GPS-Ratgeber: Gibt's einen für Doofe?

Bagdad-Biker

GPS-Ratgeber: Gibt's einen für Doofe?

Beitragvon Bagdad-Biker » 24.01.2011, 14:52

Als jemand, der dem Technikzeitalter meistens mindestens einen Schritt hinterherhinkt, beginne nun auch ich mich für GPS Geräte und deren Handhabung beim Radfahren zu interessieren. Wie das eben so ist, wenn man erst spät auf einen Trend aufspringt, ist das Netz bereits voll mit Informationen. So auch zu diesem Thema. Eine schier unübersehbare Anzahl von Büchern wird zudem angeboten. Allerdings könnten die Meinungen kaum unterschiedlicher sein. Reichlich Fachchinesisch verwirrt zusätzlich. Die Preisspanne der angebotenen Geräte reicht von günstig, über erschwinglich, bis astronomisch. Schwierig wird die Anschaffung eines Gerätes, wenn man nicht mal weiß, was man denn zum Radfahren braucht.

Gibt es Lektüre oder Ratgeber, die mir den Einsteg erleichtern? Dabei sollte zum einen die grundlegende Technik, aber auch der Umgang vermittelt werden. Viele Geräte haben sicherlich Funktionen, die ich nie brauche, anderen fehlen möglicherweise zwingend benötigte. Eine zusätzliche Beratung zum Kauf wäre also ideal.

Bin mal gespannt auf Eure Vorschläge!
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 24.01.2011, 16:01

Hallo Bagdad Biker,

das Dumme an Lektüre zu dem Thema ist, das sie meistens bereits überholt ist, bevor die Druckerschwärze getrocknet ist.

Zum Einlesen trotzdem ganz gut finde ich "Das große GPS-Handbuch" von Jörn Weber, erschienen im Kompass Verlag und für 14,95 im Buchhandel erhältlich. Jörn erklärt im recht verständlichen Deutsch Konzepte und Hintergründe von GPS. Die ebenfalls enthaltene Geräteübersicht ist natürlich nicht mehr up to date, doch sind die Funktionen und Unterschiede ganz brauchbar erklärt - das lässt sich gedanklich auch auf die aktuellen Geräte übertragen.

Er geht auch auf PC-Software und Karten ein. Das ist ebenfalls recht gut und vor Allem umfassend dargestelt, aber ob ein Einsteiger das auf Anhieb richtig sortiert bekommt, kann ich nicht beurteilen.

Über ein paar Dinge solltest du dir vorher klar sein:
- warum willst du so ein Teil bzw. was erwartest du dir davon?
- wenn du nicht nur unterwegs ein buntes Kartenbildchen vor Augen haben willst, geht es nicht ohne Vor-/Nachbereitung am PC
- welches Budget schwebt dir denn für den Einstieg vor (Gerät plus Karten)?

Grundsätzlich:
- alle aktuellen Geräte mit Kartendarstellung zeigen dir ausreichend genau wo du bist
- ausgestattet mit den richtigen Karten gibt es auch bei allen Geräte Routing-Funktionen.
- die taugen aber nicht zur Tourenplanung, sondern allenfalls für den Weg zum nächsten Bahnhof in unbekannter Gegend.
- Wer am PC etwas Know-How und Zeit einbringt, kann sich recht gut mit freier SW und ebensolchen Karten arrangieren
- wer sich nicht mit Konzepten und Hintergründen auseinader setzen will sollte zu einem Bundle von Garmin greifen, bestehend aus Handgerät und Karte

Nach diesen Grundsätzen kann man noch viele weitere Unterentscheidungen treffen, abhängig von Ansprüchen / Zielsetzungen, PC-Kenntnissen und Budget.

Gestern hätte es sich für dich wohl nicht gelohnt, für den Rückweg eine Route anzulegen. Da wäre mein Misstrauen gegenüber der Berechnung jedenfalls zu groß gewesen, als dass ich mich da drauf verlassen hätte.

Gruß,
Halvtreds

(und sorry für die nassen Füße, hatte ich aber angekündigt)

P.S. Schick mir mal deine E-Mail Adresse per PN, ich hab da noch zwei PDF's in denen ich meine Ausstattung und Vorgehensweise beschrieben habe.
Das Gefälle ist mein Freund.
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 25.01.2011, 20:06

@Halvtreds

Mach Dir mal wegen der Füße keine Gedanken! Was einfriert kann man auch auftauen. :)

Ja, was erwarte ich von einem Gerät? Gute Frage! Ich hab so gar keine Ahnung, was die Dinger so können (sollten). Ich würde gern im Netz, ggf. sogar gebraucht kaufen und mag mich fairerweise daher nicht im Fachhandel beraten lassen.

Im Prinzip möchte ich folgendes tun:
- Ich würd es gern zum Geocaching nutzen. Dazu sollten vermutlich auch einfacherer Geräte geeignet sein.
- Eine Kartenansicht wäre wohl sinnvoll. Die muss aber nicht zwingend farbig sein.
- Aufzeichnen von Touren.
- Aufspielen von Touren zum Nachfahren.
- Das Gerät sollte bezahlbar sein. Ebenso Zusatzmaterial wie Karten etc.
- Im Notfall will ich nach Haus geführt werden. Dazu muss nicht jeder kleinste Feldweg bekannt sein. Ein Richtungspfeil würde schon fast langen.
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 25.01.2011, 20:54

Schau erst mal in das Buch von Jörn Weber oder in meine PDFs.

Gerät ohne Kartendarstellung würde ich nicht nehmen. Warum auch, denn ein gebrauchtes Etrex irgendetwas ist inzwischen günstig zu haben und hat die notwendigen Funktionen (nur darauf achten, dass es ein Gerät mit Farbdisplay und Speicherkarte ist, der Rest ist fast egal).

Routing gibt's naturgemäß nur bei Geräten mit Karte, denn das Routing macht die Karte, nicht das Gerät. Aber wie gesagt, Routing und Fahrrad geht noch nicht wirklich gut zusammen, Aufzeichnen können bis auf extreme Exoten alle Geräte.

Vorsicht beim Nachfahren von heruntergeladenen Touren aus dem Netz. Man weiß nie, was man da bekommt. Der Eine hat keine Hemmungen mit dem Rennrad durch den Wald zu düsen und der Nächste fährt einfach immer an der Bundesstraße entlang. Muss man beides nicht unbedingt mögen.

Spannend wird dann die Frage, welche Karte und welche SW. Siehe oben: Je mehr Einarbeitung man investiert, desto weniger Budget braucht man.

Sieh dir mal die in unserer Gegend recht guten OSM-Karten an. Die gibt es in diversen Versionen:
- "für alle" (AllInOne),
- "für Straßenradfahrer" (Velomap),
- "für Mountainbiker" (openmtbmap).
- "für Reiter und Wanderer" (Namen weiß ich gerade nicht) und
- viele andere Versionen. Die kosten kein Geld, benötigen aber ein wenig Eigeninitiative.

So lange du keine komplexen Planungen und Auswertungen machen willst, brauchst du nicht viel Software, aber ganz ohne geht es eben auch nicht.

Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Benutzeravatar
Schnuffi
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 468
Registriert: 13.11.2009, 21:38
Wohnort: Lüneburger Heide

Beitragvon Schnuffi » 25.01.2011, 22:18

Halvtreds hat geschrieben: "für Reiter und Wanderer" (Namen weiß ich gerade nicht)
http://www.wanderreitkarte.de/

:wink:
Wenn Du schneller fährst brauchst Du Dich nicht so lange anzustrengen :mrgreen:
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 26.01.2011, 18:46

Die PDF´s sind nicht angekommen. Das Buch werd ich ordern. Schadet sicher nix, auch wenn Du mir schon deutlich weiter geholfen hast.

An ein Etrex hatte ich auch gedacht. Es scheint weit verbreitet, kann also so schlecht nicht sein. Und ist gebraucht tatsächlich erschwinglich.

Allerdings gibt es da ja auch verschiedene. Ok Speicherkarte, das hab ich im Hinterkopf! Muss es zwingend ein Farbdisplay haben, z. B. wegen der Kompatibilität mit den Karten, oder ist das nur gewisser Luxus?

OSM Karten? Was ist das und was gibt es noch? Kein Geld hört sich immer gut an. :D
Benutzeravatar
Speedmanager
noch tiefer gelegt
Beiträge: 436
Registriert: 24.10.2010, 21:36
Wohnort: Schneverdingen

Beitragvon Speedmanager » 26.01.2011, 20:52

Bagdad-Biker hat geschrieben:OSM Karten? Was ist das und was gibt es noch? Kein Geld hört sich immer gut an :D
http://www.openstreetmap.de/
Ein Projekt, das im Endeffekt eine freie Weltkarte zur Verfügung stellen soll, ähnlich wie Wikipedia eine freie Enzyklopädie.
Das Schöne dabei ist, dass wenn du feststellst, das die Daten der Karte nicht richtig oder unvollständig sind, du diese selbst verbessern kannst.
Dadurch wird die OSM-Karte mit der Zeit immer genauer.

Dabei stellt das Openstreetmap Projekt in erster Linie die Daten zur Verfügung, die von engagierten Leuten verschieden, entsprechend des Einsatzzwecks, aufbereitet werden.
Halvtreds hat geschrieben:- "für alle" (AllInOne)
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:A ... Garmin_Map
Halvtreds hat geschrieben:- "für Straßenradfahrer" (Velomap)
http://www.velomap.org/de/velomaporg
Halvtreds hat geschrieben:- "für Mountainbiker" (openmtbmap)
http://openmtbmap.org/de/

Wobei ich glaube, dass die openmtbmap für dich die interessanteste sein dürfte. Aber am Besten schaust du sie dir selbst einmal an.

Edit: Allerdings finde ich die Bedienung meines Etrex Vista HCX ziemlich, hmm, "sperrig". Daher hätte auch ich Interesse an den PDF's.
Benutzeravatar
papavonbikerfriendnils
B-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 69
Registriert: 21.02.2008, 21:05
Wohnort: Hamburg-Eißendorf

Beitragvon papavonbikerfriendnils » 26.01.2011, 21:09

Hallo Bagdad-Biker,

ich habe mir vor 3 Jahren ein Garmin eTrex Vista HCx (barometrischer Höhenmesser, Kompass) gekauft. Mit routingfähiger Straßenkarte, man kann das Navi dann (eingeschränkt) auch im Auto benutzen. Als Abbiegekommando piepst es nur und zeigt die Richtung an. Eine Topografische Karte habe ich nicht für so wichtig gehalten. Ist aber sicherlich auch nicht schlecht, wenn man auch durch den Wald radeln möchte. Ich wollte es nur zum Rennrad fahren und zum Aufzeichnen der Strecken benutzen. Zum Routen am PC erstellen war bei der Karte das Programm MapSource bei, bzw. man kann es sich bei Garmin herunterladen. Mit dem Programm kann man ganz gut Routen erstellen, die man dann nachfahren kann.

Was Karten aus dem Internet angeht, hat Halvtreds recht. Durch so einen Track (ich wollte von Harburg zum Timmendorfer Strand) bin auch auch schon ein paar Kilometer mit dem Rennrad durch den Wald geführt worden. Man muss da aber ja nicht fahren. Anhand der Karte fährt man einfach um den Wald rum. Es soll ja nur eine kleine Hilfe sein, damit man sich nicht total verfährt.

Auf unserer Radreise von Hamburg nach Dresden hat das eTrex sehr gute Dienste geleistet. Ich habe vorher die Routen ausgearbeitet oder aus dem Internet geladen und nachgearbeitet. Nach der Reise hatte ich die komplette Strecke aufgezeichnet auf dem Navi und konnte die Tracks auf dem PC (GoogleEarth) nachfahren.

Eins finde ich noch wichtig. Bei gebrauchten Geräten, die 3 Jahre oder älter sind (so wie meins), sind die Karten auch schon recht alt und eigendlich nichts mehr wert. Man muss aber doch recht viel noch dafür bezahlen. Versuch ein Gerät ohne Karte zu bekommen und kaufe dann eine neue Karte, oder benutze die OSM-Karten.

Als weiteren Tipp hätte ich noch 2 Links zu Foren. Hier kannst Du Dir eine Menge Infos rauslesen und auch Fragen stellen, aber die meisten Fragen, die Du hast, wurden dort auch schon gestellt und beantwortet. Ich habe mir dort die letzten Jahre sehr viel Information rausgelesen. Auch zur Bedienung des Navis. Viele Funktionen sind versteckt und wenn man nicht weiß wonach man suchen soll, findes man diese nicht. Es gibt so unheimlich viele Einstellmöglichkeiten bei den Garmins.
http://www.naviboard.de/vb/
http://www.naviuser.at/forum/index.php

Ach ja. Es gibt auch eine Menge Freeware-Programme im Netz, mit denen man die aufgezeichneten Tracks nachbearbeiten kann (z.B. Höhenangaben glätten).

Gruß
Norbert
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 27.01.2011, 09:56

@Bagdad-Biker

hab die PDFs noch mal auf die Reise geschickt, wie waren an der ersten Mail aber angehängt wird mir im Ausgang angezeigt.
Wenn das wieder nicht klappt schick mir deine Adresse und du kriegst die per Snail-Mail oder wir werfen das auf der nächsten Trainingsrunde bei dir ab.

Graustufendisplay ist Mist, weil die unterschiedlichen Straßenarten farblich unterschieden werden. Und mir ist es schon wichtig, dass ich auf dem kleinen Display was am Lenker auch noch vibiriert eine übersichtlichtliche Darstellung habe, die ich während der Fahrt intuitiv verstehen kann.

Genau aus diesem Grund verwende ich auch unterwegs keine Topo-Karte. Da sind mir viel zu viele Details dargestellt und ich kann mit einem kurzen Blick vor lauter Detailfülle erstmal gar nichts erkennen. Und die Augen gehören in erster Linie auf die Strecke, nicht aufs Display.

Die von gbro genannten Links sind definitiv die klassischen Stellen, über die man alle Informationen findet.
Das Problem ist zu Anfang nur, die für die aktuelle Fage relevante Information in dem über Jahre gewachsenen Verhau zu finden.
Einen großen Teil meiner heute locker verkündeten Weisheiten habe ich auch aus diesen Quellen geschöpft.

@papavonbikerfriendnils
gegen sperrige Bedienung helfen keine PDFs.
Es gibt ja im Grunde von Garmin von der Bendienung her Touchscreen (Dakota, Edge) und Knöppges.
Bei den Knöppges-Geräten unterscheiden sich die Etrex und GPSMap6x Serien erheblich im Gehäuse und Bedienung. Display und Funktionen sind dagen nicht dramatisch unterschiedlich.
Daher ist meine Empfehlung bei der Geräte-Entscheidung immer, beide mal in die Hand zu nehmen und Knöppges zu drücken. Da kommen dann eben auch so Dinge wie Rechts- oder Linkshänder und andere persönliche Gewohnheiten ins Spiel.
Ich bevorzuge genau aus diesem Grund die 60er, bemühe mich aber unterwegs die Finger von den Knöppges zu lassen, allenfalls Zoom-In oder Out verwende ich ab und an mal.

Du kannst natürlich trotzdem gern meine PDFs bekommen wenn du an dem Thema interessiert bist.
Schick mir einfach deine E-Mail Adresse per PN. Im Posteingang sollte Platz für 8MB sein, also evtl vorher mal aufräumen.

Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Benutzeravatar
Ulrike
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 160
Registriert: 31.05.2010, 10:20
Wohnort: zwischen Hamburg und Bremen
Kontaktdaten:

Beitragvon Ulrike » 27.01.2011, 15:05

Hallo Bagdad-Biker,

wir besitzen zwar einen Garmin, sogar den etwas höherpreisigen Oregon 400, aber was dessen Nutzung anbelangt, bin ich seit ca. 1,5 Jahren noch immer in der Lernphase. Und die ist in der Tat alles andere als einfach. Ein GPS-Führer für Doofe ist eine absolute Marktlücke. Du solltest einen schreiben, wenn du mit dem Thema durch bist.

Ich war anfangs sehr neugierig und lernwillig, habe 3-4 GPS-Bücher gelesen, 3 Vorträge besucht, dazu einen von Garmin veranstalteten Geocaching-Workshop und die O-CTF vom RV Endspurt.

Mein bisheriges Fazit:

Das Thema wird meistens extrem theorielastig abgehandelt. Alle Varianten der geodätischen Bezugssysteme werden erläutert, die Unterschiede zwischen Vektor- und Rasterkarten, die Details der Erdumlaufbahn, die Wanderung des Nordpols und was nicht alles. Wozu man das alles wissen muss, nur um eine schöne Tour durch's Gelände zu fahren, habe ich bis heute noch nicht verstanden.
Folge: 'zig Mal gehört bzw. gelesen und sofort wieder vergessen.

Für die "Einsteiger-Nutzung" wie Tracks runterladen, nachfahren und eigene Tracks aufzeichnen, ist dieser gigantische theoretische Unterbau meiner Meinung nach nicht so wichtig, sodass ich ihn inzwischen einfach überlese. Richtig weiter geholfen haben mir bisher nur der Workshop - da bekam jeder einen Garmin in die Hand und der "Unterricht" erfolgte am praktischen Beispiel - und die O-CTF mit Dreckschleuders Einführungsvortrag.

Da sind dann einige Groschen gefallen. Ebenso nützlich sind Internet-Foren, von denen es unzählige gibt, ein Großteil allerdings aus der Motorrad-Szene.

Mit unserem Garmin wurde eine Grundausstattungs-Karte mitgeliefert wurde, die ich die so hingenommen, wie sie war und habe mich erst auf Dreckschleuders Anregung hin mit den (kostenlosen) Alternativen zu den unverschämt teuren Garmin-Karten beschäftigt, um etwas Vernünftiges für's Gelände zu finden. Mit einer "1 Klick-Installation" ist es dabei aber nicht getan. Es muss soviel zusammengesucht und gelesen werden, dass ich noch keine Zeit gefunden habe, mich intensiver damit zu beschäftigen.

Wenn ich mal auf die Schnelle wissen will, wie ein fremder Track auf der Karte aussieht, speise ich ihn einfach in Google Earth ein und kann ihn da am Bildschirm vor- oder nachfahren. Das reicht mir momentan.

Das Selbstentwickeln von Tracks anhand elektronischem oder sogar gedrucktem Kartenmaterial ist die hohe Schule. Dazu sollte man wohl erstmal die "Einsteiger-Nutzung" aus dem Ärmel schütteln können und ich fürchte, dass man dann an der lästigen Kartografie-/Geodäsie-Theorie nicht ganz vorbeikommt.

Am 17./18.6.2011 findet - dieses Jahr in Hamburg :GrosseZustimmung: - das 3. Garmin GPS-Festival statt www.gps-festival.de. Leider ist noch kein aktuelles Programm veröffentlicht, sondern nur das vom letzten Jahr. Aber das klingt sehr interessant. Es gab u.a. alle möglichen Workshops incl. OSM (!!!). Das Wochenende ist im Kalender dick angestrichen mit dem Plan, aus dieser Veranstaltung alles an "Fortbildung" mitzunehmen, was möglich ist. Ich hoffe auch inständig, dass es auch hier wie letztes Jahr in Essen eine "Satellite Challenge" gibt, ein Adventure-Race mit GPS-Orientierung.

Globetrotter in Barmbek veranstaltet von Zeit zu Zeit GeoCaching-Workshops, die allerdings was kosten. Wir waren noch nicht da, weil wir es immer geschafft haben, die Termine zu verbaseln.

Hier noch ein paar Links, die mir persönlich geholfen haben:
http://www.gps-forum.net/
http://www.kowoma.de/gps/

Und pass ' auf, dass du nicht in den ganz tiefen Wald fährst. Ohne Satellitenempfang nutzt das beste Navi nichts.


Ulrike :wink:
Hilfe !! Ich brauch' einen 48 Std.-Tag!
Benutzeravatar
joerg72
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 137
Registriert: 09.12.2009, 09:24
Wohnort: Lüneburg

Beitragvon joerg72 » 27.01.2011, 15:34

Hallo Ulrike,
Ulrike hat geschrieben:Das Selbstentwickeln von Tracks anhand elektronischem oder sogar gedrucktem Kartenmaterial ist die hohe Schule. Dazu sollte man wohl erstmal die "Einsteiger-Nutzung" aus dem Ärmel schütteln können und ich fürchte, dass man dann an der lästigen Kartografie-/Geodäsie-Theorie nicht ganz vorbeikommt.
das Erstellen von Tracks an sich ist eigentlich gar nicht so schwer. Ich mache das meist online über http://www.bikemap.de oder http://www.gpsies.com. Letzere Seite bietet sogar die Möglichkeit, einen Track auch direkt auf das Garmin-Gerät zu überspielen (funktioniert jedoch nicht immer).

Schwieriger ist es dagegen, die richtigen Wege herauszufinden, da man auf den Karten z.B. die Wegbeschaffenheit nicht erkennen kann.

Viele Grüße,
Jörg
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 27.01.2011, 16:00

@Ulrike

was bei der Einarbeitung und für das Verständnis ungemein hilft, ist das man das Teil auf Touren einfach benutzt:
- vorher vom Veranstalter die Tour besorgen (wie bei OCTF)
- unterwegs den Track anzeigen lassen
- hinterher Tour am PC auf der Karte ansehen und überlegen, welche Erinnerung wo hin gehört

Man merkt dann sehr schnell, wie gut die Vorlage war und welche Abweichungen in der Praxis auftreten.
Das nächste Mal kann man dann getrost auf der Dorfstraße weiter fahren und muss nicht im sinnlosen ZickZack über die bäuerlichen Hinterhöfe fahren - es ei denn, man will gerade das. (Ortsdurchfahrten in den Dörfern werden gerichtsnotorisch schlecht geroutet und viele Anbieter arbeiten die Fehler nicht nach)

Klar, den ganzen theoretischen Ballast braucht man nicht, wenn man unterwegs ist.
Aber ein gewisses Grundverständnis für die Konzepte hilft, sich in dem Informationsverhau zurecht zu finden und die aus persönlicher Sicht notwendigen Komponenten zu identifizieren - nicht jeder will und braucht alles.

Meine Philiosophie ist:
so wenig Technik und Programme wie für den angepeilten Zweck nötig und nicht mehr.
GPS-Gerät ohne Karten-Darstellung und ohne PC-Anbindung halte ich im Radsport für ziemlich sinnlos. Also benötigt man mindestens so 2-3 Programme und muss deren elementare Funktionen bedienen können.
Das reicht aber für den Einstieg schon völllig aus und Viele brauchen auch auf Dauer nicht mehr.

Selber planen halte ich für einen elementaren Grund, mich überhaupt mit dem Thema zu befassen und Geld auszugeben.

Bei der Planung ist es hilfreich, wenn ich eine grobe Vorstellung davon habe, welchen Ursprung die Karte hat, die ich gerade verwende und daher eine Vorstellung habe was sie "kann", welche Wege ich ihr glauben kann und welche eher nicht.
Denn keine Karte ist perfekt und schon gar nicht für die vielfältigen Anforderungen der Radsportler.

Die Grundfertigkeiten sind schnell gelernt, besser wird man nur durch Erfahrung im wörtlichen Sinne.

Von daher:
Üben macht den Meister. Übe da, wo du dich auskennst, nicht in unbekannter Gegend.
Am effektivsten lernt man, wenn man ein klares Ziel hat - siehe Post #2

Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Ötzy
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 1306
Registriert: 21.06.2010, 20:52
Wohnort: 22946

DAV-Sektion Hamburg bietet an:

Beitragvon Ötzy » 27.01.2011, 18:25

http://www.dav-hamburg.de/angebot/termi ... 911ced539f

Vielleicht hilft dir diese kostenlose Möglichkeit ebenfalls weiter... !?

Gruß, Sascha :wink:
Benutzeravatar
Speedmanager
noch tiefer gelegt
Beiträge: 436
Registriert: 24.10.2010, 21:36
Wohnort: Schneverdingen

Beitragvon Speedmanager » 27.01.2011, 19:47

Halvtreds hat geschrieben:@papavonbikerfriendnils
gegen sperrige Bedienung helfen keine PDFs.
Nee, das war ich;). Und ich meine nicht wirklich die Knöpfe am Etrex. Aber es ist schon ein schönes Stück Arbeit, ihn dahin zu bekommen, so zu funktionieren, wie ich es möchte.

Ich hatte meinen vor Kurzem aus dem Rücklauf bei Amazon gekauft und, da ohne Karte, die openmtbmap aufgespielt. Wie auf der Seite empfohlen, mit Mapsource direkt auf die Speicherkarte. Ging auch gut. Ich bekam dann aber keine Tracks auf das Gerät, bis ich irgendwann herausfand, dass das mit Mapsource nicht direkt sondern nur über das angeschlossene Gerät funktioniert.

Dann konnte ich die Tracks nicht abfahren, da das Gerät immer den kürzesten Weg zum Ziel berechnete. Das dafür eine Option unter "Route" geändert werden muss, war der Bedienanleitung auch nicht zu entnehmen. - Das war, was ich als "sperrig" empfinde.

Momentan versuche ich das Gerät davon zu überzeugen, beim Abfahren von Tracks die Abbiegehinweise 100 m vor dem Abzweig anzuzeigen, komme aber mal wieder nicht weiter - vielleicht findet sich ja was in deinen PDFs, die Anleitung hilft jedenfalls nicht. Ohne Internet und Navi-Foren wäre ich an dem Ding schon verzweifelt.
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 27.01.2011, 20:40

brrr... schüttel.

Also ich versuche mich konsequent von den Tasten und Menus der Handgeräte fern zu halten - bis auf ein paar Sonderfälle. Das IST alles sperrig und wird schnell zu Augenpulver und Geduldsspiel.

Routen und Fahrrad passt nicht gut zussammen, hab ich oben schon mal geschrieben. Warum das so ist, das wird eine längere Abhandlung, die ich mir hier im Moment sparen möchte.

Vorbereitung am PC und dann den Track auf das Handgerät spielen. Abbiegehinwiese sind entbehrlicher Luxus und darüber hinaus teilweise irreführend. Ich folge einfach der Track-Linie auf der Karte und stelle mir dazu einmal zu Beginn der Tour eine passenden Zoom-Stufe ein. Auf der Straße sind das meist 200 oder 300 m, im Gelände verwende ich 120 oder 80 m.

Wie komme ich zum Track? Ganz simpel: Ich erstelle mir mit Mapsource (oder Basecamp) eine Route und wandle diese mit Wingdb in einen Track um.

Meist hat die Route ein paar Macken, die bügle ich mit den primitiven Trackbearbeitungsfunktionen weg. Das geht mit Basecamp besser als mit Mapsource. Und den so gewonnenen Track übertrage ich dann auf das Gerät, das ist von Garmin nun wirklich sauber in der Software eingebaut.

Nur so kann man sicherstellen, dass die geplante Tour auf dem Gerät auch so angezeigt wird, wie man es geplant und kontrolliert hat.

Ich hoffe ein paar zweckdienliche Hinweise gegeben zu haben.

Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Benutzeravatar
Bergamo
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 109
Registriert: 29.09.2010, 12:37
Wohnort: Hamburg

Naviki

Beitragvon Bergamo » 28.01.2011, 09:12

Das mit den Tracks nach der Linie abfahren mache ich ebenso wie Halvtreds. Ich habe allerdings eine Edge ohne Kartenmaterial. Funktioniert aber wunderbar.

Für die Streckenerstellung - zumindest wenn man von A nach B möchte - empfiehlt sich auch Naviki http://www.naviki.org/de/start/. Es funktioniert wirklich gut. Einziges Manko ist, dass man nicht einstellen kann, dass die Strecke fürs Rennrad befahrbar sein soll. Aber die Druckansicht oder besser noch google Earth Ansicht zeigt wo die Schwachstellen liegen und diese kann man dann ja noch nachbessern.

Gruss Olav
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 28.01.2011, 11:37

Den größten Teil meiner Navi-Lehre habe ich bei Halvtreds gemacht, insofern bin ich mit seinen Ausführungen stimmig.

@Bergamo: Garmin Karten sind teuer, aber mit Karte macht es mehr Spaß und gibt auch Sicherheit.

Freie Karten kann man sich runterladen, mit erstaunlicher Qualität. Wenn ich z. B. in der Nacht bei einem Brevet unterwegs bin, kann ich auf der Karte eine Schienenkreuzung schon aus sicherer Entfernung erkennen. Auch kann ich die Landschaft um meinen Track wahrnehmen und einordnen. Es werden Seen, Bäche, Straßennamen und auf der neuen Topo V4 auch Gebäude besser angezeigt.

Die Topo V4 habe ich jetzt geschenkt bekommen, dem Weihnachtsmann sei gedankt, ich bin begeistert damit unterwegs. Das Routing (?!) und Bearbeiten der Routen hat sich aus meiner Sicht schon verbessert oder ich habe mehr Erfahrung.

Die von Halvtreds kritisierte Detailfülle bei der V3 fand ich auch immer störend. Ich finde die V4 jetzt was diesen Punkt betrifft optimaler.

Bei der Planung von Touren ist das Austauschen der Karten in MapSource eine tolle Hilfe. Man kann Details besser erkennen und einarbeiten.

Das wichtigste aus meiner Sicht - wenn schon eine gewisse Kenntnis der Materie vorhanden ist -, um noch mehr Freude zu haben. Touren nacharbeiten und ein Archiv anlegen.
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 28.01.2011, 12:24

@Angelboot

Kern der hier geführten Diskussion ist ein einfacher Einstieg in das Thema für Anfänger. Da plädiere ich ganz klar für eine zunächst bewusste Beschränkung insbesondere im Bereich Karten und Software. Nicht mehr als unbedingt nötig, d.h. eben auch erstmal nur eine Karte verwenden und lernen mit deren Macken umzugehen.

Dank der Diskussionen mit dir habe auch ich wieder sehr viel dazugelernt und könnte jetzt aus dem Stegreif eine lange Liste über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Karten und insbesondere der Topo-Karte in ihren verschiedenen Versionen schreiben. Das wäre sicher mal eine Diskussion mit den erfahrenen Anwendern wert.

In Kurzform: Einem Anfänger würde ich die Topo V4 nicht empfehlen (die Älteren sowieso nicht, die waren doch recht schrottig). Kostet relativ viel Geld (nicht jeder hat einen Weihnachtsmann) und hat die klassischen Aktualisierungsprobleme der LVA-Karten, von denen sie ja auch abstammt.

Für Anfänger bietet sich unter den Kaufkarten die City-Navigator an, die ist ausgereift und zeigt so gut wie alle Strecken, für Radsport auf der Straße in Frage kommen.

Wer die 100,- Euro nicht ausgeben mag, beginnt mit OpenMTB oder Velomap. Das erfordert aber schon ein paar mehr Kenntnisse, um die auf PC und Handgeräte sauber zum Laufen zu bringen. Hexenwerk oder Rocket-Science ist das allerdings auch nicht.

Bei den OSM-Karten gibt es dann aber leider auch innerhalb der Karten Qualitätsunterschiede, die einem Einsteiger das Verständnis ein wenig erschweren können. (Stichwort für dich: "Schwanheide", hier eine gute Diskussion zu dem Thema)

Daher im Sinne des Thread-Titels ganz klar Etrex oder GPSMap60 mit Citynavigator. Wer lieber Touch hat, dann eben Oregon/Dakota mit CN, aber das ist wie weiter oben geschrieben Geschmackssache und für das Funktionieren und Verstehen unerheblich.

Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Benutzeravatar
Ulrike
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 160
Registriert: 31.05.2010, 10:20
Wohnort: zwischen Hamburg und Bremen
Kontaktdaten:

Beitragvon Ulrike » 08.02.2011, 00:38

Wie ich nach weiterer Beschäftigung mit dem Fahrrad-GPS-Thema incl. Auswertung der Statements unserer Spezialisten festgestellt habe, lässt sich der GPS-Führer für Doofe auf wenige Aussagen komprimieren:

1.
Wer sein Konto schonen will/muss, hat keine andere Wahl als einen Garmin eTrex (möglichst mit Kartendarstellung, ohne Kartendarstellung nur im absoluten Notfall)

2.
Beim Gerät mit Kartendarstellung stellt sich die Frage, ob man eher Zeit oder Geld entbehren kann. Im ersten Fall kann man sich in die kostenfreien Open-Street-Map-Karten etc. einarbeiten. Im zweiten Fall kauft man für ca. 100,00 € den City-Navigator (auf DVD, nicht Speicherkarte) dazu und installiert das dazugehörige Map-Source. Der Zusatznutzen dabei ist, dass der City-Navigator die gleiche Karte wie in den Autonavis ist und man damit den eTrex auch wie ein - stummes - Autonavi einsetzen kann.

3.
Bevor man mit dem Rad losfährt, sollte man sich ernsthaft mit einer sicheren Befestigung beschäftigen und vor allen Dingen nicht so superdoof sein, eine von Garmin erhältliche Radbefestigung laut Anleitung zu montieren und damit loszufahren. :mad: Sonst kann es passieren, dass das Gerät auf Nimmerwiedersehen im Wald verschwindet, bevor man es jemals richtig genutzt hat. Entweder noch etwas Geld in Touratech-Halterungen investieren oder zumindest eine Fangschlaufe am Lenker befestigen.

4.
Wenn das per Härtetest, am besten Testfahrten über Treppen oder Pflastersteine, geklärt ist, irgendeinen Track von einer bekannten Gegend besorgen, aufspielen und per Anschauung die Funktionsweise nachvollziehen.

5.
Bei der ersten Fahrt in unbekannte Gegenden nicht allein auf's Navi vertrauen, sondern sicherstellen, dass man notfalls auch anders zurückfindet (Handy, Papierkarte).

6.
Wenn das Nachfahren von Tracks funktioniert und man so halbwegs die Grundfunktionen des Geräts begriffen hat, die Skripte von GPS-Guru Halvtreds durcharbeiten und nach und nach zum Profi mutieren.

7.
Nach der Mutation zum Profi im Handel erhältliche Geräte und verfügbare Karten vergleichen, um dann evtl. etwas anderes zu besorgen, was besser auf die eigene Bedürfnisse zugeschnitten ist.


Hätte ich eine solche Doofen-Anleitung gehabt, würde jetzt nicht ein 350,00 € teurer Garmin Oregon mit 'zig nutzlosen Funktionen bei Kattenberg im Wald liegen. :Heul: Da man durch Schaden bekanntlich klug wird, habe ich jetzt den eTrex Vista HCx (bei Amazon z. Zt. 165,00) gekauft und werde einen zweiten Versuch starten, in der Hoffnung, die Endspurt-CTF ohne Suchhund-Einsatz zu überstehen. Sonst werde ich meinen Kurzratgeber natürlich umgehend überarbeiten.

Ulrike
Hilfe !! Ich brauch' einen 48 Std.-Tag!
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 08.02.2011, 08:40

Hallo Ulrike, schön zusammengefasst!
Ulrike hat geschrieben:Bevor man mit dem Rad losfährt, sollte man sich ernsthaft mit einer sicheren Befestigung beschäftigen und vor allen Dingen nicht so superdoof sein, eine von Garmin erhältliche Radbefestigung laut Anleitung zu montieren und damit loszufahren. :mad: Sonst kann es passieren, dass das Gerät auf Nimmerwiedersehen im Wald verschwindet, bevor man es jemals richtig genutzt hat. Entweder noch etwas Geld in Touratech-Halterungen investieren oder zumindest eine Fangschlaufe am Lenker befestigen.
Dazu: Hast du die Touratech-Halterungen mal in der Hand gehabt? Echter deutscher Maschinenbau und unkaputtbar! Ich traue mich allerdings nicht, so ein Teil an meinen Lenker zu schrauben, weil sperrig und kantig. Ich habe Sorge, bei einem unbeabsichtigten Abgang über den Lenker da mit Bein oder Knie dran hängen zu bleiben und allein der Gedanke daran lässt mich schaudern.

Außerdem baut die Halterung zu hoch (genau wie Ram-Mount und Biker-Tech) und das Navi gehört so "kurz angebunden" - d. h. nah an Lenker oder Vorbau - wie möglich, um die Relativbewegungen (Wackeln schwingen, vibrieren) gering zu halten. Das spricht aus meiner Sicht auch gegen die angebotenen Softcase-Halterungen, eine Art Neoprentasche die mit Klettband vor dem Lenker befestigt wird. Wackeln ohne Ende.

Ich verstehe nach wie vor nicht, warum viele Leute mit den verhältnismäßig günstigen Originalhalterungen so viele Probleme haben. Ich bin mit den Dingern jetzt 6 Jahre auf verschiedenen Rädern von Rennrad bis Gelände unterwegs und mir ist noch kein Gerät da rausgeflogen. Man muss eigentlich nur darauf achten, das die Halterung beim Einstecken fühlbar einrastet.

Das mit dem Einrasten gilt auch für die aus meiner Sicht recht gute Halterung für Oregon/Dakota etc. Hier evtl. unterstützt durch ein zusätzliches Gummiband.

Bei allen Geräten ist es sicher auch kein Fehler, die Halteschlaufe am Lenker zu befestigen. Das geht bei mir genau so automatisch wie Sicherheitsgurt im Auto anlegen. Ein kleiner Ring oder Karabiner an der Schlaufe erleichtert die Übung. Oder einfach durchfädeln, wenn die Schlaufe ausreichend lang ist - ich steh aber auf kurz.

Ein kleines Problem sind Abnutzung an der Steckschiene und Materialermüdung am "Hals" bei den 60er Schalen. Die Abnutzung betrifft bei den Schellen für 60/Etrex den Einsteckmechanismus der insbesondere bei Schlechtwetterfahrten leidet und recht schnell dazu führt, dass das Gerät in der Halterung wackelt. Da gibt es aber recht einfach Abhilfe durch einen Streifen Gewebeklebeband in der Aufnahme - dann sitzt das wieder bombenfest.

Gegen die Materialermüdung hilft im gewissen Umfang, das 60er zusätzlich mit 2 Gummibändern (Alter Schlauch) am oberen und unteren Rand des Displays mit der Schale zu verspannen. Das beruhigt die ganze Konstruktion noch weiter.

Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Red Bull 001

Beitragvon Red Bull 001 » 08.02.2011, 09:55

Ich fahre das Garmin Edge 705 und bin damit sehr zufrieden.! :GrosseZustimmung:

Ich habe ein wenig grad im Internet nach einen Navi für Bike Test gesucht :Surfen: und habe einen kleinen gefunden....

Her der Link: http://www.bike-gps.com/index.php/gps-b ... ps-geraete

Vielleicht hilft es ja ein wenig...?

lieben Gruß

Basti ;-)
Benutzeravatar
quasarmin
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 392
Registriert: 13.04.2006, 10:33
Wohnort: Eckernförde

Beitragvon quasarmin » 10.02.2011, 12:54

Moin

zum Thema Halterungen auch meine Meinung:

Ich verwende seit 14 Monaten die Softcase-Halterung von GPS24 in Verbindung mit einem Garmin Dakota20, und zwar an Rennrad und Moutainbike. "Wackeln ohne Ende"(Zitat Halvtreds) kann ich nicht bestätigen. Das Gerät sitzt fest genug um bei normalen Bedingungen ruhig ablesbar zu sein. Ich habe diese Halterung bei den Moutainbikern kennengelernt, und sie schworen darauf. Es gibt Passagen das schlackert das Ding natürlich, nur schaue ich in diesen Momenten überall hin nur nicht auf das GPS. Wie festgehalterte GPSs abzulesen sind wenn man über Steine holpelt? Ich denke genauso wenig.
Ich finde die Softcasehalterung hat nennenswerten Vorteil, der bei mir auch auf die Erfahrung im Vergleich mit einem star montierten Vorgängergerät basiert. Jeder Bildschirm mit einer glatten Fläche spiegelt sich in der Sonne. Egal wie hochgelobt Kontrast und Auflösung sein mögen, die Sonne ist immer stärker. Und wie der Zufall es will, steht der Lorenz genau dann prall im Display wenn die nächste Abbiegung kommt. Sich auf dem Rad verdrehen, oder gar Kursänderung mögen Abhilfe schaffen, bergen aber ähnliche Gefahren im Moment des Schlackerns unbedingt aufs GPS schauen zu müssen ....
Die Softcase-Halterung lässt sich in diesem Fall mit einem Griff schnell so hindrehen, dass der Display aus der Lichtspiegelung kommt. Ich finde das sehr praktisch.
GPS24 empfielt beim Softcase das GPS-Gerät mit einer Fangleine zu sichern. Einem Bekannten ist seins bei der ersten Fahrt aus der Tasche geflogen und vom Hinterreifen hingerichtet worden. Ich habe meins allerdings noch nie angeleint, sollte ich nach Ulrikes Erfahrung vielleicht mal tun.

Mein Fazit: Es gibt viele Halterungen, die perfekte gibt es nicht.

Gruß
Armin
"Bei langen Missionen sind Läuse störend." -- Aus dem Samurai-Handbuch
"Hagakure", 17. Jhdt.
Red Bull 001

Beitragvon Red Bull 001 » 10.02.2011, 17:36

Ein Trainingskollege aus meinem Team fährt auch mit dem Garmin Edge, aber auch teilweise mit dem IPhone, da das Navigon eines der besten Strassenführungen hat, die grad zu haben sind. Also ich benutze mein IPhone auch als Navi, aber dann eher im Auto.

Zur Halterung des IPhone auf dem Drahtesel kann ich nur sagen, dass man sich was selber zusammen schustern muss, denn die Halterungen die es bis jetzt zu kaufen gibt, sind grad nicht der Renner und das Telefon fliegt immer raus bei jedem kleinen Hopser..

Naja, also für mich wäre das nichts...

lieben Gruß

Basti ;-)
Benutzeravatar
Bergamo
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 109
Registriert: 29.09.2010, 12:37
Wohnort: Hamburg

Garmin Halterung

Beitragvon Bergamo » 10.02.2011, 20:59

Ich kann nur Halvtreds Aussage bestätigen: ich habe die Orginal-Halterung bisher an 4,5 verschiedenen Rädern gehabt und bin auf unterschiedlichstem Gelände gefahren: überhaupt keine Probleme. Okay, beim letzten Rad habe ich die Halterung kurz vor der ersten Ausfahrt verkehrt herum angebaut. Kann man aber wirklich nicht der Halterung anlasten, sondern nur dem Halterungsanschrauber :mad: War ne Herausforderung mit einem neuen Rad sich darauf zu konzentrieren, alles auf dem Kopf zu lesen und nicht zu stürzen ...

Das halbe Rad fragt da jemand? Nun, das ist mein Spinner. Da ist die Abwurfgefahr nicht soooo groß :D

Gruss Olav
Benutzeravatar
Speedmanager
noch tiefer gelegt
Beiträge: 436
Registriert: 24.10.2010, 21:36
Wohnort: Schneverdingen

openmtbmap Server down

Beitragvon Speedmanager » 10.02.2011, 21:50

Leider ist schon seit einiger Zeit der openmtbmap & velomap Server nicht mehr erreichbar, ausserdem gibt es wohl Probleme mit dem Hosting.
Ich hoffe jedenfalls, dass bald wieder neu gerenderte Karten zur Verfügung stehen, wäre überaus traurig, wenn das Projekt sterben sollte.

Mit meinem Etrex habe ich mich inzwischen einigermaßen zusammengerauft. Ich lasse in der Karte jetzt immer den Richtungszeiger anzeigen, das ist dann auch so eine Art Abbiegehinweis.
Benutzeravatar
quasarmin
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 392
Registriert: 13.04.2006, 10:33
Wohnort: Eckernförde

Re: openmtbmap Server down

Beitragvon quasarmin » 10.02.2011, 23:44

gbro hat geschrieben:Leider ist schon seit einiger Zeit der openmtbmap & velomap Server nicht mehr erreichbar, ausserdem gibt es wohl Probleme mit dem Hosting.
Moin

vielleicht ist das eine Alternative für dich:
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/User ... r/Radkarte

Als Deutschlandkarte, aber auch Europakarte zum runterladen. Leider ist der letzte Update dieser Karten auch nicht mehr ganz frisch. Jede Privatinitiative wird mal müde. Aber die Karten sind jedenfalls noch online.

Die benutze ich gerne bei Strassentouren. Wogegen ich die Velomap wegen der Farbkombination gerne bei Gelände-/Waldfahrten einsetze. Ist natürlich Geschmacksache und offensichtlich etwas geräteabhängig. Mit der openmtbmap komme ich wegen der kräftigen Farben nicht so gut klar.

Gruß
Armin
"Bei langen Missionen sind Läuse störend." -- Aus dem Samurai-Handbuch
"Hagakure", 17. Jhdt.
Benutzeravatar
Helmut
Admin
Beiträge: 12394
Registriert: 03.04.2006, 22:15
Wohnort: Hamburg-Tonndorf
Kontaktdaten:

Beitragvon Helmut » 11.02.2011, 00:06

Ulrike hat geschrieben:Bevor man mit dem Rad losfährt, sollte man sich ernsthaft mit einer sicheren Befestigung beschäftigen und vor allen Dingen nicht so superdoof sein, eine von Garmin erhältliche Radbefestigung laut Anleitung zu montieren und damit loszufahren. :mad: Sonst kann es passieren, dass das Gerät auf Nimmerwiedersehen im Wald verschwindet, bevor man es jemals richtig genutzt hat. Entweder noch etwas Geld in Touratech-Halterungen investieren oder zumindest eine Fangschlaufe am Lenker befestigen.
Zumindest die Fahrradhalterung für die eTrex-Geräte hält nach meiner Erfahrung bombenfest. Der von Dir benutzte Oregon hat ja eine ganz andere Halterung, da mag das anders sein.

Sehr sicher ist nach meiner Erfahrung auch der <a href="http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/ ... php?t=3147" target="_blank">Busch + Müller Universal Cockpit Adapter 261</a>, mit dem sich jedes Navi, Handy, etc. vor der Nase transportieren lässt.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
Benutzeravatar
Schnuffi
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 468
Registriert: 13.11.2009, 21:38
Wohnort: Lüneburger Heide

Variable Halterung für GPSMAP 60CSX

Beitragvon Schnuffi » 11.02.2011, 08:44

Ich such einen Halter für meinen GPSMAP 60CSX, mit dem man das Gerät sowohl am Lenker als auch am Vorbau vernünftig befestigen kann.
Hat da jemand ne Idee? Touratech hatte ich und hab ihn zurückgeschickt.
Der ist nicht flexibel genug für meine diversen Lenkerformen, hat nirgendwo richtig gepasst.

:wink:
Wenn Du schneller fährst brauchst Du Dich nicht so lange anzustrengen :mrgreen:
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 11.02.2011, 10:06

@Schnuffi

Bikertech geht, baut meiner Meinung nach aber unakzeptabel hoch. Dto Ram-Mount.

Im Grunde ist selber basteln angesagt weil Vorbaumontage bei den Garmin-Schellen nicht vorgesehen ist.
Es gibt da verschiedene Selbstbau-Ansätze und du findest Beschreibungen irgendwo in den einschlägigen Foren.

Du hast beim 60er ja diese Schale zwischen Gerät und Schelle. Die kann man mit Kabelbindern auf dem Vorbau fixieren.
An der Zwischenlage unterscheiden sich die Bauplände dann.
Manche nehmen einfach eine Lage festen Schaumstoff oder Moosgummi, andere sägen das Oberteil einer Lenkerschelle ab und arbeiten an die Unterseite ein an den Vorbau angepasstes Halbrund hinein.

Was auch gut gehen könnte:
Die Oregon-Halter gehen sowohl längs als auch quer und werden einfach aber sicher mit Kabelbindern fixiert.
Da müsste man relativ leicht so eine 60er Schale nach der obigen Methode drauf setzen können.

Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Benutzeravatar
Speedmanager
noch tiefer gelegt
Beiträge: 436
Registriert: 24.10.2010, 21:36
Wohnort: Schneverdingen

Re: openmtbmap Server down

Beitragvon Speedmanager » 11.02.2011, 19:39

quasarmin hat geschrieben:vielleicht ist das eine Alternative für dich:
http://wiki.openstreetmap.org/wiki/User ... r/Radkarte

Als Deutschlandkarte, aber auch Europakarte zum runterladen. Leider ist der letzte Update dieser Karten auch nicht mehr ganz frisch. Jede Privatinitiative wird mal müde. Aber die Karten sind jedenfalls noch online.
Eigentlich möchte ich schon ganz gerne eine möglichst aktuelle Karte. Und da war die openmtbmap mit ihren wöchentlichen Updates schon prima.
Aber vielleicht lassen sich die Probleme von openmtbmap.org ja noch lösen und der Downloadserver geht wieder online.
Ansonsten werde ich mich wohl mit der Kartengenerierung beschäftigen müssen.
(Als ausgewiesenes Spielkalb kann ich eine Sache, die einfach nur funktioniert, ohnehin nicht in Ruhe lassen;))
Benutzeravatar
mad.mat
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 1370
Registriert: 07.11.2008, 09:20
Wohnort: Schwarzenbek

Beitragvon mad.mat » 16.02.2011, 20:07

Hallo zusammen,

auch ich überlege seit längerer Zeit mir ein Navigationsgerät fürs Fahrradfahren zuzulegen. Die vielen Diskussionen und nicht zuletzt die schöne CTF mit Navischwerpunkt in Aumühle sind an mir nicht spurlos vorüber gezogen. Daher bitte ich um Tipps von den Cracks.

Ausgesucht habe ich mir das Garmin Dakota 20. Das bekommt man für wirklich kleine Börse im Netz.

https://buy.garmin.com/shop/shop.do?cID=145&pID=30926

Das Dakota habe ich im Gegensatz zum Edge gewählt, da ich hier eine längere Betriebszeit habe und das Gerät mit handelsüblichen Batterien betreiben kann. Außerdem gefällt mir die Tatsache, dass der Dakota mit einem Touchscreen ausgestattet ist. Hier jetzt schon meine erste Frage. Halvtreds, meine ich, schreib, dass er während der Fahrt höchstens den Kartenzoom nutzt. Geht das mit Touchscreen und Handschuhen auch problemlos im Winter?

Ich möchte den Garmin auf Straßen wie ein Autonavigationsgerät benutzen. Des Weiteren möchte ich Tracks aufzeichnen, natürlich Tracks nachfahren und das ganze im Gelände mit Karten unterlegen.

Für die Autonavigation und für die Topokarte würde ich gerne Möglichkeiten aus dem Internet benutzen, sofern es das gibt.

Zuletzt die Frage, ob ich das ganze auch ohne neu zu studieren realisieren kann. Ich bin in solchen Sachen kein sehr geduldiger Zeitgenosse.

Ich weiß, dass hier einige wirklich gut beschlagene Navispezialisten im Forum unterwegs sind und freue mich sehr über Eure Meinung.
Zuletzt geändert von mad.mat am 16.02.2011, 21:52, insgesamt 1-mal geändert.
Wir sehen uns da oben, Tschüss Helmut
Gründungsmitglied Verein HFS - Helmuts-Fahrrad-Seiten
Benutzeravatar
Ulrike
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 160
Registriert: 31.05.2010, 10:20
Wohnort: zwischen Hamburg und Bremen
Kontaktdaten:

Beitragvon Ulrike » 16.02.2011, 21:51

mad.mat hat geschrieben:Daher bitte ich um Tipps von den Cracks. ..........
Ich weiß, das hier einige wirklich gut beschlagene Navispezialisten im Forum unterwegs sind unfreue mich sehr über Eure Meinung.
Hallo mad.mat,

falls du auch bereit bist, Tipps von einer werdenden Spezialistin entgegen zu nehmen, kann ich dir ein paar meiner prägenden Erfahrungen weitergeben.

Ich hatte zuerst einen Oregon (Touchscreen), der auf der CTF-O im Einsatz war und nach dessen Flucht in den Wald einen eTrex Vista Hcx (so gen. "Knöppkes"-Gerät), am Wochenende bei der Endspurt-CTF genutzt. Bei diesen Fahrten kam es häufiger vor, dass Schlamm und Regen auf das Display spritzten und wenn du anfängst 'rumzuwischen, um die Sicht wiederherzustellen, rate mal, was dann auf einem Touchscreen passiert...

Der mag zwar gut für Schönwetter-Straßenfahrer sein. Als Schlechtwetter-Schlammfahrerin kann ich auf sowas verzichten. Die Knöppkes-Bedienung des eTrex kann man nach dem Favoriten-Prinzip einstellen und mit einem Knopf und einer Art Mini-Joystick schnell in den Griff kriegen. Das klappte auch mit meinen dicken Winterhandschuhen, während es beim Touchscreen während der Fahrt schwierig war, damit die richtige Stelle zu treffen.

Das Trackabfahren als solches war mit beiden Geräten vom Prinzip her gleich. Mit dem zugekauften City Navigator ließen sich beide Geräte auch problemlos als Autonavi einsetzen.

Der eTrex ist auch etwas kleiner und handlicher. Er hat auch eine Schlaufe, dass man ihn beim Wandern wie eine Kamera um den Hals hängen kann.

Die Preisunterschiede der Geräte kommen u. a. auch daher, welche Karte mitgeliefert ist. Bei eTrex war es eine Basiskarte auf Minimal-Niveau (sehr große Orte und Autobahnen), beim Oregon die Recreational Map of Europe, die schon sehr hochwertig war. Beim Dakota 20 ist es eine Basiskarte, die ich nicht beurteilen kann.

Mit dem City Navigator bin ich sehr zufrieden, weil er zuverlässig Straßen und Wege anzeigt und routingfähig ist. Dass man im Wald den Track dann quasi auf einem leeren Hintergrund hat, finde ich nicht so schlimm. In Deutschland kommt man ja eh' schneller wieder auf Straßen als einem lieb ist.

Der vielzitierte Edge gehört zu einer vollkommen anderen Gerätekategorie. Er ist im Grunde ein GPS-Trainingscomputer aufgemotzt mit einem Kartennavi. Das Einfachmodell dieser Gerätekategorie ist der Forerunner und etwas für Leute, die einen Trainingsplan einhalten wollen, bei dem parallel zur Strecke HF, TF und Kalorienverbrauch gemessen werden.

Wer das nicht braucht, braucht auch keinen Edge bzw. wer wie wir noch andere Sportarten betreibt, ist mit Einzelgeräten, sprich Forerunner und Nur-Navi besser bedient. Wer will schon beim Laufen einen Edge mitschleppen, um die Herzfrequenz zu messen.

Sollte ich als Navieinsteigerin irgendwelches unqualifiziertes Halbwissen von mir gegeben haben, werden mich die Cracks sicherlich korrigieren.

Ulrike :wink:
Hilfe !! Ich brauch' einen 48 Std.-Tag!
Benutzeravatar
Dreckschleuder
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 1008
Registriert: 17.09.2008, 16:07
Wohnort: Aue-Land

Beitragvon Dreckschleuder » 17.02.2011, 21:11

Den entscheidenden Hinweis hat Ulrike gegeben:
-ein Touchscreen wäre meine Sache nicht. Damit wäre die Bedienung im Winter sehr eingeschränkt.

- ansonsten achte darauf, daß Du kein Gerät mit eingebautem Akku kaufst (Dakota wäre ok).

- Kartenmaterial muß man für den Einstieg nicht kaufen. Wenn man sich für Garmin entscheidet, ist eine Planungssoftware Mapsource dabei.
Unter Mapsource lassen sich auch Karten wie die oben aufgeführten installieren. Ich arbeite inzwischen viel mit der Velomap. Ich habe für Straßentouren allerdings auch immer

- kartenfähige GPS-Empfänger gibt es - mit Geduld und Disziplin - für deutlich unter 100 Euro über Ebay (Etrex Venture Cx, damit waren ein paar unserer Guides im Gelände unterwegs).
Weitere kleinere Geräte: Etrex Legend Cx, Etrex Vista Cx, Etrex Vista HCx. Gpsmap 60 Cx / Csx (Wichtig bei diesen Modellen ist das x am Ende, das dafür steht, daß man SD-Karten einsetzen kann -> Kartenspeicher) und Nachfolgegeneration Gpsmap 62. Mit jedem der Geräte könnte man Routen. Diese Funktion habe ich allerdings auf dem Bike bisher nur genutzt, um zur nächsten Tankstelle oder zum Bahnhof zu kommen.

Meine Erfahrung sagt mir, daß die kleineren Geräte nicht so häufig die Halterung zerstören (Vibrationen, Stöße).
Freude am Radfahren!
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 17.02.2011, 21:35

-> Touchscreen kann man sperren, dann kann man Unterwegs auch das Display sauber wischen

-> Touch oder nicht Touch ist von der Bedienung eine Geschmacksfrage, hat beides Vor- und Nachteile. Aber man soll das Gerät unterwegs sowieso in Ruhe lassen

-> Touch ist nicht ganz so gut abzulesen wie nicht Touch. Den Einen stört der Unterschied, den Anderen nicht. Wer nicht sehr lange unterwegs ist kann das ggfs. auch mit Hintergrundbeleuchtung kompensieren.

-> Mapsource kann man genau wie Basecamp von der Garmin-Seite herunterladen und installieren auch wenn man keine Kaufkarten von Garmin hat
Ohne irgend eine PC-Software um Karten, Wegpunkte und Touren zu verwalten geht es nicht und die Garmin SW ist nicht perfekt aber recht flott und insgesamt recht brauchbar.

-> wenn man auf den Radfahrer-Haupstraßen fahren will geht jede Routing-fähige Karte

-> wenn's ins Detail der Planung geht muss man sich recht intensiv mit den Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Karten auseinandersetzen und im "gemischten Betrieb" arbeiten.
Ich verwende in unbekannten Gegenden häufig 4-5 verschiedene Karten.

-> OSM hat für Anfänger den Nachteil, das die Qualität je nach Region sehr unterschiedlich ist. Hamburger Umland ist perfekt, gleich hinter der Grenze zu Mecklenburg gibt es teilweise erschreckend große leere Flächen.
Im Gegensatz dazu ist für den Anfängern die Garmin CN die sorglos-Karte mit gleichmäßiger Qualität und 98% der der mit dem Rennrad befahrbaren Wege sind da auch drauf.

Es gibt viele Wege zum Erfolg und die Geschmäcker sind verschieden.
Ich glaube das jeder für seine Ansprüche selber das geeignete Handwerkzeug und die Vorgehensweise zusammenstellen muss.
Es gibt da nicht die alleinseligmachenden Empfehlung zu Geräten, Karte oder Software.
Ich setze mich lieber in Ruhe zu Hause 1 Stunden zur Planung an den PC und hab dann den ganzen Tag trotz ausschliesslicher Nutzung von Wirtschafts- und Wanderwegen unterwegs keinen Stress.
Anderen ist es egal auch mal ein Stück auf der Bundesstraße zu fahren oder es geht nur darum einen Zielort zu erreichen - da kommt man mit viel weniger Vorbereitung auch gut ans Ziel.

Hat jemand eine Idee, wo man sich mal treffen könnten um Life zu diskutieren ?
Ich denke, das wäre häufig ergiebiger als die abstrakte Diskussion weil eben jeder einen eigenen Kontext hat der hier im Forum nicht immer rüber kommt.

Halvtreds
Zuletzt geändert von Halvtreds am 17.02.2011, 22:06, insgesamt 1-mal geändert.
Das Gefälle ist mein Freund.
Benutzeravatar
Dreckschleuder
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 1008
Registriert: 17.09.2008, 16:07
Wohnort: Aue-Land

Beitragvon Dreckschleuder » 17.02.2011, 21:47

@Ulrike: Ich könnte Deinen Gps-Führer für Doofe noch ein wenig ergänzen.

0. Überlege Dir, wie Du Dein Gerät noch besser mit der Halterung verbinden kannst. Ich habe mal den excellenten Tip bekommen, mittels eines dünn abgeschnittenen Rings vom MTB-Schlauch eine zusätzliche Verbindung zur Halterung bekomme. Nutze fürs Gpsmap 60 gleich 2 davon, fürs Etrex einen. Die Handschlaufe ist am Gerät und wird beim Anbringen immer zusätzlich mit einem der Züge verbunden.

0.1 Mach Dir einmal die Mühe und spiele richtig großzügig die Karten auf eine SD-Karte, damit Du nicht mehr darüber nachdenken must (Ich habe 2 Bausteine mindestens mit ganz Deutschland: 1x City Navigator + Velomap / 1x Velomap und Topo.

0.2 Mach Dich damit vertraut, wie Du Tracks, Routen und Wegpunkte aufs Gerät bekommst und wieder runter.

...

4.8. Vorbereitung ist fast genausowichtig wie die Tour. Schau Dir genau an, was Du als Track bekommen hast und eliminiere etwaige Tracküberschneidungen (bei unserer CTF war jede Schleife überschneidungsfrei, die Gesamtstrecke keineswegs) durch geeignete Zerlegung des Tracks und Konzept zur Aktivierung der Abschnitte.

4.9 Karten habe ich keine mehr dabei. Ich kümmere mich darum, zusätzlich ein paar Wegpunkte an relevanten Stellen zu erstellen und aufs Gerät zu spielen (Bei uns Start und Verpflegungsdepot).
Auch im Gelände kann man sich dorthin führen lassen, z.B. Luftlinienrouting. Damit kann man dann in Richtung auf das Ziel fahren/peilen.


5.8 Mache Dir Tracks im vertrauten Gelände und übe. Keine Theorie kann die Praxis ersetzen.

5.81 Stelle die für den Zweck passende Auflösung ein: Im Gelände 80/120m, auf Straße reichen meist 200m

5.82 Die eingestellte Auflösung gibt Dir auch vor, wie häufig Du aufs Gerät schauen must: Bei 80m ca. alle 200m, Bei 120m ca. alle 300m.

5.83 Übe, mit einem Blick zu erfassen und einzuschätzen, wie weit die nächste Abbiegung entfernt ist.

5.84 Rechtzeitig!! vor der Abbiegung versuche einzuschätzen, in welchem Winkel Du abbiegen must.

5.85 Das Gerät hat eine Latenzzeit und der Empfang ist nicht exakt.
Eine Abbiegung kann kommen, kurz bevor oder kurz nachdem sie auf dem Gerät angezeigt wird.

5.86 Werde nicht nervös, wenn nicht sofort nach dem Abbiegen das Gerät reagiert, das kann ein paar Sekunden dauern. Rolle ein Stück weiter und mache dann einen Kontrollblick.

5.87 Es gibt extreme Momente, wo das Gerät eigentlich keinen Empfang hat. Viele Geräte zeigen dann eine Weiterfahrt auf letztem ermittelten Kurs an..., selbst wenn man gerade abgebogen ist.
Ein Kreis um Deine Position signalisiert auf vielen Empfängern meistens die Genauigkeit des Empfangs. Diese variiert teils erheblich.

5.88 Lerne durch Übung in Deine Fähigkeiten zu vertrauen. Lerne ein Gefühl dafür zu bekommen, was der gerade angezeigte Track in der realen Welt vor Dir bedeutet.
Freude am Radfahren!
Benutzeravatar
Halvtreds
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 210
Registriert: 23.05.2006, 12:38

Beitragvon Halvtreds » 17.02.2011, 22:20

Und nicht vergessen: Die Wikinger haben ohne GPS bis nach Amerika und zurück gefunden!

Löst euch doch mal wieder vom Display und fahrt einfach mit offenen Augen. Die ganze Diskussion erweckt bei mir so langsam den Eindruck, als ob nur noch Orientierungs-Legastheniker und Elektronik-Fetischisten unterwegs sind. Spielt doch keine Rolle, ob man links rum oder rechts rum um den Dorfteich fährt, ob die Strecke 3 Kilometer länger oder kürzer ist.

Wie ein Radkollege mir mal schrieb: "Es ist mir mit dem Navi gelungen, unfallfrei die Straße vor meinem Haus zu überqueren". Der gehört allerdings zu der Gruppe, die sich auch ohne Orientierungskrücke nicht verläuft. Und so richtig verlaufen kann man sich in Mitteleuropa ohnehin nicht.

Los, rauf auf's Rad !
Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 18.02.2011, 16:02

@ Halvtreds, bin ja auf Mallorca und verfolge schmunzelnd die ganze Diskussion.

Dein letzter Beitrag trifft nun den Nagel. Wir sollten alle wieder mehr Indianer sein. Wenn wir das beherzigen, verstehen wir auch die Navis besser.

Wenn ich den Kälteschock verkrafte, werde ich am Sonntag mitradeln.
Benutzeravatar
Dreckschleuder
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 1008
Registriert: 17.09.2008, 16:07
Wohnort: Aue-Land

Beitragvon Dreckschleuder » 18.02.2011, 18:31

Dann habe ich ja jetzt verstanden.
Der Rat des Tages lautet:

Schmeiß Dein Navi in den Müll, fahre ohne und find Dich so zurecht.
Freude am Radfahren!
Benutzeravatar
Bergamo
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 109
Registriert: 29.09.2010, 12:37
Wohnort: Hamburg

Welches Gerät mit Herzfrequenzmesser

Beitragvon Bergamo » 18.07.2011, 18:33

Habe die Krise. Nach einigen Zuckungen in letzter Zeit (spontane Selbstentladung) hat mich mein Garmin Edge 305 jetzt ganz verlassen. :mad:

Ich möchte unbedingt ein Gerät, mit dem ich Tracks abfahren kann und das die Herzfrequenz misst (2 Geräte sind mir zu umständlich). Da scheint es nicht so viele zu geben. Auf Karten kann ich gerne verzichten, aber Geräte ohne gibt es wohl auch nicht mehr. Hat jemand hier eine gute Empfehlung? Wie sieht es z. B. mit dem Garmin 705 oder 800 aus? (Weiss zwar nicht, wo ich jetzt das Geld herbekomme, aber gibt ja bald Weihnachtsgeld ...). Ach ja, kann ich auf den neueren Garmin-Geräten Geschwindigkeit, Herzfrequenz und den Track anzeigen lassen (wie auf dem 305er) oder habe ich da immer eine Karte auf dem Display?

Gruss Olav
Benutzeravatar
Bergamo
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 109
Registriert: 29.09.2010, 12:37
Wohnort: Hamburg

Garmin 500

Beitragvon Bergamo » 18.07.2011, 19:18

Nach weiterem Forschen scheint der Garmin 500 weitgehend dem 305 zu entsprechen. Sieht ein wenig anders aus, hat eine andere Halterung (grrr - habe an 5 Rädern eine Halterung ...), aber scheint auch Tracks zum Abfahren laden zu können. Schwarz-weiß, keine Karten. Werde ich bestellen (kann nicht mehr ohne so ein Gerät; habe gerade heute einen neuen Track fürs Höhentraining erstellt, nachdem ich Samstag in der Harburger Bergen dem Herzinfarkt nahe war :cry: ) und werde an dieser Stelle berichten.

Gruss Olav
Benutzeravatar
hanseat
A-Lizenz-Schreiber
Beiträge: 818
Registriert: 17.09.2007, 18:37
Wohnort: Buxtehude

Edge 800

Beitragvon hanseat » 18.07.2011, 21:53

Hi Olav,

zum 500 kann ich nicht so viel sagen, glaube aber, dass es mehr Sportmessgerät als Bike-Navi ist, das 800 dann beides inklusive Kartendarstellung. den 305er HF-Brustgurt kannst Du z. B. mit der simpleren Version des Garmin Edge 800 verwenden (weiß), auch den Trittfrequenzmesser, dann spart man schon knapp 100 Euro zum kompletteren 800er (blau). Und die Karte bekommt man gratis von OSM.

Es gibt beim 800 viele Verbesserungen zum 305. Aber was mich am Edge 800 leider total stört, ist die Erfassung/Speicherung von Höhendaten. Das Höhenprofil ist nun stufenförmig, viel abstrakter als noch beim tollen 305. Wenn man nur wenige Höhenmeter (z. B. Brücken) bewältigt, dann ignoriert der 800 dies und verbleibt bei gleicher Höhe. Das ist gerade im Norddeutschen Bereich, wo man sich über jede Welle freut, sehr schade. Weiß nicht, warum Garmin sich hier in die falsche Richtung bewegt hat. Der 305 funktionierte in der Höhenmessung tadellos.

Ansonsten ist es aber ein gutes Gerät.
"Mr. Nachkommastelle"
...wir sitzen alle in einem Boot, die einen rudern und die anderen genießen die Aussicht...

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste