine Probefahrt nach gründlicher Reinigung und ggf. Nachjustierung der Schaltung ;-) – außerdem darf man auch im Rock fahren…

Hier eine Menge Bilder

https://plus.google.com/photos/11110787 ... 8-W54GerwE
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Re: 1. Deutsche Brompton Meisterschaft

Beitragvon crumble » 18.08.2014, 09:50

Slowfish hat geschrieben:Da ich bisher nicht herausgefunden habe, wo ich eine Ergebnisliste finden kann, weiß ich nicht, wie meine Zeit war und wo genau ich stehe. Jedenfalls nicht unter den 1. Drei.
Die Ergebnislisten findest Du bei Mika-Timing:

http://bremen-challenge.r.mikatiming.de ... pid=search
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Beitragvon Slowfish » 18.08.2014, 10:42

Danke!!! :)

Boah, Platz 12 bei den Frauen, Platz 98 insgesamt, bei 202 Teilnehmern!!! Und das trotz Tüte, Transponder und Schaltung. Ich bin stolz auf mich! :D :D :D :D :D
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Beitragvon Slowfish » 18.08.2014, 15:57

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Beitragvon Harterbrocken » 18.08.2014, 16:24

Slowfish hat geschrieben:Boah, Platz 12 bei den Frauen, Platz 98 insgesamt, bei 202 Teilnehmern!!! Und das trotz Tüte, Transponder und Schaltung. Ich bin stolz auf mich! :D :D :D :D :D
Zu recht. Auf dem Brompton wird der Slowfish zum Fastfish. Glückwunsch.

Mir hat es auch total gut gefallen - trotz englischem Wetter, Wind und Wartezeit. Sehr britisch eben.

Wie neu ein Brommi für mich ist, zeigt, dass mich ein Dortmunder Fahrrad-Händler im Ziel aufklären musste, dass mein Leih-Brompton sechs Gänge hat. Zuvor hatte ich mich bei ihm über die großen Übersetzungssprünge der SA-Nabe beschwert. Ich war nur mit drei Gängen unterwegs und habe das Doppel-Ritzel auch an den Anstiegen sträflich ignoriert. Bei meiner gefahrenen Zeit ist also noch Verbesserungspotential drin.

Ich habe mich in das Rad verliebt, werde langsam zum Brompton-Fan und vielleicht eines in den Fuhrpark aufnehmen.
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Beitragvon Slowfish » 18.08.2014, 17:32

Mal die Ergebnislisten genauer angesehen? So ganz kapiere ich da manches nicht, wieso ist die Frau auf Platz 7 sechs Minuten langsamer als ich bzw. Platz 11 (zeitgleich mit mir), eine schnellere Fahrerin ist wiederum weiter hinten platziert. Bei den Männern ist es nicht anders. Habe ich da was nicht verstanden? Oder ist meine Brille kaputt?
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Beitragvon crumble » 19.08.2014, 09:21

Slowfish hat geschrieben: Habe ich da was nicht verstanden? Oder ist meine Brille kaputt?
Sind da die Zeiten fuer das Falten ncht mit angegeben? Wenn man auf einen Namen klickt, sieht man so netwas wie eine Spitzeit, die aber genauso gross ist wie die Rundenzeit.

Ansonsten sind Computer auch nur Menschen oder es ist eine versteckte Botschaft fuer den Alan Turing Film
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Beitragvon Slowfish » 19.08.2014, 09:27

Ich habe jetzt herausgefunden, dass es eine Netto- und Bruttozeit gibt. Man muss dazu den Namen und dann das PDF für die Urkunde anklicken. Die Nettozeit zählt für die Wertung (so habe ich es jetzt verstanden). Aber egal - Spaß hat es gemacht.

Ein Brompton ist schon was tolles. Mir ist es schon passiert, dass wildfremde Leute an meinem Fahrrad, welches vor einem Geschäft angeschlossen war, auf mich warteten und mich dann ansprachen, wie "ich will doch mal sehen, wie DAS jetzt funktionieren soll". Und wie es funktioniert!!
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Beitragvon Slowfish » 19.08.2014, 09:49

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Beitragvon Helmut » 20.12.2014, 13:43

Ab dem 17. Dezember gibt's eine Reportage über die Deutschland-Premiere der der Brompton-National-Championship in Bremen in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Trekkingbike.

Am 16. August 2015 wird es die zweite Auflage der BNC-Germany im Rahmen der Bremen Challenge geben.

http://www.bremen-challenge.de/index.php?pid=273&
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.

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