Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

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kocmonaut
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Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon kocmonaut » 31.07.2017, 21:31

"Auf HFS wurde schon lange nicht mehr diskutiert" sage nicht nur ich sondern auch andere. Ein Reizthema ist das gemeinsame Rennradfahren in der Beziehung. Wie ich darauf komme? Es ist wie so oft ein Mix aus mehreren Faktoren.

1. "Wir" sind persönlich betroffen und suche nach Antworten. Einige haben wir schon, aber bestimmt gibt es noch mehr. 2. Mein Kommentar an Johanna bei einer Ausfahrt: "Uwe ist weg." Antwort: "Och, der kommt schon wieder." 3. Eine Radzeitschrift namens Bike Bild hat diesem Reizthema bereits einen Artikel gewidmet. Das Thema ist somit kein Minderheitenthema sondern eines, das viele von uns beschäftigt.

Bild

Und wir wissen, dass auch viele bei HFS "pärchenweise" unterwegs sind. Insofern will ich zunächst die Diskussion eröffnen und Euch auffordern, hier Eure Empfehlungen, Erfahrungen und "Anektörtchen" niederzuschreiben. Wenn das gelingt, dann will ich gerne meine eigenen Serviervorschläge ergänzen.

Lars (& Schatz)
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UweK
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Re: Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon UweK » 31.07.2017, 22:51

Danke das du dieses Reizthema ansprichst. Ich bin leider raus aus der Diskussion - lese aber gerne weiter mit.

PS. Diskussionen entstehen nur, wenn auch Beiträge eingestellt werden.

PPS. Ich arbeite im Hintergrund gerade unter anderem daran, dass die Forums-Anbindung auch per Smartphone-App möglich ist. Das wird aber sicher noch ein bissl dauern...
1. Vorsitzender HFS - Helmuts-Fahrrad-Seiten e.V.
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Johanna
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Re: Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon Johanna » 01.08.2017, 12:36

Das gemeinsame Radfahren ist bei uns kein Reizthema, daher kann ich nur wenig dazu beitragen. Wir fahren einfach gerne zusammen und freuen darüber dass es passt (das ist wohl das von der Natur vorgegebene "Problem"). Er hat seine Rennambitionen zurückgesteckt, ich sehe zu dass ich weiterhin gut voran komme. Wir entdecken das gemeinsame Fahren auch gerne wieder neu. Auf der Straße war die Zweisamkeit etwas anstrengend (er vorne, ich dahinter), aber seitdem wir nur noch im Gelände unterwegs sind, Freude am Fahrspiel und nicht am Pedale drücken haben, ist es einfach nur noch schön...

Jetzt haben wir uns gerade neue Outdoor-Thermobecher gekauft und freuen uns auf lecker Kaffee trinken an idyllische Orten :D
"You can't take yourself too seriously. We're just riding bikes."
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Re: Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon sonja1 » 01.08.2017, 21:36

Interessantes Diskussionsthema. Und wenn man so darüber nachdenkt, gibt es tatsächlich relativ viele HFS-Pärchen, was ebenfalls ein Zeichen dafür ist, daß es viele Radfahrpärchen gibt. Ich glaube, es gibt hier zwei Faktoren, die zu Problemen führen könnten:

1. Problem: Einer der Partner hat schon früher mit dem Radfahren angefangen und später den anderen Partner von der Faszination "Radsport" überzeugt. Dann ist häufig der Partner, der früher angefangen hat, (viel) stärker als der andere.

2. Problem: Schlicht und ergreifend der Unterschied zwischen Mann und Frau. Männer sind in sportlicher Hinsicht eben doch oftmals stärker, was sich ja auch daran zeigt, daß alle Sportwettkämpfe geschlechterspezifisch getrennt bewertet werden.

Von dem ersten Problem sind wir persönlich nicht betroffen, weil wir den Radsport gemeinsam für uns entdeckt haben. Dadurch ist unsere Formkurve in etwa in gleicher Weise gestiegen. Wir hatten nie das Problem, daß z.B. einer 100 km fahren wollte und dem anderen 50 km reichen. Daher weiß ich nicht, wie diese "Schwierigkeit" bewältigt werden kann.

Das zweite "Problem" betrifft natürlich auch uns. ABER: Während Mike667 in der Ebene stärker ist, habe ich am Berg deutliche (Gewichts-)Vorteile - jedenfalls bergauf. Wir lösen das dann am Berg regelmäßig so, daß jeder sein eigenes Tempo fährt und ich oben warte. Bergab gilt dasselbe - nur mit dem Unterschied, daß dann Mike667 unten auf mich wartet. Berge haben wir im hiesigen Gelände nicht. Wir praktizieren das daher nur im Urlaub.

Zu Hause sind wir dagegen oftmals in der Gruppe unterwegs. Da kann ich mich (oft allein unter Männern...) im Pulk verstecken. Mike667 kann dagegen bei Kraftüberschuß, Unterforderung oder was auch immer Führungsarbeit verrichten.
Sonja - die radelnde Anwältin

www.rechtsanwaeltin-richter.de
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Re: Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 01.08.2017, 21:39

Rennradfahren: Habe ich früher mit meiner Ex-Freundin gemacht. Großes Leistungsgefälle, Lösungsrezept kann ich nicht liefern.

Radwandern: Mache ich mit meiner Frau im Urlaub, z.B.jedes Frühjahr auf Usedom. Leistungsgefälle wird durch Auflasten kompensiert. Frauchen fährt Bianchi Speedbike (<10 kg), ich mein altes Centurion Trekkingrad aus Wasserrohrstahl (~20 kg), dazu den Hundeanhänger (24 kg) und Hund Holli (28 kg) - also die ganze Fuhre wiegt soviel wie der Fahrer, das gleicht die Fahrgeschwindigkeiten an und es bleibt trotzdem noch ein guter Trainingseffekt übrig.
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kocmonaut
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Re: Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon kocmonaut » 02.08.2017, 22:56

Das ist ja schon mal einiges:

- fangt gemeinsam an, dann werdet Ihr gemeinsam stark
- sucht die richtige Umgebung, in der Ihr Euch auch langsam vergnügt
- fahrt mit Handicap oder Zusatzgewicht
- im Urlaub ist sowieso alles schön, denn es ist Urlaub
- nehmt Rücksicht bzw. bitte auch mal warten
- Fahrtenspiele

Mein Schatz und ich fingen bei null an. Wir wollten uns irgendwann wieder mehr sehen, also musste mein Schatz mit dem Radfahren anfangen. Na ja, und ich bin öfter mal zu Hause geblieben. Somit war das gemeinsame Radfahren gerade zu Anfang "komplex-kompliziert". Mein erster Rat ist also: Wenn es nicht so klappt wie gewünscht, dann sage lieber nichts. Und wenn Du doch etwas sagen willst, dann beachte, dass folgende Sprüche bereits bewiesenermaßen schädlich sind:

"Warum schnaufst Du denn so?" - Antwort: "Ich schnaufe nicht, ich atme laut."

"Stell Dich nicht so an" - Antwort: "Sag mir nicht ich soll mich nicht anstellen. Ich habe bereits entschieden mich anzustellen und lasse mir meine Gefühle von Dir nicht verbieten!"

Wenn sie singt, dann lass sie singen. Sie versucht gerade, äußere Umstände zu verdrängen. Ein gut gemeinter Hinweis "Die Luft kannst Du auch zum Atmen nutzen" wird entsprechend mit kalter Küche abgestraft.

Und sage niemals - wirklich niemals "Da fährt ja meine Oma schneller" Es sei denn, Du willst eine Woche auf dem Sofa schlafen.

Ebenso erfolglos ist es, all dies auch nur zu denken. Sie hat übersinnliche Kräfte und kann Deine Gedanken lesen. Es nützt also nichts, gar nichts. Auch keine Sonnenbrille. Sie merkt es trotzdem.

Mit der Zeit wurde es aber besser, deswegen bin ich ja auch noch so lebendig und vergnügt. Dazu später mehr.
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Re: Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon Knud » 02.08.2017, 23:47

Da bist Du sicher weiter.
Gemeinsam Rad fahren meint bei uns kleine Runden bei denen ich dann auch nicht voll trete.
Ansonsten ist der Kompromiss derzeit eher auf der Linie Tage für den Radsport - Tage für die Familie.

Passt dann auch schon.

Knud
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Re: Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon Kanarienvogel » 03.08.2017, 20:25

Ja,Ja die liebe (oder Liebe :roll: 8) ) Zweisamkeit beim Radeln.

Also Marion und ich haben da überhaupt keine Probleme (EEEEhrlich :Langnase:). Nein, im Ernst, ich weiß nicht ob es daran liegt das ich Jahrzehnte lang Mannschaftssport betrieben habe aber ich passe mich immer den vermeintlich schwächeren an. Und habe damit überhaupt keine Probleme mit. Unterfordert fühle ich mich dabei auch nicht, es kommen noch so viele (Rad) Tage wo ich an meine Grenze gehen muß (und wo man mich auch läßt :D).
Und Marion hält es bei RTF Veranstaltungen dann oftmals mit den Buxtehudern......"Lass das rasen, lern vom Hasen".....sie fährt dann einfach die kürzere Strecke und wir sind beim verdientem Abschlußgetränk wieder zusammen :mrgreen: .

Eine andere Lösung habe ich von einigen Bekannten hier aus der Heide mitbekommen. Da benutzt der vermeintlich schwächere einfach ein E-Bike und hat wieder Spaß am Radwandern weil er/sie nicht mehr hinterher hecheln muß.

Also, es gibt für alles eine Lösung :Unentschlossen: ......... es sei denn man will Keine :cool:

Lars
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Re: Trainingsmethode "beziehungsorientieres (Renn)Radfahren"

Beitragvon kocmonaut » 04.08.2017, 22:49

Grundvoraussetzung für das gemeinsame Radfahren sind meines Erachtens die Erkennung der gemeinsamen Schnittmenge, aber ebenso die Erkennung der Grenzen. Musterbeispiele für große Schnittmengen sind Johanna und Uwe auf ihren MTBs, Suse und Thomas auf ihren historischen Rennrädern oder Benita und Robert, wenn sie gemeinsam (z.b. zum Specialized Cup) mit Kinderanhänger unterwegs sind:

Bild

Hier geht es um das gemeinsame Erlebnis, nicht um das Ausloten eigener Grenzen. Nur wenn der stärkere Fahrer gemütlich oder anpassungsfähig ist, funktioniert die gemeinsame Ausfahrt. Die Rahmenbedingungen können dabei das "gemütlich sein" enorm beeinflussen will ich hiermit sagen. Wenn ich mich austoben will, dann geht gemeinsames fahren also nicht. Wir werden häufig gefragt: "warum habt Ihr kein Tandem?" Die Antwort ist wohl: mein Schatz hat nicht so viel Sitzfleisch. Insofern haben wir uns familienintern für gemeinsames Radfahren auf die Vokabel "Spazieren fahren" geeinigt. Wenn Profis langsam trainieren, sollten wir das wohl aich schaffen.

Dafür nehme ich den Crosser mit wenig bar und fahre kleine Gänge mit hoher Frequenz. Diese gemeinsamen Ausfahrten dauern bei uns meist zwei bis drei Stunden. Meinem Schatz reicht das. Sie biegt dann Richtung Haustür ab, ich toure anschließend gegebenenfalls allein weiter. Und wenn es bei gemeinsamer Fahrt "juckt", dann helfen Fahrspiele (Johanna erwähnt es bereits). Ich nenne es "Hund und Herrchen". Wenn ich im Anstieg schneller bin, kann ich warten oder den Anstieg eben zweimal fahren. Einmal voraus, dann zurück und noch einmal hinterher. Oder ein Foto hier und da schießen:

Bild

Oder notfalls gleiches Muster als Intervalltraining auf langen Geraden. Dabei klebt man nicht die ganze Zeit, aber eben doch die überwiegende Zeit einer Tour aneinander. Besser als nix oder Stress. Schön war auch Nortorf 24, als es noch Mixed-Teams gab (auch wenn man nacheinander statt gleichzeitig fuhr). Inzwischen hilft mein Schatz in der Küche wenn ich N24 fahre. Gemeinsamer Support bei Veranstaltungen, z. B. Hamburg-Berlin-Köln ist zwar nicht gemeinsames Radfahren, "fördert" jedoch das Verständnis für das zeitintensive Hobby. Alternativ macht man es wie Lars und Marion, die zusammen zur RTF, aber in getrennten Gruppen fahren. Man kann auch anschließend auf dem Rad Erlebtes austauschen und damit die Rahmenbedingungen positiv beeinflussen.

Insomma: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Suche und finde.

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