Cross am Allhornsee '13, Volksdorf (Berichte + Bilder)

anmaja
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Cross am Allhornsee '13, Volksdorf (Berichte + Bilder)

Beitragvon anmaja » 08.12.2013, 18:42

DANKE an Janibal, motta, BriMore, mad.mat & Co.! Jede Runde freute ich mich wieder: auf die "HFS-Fankurve" und ich wäre noch 5 Runden gefahren (für euch und noch mehr für mich), so schöön - laut - wurde ich angefeuert. :D
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motta
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Anmaja an der HFS Fankurve

Beitragvon motta » 08.12.2013, 19:55

Da kommt sie....

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auf die Fan-Kurve zu. :D

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Goschi
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Beitragvon Goschi » 08.12.2013, 20:50

Ja, war ein super Rennen... Technik wurde da ganz ganz groß geschrieben. Wir hatten bei uns im Rennen über 20 % Ausfälle und auch bei mir war das Material am Äußersten der Belastung angekommen... Schalten war irgendwann kaum noch möglich und die Kette hat sich regelmäßig fest gefressen, so dass ich sogar mehrfach anhalten musste, um sie wieder zu lösen... aber war das wieder geil...

Leider bin ich in Kiel nicht dabei, da ich da ja schon durch und um Ring-Stadion in Hamburg laufe.. na, wieder bin ich???
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Janibal
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Beitragvon Janibal » 08.12.2013, 22:54

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Endlich kommt Crossfeeling auf, Samstag Elmshorn der Ausfall, dafür die Hahnheide mit Goschi, Jörd und Los Vannos - im Schnee und vielen Prozenten. Auf der Rückfahrt brennt am Radwanderweg Trittau-Henstedt Ulzburg eine M-Klasse aus. Ich bin vor der Feuerwehr da. Da sind auch viele Teile aus Plaste dran, brennt schön schnell und hell. Ab jetzt kein Strom mehr am Rad, dann kann mir das nicht passieren. Aber ohne Licht wird es wohl nicht gehen ... fahren.

Und in der dunklen Wochenendnacht dann immer wieder Regen. Aber am Morgen und etwas wärmer. Richtiges Crosswetter. Da Volksdorf fast ganz dicht bei ist, mit dem Rad hin - 15 km warmfahren. Mit Wintertrikot und Regenjacke gegen den Wind, der den feinen Niesel in den Kragen drückt. Und es rollt ganz schlecht, ob des Windes oder dem wenigen Luftdruck im Reifen, kein Geschwindigkeitsrausch. Der setzt ein, als ich an der Strecke ankomme und Dano, Jannek, kurz die Elite, durchs Unterholz jagen seh. Da werde ich immer ganz schwach, was ich ja auch bin.

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Anmeldung und all die Vertrauten begrüßt. Das St. Pauli Stadium, den Hamfelder Kuhhof, die Piratengalleere, die Uni und Nummerngirl Britta mit ihrem Madmat. Nicht vergessen, Micha (echt) und der gebrochene Peer (auch echt). Na und alle anderen, Biene anMaja mit der Mott(e)a.

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Heute sind die Ü40 Hobbies vor den Hobbyteenies dran. Und ganz neu, ich wurde namentlich in die zweite Reihe gerufen. Ich hoffte, dem Fluch der ersten Kurve, wo ich allen immer die Hand gebe, wenn sie an mir vorbeifahren, wird nicht so schlimm. Ich versuche auch erst gar nicht nach der ersten Kurve zu fahren, sondern laufe mit dem Rad auf der Schulter, da wo Dano gerade noch rüber gesprungen ist, mache ich das auch mit leichtem Schritt und kann sogar wieder aufsteigen.

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Der Untergrund ist trickie. Es hat aufgehört zu regen, so ist es eine feste und lose Mischung, die gut was verträgt, aber keine Kunststücke. Weg von der Ideallinie, die mittlerweile so um die 5 cm tiefer liegt, birgt Sturzgefahr.

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Auf den festen Zwischenstücken fällt der Dreck erst Mal ab und bis der große Gang drinnen ist, heisst es auch schon wieder treiben lassen im Modder. Ein Baum quer, viele Kettenblätter versuchen ihn zu zersägen. Aber Absteigen macht die Schuhe zu und den Einstieg in die Klicks schwer, so wie auch nach den Hüpfbrettern. Die sind auch schön weit auseinander, kommt meinen Laufqualitäten stark entgegen, nicht. Am Ufer entlang,

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durch die Fankurve

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zu meinem Unglücksort:

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Ich fahre links über die Querhölzer und tatsächlich springt der Baum mir in den Weg. Gerade noch den Kopf zur Seite bekommen, aber die Schulter hat er zärtlich gerötet.

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Wer hier absteigt oder abgestiegen wird, der darf fast bis ins Ziel laufen. Auf dem Schulhof mach ich den Pausenclown.

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Ziehe wieder meinen Kollegen von St. Pauli aus Bad Doberan mit. Ein kleiner Sprint, nur zur Erhöhung der Laktatwerte bei uns beiden. Eine Überrundung droht nicht wirklich und die Plätze sind vergeben. Die Glocke läutet zum zweiten Advent und der letzten Runde. Noch mal die Strecke geniessen, so wie den Kuss von Britta auf die dreckige Wange nachher. Tolle Leistung.

Wie die kleine freche Biene anMaja schon geschrieben hat, was das Material und das Wetter nicht hält, schafft die Musik aus gefühlt tausend Kehlen der Fankurve: Wiederkommen um jeden Preis.

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Mit St. Pauli und ein paar Kühen lauf ich an'er Strecke entlang und feuer die Hobbieteenies (U40) an, ich weiss ja, wie gut das tut, wenn die Sonne das Licht ausmacht, das Flatterband verweht und das Rennkomitee zur letzten Ehrung ruft. Tage wie diese könnten ewig sein, aber ein kleines Andenken bleibt mir ja, lieber Baum aus dem Volksdorfer Forest. Danke

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Bilder sind schlecht, da wenig Licht und keine SLR Kamera:

https://plus.google.com/photos/10638552 ... 68PJ_f2sVg
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Peer
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Beitragvon Peer » 08.12.2013, 23:27

Es gibt so Tage, da läuft einfach nix zusammen... heute war so ein Tag...

Letzte Woche hatte ich mir eine Überlastungsverletzung am Mittelfuss zugezogen (so etwas wie die Vorstufe zu einem Ermüdungsbruch). Laufen geht für 4-6 Wochen nicht mehr und so ärgerte ich mich, die Rennen in Elmshorn und Volksdorf ausfallen lassen zu müssen. Der Arzt war da recht eindeutig... In der Woche konnte ich hier und da leicht auftreten, so dass meine Hoffnung wuchs, irgendwie teilnehmen zu können. So richtig viel besser wurde es nicht... das Rennen in Elmshorn fiel aus.. ich war nicht wirklich traurig... Dann am Morgen vom Rennen in Volksdorf die Diskussionen mit der Frau, die sich berechtigterweise Sorgen macht, dass es unvernünftig ist, mitzumachen. Ja, versucht mich zu überzeugen, mich zu pflegen, gesund zu werden. Warum ich sie liebe? Weil sie trotzdem 4 Std. in der Kälte rumsteht, mir zuguckt wie ich durch den Dreck fahre, hört wie ich jammere und milde lächelnd und wissend zu mir schaut, wenn ich am Abend wehleidig meine Knöchel mit Coldpacks versorge.

Aber nun mache ich mich fertig... Verband, Tape.. alles drum gemacht, was Stabilität und Sicherheit vorgaukelt und noch gerade so in den Radschuh gekommen. Ibuprofen-600.. ich schmecke Farben.

Auf der Streckenbesichtigung zwischen den anderen Rennen sah ich schon, dass ich hier und da würde absteigen müssen. Der Gedanke tat mir schon weh... Bis dahin gings aber irgendwie und ich fasste Hoffnung.

Ich traf Fülle, der sich bei dem Schietwetter schon früh als Zuschauer an der Strecke zeigte und leider wegen einer Grippe ausfiel. Dann erspähte ich BriMore und mad.mat, sowie Janibal und wechselte ein paar Worte. Janibal machte mir Mut: "Ich bin mit gebrochenem Zeh gefahren.. das geht alles". Ich nickte bestätigend zu Sabine hinüber. "Siehst Du Schatz? Gebrochen! ... und er lebt!". Ich sehe hochgezogene Augenbrauen.

Dann ging es an die Aufstellung. 2. Reihe und der Start war diesmal sogar ok, denn ich bog als 10.-12. in die erste Kurve. Nun nahm das Debakel seinen Lauf... Anstiege, die ich bei den Warmup-Runden mühelos hochfuhr, gerieten zu Bollwerken des Frusts. Ständig musste ich absteigen, strauchelte, rutschte, verfuhr mich ins Geäst. Ich konnte zwar 2-3 Fahrer überholen, wurde dann aber von Fahrern überholt, die technisch versierter waren. Nach der ersten Runde war ich noch auf dem 10. Platz, wie mir mad.mat zurief, dann rutschte ich aber langsam nach hinten. Nach der ersten Runde hatte meine Hinterradbremse bei einem Sturz wohl etwas mitbekommen und reagierte nur noch sporadisch. Nun versuchte ich mit der Vorderradbremse auszugleichen bzw. mitzubremsen und brach häufig vorne aus, was zu weiteren Stürzen und Routen weit ab von der Ideallinie führte.

Hinter mir machte sich Unmut breit. Auf den längeren Geraden konnte ich meinen Vordermann überholen, in den Kurven und Anstiegen packte ich mich hin und er fuhr fluchend an mir vorbei. Das ging 2-3 Runden so, bis der arme St. Paulianer dann endgültig an mir vorbei war. Eine Runde konnte ich noch an seinem Hinterrad bleiben, dann überschlug ich mich bei einem Baumstamm, den ich die Runden zuvor noch im halben Sprung gepackt hatte.

Grandios die Leute von St. Pauli... "Veit"?, der ein paar Meter vor mir fuhr, wurde angefeuert... und ich auch?.. Das ist der Spirit! Die Jungs zelebrieren den Sport!

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Auch meine Verletzung meldete sich zusehends. Jedes Absteigen wurde zur Tortur. Mal lief ich mit dem linken Fuss auf dem Aussenrist, mal auf der Hacke, mal vergaß ich es und wurde schmerzhaft erinnert, dass etwas nicht in Ordnung war. Doch es gab 2 grandiose Momente pro Runde.. das war die anfeuernde Gruppe mit mad.mat. Ob "La-Ola-Welle" oder anpeitschende Rufe. Ich musste jedesmal Lachen, nachdem ich den Abschnitt passierte. Ich grinste schon immer in mich hinein, wenn ich seine gelbe Flandern-Mütze aus der Entfernung sah. Was haben sie diesmal vor? Ihr wart echt super Leute! Darum tut man sich den Scheiss auch an....

Dann die Glocke... doch kein Ruf nochmal alle Kräfte zu mobilisieren... keine Chance... und kein Weckruf an die Muskeln.. vielmehr eine läutende Andeutung des Endes der Qual. Einmal noch versuchen, so gut es geht durchzukommen.. einmal noch versuchen, den Hintermann nicht mehr vorbeizulassen und einmal noch den Schmerz ertragen, der sich im Körper immer breiter macht. Die Stürze haben ihre Zeichen hinterlassen. Die Oberschenkelprellung pocht, die Lendenwirbel stechen bei jeder Unebenheit scharfe Messer in den gekrümmten Körper. Der Fuss? Ein Glück.. er wird taub.

Irgendwo zwischen 15. und 20. passiere ich die Ziellinie und verfluche mich in diesem Moment, nicht einfach mal zugeschaut zu haben. Warum nicht einmal mit in der La-Ola-Welle stehen? Warum nicht einfach mal so ein Event als Zuschauer zelebrieren? Ja... das ist meine Schwäche.. das muss ich lernen. Dafür macht man so etwas mit.. um sich selber Stück für Stück, Teil für Teil besser kennenzulernen.. zu verstehen.. an sich zu arbeiten.

Sabine bringt mir einen Glühwein, während ich humpelnd wie ein geprügelter Hund aus dem Zielbereich gehe. "Lass uns nach Hause"... murmel ich und kippe den süssen heissen Saft hinunter.

Das sind diese Tage... wo nichts läuft... man eine Ohrfeige nach der anderen bekommt und sich fragt, warum man den Zirkus mitmacht... Warum? Wegen zwei Dingen! 1. La Ola! und 2. wegen diesen hammergeilen Keksen die Sabine und ich am Abend noch auf das Backblech gezaubert haben!

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Kekse gehen immer!

Gruss
Peer

p.s. der Totenkopf-Keks ist für die St.Paulianer!
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motta
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Tage wie diese....

Beitragvon motta » 09.12.2013, 06:46

Heute lief es. War das ein Rennen!! War das ein geiler Parcour!!

Nach den schnellen Rennen in MeckPomm hatte ich immer kleinlaut gesagt, dass mir die Strecken zu wenig technisch waren - hatte mir selbst kaum noch geglaubt. Gestern die Bestätigung - Juchhu - ein technisch anspruchsvoller Kurs, so wie ich es mag. Liebevoll präpariert und die Sturmschäden eingebaut.

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Enge Kurven, Schlamm und häufiges Absitzen.

Zwei Runden brauche ich zum Warmwerden und Strecke erkunden. Dann kommen die ersten Fahrer zurück und endlich komme auch ich ins Rennen. Die Zweikämpfe sind doch die Würze. Ich kann einige Sen2-Fahrer überholen und komme gar an einen Fahrer in meiner Altersklasse, dem Landesmeister, heran. Taktisch fahren? Dranbleiben oder überholen, die Frage stellt sich für mich nicht. Doch ich werde ihn nicht los. Gebe alles, was noch in Beinen und Lunge steckt. Doch ich werde ihn nicht los.

In der letzten Runde fangen die taktischen Spielchen an - nicht, dass die "Kuh" noch von hinten kommt. Ich fahre nicht mehr sauber, nur noch schnell - hinter der Doppelschikane habe ich ein bißchen Vorsprung, doch der schmilzt auf der Autobahn dahin. Vorm letzten Bäumchen bin ich hinten, zu eng ist es beim Laufen zum Überholen. Auf der Zielgeraden kommt es zum Sprint, bei dem ich leider nicht vorbeiziehen kann.

Ein Rennen!! Ein richtiges Rennen!!

meint MOTTA

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hanseat
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Beitragvon hanseat » 09.12.2013, 09:15

@ Peer!

Ich kann Dich gut leiden, das weisst Du, aber Medikamente haben im Sport nichts zu suchen... Ich finde, Du hättest besser mal aussetzen sollen. Das ist dann falscher Ehrgeiz.

Trotzdem weiterhin gute Besserung und bis hoffentlich dann bald gesund im Sattel!

P.S. Trotz allem immerhin Top10!
"Mr. Nachkommastelle"
...wir sitzen alle in einem Boot, die einen rudern und die anderen genießen die Aussicht...
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Peer
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Beitragvon Peer » 09.12.2013, 10:39

Hast auch recht Alex. Mach ich auch nicht wieder. Versprochen!
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Don Vito Campagnolo
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… kein Bein an Deck bekommen …

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 09.12.2013, 11:14

An sich war die Lage für das gestrigen Rennen gar nicht schlecht: Die Doppelbelastung Sonnabend/Sonntag war durch die Rennabsage in Elmshorn vom Tisch und die Volksdorfer Strecke erwies sich in der Testrunde als anspruchsvoll aber – zumindest im Sightseeing-Tempo - ordentlich fahrbar.

Nach einigem Warmhalten bei den ungemütlichen Bedingungen ging es dann gemeinsam mit Marcel, der gestern sein Crossrennen-Debut gab, zur Startaufstellung. Anders als sonst wurden nicht nur die 10 oder 20 Bestplatzierten der Gesamtwertung aufgerufen und einsortiert, sondern jeder auf der Liste, der irgendwo mal ein Pünktchen gesammelt hatte, wurde danach aufgestellt – damit war also schon mal ein Startplatz im letzten Drittel gesichert.

Auf der eher kurzen Startgeraden tat sich dann leider keine Lücke zum Überholen auf, ebenso wenig auf dem noch recht breiten Weg nach der 1. Kurve. Super kompakt rauschte das Feld auf die erste Engstelle zu: Eine scharfe Linkskurve, durch die theoretisch 2 Fahrer nebeneinander gut passen, durch den weichen Boden war es aber kaum möglich, die Spuren zu halten. Marcel hatte offenbar eine etwas günstigere Stelle im Feld erwischt und konnte hier vor mir ins Getümmel eintauchen, ich konnte selbst mit viel Optimismus und Gottvertrauen keine Stelle finden, an der ich ein Plätzchen hätte gutmachen können.

So war in dem Fahrerknäuel zunächst Stop-and-go angesagt, was sich praktisch durch die gesamte erste Runde hindurch so fortsetzte: An jedem Hubbel, an jeder Engstelle, an vielen winkligen Ecken: Immer wieder geriet die Fahrt ins Stocken.

In der zweiten Runde hatte es sich dann ein wenig sortiert, aber an 3 bis 4 Stellen gab es ein ähnliches Spielchen. Dennoch war die - immer noch nicht schnelle - 2. Runde etwa eine Minute schneller absolviert als der 1. Durchgang, was ganz gut zeigte, wie eklig die Startrunde war.

Schon recht weit hinten im Feld war die Lage natürlich alles andere als gut, und im Renntempo zeigte sich die Strecke von ihrer recht sperrigen Seite: Nur die Passagen auf den echten Wanderwegen rollten gut, alles abseits davon war weicher, vergurkter Boden, der einerseits Kraft kostete, andererseits sehr viel Konzentration und Steuerkünste forderte – eine anständige Linie habe ich meist dennoch nicht getroffen.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mein Rad und ich an diesem Tag zwei unterschiedliche Rennen gefahren sind, zumindest konnten wir uns auf keine gemeinsame Linie einigen: Da gab es die 1. Linie, die wäre ich gern gefahren. Dann war da die 2. Linie, die folgte der Schwungmasse meines Körpers. Und auf der 3. Linie bewegte sich schließlich das Fahrrad. So kostete es dann sehr viel Mühe, zumindest Mensch und Material zusammen zu halten und selbst auf eher unverfänglich aussehenden Streckenstücken schlingerten wir so mehr schlecht als recht dahin.

Von der ohnehin nicht guten Position im Feld wurden mir dann noch einige Plätze abgenommen. Mitte des Rennens fuhr ich dann noch sehr nachlässig und unkonzentriert auf die Hürden-Bretter zu und klickte mich nicht rechtzeitig aus der linken Pedale aus. Irgendwie (wie weiß ich heute noch nicht) schaffte ich es mit noch härteren Bremsen und einer Ausklick-Stolper-Sprungbewegung gerade eben so über die Hürde hinweg – das war eher eine Sache von Millimetern als von Zentimetern und vor dem geistigen Auge sah ich mich schon mit blutenden Schienbeinen im Dreck liegen. Von da an war ich zumindest wieder wach und fortan praktisch die gesamte 2. Rennhälfte damit beschäftigt, von dem an meinem Hinterrad klebenden Michi Kusch über den Kurs gehetzt zu werden. Ich betrachte es mal als freundschaftliche Geste, dass er mich dann nicht mehr überholt hat, zumal er im Ziel recht frisch wirkte, während ich noch - vergeblich - Ausschau nach einem Sauerstoffzelt hielt.

Das einzig gelungene Überholmanöver bei der vorletzten Durchfahrt der Zielgeraden war auch schnell wieder Geschichte, denn beim erneuten Einbiegen ins Gelände verstocherte ich den gewonnenen Platz halb entkräftet und nur noch mäßig konzentriert und so stand am Ende nur ein 24. Platz auf der Ergebnisliste.

Tja, einzig positives Fazit bleibt es wohl, dass ich zumindest sturzfrei blieb, das linke Knie tut nach einem Anschlag ans Oberrohr heute dennoch weh. Aber ok: Nachdem ich bei fast allen vorherigen Rennen bei den Starts eher Glück hatte, gehört es wohl auch einfach auch mit dazu, dass es hier eben mal nicht so läuft, wie gewünscht und erhofft. Und an sich hatte ich mich auch auf kniffeligere Strecken gefreut, aber genützt hat es gar nix. Wie sagt man so schön: Again what learned… - ich weiß nur noch nicht so genau was.

Eine ganz starke Vorstellung hat aber Marcel abgeliefert, der gleich von 0 auf Platz 15 gefahren ist und seinen 1. Punkt (denkbar knapp am doppelten Punktgewinn vorbei) feiern kann. Ebenso stark war Bettinas Leistung: Da das Ü18 und Damen-Rennen dieses Mal ganz zum Schluss stattfand, konnte ich auch mal komplett zuschauen, anstatt mit Warmfahren beschäftigt zu sein. Anfangs sah es noch nach einem einsamen Rennen mit sicherem Platz 3 aus, da die beiden Führenden schon eine knappe halbe Minute Vorsprung hatten. Auf den letzten 3 Runden wendete sich aber das Blatt: Platz eins war zwar außer Reichweite, aber mit Siebenmeilenstiefeln verkürzte Bettina den Rückstand, überholte noch und sicherte sich so den zweiten Platz und kann auch beim nächsten Rennen wieder im Pink-Trikot der Gesamtführenden auf Punktejagd gehen.
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Re: … kein Bein an Deck bekommen …

Beitragvon Janibal » 09.12.2013, 15:24

Don Vito Campagnolo hat geschrieben:... Von da an war ich zumindest wieder wach und fortan praktisch die gesamte 2. Rennhälfte damit beschäftigt, von dem an meinem Hinterrad klebenden Michi Kusch über den Kurs gehetzt zu werden. Ich betrachte es mal als freundschaftliche Geste, dass er mich dann nicht mehr überholt hat, zumal er im Ziel recht frisch wirkte, während ich noch - vergeblich - Ausschau nach einem Sauerstoffzelt hielt.
Ich kenn das, der Herr MichiSun Kuschmano ist eine harte Nuss, scheint eine andere Art der Schaltungsgattung zu fahren, Don Campa. Ganz kuschmisch finde ich, dass er in weiß los fährt und auch in weiß ankommt.
Don Vito Campagnolo hat geschrieben:Das einzig gelungene Überholmanöver bei der vorletzten Durchfahrt der Zielgeraden war auch schnell wieder Geschichte, denn beim erneuten Einbiegen ins Gelände verstocherte ich den gewonnenen Platz halb entkräftet und nur noch mäßig konzentriert und so....
Ein sehr launischer Rennbericht. Irgendwann möchte keiner mehr vorne fahren, sondern mit dir vor Spaß taumeln. Für den Bericht würde ich dir gerne einen meiner hart erkämpften Punkte übertragen...nicht nur weil Weihnachten ist!
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Beitragvon Fülle » 09.12.2013, 17:16

Peer hat geschrieben:Ich traf Fülle, der sich bei dem Schietwetter schon früh als Zuschauer an der Strecke zeigte und leider wegen einer Grippe ausfiel.
:wink:
Ja, schöne Veranstaltung und Volksdorf ist ja nicht soo weit weg von mir. Zum Gucken für die Hobbies hat es leider nicht mehr gereicht, dafür habe ich mir mal in Ruhe die Frauen und die Elite angesehen, richtigen Sport also ;) Leider dauert bei mir so ein Infekt immer 4 Wochen, anstatt nur zwei, wie bei anderen, schade, aber vielleicht komme ich ja nochmal zum Fahren.
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Beitragvon catsoft » 09.12.2013, 18:35

Ich hab leider meine rote Mavic Regenjacke auf der Tischtennisplatte vergessen. Hat die jemand eingesammelt?

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Beitragvon Goschi » 09.12.2013, 19:01

Ich hab sie nach dem letzten Rennen noch gesehen..da hing sie aber über Klettergerüst.
Frag doch mal den Veranstalter
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Beitragvon catsoft » 09.12.2013, 19:03

Hab ich natürlich schon...
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Beitragvon pripearl » 09.12.2013, 20:29

Peer hat geschrieben:Hinter mir machte sich Unmut breit. Auf den längeren Geraden konnte ich meinen Vordermann überholen, in den Kurven und Anstiegen packte ich mich hin und er fuhr fluchend an mir vorbei. Das ging 2-3 Runden so, bis der arme St. Paulianer dann endgültig an mir vorbei war....

p.s. der Totenkopf-Keks ist für die St.Paulianer!
Hallo Peer,

die Flüche waren natürlich nur "dem Kampf um die goldene Ananas" und dem Rennfieber geschuldet :) und sind natürlich keinesfalls persönlich zu nehmen.
Für den Totenkopf-Keks bist Du doch glatt auf ein Bier nach dem nächsten Rennen in Kiel eingeladen. biertrinken

Gute Besserung!
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Beitragvon Peer » 10.12.2013, 13:28

du überhaupt kein ding! ich kenn das doch selber, wenn man nicht vorbeikommt bzw. noch ausgebremst wird und man eigentlich schneller könnte. ich nehm sowas ganz entspannt :)

natürlich nur wenn ich ausbremse.. ansonsten mecker ich auch gern von hinten ;)

gruss
peer
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Beitragvon Helmut » 14.12.2013, 12:31

So erlebte es Dona, ausnahmsweise ohne Petra und deshalb ohne Bilder:

http://danosdepesche.bergamont.de/danos/1116
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon sheron » 14.12.2013, 19:33

Toller Bericht, tolle Bilder!
Immer weiter...

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