Heide Dirt - Cross-Brevet '13, Hannover-Hamburg (Ber.+B.)

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kanuto
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Heide Dirt - Cross-Brevet '13, Hannover-Hamburg (Ber.+B.)

Beitragvon kanuto » 05.10.2013, 13:58

moinsen,

kaum zu glauben, aber jetzt ist der "Heide Dirt" auch schon wieder Geschichte. :-)

Es waren zwei tolle Tage auf dem Rad durch eine tolle Landschaft, wie ich sie nicht vermutet hätte. Von den 21 gestarteten Teilnehmern und Teilnehmerinnen kamen 18 ins Ziel, die Fischauktionshalle in Hamburg, wo sie mit Kartoffelsuppe und Bier begrüßt wurden. :-)

Dank an Alle und auch Danke an die 3 "Aussteiger" für ihr eigenverantwortliches und umsichtiges Verhalten.

Ich hoffe, ihr seid alle noch gut nach Hause gekommen.
Einen ausführlicheren Bericht gibt es die nächsten Tage.

Besten Gruß

Knut
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Janibal
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Re: Heide Dirt - Cross Brevet '13, Hannover-Hamburg (Bericht

Beitragvon Janibal » 05.10.2013, 17:24

kanuto hat geschrieben:Einen ausführlicheren Bericht gibt es die nächsten Tage.
hoffentlich, nachdem ihr lange gesucht hattet, einen Termin zu finden, wo ich nicht kann :-) möchte ich doch mal schriftlich die Strecke abgefahren lesen.
St. Jan
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Bergfloh
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Beitragvon Bergfloh » 08.10.2013, 21:50

Ich freue mich, dass ich dabei sein konnte.

Das war eine tolle Veranstaltung. Danke Knut, Bernd, Eric, Fred und an alle anderen Helfer. Bitte mehr davon.

Hoffentlich gibt es schöne Fotos. Ich habe leider keins.

Wie es mir erging, ist hier nachzulesen.
Viele Grüße
Ralf

siehe auch: www.rsc-harsefeld.de
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kanuto
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Bericht vom Bergfloh

Beitragvon kanuto » 09.10.2013, 14:12

moin Bergfloh,

vielen Dank für deinen Bericht.

Unser Text ist auch schon fertig, nur die Bilder müssen noch angepasst und eingepflegt werden.......kann also nicht mehr lange dauern :-)

Beste Grüße

kanuto
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joerg72
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Eintauchen in eine andere Welt

Beitragvon joerg72 » 09.10.2013, 15:10

Heide-Dirt - 270 km von Hannover nach Hamburg. Ich konnte mir darunter nicht so richtig viel vorstellen - vielleicht, weil ein besonderes Ziel wie der Brocken fehlte, aber allein die zwei Tage samt Übernachtung waren Reiz genug und ich meldete mich an. Da im Vorfeld schon einige ankündigten, erst um 9 Uhr in Hannover anzureisen, entschied ich mich ebenfalls für die späte Variante, so dass ich erst aufstehen musste, als die ersten bereits aus Hamburg im Zug unterwegs waren. :-)

Tag 1: Hannover - Bad Fallingbostel

In Hannover angekommen, war die komplette Gruppe zum Glück noch da. Eine kurze Ansprache von Knut und schon ging es los, zumeist auf Schotterwegen aus Hannover heraus. Ich hatte mir vorgenommen, möglichst lange in einer Gruppe zu fahren, musste jedoch schon nach nicht mal einer Stunde eine kurze Zwangspause einlegen. Ein paar Mitfahrer, die ebenfalls den Anschluss verloren hatten, konnte ich anschließend noch einholen, so dass ich zumindest nicht allen hinterher fahren musste. Bei dem Teilnehmerfeld und meiner schlechten Vorbereitung war mir schon im Vorfeld klar, dass ich am Ende eher als einer der letzten im Ziel sein würde.

Irgendwann traf ich auf Knut und einen weiteren RG-Uni-Fahrer, mit denen ich eine Weile zusammen fuhr. Kurz vor Celle sammelten wir noch Schnaggadu ein, der ebenfalls einen kurzen Stopp eingelegt hatte.

Celle erreichten wir nach nicht mal ganz 2 Stunden Fahrt. Schnaggadu und ich mussten dann irgendwann feststellen, dass wir beide für den Heide-Dirt nicht wirklich gut vorbereitet waren. Knut und den anderen Fahrer mussten wir bei einer Pause kurz vor Groß Hehlen fahren lassen, von dort an waren wir den Rest des Tages zusammen unterwegs und nutzten jede kleine Gelegenheit für eine kurze Pause.

Hinter Scheuen begann dann die Südheide. Ich wusste gar nicht, dass es dort auch so große Heideflächen gibt. Schnell war klar, woher der Heide-Dirt seinen Namen hat. Das Fahren in der Heide war sehr anstrengend, da die Wege meist sehr sandig waren. Manchmal teilte sich der Weg und wir hatten die Wahl zwischen Mullersand links und Mullersand rechts. Mir ging es nicht so richtig gut, der Magen rebellierte ein wenig und ich wusste nicht, ob mir zu warm oder zu kalt war. Bei km 50 war bei mir irgendwie die Luft raus, aber Abbrechen kam nicht in Frage. Also erstmal Pause machen und ein wenig Energie tanken.

Die Heide schien kein Ende zu nehmen. Als dann irgendwann aus dem Nichts ein Gasthof auftauchte, nutzen wir die Chance für den ersten Kaffee des Tages. Dort trafen wir dann auf Knut, Anno und ein paar andere Fahrer. Soweit waren wir also noch gar nicht zurück. Neben dem Kaffee gabs auch eine Portion Pommes, die richtig gut tat. Nach der Pause gings dann wieder zu zweit weiter durch die Heide.

Kurz vor Faßberg konnte Schnaggadu plötzlich nicht mehr aufs große Blatt schalten. Seine Kurbelschraube hatte sich gelöst. Leider hatten wir keinen passenden 8er-Inbus dabei, so dass er erstmal versuchte, die Schraube von Hand festzuziehen. Hielt natürlich nicht lange. Kurze Zeit später mussten wir wieder anhalten. Wir versuchten es mit einem Ast, den wir in die Öffnung quetschten. Funktionierte jedoch auch nicht so richtig. Ein Anruf bei Knut brachte auch keinen Erfolg. Also mussten wir es irgendwo in Fassberg versuchen.

An einem Gasthaus saß ein Radfahrer, der dort gerade Rast machte. Er hatte zwar ein Multitool dabei (Hoffnung kam auf), leider nicht in der passenden Größe. Der Wirt hatte auch nichts passendes hinter seiner Theke (wozu auch). Dann grummelte er irgendwas vor sich hin und verschwand im Innenraum. Plötzlich kam jemand anderes heraus. Auf die Frage nach einem Inbus meinte er nur: "Nein." - lange Pause - "Aber in meiner Werkstatt." Schnaggadu: "Und wo ist die?" Er: "Gleich hier um die Ecke." Wir also hinterher und tatsächlich: Er kramte eine Kiste mit allen möglichen Inbussen heraus. Kurze Zeit später war die Schraube wieder fest und wir konnten endlich weiterfahren.

In Müden wollte ich gerne noch eine Kaffeepause einlegen, doch es war schon recht spät. Darauf Schnaggadu: "Wir haben doch Urlaub". Also am erstbesten Gasthaus angehalten und auch noch etwas gegessen. Kurz hinter Müden stürzte Schnaggadu bei einer Mullersandpassage plötzlich kopfüber vom Rad. Ein Stock hatte sich beim Überfahren aufgestellt und das Vorderrrad blockiert. Dies war fast filmreif, blieb das Rad sogar noch im Fallen an einem Holzstapel hängen. Leider haben wir kein Foto gemacht. Schnaggadu ist zum Glück nichts schlimmes passiert, mit einem leichten Schock ging es langsam und vorsichtig weiter.

So langsam neigte sich der Tag dem Ende. Wir waren auf den letzen Kilometern nach Fallingbostel unterwegs, als uns ein Trail fast die letzten Kräfte raubte. Dauernd lag ein Baum im Weg, es ging steil hinauf, um dann gleich wieder steil hinunter zu gehen. Ständig ab- und wieder aufsteigen. Überall Wurzeln. Wir hofften nur, dass der Weg nicht bis nach Fallingbostel so weiterging. Zum Glück war damit bald Schluss. Fast schon im Dunkeln ging es noch einen wunderschönen Pfad an der Böhme entlang. Kurz nach 19 Uhr kommen wir in Fallingbostel an, wo Knut schon mit dem Zimmerschlüssel auf uns wartet. Alle anderen waren schon da und bereits auf dem Weg zum Essen.

Wir machen uns kurz frisch und dann auch gleich auf zum Italiener, um die leeren Energiespeicher aufzufüllen und den Tag beim gemütlichen Zusammensein ausklingen zu lassen.

Tag 2: Bad Fallingbostel - Hamburg - Trails ohne Ende

Am zweiten Tag sollte es aufgrund der schwierigeren Strecke etwas früher losgehen. Um kurz nach 7 Uhr gab es Frühstück und um kurz nach 8 Uhr waren wir schon auf der Piste. Ich hatte mir für heute vorgenommen, mit der Gruppe mindestens bis zur ersten Pause zusammen zu fahren. Auch wollte ich deutlich weniger Pausen machen, um noch bei Tageslicht in Hamburg anzukommen.

Gleich zu Beginn ging es fast den gleichen Weg zurück, den wir abends im Dunkeln gefahren sind. Jetzt zeigte sich die ganze Schönheit der Gegend. Der Trail mit den vielen querliegenden Bäumen, den wir abends fast komplett geschoben sind, war auch wieder mit dabei. Heute kam er mir aber nicht mehr so schlimm vor.

Im Gegensatz zum ersten Tag sind wir heute gleich in die Natur eingetaucht - wunderschön. Sind wir am ersten Tag viele "normale" Wege durch die Heide gefahren, so folgte heute gefühlt ein Trail dem anderen.

Die erste Pause machten wir in Bispingen. Bis dahin lief es ganz gut, nur zum Ende ging langsam die Puste aus. Zum Glück wurde dann auch schon der Ruf nach Kaffee lauter.

Nach der Pause verlor ich den Anschluss an einer steilen Rampe, die schon in der Vorschau des Heide-Dirts angekündigt war. Für diesen Tag bedeutete er den Einstieg in die Heide. Über Behringen, Niederhaverbeck ging es zum Wilseder Berg. Hier traf ich wieder auf die Gruppe, die jedoch bald weiterfuhr. Ich machte noch ein wenig länger Pause und war gerade dabei aufzubrechen, als zwei MTBler mit Schnaggadu im Schlepptau vorbeikamen. Ich also schnell hinterher.

Weiter ging es nach Undeloh und von dort wieder in den Wald. Die Wege waren heute allesamt besser zu fahren als am Vortag, auch wenn ab und zu noch kleine Mullersandpassagen dabei waren. Ich fuhr die meiste Zeit mit Schnaggadu zusammen. Irgendwann setzte ich mich ab, da ich gerne mein eigenes Tempo fahren wollte. In Handeloh legten wir eine gemeinsame Kaffeepause ein. Pommes hätte es auch gegeben, hätten mir aber zu lange gedauert. Irgendwie war die Zeit immer noch ständiger Begleiter.

Es ging weiter über den Brunsberg nach Buchholz. Die 100 km-Marke war geknackt. In der Innenstadt von Buchholz dann der Schock: Überall Menschen und Autos. Die Strassen waren so voll, dass man fast nicht rüber kam. Wenn man den ganzen Tag alleine in der Natur unterwegs ist, dann ist das schon ein krasses Programm. Eine kurze Pause beim Bäcker hätte sich angeboten, aber ich wollte einfach nur weg. Irgendwann stand ich auf dem Schützenplatz, auf dem alljährlich das Crossrennen stattfindet. Das Navi hatte gerade keinen Empfang und so suchte ich nach einem H, dem Zeichen für den Heidschnuckenweg, auf dem wir uns seit Celle befanden. In einer Ecke wurde ich fündig und weiter gings. Kurz vor der Zivilisation machte ich noch eine Pause und plötzlich kam Schnaggadu von hinten. Wir fuhren ein Stück zusammen, um dann wieder jeder sein eigenes Tempo zu fahren.

Über die Autobahn hinweg ging es nach Nenndorf und von dort nach Langenrehm. Von hier aus waren es noch etwa 35 km bis zum Ziel, davon noch fast 15 km durch die Harburger Berge. Die vorher angekündigten Stiche fingen an. Ich hab mich jedesmal tierisch gefreut, wenn ich es geschafft hatte, einen Anstieg komplett hochzufahren. Aber es dauerte nicht lange, bis die Stiche steiler wurden und ich fast nur noch am schieben war. Kurz hinter dem Karlstein traf ich wieder auf Schnaggadu, der gerade dabei war, nach einem Ausstieg zu suchen. Der Sturz am Tag zuvor hatte seine Spuren hinterlassen und seine Hände taten weh. Es konnte jedoch nicht mehr sehr weit durch die Harburger Berge sein und so konnte ich ihn dazu ermuntern, weiterzufahren. Wie es der Zufall so will, lief es ab diesem Zeitpunkt auch wieder richtig gut. Endlich konnte man mal wieder ein längeres Stück durchfahren und ein paar Kilometer abspulen.

Dann stand ich plötzlich vor einem steilen Berg. Ich konnte mir aussuchen, ob ich links einen steilen Pfad oder erst ein Stück geradeaus fahre, um dann einen noch steileren Pfad zu nehmen. Ich entschied mich für den linken Pfad, den ich natürlich hochschieben musste. Oben angekommen gings links um eine Kurve. Das Navi zeigte eine Abweichung an. Nochmal zurück. Am Abzweig entdeckte ich einen kleinen Pfad, der steil hinab führte. Da es bisher meinst nur kleine Pfade entlang ging, musste das der richtige sein. Nach 50 m stellte ich fest, dass es wohl doch oben weiterging, also musste ich das Rad wieder den Berg heraufschieben. Dies war der Punkt, an dem auch bei mir Schluss war. Ich hatte keine Lust mehr und wollte hier nur noch raus.

Im weiteren Verlauf verfuhr ich mich auch noch ein paar Mal, doch dann endlich die Erlösung: Die Strasse war da und somit die Harburger Berge geschafft. Dass es dann doch nochmal ins Gelände rüber zur Kärntner Hütte ging, war dann nur noch Nebensache.

An der nächsten Ampel traf ich wieder auf Schnaggadu, der sich noch an einer Tankstelle verpflegt hatte. Zusammen fuhren wir das letzte Stück über Wilhelmsburg durch den alten Elbtunnel (für mich das erste Mal) zum Fischmarkt. Einen kleinen Umweg mussten wir auch noch fahren, da der ursprüngliche Weg über eine Schleuse gesperrt war. Dies war dann aber auch egal.

Überglücklich kamen wir am Ziel an und wurden von Knut und Fred mit einem Zielbier und einer super leckeren Kartoffelsuppe begrüsst. Anneke, Uwe und Anno waren gerade am aufbrechen. Nach einiger Zeit machte ich mich dann auch auf den Weg nach Hause mit der S-Bahn und dem Metronom nach Lüneburg. Zwei erlebnisreiche Tage gehen zu Ende.

An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an Knut, Bernd, Erik und alle anderen Helfer, die diese zwei tollen Tage möglich gemacht haben.
Brockenstürmer und Heide-Dirt-Finisher
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kanuto
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Heide Dört 2013

Beitragvon kanuto » 10.10.2013, 16:42

3. und 4. Oktober 2013 „Heide Dirt“
300 km durch die Heide – von Hannover nach Hamburg
Cross Brevet der RG Uni Hamburg


1. Tag 3. Oktober Tag der deutschen Einheit
Hannover – Bad Fallingbostel

Nachts ist es kälter als draussen


5:23 am Hamburger Hauptbahnhof, Nachtschwärmer streben zu den Regionalzügen und S-Bahnen, erste Bäckereien öffnen und bieten Kaffee und Gebäck feil. Am Eingang Spitaler Str. sammeln sich Radfahrerinnen und Radfahrer, allesamt Teilnehmer des „Heide–Dirt“ , einer 300 km langen Crossfahrt von Hannover durch die Lüneburger Heide nach Hamburg. Bahntickets werden gekauft, Kaffee konsumiert - geredet wird noch nicht viel, man stellt sich vor, begrüßt die Anderen. Im Metronom kommt langsam Leben in die Truppe, der Umstieg in Uelzen schnell erledigt und schließlich stehen die 11 Radler in Hannover in der Bahnhofshalle. Draussen scheint zwar Sonne, aber es ist einfach noch zu kalt. Pünktlich um 9:00 ist die Gruppe mit 21 Teilnehmern vollzählig.
Zeit für ein Startfoto vor dem Denkmal!
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Parkanlagen und lange Geraden

Schon nach wenigen Metern und 2 Ampelanlagen geht’s locker durch die Eilenride. Als geschlossene Gruppe erreichen wir den Weidetorkreisel. Nach der steilen Überquerung der Schnellstraße geht s entlang dieser Richtung Altwarmbüchen, der See dort lädt zum Baden ein, doch dafür ist zu kalt. ☺

Hinter Altwarmbüchen beginnen die lange Geraden über Felder. Ein starker Süd-Ostwind macht das Vorankommen schwieriger als nötig, aber wir sollten uns noch über diesen Wind freuen. Auf diesem Abschnitt zerfällt die Gruppe ein wenig, andere trifft man wieder. Erste Rödelpausen werden eingelegt.

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Fliegende Flaschen und Bahnübergänge

Nach ca. 25 km der erste Singletrail, ich verliere mein Trinkflasche und stehe auf einmal alleine im Wald. Ich ziehe meine Windjacke aus und rödel noch ein wenig rum, als ich den Singletrail verlasse, stosse ich auf Karsten, der auf mich gewartet hat. Schön! Gemeinsam nehmen wir die weiteren Geraden Richtung Celle unter die Räder. Unterwegs treffen wir noch Jörg und an einem geschlossenen Bahnübergang vor Celle Nils. Gemeinsam durchqueren wir die Stadt und tauchen tiefer in die Heide ein.

Irgendwo hinter Celle biegen Karsten und ich in den falschen Weg ein, Karstens Navi hat Aussetzer und ich bin noch ungeübt bei der Einschätzung. Egal, die paar Meter machen den Kohl auch nicht fett. Nach der Anfangshektik werde ich langsam ruhiger. Mittlerweile ist es auch so warm, dass ich mir die Handschuhe ausziehe. Kurz darauf fahren wir an Jörg und Nils vorbei, die gerade ein Päuschen einlegen.

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Es wird heidig und das heißt Sand!

Hinter einem Segelflugplatz wird es noch heidiger! Lange sandige Geraden durchschneiden die leicht kupierte Landschaft. An einer Schutzhütte treffen wir auf die Anderen, die gerade ihre Pause beenden. In großer Gruppe geht es weiter durch den Sand. An vielen Stellen gibt es neben den sandigen Fahrspuren befestigte Fuß- und Radwege, auf denen wir zügig vorankommen. An einer Gaststätte erinnert mich Anno daran, dass man ja mal einen Kaffee trinken könnte. Wie recht er hat. Also fluxs angehalten und Päuschen mit Kaffee und Kuchen gemacht. Anno hat auf den Kuchen verzichtet und sich schön ne Portion Pommes bestellt. ☺

Unsere Gruppe ist 6 Personen groß und gemeinsam genießen wir die Sonne auf der windgeschützten Terrasse, bevor wir wieder aufbrechen. Kurz darauf umrunden wir einen schönen See, ohne auch nur einen Meter Strecke zu machen. Schleifen durch schöne Landschaften müssen auch sein.

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Fliegerhorst und Ausflugmühle

Die nächsten Kilometer legen wir ebenfalls zügig zurück, so das unsere Gruppe wieder auseinander fällt. Drei Sachen sind mir besonders aufgefallen, eine Fuchsjagd mit vielen roten Reitern, ein großer Schlepper, der verblühte Erika aberntete und eine Hochebene mit Heidebüschen, die mich an aufrecht stehende Findlinge in der Bretagne erinnerten.

Zwischendurch auf einer langen Geraden, sehe ich einen gelben Punkt, der nicht näher kommen will. Also verlasse ich den Komfortbereich, um dem Punkt schneller nahe zu kommen. Einige Minuten später treffen wir auf Uwe und Anneke. Kurze Zeit fahren wir zusammen. Schließlich wurde es wieder urbaner und an einem Fliegerhorst trafen Ole und ich auf die „Spitze“ des Heide-Dirt-Teilnehmer-Feldes. Zusammen fuhren wir weiter, doch Ole und ich mussten noch einen Boxenstopp einlegen. Also entschieden wir uns für ein Ausflugslokal, was ein Fehler war. Das tolle Wetter, den ganzen Tag schien die Sonne, hat das Lokal mit Ausflüglern zum Bersten voll gemacht, sodass wir schließlich im Hofladen Wildsalami kauften, um sie direkt zu verzehren.

Rückenwind und vergessene Wege

So gestärkt nahmen wir die letzten 35 km unter die Räder. Plötzlich klingelte mein Handy, Nils hatte Probleme mit seiner Kurbel. Leider hatte ich nicht den passenden Imbus dabei, aber Nils hat dann doch noch Hilfe bekommen und konnte die Etappe zu Ende fahren.

Mittlerweile fuhren wir nach Westen und der Ostwind schob uns gnädig vor sich her. Das war auch gut so, denn trotz Wildsalami waren meine Beine müde vom langen Tag. Und so war ich auch froh, die angekündigten schmierigen Brücken vor Bad Fallingbostel zu erreichen. Wie ein vergessener Weg schlängelte sich der Pfad an einem Bach und Bahndamm lang.

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An einem Campingplatz ging es ins Böhmetal. Der schöne Wegverlauf mobilisierte noch mal einige Kräfte. Die waren auch nötig, um die letzte kurze Steigung zur Jugendherberge zu bewältigen. Bei einem Treppenstunt fuhr sich Ole zu Abschluß des Tages noch einen Platten.

In Italien

Nach und nach kamen alle Teilnehmer in Bad Fallingbostel an. Drei Personen schliefen in einem Hotel, der Rest übernachtete in der Jugendherberge. Schnell waren die Zimmer verteilt, die Räder in der Blockhütte verstaut, die Duschen besetzt. ;-) Ab 19:00 Uhr setze sich dann der Zug der Fussgänger in Richtung italienisches Restaurant in Bewegung, dort hatten wir einen Tisch für 20 Personen reserviert. Matthias und Gudrun, die bei Kilometer 80, das Gelände verließen und über Straßen nach Bad Fallingbostel fuhren, meldeten sich für den nächsten Tag ab. Eine abklingende Erkältung wirkte sich doch stärker aus als angenommen.
Eine missverstandene Bestellung sorgte bei mir für mehr Alkoholkonsum als nötig, so dass ich meine Zimmergenossen mit heftigen Schnarchen am schlafen hinderte. ;-)

2. Tag, 4. Oktober
Bad Fallingbostel – Hamburg


Morgens ist es wärmer

Das Erste, was am Morgen auffiel war, dass es wärmer geworden war. Fast war man versucht ohne Handschuhe loszufahren. Nach kurzer Ansprache setzte sich die nun aus 19 Personen bestehende Gruppe in Bewegung. Naja, nicht ganz, ich war mit dem zu verstauendem Gepäck und dem Navi-Start spät dran. Ole und ich starteten also 5 min später als die Anderen.

Trackverwirrung

Schon nach kurzer Fahrt stießen wir auf Bernd, Karsten und Ignacio. Ignacio hatte ein Problem mit seiner Schaltung und wir hatten ein Problem mit dem Track. Nach einigen Diskussion darüber, welcher Track denn nun wie und wo auf den Navis angezeigt wird, und einem weiteren Stopp, waren alle Unklarheiten beseitigt und wir konnten entspannt weiter fahren.

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Unsichtbare Wege

Nach einem zugewachsenen Weg sahen wir ganz plötzlich alle Ole Petersen im Augenwinkel, aber kaum waren wir auf der Straße, war er auch schon nicht mehr da. Wir glaubten an eine kollektive Halluzination oder einen Verwurf im Raum-Zeit-Kontinuum, wähnten wir ihn doch an der Spitze und fuhren weiter. Einige Minuten später sprach uns Ole P. von hinten an. Er hatte seine Gepäcktasche verloren und gesucht, hat sie aber leider nicht gefunden.

Pittoreske Städtchen und Freizeitpark

Karsten und Ignacio ließen sich im weiteren Verlauf zurückfallen und Ole, Ole, ja, wir haben zwei Oles dabei gehabt, Bernd und ich durchkreuzten Soltau, passierten den Parkplatz des Freizeitparks, einen Abenteuerspielplatz, eine Pferdekoppel und entschlossen uns in Bispingen eine Pause einzulegen. In einer Bäckerei an einem Einkaufszentrum trafen wir wiederum auf die Anderen und aßen Brötchen und Kuchen. Als die ersten wieder aufbrachen, erfasste auch die Gruppe mit der ich bislang unterwegs war eine Unruhe, Kaffee wurde gestürzt Kuchen verschlungen, man wollte die Abfahrt der Gruppe nicht verpassen. Mir ging es nicht anders.

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Two guys in front, erste „Berge“ und empörte Wanderer

In großer Gruppe ging es nun über die ersten Wanderwege hinter der Stadt, vereinzelte „Das ist ein Wanderweg“–Rufe wurden vernommen. An der Spitze der Gruppe machten Ole und Uwe gemeinsame Sache und gaben Gas. Das Geläuf wurde hügeliger und das Mettbrötchen rumorte in meinem Magen. Langsam zog sich die Gruppe auseinander, aber nie auf Dauer, Uwe und Ole warteten an einer Stelle oder eine Ampelphase sorgte für den erneuten Zusammenschluß.

Heide–Highlights

Was dann kam, war Heide pur! Wunderschöne Landschaften und traumhafte Trails, alles super zu fahren. Schließlich kamen wir mehr oder minder geschlossen auf dem Wilseder Berg an. Ich nutze die Gipfelpause, um meine Kette zu ölen und schwups waren wir nur noch zu zweit, Ole und ich auf dem Gipfel. Irgendwie hatte ich kein Glück mit der Gruppe. ;-)

Plattfuß, Kaffee und überraschendes Wiedersehen

Vom Wilseder Berg ging es lange bergab, über eine Niederung mit Wildvieh auf einen weiteren Panorama-Trail nach Undeloh. Von hier aus brauchte ich kein Navi mehr, denn diesen Streckenabschnitt bin ich vorher abgefahren. Entsprechend wegsicher kurbelte ich die nächsten Kilometer ab. Auf dem X-Weg vor Handeloh hatte Ole leider einen Durchschlag, eine Wurzel hatte ihm übel mitgespielt.

Über den Brunsberg und die Höllenschlucht ging es Richtung Buchholz. Kurz vor den Bahngleisen sammelten wir Holger ein und gemeinsam steuerten wir eine Bäckerei in Buchholz an. Dort trafen wir Ralf. Als wir gerade aufbrechen wollten, fuhren die Anderen an uns vorbei. Man trifft sich halt immer mehr als einmal während einer solchen Fahrt. Wie sagte doch Anno am ersten Tag so schön: „Am Ende des Tages werden die Toten gezählt“ ☺

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Kein Rosengarten ohne Dornen

Hinter Buchholz wurde das Gelände wieder hügeliger und Ole P. und Bernd stiefelten davon und waren nicht mehr gesehen. Wir Anderen fuhren in zügigem Tempo in den Rosengarten. An einer Grube, für was auch immer, hatte Ole seinen zweiten Plattfuß. Holger, Erik und ich warteten auf ihn und fuhr gemeinsam weiter. Nach zwei drei weiteren Hügeln wurde es kniffelig.

Garstige Trails in den HaBes

Wir hatten die Harburger Berge erreicht und der X-Weg zum Tempelberg hatte noch die ein oder andere Überraschung für die Teilnehmer parat. Hinter dem Waldfriedhof gab es noch eine Schiebepassage, dann ging es bergab bis zum Ehestorferheuweg. Eine letzte Kuppe und wir ließen den Wald und das Gelände hinter uns. Mittlerweile waren wir wieder zu sechst unterwegs. Uwe und Anneke hatten sich uns angeschlossen.

Kein Glück mit der Schleuse

Der Weg zum Harburger Hafen zog sich wg. des Gegenwindes ein wenig hin, aber der richtige Dämpfer auf den letzten Kilometer war, dass die Schleuse, entgegen der Aussage eines Schleusenwärters, doch schon gesperrt war! Also andersrum ums Hafenbecken! Ich hielt an und verständigte nachfolgende Teilnehmer über diese Wegänderung. Leider vergaß ich in meiner Unterzuckerung Nils und Jörg anzurufen. Sorry, noch mal.

Kebab–Kiez Wilhelmsburg

So fuhr ich die letzten Kilometer durch Wilhelmsburg alleine. Einsetzender Regen spornte mich an, diese schnell hinter mich zu bringen. Auch die zahlreichen Imbissbuden in Wilhelmsburg mit den verlockenden Düften konnten mich nicht bremsen, denn im Ziel an der Fischauktionshalle wartete ja schon...

Suppe und Bier

..nicht nur auf mich, sondern auf alle Teilnehmer. Fred, der leider nicht mitfahren konnte, hatte an der Schanzenbäckerei hinter der Fischauktionshalle ein schönes Zielschild mit einem Kasten Bier drunter errichtet und machte von allen Ankömmlingen ein Zielfoto. Viele waren schon da und aßen Suppe oder sonstiges. Ich machte mir ein Bier auf und stieß an. Sechs Personen waren noch unterwegs. Langsam löste sich die Gruppe der Finisher auf, die Ersten fuhren nach Hause. Erik und ich warteten bis alle Teilnehmer im Ziel waren.

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Zuletzt geändert von kanuto am 11.10.2013, 09:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Johanna » 10.10.2013, 20:57

Das waren zwei sehr ambitionierte Radsporttage für mich. Genau das Richtige am Anfang der Crosssaison ;) . Zwei Tage im Gelände toben hat wieder viel Freude gemacht. Ein schönes Miteinander, vor allem am zweiten Tag, als sich die Heißdüsigkeit bei den Männern etwas gelegt hatte ;). Die Gruppen zerfielen, fanden in neuer Zusammensetzung wieder zusammen. Ich war eigentlich nie alleine unterwegs. Danke dafür an alle.

Foto's habe ich keine gemacht. Meine Kamera wollte nicht. Abgesehen davon hatte ich zuviel mit Radfahren zu tun: Dranbleiben, Mullersandschwimmen, Wurzeltrails fahren, dranbleiben, aufs Garmin gucken, über unfreundliche Wanderer wundern, dranbleiben, Aussichten und Landschaft ein bisschen genießen, aufschließen.....

Zwei PhonePhoto's habe ich aber, aus Italien. Lustig war es dort. Uwe hat 2 Pizzen gegessen ;)

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Liebe RG-Uni-Orga um Knut, Bernd und Erik: Vielen Dank für diese schöne CrossCountryTour, und Fred für den Empfang in HH. Wir sehen uns bei eurer O-CTF!

Anneke :wink:
Zuletzt geändert von Johanna am 11.10.2013, 19:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Der Engländer
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Heide-Dirt

Beitragvon Der Engländer » 11.10.2013, 16:36

Moin aus Berlin!

Heide-Dirt war eine schöne Veranstaltung, Danke an die Organisatoren für die Arbeit. Gut war, daß die Etappen nur 150 km lang waren, so haben es die meisten Teilnehmer noch im Hellen ins Ziel geschafft.

Es war mein erster Besuch in der Heide. Schon komisch, man fährt durch die ganze Welt, aber die schönen Gegenden zuhause lässt man links liegen.

Nächstes Jahr will ich von Berlin aus 2 Sachen organisieren: eine 3-Tages-Fahrt und einen Cross-200er. Infos gibts rechzeitig hier.

Grüße
Ralf
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Meyer-Zwo
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Beitragvon Meyer-Zwo » 11.10.2013, 20:00

Moin zusammen,

ich bin froh, das alle so viel Spaß und hoffentlich unvergessliche Erlebnisse hatten, vielen Dank allen Mitfahrern für zwei tolle Tage!

Wie viel Spaß ich hatte, zeigt die Ankunft im Ziel :-)

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Ich freu mich auf noch folgende Abenteuer, insbesondere die angekündigte 3-Tages-Fahrt vom Engländer. Wenns so weitergeht sind wir in 2015 bei vier Etappen und es gibt ein "Beast of the ..." ;)

Beste Grüße
Meyer
lanman75
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Tolle Tour und toller Bericht

Beitragvon lanman75 » 08.12.2013, 12:26

Falls Ihr nächstes mal eine andere Strecke durch die Heide nehmen wollt, würde sich der Bereich "süd /östlicher" Landkreis Uelzen anbieten. Ab LK Gifhorn fährt man über Endmoränen(bis 136m) und sehr netten Trails bis nach Lüneburg:

>Bokel, Breitenhees, Wierener Berge, Trails Holdenstedt, Uelzen Königsberg, Bad Bevensen, > Ilmenautrail nach Lüneburg.

Also immer parallel am Elbeseitenkanal bzw. der Ilmenau entlang.
http://navigator.geolife.de/treffpunkt- ... f9477.html

Sehr schöne Natur und Fahrradwerkstätten sind immer in der Nähe

;)
Bin immer auf der Suche nach coolen Trails und Abfahrten......

http://www.mtb-news.de/forum/social-for ... heide.396/

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