A- und B-Lizenzfahrer in Jedermann-Rennen zulassen?

Knud
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A- und B-Lizenzfahrer in Jedermann-Rennen zulassen?

Beitragvon Knud » 28.08.2014, 23:40

Hallo,

in dem Thread zu den Cyclassics wurde vorgeschlagen, dass auch A- und B-Lizenzfahrer an Jedermannrennen teilnehmen dürfen sollten. Ich habe nciht verstanden, was man davon Positives erwarten kann.

In den hinteren - langsameren - Startblöcken ändert sich nichts. Die A- und B-Fahrer kommen dort nicht vor. Die Fahrer selbst kommen so auch mal in den Genuss von langen abgesperrten Strecken. Etwas ungerecht ist es ja schon, dass sie nicht mitfahren dürfen.

Und in den schnellen Blöcken? Geben dann die Lizenzfahrer den Ton und das Tempo an? Wird schneller und gleichmäßiger gefahen? Werden die Rennen dann von entsprechenden Teams bestimmt. Was ist dann noch für echte Jedermänner und "Jedermänner-Teams zu holen? Könnte das diese Teams nicht sogar austrocknen?

Knud
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 30.08.2014, 10:47

Bei den Gran Fondos in Italien und z. B. beim Ötztaler Radmarathon starten A-Fahrer und Ex-Profis. Warum nicht auch bei uns? Mich als langsamen Fahrer würden A- und B-Lizenzfahrer bei Jedermannrennen überhaupt nicht stören. Lasst doch die schnellen Leute vorweg fahren, egal wie schnell die sind. Betroffen davon wären nur die C-Lizenzfahrer, die sich dann starker Konkurrenz ausgesetzt sehen würden.

Die Regelung des BDR, ihren A- und B-Lizenzfahrer die Teilnahme an Jedermannrennen zu verbieten, zielte ja wohl auch eher darauf ab, dass er damit seine A- und B-Rennen schützen wollte, damit ihm seine Spitzenfahrer nicht davon laufen. Dieses Ziel hat der BDR nicht erreicht. Im Gegenteil. Den Aufstieg der damals noch BDR-freien Jedermannrennen konnte man damit nicht verhindern und forcierte gleichzeitig den Abstieg der BDR-Rennen.

Die Jedermannrennen des German Cycling Cups werden von C-Lizenzfahrern dominiert, die sich weigern nach B oder gar A aufzusteigen und somit beide Arten von Rennen ad absurdum führen. Schuld daran tragen nicht diese Fahrer, sondern die unsinnige Regel des BDR. Offensichtlich unfähig darauf angemessen zu reagieren, hat der BDR mit der von ihm ausgelobten DM der Jedermänner den Irrsinn noch verschärft, offensichtlich nur, um bei den Jedermannrennen eine Lizenzgebühr abkassieren zu können. Populärer macht es den BDR in meinen Augen jedenfalls nicht, auch wenn er das als Ziel der Jedermann-DM vorgibt.

Es wird wohl noch einige Jahre und Wechsel in der Führungsriege des BDR brauchen, bis der sich das evtl. eingestehen und ändern wird.

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Zur Erläuterung: Eine C-Lizenz kann jedes BDR-Mitglied käuflich erwerben, ist damit berechtigt an den meisten Lizenzrennen des BDR teilzunehmen und kann trotzdem weiter an Jedermannrennen teilnehmen. Ausgeschlossen ist man damit nur von den sog. "Hobby-Rennen", die der BDR im Rahmen seiner Lizenzrennen anbietet.

Eine B- oder gar A-Lizenz erzielt man durch gute Platzierungen bei den Lizenzrennen, kann damit bei den nur dieser Leistungsklasse vorbehaltenen Rennen starten. Im Gegenzug wird man für die Jedermannrennen gesperrt. Für Leute, die z. B. bei A-/B-Rennen keine Chance hätten diese Rennen zu gewinnen, ist das ein schlechter Tausch.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon radfreunde » 30.08.2014, 23:12

Ganz so einfach macht es sich niemand. Die Dinge sehen aus jeder Perpektive anders aus. Aus Sicht der Sportler, der Veranstalter, des Verbandes, der Medien.

Wie viele Rennen gibt es im GCC? 14 mal kann man ein Rennen im GCC gewinnen...

Wie viel Straßenrennen gibt es in Deutschland? In der rad-net Datenbank stehen 528 zur Auswahl, die man bei entsprechender Leistung gewinnen kann und dann in der Rangliste aufsteigen.

Jeder entscheidet, welchen Weg er nun einschlagen will. Wen interessiert in diesem Forum, wer heute das Rennen um den Energieberg in Georgswerder gewonnen hat? Dort gab es kein Jedermann die -frau Rennen. Aber einfach guten Sport.

Will man alle Aktivitäten nur noch von Eventagenturen organisiert haben, muss man eben den entsprechenden Preis zahlen. Eben zwischen 50 und 60 EUR pro Rennen. Das RG Uni Rennen heute hat 10 EUR Startgeld, morgen in Norderstedt und nächsten Samstag in Boltenhagen und nächsten Sonntag in Volksdorf übrigens auch. Das kann sich ein Sportler dann auch noch leisten, der dies aus eigener Tasche zahlen muss, wenn er viele Rennen fahren will. Ach ja, organisiert wird das von Vereinen.

Die Medien interessieren sich doch auch nur für die Events, die marketingmäßig optimal ausgeschlachtet werden und bei denen man ausreichend gut versorgt wird. Dies können Vereine nun mal nicht so.

Interessiert sich die Eventagentur, ob 20 A-Klasse Fahrer an den Start gehen? Es gibt einen Sieger der heißt XY, den das Publikum genauso wenig kennt, wie den A-Klasse Fahrer YZ. Aber in der Lizenzszene kennt man YZ und wenn er gut ist, kann er auch KT Fahrer werden und zum Profi oder zu internationalen Wettbewerben, in der Spitze Weltmeisterschaften und Olympiaden. Also warum nicht ein klein wenig Anreiz, diesen Weg zu gehen und nicht den Marketingweg.

Einfach hat es sich niemand gemacht, sonst warum nicht die Frage, warum 2 Rennen in Hamburg, sollen doch alle in einem mit Greipel und Kittel.

Aber Diskussionen in den richtigen Gremien helfen vielleicht für das Verständnis.

Bis demnächst

wilf
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Indorain
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Beitragvon Indorain » 31.08.2014, 18:57

Ich sehe kein Problem, warum nicht auch bei den Cyclassics A/B-Fahrer teilnehmen können, denn im Prinzip fahren die schon mit! Teams wie z. B. Merkurcycling stehen dem in nichts nach. Die sind professionell organisiert und könnten problemlos auch bei A/B-Rennen mitfahren. Ich denke mal, so ein Normalo wie ich hätte kaum eine Chance bei denen aufgenommen zu werden.

Auch beim Rad am Ring sind A/B-Fahrer zugelassen und haben mit dem elektroland24-Team gewonnen.

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