Waldtour '11, U-Bahnhof Kiekut (Berichte + Bilder)

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Ulrike
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Waldtour '11, U-Bahnhof Kiekut (Berichte + Bilder)

Beitragvon Ulrike » 24.01.2011, 11:44

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20011.JPG">

Ach wie schön, dass Halvtreds als Alternative für die ausgefallene CTF Wedel eine Teilnahme an seiner Waldtour anbot. Aber man achte auf die Wortwahl: Alternative heißt nicht Ersatz. 5-6 Stunden auf dem Rad war die Ansage, ohne Einkehr und nur mit den betriebsnotwendigen Pausen. Also Essen auf Rädern. Das war Konkursus und mir im Grunde recht, da für die kommende Rennsaison noch am Wettkampfgewicht gearbeitet werden muss und die übliche Völlerei appetithaben bei den CTFs und RTFs per Saldo zu einem Kalorienüberschuss führt. Natürlich kann man an den Verpflegungsstellen vorbeifahren, aber für leicht zur Willensschwäche tendierende Personen wie Konkursus und mich ist es besser, wenn die Versuchung gar nicht erst da ist.

Also machten wir uns auf nach Grosshansdorf und suchten den versteckten U-Bahnhof Kiekut, auf dessen fast leerem Parkplatz sich nach und nach die 12 Teilnehmer sammelten, außer Admin Helmut die uns bekannten Foris Superwosi, Ulli Rose, Nobnob und Badgad Biker und ein paar Leute vom "RV Endspurt", dem Verein von Halvtreds. Schnell waren wir aus dem Ort heraus und fuhren mit nur wenigen Asphaltstücken und viel Abwechslung durch Wald und Feld, bis das erste Ungemach kam. Elke vom Endspurt hatte den Mut, eine Essenspause zu verlangen, und das nach nur einer Stunde!! :Schimpfen: Auch wenn unverkennbar war, dass das für Halvtreds einem Weltuntergang nahekam, bemerkte er doch, dass Elkes Wunsch bei dem einen oder anderen Teilnehmer auf positive Resonanz stieß, sodass er sich dazu entschloss, ein guter Gastgeber zu sein und einem Halt zuzustimmen. Als Bagdad-Biker dann auch noch eine Packung Eierwaffeln herumreichte, kam schon fast ein wenig CTF-Feeling und sowas wie Gemütlichkeit auf, was zwei der anwesenden Herren zum Konsum einer Verdauungszigarette animierte. Das war dann doch etwas zuviel für Halvtreds :mad: und nach 9 Min. bestand er - leise vor sich hin grummelnd - auf einem Aufbruch. Weiter ging's!

Inzwischen war das Wetter besser und die Sonne hinter den Wolken zu erahnen. Die Wege waren abgesehen von ein paar Schlammpassagen und Überschwemmungsstellen sehr gut zu fahren, eine echte Freude nach dem Geschlitter der letzten Monate.

Halvtreds kannte die Gegend wie seine Westentasche. Es gab kein Verfahren und Haltepausen zum Orientieren waren auch nicht nötig. Unterwegs wurden wir gebeten, eine etwaige GPS-Aufzeichnung nicht weiterzugeben. Verständlich, wenn der Weg in den Wald auch mal über das Gelände eines Pflegeheims führt.

Nach ein paar Stunden war Halvtreds dann doch etwas gnädiger gestimmt, und genehmigte - obwohl er selbst als Ikone des Fettstoffwechseltrainings überhaupt keine feste Nahrung mitführte - noch eine 5-Minuten-Pause, die dankbar angenommen wurde. banana

Wohlbehalten kamen wir schließlich wieder beim Bahnhof Kiekut an. Da sich die Räder keinen Ärger mit Halvtreds einhandeln wollten, blieben wir auch von größeren Pannen verschont. Allerdings war die Gruppe am Ende um 1/3 geschrumpft. Vier Leute, die den Sonntag dann doch lieber etwas entspannter verbringen wollten, hatten sich nach und nach verabschiedet. :schlafen:

@Halvtreds: :Danke:, dass du uns in deine Wälder mitgenommen und daran erinnerst hast, was ernsthaftes Training bedeutet. Sogar ein paar Pflasterstrecken als Vorgeschmack auf die Paris-Roubaix-Challenge waren zum Wachrütteln dabei. Die Streckenführung als solche kann ich als völlig Ortsfremde aus Niedersachsen nicht wiedergeben. Nur beim Ortschild "Hamfelde" fragte ich mich kurz, ob hier das berühmt-berüchtigte Team "Hamfelder Hof" herkommt. Und wegen Tacho-Defekt weiß ich noch nicht einmal, wieviel km wir unterwegs waren.

Ulrike
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Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 24.01.2011, 11:53

Bis spät in die Nacht feierten wir den Geburtstag von Kumpel Maik. Wir hatte jede Menge Spaß und so blieb kein Auge und wie es sich auf dem Dorf gehört, natürlich auch keine Kehle trocken. Mit dem Alkohol hielt ich mich allerdings, ganz zum Unverständnis der anderen Gäste, stark zurück. Denn Halvtreds hatte die Mitglieder von HFS zu einer geführten Tour ab Großhansdorf geladen. Da durfte und wollte ich nicht fehlen. 60 - 80 Kilometer auf tiefem Boden hatte Halvtreds uns versprochen. Er hielt sein Wort.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die derzeit vorherrschenden Bodenverhältnisse bekam ich bereits auf der 16 Km langen Anreise nach Großhansdorf, die ich mit dem Bike bewältigte. Wie durch Wackelpudding rollten oder eher schmatzten die Reifen durch den Motter und zogen bereits die erste Energie aus den Beinen. Als ich am U-Bahnhof Kiekut eintraf, begrüßten die anderen Teilnehmer einen bereits stark mit feinem Matsch besprenkelten Bagdad-Biker.

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Da ich als letzter eintraf, konnte es dann auch sofort losgehen. Das als moderat angekündigte Tempo empfand ich, in Anbetracht der Bodenverhältnisse und der geplanten Streckenlänge, gleich zu Beginn etwas hoch. Das störte mich jedoch nicht weiter. Ich wähnte mich in der Sicherheit, mich in und um Großhansdorf auszukennen und die Tour bei einem Einbruch meiner Kräfte ggf. vorzeitig beenden und nach Hause radeln zu können. Dass diese Einschätzung völlig falsch war, bemerkte ich zu spät.

Zunächst allerdings war mir die Umgebung noch gut bekannt. Mit jedem Kilometer mehr auf dem Tacho änderte sich dies. Halvtreds nutzte jeden noch so kleinen Schleichweg um der Zivilisation zu enkommen und ich verlor schnell die Orientierung. Es zeigte sich, dass Halvtreds die Strecke sehr gut ausgearbeitet und recherchiert hatte. Auch führte er gewissenhaft und umsichtig. Verloren ging niemand. Allerdings hatten wir drei Ausfälle zu verbuchen. Wosi und Ulli verabschiedeten sich recht früh. Später dann auch eine mir unbekannte Fahrerin. So ging es zu neunt weiter.

Die Strecke bot die für Schleswig Holstein typischen Reize. Wald, Koppeln, Äcker und Knicks. Wenig Höhenmeter, einige Trails, viel Wald- und Forstweg. Alles bestückt mit dem für diese Jahreszeit obligatorischen Matsch, der Rad und Fahrer schnell in ein einheitliches braun färbte. Das Schaltung und Kette mal wieder unvorstellbares leisten mussten, hatte ich nicht anders erwartet und sei hier nur am Rande erwähnt.

Ein wenig Survivalfeeling kam auf, als wir neben einem Feld voller, ich glaub es waren Rhododenren, entlangfuhren und uns unverhofft durch das Dickicht des Waldes schlagen mussten. Auch die eingebaute Bachdurchfahrt war abenteuerlich, brachte allerdings auch nasse Füße, was bei dem Wetter meist weniger lustig ist. Ich friere leicht. Besonders an den Füßen stellen sich bei mir schnell Gefühllosigkeit und Erfrierungen ein. Da wird eine Tour schnell zur Tortour.

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Ich wähnte mich weiterhin in heimischen Gefilden. Sieht doch jeder Matschweg wie der nächste aus. Erst als wir Koberg erreicht hatten, wurde mir mit Schrecken bewusst, wieweit wir uns bereits gen Osten bewegt hatten. Nun gab es für mich eigentlich keine Möglichkeit mehr, um die Tour großartig abzukürzen. Zumal ich mich in dieser Region auch kaum auskenne.

Das Tempo war weiterhin zügig, aber ohne Hetze. Meine Beine allerdings vermeldeten mir, dass dies erst meine zweite Tour in diesem Jahr ist und ich gut daran täte, ein wenig Tempo rauszunehmen. So fuhren die Schnelleren vorweg. Helmut, ich und zwei weitere hinterher. Das funktioniert, da die gut harmonierende Gruppe bereitwillig Rücksicht nahm.

Bald jedoch stellten sich bei mir Schmerzen in der Kniekehle ein. Zu dem Zeitpunkt hatte ich 60 Km auf dem Tacho stehen. Im Grunde keine sonderliche Leistung. Der tiefe Boden forderte offensichtlich aber seinen Tribut. Kaputtfahren will ich mich gleich zu Beginn des Jahres nicht. Daher entschied ich mich die Gruppe ziehen zu lassen und meinen Heimweg auf weit weniger anstrengenden Geläuf zu bewältigen. Halvtreds erklärte mir in einer knappen aber präzisen Beschreibung den Heimweg entlang der Straße. "Kürzer ist es mit Sicherheit nicht, aber gelenkschonender.", erklärte er.

Orientierungsschwierigkeiten hatte ich auf der Heimfahrt dank der guten Beschreibung nicht. Aber zu kämpfen ohne Ende. Mal zwickte das Knie zu arg, mal spürte ich die nassen Füße nicht mehr. Daher legte ich immer wieder kurze Schiebepassgen ein, die ich dann und wann auch zum Rauchen und zur Nahrungsaufnahme nutzte. So bummelte ich mich über die Dörfer nach Hause. Ohne sonderliche Eile, aber angetrieben von der Sehnsucht nach einer warmen Dusche und der Couch.

Immerhin 90 Kilometer standen später auf meinem Tacho, die ich nun im Trainingsplan notieren kann. Somit komme ich bisher auf 122 Km im Januar. Nächste Woche ist die CTF In Kattendorf. Das Monatsziel von 200 Km scheint greifbar nah.
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Janibal
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löblich

Beitragvon Janibal » 24.01.2011, 15:53

@Ba-Bi: Großes Lob, im Janunar schon mehr auf der Uhr, als 2010 gesamt. Eigentlich dachte ich, der Trainingsplan würde dich niedermachen, aber nein, es scheint Spaß zu machen. Werde mich mal erkundigen, ob noch ein Platz auf der Gorch Fock frei ist....

Bin doch ganz froh, das meine Ärztin mir ein Fahrverbot erteilt hat. Wenn ich diese Woche die Nachprüfung bestehe, versuche ich mich mal ohne Anleitung zu quälen. Nicht vergessen, der Halvtreds fährt auch bei Schneesturm nach Schwerin.

Und an alle: Gut das ihr zeigt, dass Fahren auch im Winter möglich ist....
St. Jan
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Beitragvon Konkursus » 24.01.2011, 16:47

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20007.JPG">

...dass Halvtreds ein harter Bursche ist, war mir auf Grund der bisherigen Berichte ja klar.

Gerade deshalb sind Ulrike und ich ja mitgefahren. Wir wollten ihn mal kennenlernen und sehen, wie er so fährt. Er fährt ja auch sommers interessante Touren, dann können wir besser beurteilen, ob unsere bescheidenen Mittel ausreichen, um mitzufahren oder eben nicht. Immer am Limit zu fahren, weil man sich überschätzt, bringt keinem etwas.

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Beitragvon NOBNOB » 24.01.2011, 18:28

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20025.JPG">

Also, Machete und Schlauchbott gehörten für mich bisher nicht gerade zur Ausrüstung für Radtouren. Ok, wir haben es auch ohne geschafft. Und ich muss mal meine Schuhe loben, meine Füsse sind sogar trocken geblieben.

Mit der Strecke hat uns Halvtreds was ganz tolles geboten und auch super geführt, danke dafür. Dass es anstrengend wird war klar, hat aber riesig Spass gemacht.
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Beitragvon Helmut » 24.01.2011, 23:23

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20021.JPG">

Mir hat die Tour ebenfalls super gefallen. Besser als Halvtreds es tat, kann man eine Gruppe kaum führen. Dass Wosi wohl mit den Worten „Ihr fahrt zu agressiv“ nach nur ca. 5 km ausgestiegen war, hat mich fast umgehauen. Zu der Zeit fuhr ich noch fast durchgehend an der Spitze, bin nicht grad für aggressiven Fahrstil im Gelände bekannt. Es traf mich auch deshalb, weil ich mich nur ihretwegen angemeldet hatte. Ich war skeptisch, ob ich bei der Tour nicht als Spaßbremse hintenan hängen würde. Wosis Anmeldung ließ mich hoffen, zumindest zu zweit abreißen lassen zu können, und dann das... Meine vorhergesehene Rolle nahm dann Ulli ein.

Dass Elke vom RV Endspurt nicht mehr mithalten mochte, lag wohl daran, dass sie nach einer langen Tour tags zuvor nicht wie üblich drauf war. Das Mädel ist immerhin eine von drei hamburger Finishern des Deutschland-Cups im Jahr 2010. Mehr Trainningskilometer als Bagdad-Biker habe ich nicht vorzuweisen und so wäre ich nach den vier Aussteigern wohl der fünfte geworden, wenn die Tour noch 10-20 km länger gegangen wäre. Mit ca. 72 km war es nach CTF-Maßstäben gemessen immerhin eine 4 Punkte-Tour.

Apropos Punkte: Es ist eines der Anliegen von Halvtreds wieder weniger nach den Punkten, als auf schöne, abwechslungsreiche Touren zu schielen - und die bekamen wir geboten. Dazu bedarf es der Initiative von Leuten, für die er als ein Vorbild mit viel Herzblut steht.

Bewährt haben sich meine wasserdichten Schuhe, kalte Füße bekam ich trotzdem, obwohl (dünne) Überschuhe drüber waren. Wenn Tchibo wieder solche Sohlenheizungen anbietet, wie einer sie in seinen Schuhen hatte, werde ich zuschlagen. Und von den Oberrohrtaschen, wie Konkursus und Ulrike sie bei der Vätternrundan erstanden, möge Thali mir zwei mitbringen.

Hier kommen die

Bilder von der Waldtour mit Halvtreds.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Heimfelder Dirk
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Respekt!

Beitragvon Heimfelder Dirk » 25.01.2011, 07:45

tolle (Survival)tour und tolle Berichte!

angesichts der Wasser- bzw. Schlammlochdurchquerungen ganz großen :Respekt: vor allen Teilnehmern :wink:

@Sabine: Sei nicht :sad: , wäre ich dabei gewesen, hätte ich nach 500 Metern :kapitulieren: und wäre mit dir ins nächste geheizte und trockene Cafe geflüchtet!

Aber im Ernst: Das so eine Tour mit einem Hardcore-Randonneur wie Halvtreds keine Kaffeefahrt wird, war wohl schon bei der "Ausschreibung" klar!
Ulrike hat geschrieben:Endlich Schluss mit der nachweihnachtlichen Trägheit :D und Gelegenheit für einen Einsatz der Spezial-Packliste zum Durchschlagen: Garmin mit Ersatzbatterien, Karten, Rettungsdecke, Käffchen in der Thermoskanne, Fahrradschloss und Handy mit Nrn. der örtlichen Taxizentralen.

Und bloß dran denken, die Verpflegung griffbereit in die Außentaschen zu packen und einen Wasserkanister zum Radabspülen mitzunehmen.
Ulrikes Ausrüstungsvorschläge vor der Veranstaltung waren durchaus in Erwägung zu ziehen :!:

:gruss: Dirk
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Superwosi
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Hm

Beitragvon Superwosi » 25.01.2011, 11:28

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20001.JPG">
Helmut hat geschrieben: Dass Wosi wohl mit den Worten „Ihr fahrt zu agressiv“ nach nur ca. 5 km ausgestiegen war, hat mich fast umgehauen.
Hab ich aggressiv gesagt? Das wurde falsch übermittelt!
Helmut hat geschrieben:Es traf mich auch deshalb, weil ich mich nur ihretwegen angemeldet hatte.
Tut mir leid Helmut, das wusste ich nicht... sollte man auch lieber nie tun... aber Danke für die Ehre... Bild

Was war los?

Fehler 1: Sattel zu tief eingestellt (kann ich noch nicht beim Fahren hochziehen, und ich musste anschliessend noch 3x nachstellen)
Fehler 2: Rucksack zu fest und ätzend zu tragen
Fehler 3: zu viele Klamotten angehabt (hab ich dann in den Rucksack getan, die Schichten, aber die Gruppe hätte ich damit nicht aufhalten wollen)
Fehler 4: nicht eingefahren (musste mich erst mal warmschalten)
Fehler 5: hartes Spinning am Vortag (Muskel-AUA-Alarm)

Fazit: Ich bin noch nicht soweit. Muss halt noch ein bisschen "üben" und erst mal bei langsamerer Geschwindigkeit mein Rad kennenlernen... Aber: Wenn man sich nicht auch mal selbst überschätzt lernt man seine Grenzen auch schwer kennen.
Helmut hat geschrieben: Meine vorhergesehene Rolle nahm dann Ulli ein.
Ulli, Danke noch mal... immerhin hatten wir dann 1 Stunde auf der Uhr... Bild

Respekt, was Ihr da geleistet habt!!! Hut ab!
Bild
"Fahr im Training so viel oder wenig wie du willst. Aber fahr." (Eddy Merckx)
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Halvtreds
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Beitragvon Halvtreds » 25.01.2011, 20:10

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20039.JPG">

Hallo Leute,

ich bin zunächst mal froh darüber, das ihr die Tour alle einigermaßen wohlbehalten überstanden habt.

Wenn mir unterwegs ein Drittel der Teilnehmer abhanden kommt, gibt mir das natürlich zu denken. Aber die Tour hat die von mir angekündigten Rahmenbedingungen eingehalten: Wir sind 70 Km gefahren und waren gut 5 Stunden unterwegs. Wie erwartet waren die Bodenverhältnisse teilweise sehr tief und bei den meisten Teilnehmern hat es für nasse Füße gereicht. Klar, dass das richtig Körner kostet.

Die Forstarbeiter hatten den einen Baum ja mit viel Liebe genau dorthin gelegt, wo die Durchfahrt ohnehin schon schwierig ist. Aber deshalb umdrehen und 3 Km Asphalt?

Immerhin mussten wir nicht großräumig Jagdgesellschaften umfahren und längere Hürdenstrecken über dicke Stämme sind uns auch erspart geblieben. So sind im Moment nun mal die Verhältnisse draußen - trotzdem macht es Spaß Rad zu fahren.

Mir hat's auf jeden Fall Spaß gemacht mit euch. Wenn unterwegs ein anderer Eindruck entstanden sein sollte, dann war der falsch.

Bis zum nächsten Mal,
Halvtreds
Das Gefälle ist mein Freund.
Bagdad-Biker

Die Saison ist noch jung

Beitragvon Bagdad-Biker » 25.01.2011, 20:24

Die Tour war super - keine Frage. Es hat sich aber gezeigt, dass einige besser, andere weniger gut durch die Winterpause gekommen sind. Ich muss mich zu letzterem Kreis zählen. Normalerweise sind 70 Km im Gelände für mich zwar sehr fordernd, aber machbar. Dann habe ich in der Regel allerdings schon etwas Zeit gehabt mehrere Touren zu fahren und an meiner Form zu feilen.

Dass es diesmal noch nicht gereicht hat, ist aber nicht weiter tragisch, sondern Ansporn. Es hat weder an der Strecke noch an Dir gelegen. Ich hab halt keinerlei Grundlagen/Kondition auf die ich zurückgreifen könnte.
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Beitragvon Konkursus » 25.01.2011, 22:56

@ bagdad-biker: nun stell Dein Licht mal nicht so unter den Scheffel. Du bist doch super gefahren, hattest schon vorher 19 Km auf der Uhr und hast noch einige technische Kabinettstückchen drauf gehabt. Der Rest ging auf den Vorabend und.....die eine oder andere Fluppe.

Wenn Du in Duisburg gut drauf bist, reicht das doch allemal. Dann machen wir uns ein schönes Wochenende.

Gruß


Konkursus
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Ulrike
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Beitragvon Ulrike » 26.01.2011, 11:28

Hallo Leute,
zu der interessanten Konversation, die sich inzwischen entwickelt hat, muss ich nun auch noch etwas beitragen.

@Halvtreds
Ich denk' mit dem Eindruck von "nicht Spaß haben" spielst du auf meine Bemerkungen an. Das wollte ich nicht 'rüberbringen. Dein "Spaß haben" kam schon an, aber halt mehr als stille Freude als als amerikanisch-extrovertierte Fröhlichkeit. Wie Konkursus schon schrieb, wollten wir schon immer mal einen "Hardcore-Randonneur" (Dieser Begriff stammt von Heimfelder Dirk, nicht von mir !!) wie dich kennenlernen und deine puristische Einstellung war schon überwältigend. Aber ebenso auch die beispielhafte Umsicht und Sorgfalt, mit der du dein Trüppchen durch Wald und Feld geführt hat. Da haben wir schon ganz andere Dinge erleben müssen. Ein bisschen Grummeln ist dann auch völlig ok. Tut ja jeder mal. Und es war auch nett, mit dir zu plaudern, obwohl ich mich dabei die ganze Zeit gefragt habe, ob du allein oder mit anderen Hardcore-Randonneuren wohl schneller fahren würdest.

@Superwosi und Bagdad-Biker
Ihr müsst euch nicht für eurer Aussteigen rechtfertigen. Die persönliche Tagesform, die von mindestens 200 Faktoren abhängt, hat oft die dumme Angewohnheit einen zuerst an der Nase herumzuführen und sich erst zu offenbaren, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Einem falschen Ehrgeiz zu widerstehen und kontrolliert abzubrechen ist mutig und ein Zeichen von Rücksicht auf sich selbst und die anderen. Ein Gegenbeispiel dazu ist ein Erlebnis von einer früheren Forums-Heidetour. Helmut musste wegen irgendwelcher Termine früher weg und eine Abkürzung nehmen. Einem jungen Mann, der schon etwas schwächelte, wurde dezent nahegelegt, sich Helmut anzuschließen. Das wollte er nicht. Und 10 Min. später beim nächsten Anstieg ging es los: "Bitte langsamer, ich habe meine Kondition überschätzt." Naja, für Begeisterung hat das nicht gesorgt.

@Bagdad-Biker
Wie Konkursus schon bemerkte: Kondition ist nicht alles. Dafür hast du Fahrtechnik drauf. Die Eleganz, mit der du durch den Schlamm gesurft bist, war schon für sich ein Highlight. Hätte man für YouTube filmen sollen. Ab und zu bin ich hinter dir hergefahren und hab' versucht, das nachzumachen. Von daher gesehen, war dein "Abgang" auch etwas schade.

@Superwosi
Eigentlich wollte ich Helmut etwas tadeln, weil er sich so über deinen Abbruch echauffiert hat. Er kennt ja deine noch wenigen Lebens-Km auf dem MTB. Aber nun muss ich leider auch ein wenig mit dir schimpfen. Sowas wie deine Fehlerliste solltest du dir besser nicht angewöhnen. Das entscheidende Element für das Gelingen einer Fahrt sind der Wille und die persönliche Leistungsfähigkeit. Wenn das stimmt, ist alles andere nebensächlich und wird schnell als "mach ich nächstes Mal vielleicht anders" gedanklich abgehakt. Wenn die Kraft nicht reicht, dann reicht sie eben nicht und muss trainiert werden. Das Fatale ist nur, egal wieviel du trainierst, das Erlebnis, dass du irgendwo guter Dinge mitfahren willst, dann in Nullkommanix nur noch ein paar Hinterreifen siehst und ganz allein dastehst, wirst du immer wieder haben. Es gehört einfach dazu. Mit so einer Entschuldigungsliste lenkst dich vom eigentlichen Problem ab und blockierst dich selbst. Es gibt weder das perfekt eingestellte Rad noch die perfekte Kleidung. Du lebst immer irgendwie mit einem Kompromiss, weil die äußeren Bedingungen sich schon innerhalb einer Tour andauernd ändern. Und wenn du erstmal mit "Ausreden"listen anfängst, wird das zum Fass ohne Boden. Ich geb' dir noch ein paar Beispiele dazu: vorher zu viel, zu wenig, das Falsche gegessen/getrunken, das Iso-Getränk zu dick/zu dünn angerührt bzw. eine unverträgliche Probe erwischt, schlecht geschlafen/falsch geträumt, den Pulsmesser vergessen, der Lenker zu breit/zu schmal, die Bremen zu bissig/zu lasch, zu niedriger/zu hoher Luftdruck, die falschen Pedale/Schuhe bzw. überhaupt das falsche Rad, draußen zu kalt/zu heiß, zu nass/zu trocken usw. usw. usw.

Auf geführten Touren gibt es immer ein Tempo-Problem, weil die Bandbreite der Fähigkeiten und Ambitionen enorm ist. Am Anfang der Gruppe wird wegen gefühltem Schneckentempo gefroren und am Ende kurz vorm Zusammenbruch hyperventiliert. Lies dazu einfach mal Bergflohs Beitrag zur CTF Eutin 2010. Und bis sich Dreckschleuders innovatives CTF-O-Konzept durchsetzt, muss man leider irgendwie lernen, damit klarzukommen. Bei den großen Jedermann-Rennen und RFTs hast du solche Probleme natürlich nicht. Da kannst du fahren, wie du willst, und bist eigentlich immer in passender Gesellschaft.

Schön, wenn du am Wochenende zur Kattendorf-Struggle kommst. Da gibt es eine Riesen-Auswahl an Entfernungen und Geschwindigkeiten. Und alles wird wieder gut. :)


Ulrike
:wink:
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Beitragvon dirksen1 » 26.01.2011, 13:05

Ulrike hat geschrieben:@Superwosi
[...]Wenn die Kraft nicht reicht, dann reicht sie eben nicht und muss trainiert werden. Das Fatale ist nur, egal wieviel du trainierst, das Erlebnis, dass du irgendwo guter Dinge mitfahren willst, dann in Nullkommanix nur noch ein paar Hinterreifen siehst und ganz allein dastehst, wirst du immer wieder haben. Es gehört einfach dazu.
Danke Ulrike für diese klaren Worte, die ich an mehreren Stellen ja auch schon oft zum Besten gegeben habe, denn in die Falle des Übernehmens ist wohl jeder schon mehr als einmal reingetappt.

Und Wosi wird diese Erfahrung dazu nutzen, wozu Erfahrungen nun mal da sind: Zum Erfahrung sammeln und - eine gesunde Selbst-Kritik-Fähigkeit unterstellend - daraus zu lernen.

Wer übrigens etwas weiter südlich wohnt, kann sich gern mal einer unserer (fast) allwochenendlichen MTB-Touren in der Gegend um den Lichtenberg bei Salzgitter anschließen. Die letzte Schlammschlacht vom vergangenen Sonntag habe ich mal aufbereitet. Bei Interesse klickt hier: http://stevens-andre.jimdo.com/eulenexp ... chiv-2011/

@Wosi: Alles wird gut und dein tolles MTB wirst du noch lieben lernen. ;-)

Und den Teilnehmern von Halvtreds Tour ein großes TAPFER, GUT GEMACHT, das gilt allen Mitfahrern, ob nun komplett oder teilweise, denn man muß schließlich erst mal überhaupt den Willen aufbringen, sich bei dem Wetter aufs Rad zu setzen.
ES LIEGT NIE AM RAD!
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Nu mal alle wieder auf die Plätze

Beitragvon Superwosi » 26.01.2011, 23:44

Also liebe Leute... glaubt ihr ich bin blöd??? Ich habe am Sonntag Fehler gemacht, diese erkannt und gut is. Ich werde mir meine Worte hier in Zukunft besser überlegen um gar nicht erst den Nährboden für solche Statements wie ich sie hier lesen musste, zu schaffen.

Morgen bin ich wieder beim Skifahren und dann könnt ihr mich mal von hinten sehen... unglaublich. (Mein Fazit habt ihr wohl überlesen)

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"Fahr im Training so viel oder wenig wie du willst. Aber fahr." (Eddy Merckx)
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Re: Nu mal alle wieder auf die Plätze

Beitragvon Helmut » 27.01.2011, 00:01

Superwosi hat geschrieben:Also liebe Leute... glaubt ihr ich bin blöd??? Ich habe am Sonntag Fehler gemacht, diese erkannt und gut is.
Zur Ersterem: Bestimmt nicht. Zu Letzterem: So isses. So what?

Ich weiß nicht, was Dich so geärgert hat, glaub aber aber nicht, dass es so gemeint war, wie's anscheinend angekommen ist.

Viel Spaß beim Skifahren!
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Helmut » 29.01.2011, 23:42

Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.

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