Radrennen: Lizenz oder lieber Hobby?

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radfreunde
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Radrennen: Lizenz oder lieber Hobby?

Beitragvon radfreunde » 09.12.2014, 15:32

Um nicht andere Threads zuzumüllen, mach ich mal einen neuen auf.

Was ist das eigentlich mit der Lizenz?

Bild

Warum will sie keiner haben? Sie ist doch eigentlich ganz chic? Nicht mehr so ein alter Lappen, sondern jedes Jahr eine neue handliche, abwaschbare, farbige Plastikkarte wie eine Clubkarte.

Da wird diskutiert, was habe ich davon? Meist kaum monetäre Vorteile, die Startgebühren sind etwas geringer, aber bei den eigentlichen Kosten für die Teilnahme an einem Radrennen, fällt das kaum ins Gewicht. Das Geld lassen wir auf der Straße bzw. an der Tankstelle. Manchmal gibt ein Händler einen Rabatt, aber erst wenn man einige Erfolge vorzuweisen hat. Zumindest gibt es für den Sieger eines Radrennens eine Siegprämie - je nach Kategorie sind die Sieger sehr dahinter her. Manchmal gibt es attraktive Sachpreise für den Sieger, je nach Sponsor. Soll es bei Hobbyrennen auch geben, manchmal gibt es den vollen Beutel ja an alle vorher.

Zumindest ist das Anmeldeprozedere zum Rennen einfacher, in der Online-Anmeldung nur die nötigsten Daten, der BDR kennt mich und hat verifiziert. Beim Rennen ist es für den Teilnehmer und Veranstalter einfacher, er gibt seine Lizenz und das ausgeschriebene Startgeld ohne Pfand o. ä. und erhält seine Nummer. Muss nicht seinen Namen für die Siegerliste oder den Sprecher buchstabieren. Alles ganz geschmeidig.

Es gab mal Zeiten, da lies die Polizei einen Lizenzfahrer auf der Straße trainieren, wenn er die Lizenz dabei hatte. Lang, lang ist's her. Und schön wär's.

Aber was kommt, ist ein Sack voller Pflichten. Dazu lese man mal den Lizenzantrag durch:
http://www.rad-net.de/modules.php?name= ... rag_15.doc

Neben der Akzeptanz der Sportordnungen (nicht AGB's - umfangreiche Literatur) stehen hier auch WADA / NADA Code und anderes. Klar, der gemeine Hobbyradler ist ehrlich und sauber. Die Spuren beim Ötzi und anderen Grand Fondos sind da eindeutig. Wenn es um den Sieg (auch nur um die goldene Ananas) geht, sind alle Menschen gleich. Es werden Altersangaben geschönt, Geschlechter manipuliert, Medikamente eingeworfen oder einfach nur der Schiedsrichter verhauen, wenn er eine Entscheidung gefällt hat, die einem nicht passt.

Jede Sportart hat ihre Lizenzbestimmungen, auch wenn einige dann Tageslizenzen verkaufen. Ob die Sportler dann noch kontrolliert werden (können), wenn sie morgens als Micky Maus melden, sei dahingestellt. Oder man eine 2-Klasseneinteilung, die "richtigen" oder Kader-Athleten starten beim Ironman vor den "Sonstigen". Auch beim Fußball gibt es Lizenzregeln und -einteilungen und der Hobbykicker, selbst wenn er besser ist, darf nicht beim HSV mitspielen. Er darf noch nicht mal auf den heiligen Rasen (beim Spiel).

Schön wäre es, wenn der Run auf die Lizenzen ein Selbstläufer wär. Es fängt ja schon mit der Vereinsmitgliedschaft (oder Verbands-) an. Immer die gleiche Frage, was habe ich davon, das kostet nur Geld. Wenn der HSV (stellvertretend für alle Vereine) 70.000 oder mehr Mitglieder hat, stellt da auch keiner diese Frage. Spielen dürfen von diesem nur die wenigsten, ihnen fehlt die Lizenz. Aber sie sind stolz, am Erfolg "ihrer" Mannschaft teilhaben zu können, selbst jahrelanges Dahinsiechen lässt sie nicht von ihrer Einstellung abbringen. Oder bekommen die Eintrittskarten umsonst? In unserem Sport gibt es kaum passive Mitglieder, die nur den Sport durch ihre Mitgliedschaft und -beiträge unterstützen wollen.

Die Mitgliederwerbung liegt an der Front bei den Vereinen, der Landesverband und erst recht der BDR sind da nicht die Hauptakteure. Sie können nur Begleitmusik über Öffentlichkeitsarbeit oder attraktive Angebote (Rennen, Breitensportveranstaltungen) machen. Es zeigt sich immer mehr, dass einige Vereine wachsen und andere Traditionsvereine verschwinden. Interessant ist, dass der Radsport einen sehr stabile Mitgliederzahl hat, während andere - sogar olympische Disziplinen - erschreckend schrumpfen. Auch das Werben für Lizenzen ist eine Vereinsaufgabe, sehr gut zu sehen, welche Trikots sind denn bei den Landesmeisterschaften vertreten - dort ist das Tragen des Vereinstrikots (nicht Team-) Pflicht. Auch hier kann der Verband und BDR nur helfen, allerdings sollte er mehr tun. Nur was? Das darf hier auch diskutiert werden, die Landesverbände und der BDR tun es auch.

Nur mal so "aus dem Bauch".

Viele Grüße, wir sehen uns

wilf
joerg
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Beitragvon joerg » 09.12.2014, 16:43

...lasst den Leuten doch ihr Hobby - ob mit oder ohne Lizenz dafür. Aber gerne auch alle "mit" und an keinem Renntag mehr "ohne"; Altersklasseneinteilung für alle und einzig ein tatsächliches Elite-Feld beibehalten.

Der Unterschied jetzt, ist doch vielmehr, ob derjenige, der unter Hobby läuft, fährt, in einem Verein Mitglied ist oder nicht. Hier dürfte, sollte, könnte "Kasse" gemacht werden. Wenn dieser "Unterschied" beim Einschreiben in der Brieftasche spührbar ist, könnte sich auch die Frage nach der Vereinszugehörigkeit ("...und der nach was bringt mir das...") relativieren.
catsoft
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Beitragvon catsoft » 09.12.2014, 19:59

joerg hat geschrieben:Der Unterschied jetzt, ist doch vielmehr, ob derjenige, der unter Hobby läuft, fährt, in einem Verein Mitglied ist oder nicht. Hier dürfte, sollte, könnte "Kasse" gemacht werden. Wenn dieser "Unterschied" beim Einschreiben in der Brieftasche spührbar ist, könnte sich auch die Frage nach der Vereinszugehörigkeit ("...und der nach was bringt mir das...") relativieren.
Aber die Wirklichkeit der letzten Jahre sah doch anders aus. Ich habe das erste Mal seit über 25 Jahren 2015 keine Lizenz mehr.... Wenn ich als Lizenzfahrer mehr für kürzere Rennen zahlen soll, dann eben nicht. Als ich vor 15 Jahren in den Crosssport eingestiegen bin, gab es noch gar keine Hobbyrennen, da stellte sich die Frage gar nicht.

Robert
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Peer
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Beitragvon Peer » 09.12.2014, 20:57

lustig, dass gerade das thema aufgemacht wurde...

ich habe gestern über meinen triathlonverein eine bdr lizenz beantragen lassen. hauptsächlich fürs crossen.

der grund ist einfach der, dass ich es vom triathlon so kenne, dass hobby bzw. "jedermänner" auch meistens echte hobbysportler sind, die nicht die umfänge trainieren, wie die "ambitionierten" sportler und meist auch nicht die zeiten erreichen.

radfahren ist bei mir zwar auch nur eine teildisziplin, aber dennoch würde ich es einfach gerne mal bei den lizenz-senioren versuchen. wenn das die top 10 der ü40 und u40 aus dem stevens cup machen würden, sähe es übrigens im feld der lizenzfahrer auch wieder anders aus und wäre sicherlich spannender und bunter :) mal ganz abgesehen davon, dass ich viele bei den hobbyfahrern sehe, die da sowieso hingehören ;)

ich versuchs jedenfalls mal nächste saison :)

gruss
peer
Pirat Heiko
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Beitragvon Pirat Heiko » 09.12.2014, 21:10

Ich glaube, die Peisfrage ist der falsche Absatz, einfach alle Rennen gleich teuer und Kinderrennen gratis.... Aber gerne mit Spendentoepfen für die Veranstalterarbeit, wenn die Eltern spenden wollen...

Ich glaube eher, dass der BDR wie einst das "jedermannphänomen" jetzt das "hobbyszenenphänomen" verschlaeft... Und statt nach Lösungen zu suchen, holt er die "Strafkelle"... Gebuehrenregelungen, Kontrolle von "wilden" Rennen etc....

Was spricht denn gegen Tageslizenzen? Renneinteilung "nur" noch nach Altersklassen? Ggf. A und B-Rennen mit Auf- und Abstiegsregelungen?

Letztlich ist es doch ein Luxusproblem, unser Sport boomt und es gab schon in den fruehen 90ern Hobbyrennen im Rahmen des MTB-Booms... Ist also nichts grandios neues.... Diesen Boom positiv nutzen, weiter entwickeln, neue Rennen aufnehmen... Ich denke, das hilft uns unseren Sport weiter in dieser tollen Form auszuüben. Denn warum ist denn in den Hobbyrennen so eine grandiose Stimmung? Warum das in Frage stellen?
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Fülle
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Beitragvon Fülle » 09.12.2014, 22:34

radfreunde hat geschrieben:Neben der Akzeptanz der Sportordnungen (nicht AGB's - umfangreiche Literatur) stehen hier auch WADA / NADA Code und anderes. Klar der gemeine Hobbyradler ist ehrlich und sauber. Die Spuren beim Ötzi und anderen Grand Fondos sind da eindeutig.

Es fängt ja schon mit der Vereinsmitgliedschaft (oder Verbands-) an. Immer die gleiche Frage, was habe ich davon, das kostet nur Geld. Wenn der HSV (stellvertretend für alle Vereine) 70.000 oder mehr Mitglieder hat, stellt da auch keiner diese Frage. Spielen dürfen von diesem nur die wenigsten, ihnen fehlt die Lizenz. Aber sie sind stolz, am Erfolg "ihrer" Mannschaft teilhaben zu können, selbst jahrelanges Dahinsiechen lässt sie nicht von ihrer Einstellung abbringen. Oder bekommen die Eintrittskarten umsonst? In unserem Sport gibt es kaum passive Mitglieder, die nur den Sport durch ihre Mitgliedschaft und -beiträge unterstützen wollen.
Das klingt ja schon alles ein wenig, hmmm, weinerlich!? Sorry, aber das mit dem Doping hättest du dir auch sparen können. Dieses mit dem ausgestreckten Finger auf andere zeigen, kommt irgendwie schlecht rüber.

Auch das mit den Vereinsmitgliedschaften ist doch neulich auch schon besprochen worden, bei den Hobbies im Cross sind doch bestimmt 80 % Vereinsmitglieder. Im Grunde genommen war die Hobbyklasse im Cross auch mein Einstieg, um Mitglied im Verein zu werden. Hätte es die Hobbyklasse nicht gegeben, wäre ich niemals bei Crossrennen aufgetaucht (erstmalig 2008), die Hürde war niedrig genug. Bei der Elite wäre ich niemals mitgefahren.

Hier muss man doch darauf hoffen, dass die Hobbyfahrer auch ihre Kinder anfixen, die sind doch der angestrebte (Lizenz-) Nachwuchs.

Als ehemaliger, wenigstens tlw. leistungsorientierter Handballer (Regionalliga) kann ich auch verstehen, dass einem die (wir) Hobbies irgendwie ein Dorn im Auge sind, irgendwie keine richtigen Sportler. 8)
Peer hat geschrieben:mal ganz abgesehen davon, dass ich viele bei den hobbyfahrern sehe, die da sowieso hingehören. ;)
Wir hatten uns ja auch darüber unterhalten, mich meinst du ja sicherlich nicht ;), aber selbst ich hätte mittlerweile auch kein Problem damit, mir eine Lizenz (wg. Cross) zu lösen, vermutlich werde ich dann 2-mal überrundet, aber 40 Minuten bleiben ja 40 Minuten. :) Das löst aber vermutlich nicht das Nachwuchsproblem.

Ich finde den Ansatz gut, die Altersklasen als alleiniges Kriterium zu nehmen und zu mischen....nennt man dann wohl Jedermannrennen.
Zuletzt geändert von Fülle am 10.12.2014, 10:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Konkursus » 09.12.2014, 23:09

eine sehr nette und durchaus wichtige Diskussion. Schön, dass hier nicht mit dem Zeigefinger auf die Hobbyfahrer gezeigt wird, wie ich es z. B. schon bei facebook gelesen habe.

Mir würde sich bei dem Missverhältnis von Lizenz- zu Hobbyfahrern die Frage stellen, ob die Hobbyfahrer die Lizenzfahrer nicht schon mitfinanzieren. Denn mit deren Startgeldern geht´s ja wohl kaum.

Ich selbst (bereits seit mehreren Jahren Vereinsmitglied) trage mich durchaus mit dem Gedanken, im nächsten Jahr - spätestens jedoch 2016 - mit Lizenz zu fahren.

Warum? Ich gehe jetzt langsam auf die 60 zu und habe bei Crossrennen (alles andere ist sowieso uninteressant) keine Lust, in einem Feld zu fahren, bei dem schon allein altersbedingt keine theoretische Chancengleichheit besteht. Da bleibe ich lieber zuhause und fahre hier.

Aber S4 könnte mich nochmal reizen. Wäre auch ein Anreiz, wenigstens einmal auf die Saison hinzutrainieren.

Ko
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Beitragvon motta » 10.12.2014, 05:00

Pirat Heiko hat geschrieben:Was spricht denn gegen Tageslizenzen? Renneinteilung "nur" noch nach Altersklassen? Ggf. A und B-Rennen mit Auf- und Abstiegsregelungen?
Tageslizenzen, wie es sie ja auch beim Triathlon gibt, finde ich eine gute Idee. Wer nur mal schnuppern will, fährt mit Tageslizenz - Serienfahrer holen sich die Jahreslizenz.

Was der BDR wohl dazu sagt - das wär ja was Neues!

meint MOTTA
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 10.12.2014, 07:48

Pirat Heiko hat geschrieben:... dass der BDR wie einst das "jedermannphänomen" jetzt das "hobbyszenenphänomen" verschlaeft... Und statt nach Lösungen zu suchen, holt er die "Strafkelle"... Gebuehrenregelungen, Kontrolle von "wilden" Rennen etc ...
Das ist z. B. ein Punkt, der mir so richtig gegen den Strich geht: Ok, dass der BDR ein gewisses Alleinvertretungsrecht i. S. Radsport für sich beansprucht, ist aus seiner Sicht ja verständlich, aber dass Lizenzsportler dann mit Sperren belegt werden, wenn sie an "unerwünschten Rennen" bzw. Rennen "unerwünschter Veranstalter" teilnehmen, ist für mich ein no-go.

Dann das ganze Kleingedruckte mit solch lustigen Sachen wie "Abkehrschein" und Vierteljahres-Sperren bei Vereinswechsel (ok, da gibt es 2 winzige sperrfreie Zeitfenster), Wechselgebühr usw. ...

Tut mir Leid, das sind Sachen auf die ich einfach keine Lust habe, die machen das Hobby nur unnötig kompliziert. Ich will doch einfach nur Radfahren und dabei Spaß haben.
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Beitragvon Stockumer Junge » 10.12.2014, 09:01

Ich habe jetzt gerade auch wieder 26,70 € an den Landesverband NRW für die Lizenz bezahlt. Eigentlich, weil es immer so ist. Sozusagen Gewohnheit, weil ich es ja seit den 90ern nicht anders kenne. Damals war es eine Eintrittskarte zum Radrennenfahren. Das ging gar nicht anders. Heute liegen die Dinge bekanntlich anders. Man benötigt sie dafür nicht mehr.

Die C-Fahrer waren damals die Hobbyfahrer. Die Starterfelder waren damals über 300 Fahrer groß. Deswegen gab es eine Beschränkung, dass höchstens 200 Fahrer an einem Rennen teilnehmen durften. Wenn heute ein C-Fahrerfeld über 100 Fahrer groß ist, ist das für den Veranstalter ein großer Erfolg.

Wie kann die Zukunft aussehen? Stärker in einzelne Leistungsklassen differenzieren? Schwer, so gross ist der Markt nicht.

Sich abschotten? Das hat noch nie was gebracht.

Auf Nachwuchs setzen? Gibt es kaum noch. Die Starterfelder sind schon sehr winzig geworden.

Hobbyklasse und Lizenzler zusammen fahren lassen? Das mag wohl beim Crossrennen gehen, beim Kriterium und Rundstrecken nicht. Rennfahrer fahren anders Rad als Hobbyfahrer. Schwere Stürze wären vorprogrammiert.

Schnupper- und Tageslizenzen wären ein Weg. Die Hemmschwelle wird genommen.

Wer kennt denn die Regelungen in Dänemark oder den Niederlande? Läuft das dort besser?
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kocmonaut
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Beitragvon kocmonaut » 11.12.2014, 22:51

Was Wilf hier beschreibt, ist der Wunsch nach "Verbundenheit" mit dem lizensierten Radsport. Es fühlen sich jedoch viele dadurch abgeschreckt, dass die "Verpflichtung" die "Verbundenheit" überlagert. Der Hobbyfahrer ist indes frei von Verpflichtungen und vom Leistungsdruck: Er fährt selbstbestimmt und nach Lust im Hobbyrennen, bei QPE oder bei anderen wettkampforientierten Trainingsfahrten, und freut sich über den 4. Platz. Im Lizenzrennen wäre er damit der "Looser". Diese erfreuliche Vielfalt führt leider zum Ausbluten der "alten" Hobbyfahrer, die früher die C-Klasse bildeten. Das beschreibt Stockumer Junge sehr schön.

Wenn man für ein "Gleichgewicht" in allen Klassen sorgen möchte, dann müssten m. E. zweierlei Dinge gleichermaßen passieren:
- der BDR muss lockerer bzgl. Lizenzbestimmungen werden
- ambitionierte und starke Hobbyfahrer wollen! "in einer anderen Liga" (Aufstieg C-Klasse) fahren. Würde ich hier müssen! schreiben, wären es wieder eine Regulierung in der Hobbyklasse (die keiner will)

Alles sehr utopische und deswegen wenig beharrliche Überlegungen.

kocmonaut
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Camillo
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Beitragvon Camillo » 12.12.2014, 08:20

Ich besitze eine C-Lizenz und fahre sowohl Rennen aus dem GCC, wie aber auch in Hamburg, Berlin oder Hannover. Dürfte ich diese Rennen mit der C-Lizenz nicht fahren, würde ich keine lösen... obwohl die Rabatte bei Stadler natürlich nicht zu verachten sind. ;-)

Ich habe mir eine Lizenz lediglich geholt, um mir die Option offen zu halten, auch mal ein Lizenz Rennen zu fahren, welches in meiner Nähe ist, falls dann die Zeit da ist, fahre ich.
Im Winter gewinnt man, nicht im Sommer. (Bernard Hinault)
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Konkursus
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Beitragvon Konkursus » 12.12.2014, 11:36

stimme Kocmonaut in vollem Umfang zu.

In den sog. Jedermannrennen können dann zwei Welten aufeinanderstoßen. Die der engagierten und guten Hobbyfahrer, die gerne schnell und vornewegfahren, aber wegen der Verpflichtungen etc. ohne Lizenz und die derjenigen, die grundsätzlich mit Lizenz fahren könnten (im Grunde: müssten), aber dies nicht wollen, weil sie gewinnen möchten.

Und schon krachts.

Ko
crumble
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Beitragvon crumble » 12.12.2014, 13:57

Fülle hat geschrieben:Dieses mit dem ausgestreckten Finger auf andere zeigen, kommt irgendwie schlecht rüber.
Recht hat er damit aber schon. Ich will aber auch gar nicht kontrolliert werden. Sieht man einmal von denen ab, die was einwerfen um auf irgendeiner Liste oben zu stehen oder die etwas einwerfen, um das ueberhaupt durchzustehen, gibt es noch die Kranken. Je Aelter die Fahrer werden, desto ehern wird sich bei ihren ganz normalen Medikamenten etawas finden lassen, was auf der Dopingliste steht. Dann heisst es zwischen Sport und Gesundheit abwaegen. Sehr vielen wird noch nicht mal bewusst sein, dass sie eigentlich dopen. Allerdings werden sie dann hoechstwahrscheinlich krankheitsbedingt eh nicht in den Top10 fahren.

Dank der vielen Profis wusste ich immerhin, dass mein eines Astmamittel meldepflichtig und das Notspray verboten war. Ob sie es noch immer sind? Keine Ahnung. Da ist dann schon das naechste Problem. Als Lizenzfahrer muesste ich das jede Saison ueberpruefen und eventuell die Medikamente wechseln. Jedermannrennen sind da wesentlich entspannter. Das einzige was mich da stoert ist, dass mit dem GCC verscuht wird dem ganzen einen serioesen touch zu geben.

Mit meiner Trainingsleistung haette ich bei den Lizenzrennen eh immer damit zu kaempfen ueberhaupt mit einer Zeit ins Ziel zu kommen. Ausserdem liegen mir Kreiselrennen mental und vom Koerperbau ueberhaupt nicht. Die abgesperrten, grossen Kreise der Jedermannrennen sind fuer mich ideal. Eine Lizenz wuerde fuer mich nur Stress und keinen Spass bedeuten. Der einzige Grund in einen BDR-Verein einzutreten, waere fuer mich die hervorragenden Leistung bei der RTF Organisation zu wuerdigen.
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Indorain
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Beitragvon Indorain » 12.12.2014, 15:38

Nur mit dem Erwerb einer Lizenz ist es nicht getan. Wenn man einigermaßen gut mitfahren möchte braucht man ein richtiges Rad-Renn-Training. Meistens wird aber nur ein Rennrad-Training angeboten. Nur im Jugend- bzw. Nachwuchsbereicht wird so ein Training durchgeführt. Wer schon als Jugendlicher diese Schule durchlaufen hat, ist dann auch für Amateurrennen gerüstet und kann sich ggf. einer der vielen Renngemeinschaften anschließen - ansonsten wird es schwer.

Es gab man die Initiative zur Trainerausbildung, viele haben daran teilgenommen - ich auch! Leider gab es weder von Vereins- oder Verbandsseite Interesse daran, die neuen Trainer weiter zu schulen und Sie in entsprechende Aufgaben einzubinden, so ist meine Lizenz verfallen... Ich muss aber auch rückblickend sagen, daß die Inhalte wertlos waren - hätte ich mir auch aus dem Netz saugen können. Wenn ich aber in die praktische Trainingsarbeit eingebunden wäre und mit entsprechenden Weiterbildungen, so hätte das sicherlich was werden können...
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Beitragvon kocmonaut » 13.12.2014, 19:24

Hallo Indorain,

in der Tat sind Lizenzfahrer häufig diejenigen, die bereits seit der Jugend Lizenrennen fahren. Wer später anfängt, landet eher in der RTF-Szene oder evtl. in Hobbyrennen. Zudem ist in der Jugend der Anteil der Lizenzinhaber (in Bezug auf alle Radsportler dieser Altersklasse) deutlich höher als als bei den Erwachsenen. Wer sich fürchten will, der muss glauben, dass in 10 Jahren nur noch 5-10 Fahrer in der Eliteklasse starten.

Insofern ist der Ausflug in den Nachwuchs absolut themenbezogen. Auch Stockumer Junge fragte bereits - und lieferte die Antwort gleich mit, denn:

Stockumer Junge schrieb: "Auf Nachwuchs setzen? Gibt es kaum noch. Die Starterfelder sind schon sehr winzig geworden."

Deine Kritik an mangelnder Unterstützung in der Traineraus/weiterbildung kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Meine 2010 erworbene Trainerlizenz ist zwar auch verfallen (kennen wir uns vielleicht aus dem Lehrgang in S-H/HH?), das lag aber daran, dass die Bemühungen vereinsintern zu wenig Früchte getragen haben, denn die Nachfrage blieb trotz Angebot spärlich. Also ließ ich es deswegen wieder bleiben. Das mag vielleicht ein Fehler sein, hier nicht langen Atem zu haben, jedoch: die eigene Geduld, Hoffnung und Energie ist nun mal nicht unendlich.

Und da schließt sich wieder der Kreis um die unendliche Frage nach dem Ei des Kolumbus: Was war zuerst (nicht) da: kein Nachwuchs oder keine Förderung für den lizensierten Radrennsport?

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Beitragvon Helmut » 14.12.2014, 03:16

Passt m. E. zum Thema... Eben fand ich im Challenge Magazin einen Hinweis, den ich als gute Nachricht empfinde:

Die Sieger der Altersklassen (des GCC) werden nicht mehr wie in den letzten Jahren zu " Deutschen Meister Jedermann".

Na endlich. Der BDR scheint gemerkt zu haben, dass er auf dem Holzweg war, "Deutsche Meister"-Titel an Jedermann zu verteilen. Wer diesen Titel anstrebt, wird sich künftig wieder mit der Elite des Radsports messen müssen.

Jetzt fehlt nur noch, dass der BDR auch seinen A- und B-Lizenzfahrern die Teilnahme an GCC-Rennen gestattet. Dann gäbe es auch weniger Lizenzverweigerer. Die Gründe, eine Lizenz zu lösen, blieben dadurch ja erhalten (z. B. Teilnahmemöglichkeit an reinen Lizenzrennen), es fiele nur ein mit der A- und B-Lizenz verbundener Nachteil weg.
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Beitragvon Italo Racer » 14.12.2014, 19:04

Das was ich widerlich finde, sind diese ganzen Jedermann-Teams, die halbwegs Profi mäßige Strukturen haben. Was haben die eigentlich bei den Jedermännern zu suchen?

Ich finde ja auch, wenn einer eine gewisse Anzahl an Jedermannrennen auf den Podiums Platz beendet hat, sollte er aufsteigen in die Lizenz-Klasse und somit für die nächste Zeit bei den Jedermännern gesperrt werden.
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Beitragvon Das Biest » 15.12.2014, 08:14

Ich war kürzlich auf einem Lehrgang des BDR zum "Sportlichen Leiter". Dort wurde auch zum Thema Lizenz pro und contra diskutiert. Mir leuchten die Argumente Pro und Contra absolut ein.

Ich komme für mich persönlich zu dem Schluss, dass eine Rennlizenz nur dann Sinn macht, wenn man das ganze schon sehr professionell betreibt, es also mit einem Hobby schon fast nichts mehr zu tun hat.

Das geht in die Richtung "Berufsfahrer". Für die und deren internationale Rennen macht es absolut Sinn. Da, wo es um etwas geht!

Für die "kleinen" Hobbyfahrer, finde ich es (mit den ganzen Regeln, Verboten und Einschränkungen) für übertrieben.

In welcher Vielfalt der Veranstalter eine Unterteilung der Hobbyklassen unternimmt, um es gerechter zu machen, ist ja ihm selber überlassen. Ich für mich, fahre Rennen ja auch "nur" für mich und nicht um diese zu gewinnen. Ich mache es also aus Spaß an der Freude.

Aber das muss jeder mit sich selber ausmachen.
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 15.12.2014, 08:34

Italo Racer hat geschrieben:Das was ich widerlich finde, sind diese ganzen Jedermann-Teams, die halbwegs Profi mäßige Strukturen haben. Was haben die eigentlich bei den Jedermännern zu suchen?
Das hat wohl etwas damit zu tun, was sich der Sponsor davon verspricht:

Vielleicht sieht der Geldgeber eines solchen "profimäßigen" Jedermannteams wie z. B. Merkurdruck eher einen positiven Marketingeffekt, wenn seine Mannschaft bei Jedermannrennen wie Rund um Köln/um den Finanzplatz, Cyclassics, Göttingen oder sonstwo zu sehen sind und auf den Siegerlisten stehen. Diese Rennen finden i. d. R. an prominenten Orten statt, sind gut besucht und (von wenigen Ausnahmen wie z. B. Ötztaler) zumindest in der Berichterstattung dopingfrei.

Im Gegensatz dazu finden viele Linzenzrennen faktisch "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" fast zuschauerfrei statt, wenn 40 Mal in einem Gewerbegebiet um den Block gefahren wird. Außerdem leidet das Ansehen des lizensierten Amateurs unter der Dopingmisere des Profisports.

Vor dem Hintergrund ist es aus Sicht eines Sponsors nicht ganz unverständlich, wenn er seine Werbebotschaft dort platziert, wo sie seinem Unternehmen eher positiven statt negativen Imagegewinn bringen kann.

(Das heißt nun nicht, dass ich das auch so gut finde. Etwas reichlich befremdlich finde ich diese Materialschlacht unter dem Banner "Jedermann" auch.)
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Beitragvon Helmut » 05.01.2015, 02:01

Auch auf die Gefahr hin, dass mir vielleicht einige Hobby-Crossrennen-Fahrende gleich an die Gurgel gehen möchten, weise ich gern darauf hin, wie man beim Weser-Ems Cup versucht die leistungsstarken "Hobby-Fahrer" in die Lizenzrennen zu ziehen: Bei den Hobbyrennen ist die Strecke teils entschärft. Wahre Helden fahren die ganze Strecke und müssen eine Lizenz dafür lösen. Zudem wurden alle Hobbyrennen in dichter Folge gestartet, so dass alle Hobbyisten gleichzeitig auf der Strecke waren (bis zu über 70). Siehe

http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/ ... php?t=8945

Beim WEC genügt es eine Lizenz für ein Jahr zu lösen, weil der WEC immer am 31.12. endet. Für den Stevens Cross Cup muss man dies gleich für zwei Jahre tun, weil der erst Ende Januar endet. Da kann aber der Stevens Cup nix dafür, dass der BDR Saison- und Jahresende durcheinander bekommen hat.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 05.01.2015, 08:38

Helmut hat geschrieben:Auch auf die Gefahr hin, dass mir vielleicht einige Hobby-Crossrennen-Fahrende gleich an die Gurgel gehen möchten, ...
Aber nicht doch, das wäre doch gar kein HFS-Stil. Etwas subtiler darf es schon sein: Ein paar Stockhiebe auf die nackten Fußsohlen reichen doch auch. Oder dem Admin die Zigaretten verstecken. Oder so. ;)
Helmut hat geschrieben:...wie man beim Weser-Ems Cup versucht die leistungsstarken "Hobby-Fahrer" in die Lizenzrennen zu ziehen: Bei den Hobbyrennen ist die Strecke teils entschärft. Wahre Helden fahren die ganze Strecke und müssen eine Lizenz dafür lösen.
Damit wird zwar ein gewisser Abstand hergestellt, aber nicht gerade im Sinne von "Aufwertung der Lizenz", eher in "Abwertung der Hobbyklasse". Das kann natürlich auch einen positiven Effekt haben, z. B. in dem Sinne, dass sich Neulinge eher mal trauen bei einem Hobby-Rennen an den Start zu gehen.

Imho fehlt aber immer noch eine echte Aufwertung der Lizenz. Irgendetwas, bei dem jeder sagt "Ey geil, so´ne Lizenz ist echt das Ding! Cool und sexy, noch toller als jedes Smartphone, das muss ich einfach haben!" Naja, in der Art jedenfalls. So eine zündende Idee was fehlt irgendwie noch.

In dem Zusammenhang noch mal eine Verständnisfrage, da ich nicht alles im Kleingedruckten des BDR kenne:

Wenn man erst spät im Jahr (~Ende September) passend zur Cross-Saison eine Lizenz lösen würde und diese dann zum Jahresende auslaufen ließe und nicht verlängern würde: Wäre man dann im neuen Jahr wieder Hobby-Fahrer "mit weißer Weste" oder gäbe es noch irgendwelche Nachwirkungen/Beschränkungen i. S. von Startverbot bei bestimmten Rennen, Vereinswechselbeschränkungen oder ähnliches?
Jacfm
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Beitragvon Jacfm » 05.01.2015, 14:19

Helmut hat geschrieben:Beim WEC genügt es eine Lizenz für ein Jahr zu lösen, weil der WEC immer am 31.12. endet. Für den Stevens Cross Cup muss man dies gleich für zwei Jahre tun, weil der erst Ende Januar endet. Da kann aber der Stevens Cup nix dafür, dass der BDR Saison- und Jahresende durcheinander bekommen hat.
Da kann auch der BDR nicht so richtig was für, sondern eher die UCI, denn die Crosssaison geht nun mal bis in den Februar hinein, endet international mit der WM immer so am ersten Februar-WE. In Belgien gibt es sogar noch Mitte Ende Februar Cross Rennen:

http://superprestigecyclocross.be/

Die Termine der nationalen Titelkämpfe werden soweit ich weiß auch von der UCI vorgeschrieben, damit sie nicht mit dem internationalen Kalender kollidieren und finden Somit immer im Januar vor der WM statt.

Die regionalen Veranstalter müssen nun halt immer irgendwo im Gewusel der nationalen Kalender ihren Platz finden (zusätzlich zu den Terminen in ihrer Region).
Don Vito Campagnolo hat geschrieben:Wenn man erst spät im Jahr (~Ende September) passend zur Cross-Saison eine Lizenz lösen würde und diese dann zum Jahresende auslaufen ließe und nicht verlängern würde: Wäre man dann im neuen Jahr wieder Hobby-Fahrer "mit weißer Weste" oder gäbe es noch irgendwelche Nachwirkungen/Beschränkungen i.S. von Startverbot bei bestimmten Rennen, Vereinswechselbeschränkungen oder ähnliches?
Ja das kannst du, hat letztes Jahr ein Fahrer von Focus sowie ein Pirat gemacht, die dann in Buchholz gestartet sind und dies Jahr macht das einer von Uni HH (soweit ich das den Meldelisten entnehmen kann).
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Beitragvon Helmut » 05.01.2015, 23:05

Jacfm hat geschrieben:
Helmut hat geschrieben:Beim WEC genügt es eine Lizenz für ein Jahr zu lösen, weil der WEC immer am 31.12. endet. Für den Stevens Cross Cup muss man dies gleich für zwei Jahre tun, weil der erst Ende Januar endet. Da kann aber der Stevens Cup nix dafür, dass der BDR Saison- und Jahresende durcheinander bekommen hat.
Da kann auch der BDR nicht so richtig was für, sondern eher die UCI, denn die Crosssaison geht nun mal bis in den Februar hinein, endet international mit der WM immer so am ersten Februar-WE.
Dass die Crosssaison von der UCI vorgegeben bis in den Februar reicht, ist doch O.K. Welchen Sinn aber soll es bitte machen, dass die Lizenzen mittendrin auslaufen? Und wenn auch das von der UCI vorgegeben wäre, sollte der BDR sich dafür einsetzen, dass dies geändert wird.
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Beitragvon radfreunde » 06.01.2015, 00:39

Helmut hat geschrieben:Dass die Crosssaison von der UCI vorgegeben bis in den Februar reicht, ist doch O.K. Welchen Sinn aber soll es bitte machen, dass die Lizenzen mittendrin auslaufen? Und wenn auch das von der UCI vorgegeben wäre, sollte der BDR sich dafür einsetzen, dass dies geändert wird.
Welchen Sinn macht es, ein Jahr eine Lizenz, ein Jahr keine Lizenz usw.?

Mal was anderes, gerade in der Ausschreibung zur UCI Jedermann-Weltmeisterschaft "UCI World Cycling Tour" (UWCT), Copenhagen Gran Fondo 2015 gefunden:
Copenhagen Gran Fondo Road Race 2015 hat geschrieben:Everyone is allowed to participate in the race - whether you hold a license or not, or whether you are a member of a club or not – you may join the race. The price is DKK 600, -, which you pay during registration.

Afterwards, on the race day you must buy a license. And then you’ll have three different options to choose from:
- UCI license
- DCU “cycling for all” - license (only Danish riders)
- One-Day license

The first two licenses is issued by the National Federation, and requires a membership in a national registrated cycling club. The third option – one-day license - can be purchased on the day of the race, and this license does not require any membership of a cycling club. Price: DKK 50,-.
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Beitragvon Helmut » 06.01.2015, 01:03

radfreunde hat geschrieben:
Helmut hat geschrieben:Dass die Crosssaison von der UCI vorgegeben bis in den Februar reicht, ist doch O.K. Welchen Sinn aber soll es bitte machen, dass die Lizenzen mittendrin auslaufen? Und wenn auch das von der UCI vorgegeben wäre, sollte der BDR sich dafür einsetzen, dass dies geändert wird.
Welchen Sinn macht es, ein Jahr eine Lizenz, ein Jahr keine Lizenz usw.?
Die Frage ist gerechtfertigt, beantwortet aber leider nicht meine.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 06.01.2015, 08:15

radfreunde hat geschrieben: Welchen Sinn macht es, ein Jahr eine Lizenz, ein Jahr keine Lizenz usw.?
Ein denkbarer Sinn könnte sein: Ein Fahrer möchte z.B. die Cross-Rennen mit Lizenz fahren und im Sommer an dem einen oder anderen Straßenrennen in der Hobby-Klasse teilnehmen. Oder genau andersherum: Im Sommer mit, im Winter ohne.
Gibt da sicherlich noch haufenweise mehr Motive für die meine Fantasie im Moment nicht reicht. Und der BDR und andere Verbände sind da ganz sicher noch fantasieloser.
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Beitragvon radfreunde » 06.01.2015, 10:05

Helmut hat geschrieben:Die Frage ist gerechtfertigt, beantwortet aber leider nicht meine.
Ich drücke es mal diplomatisch aus. Es würde nicht mal den Weg durch die Antragskommission nehmen.
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Beitragvon radfreunde » 06.01.2015, 10:57

Don Vito Campagnolo hat geschrieben:Ein denkbarer Sinn könnte sein: Ein Fahrer möchte z. B. die Cross-Rennen mit Lizenz fahren und im Sommer an dem einen oder anderen Straßenrennen in der Hobby-Klasse teilnehmen. Oder genau andersherum: Im Sommer mit, im Winter ohne.
Gibt da sicherlich noch haufenweise mehr Motive für die meine Fantasie im Moment nicht reicht. Und der BDR und andere Verbände sind da ganz sicher noch fantasieloser.
Willst Du dann auch gleich die Hobbyklasse abschaffen? Es doch jedem Lizenzfahrer unbenommen bei JedermannCrossrennen zu fahren. Auf der Straße sind nur die A und B ausgenommen. Alle anderen dürfen doch.

Es sollte doch auch ein bischen ein Abbild von Leistungsklassen sein, in welchem Rennen ich antrete.

Anderer Vorschlag, wir machen eine Straßen- und eine Crosslizenz (und eine Bahnlizenz und eine Hallen usw.), natürlich nur gegen Gebühr. Was glaubt ihr was dann die Kollegen sagen, wenn sie 2 oder mehr Lizenzen zahlen sollen?
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Beitragvon Jacfm » 06.01.2015, 11:13

Wielange eine Lizenz gilt ist natürlich auch von der UCI vorgegeben:
The licence shall be valid for one year, from 1 January to 31 December. It shall be valid in all countries where there is a UCI member national federation.
http://www.uci.ch/inside-uci/rules-and- ... gulations/
Part I: General organisation of cycling as a sport
Absatz 1.1.008

Dass man daran was ändern kann, halte ich bei dem Tempo von Veränderungen und dem Festhalten an Traditionellem bei der UCI für eher unwahrscheinlich. :(
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Beitragvon radfreunde » 06.01.2015, 11:56

Jacfm hat geschrieben:Wielange eine Lizenz gilt ist natürlich auch von der UCI vorgegeben:
Das man daran was ändern kann, halte ich bei dem Tempo von Veränderungen und dem Festhalten an Traditionellem bei der UCI für eher unwahrscheinlich. :(
Ist aber auch nicht leicht für jede Sparte, die Bahnfahrer, Kunstradfahrer usw. haben einen anderen Saisonrythmus als die nur bei uns vorherrschenden Straßen- und Crossfahrer. Außerdem ist die UCI ein Weltverband, in Südafika und Australien ist zur Zeit Sommer, irgendwo auf dieser Welt will man das ganze Jahr Straßenrennen fahren, weil die klimatischen Voraussetzungen so sind.

Wie schwer es ist, einen Saisonrythmus zu ändern, sieht man bei den Fußballern. Die schaffen es nicht, mit Vorlauf von 5 Jahren eine WM in den Winter zu verlegen. Die verlegen lieber den Austragungsort.

Was machen dann unsere Vereine? Die Mitgliedschaft gilt immer von Jahr zu Jahr. Das gilt auch für Landesverband, Landessportbund, andere Sportvereine. Die sollen Lizenzen herausgeben, die in einem vereinslosen Zustand gelten? Oder ihre Satzungen an unseren Saisonrythmus anpassen? Wir leben nicht nur in einer Wünsch-Dir-Was-Welt.

Mich hat mal ein Marketingmann auf eine kleine Anforderung des damals größten Kunden in Europa gefragt: "How many maschines do we sell more if we have this feature?" Die Antwort 500 Computer (damals kein PC-Preis) führten zu einem Lächeln.
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 06.01.2015, 14:04

radfreunde hat geschrieben: Willst Du dann auch gleich die Hobbyklasse abschaffen? Es doch jedem Lizenzfahrer unbenommen bei JedermannCrossrennen zu fahren.
Um Gottes Willen: Nein.

1. Ist die Hobby-Klasse toll und 2. gibt es hier bei uns im Norden praktisch keine Jedermann-Crossrennen; die scheint es nur fernab im Süden, Westen, sonstwo zu geben. Hier gibt es entweder Lizenz oder Hobby, kein Mischmasch.
radfreunde hat geschrieben:Anderer Vorschlag, wir machen eine Straßen- und eine Crosslizenz (und eine Bahnlizenz und eine Hallen usw), natürlich nur gegen Gebühr. Was glaubt ihr was dann die Kollegen sagen, wenn sie 2 oder mehr Lizenzen zahlen sollen.
Die Idee hatte ich auch schon, sie aber gleich wieder verworfen, weil mir sofort die gleichen Bedenken kamen.

Fassen wir also zusammen: Es gibt für jede Lösung das dazu passende Problem.
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Beitragvon Knud » 06.01.2015, 22:42

radfreunde hat geschrieben:Willst Du dann auch gleich die Hobbyklasse abschaffen? Es doch jedem Lizenzfahrer unbenommen bei JedermannCrossrennen zu fahren. Auf der Straße sind nur die A und B ausgenommen. Alle anderen dürfen doch.
Ich hatte das bisher so verstanden, dass die Hobby-Klasse eben kein Jedermannrennen sei. Wieder was gelernt.
radfreunde hat geschrieben:Es sollte doch auch ein bischen ein Abbild von Leistungsklassen sein, in welchem Rennen ich antrete.
Das ist wohl erstrebenswert. Aber das ist je nicht wirklich gegeben, wenn ich ohne Bedingungen eine Lizenz lösen kann, aber auch als "Hobby" stärker sein darf. Das scheint mir aber eher ein Straßen- als ein Crossproblem.

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Beitragvon Jacfm » 07.01.2015, 11:02

Knud hat geschrieben:
radfreunde hat geschrieben:Willst Du dann auch gleich die Hobbyklasse abschaffen? Es doch jedem Lizenzfahrer unbenommen bei JedermannCrossrennen zu fahren. Auf der Straße sind nur die A und B ausgenommen. Alle anderen dürfen doch.
Ich hatte das bisher so verstanden, dass die Hobby-Klasse eben kein Jedermannrennen sei. Wieder was gelernt.
Hobbyklasse und jedermannklasse sind schon was unterschiedliches, Hobby eben komplett ohne Lizenz, Jedermann mit bis zu C-Lizenz.
Hier bei uns Norden) gibt es nur keine Jedermann Crossrennen.
Knud hat geschrieben:
radfreunde hat geschrieben:Es sollte doch auch ein bischen ein Abbild von Leistungsklassen sein, in welchem Rennen ich antrete.
Das ist wohl erstrebenswert. Aber das ist je nicht wirklich gegeben, wenn ich ohne Bedingungen eine Lizenz lösen kann, aber auch als "Hobby" stärker sein darf. Das scheint mir aber eher ein Straßen- als ein Crossproblem.
Es ist eher so, dass der Verband keine Möglichkeit hat, lizenzlose Hochleistungssportler zu reglementieren, sprich zum "Aufsteigen" zu "zwingen" oder so, da sie ja keinen Regeln unterliegen.

Im Strassensport regelt sich das aber eher von selbst, als im Cross, da die Schwachen auf der Strasse einfach hinten aus dem Feld fallen.

Dass die Grenzen irgendwo verschwimmen, ist normal, es wird immer Hobbyfahrer geben, die schneller als einige Lizenzfahrer sind, aber das liegt auch an dem großen Leistungsunterschied der Lizenzfahrer.
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Beitragvon Pirat Heiko » 07.01.2015, 11:12

Die Entscheidung, ohne Lizenz zu fahren, treffen nach meiner Meinung auch viele deshalb, weil sie sich durch die Verbaende extrem "gegaengelt" fuehlen. Letztes jahr gab es etliche Abmahnungen fuer Lizenzfahrer, weil sie an "verbotenen" Rennen teilgenommen haben. Nur das keiner wusste, dass z. B. etablierte Veranstaltungen wie die Tour de Wendland "verboten" waren. Das war fuer viele richtig abschreckend! Praegnantes Beispiel sind die Einzelzeitfahren. Es gibt dort einige Spezialisten, die auf offenen Veranstaltungen gestartet sind (Ollaner Zeitfahren) und auch dort abgemahnt wurden. Das hat den Verbaenden wirklich null genutzt. So erreichen sie eher eine Abkehr vom Lizenzsport, als dass, was sie wohl erreichen wollten. Ein Sportler kann nach meiner Meinung nicht erkennen, ob die Veranstaltung "regulaer" ist. Wenn der Veranstalter sein "Rennen" sogar auf rad-net stehen hat....

Das war echt verrueckt.... Das laesst viele auch im Hobbysport verweilen, sie wollen auch mal ein "rad race" oder einen "wicked world cup" oder aehnliches fahren.... Wollen dafuer nicht bestraft werden....
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Beitragvon Konkursus » 07.01.2015, 15:22

es ist ja eine sehr fundierte und breit gefächerte Diskussion hier über ein Problem, das mich auch bereits seit geraumer Zeit beschäftigt.

Nachdem ich auf Grund der Diskussion bei Jule radelt davon ausging, dass eher "wilde" MTB-Rennen als schädlich in Betracht kommen, hat mir Heiko noch einmal die Augen geöffnet wg. der Zeitfahren, an denen ich ab zu aus Spaß an der Freud teilnehme.

Offenbar gibt es dann nur noch die Lösung a la Tribelix, der nach meiner Erinnerung unter diesem Nickname in Fintel beim Triathlon gestartet war.

Offenbar wird man vom BDR in Richtung Kindergarten getrieben.


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Beitragvon radfreunde » 07.01.2015, 18:49

Man sieht hier wieder die unterschiedlichen Sichtweisen. Der Sportler fühlt sich gegängelt und der BDR bzw. die Verbände und Vereine sind die Spaßverderber.

Aber was man außer Acht läßt, sind die Veranstalter. Jeder kann heutzutage ein Event ausrufen und natürlich auch organisieren - glauben zumindest viele. Nun sind Lizenznehmer auch Vertragspartner des BDR/UCI. Sie wollen sich darauf verlassen, dass bestimmte Spielregeln eingehalten werden. Dies fängt damit an, dass sie bestimmte Anforderungen an die Strecke stellen, die von den verantwortlichen Wettkampfrichtern abgenommen wird. Des weiteren haben Vertragssportler einen Versicherungsschutz zu erwarten, für den Fall der Fälle. Schließlich erwarten Sportler eine faire und richtige Ergebnisauswertung und Ranglistenpunkte. Der BDR will dort eine Qualität erhalten.

Die "wilden" Veranstalter sind frei. Sie organisieren ein Event(Rennen) nach ihrem Gusto und Regeln, wenn was passiert schlägt, das auf alle BDR angehörigen Vereine zurück, denn die Genehmigungsbehörden kennen keine Unterscheidung, für die sind alle Rennradfahrer. Also kann der BDR das nicht so einfach unterstützen.

Warum veranstalten die denn unter der Marke "Radrennen", "Einzelzeitfahren" usw.? Seit hundert Jahren so von BDR oder Vergängern so gemacht, aber nie als solches "geschützt". Warum machen die nicht ein "Renntraining" oder "Training unter Rennbedingungen"? Machen wir doch auch, wenn wir den Genehmigungsweg wegen ein paar Radrennfahrern nicht gehen wollen. Dann wird niemand abgemahnt, in dessen Lizenzbedingungen steht, dass er nur in BDR organisierten Rennen fahren darf. Aber sie wollen den großen Bahnhof... Genauso wie einige Rennradfahrer den Ruhm des Sieges eines Radrennens wollen, egal wer ihr Mitstreiter ist.

Die Lizenzregeln haben sich in den letzten Jahrzehnten m. E. auch nicht geändert. Ich habe nur gehört, dass es früher verboten war, bunte Socken zu tragen. Ich habe auch davon gehört, dass in einigen Landesverbänden Lizenzfahrer die Kopie einer Kopie einer Kopie eines Schreibens des Innenministeriums aus lang vergangenen Zeiten in der Tasche tragen, in dem Lizenzfahrern das Fahren auf der Straße erlaubt wurde. Daran kann sich kein Innenminister mehr erinnern, auch nicht an den Unterzeichner. Soll es in anderen Ländern auch geben oder gegeben haben. Neben den Rennen ein echter Mehrwert.

Also Lizenz ziehen ;-)
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Beitragvon kocmonaut » 08.01.2015, 01:12

zunächst einmal Glückwunsch an alle Mitwirkenden für den kollegialen Fachaustausch, der, wie man sieht bzw. liest, auch ohne Beschimpfungen und Beleidigungen ausgefochten werden kann. Jedoch: je feingliedriger die Diskussion wird, desto klarer wird auch, dass die Einstellung die Überzeugungskraft überlagert. Alles gut.

Beachtet aber auch: So schön die Einbindung von Hobbyrennen in Lizenzrennen sein mag: Ich erlebte einst eine "wettkampforientierte Trainigsfahrt" (ein Hobby/Jedermannrennen), bei der ein Radsportler unter einem Trecker landete. Der reinste Horror für Betroffene - und Veranstalter. Der ...Cup wurde daraufhin eingestellt.

Was ich damit sagen möchte: Hobby/Jedermannrennen sind für "kleine" Veranstalter aus Haftungsgründen nur im Rahmen eines Paketes mit Lizenzrennen durchführbar. Lizenzrennen können jedoch ohne Hobby/Lizenzrennen stattfinden. Ergo sollten Lizenzsportler in den Teilnahmebedingungen auch nicht "benachteiligt" werden. Hier ist also auch der BDR gefragt und gefordert, Steine aus dem Weg zu räumen, die er den Lizenzfahrern vor die Laufräder wirft.

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Beitragvon Helmut » 08.01.2015, 01:52

radfreunde hat geschrieben:Jeder kann heutzutage ein Event ausrufen und natürlich auch organisieren - glauben zumindest viele. ... Der BDR will dort eine Qualität erhalten.
Das erklärt, warum der BDR nicht jedes Rennen als eines der seinen anerkennen mag. Warum aber verbietet er seinen Lizenznehmern die Teilnahme an Rennen, die nicht seine Kriterien erfüllen, und belegt sie mit Strafen, wenn sie doch an so einem Nicht-BDR-Rennen teilnehmen? Solche Strafen sind nicht dazu angetan, die Qualität solcher Rennen zu steigern. Warum macht er es denn bitte trotzdem?

So einem Diktat unterwirft sich nur, wer unbedingt Lizenzrennen fahren will. Wer nur mit dem Gedanken daran spielt, den schreckt das ab.

Es gab Lizenzfahrer, die fürchteten für ihre Teilnahme an einem Q/P/E von ihrem Verband abgemahnt zu werden. Das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Hätte er es getan, hätte es auf beiden Seiten Verlierer gegeben.
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Beitragvon radfreunde » 08.01.2015, 11:49

Helmut hat geschrieben:Das erklärt, warum der BDR nicht jedes Rennen als eines der seinen anerkennen mag. Warum aber verbietet er seinen Lizenznehmern die Teilnahme an Rennen, die nicht seine Kriterien erfüllen, und belegt sie mit Strafen, wenn sie doch an so einem Nicht-BDR-Rennen teilnehmen? Solche Strafen sind nicht dazu angetan, die Qualität solcher Rennen zu steigern. Warum macht er es denn bitte trotzdem?
Zunächst kann der BDR nichts anerkennen, von dem er offiziell nichts weiss. Er bzw die Landesverbände sagen jedem Verein ( nur die können Rennen anmelden ), wie es geht und was zu beachten ist. Man bekommt auch Unterstützung bei der Ausschreibung (Einordnung in Kategorien etc.). Wenn der Landesverband das Rennen genehmigt wird es in rad-net eingetragen, da ist bei der TdW mal irgendwas schief gelaufen. Dafür zahlt man auch eine Gebühr. Dies ist einigen wiederum zu teuer?

Mit "privaten" Veranstaltern gibt es rechtliche Probleme, da der BDR / Landessportverbände mit Vereinen ein Versicherungspaket abschließt. Andere versuchen (wie auch die großen GCC und Cyclassics) ihre Haftung per AGB auszuschließen, was durchaus fragwürdig ist.
kocmonaut hat geschrieben:So schön die Einbindung von Hobbyrennen in Lizenzrennen sein mag: Ich erlebte einst eine "wettkampforientierte Trainigsfahrt" (ein Hobby/Jedermannrennen), bei der ein Radsportler unter einem Trecker landete. Der reinste Horror für Betroffene - und Veranstalter. Der ...Cup wurde daraufhin eingestellt.
kocmonaut
Als Vereinsverantwortlicher hat man bei jeder Veranstaltung - auch bei RTF oder Training - ein mulmiges Gefühl. Der Anmelder ist persönlich gegenüber den Behörden verantwortlich. Daher auch das Anonymisieren bei einigen Groß(Fahrrad)demos.

Dass der BDR seinen Vertragspartnern das Starten bei fremden Rennen verbietet, ist - vielleicht übertriebene - Fürsorgepflicht. Aber der Versicherungsschutz erlischt und im Falle einer Verletzung ist er nicht bei seinen Rennen einsetzbar. Eine Regel, die jede Sportart kennt.

Es gibt nur wenige echte Bestrafungen, die weh tun:
- der Landesverband NRW hat eine Reihe von Fahrern mit 100,- € Buße belegt, die statt bei den Landesmeisterschaften in Holland gestartet sind.
- Es werden häufig Sperren von 2 Wochen ausgesprochen, wenn Fahrer nicht zu gemeldeten Rennen erscheinen (und nicht bezahlen) oder schlimmer Doppelmeldungen vornehmen. Diese Sperren könnne verlängert werden, wenn der Sportler keine Einsicht zeigt.

Abmahnungen werden vom Landesverband ausgesprochen und haben sonst keine Auswirkungen. Mir fällt da nur eine Spruch aus weit vergangener Zeit ein: "Ein Soldat ohne Diszi ist kein Soldat."

Das finde ich weniger schlimm als der Groß-Veranstalter, der einen Fahrer, der bei einem Jedermannrennen unter falschem Namen startet, in den Medien mit vollem Namen als "Betrüger" tituliert. Nur weil der Veranstalter eine Ummeldung nicht zugelassen hat.
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Beitragvon catsoft » 08.01.2015, 13:38

kocmonaut hat geschrieben: Ergo sollten Lizenzsportler in den Teilnahmebedingungen auch nicht "benachteiligt" werden. Hier ist also auch der BDR gefragt und gefordert, Steine aus dem Weg zu räumen, die er den Lizenzfahrern vor die Laufräder wirft.

kocmonaut
:OK:

und ich bekomme am Rande das gehühner mit Helmuts Höllenritt mit. Erst muss laut Verband das Rennen für alle zuende sein, wenn der Erste über den Zielstrich ist, dann gehen zwar Cross Jedermannrennen, aber keine MTB-Jedermannrennen, jedoch wiederum MTB-Jedermannmarathons. Das macht doch alles keinen Sinn und ist absolut kontraproduktiv.:-(
Zuletzt geändert von catsoft am 08.01.2015, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon radfreunde » 08.01.2015, 14:24

catsoft hat geschrieben:
kocmonaut hat geschrieben: Ergo sollten Lizenzsportler in den Teilnahmebedingungen auch nicht "benachteiligt" werden. Hier ist also auch der BDR gefragt und gefordert, Steine aus dem Weg zu räumen, die er den Lizenzfahrern vor die Laufräder wirft.

kocmonaut
:OK:
Wo sind die "Steine"?

"werden Sie konkret"

Bislang sehe ich hier Angst vor Bestrafung, Gängelei, Bemutterung, Altertümelei (Abkehrschein etc.), aber doch nicht wirklich wirklich ernsthaftes. Das meiste ist "Gefühlsduselei".

Man will heutzutage duschen ohne naß zu werden. Spaßgesellschaft halt.

Früher war alles schöner. Ich erinnere mich an Geschäftszeiten, da gab es noch richtige Werbegeschenke, Firmenevents mit Fluganreise, 100% Clubs in Florida. Was gibt es heute Corporate Governance, Compliants Codes, Anit Korruptions Abteilungen. Ist halt so, alles verdirbt den Spaß...

Mal im Ernst, es wäre schön zu wissen, wie wir mehr Lizenzfahrer bekommen. Zu überlegen wäre:
- kostenlose Lizenzen für alle (dafür den Beitrag erhöhen)
- spezielle Trainings
- Ausstattung
- ...

Weitere Überlegungen?
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 08.01.2015, 14:25

radfreunde hat geschrieben: ...Dass der BDR seinen Vertragspartnern* das Starten bei fremden Rennen verbietet, ist - vielleicht übertriebene - Fürsorgepflicht. ...
Tut mir Leid, aber das sieht für mich absolut nicht nach Fürsorge gegenüber den Sportlern aus. Eher nach Fürsorge für die eigenen Interessen indem man auf diesem Wege versucht lästiger Konkurrenz das Wasser abzugraben.

Dass man sich als lizensierter Teilnehmer der "offiziellen Rennen" an deren Spielregeln zu halten hat ist klar und geht auch nicht anders.
Und dass die Verbände "freie Veranstaltungen" nicht unterstützen ist auch klar. Aber sie könnten es eben auch einfach ignorieren anstatt Abmahnungen auszusprechen. Auch wenn die vielleicht erst mal nichts bewirken, aber ein Sportler der sich mehrere davon einhandelt wird ja sicher auch mit weiteren Konsequenzen zu rechnen haben, oder?

*"Vertragspartner" ist hier imho ein Euphemismus, denn als Partner hätte man einen gewissen Einfluss auf die Vertragsgestaltung, hier heißt es aber: Friss oder stirb.

radfreunde hat geschrieben: Mal im Ernst, es wäre schön zu wissen, wie wir mehr Lizenzfahrer bekommen.
- ...
Weitere Überlegungen?
Wichtig wäre meiner Meinung nach, dass eben Vorbehalte/Wünsche/Gefühlsduseleien ersthaft bewegt werden und zumindest eine Bereitschaft zur Veränderung und Verbesserung erkennbar ist.


Ich will dir nicht zu nahe treten, aber deine Beiträge lesen sich stellenweise so, als würde die Presseabteilung eines Verbandes abwimmelnd auf lästige Anfragen antworten.
Da gibt es immer viele gute Gründe warum hier ausgeführte Ideen nix bringen und wieso der Status Quo erhalten bleiben muss.
Aber unbewegliche, fest erstarrte Stukturen machen keine Sportart besonders sexy.
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Beitragvon Konkursus » 08.01.2015, 14:55

@ kocmonaut: sicherlich kann ein Veranstalter Lizenzrennen ohne Hobby-/Jedermannklassen veranstalten.

Aber irgendwie habe ich den Eindruck, daß es dann bei den Lizenzlern und auch bei den Veranstaltern recht einsam werden würde.

Gäbe es beim Stevens-Cup keine Hobbyklassen, wie hoch sollte dann das Startgeld sein, um einigermaßen über die Runden zu kommen?

Wenn man dann noch die demographische Entwicklung berücksichtigt, gibt es bei vernünftiger Überlegung doch für alle nur eins: eine Grundlage der Gemeinsamkeit zu finden und kein Gegeneinander mit irgendwelchen (Schein-) Argumenten. Aber wie?

Gruß

Ko
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Beitragvon radfreunde » 08.01.2015, 16:41

Don Vito Campagnolo hat geschrieben:Ich will dir nicht zu nahe treten, aber deine Beiträge lesen sich stellenweise so, als würde die Presseabteilung eines Verbandes abwimmelnd auf lästige Anfragen antworten.
Da gibt es immer viele gute Gründe warum hier ausgeführte Ideen nix bringen und wieso der Status Quo erhalten bleiben muss.
Aber unbewegliche, fest erstarrte Stukturen machen keine Sportart besonders sexy.
:HaHa: :HaHa: :HaHa:

Vielleicht der Versuch mit Leuten zu diskutieren, die nur ihre Sichtweise verfolgen, ohne sich mit der anderen Sicht zu auseinanderzusetzen. Vielleicht muss man auch mal provozieren, um neue Ideen zu finden, die ich bislang in der Diskussion vermisse.

Wenn ich sehe wie viele Veränderungen die Wettkampfbestimmungen jedes Jahr haben, die aber weder von den Sportlern, noch von den Sportlichen Leitern gelesen werden. Z.B. kann ein Verein mehrere Sportler einer Klasse in verschiedene Renngemeinschaften abstellen. Und wie einfach es ist, eine elektronische Torwertung einzuführen, verfolge ich mit Amüsement. Und die Auseinandersetzungen der Vertragspartner Berni und Rennställe, sehr amüsant.

Zurück zum Radsport... Soll man Hobby-/Jedermannfahrer in gemischten Startfeldern fahren lassen? Ohne vorherige Selektion? Auf einem Kriteriumskurs? Die "echten" Lizenzfahrer würde es grauen. Soll man den Lizenzfahrern den Start im Hobby-/Jedermannfeld erlauben? Die Hobbyisten hätten keine Chancen mehr auf einen vorderen Platz.

Dass Lizenzfahrer Nachteile gegenüber Hobby haben (mir ist bislang nur ein Fall bekannt), ist keine Erfindung des BDR oder der Verbände, sondern die Forderung des Sponsors.
Konkursus hat geschrieben:Aber irgendwie habe ich den Eindruck, daß es dann bei den Lizenzlern und auch bei den Veranstaltern recht einsam werden würde.
Gegenfrage, wie viele bezahlbare und erreichbare Hobbyrennen würde es denn geben, wenn die Vereine das nicht kombinieren. Henne - Ei Problem. Man könnte auch sagen die BDR Vereine haben das Hobby/Jedermannphänomen nicht verschlafen.

Vielleicht wäre es ein Weg, dass alle BDRorganisierten Mitglieder eine Lizenz bekämen, wie es in Dänemark oder England zu sein scheint. Der Jahresbeitrag ist etwas höher und wenn man - wie in meinem Beispiel oben - an einer Veranstaltung teilnehmen will, löst man eine Tageslizenz, die so bemessen ist, dass man bei 4 Veranstaltungen überlegen muss, ob sich nicht die Mitgliedschaft lohnt.

Oder den Leistungssport vom Breitensport zu trennen. So hat Holland 2 getrennte Verbände, die KNWU (Koninklijke Nederlandsche Wielren Unie) und NTFU (Nederlandse Toer Fiets Unie). Nicht alles ist zum Wohle der Mitglieder. In Deutschland haben wir die Einradfahrer, die einen eigenen Verband gründen wollen oder je nach Sichtweise haben, aber ihre Klientel ist verstreut bei den Turnern, der Solidarität und beim BDR. So hat man 3 Deutsche Meister (oder keinen "richtigen") und international bekommt man kein Bein auf den Boden.

Oder ganz auf den Leistungssport verzichten (... "wir kein Verein im eigentlichen Sinne. D.h., wir sind nicht in vereinstypischen Strukturen organisiert und erheben auch keine Mitgliedsbeiträge. Somit profitieren wir von allen Vorteilen, die eine gemeinsame Ausübung unseres Sportes mit sich bringt, ohne dabei irgendwelche Verpflichtungen einzugehen." ).

Ich bin mal gespannt, wann es einen HFS Verein gibt und eine HFS RTF und eine HFS Cross-Serie. Helmut for president.
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Beitragvon crumble » 08.01.2015, 19:06

radfreunde hat geschrieben:Oder den Leistungssport vom Breitensport zu trennen. So hat Holland 2 getrennte Verbände, die KNWU (Koninklijke Nederlandsche Wielren Unie) und NTFU (Nederlandse Toer Fiets Unie). Nicht alles ist zum Wohle der Mitglieder.
Ja und? Das gibt es in vielen Sportarten. Teilweise bieten komplett unterschiedliche Disziplinen der gleichen Sportart an und koennen wunderbar friedliche nebeneinander existieren. Da kaeme niemand auf die Idee seine Leute zu massregeln, nur weil man zwei drei mal im Jahr aus Spass an einer Veranstaltung eines anderen Verbandes teilnimmt.

Dafuer sind dann die Entscheidungstraeger innerhalb eines Verbandes so weit untereinander zerstritten, dass sich Leute aus derselben Stadt erst ab der Landesmeisterschaft wieder sehen, weil dadurch ihre Vereine in unterschiedliche Kreise gegangen sind.

Das Hauptproblem bei den meisten Sportvereinen ist, dass viele ihrer Vorstaende zwingend sportliche Erfolge sehen wollen, die meisten ihrer Mitglieder aber Breitensport betreiben wollen. Ohne Lizenz faellt nicht nur der Trainingsdruck weg, man darf auch noch (aus meiner Sicht) die attraktiveren Rennen fahren. Solange das so bleibt, bekommt der BDR keinen Zuwachs von den Jedermaennern, sonder verliert eher Leute an diese Szene.
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Beitragvon catsoft » 08.01.2015, 19:26

Konkursus hat geschrieben:Gäbe es beim Stevens-Cup keine Hobbyklassen, wie hoch sollte dann das Startgeld sein, um einigermaßen über die Runden zu kommen?
Die Hobbyklasse ist übrigens im Cross eine neue Erfindung. Als ich mit Cross angefangen habe (1998) gab es die nicht und das Startgeld war signifikant niedriger. Es scheint also keinen Zusammenhang zwischen Hobby und Startgeld für Lizenzler zu geben.

Ich habe aus dem Renndauer/Startgeld Dilemma meine Konsequenzen gezogen und bin dieses Jahr zum ersten Mal seit 25 Jahren ein freier Fahrer. :-)

Wir sehen uns in Buchholz beim Hobbyrennen!
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Beitragvon radfreunde » 08.01.2015, 20:24

crumble hat geschrieben:Das Hauptproblem bei den meisten Sportvereinen ist, dass viele ihrer Vorstaende zwingend sportliche Erfolge sehen wollen, die meisten ihrer Mitglieder aber Breitensport betreiben wollen. Ohne Lizenz faellt nicht nur der Trainingsdruck weg, man darf auch noch (aus meiner Sicht) die attraktiveren Rennen fahren. Solange das so bleibt, bekommt der BDR keinen Zuwachs von den Jedermaennern, sonder verliert ehern Leute an diese Szene.
Was heißt die Vorstände wollen zwingend Erfolge sehen? Vorstände wollen den Verein wachsen sehen, mehr Mitglieder, bessere Anlagen, mehr Trainingsgruppen. Nur für Erfolge bekommt ein Verein Förderung, so wie der BDR auch. Für XX Gold-, Silber- und Bronzemedallien gibt es eine stattliche Sportförderung. Das Geld braucht er auch für die Förderung der Topfahrer. Bleiben die Erfolge aus, bleibt auch das Geld aus. Schau auf rad-net unter BDR-Einsätze, da steht ein der Teil der Ausgaben für Förderung. Für 3.000 ausgerichtete RTF's gibt es 0,0 €.

Ebenso auf lokaler Ebene. Um Geld und Unterstützung für Schulprojekte von der Stadt zu bekommen, muss der Verein mindestens eine B-Trainer vorweisen können. Ach ja und auch die Attraktivität des Gewinners des Breitensportpokals bei den Kindern ist irgendwie nicht so ... Aber wenn die Medien wieder über Kittel, Greipel und Co. berichten, wollen sie Siege sehen. Und berichten dann hoffentlich auch über Leon, Ludwig, Lauritz, Felix, Moritz usw. die sich als Junioren, Jugendliche mächtig ins Zeug legen und trainieren und nicht immer den großen Bahnhof erleben. Vielleicht auch ein Anreiz für andere Kinder. Und die Mitglieder ihrer Vereine gönnen denen dann auch die Einsätze auf BDR Ticket.

(Ironiemodus an) Wenn das so ist, dass nur die Vorstände Erfolge sehen wollen, die Mitglieder aber nur Breitensport, dann verstehe ich endlich einige große Fußballvereine. Die haben verglichen mit uns riesige Mitgliederzahlen bei seit Jahrzehnten ausbleibenden Erfolgen. (Ironiemodus aus)

Dass die Attraktivität der Hobbyrennen höher ist, beim Stevens Cup 30 Min. gegenüber 40 bei den Lizenzlern, beim Weser-Ems-Cup gleiche Zeit auf der entschärften Jugendrunde, ach ja weniger Trainingsdruck? Daher auch weniger bei den CTF's, da muss man sich 4 Stunden durch den Matsch quälen? Oder liegt es an den Startgebühren im Stevens Cup?

Außerdem geht es nicht um BDR oder nicht, da die meisten festgestellt haben, auch in den Hobbyklassen sind Vereinsmitglieder - nur eben ohne Lizenz.
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Beitragvon Knud » 09.01.2015, 00:43

radfreunde hat geschrieben:Zurück zum Radsport... Soll man Hobby-/Jedermannfahrer in gemischten Startfeldern fahren lassen? Ohne vorherige Selektion? Auf einem Kriteriumskurs? Die "echten" Lizenzfahrer würde es grauen. Soll man den Lizenzfahrern den Start im Hobby-/Jedermannfeld erlauben? Die Hobbyisten hätten keine Chancen mehr auf einen vorderen Platz.
Ist das wirklich nur Fürsorge gegenüber den Lizenzfreien? Das passt nicht so recht in meinen Eindruck. Was ist mit Straßenfahrern, die sich im Winter wirklich nur fit halten oder mit Crossern, die auf der Straße gar nicht Spitze sein wollen? Jetzt finden Sie sich bei den schnelleren Wetbewerbern wieder.
radfreunde hat geschrieben:Vielleicht wäre es ein Weg, dass alle BDRorganisierten Mitglieder eine Lizenz bekämen, wie es in Dänemark oder England zu sein scheint. Der Jahresbeitrag ist etwas höher und wenn man - wie in meinem Beispiel oben - an einer Veranstaltung teilnehmen will, löst man eine Tageslizenz, die so bemessen ist, dass man bei 4 Veranstaltungen überlegen muss, ob sich nicht die Mitgliedschaft lohnt.
Was soll ich mit einer Lizenz? Ich bin da in den Rennen falsch. Man könnte auch jedem (gegen Jahresbeitragserhöhung...) eine Wertungskarte geben, in der Hoffnung die Teilnehmerzahl bei RTF zu steigern.

Bei Tageslizenzen würde ich wohl mal eine lösen. Ob das wirklich eine gute Idee wäre, sei mal dahin gestellt.

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Beitragvon Knud » 09.01.2015, 00:51

radfreunde hat geschrieben:Nur für Erfolge bekommt ein Verein Förderung, so wie der BDR auch. Für XX Gold-, Silber- und Bronzemedallien gibt es eine stattliche Sportförderung. Das Geld braucht er auch für die Förderung der Topfahrer. Bleiben die Erfolge aus, bleibt auch das Geld aus. Schau auf rad-net unter BDR-Einsätze, da steht ein der Teil der Ausgaben für Förderung. Für 3.000 ausgerichtete RTF's gibt es 0,0 €.
Das ist zwar eine andere Baustelle, aber ohne Zweifel ist falsch den Breitsport nicht zu fördern. Ich bin noch in einer anderen Sportart Vereinsmitglied. Die Jugendarbeit läuft da so gut, wie seit 20 Jahren nicht. In der Folge geht dem Verein das Geld aus, da die wenigen Zuschüsse nicht mit dem Bedarf mitwachsen.

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Beitragvon radfreunde » 09.01.2015, 12:11

Knud hat geschrieben:Ist das wirklich nur Fürsorge gegenüber den Lizenzfreien? Das passt nicht so recht in meinen Eindruck. Was ist mit Straßenfahrern, die sich im Winter wirklich nur fit halten oder mit Crossern, die auf der Straße gar nicht Spitze sein wollen? Jetzt finden Sie sich bei den schnelleren Wettbewerbern wieder.
Das Fürsorgeargument wird für das "Verbot" der Teilnahme an nicht BDR Rennen herangezogen. Dann wird es mit dem Versicherungsschutz problematisch und man bangt um die Sicherheit der Sportler. Es gibt (aus meiner Sicht leider) Trainer, die den Straßenkaderfahrern das Crossen oder MTB verbieten. Sie denken, das passt nicht zum Trainingsplan. Ein Stybar ist auch bei den Profis die große Ausnahme. Straße ist olympisch, Cross nicht. Daher bei den Straßen-Kaderfahrern eher die Kombi Straße-Bahn. Ein Sven Nys tobt sich nach der Crosssaison bei den MTBler (dort auch bei Olympia) aus, die bei uns im Norden eine seltene Rasse darstellen, warum auch immer.
Knud hat geschrieben:
radfreunde hat geschrieben:Vielleicht wäre es ein Weg, dass alle BDRorganisierten Mitglieder eine Lizenz bekämen, wie es in Dänemark oder England zu sein scheint. Der Jahresbeitrag ist etwas höher und wenn man - wie in meinem Beispiel oben - an einer Veranstaltung teilnehmen will, löst man eine Tageslizenz, die so bemessen ist, dass man bei 4 Veranstaltungen überlegen muss, ob sich nicht die Mitgliedschaft lohnt.
Was soll ich mit einer Lizenz? Ich bin da in den Rennen falsch. Man könnte auch jedem (gegen Jahresbeitragserhöhung...) eine Wertungskarte geben, in der Hoffnung die Teilnehmerzahl bei RTF zu steigern.
Es dient nur der Darstellung anderer Wege in anderen Ländern, wird doch immer gern genommen. So etwas wie jedem seine Wertungskarte wird es bei den Toerfietsen geben. Hier geht es darum will man spezialisierte Verbände (Marketingargumente: Schuster bleib bei deinen Leisten oder wer alles macht macht nichts richtig) oder Mischverbände, die wegen der Mitgliederzahl mächtig sind (Marketingargument: Diversifikation).
Knud hat geschrieben:
radfreunde hat geschrieben:Nur für Erfolge bekommt ein Verein Förderung, so wie der BDR auch. Für XX Gold-, Silber- und Bronzemedallien gibt es eine stattliche Sportförderung. Das Geld braucht er auch für die Förderung der Topfahrer. Bleiben die Erfolge aus, bleibt auch das Geld aus. Schau auf rad-net unter BDR-Einsätze, da steht ein der Teil der Ausgaben für Förderung. Für 3.000 ausgerichtete RTF's gibt es 0,0 €.
Das ist zwar eine andere Baustelle, aber ohne Zweifel ist falsch den Breitsport nicht zu fördern. Ich bin noch in einer anderen Sportart Vereinsmitglied. Die Jugendarbeit läuft da so gut, wie seit 20 Jahren nicht. In der Folge geht dem Verein das Geld aus, da die wenigen Zuschüsse nicht mit dem Bedarf mitwachsen.
Die Förderpolitik des Bundes, der Länder und der Kommunen (dies meinte ich mit Förderung) will Erfolge sehen, da beisst keine Maus den Faden ab. Und die können wir nur bedingt beeinflussen. Wir haben in SH ca. 2.500 Mitglieder, sind damit Rangliste 27 hinter den Tauchern. Der LSV hat ca. 700.000 Mitglieder. Die würden uns mit dem A**** nicht ansehen, wenn nicht olympisch wären und uns noch in 5 Spartenverbände aufteilen. Dass es in allen Statistiken 100mal so viele nicht-organisierte Radsportler gibt, ist denen (wie auch der Politik) gelinde gesagt sch*** egal. Bei allen Abstimmungen wird proportional zu den Mitgliederzahlen abgestimmt.

In allen kommunalen Sportentwicklungsplänen ist der Radsport Spitze, in den Aktivitäten taucht er nicht mehr auf. Wir wollen keine Hallen, Kunstrasenplätze, Bauten (also alles was richtig Geld kostet) vielleicht einen Radrennbahn, MTB oder BMX Gelände. Aber da kommt das Problem, das es einen Verein vor Ort geben muss, der das Gelände betreut und "bespielt". Wenn ich sehe, dass es unter den größten Städten in SH einige gibt, die weder einen Radsportverein noch eine -sparte gibt, wer soll dann dort Gehör finden?

Das der Norden stark im Breitensport ist, ist schön und wird auch vom BDR honoriert, aber nichts desto Trotz brauchen wir auch den Leistungssport. Was der Landesverband und die Vereine fördern, wird von den Mitgliederversammlungen festgelegt. So soll es Verbände geben, der die Ausrichtung von RTFs, CTFs, Radwandern, Rennen fördert, damit das Angebot größer wird. Der eine oder andere Verein gibt den Mitgliedern Zuschüsse zu Nenngeldern oder RTF Startgebühren. Fast alle Vereine, die Mitglieder gewinnen oder die Jugend fördern wollen, geben ihnen zum Einstieg Leihräder. Kaderfahrer bekommen Material, aber nur solange sie Erfolge bringen. Darüber entscheiden - ganz demokratisch - die Mitglieder.

Schaut Euch die Medien an, die berichten nur über Erfolge, Absonderliches und Skandale. Oder habt Ihr schon einmal im überregionalen Teil davon gelesen, dass jemand Sieger der Herzen der Breitensportler geworden ist?
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 09.01.2015, 13:43

radfreunde hat geschrieben:Schaut Euch die Medien an, die berichten nur über Erfolge, Absonderliches und Skandale. Oder habt Ihr schon einmal im überregionalen Teil davon gelesen, dass jemand Sieger der Herzen der Breitensportler geworden ist?
Das nicht - aber einen Fernsehbericht mit "Sieger einer RTF" gab es schon mal ... :shock:
radfreunde hat geschrieben: Das Fürsorgeargument wird für das "Verbot" der Teilnahme an nicht BDR Rennen herangezogen. Dann wird es mit dem Versicherungsschutz problematisch und man bangt um die Sicherheit der Sportler.
Und das ist genau der Schei$, der mich u.a. auf die Palme bringt:
Ob es einen Versicherungsschutz gibt oder nicht darum braucht sich der BDR doch nicht zu kümmern. Wir reden hier von mündigen Bürgern die das durchaus für sich selbst entscheiden können, ob sie mit den jeweiligen Teilnahmebedingungen des "wilden Veranstalters" einverstanden sind oder nicht.
Wenn ich keine private Unfallversicherung habe und Zuhause beim Fensterputzen von der Leiter falle dann schert es den BDR ja auch nicht - oder wo bleibt bei solchen hochriskanten Unternehmungen die Fürsorgepflicht? ;)
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Beitragvon crumble » 09.01.2015, 13:54

Don Vito Campagnolo hat geschrieben:Und das ist genau der Schei$ der mich u.a. auf die Palme bringt: Ob es einen Versicherungsschutz gibt oder nicht darum braucht sich der BDR doch nicht zu kümmern.
Waren nicht auch Trainingsfahrten mit versichert? Dann kann das irgend eine obskure Auflage der Versicherung sein, die verhindern will, das sie fuer das erhoehte Risiko bei Rennen anderer Veranstalter aufkommen soll. Der Versicherung gegenueber koennte man in so einem Fall argumentieren, dass man das Rennen des fremden Veranstalters aus Trainingsgruenden gefahren ist.

Aber das koennte man auch anders Regeln als so. Die meisten volljaehrigen Teilnehmer sollten ja auch eine eigene Krankenkasse und Haftpflicht haben.
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Beitragvon radfreunde » 09.01.2015, 15:07

crumble hat geschrieben:Waren nicht auch Trainingsfahrten mit versichert? Dann kann das irgend eine obskure Auflage der Versicherung sein, die verhindern will, das sie fuer das erhoehte Risiko bei Rennen anderer Veranstalter aufkommen soll. Der Versicherung gegenueber koennte man in so einem Fall argumentieren, dass man das Rennen des fremden Veranstalters aus Trainingsgruenden gefahren ist.

Aber das koennte man auch anders Regeln als so. Die meisten volljaehrigen Teilnehmer sollten ja auch eine eigene Krankenkasse und Haftpflicht haben.
Trainingsfahrten, die vom Verein angesetzt sind ... Ist eine Versicherung, die der Landessportverband für alle Sportsparten abschließt. Sie gilt auch nur für Sportveranstaltungen im jeweiligen Bundesland (je nachdem ob ARAG oder HDI-Gerling), es sei denn der Verein entsendet seine Mitglieder zu einer Veranstaltung (auch RTF). Was aber verantwortliche Vereine regelmäßig machen.

Die volljährigen Teilnehmer lesen auch nicht die AGBs ihrer privaten Haftpflicht, die Sportveranstaltungen ausschließen ;-) Und was eine Sportveranstaltung ist, darüber streiten die Gelehrten, die eine sagen wenn man eine Startnummer trägt, die anderen wenn es eine Ergebnisauswertung/Rangliste gibt.

Ich möchte die Reaktion nicht sehen, wenn jemand bei einer Veranstaltung oder in einem Training von einem anderen Fahrer "abgeräumt" wird und der Unfallverursacher stellt sich hin und sagt: "Jeder fährt auf eigene Gefahr." Das schöne 5.000 Eur Geschoss Totalschaden und noch Personenschaden (Was wir nicht hoffen wollen, bitte)... Dann cool zu sagen: "doesn't matter."

(Nur ein wenig off topic) Die mündigen, volljährigen Bürger gehen zu einer Großveranstaltung und es geschieht ihnen etwas. Sie verklagen sofort den Veranstalter und die Genehmiger auf Strafe und Schadenersatz in Millionenhöhe. Sueing kommt auch die Deutschland in Mode. Mit der Konsequenz, dass die Verstalter kalte Füsse haben und die Genehmiger Auflagen erlassen, die horrende Kosten/Aufwände bringen = weniger Veranstaltungen.

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