Smart e-bike: Erste Probefahrt (Bericht + Meinungen)

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Harterbrocken
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Smart e-bike: Erste Probefahrt (Bericht + Meinungen)

Beitragvon Harterbrocken » 09.09.2011, 18:46

<img src="http://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/Ma ... e-Bike.jpg">

Ich hatte kürzlich Gelegenheit, weltexklusiv das e-bike vom Autohersteller Smart zur Probe zu fahren. Dieses Erlebnis möchte ich natürlich nicht für mich behalten. Darum hier mein erster Eindruck in Kurzform.

Design: Typisch Smart, zwei Farben, Rahmen als Monoque gestaltet, erinnert an die Tridion-Sicherheitszelle des zweisitzigen Autos. Ein echter Hingucker, Livestyler werden es sicher zu schätzen wissen. Die Gestaltung stammt von Smart, für die technische Umsetzung sorgt die Firma Grace, hinter der wiederum MTB-Experte Karlsheinz Nicolai steckt.

Antrieb: BioniX-E-Motor in der Hinterradnabe, flotter Schub bis 25 km/h, geht wirklich zügig aus dem Stand los. Keine Kette, sondern ein sehr leiser Zahnriemen, dazu Nabenschaltung. Der von mir gefahrene Prototyp hatte noch ein paar kleine Macken beim Anfahren. Ruckeln und Liniarität der Kraftentfaltung sollen bis zum Serienstart 2012 behoben sein. Fühlt sich für mich schon sehr ausgereift an.

Bremsen: Magura-Scheibenbremsen, perfekte Verzögerung, gute Dosierbarkeit, viel besser geht es nicht.

Fahrspaß: Sehr hoch. Optik, Technik und Design machen zumindest mich an. Für die Fahrten durch die Stadt ist das Smart e-bike ideal. Der Grad der E-Unterstützung wird per Wippschalter dreistufig reguliert. Auf der rechten Lenkseite gibt es den Schalter ein zweites Mal: Hier regelt er die Stärke der Rekuperation. Beim Rollen und Bremsen wird die Bewegungsenergie zurück in Strom verwandelt und im Akku gespeichert. Das verlängert die Reichweite. Insgesamt eine raffinierte Technik.

Preis: Smart sagt unter 2900 Euro. Wie beim Auto gibt es zahlreiche Extras wie iPhone-Anschluß, Gepäcksystem etc. Wer all das bestellt, landet wohl jenseits von 3000 Euro. Insgesamt nicht viel teurer als vergleichbare Pedelecs, die aber ohne den integrierten Akkusatz daher kommen und darum nicht so elegant aussehen.

Gesamteindruck: Ein tolles Pedelec mit dem man ohne zu schwitzen ins Büro radeln kann. Aber es taugt als Sportgerät, wenn statt E-Unterstützung auf möglichst hohe Energierückgewinnung gesetzt wird. Ich bin gespannt auf die ersten Smart-Bikes bei ihrer flotten Fahrt durch die Stadt.
Zuletzt geändert von Harterbrocken am 05.03.2012, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Helmut » 10.09.2011, 00:53

<b>Ein Pedelec mit integrierten Akkusatz und schicken Design zu dem Preis ist nichts neues</b>. Winora bietet sowas mit dem town:exp schon lange. Siehe http://www.winora.de/de/WINORA-eBike-Ur ... ?css=ebike Gestern auf meinem Weg mit dem Rad zur Arbeit ist mir ein Mann mit so einem Teil ganz locker enteilt.

<b>Trotzdem könnte das grad erst erschienene e-Bike von Smart ein Meilenstein der erst kurzen Geschichte der Pedelecs werden</b>, wenn es denn nicht bzw. nicht nur über die Fahrradhändler vertrieben wird. Ich hoffe und glaube sehr, dass es an exponierten Stellen in den Smart Centern ausgestellt wird, um auch Kunden für das e-Bike zu begeistern, die nie einen Fahrradladen betreten und es als Ergänzung / Alternative zu ihrem Auto verstehen würden.

<b>Dazu kommt, dass das e-Bike mit seiner Smart-Phone-Integration und vor allem mit dem ölfreien Zahnriemenantrieb der perfekte Begleiter für den Weg ins Büro ist</b>. Bei diesem Pedelec kann neben dem Duschen auch das Umziehen entfallen.

<b>Begeistert hat mich auch, dass das e-Bike als Single-Speeder daherkommt</b>. Wer bis zu 250 Watt zuschalten kann, braucht in der Stadt keine Gangschaltung. Statt den Gang variiert man besser den Grad der E-Unterstützung. Pedelecs mit Kettenschaltung gehören ins Museum, in die Abteilung "kuriose Fehlentwicklungen", denn bei der Dank E-Unterstützung enormen Beschleunigung kommt man mit der mit dem Schalten eh nicht hinterher. Das hat Smart sehr gut erkannt und umgesetzt.

<b>Die beim ersten "Pedelc-Gehversuch" der Daimler Benz AG vor Jahren unter deren Premiummarke Mercedes Benz bei Karstadt verkauften Pedelecs waren nicht annähernd so hochwertig</b>, dürften alle längst aus dem Stadtbild verschwunden sein. Bei dem hinter der Marke Smart stehenden Produzenten darf man auch auf eine hohe Qualität vertrauen, somit auf lange Freude an dem Produkt.

<b>Was jetzt noch fehlt, ist ein Bild von dem Smart e-Bike in einer alltagstauglichen Ausstattung</b>. Ein breiter Heckträger mit Gummizug drüber und tiefer Einhängemöglichkeit für Taschen, ein Frontscheinwerfer mit Ein-/Ausschaltautomatik und Tagfahrlicht sowie Rücklicht mit Bremslichtfunktion (gibt's beides von Busch und Müller) sollten dazu gehören.

<b>Bislang einziger Kritikpunkt meinerseits: Der Mittelständer</b>. Ein alltagstaugliches Gefährt muss man auch mit einem etliche kg wiegenden abendlichen Einkauf sicher gegen Umfallen abstellen können. Das gelingt nur mit einem Hinterbauständer. Smart sollte sich z. B. von Hebie einen zum e-Bike passenden konstruieren lassen.

<b>Lust auf mehr? Vielleicht ja nach diesem Video: http://www.smart.de/produkte-ebike/12bf ... bee8d09</b>
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Re: Smart e-bike: Erste Probefahrt (Bericht + Meinungen)

Beitragvon Hajobu » 10.09.2011, 11:43

Harterbrocken hat geschrieben:Beim Rollen und Bremsen wird die Bewegungsenergie zurück in Strom verwandelt und im Akku gespeichert. Das verlängert die Reichweite. Insgesamt eine raffinierte Technik.
Was ist mit weiteren Verbrauchern wie Licht, Handy, Navi, Smartphone, beheizten Griffen, Akkuladen..? Es gibt bei E-Fahrzeugen keine Lichtmaschinen! Soll die Ernergie dazu aus den Kraftwerken kommen, die künftig auch Pkws antreiben? Und das alles selbstverständlich ohne Kernernergie!

Ich meine, wir müssen uns mit dem Stromverbrauch einschränken, anstatt ihn auszuweiten! Zum anderen tut Bewegung, insbesondere die gelenkschonende auf dem Rad (fast) allen gut. Unsere Gesellschaft kennzeichnet doch einen eklatanten Bewegungsmangel, da ist es meiner Ansicht nach anachronistisch bei Nichtbehinderten auf Laufbänder und e-unterstützte Fortbewegungsmittel zu setzen. Ex-Autofahrer werden beim ersten Regen wieder das ungeschützte E-Bike verlassen und sich ins viel bequemere Auto setzen!
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Re: Smart e-bike: Erste Probefahrt (Bericht + Meinungen)

Beitragvon Helmut » 10.09.2011, 12:14

Hajobu hat geschrieben:Unsere Gesellschaft kennzeichnet doch einen eklatanten Bewegungsmangel, da ist es meiner Ansicht nach anachronistisch bei Nichtbehinderten auf Laufbänder und e-unterstützte Fortbewegungsmittel zu setzen. Ex-Autofahrer werden beim ersten Regen wieder das ungeschützte E-Bike verlassen und sich ins viel bequemere Auto setzen!
Auch wenn nur wenige Autofahrten durch Fahrten mit einem teils durch Muskelkraft angetriebenem Vehikel entfallen, werte ich das als Fortschritt. Man verbraucht damit zwar Energie in Form von Strom, aber nur einen Bruchteil der Energie in Form von fossilen Brennstoffen. Ob dieser Strom aus Kernkraft oder z. B. ebenfalls aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden sollte, ist m. E. ein ganz anderes Thema.

Ich gehöre übrigens auch zu denen, die bei starken Regen mit dem Auto statt mit dem Rad zur Arbeit fahren. Es ist aber nur schlechtes Wetter, das mich ins Auto treiben kann. Warum das so ist, wird nur erfahren, der sich die Mühe macht sein bequemes Auto erst mal stehen zu lassen und sich selbst zu bewegen.
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Beitragvon Hajobu » 10.09.2011, 18:52

Wenn es ganz dicke kommt, nehme ich öffentliche Verkehrsmittel, die sind aus meiner Sicht Fortschritt in die unterstützendwerte Richtung, um entsprechende Nachfrage und damit dieses Verkehrsmittel zu stärken.

Im Übrigen konnte ich die letzten Winter bis auf wenige Ausnahmen (dann Bus+ Bahn) mit dem Rad (zur Arbeit) durchfahren.
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Smart E-Bike von Brabus

Beitragvon Harterbrocken » 01.03.2012, 10:21

Noch gar nicht auf den Markt und schon kündigt Smart die Tuning-Version des E-Bikes an. Es ist kein Pedelec, sondern ein richtiges E-Bike mit Gasgriff und bis zu 45 km/h-Unterstützung. Dazu das ganze Tuning-Gedöns, das man von Autos kennt: Karbonteile, schwarzer Lack, dickere Bremse usw., usw.

Hier erste Fotos zusammen mit dem ebenfalls neuen Brabus E-Smart:

Bild
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Re: Smart E-Bike von Brabus

Beitragvon Technobull » 16.03.2012, 18:53

Harterbrocken hat geschrieben:Hier erste Fotos zusammen mit dem ebenfalls neuen Brabus E-Smart
Wirklich gute Autowerbung wegen der gedanklichen Verbindung zum Fahrrad und der schicken Fotos.

Ein Rad ohne Licht, Gepäckträger und Schutzbleche ist ein Sportgerät, das nicht STVZO konform ist, bestenfalls ein Schönwetterfahrzeug.

Ein Pedelec ohne Tretkraftsensorsteuerung ist u. U. gefährlich, weil man ohne Gasgriff stets 250 W sofort da hat, sobald man die Beine bewegt. Das ist mehr als man denkt, besonders wenn noch Nachlauf da ist. Das war beim Victoria Eagle meiner Frau so, bis das auf Garantie behoben wurde - siehe da die Batterie reicht statt 32 km 2 - 3 mal so weit.

Also wozu braucht man so ein Smart S-Pedelec, gar erst mit Tuningteilen auf 45 km/h? Demnächst kommt noch Geräuschgenerator dazu, damit es wie ne Ducati klingt?
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Beitragvon Helmut » 07.05.2012, 09:01

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Nun hat auch die Zeit mit dem Pedelec von Smart eine Probefahrt gemacht. Wer anscheinend den Akku ausschaltet, um es als normales Fahrrad zu nutzen und danach eine 8-Gang-Schaltung fordert, hat das Teil nach meinem Dafürhalten nicht begriffen. Mit den 250 Watt Unterstützung des Motors sind 3 Gänge sicherlich völlig ausreichend. Siehe

http://www.zeit.de/auto/2012-05/smart-elektrofahrrad
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Beitragvon Technobull » 07.05.2012, 11:17

Helmut hat geschrieben:Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Nun hat auch die Zeit mit dem Pedelec von Smart eine Probefahrt gemacht. Wer anscheinend den Akku ausschaltet, um es als normales Fahrrad zu nutzen und danach eine 8-Gang-Schaltung fordert, hat das Teil nach meinem Dafürhalten nicht begriffen. Mit den 250 Watt Unterstützung des Motors sind 3 Gänge sicherlich völlig ausreichend. Siehe

http://www.zeit.de/auto/2012-05/smart-elektrofahrrad
M.E. gehört die Zukunft den Mittelmotortretlagerantrieben von Panasonic und Bosch, habe das im Schwarzwald mit etlichen Steigungen ausprobiert, Reichweite ca. 40 km, im Flachland also etwa doppelt soviel.

Im bergigen Gelände braucht man schon mehr als 3 Gänge, weil man ja noch selbst was tun will, geradeaus braucht man gar keine Unterstützung. Dafür gibt es Sensoren die jeweils entsprechend Zusatzkraft propotional einleiten.

Mit viel Mühe habe ich das Victoria Eagle 20" meiner Frau alltagstauglich gemacht mit einem geeigneten Scheinwerfer und hinterem Schutzblech. Sie ist happy, ich finde es nicht optimal, da frontlastig, eigentlich ein Mofa, weil als Fahrrad zu schwer. Reichweite hier im Flachland ca. 60 km, Herstellerangabe "bis zu" 100 km.
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Beitragvon Helmut » 26.09.2012, 00:23

So, nun habe ich das Smart E-Bike (eigentlich ja Pedelec) selbst fahren können. Folgendes ist mir aufgefallen:

Der Motor gibt seine Leistung verzögerungsfrei ab. Wenn man Druck auf die Pedale gibt, unterstützt der Motor scheinbar sofort. So macht das Spaß. Das ist nicht selbstverständlich, ich fuhr einige Pedelecs, bei denen die Leistung urplötzlich einsetzt, man zuvor in zähe Masse tritt.

Die Dreigangschaltung ist völlig ausreichend. In der Ebene braucht man den Ersten nicht, weil man dank der E-Unterstützung locker im Zweiten anfahren kann. Der Motor unterstützt in vier wählbaren Leistungsstufen. Ab der dritten macht das Anfahren Spaß, am meisten natürlich in der vierten. Sobald man an die 20 km/h fährt, schaltet man in den dritten Gang. Den ersten Gang braucht man nur an Steigungen.

Man kann mit dem E-Bike locker mit 25 km/h dahin pedalieren. Dazu genügt es, wenn der Motor auf der zweiten Stufe steht. Mehr als 25 km/h lassen sich in der Ebene auf Dauer nicht fahren. Der Motor riegelt bei der Geschwindigkeit ab. Das Rad scheint sich gegen höheres Tempo regelrecht zu wehren.

Die Leistungsstufe lässt sich am zentralen Bedienelement in der Lenkermitte schalten. Besser wäre es, man könnte die Leistungsstufe über einen Rauf-/Runterschalter regeln, der direkt neben rechten Lenkergriff montiert sein sollte. Mit dem rechten Drehgriff werden auch die Gänge geschaltet.

Das E-Bike gibt es nur in einer Rahmengröße. Man kann lediglich zwischen zwei verschieden hochgekröpften Lenkern wählen. Man sollte bei einer Probefahrt sehr genau prüfen, ob man sich auf dem Rahmen wohlfühlt.

Die Scheibenbremsen von Magura bringen das E-Bike sicher zum Stand. Beim Bremsen schaltet das Rad automatisch in den Lademodus. Dabei läd sich der Motor auf und das Rad wird zusätzlich abgebremst. Diesen Lademodus kann man auch manuell einschalten. Das macht nur bei Bergabfahrten Sinn, weil die Bremswirkung erheblich ist.

Dass gebremst wird, erfährt die Elektronik per Kabel direkt vom linken Bremshebel. Da wäre es folgerichtig, wenn das E-Bike auch eine Bremslicht-Funktion hätte, dies aber verbietet die StVO für Fahrräder ebenso wie für Pedelecs.

Ebenfalls ärgerlich bei einem Pedelec dieser Preisklasse finde ich, dass man das Licht selbst ein- und ausschalten muss. Bei meinem Tourenrad erledigen das Sensoren besser als ich dies könnte. Auch Tagfahrlicht würde ich dem Smart E-Bike wünschen.

Fazit: Das Smart E-Bike macht Spaß. Man kann mit ihm schnell beschleunigen und locker mit bis zu 25 km/h dahingleiten. Es ist etwas für Leute, die ein stylisches Pedelec suchen. Wer mehr auf Funktion, als auf Optik achtet, sollte sich z. B. das große Sortiment der Firma Flyer anschauen. Grace selbst baut mit dem Easy unter dem eigenen Markennamen ein dem Smart E-Bike weitgehend gleiches Produkt. Das gibt es auch mit 350 Watt als 40 km/h schnelles S-Pedelec.
Zuletzt geändert von Helmut am 03.10.2012, 02:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Helmut » 03.10.2012, 02:42

Helmut hat geschrieben:Dass gebremst wird, erfährt die Elektronik per Kabel direkt vom linken Bremshebel. Da wäre es folgerichtig, wenn das E-Bike auch eine Bremslicht-Funktion hätte. Bei dem ebenfalls von der Firma Grace gebauten Grace One funktioniert das hervorragend, hier aber hat Smart am falschen Ende gegeizt.
Diese Aussage musste ich korrigieren. Bei einem Pedelec gilt die StVO so wie bei einem Fahrrad. Und die erlaubt kein richtiges Bremslicht an einem Fahrrad. Das von mir an meinem Rad gefahrene Rücklicht von Busch und Müller mit der Braketec-Technologie funktioniert fast wie eines, aber eben nur fast.

Bei dem Smart E-Bike in der bald kommenden schnellen Version von Brabus sollte dies anders sein. Da wäre ein Bremslicht erlaubt und bei dem sollte auch eines eingebaut sein.
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Beitragvon Technobull » 10.10.2012, 11:21

Helmut hat geschrieben:Das von mir an meinem Rad gefahrene Rücklicht von Busch und Müller mit der Braketec-Technologie funktioniert fast wie eines, aber eben nur fast.

Bei dem Smart E-Bike in der bald kommenden schnellen Version von Brabus sollte dies anders sein. Da wäre ein Bremslicht erlaubt und bei dem sollte auch eines eingebaut sein.
Hmmh, Bremslicht am Fahrrad? Wichtiger fände ich eine befriedigende Hupe, statt der im Stadtverkehr unnützen Klingel. Hatte mal Airzound in London, aber das brachte es auch nicht, weil ich mich zwischen Bremsen und Hupen entscheiden mußte und natürlich öfter die Luft alle war, dann gab es ein Leck - ab in den Müll damit.

Ich finde das Smart-e-bike schlicht überflüssig, es sei denn Name und Design sind entscheidend für Schickies ohne Finanzlimit.

Wer ein Pedelec braucht, sollte m. E. nur noch das Bosch- oder Panasonic Mittelmotorsystem in Verbindung mit der Nuvinci-stufenlos-Nabe nehmen. Das reicht selbst für meine behinderte bessere 1/2 für den Schwarzwald auf ~ 40 km.

Wir haben hier ein 20" Victoria Eagle mit Vorderradmotor, leise und kraftvoll (wohl Bafang) aber der hat 2-3 Sekunden Verzögerung beim Ein- und Ausschalten, beim Bosch System ist das nicht so. Das Eagle war damals ohne Alternative weil es ein kleiner Rahmen mit tiefem Durchstieg ohne Rücktrittnabe sein sollte. Inzwischen würde ich es es nimmer nehmen - schwer, kopflastig, unzureichender Gepäckträger, lachhafte Funzel statt ordentlicher Lampe in der Grundausstattung.

Am Pedelec sollten es mindestens Magura Hydraulik-Felgenbremsen besser Scheibenbremsen sein.

Für wen und wozu ein S-Pedelec gut sein soll weiß ich nicht - es sieht aus wie ein Fahrrad und wird als solches wahrgenommen, formal mit Straßenbenutzungspflicht, ist aber ein Kraftrad mit Versicherungskennzeichen.
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Re: Smart e-bike: Erste Probefahrt (Bericht + Meinungen)

Beitragvon Bagdad-Biker » 10.10.2012, 19:51

Helmut hat geschrieben:Man verbraucht damit zwar Energie in Form von Strom, aber nur einen Bruchteil der Energie in Form von fossilen Brennstoffen. Ob dieser Strom aus Kernkraft oder z. B. ebenfalls aus fossilen Brennstoffen gewonnen werden sollte, ist m. E. ein ganz anderes Thema.
Elektrisch unterstützte Räder und auch E-Autos werden derzeit als "grüne" Alternative zum Verbrennungsmotor und als Wunderwaffe gegen den Klimawandel angepriesen und auch stets mit solchen Argumenten beworben. Da finde ich es richtig und wichtig darauf hinzuweisen, dass der CO² Ausstoß nicht zwingend verringert, sondern oft nur verlagert wird.

Mögen Elektroantriebe nun inzwischen auch fast ausgereift sein, solange die Gewinnung der benötigten Energie nicht umweltverträglich erfolgt, bleibt der E-Antrieb, ökologisch betrachtet, eine Mogelpackung.
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Re: Smart e-bike: Erste Probefahrt (Bericht + Meinungen)

Beitragvon Technobull » 11.10.2012, 00:17

Bagdad-Biker hat geschrieben:
Helmut hat geschrieben: Mögen Elektroantriebe nun inzwischen auch fast ausgereift sein, solange die Gewinnung der benötigten Energie nicht umweltverträglich erfolgt, bleibt der E-Antrieb, ökologisch betrachtet, eine Mogelpackung.
Auf jeden Fall steigen viele Leute aufs Pedelec die sonst nicht (mehr) Radfahren, anstatt ins Auto,l also selbst wenn da ein Verbrennungsmotor wie beim Mofa dran wäre das es ja ersetzt wäre das immer noch umweltfreundlich.

Mit sinkenden Modulpreisen einerseits und steigenden Netzstromkosten wird es sicher für mehr Leute sinnvoll werden den Strom für Rad und Auto selbst zu erzeugen - da wird dem Gesetzgeber sicherlich eine Sondersteuer einfallen, City Maut oder sonstwas, aus der Mineralölsteuer kommt's nimmer.
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Beitragvon Helmut » 11.10.2012, 00:21

Technobull hat geschrieben:Wer ein Pedelec braucht, sollte m. E. nur noch das Bosch- oder Panasonic Mittelmotorsystem in Verbindung mit der Nuvinci-stufenlos-Nabe nehmen.
Ich stimme Dir zu, dass das ein überzeugendes Konzept ist. Aber wie beim Fahrrad auch, gibt es beim Pedelec nicht das eine allein richtige Konzept. Es gibt verschiedene Arten von Nutzern, deren Einsatzgebieten und finanziellen Möglichkeiten und Geschmäckern, deswegen machen auch andere Konzepte Sinn.
Technobull hat geschrieben:Für wen und wozu ein S-Pedelec gut sein soll weiß ich nicht - es sieht aus wie ein Fahrrad und wird als solches wahrgenommen, formal mit Straßenbenutzungspflicht, ist aber ein Kraftrad mit Versicherungskennzeichen.
Sobald man damit auf ruhigen (Neben)Straßen unterwegs ist, machen die viel Spaß und bringen einen sehr flott voran.
Bagdad-Biker hat geschrieben:Elektrisch unterstützte Räder und auch E-Autos werden derzeit als "grüne" Alternative zum Verbrennungsmotor und als Wunderwaffe gegen den Klimawandel angepriesen und auch stets mit solchen Argumenten beworben. Da finde ich es richtig und wichtig darauf hinzuweisen, dass der CO² Ausstoß nicht zwingend verringert, sondern oft nur verlagert wird.
Verlagert, ja, aber gegenüber einem PKW und selbst gar gegenüber einem Roller mit Verbrennungsmotor drastisch reduziert. Der Verbrauch eines Pedelecs liegt umgerechnet bei um die 0,5 L / 100 km.
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Beitragvon Technobull » 11.10.2012, 00:29

Helmut hat geschrieben:
Technobull hat geschrieben:Wer ein Pedelec braucht, sollte m. E. nur noch das Bosch- oder Panasonic Mittelmotorsystem in Verbindung mit der Nuvinci-stufenlos-Nabe nehmen.
Ich stimme Dir zu, dass das ein überzeugendes Konzept ist. Aber wie bei Fahrrad auch, gibt es beim Pedelec verschiedene Arten von Nutzern, deren Einsatzgebieten und finanziellen Möglichkeiten und Geschmäckern, deswegen machen hier und da auch andere Konzepte Sinn.
Natürlich kommt man auch mit Front- und Heckmotoren vom Fleck, nur bleibt beim Mittelmotor die volle Funktionalität und der Entfaltungsbereich einer Schaltung erhalten, damit auch wesentlich bessere Ausnutzung der Batterie weil man jeweils genauer abstimmen kann, wie viel man selbst machen kann/will, Reifenwechsel ist einfacher, Straßenlage wie bei einem schweren Tourenrad.

Nuvinci deswegen, weil wie mir ein Händler sagte die meisten anderen Systeme das Drehmoment nicht verkraften.
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Beitragvon Helmut » 11.10.2012, 00:48

Technobull hat geschrieben:nur bleibt beim Mittelmotor die volle Funktionalität und der Entfaltungsbereich einer Schaltung erhalten
Wer mit einem Pedelec, erst recht mit einem S-Pedelec mit 500 Watt Unterstützung anfährt, kommt mit dem Schalten einer Gang für Gang zu schaltenden Schaltung nicht hinterher. Da macht z. B. die NuVinci Sinn, weil man bei ihr blitzschnell beliebig weit hoch (und auch wieder runter) schalten kann.

Mit dem Bumms in den Pedalen genügt es aber auch im 2. Gang einer 3-Gang-Schaltung anzufahren, auch beim Smart E-Bike mit seinen 250 W.

Dieser Effekt kann man z. B. auch mit einem Nabenmotor und einer 3-Gang-Kettenschaltung erzielen. Der Vorteil: Man braucht keinen speziellen Rahmen, was die Herstellungskosten enorm reduziert.
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Beitragvon Technobull » 11.10.2012, 08:33

Helmut hat geschrieben:
Technobull hat geschrieben:
Mit dem Bumms in den Pedalen genügt es aber auch im 2. Gang einer 3-Gang-Schaltung anzufahren, auch beim Smart E-Bike mit seinen 250 W.

Dieser Effekt kann man z. B. auch mit einem Nabenmotor und einer 3-Gang-Kettenschaltung erzielen. Der Vorteil: Man braucht keinen speziellen Rahmen, was die Herstellungskosten enorm reduziert.
Zudem sind dann nicht nur 250 W Dauernennleistung sondern deutlich mehr SOFORT am Werk ohne Reibungsverluste was natürlich kräftig an der Batterie zieht. Beim Eagle war zunächst der Sensor defekt der proportional 50-150% E-Leistung zur Tretkraft dazugeben soll - beängstigend wie das Ding abhaute, schneller als ne NSU Quickly. So war nach 35 km die Batterie platt, jetzt 60-70 km.

Insgesamt ist die Technologie aber so weit zuverlässig und ausgereift daß einer weiteren Verbreitung in Fahrzeugen jeder Größe nur noch die Batteriepreise und die Lobbies/Politik entgegenstehen.

Man stelle sich mal vor was es für Deutschland und die Welt bedeuten würde wenn das Treibstoffgeschäft, Wartung, Kosten für Kühler, Anlasser, Einspritzanlagen und Reparaturen daran allesamt wegfallen würden. Die Produktionsanlagen, Rohstoffe und Patente haben die Chinesen, auch die E-Bike Motoren außer Bosch kommen da her.
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Beitragvon Technobull » 11.10.2012, 08:41

http://www.pedelecforum.de/forum/forum.php

Ein reiches Betätigungsfeld für findige Bastler und Jungunternehmer, vielleicht auch Schulen und Projekte, so wie einstmals 50 cm³ Moped-Tuner.

Ob ein Mittelmotor-Rahmen unbedingt soo viel teurer in der Herstellung ist wage ich auch zu bezweifeln, das ist wohl eher eine Frage der Marktsättigung.
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Beitragvon helpen » 11.11.2012, 15:29

Gerade die Automobil-Hersteller finden diesen Markt sehr interessant. Sicherlich ist einer der Gründe für diese Vertikale-Integration der, dass die Hersteller neue Mobilitätswege erforschen möchten, vielleicht sogar gemerkt haben, dass die Zukunft sich dahin bewegt. Neben Smart ist da noch BMW - http://www.bikenest.de/blog/bmw-onlines ... t-pedelec/ usw., die in dieser Branche mitmischen. Bei solchen Herstellern ist es verständlich, jedoch gibt es auch immer mehr Hersteller - wie z. B. AEG und Panasonic, kann ebenfalls in diesem Blog gelesen werden - die ebenfalls Pedelecs herstellen wollen. Sicherlich sind diese Indizen ein Merkmal dafür, dass dieser Markt einfach für viele Unternehmen sehr interessant zu sein scheint.
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Beitragvon Technobull » 11.11.2012, 20:05

helpen hat geschrieben: Sicherlich sind diese Indizen ein Merkmal dafür, dass dieser Markt einfach für viele Unternehmen sehr interessant zu sein scheint.
Heute kam ich bei meinem Fahrradladen vorbei und sah, daß Raleigh Made in Germany jetzt ein weiteres Mittelmotorkonzept aus Deutschland anbietet.

Die meisten Leute mit Pedelecs die ich bislang sah, waren reifere Menschen. Für Kinderanhänger und Einkauf gar erst in bergigen Gegenden z.B. Taunus mit Radwegen sicher eine tolle Sache.

Fehlt bloß noch eine Infrastruktur mit Batterietauschstellen, wie es sie teilweise im Schwarzwald schon gibt und die Autoindustrie bekommt ernsthaft vorgemacht, daß E-Mobilität machbar ist im Alltag. Vielleicht kommen die Supermärkte ja auch noch auf die Idee.

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Übersicht Radeln mit Rückenwind aus der Steckdose

Beitragvon Janibal » 06.03.2013, 18:32

VDI Nachrichten Nr.9 S.15

Fahrberechtigung ist ein Wort für Führerschein (echt)

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