Wie schnell fährt heute die Gruppe

Albert Ulbricht
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Wie schnell fährt heute die Gruppe

Beitragvon Albert Ulbricht » 26.09.2016, 07:42

Auf diese Frage bekomme ich immer die gleiche Antwort : heute fahren wir moderat einen 27 bis 29er Schnitt.Dieser Schnitt ist so breit gefächert, dass er immer stimmt, ob bei Windstärke 8 einen 29er Schnitt oder bei Windstärke 1 einen 27er Schnitt.Ob bei 2000 Hm einen 29er Schnitt oder bei 200 Hm einen 27er Schnitt.Allgemein wird immer die Geschwindigkeit herangezogen, die ueberhaupt nichts aussagen kann.Wenn ich dagegen sage : die Gruppe faehrt heute soundso viel Watt oder sie fährt mit einer bestimmten Trittfrequenz dann ist das viel aussagekräftiger und die Gruppe fährt viel homogener.Das kann z B. So aussehen, dass mit 400 Watt gefahren wird bei Windstärke 8 und es geht so leicht als ob Windstärke 1 herrscht, die Geschwindigkeit beträgt allerdings blos vielleicht 15 km/h.
Zu langsam?
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Goschi
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Re: Wie schnell fährt heute die Gruppe

Beitragvon Goschi » 26.09.2016, 08:18

Bei uns ist das beim Donnerstagstraining etwas anders.
Wir fahren alle zusammen los bei gemüdlichen Plaudertempo..Das kann nun wirklich jeder gut fahren.
Nach etwa 30Km teilen wir uns in 2 Gruppen.. halt eine Schnelle und eine ruhige...Die Schnelle fährt noch etwa 40 km die ruhige 30 km so kommen wir alle zur selben Zeit ans Ziel und jeder hat seinen Spaß.
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crumble
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Re: Wie schnell fährt heute die Gruppe

Beitragvon crumble » 26.09.2016, 16:19

Albert Ulbricht hat geschrieben:Zu langsam?
Fuer die in der Mitte, ja! Da sind die Trainierten, die nicht im Wind sind ;)

Anstatt einer konstanten Geschwindigkeit eine konstante Wattzahl zu nehmen, ist auch nicht viel besser. Die wenigsten haben die teuren Sensoren, mit den errechneten Zahlen kann man nichts anfangen und nicht jeder hat einen Tacho der ueberhaupt Wattzahlen anzeigt. Bei gemischten Gruppe gibt es dann auch wieder Probleme. Wenn Strassenfahrer, Triathleten, Behinderte und Anfaenger in einer Gruppe sind, wird es so oder so problematisch. Die einen fallen bei konstanter Last schnell raus, die anderen bei Lastwechseln, die naechtsen bei der kleinsten Luecke oder Steigung.

Man muss halt hinten ein wenig aufpasen und auch den Mut haben rechtzeitig "kuerzer" zu rufen. Bei uns ruft das der grosse Organisator oder ein paar der Staerkeren, die auch mal selber eine Gruppe leiten. Das sorgt zwar fuer Unmut und je nach Tag muss das oft gerufen werden, aber die schwachen koennen so halbwegs mithalten. Das Problem ist halt, dass man sich nicht traut bis es zu spaet ist, hat dann keine Luft mehr und braeuchte dann eh eine laengere Erholungsphase.

Wenn bis zur Rueckkehr in die Zivilisation niemand zurueckgelassen werden soll, waere es ja eigentlich im Interesse aller, wenn man jeder aus die Schwaecheren achtet und fuer sie auch mal eine Luecke zu faehrt. Und da eruebrigen sich dann feste Vorgaben. Die Geschwindigkeit wird dann von Grupppenzusammensetzung, Wetter und Tagesform bestimmt. Und da zeigt sich, wer wirklich gut fahren kann. Einige haben sich im Wind nicht mehr unter Kontrolle und koennen eigentlich nur ihre individuelle Geschwindigkeit fahren.

Wenn ich die Schnellen hinter oder neben mir habe, fuehle ich mich immer etwas getrieben und neige auch dazu bis zum Rueckpfiff schneller zu fahren. Wenn ich ausnahmsweise in kleinen Gruppen der Starke bin, hilft immerhin mein Knieometer und der staendige Kontrollblick, um die passende Geschwindigkeit zu halten.
Knud
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Re: Wie schnell fährt heute die Gruppe

Beitragvon Knud » 26.09.2016, 21:44

Und dann sagt so mancher er rolle mit 30 dahin, meint aber einen 30er Schnitt. Der Unterschied ist schon erheblich.
Wir haben es meist geschafft, die Gruppe zusammen zu halten. das war dann auch schon mal einigen zu langsam. Aber sonst kommt man ja nicht gemeinsam an. Allerdings haben wir auch schon mal jemanden nach vorne verloren.. Knud
Albert Ulbricht
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Re: Wie schnell fährt heute die Gruppe

Beitragvon Albert Ulbricht » 28.09.2016, 13:08

Am Besten ist es natürlich wenn man nicht zu Denjenigen gehört die nich "kürzer " rufen müssen. Derjenige der kürzer ruft faehrt schon eine lange Zeit am Limmit und quält sich.Wenn er dann ruft wird auch tatsächlich langsamer gefahren, aber nicht indem runtergeschalten wird, um die Wohlfuehltrittfrequenz zu halten sondern es wird im selben Gang die Trittfrequenz verringert, damit kommt aber Derjenige in einen Bereich wo er sich nicht mehr wohlfühlt.Die Folge ist, er erhoeht automatisch wieder die Trittfrequenz, ohne Absicht und ohne das er das will, um sich wieder wohlzufuehlen.Es geht dem Zurueckrufer wieder an den Kragen.So geht das immer weiter bis der Zurueckrufer tot vom Rad fällt.
Da lob ich mir doch lieber einen Zustand wo ich locker mitlutschen kann und mein Mitleid mit dem Zurueckrufer zum Ausdruck bringe.
Ich spreche aus Erfahrung.
Das Zurückrufer bei seiner Taktik - Dranzubleiben - fährt wider allen Regeln versteht sich von selbst.
crumble
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Re: Wie schnell fährt heute die Gruppe

Beitragvon crumble » 28.09.2016, 21:50

Albert Ulbricht hat geschrieben:Das Zurückrufer bei seiner Taktik - Dranzubleiben - fährt wider allen Regeln versteht sich von selbst.
Das Problem ist nur, dass zu spät gerufen wird. Wenn die Schwachen erst rufen, wenn es zu spät ist, schaffen sie es nicht mehr sich zu erholen. Die gut Trainierten sind nicht nur stärker, sie erholen sich auch wesentlich schneller. Das ist dann bei der nächsten engen Kurve ein Problem. Die Trainierten treten ganz instinktiv mal ebend die kleinen Lücken zu und hinten klaft auf einmal ein riesieges Loch, das nicht mehr alleine zugefahren werden kann.

Die grosse Kunst ist es die Schwachen nicht tot zu fahren und die Starken nicht zu langweilen. Also rechtzeitig rufen und bei Langeweile einen kleinen Sprint einbauen. Der sollte aber auch deutlich angekündigt werden. Bei uns geht dabei eine Tempoverschärfung durch den Pulk. Die ist dann der Sargnagel für die schwächeren. Hätten sie ihr Tempo einfach gehalten, wären am Dorfausgang alle wieder glücklich vereint.
Albert Ulbricht
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Re: Wie schnell fährt heute die Gruppe

Beitragvon Albert Ulbricht » 07.10.2016, 16:10

Ich nochmal.Nach der Etappenfahrt Eicklingen-Berlin -Eicklingen habe ich neue Erkenntnsse erfahren.Es war eine homogene Fahrt, wie ich sie , glaube ich , noch nicht erlebt habe.Es geht tatsächlich ohne teure Leistungsmesser oder Trittfrequenssensoren.Jeder sollte sich im Klaren sein, dass es sich um eine vomn der Geschwindigkei her, gemaessigte Gruppe handelt.Bei der Etappenfahrt wurde zum Beginn eine Richtgeschwindigkeit von 28 km/h , nicht Schnitt !!! , ausgegeben, je nach Fahrsituation wird es mal ein bisschen schneller mal ein bisschen langsamer.Schnitt spielt auf einer Etappenfahrt und in der moderaten Gruppe sowieso keine Rolle, es passieren unterwegs immer unvorhersehbare Dinge, die den Schnitt durch Langsamfahren druecken
.Ich fahre bei diesen Geschwindigkeiten grundsaetzlich das kleine Kettenblatt, um nicht in Versuchung zu kommen.Wird keine Richtgeschwindigkeit ausgegeben so hat jeder intelligente Fahrer nach wenigen Kilometern raus welche Geschwindigkeit die Gruppe fahren will.Dann heisst es wenn man vorn fährt, nicht die Geschwindigkeit anziehen, dass will die Gruppe nicht, auch wenn derjenige es drauf hat.Sonder es ist angebracht auch auf seinen Nebenmann zu achten, nicht eine halbe - bis eine Radlaenge vor ihm zu fahren, sondern etwas rausnehmen , um mit ihm auf gleicher Höhe zu fahren.Das geht eben nur mit schalten auch wenn die Kraft da ist, immer dran denken, es gibt welche in der Gruppe, die haben diese Kraftreserven nicht.Es war einer dabei, der trat das grosse Kettenblatt mit gleichem Ritzel (14) wie ich mit kleinem Blatt. Ich dachte manchmal: Der bekommt doch krumme Beine von der hohen Wattzahl, die er tritt.Aber er hatte Kraft ohne Ende.Morgen Baue ich dir dein grosses Kettenblatt ab, habe ich zu ihm gesagt, dann fahrt ihr mich platt, war die Antwort.Er sorgt natürlich für das Alter unheimlich vor und schafft Platz für die Arthrose durch niedrige Trittfrequenz.Die Beine müssen wirbeln, Kaft holt man sich auf der Beinpresse.
Wichtig ist das derjenige der die Gruppe aufreissen will fehl am Platz ist, der sollte sich nach einer schnelleren Gruppe umschauen.
Ich bin zufrieden mit den neuen Erkenntnissen.Ob sie in der Praxis umgesetzt werden können, ich glaube eher nicht.
Noch etwas zum " Kürzer " rufen.Es braucht nicht kuerzer gerufen werden, wenn dann maximal einmal, das sollte reichen.Ich habe in meinem bisherigem kurzen Radfahrerleben noch nie kuerzer gerufen, habe das auch in Zukunft nicht vor, wenn die Geschwindigkeit nicht passt bin ich raus aus der Gruppe.Bei RTF's fahre ich die langen Kanten sowieso allein, wer da die langen Strecken faehrt, faehrt im Allgemeinen schneller wie ich.Bei CUP - Wettbewerben ist das etwas anderes.
Danke für alle Beiträge zu diesem Thema.
Das gilt alles nur für die moderate Gruppe,alle anderen - VOLLE PULLE - mit Wiegetritt und alle anderen Schikanen - GUTE FAHRT -

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