RTF Küstentour '13, Boltenhagen (Berichte + Bilder)

Oldboy
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RTF Küstentour '13, Boltenhagen (Berichte + Bilder)

Beitragvon Oldboy » 28.04.2013, 18:11

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:Greis:
Heute sollte nun die erste RTF für mich in dieser Saison in Angriff genommen werden. Ein früher Blick in meinen Garten und ich erblickte meinen Leuchtturm im strahlenden Sonnenschein. Somit war klar: Die Küste ruft!

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Boltenhagen war das Ziel. Bereits vor 2 Jahren war ich dort am Start und es hat mir sehr gut gefallen. Fahrrad und die Sachen einpacken und schon gings los. Bereits kurz hinter Hamburg versteckte sich die Sonne hinter dickem Nebel. :roll: Na egal, wird schon werden. In Boltenhagen angekommen, war es kühl und bedeckt. Aber noch war ja etwas Zeit.

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Die Anmeldung ging reibungslos. Nicht wie üblich mit auszufüllenden Formularen. Nette Damen trugen die Daten aller Teilnehmer ordnungsgemäß in Listen ein. Alles sehr familiär. Tasse Kaffee und schon gings los. Ein überschaubarer Haufen von Fahrern wurde von einem Polizeifahrzeug mit Blaulicht aus dem Ort geleitet. Dann folgte eine sehr schöne Strecke entlang der Steilküste mit herrlichem Blick über die Ostsee. Die Sonne zeigte sich zwischenzeitlich von ihrer besten Seite. Meistens ist es ja so: Entweder Wind oder Hügel. Irgendwas ist ja immer. ;) Aber hier hatten wir beides. :D

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Ich bin ja mehr der Freund des leichten Bergabrollens, aber schön war es trotzdem. An der Streckenbeschilderung hatte man etwas gespart oder sie fiel teilweise Sammlern zum Opfer. :mad: So hatte man dann noch etwas mehr Möglichkeiten Land und Leute kennenzulernen. :Totlach:

Am Kontrollpunkt, den ich dann nach 50 km (!) erreichte, traf ich Harterbrocken. Auch ihm schien diese Tour offensichtlich zu gefallen.

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Am Ziel angekommen, nahmen dann freundliche Helferinnen die Startnummern persönlich vom Trikot (vielleicht lag das auch an meinem Alter)! Für jeden Teilnehmer gab es eine persönliche Urkunde und eine RTF-Cap und / oder ein entsprechendes T Shirt.

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Eine tolle RTF, die mehr Zuspruch verdient hat . :Danke:

Ich versuche noch ein paar Fotos an Helmut zu schicken. Vielleicht kann er die ja einarbeiten falls er nichts Anderes zu tun hat !!
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Harterbrocken
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Beitragvon Harterbrocken » 28.04.2013, 20:23

Mann, da war Oldboy schon wieder schneller als wir. Beim Radsportgottesdienst hat er mich schon andauernt überholt. Und nun auch noch im Forum. Oldboy, wo soll das enden?

Deine Zeilen beschreiben Land und Leute sehr treffend. Alles mit viel Liebe gemacht. Hier der Bericht aus meiner Sicht.

RTF Boltenhagen oder wenn Dir die Lachse auf den Rennlenker springen

Jede RTF braucht eine Seele. Im SC Ostseebad Boltenhagen heißt sie Harry. Um so erfreuter sind Nils „1Volt“ und ich, dass wir im Ziel Gelegenheit bekommen, ein paar Worte mit Harry zu wechseln. Kein Zweifel: Die Boltenhagener RTF-Veranstaltungen sind liebevoll organisiert und führen durch sensationell schöne Landschaften; samstags wird im geschlossenen Verband gefahren, sonntags die normale RTF mit drei Streckenangeboten: 50, 80 und 120 Kilometer. Aber der Reihe nach.

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Nils und ich sind spät dran. 10.45 Uhr. Wir haben es nicht so mit der Massenmeute. Die ist schon um 10 Uhr auf der Strecke und schlägt wahrscheinlich vom Start weg ein heftiges Tempo an. Nicht mit uns. Wir wollen erstens etwas länger pennen und zweitens es heute ruhig angehen lassen. Gesagt, getan. Vom Start am Sportplatz geht es zunächst kurz hinein nach Boltenhagen, das sich seit der Wende ausgesprochen positiv entwickelt hat. Ein fast schon mondänes Seebad. Es erinnert mich eher an nordfranzösische Bäder, als an den Ostseetrubel, den man in Timmendorf oder Grömitz erlebt.

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Sebastian aus Lübeck

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1Volt

Auf den ersten Kilometern haben wir Probleme, die eher unscheinbaren RTF-Pfeile zu entdecken. Doch dann verstehen wir Harrys Auschilderungshandschrift und finden jeden Abzweig zuverlässig. Zum Glück gesellt sich auch noch Sebastian zu uns, der die Strecke schon mal abgefahren ist. Sebastian kommt aus Lübeck und arbeitet in einem Radladen in Lehnsan. Er fährt einen alten Colnalgo-Stahlrahmen – wie schön.

Gerade nehmen wir den richtigen Rhythmus auf, als ich rechts am Straßenrand einen Angler mit seiner frisch gefangenen Beute entdecke. Das gibt es doch nicht! Vollbremsung! Umdrehen! Anhalten! Petri Heil! Der Herr Angler hält eine zirka fünf Kilo schwere Meerforelle in die Höhe. Was für ein Fang. Wahnsinn. In Boltenhagen springen Dir die Lachse fast auf den Lenker. „Vier Tage habe ich es versucht, jetzt endlich hat eine meinen Blinker genommen“, erzählt er stolz. Ich sollte auch mal wieder angeln gehen. Früher habe ich das oft gemacht und auch die ein oder andere Meerforelle erbeutet. Die Viecher sind nahe Verwandte des atlantischen Lachses, schmecken aber eigentlich noch besser. Sie ernähren sich von Krebsen und kleinen Fischen. Durch das Carotin in den Krebsen bekommt ihr Fleisch diese herrliche rötliche Färbung. Bei der Qualität dieser Ostsee-Meerforellen können bestenfalls schottische Wildlache mithalten.

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Nils und Sebastian gucken irgendwie komisch. Ihr Blick fragt: „Wollen wir jetzt angeln, Fisch essen oder radfahren?“ Radfahren natürlich! Also weiter. Die nächsten 15 bis 20 Kilometer geht es auf dem ehemaligen Kolonnenweg der Grenztruppen Richtung Westen. Viel besser geht es nicht. Wie eine Achterbahn geht es hoch und runter direkt an der Küste entlang. Es ist noch früh im Jahr und die Vegetation im Rückstand. Unser Glück. So haben wir an vielen Stellen einen wunderbaren Blick auf den tiefblauen Himmel und die fast schwarze Ostsee. Dass es nur sechs Grad warm ist, haben wir vergessen. Die Luft ist klar und die Fernsicht Richtung Pelzerhaken grandios.

Tage wie diese, gibt es nicht so oft. Und so fliegen die Kilometer dahin. Bei Rankendorf überholen wir zwei Kameraden. War das nicht Oldboy? Ja, es war Oldboy, wie wir an der Verpflegungsstelle Damshagen feststellen. Zwei freundliche Damen bewirten uns. Ein paar Schnacks und Witze, weiter geht’s. Sebastian fährt nur die 50er Runde und verabschiedet sich. Nils und ich wollen 80 oder 120 – mal sehen.

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Es rollt gut. So entscheiden wir uns an der Streckenteilung für die Langdistanz. Proseken, Zierow, Beckerwitz, Oberhof – die Dörfer rauschen nur so vorbei. In Tarnerwitzerhagen kommt uns eine Gruppe langsame Radfahrer entgegen. Es ist der Tweed Run aus Wismar. Kein Witz. In der Hansestadt gibt es eine Gruppe traditionsorientierter Genussradler, die die RTF mit historischer Kleidung und nostalgischen Rädern besucht und nun auf dem Rückweg ist. „Chef“ ist Roko, der in Wismar das Radgeschäft Buddha-Bikes betreibt. Klingt gut; man sollte ihm vielleicht mal einen Besuch abstatten.

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Linda und Martina. Das vordere Rad ist ein Diamant von 1958

Nach einem kurzen Schnack zeigt Nils Garmin schon wieder 34 km/h an. Wir wollten doch ruhig fahren, erinnere ich Nils an unser Vorhaben. Aber zu zweit entwickelt sich irgendwie immer mehr Dynamik als geplant. Stellenweise sind wir mit 35 km/h und mehr unterwegs, wenn der Wind ausnahmsweise mal schiebt, auch mit Tempo 40 plus. So sind wir schneller als erwartet wieder an der Verpflegung in Damshagen. Die Damen haben inzwischen ausgewechselt. Das neue Personal ist aber genau so nett. Danke für die Bewirtung. Noch 20 lächerliche Kilometer und schon rollen wir von Osten kommend wieder nach Boltenhagen ein. So etwas nenne ich einen perfekten Sonntag.

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Abschlusssfoto vor der Seebrücke
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Beitragvon Helmut » 29.04.2013, 23:06

Nun sind auch in Oldboys Bericht seine Bilder zu sehen.

Dank Euch für die Schilderung Eurer Eindrücke. Seit Jahren frage ich mich, warum ich den für mich relativ langen Weg dorthin auf mich nehmen soll. Jetzt weiß ich es.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.

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