Qualitätsprobleme mit Shimano-Ketten 10fach?

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Dreckschleuder
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Qualitätsprobleme mit Shimano-Ketten 10fach?

Beitragvon Dreckschleuder » 24.05.2010, 01:24

Nachdem ich Gestern den 6. Kettenriß seit Juli 2009 (vorher: mit neunfach einen in 7 Jahren und einen mit 10fach) hatte und dabei den dritten Umwerfer abgerissen habe, frage ich das Forum, ob ich der einzige mit derlei Problemen bin und - ob man etwas machen kann.

Gibt/Gab es ggf. sogar Qualitätsprobleme bei Shimano (Ich kaufe Ketten auf Vorrat). Ist ggf. die Technik in Zweifel zu ziehen?

Der Schaden zeigte sich bei mir auf zwei Arten:
1. Außenlasche gebrochen: 1x
2. Außenlasche von Niete gelöst: 5x

Dabei habe ich zum Zeitpunkt des "Riß bemerkens" häufig nicht einmal geschaltet. Dazu muß ich relativierend sagen, daß ich im Jahr allein mit dem Rennrad weit über 20.000 Km (500-1000 km pro Woche, 150-600 Km pro Tour) zurücklege und - je nach Wetter und Schwierigkeit des Terrains 5-7 Ketten verbrauche. Den Zeitpunkt für einen Wechsel ermittle ich jede Woche mit Rohloff-Kettenverschleißlehre (Wechsel bei Verschleiß zwischen 0.075 und 1. mm).

Die Kettenpflege erfolgt wöchentlich:
- Glied für Glied Dreck und Schmiere beseitigen, checken (Beweglichkeit, Brüche)
- Kette ölen
- Kette durch geölten Lappen laufen lassen
- Schaltröllchen reinigen
- Grober Dreck aus Ritzelpaket entfernen
(-Schaltung nachstellen)

Kette ölen bei Bedarf häufiger...
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 24.05.2010, 06:06

Moin Dreckschleuder,

von Qualitätsproblemen ist mir nichts bekannt. Allerdings bin ich mir sicher, dass Shimpanso das auch nicht an die große Glocke hängen würde.

Grundlegend muss man natürlich beachten, dass die 10 fach nicht so stabil aufgebaut ist/sein kann, wie die 9 fach Kette. Allerdings sind 6 Risse dann doch recht viel. Schade um die Umwerfer!!!

Du fährst ja recht viel. Die Frage ist aber, wie fährst Du?
Häufig Wiegetritt? Schalten unter Last? Zu große Verschränkung? Wie schwer bist Du?
Wo beziehst Du deine Ketten. Möglicherweise bist Du auf ein Replikat hereingefallen?
Womit reinigst Du die Ketten? Möglicherweise ist das Mittel zu aggressiv und macht das Metall spröde?
Wer nietet die Ketten? Bei gelösten Aussenlaschen kann man schon fast von einem Nietfehler ausgehen. Richtige Niete verwendet?
Wie wechselst Du die Kette? Fährst Du eine runter, bis sie abgenutzt ist und ziehst´ne neue auf, oder nutzt Du mehrere Ketten reih um?

Mir ist erst zweimal die Kette gerissen (MTB). Beim 1. Mal hab ich keinen nachgekauften Nietstift verwendet, sondern beim Trennen der Kette den alten aufgehoben und später wiederverwendet. Der Riss kam völlig unerwartet im Wiegetritt.
Beim 2. Mal war ein Kettenglied steif. Der Riss kündigte sich im Vorwege auf der Tour durch starke Geräusche an.

Kannst Du bei deinen Rissen irgendein "Muster" erkennen? Reissen die Ketten immer in der gleichen Situation? Z.B. im Wiegetritt, immer bei gleichen oder ähnlichen Gängen?
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Beitragvon Dreckschleuder » 24.05.2010, 07:57

Hallo Bagdad-Biker,
ich fahre relativ gleichmäßig, trete wenig an, fahre wenig echten Wiegetritt. Zur Entlastung des Dammes fahre ich ab und zu ein paar Meter im Stehen ohne Last.

Ich fahre die Kette im Flachland meist auf dem großen Kettenblatt, nutze dabei die 7 "größeren" Gänge.

Im Bergland (Brevets) achte ich darauf, schon bei der Anfahrt in einen Berg das Kettenblatt zu wechseln, um nicht unter Last zu schalten.

Ich benutze außer Kettenöl (Cross- Country) keine weiteren Pflegemittel. Ich wechsele nach spätestens 2 Monaten die Kette..., fahre jeweils eine Kette "runter".

Zum Kettenwechsel nutze ich entweder die beigelegte Niete - wenn vorhanden - oder drücke die teileingepreßte Niete (so geliefert) durch. Im Anschluß kontrolliere ich die Gängigkeit des eingedrückten Gliedes. Bei der Reinigung habe ich jedes Glied einzeln in der Hand und checke.

Ich weiß leider nicht, wie ich Replikate erkennen könnte... Benutze Shimano-Ultegra oder 105er Qualität.
Zuletzt geändert von Dreckschleuder am 25.05.2010, 16:50, insgesamt 1-mal geändert.
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 24.05.2010, 13:34

Ok, so wie Du deinen Fahrstil beschreibst, können wir "unsachgemäße Nutzung" wohl ausschließen.
Was verwendest Du zum Reinigen der Kette? Wie gesagt, eventuell zu aggressiv?
Die Replikate erkennt man eben leider (meist) nicht. Es gehen aber Gerüchte um, dass in Fernost inzwischen eben auch Ketten kopiert werden. Deren Qualität liegt dann in der Regel deutlich unter dem, was wir gewohnt sind. Beziehst Du die Ketten im Netz oder beim Händler? Ich würde tatsächlich versuchsweise Ketten vom Händler kaufen. Viel teurer sind die ja auch nicht. Zudem hast Du dann einen direkten Ansprechpartner bezüglich Reklamation. Der kann dann Shimpanso auch auf die Füße treten, wenn Du ihm die x´te gerissene Kette auf den Tisch legst.
Kannst Du lokalisieren, an welcher Stelle die Kette reißt? Ist es die genietete Verbindung oder irgendwo mittendrin. Möglicherweise ist gar nicht die Kette, sondern ein fehlerhafter Stift die Ursache?
Welchen Kettennieter verwendest Du? Ich bin mir nicht ganz sicher, meine aber mal gehört zu haben, dass für 10 fach ein spezieller Nieter benötigt wird, weil die Niete dünner ist. Eventuell weitest Du die Bohrung in der Lasche dann zu weit auf, sodass der Stift rausrutscht?

Ansonsten bliebe nur die Möglichkeit, dass die Ketten reißen, weil sie nicht mehr zu den bereits ab/eingefahrenen Blättern und Ritzeln passen.
Als Tipp: Wenn Du Blätter und Ritzel erneuerst (dürfte bei deiner Fahrleistung ja recht häufig der Fall sein) lege Dir gleich einen Satz von 5 Ketten zu. Wechsle die Ketten dann regelmäßig in Intervallen von ca. 500 Km immer wieder der Reihe nach durch. So verschleißen alle Teile des Antriebs annähernd gleichmäßig. Du hast anfangs dann neue Ketten auf recht neuem Antrieb, später gebrauchte auf gebrauchtem Antrieb und zuletzt fast abgefahrene Ketten auf ohnehin runtergefahrenen Blättern.

Vielleicht denkst Du mal über einen Herstellerwechsel nach? Frag den Händler deines Vertrauens. Eventuell passt bei Dir auch eine Sram-Kette. Die haben Kettenschlösser.
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Beitragvon tierfreund23 » 24.05.2010, 15:14

Hallo Dreckschleuder,

ich habe schon mal gelesen, dass Shimano mit ihren Dura Ace-Ketten solche Probleme hatte, ich weiß aber nicht, wie es mit den anderen Gruppen aussieht.
Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß, dem Mann in seine Rechte,
drum gab er ihm den kühnen Mut, den Zorn der freien Rede...

Zitat: Ernst Moritz Arndt 1812
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Beitragvon Dreckschleuder » 25.05.2010, 10:12

Hallo Bagdad-Biker,
erst einmal vielen Dank für Deine Stellungnahme. Ich verwende für die Kette nur folgende Utensilien (1 Kette => 1-2 Monate, daher 1x pro Woche nur Dreck entfernen und Ölen, zwischendurch bei Bedarf nachölen):

- Topeak Universal Chain Tool, laut Hersteller für HG, UG und IG
- Finish Line Cross Country Kettenöl
- QTips, Baumwolllappen, Zahnbürste

Ich werde den Dorn vom Chaintool mal kontrollieren, ob der möglicherweise zu dick ist.

Gegen einen Fehler bei der Erstmontage spricht aber, daß ich vor der Problemserie keine Probleme hatte (Vorgehen). Auch der Umstand, daß die Kette bei 1500-2000 Km (mit 500 KM Weserbergland) gerissen ist, deutet darauf hin, daß die initiale Montage ok war. Mit der 9fach-Kette hatte ich ein Montageproblem. Das hat mich aber schon bei der ersten Tour geärgert, da die Kette nicht ordentlich lief (klakken am Schaltwerk).

Reklamation: Da sagst Du was. 3 Carbonrahmen bitte..., da mit einem Tritt die angenietete Anlötschelle abgerissen wurde. Über eine Ersatzkette reden wir nun wirklich nicht mehr...

Wir haben den Schaden unterwegs begutachtet. Eine Lasche hatte sich abgespreizt und hat den Umwerfer mit abgerissen. Einzige Vorankündigung, die ich leider nicht richtig interpretiert habe war ein nicht ordentlicher Schaltvorgang vor dem Defekt. Das Schadensbild war übrigens augenscheinlich identisch. Entweder gebrochene Lasche oder gelöste Lasche, Abspreizung in Fahrtrichtung (so daß ein Haken entsteht).

Ich habe zuletzt den Schaden durch Entfernen von 2 Kettengliedern (und Umwerfer nebst Anlötschelle) behoben und bin 500 KM weitergefahren (leider ohne Lokalisierungsversuch).

Ich wüßte momentan leider nicht, wie ich die Niete lokalisieren oder bleibend markieren kann (Öl+Scheuern beim Umwerfen), denn es ist meist eine voreingepreßte normale Niete. Wie würdet ihr markieren?

Der Vorschlag mit den mehreren Ketten ist für mich m.E. nicht machbar. Es bedeutet, daß ich jede Woche 1-2 Mal die Kette wechseln müßte. Abgesehen davon, daß ich das Problem verschärfen könnte, ist das zeitlich eher nicht drin. Stattdessen wechsele ich Stumpf mit jeder 2. Kette das Ritzelpaket mit.

Wg. Herstellerwechsel: Da muß ich mich informieren.

--

Im wesentlichen ärgere ich mich darüber, daß der 3. Rahmen hinüber ist (die Carbonrahmen haben keinen runden Querschnitt, also keine Schelle anschraubbar), versuche herauszufinden, ob andere das Problem auch haben/hatten, um ggf. Shimano zu belangen.

Eine Tour ist lang und ich erwarte für 800 Km Zuverlässigkeit - auch von der Kette. Ich habe nur wenig Möglichkeiten, während der Tour die Kettenglieder zu checken.
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Beitragvon Bergwasserziegentraeger » 25.05.2010, 11:11

Die Ersatznietstifte haben einen flachen/glatten Kopf, während die Stifte vom Rest der Kette am Kopf leicht konkav ausgehölt sind. Das ist erkennbar. Da die Ersatznieten nicht wiederverwendet werden dürften, muß eine Kette jeweils an einer Originalvernietung aufgetrennt werden. Die Kette wird dadurch immer geschwächt. Auch wenn Du Profiwerkzeug verwenden würdest.

Hältst Du Dich beim Vernieten an die Anleitung? Die Außenlaschen zeigen an der zu vernietenden Stelle nach vorne, wenn die Kette oberhalb der Kassette/Kettenblätter verläuft.

Ist es möglich, daß Du den Nietstift zu weit hineindrückst? Es muß nicht zwangsläufig passieren, daß der dann auf der anderen Seite übersteht und gegen die Ritzel stößt. Korrigierst Du den Sitz des Nietstiftes durch mehrmaliges Hin- und Herdrücken mit dem Nieter, falls das Kettenglied nicht beweglich ist? Das zu tun ist gefährlich. Oder tastest Du Dich beim Hineindrücken an den richtigen Punkt heran und biegst das Kettenglied ggf. vorsichtig?

Könnte es sein, daß Du zuviel reinigst und mit den Q-tips und der Zahnbürste Schmutz und feingeschmirgelten Sand überhaupt erst in die Kettenglieder einarbeitest? Dadurch machst Du auch die werksseitige Schmierung der Kettenglieder zunichte.
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Beitragvon Herman » 25.05.2010, 12:11

Bagdad-Biker hat geschrieben:...Vielleicht denkst Du mal über einen Herstellerwechsel nach? Frag den Händler deines Vertrauens. Eventuell passt bei Dir auch eine Sram-Kette. Die haben Kettenschlösser.
Es bedarf keines Herstellerwechsels, um ein Kettenschloss (Verschlussglied) zu nutzen, denn die gibt es für alle Ketten - Campa, SRAM, Wippermann, KMC und eben auch Shimano. Vorteil ist, die Dinger sind wiederverwendbar, so dass die Ketten häufig und leicht gewechselt werden können, z.B. nach langer Regenfahrt, wenn die Kette ohnehin ausgewaschen ist und man sich dann die Hände nicht so schmutzig macht. Ich habe drei Ketten sogar unterschiedlicher Marken im Wechsel und komme damit solange aus, dass meine Angaben Stirnrunzeln in der Fachwelt verursachen, allerdings fahre ich mehrere Ligen unter dem Anspruch von Dreckschleuder, halb so lang, hoch, schnell…
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Beitragvon Dreckschleuder » 25.05.2010, 16:31

Hallo Herman,

danke für den Hinweis zu den Kettenschlössern. Ich habe mir sofort ein paar bestellt, so daß ich immer eins dabei habe.

Bisher habe ich unterwegs gerissene Ketten durch entfernen 2er Glieder (meist Niete nicht ganz rausgedrückt) repariert, so auch am Samstag.
Zuletzt geändert von Dreckschleuder am 26.05.2010, 09:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Dreckschleuder » 25.05.2010, 16:46

Hallo Bergwasserziegentraeger,

vielen Dank für die Hinweise. Es gibt mir zumindest zu denken, ob ich immer richtig niete.

Zum Vorgehen beim Vernieten: Ich drücke bewußt die Niete vorsichtig vom Rahmen her zu mir hin, um genau erkennen zu können, wann sie drin ist. Ich habe schon einmal eine Niete wenig zurückgedrückt. Das ist aber die Ausnahme. Anschließend prüfe ich die Gängigkeit (klemmt das Glied?) Wenn es klemmt, drücke ich vorsichtig von innen mit einem Schraubendreher. Anschließend folgt eine weitere Sichtprüfung auf beiden Seiten... Für die Zukunft werde ich ein Kettenschloß nutzen, um hier Fehler auszuschließen.

Übrigens, nicht alle Ketten hatten einen Zusatzstift... Stattdessen ist eine Niete in eine Lasche eingepreßt oder nix von beidem.

Wg. Vorzugsrichtung beim Einbau: Ich bin mir nicht sicher. Ich habe gerade eben bei meiner derzeit eingebauten Kette nachgesehen. Sie hat Gravuren auf beiden Seiten. Kann es sein, daß es erst bei den neuen Ketten eine Vorzugsrichtung gibt?

Ich werde nachher mal die zugehörige Einbauanleitung zur Kette aus dem Altpapier fischen und nachsehen, ob da auch etwas von zur Einbaurichtung steht...
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Beitragvon Dreckschleuder » 25.05.2010, 16:48

Hallo tierfreund23,
erinnerst Du Dich ggf., wo Du das gelesen hast? Es ist für mich wirklich wichtig, weil ich zur Zeit ein Qualitätsproblem als Fehlerquelle vermute.
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Kettenprobleme

Beitragvon Janibal » 25.05.2010, 17:57

Moin,

es ist bekannt, dass shimanos dura ace ketten reißen. stand neulich im tour magazin. shimano äußert sich dazu nicht, hat es aber wohl mitbekommen. sind aber auch nur die 7900er, die mit dem hohlen niet, soweit ich mitbekommen habe.

Theoretisch kannst du mal eine gerissene kette nehmen und mal dir die außenlaschen genauer anschauen. die weisen wohl risse um den niet herum auf. nicht an allen, aber an manchen. das die unteren gruppen nun auch reißen, habe ich noch nicht gehört. wird aber dann das selbe problem sein.

ich habe mal bei sachs (heute sram) in der kettenfertigung gearbeitet und kenn so den herstellprozeß. alles automatisch und mit qualitätskontrolle aller kettenteile, wobei hier die härte und die toleranzen getestet wird. die lasche darf nicht so hart sein wie der niet, da sie sonst beim zusammenpressen springen würde. da alles richtung leichtbau geht, nicht nur durch hole nieten, sondern auch durch dünnere laschen, ist die kette an der belastungsgrenze. wenn die beim nieten die presse etwas zu stark eingestellt haben, das material nicht ganz den anforderungen entspricht oder eine last falsch berechnet wurde, kommt es zu den rissen und später zum bruch. hier wird stahl verwendet, der erst federt, bevor er bricht. aber kein baustahl, sondern sonderlegierungen.

eine idee hätte ich, wieso die ketten reißen: es gibt sehr viele fahrer mit kompaktkurbeln, hier kann mehr moment übertragen werden, was einen höheren zug auf der kette ausmacht. den wirklichen grund sehe ich aber im leichtbau. eigentlich hängen wir an der kette wie der kletterer an seinen seil und da sind sicherheiten von 20. so schwer wollen wir das auch nicht machen, oder?, 3 würde schon reichen.

Wenn ich schimano wäre, würde ich hoffen, dass nur eine charge ketten betroffen war und wenn die zurückgeholt oder gerissen sind, ist das thema durch. wenn da nicht ein amerikanisches gericht kommt, ist der kunde der dumme...

ich bin auch schon dura ace kette auf kampa zähnen gefahren. geht alles.

ich werde nochmal schauen, ob ich das im tour magazin finde, meine es war april 10. sonst ruf die doch mal an oder schreibe denen. die haben etwas macht... habe bei tour noch einen rückruf für das PowerLock-kettenschloss von sram gefunden. die meinnung in foren ist, daß die 7800 deutlch besser als die 7900 ist. 30g an der falschen stelle...
St. Jan
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Beitragvon kolo@post.cz » 25.05.2010, 19:51

Nimm einfach die 105er Kette. Das mit den hohlen Nieten ist wohl nichts, oder eine 10fach von SRAM oder Rohloff.

;-)Bild
Zuletzt geändert von kolo@post.cz am 26.05.2010, 13:41, insgesamt 3-mal geändert.
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 25.05.2010, 21:27

Das shimano auch Kettenschlösser hat, ist mir neu! Von Sram weiß ich, dass es sogar zwei unterschiedliche gibt. Ein wiederverwendbares und eines, dass sich nur mit Nietstift wieder öffnen lässt.

Noch immer lässt man mich im unklaren, mit welchem Reinigungsmittel die Kette gereinigt wird. Nur Lappen drüberziehen und neu einölen ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei.

Das sich eine Lasche abspreizt, mag wohl mal vorkommen. Das sie es schafft den Umwerfer aus dem Rahmen, statt die Kette selbst zu zerreißen, spricht aber nicht gerade für die Qualität des Werkstoffes.

Ob Du mit bloßem Auge erkennen kannst, ob der Dorn zu dick ist möchte ich bezweifeln. Wären dann ja nur zentel mm.

Das mit dem Kettenwechsel war nur´n Vorschlag. Es minimiert den Verschleiß. Der Zeitaufwand für den Wechsel beträgt ja grad mal zwei Minuten. Mit einem Kettenschloss gehst Du das Risiko das Problem zu verschärfen nicht ein.
Warum lässt Du die Ketten nicht vom Fachmann montieren? Kein Sarkasmus. Wenn Du die Kohle hast bereits bei jeder zweiten Kette das Ritzelpaket zu tauschen, dann muss ich annehmen, Du nagst nicht am Hungertuch. Tauscht Du dann auch die Blätter? Alte Blätter neue Kette und Ritzel=gar nicht gut.

Was die zerstörten Rahmen angeht: Weiß jemand, ob es Umwerfer mit übergroßen Schellen gibt? Dann ließe sich mit einem zweiteligen aus Alu oder Kunststoff gefrästen Adapter das Rohr rund gestalten. Der Rahmen wäre so zumindest weiterhin nutzbar. Denn ich bezweifle, dass die Rahmen auf Kulanz getauscht werden???

Das deinen Ketten kein Nietstift beiliegt ist allerdings höchst verwunderlich!!! Wo beziehst Du die Ketten??? Möglicherweise tatsächlich ein Plagiat?
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tour magazin

Beitragvon Janibal » 25.05.2010, 21:49

Also, habe den artikel im tour magazin april 2010 gefunden auf seite 10. da steht:

Risse bei shimano ketten - Kettenreaktion

In den vergangenen wochen erreichten die TOUR-redaktion mehrere Hinweise auf defekte 10fach ketten. zu den betroffenen fahreren gehören auch zwei TOUR-Mitarbeiter. die defekten gliederstränge zeigen ein beunruhigendes schadensbild. in allen fällen waren mehrere außenlaschen ein- oder durchgerissen - in einen extremen fall zählten wir 20 risse an einer kette. besonders häufig tritt dieses phänomen offenbar bei shimano ketten der baureihen cn 7900 (dura ace) und CN 6700 (Ultegra) auf, aber auch andere 10fach ketten von shimano scheinen betroffen. shimano importeur paul lange reagierte auf nachfrage von tour zurückhaltend. eine verbindliche aussage über das ausmaß der schäden war nicht zu bekommen. TOUR hat shimano teile der defekten ketten zur weiteren ursachenforschung zur verfügung gestellt. dass shimano das problem nicht unbekannt ist, geht aus einer internen mitteilung hevor, in der säurehaltige oder alkalische kettenreinigungs-und pflegemittel als mögliche ursache genannt werden. Unsere empfehlung: wischen sie die kette ihres rades mit einen weichen lappen sauber und begutachten sie jedes einzelnes kettenglied. kontrollieren sie vor allem außenlaschen, die aus gewichtsgründen gelocht sind. in internet-foren sind auch berichte vom kmc- und sram-ketten mit ähnlichen schadensbild aufgetaucht. schreiben sie uns, wenn auch ihre kette betroffen sein sollte: technikfrage@tour-magazin.de

jetzt wieder ich:
nun ist guter rat teuer. an die lauge oder säure glaube ich nicht, das ist zu gegensätzlich. ausserdem machen die beiden nur rost und keine brüche. wasserstoff geht an die korngrenzen bei austenitischen stahl und sprengt den, der hier ist aber ferritsch. so glaube ich nicht an umwelteinflüsse. bleibt nur die zu schwache auslegung vom hersteller für unvorhergesehene benutzung. oder die hütten haben miesen stahl gekloppt, dann können wir uns aber bald über keine brücke mehr trauen, schon garnicht mit dem auto, wo jederzeit die steuerkette reissen könnte....

hoffentlich reagiert shimano angemessen und alsbald.
St. Jan
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Beitragvon Dreckschleuder » 26.05.2010, 09:29

Hallo Bergwasserziegentraeger,

Ich habe mir die Anleitungen zu den letzten beiden eingebauten Ketten angesehen (1x CN 5600 + 1 x CN 6600). Da gibt es den Hinweis mit dem Schriftzug noch nicht. Stattdessen steht da:

Es wird sehr empfohlen, den Verbindungsstift in das vordere Loch des äußeren Kettengliedes einzusetzen, in der Bewegungsrichtung der Kette gesehen. Das aber habe ich gemacht.

Nur: Wenn sich diese Niete lösen würde, hätte ich auch eine Spreizung, wie sie meine Umwerfer abgerissen hat.
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Beitragvon Dreckschleuder » 26.05.2010, 10:35

Hallo Bagdad-Biker,
wg. Kettenschlösser: Ich habe jetzt ein paar bestellt (SRAM). Im Internet wird wie oben vielfach der Einsatz mit Ketten jeglicher Marke beschrieben. Insofern werde ich versuchen und berichten.

Ich entferne tatsächlich nur den Dreck und öle neu. Das passiert allerdings sehr regelmäßig. Das mag merkwürdig klingen, allerdings ist eine Kette bei mir auch nur für vergleichsweise kurze Zeit in Nutzung (max. 2 Monate laut Wartungsheft) und nicht wie bei vielen anderen über mehrere Jahre. Das Ritzel kontrolliere ich ab der 2. Kette... Es wird nicht automatisch getauscht. Stattdessen gibt es eine längere Probefahrt und eine Messung mit der Rohloff-Ritzellehre...

Wg. Ketten ohne Nietstift habe ich die Rechnungen kontrolliert. Es waren "montageverpackte Ketten" HG93 - 9fach. Der Hersteller ist nicht angegeben. Insofern betrifft das aber nicht das Rennrad. Allerdings bleibt der Umstand, daß nicht immer eine Zusatzniete beilag.

Wg. Anbauschelle: Es wäre wirklich toll, eine Lösung zu finden. Insofern bin ich für jeden Rat dankbar.

Ich werde versuchen, über Canyon den Rahmen reparieren zu lassen. Manchmal ist das möglich, wenn die Nieten gerade aus dem Carbon rausgerissen werden. Es ist aber wirklich so traurig, daß sofort der Umwerfer abreißt, wenn das Kettenglied einfädelt.
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Beitragvon Dreckschleuder » 26.05.2010, 12:02

Hi Janibal,
vielen Dank für den Hinweis auf den Artikel. Ich werde versuchen, ihn mir zu besorgen.

Ich kann zumindest bei mir Reinigungsmittel als Ursache meiner Defekte ausschließen, da ich sie nicht benutze. Auf meine Kette lasse ich nur Lappen und Öl. Ansonsten stelle ich sicher, daß die Kettenglieder gut beweglich sind.

Ich werde jedenfalls die gerissene Kette bei nächster Gelegenheit sehr genau untersuchen!
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Beitragvon kolo@post.cz » 26.05.2010, 13:38

;-)

: Kreisel :

war keine Absicht
:oops:
Zuletzt geändert von kolo@post.cz am 26.05.2010, 17:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Dreckschleuder » 26.05.2010, 15:04

Hallo kolo,
was möchtest Du mit dem doch recht mehrdeutig interpretierbarem Symbol sagen?
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Beitragvon Bergwasserziegentraeger » 26.05.2010, 17:10

,,Spreizung'', wie Du es nennst, ergibt sich immer, wenn sich ein Kettenglied öffnet und eine Außenlasche irgendwo hängenbleibt (am Umwerfer, an den Schaltungsrädchen, an der Kassette). Viel Platz ist da nicht. Ein Millimeter Überstand kann schon zu viel sein.

Ein Ersatzniet inkl. Führungsstift liegt laut Werbung ab Ultegra bzw. XT (HG-9x) bei. Bei 105 bzw. LX (HG-7x) ist eher einer schon ,,halb drin'', ohne Führungsstift dann.
Wenn es klemmt, drücke ich vorsichtig von innen mit einem Schraubendreher
Aua! Dabei wirken Hebelkräfte, die Du eher schlecht kontrollieren kannst. Wenn Biegen der Kette senkrecht zur Laufrichtung mit zwei Händen nicht reicht, um das Kettenglied leichtgängig(er) zu bekommen, stimmt an der Vernietung etwas nicht.
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 26.05.2010, 17:55

Dreckschleuder hat geschrieben: Ich entferne tatsächlich nur den Dreck und öle neu.
Das ist natürlich in jedem Fall, unabhängig von möglichen Qualitätsproblemen, suboptimal!
Dreckschleuder hat geschrieben: Wg. Ketten ohne Nietstift habe ich die Rechnungen kontrolliert. Es waren "montageverpackte Ketten" HG93 - 9fach. Der Hersteller ist nicht angegeben. Insofern betrifft das aber nicht das Rennrad. Allerdings bleibt der Umstand, daß nicht immer eine Zusatzniete beilag.
.
"Montageverpackt", so, so. Also Oem-Ware, die man Dir so nie hätte verkaufen dürfen. Das dürfte dann wohl auch bei den RR Ketten der Grund für die fehlende Niete sein!?!
Deine Bezugsquelle ist mit großer Wahrscheinlichhkeit ein uns allen bekanntes Auktionshaus im Netz. Da tummeln sich die "Grauzonen-Händler" derzeit. Schwalbe codiert inzwischen seine Reifen, wegen eben dieser OEM Geschichten. Nur mal so am Rande
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 26.05.2010, 18:05

Was den Erhalt des Rahmens angeht: Sollte es keinen Umwerfer mit entsprechend großer Schelle geben, hätte ich da noch eine zweite, ähnliche, aber aufwendigere Lösung.

Der beschriebene zweiteilige Adapter aus Alu bleibt gleich. Nur bekommt er nun an einer Seite ein Scharnier und an der anderen eine Klemmschraube. Nun klemmt sich der Adapter selbst, statt von dem Umwerfer geklemmt zu werden.
An diesen Adapter bringt man entsprende Gewindeösen an und schraubt da den Umwerfer ein. Das Teil muss aber super genau gearbeitet sein, sonst haut die Schaltung nicht hin. Das wäre dann schon nix mehr für´n Schlosser, sondern geht in Richtung Feinmechaniker.
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Beitragvon Halvtreds » 26.05.2010, 23:26

Also die ultimative Methode zur Kettenpflege ist immer noch die hier ausführlich beschriebene - alles Andere ist Pfusch und geht dramatisch auf Standzeit und Leistung.

Halvtreds
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Beitragvon Dreckschleuder » 27.05.2010, 00:03

Halvtreds hat geschrieben:Also die ultimative Methode zur Kettenpflege ist immer noch die hier ausführlich beschriebene - alles Andere ist Pfusch und geht dramatisch auf Standzeit und Leistung.
Hallo Halvtreds,

dann kann ich mich auch gleich erschießen.

Vielleicht sollte ich doch dazu übergehen, nach jeder Tour einmal ordentlich die Kette zu putzen und zu pflegen. Das wäre dann ja allerhöchstens 4-5 Mal am Tag der Fall... Und die Arbeit würde praktischerweise entfallen. :D
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 27.05.2010, 17:45

Halvtreds hat geschrieben:Also die ultimative Methode zur Kettenpflege ist immer noch die hier ausführlich beschriebene - alles Andere ist Pfusch und geht dramatisch auf Standzeit und Leistung.

Halvtreds
Für Scherze ist das Thema leider viel zu ernst. Zur Errinnerung: Drei zerstörte Rahmen!!!
Was den Adapter zur Rahmenrettung angeht: http://www.mtb-news.de/forum/showthread ... ost7134880

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