Warum A. von Speicher aus der Jedermannrennen-Szene ausstieg

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Helmut
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Warum A. von Speicher aus der Jedermannrennen-Szene ausstieg

Beitragvon Helmut » 07.11.2013, 23:20

Mit einem offenen Brief an die Jedermannrennen-Szene ist Angelika von Speicher aus dieser ausgestiegen, erklärt darin, warum sie dies tat.

Lesenswert :!:

Jedermannrennen....keine Chancengleichheit für uns Frauen
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Don Vito Campagnolo
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 09.11.2013, 19:46

Ja, an sich schon lesenswert.

Die Verfasserin scheint halt ursprünglich von falschen Voraussetzungen ausgegangen zu sein (Jedermannrennen und deren Regeln / Gepflogenheiten / Besonderheiten sollte man halt besser nicht mit Lizenzrennen verwechseln). Sie hat dies dann auch nach einem Lernprozess erkannt und entsprechend folgerichtig gehandelt - so weit so gut. Daher hätte ein bisschen weniger Wehklagen (ich sage mal bewusst nicht "Rumgejammere") auch nicht geschadet, zumal sie den Erkenntnisgewinn ja schon am 7.12. des vergangenen Jahres hatte und sich die 2013er Jedermannsaison somit an sich nicht mehr hätte geben müssen.
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Mehr als nur eine Einzelmeinung???

Beitragvon JedermannRadler » 10.11.2013, 08:30

Hmmh. Trotz aller Einschränkungen, die Don Vito zusammengefasst hat, finde ich das einen bemerkenswerten Text von Angelika von Speicher. Denn sie stellt doch ein paar knallharte Thesen auf, denen man vielleicht nachgehen müsste. Ich meine vor allem die These, dass bei Jedermann-Rennen ("subjektiv", also: gefühlt) immer mehr Frauen in Unfälle verwickelt werden, weil männliche Teilnehmer den Frauen gegenüber besonders rücksichtslos fahren.

Mich würde wirklich interessieren, was andere Frauen dazu sagen. Ist das eine Einzelmeinung von Angelika von Speicher? Oder sehen / erleben andere Teilnehmerinnen das genau so, gerade auch nach den Jedermann-Rennen in diesem Jahr?

Es ist vielleicht vermessen, wenn ich das sage; aber: Ich würde gern alle weiblichen Foristi ermuntern, hier ihre Meinung zu sagen.

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Beitragvon Mirco » 10.11.2013, 11:29

Moin

Bin 2013 das dritte Jahr die Rennen der GCC Serie gefahren. Aufgrund der Vorjahresleistungen konnte ich 2013 auch immer aus Block A starten und war auch in der Lage das Tempo der Spitze größtenteils mitzugehen. An der Spitze selbst wird relativ kultiviert bzw. professionell gefahren. Mit Spitze meine ich übrigens die ersten 50-70 Fahrer. Dahinter herrscht teilweise Chaos und es wird mit der Brechstange versucht, das Rennen schon auf den ersten Kilometern zu entscheiden.

Dieses Verhalten geht oft von Einzelstartern, also keinen Teams aus und führt dann sehr häufig zu "Wellen" und letztendlich zu grundlosen Vollbremsungen. Auch hier zeigt sich wieder, dass der Ehrgeiz einzelner Fahrer, die letztendlich um die Goldene Ananas fahren, so weit gehen kann, dass sie andere gefährden. Speziell auf Strecken, die schnell und nicht selektiv (kaum Höhenmeter) sind, tritt dieses Problem vermehrt auf.

Im Prinzip habe ich mich bei so einigen Rennen 2013 schon auf den ersten Kilometern gefragt, "Warum tut man sich das hier bloß an?" Gut, am Ende ist immer alles gut gegangen, doch meine Endscheidung für 2014 steht. GCC, nein danke und wenn, dann nur noch Göttingen und Rad am Ring.

Im übrigen kann ich auch bestätigen, dass innerhalb der Teams männliche Fahrer abgestellt werden, um die Frauen durch das Rennen zu ziehen, wobei es die eine oder andere nicht nötig hätte.
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Beitragvon Marit » 10.11.2013, 16:43

Don Vito Campagnolo hat geschrieben:Daher hätte ein bisschen weniger Wehklagen (ich sage mal bewusst nicht "Rumgejammere") auch nicht geschadet, zumal sie den Erkenntnisgewinn ja schon am 7.12. des vergangenen Jahres hatte und sich die 2013er Jedermannsaison somit an sich nicht mehr hätte geben müssen.
Ich sehe es genauso. Und lesenswert finde ich den Artikel gar nicht.

Wer ist denn Angelika von Speicher, die seit einiger Zeit überall herumhetzt?! (Nach der 3. Etappe des Rothaus Riderman hat sie z. B. gegen 4 Frauen aus befreundeten Teams im Internet gewettert, da diese zusammen mit einem "Wodka-Crew-Mitglied" zusammen das Rennen gefahren sind und dieser die Damen unterwegs motiviert hat, die Berge rauf zu kurbeln. Diese 4 Frauen sind dann glücklich, die vielen HM am 3. Tag der Serie geschafft zu haben, zusammen mit ihrem Begleiter gemeinsam über die Ziellinie geradelt. Da hat Frau AvS gleich losgelegt, ob die Damen denn nicht alleine, ohne männlichen Begleitung, in der Lage wären, ein Rennen zu fahren und was sie sich so freuen würden, gemeinsam über die Ziellinie zu kommen. Das wäre ein Rennen und keine Kindergartenveranstaltung....)

Nach meinen Recherchen ist sie 2011 eine Saison GCC gefahren und im Jahr 2012 war sie nur in Göttingen am Start. Dieses Jahr ist sie gar kein GCC/Jedermannrennen gefahren. Es sind also alles nur Schilderungen von Außen. Und ich kenne nicht eine verletzte Frau. Nur Männer.

Dass die großen Jedermannrennen aufgrund ihrer großen Beliebtheit auch gefährlicher werden, wollen wir jetzt nicht diskutieren. Jeder kann selber Entscheiden, ob es ihm Spaß macht, an solchen Rennen teilzunehmen oder nicht. Und für den Einen ist halt ankommen das Ziel und für den Anderen die gute Platzierung!!! (Wie war das mit "Jedermannrennen???)

Und was soll ich als "Ambitionierte Fahrerin" mit einer Lizenz? Da ist das Niveau so hoch, dass ich da einfach nicht mithalten kann! Und da mir persönlich die großen Jedermannrennen mittlerweile aus "Sturzangst" keinen Spaß mehr machen, trainiere ich für die kleinen Rundstreckenrennen, wo "Hobbyfrauen" immer öfters auch ihre eigene Wertung bekommen! :OK:
:wink:
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Beitragvon Heimfelder Dirk » 10.11.2013, 17:05

@Marit: Klasse recherchiert und kommentiert, super!! :GrosseZustimmung:
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Beitragvon Mirco » 10.11.2013, 17:23

Marit hat geschrieben:Und was soll ich als "Ambitionierte Fahrerin" mit einer Lizenz?Da ist das Niveau so hoch, dass ich da einfach nicht mithalten kann! Und da mir persönlich die großen Jedermannrennen mitlerweile aus "Sturzangst" keinen Spaß mehr machen, trainiere ich für die kleinen Rundstreckenrennen, wo "Hobbyfrauen" immer öfters auch ihre eigene Wertung bekommen! :OK:
Genauso ist es. Mittlerweile machen die kleinen Rundstreckenrennen mehr Spass, als die aufgeblasenen großen "Jedermannrennen", speziell GCC. Bei den "Kirchturmrennen" geht es meiner Meinung nach gemütlicher und familiärer zu.
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Beitragvon dirksen1 » 11.11.2013, 10:23

Marit, danke für die objektive und ebenso konstruktive Sichtweise von dir.
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Beitragvon Camillo » 11.11.2013, 13:25

Sehe das so wie Mirko, unter den ersten 50-70 Fahrern geht das weit aus vernünftiger zu.

Ihren Brief finde ich eine Frechheit, mir kommt es so vor, als wenn sie keine Chance hat und deshalb über die Frauen herzieht, die halt vorne fahren können. Ich habe in meinen GCC-Rennen zumindest nicht gesehen, das z. b. eine Beate Zanner (merkur-druck) geschoben wurde oder dergleichen. Sie fuhr sogar in manch Ausreißergruppen mit, auch in der Führung.

Und dass sie generell, ob Mann oder Frau, demjenigen, der sagt: Ich fahre Rennen im GCC, nur noch ein müdes Lächeln schenkt, ist auch eine Frechheit. Jeder, der da 10-15 Rennen fährt, hat eine irre Opferbereitschaft gezeigt, ob jetzt Gesamtplatz 1-20 oder 100-200 dabei rausspringt, spielt doch keine Rolle, jeder hat auf seine Art und Weise Spaß gehabt.

Die gute Frau hat scheinbar zuviel Freizeit...
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Beitragvon Ulrike » 12.11.2013, 02:25

Auch wenn Angelika in dem einen oder anderen Punkt sicherlich Recht hat, kann ich ihre Logik beim besten Willen nicht nachvollziehen.

Beim GCC gibt es die Besonderheit, dass Frauen mit einem bestimmten Punktestand gemeinsam mit den Männern im Startblock A starten können, was vom Veranstalter sicherlich als freundliche Geste gemeint ist. Nur tummeln sich im Startblock A leider etliche Herren, bei denen das Startsignal zu unkontrollierbaren Verhaltensstörungen führt. Die fahren jeden über den Haufen, der im Weg ist, egal, ob Mann oder Frau. Wer sich dem nicht aussetzen will, egal ob Mann oder Frau, muss sich eben weiter hinten aufstellen. Bei meinen diversen Teilnahmen am GCC und anderen Jedermannrennen habe ich mich bisher nicht durch eine speziell rücksichtlose Fahrweise von Männern gegenüber Frauen bedroht gefühlt.

Was mich allerdings auch sehr ärgert, ist das häufige "Schummeln" von Kontrahentinnen durch Schieben oder Mitziehenlassen inmitten einer Windschattenformation, vor allem dass das so offen und selbstverständlich geschieht. Da sag' ich klipp und klar: Wer nicht bereit ist, einen Wettkampf regelkonform und aus eigener Kraft zu bestreiten, soll zuhause bleiben. Und das gilt für jede Sportart und für jedes Geschlecht.

Angelika beklagt sich darüber, dass für Frauen beim Radsport keine Chancengleichheit besteht und sie als "Beiwerk" nicht ernst genommen werden. Damit hat sie 100% recht. Nur ihre Forderung nach reinen Frauenrennen ist zwiespältig, besteht doch schnell die Gefahr, dass dadurch das Denken in Kategorien von "Männer- und Frauensachen" in den Köpfen zementiert wird.

Gleichberechtigung setzt voraus, dass Männer und Frauen die gleichen Möglichkeiten eröffnet werden. Und das ist im Radsport nicht der Fall, solange den Profifrauen der Zugang zu einer gemeinsamen Tour de France verwehrt wird, sie nicht die Möglichkeit haben, Teil dieses Mega-Events zu sein, genauso selbstverständlich wie Frauen beim Ironman in Hawaii starten. Solange Frauen nicht Teil der TdF sein dürfen, ist Radsport Männersache. Hier muss das Umdenken beginnen und sich bis in den letzten kleinen Verein durchsetzen, damit sich mehr Frauen vom Radsport angesprochen fühlen, ihn als Sport ernst nehmen können und ihre Heldinnen und Vorbilder finden.

Ich möchte auf die Petition für die Teilnahme von Frauen an der TdF aufmerksam machen, hinter der u.a. Marianne Vos und Chrissie Wellington stehen. Meine Stimme habe ich abgegeben. Mehr als 96.000 Stimmen wurden schon gesammelt, knapp 54.000 fehlen noch. Also Leute nix wie hin: <a href= "https://www.change.org/petitions/aso-am ... -de-france" target="_blank">https://www.change.org/petitions/aso-am ... -de-france </a>

Ulrike :wink:
Hilfe !! Ich brauch' einen 48 Std.-Tag!
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Beitragvon Stockumer Junge » 12.11.2013, 08:27

Dann halte ich mal dagegen. Wir richten ja immer Ende September unser Radrennen aus. Hier sind die Ergebnisse:

http://www.rad-net.de/modules.php?name= ... 8.4.118754

Bei Rennen 2 war ich selber aktiv und bei Rennen 4 (Frauen) habe ich den Schlusswagen gefahren. Kann also aus eigener Erfahrung mitreden und nicht vom Hören sagen. Alle anderen Rennen bis auf das Frauenrennen waren animiert, es gab Ausreisergruppen und ein tolles Finale.

Dies war bei den Frauen nicht im Ansatz zu sehen. Die Siegerin ist nach 2 Runden rausgefahren und hat dem Feld 1 1/2 Runden auf einer 2,2 Kilometerrunden abgenommen. Die Senioren sind die 41,6 KM in 55 Minuten gefahren und das Frauenfeld hochgerechnet in 1:09. Oder anders: Man hat sich an dem Sonntag ne schöne Plauschrunde organisiert. Schön kompaktes Feld, welches sich nie in die Länge zog. Endkampfbeginn erst 300 Meter vor Schluss. Und wenn man am Straßenrand zugehört hat, konnte man den ein oder anderen Schminktipp aufgreifen. Und um das von der Klasse der Fahrinnen einzustufen: Die 1 1/2 Runden hat auch die Siebte in der Deutschen Rangliste bekommen. Dieses Rennen konnte man weder Sponsoren noch Zuschauern zumuten. Und das war jetzt schon das zweite Mal der Fall.

Im nächsten Jahr wollen wir dann ein Hobbyrennen anbieten. Und zwar die Männer und die Frauen in einem Rennen. Damit hoffen wir, dass sich keine Plauschgruppen beim weiblichen Geschlecht bilden. Das mag zwar für die eine oder andere Fahrerin grenzwertig sein, hat aber einen höheren sportlichen Wert. Ich habe mir in diesem Jahr an der Rennstrecke das ein oder andere Hobbyrennen angesehen (Stadtlohn, Bramsche, Heilshorn). Mein Fazit: Es tut den Frauen gut, wenn sie zusammen mit Männern fahren.
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Beitragvon Platsch! » 12.11.2013, 10:49

Und da mir persönlich die großen Jedermannrennen mittlerweile aus "Sturzangst" keinen Spaß mehr machen, trainiere ich für die kleinen Rundstreckenrennen, wo "Hobbyfrauen" immer öfters auch ihre eigene Wertung bekommen!
Ich kann Marit & Mirco nur Recht geben!

Ich bin dieses Jahr meine ersten Hobby Rennen in Röbbel und Neumünster gefahren. Ganz ohne Gedränge und in Röbbel zusammen mit Frauen (ich habe lange Zeit der späteren Siegerin & Ihrer Verfolgerin Windschatten gegeben). In Neumünster habe ich mich über die geringe Starterzahl gewundert: günstiger kann man auf einer abgesperrten Strecke nicht unterwegs sein! Kleine Empfehlung an dieser Stelle.
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Beitragvon Marit » 12.11.2013, 20:35

Stockumer Junge hat geschrieben:Im nächsten Jahr wollen wir dann ein Hobbyrennen anbieten. Und zwar die Männer und die Frauen in einem Rennen. Damit hoffen wir, dass sich keine Plauschgruppen beim weiblichen Geschlecht bilden. Das mag zwar für die eine oder andere Fahrerin grenzwertig sein, hat aber einen höheren sportlichen Wert. Ich habe mir in diesem Jahr an der Rennstrecke das ein oder andere Hobbyrennen angesehen (Stadtlohn, Bramsche, Heilshorn). Mein Fazit: Es tut den Frauen gut, wenn sie zusammen mit Männern fahren.
Super, dann komme ich auch und liefer mir mit Eurer Vereinskameradin (und meiner Freundin Silke) ein heißes Rennen. :)
Auf den normalen Rundstreckenrennen wäre es auch nicht sinnvoll ein extra Hobbyfrauenrennen zu veranstalten, da die Teilnehmerzahlen dafür (noch) zu gering sind. Sonst wird das Rennen zum EZF.
:wink:
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Beitragvon Mirco » 13.11.2013, 05:41

Marit hat geschrieben:Sonst wird das Rennen zum EZF.
Wobei EZF die besten Vorraussetzungen für Chancengleichheit beider Geschlechter bietet. Dort darf weder geschoben noch gezogen werden.
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Beitragvon JedermannRadler » 13.11.2013, 10:36

Camillo hat geschrieben:Sehe das so wie Mirko, unter den ersten 50-70 Fahrern geht das weit aus vernünftiger zu.
Hmh. Im 155er-Feld der Cyclassics hat's in diesem Jahr offenbar kurz vorm Ziel einen größeren Sturz in der Spitzengruppe gegeben. Das entnehme ich den Kommentaren zu diesem Filmchen:
http://www.youtube.com/watch?v=IU78hIx8ZHQ
Das Risiko fährt also wohl überall mit. :?
Ulrike hat geschrieben:Was mich allerdings auch sehr ärgert, ist das häufige "Schummeln" von Kontrahentinnen durch Schieben oder Mitziehenlassen inmitten einer Windschattenformation ...
Wo fängt das Schummeln an - beim Windschatten fahren? Das scheint mir eine ziemlich schwierige Frage zu sein. Wenn eine Frau eine schnelle Männergruppe findet und dort mithalten kann, ist das doch eine Leistung. (Es sei denn, vielleicht, ihr Team hat das von Anfang an arrangiert.) Was sollen die Männer dann machen? Stehversuche? - Na, ja: Sie könnten darauf drängen, dass die Frau mit in die Führung geht. Aber das ist doch blanke Theorie. - Kurz: Wo ist die Grenze zwischen "Schummeln" und sinnvollem Formationsfahren? Kann ich die als Mann in so einer Gruppe überhaupt erkennen?

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Beitragvon radfreunde » 13.11.2013, 16:29

JedermannRadler hat geschrieben:Wo fängt das Schummeln an beim Windschatten fahren? Das scheint mir eine ziemlich schwierige Frage zu sein. Wenn eine Frau eine schnelle Männergruppe findet und dort mithalten kann, ist das doch eine Leistung. (Es sei denn, vielleicht, ihr Team hat das von Anfang an arrangiert.) ...
Ich verstehe vieles an der Diskussion nicht so richtig. Gewinner ist, wer als erstes ins Ziel kommt. Ob er 249,5 km im Windschatten gefahren ist und nur die letzten 200 m gesprintet hat, ist völlig schnuppe. Eric Zabel läßt grüßen... Chippo ist mehr als einmal den Berg rauf geschoben worden, wie viele andere Sieger vor ihm auch.

Radfahren ist Teamwork und wenn das Team der Meinung ist, dass ein weibliches Mitglied als erste ins Ziel pilotiert werden soll, dann ist doch alles in Ordnung.

Wer den puren Leistungsvergleich will, dann EZF, wie oben angemerkt oder Tria mit NoDrafting.

Viele Grüße

wilf
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Beitragvon Camillo » 14.11.2013, 10:12

Die Cyclassics würde ich jetzt nicht mit dem GCC vergleichen wollen. Den Sturz habe ich mitbekommen... verursacht durch einen Guide, soviel dazu :D

Meinem Vorredner (schreiber) muss ich voll und ganz Recht geben, wer am Ende den Sprint gewinnt und vorher nicht einmal im Wind gefahren ist, hat scheinbar alles richtig gemacht und die meisten Kräfte mobilisieren können am Ende.

:-)
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 14.11.2013, 13:32

Ulrike hat geschrieben:...Was mich allerdings auch sehr ärgert, ist das häufige "Schummeln" von Kontrahentinnen durch Schieben oder Mitziehenlassen inmitten einer Windschattenformation, vor allem dass das so offen und selbstverständlich geschieht.
Naja, Windschattenlutschen ist ja nun fester Bestandteil eines Straßenrennen.

Beim Ziehen/Schieben muss man auf die Reglements der Einzelrennen schauen (GCC-Reglement sagt dazu nichts): In Göttingen ist es z. B. verboten, bei anderen GCC-Rennen weiß ich es nicht. Außerhalb des GCC ist es z. B. bei der Transalp erlaubt und wird auch rege praktiziert (ich habe sogar einen Mann gesehen, der sich von seiner Teampartnerin ziehen ließ ...), was auch immer man davon halten mag. Ich persönlich würde lieber vom Rad kippen oder nach der Karenzzeit ins Ziel komme ich ich mich an einem Teamkameraden andocke, aber so lange das Reglement es zulässt, muss ich es eben entweder akzeptieren, dass andere es tun oder muss solch einem Rennen eben fernbleiben.

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