Fahrrad Essen 2016 - Essen (Berichte und Bilder)

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olaf
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Fahrrad Essen 2016 - Essen (Berichte und Bilder)

Beitragvon olaf » 02.03.2016, 19:52

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Fahrrad Essen – Messe Essen 25.02 bis 28.02.2016

Die Fahrrad Essen ist die größte Radmesse Nordrhein Westfalens und entwickelt sich immer weiter. War sie in früheren Jahren eher eine zusätzliche Messe zu der gleichzeitig stattfindenden Reise- und Campingmesse ist sie inzwischen die Messe mit dem größeren Besucherandrang geworden!

Die Fahrad Essen lockt jährlich ca. 80.000 Besucher in die Messehallen an der Essener Gruga. Darunter auch wieder zwei HFS-Foris nebst Anhang und ausgestattet mit offiziellen Pressetickets und im HFS-Outfit!

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Wir sind schon seit einigen Jahren Stammgäste auf dieser Messe. Anfang 2011 haben wir dann mal einen kurzen Bericht über einen Messenachmittag verfasst und im Forum veröffentlicht. Dieser gefiel Helmut so gut das er ihn auf die Startseite stellte und uns fragte ob wir im nächsten Jahr nicht ganz offiziell über die Messe berichten wollten. Das war dann der Anfang unserer Reporterkarriere für HFS. Anfangs zwar noch sehr holprig, dann aber immer besser!

An dieser Stelle auch noch mal ein ganz herzliches „Danke Helmut“!

Die Tickets lagen übrigens schon am Freitag in der Post obwohl du erst am Donnerstag angefragt hast! Das konnte ich dir leider nicht mehr mitteilen!

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Wir werden es dieses Jahr aber nicht mehr ganz so ausführlich machen wie 2015. Freuen uns aber trotzdem schon mal auf viele schöne Berichte von der Messe!

Zur Einstimmung schon mal ein paar Bilder vom Samstag!

Fahrrad Essen – 27.02.2016

Viele Grüße vom HFS Reporterteam VeloC und olaf
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Beitragvon Stockumer Junge » 02.03.2016, 23:02

Marion und ich sind am Samstag mit dem Rad von Wanne-Eickel nach Essen zur Messe gefahren. Zum ersten Mal hatte in diesem Jahr wohl Holgis Bude an der Erzbahntrasse auf (geöffnet). Die üblichen Strategen hatten sich morgens dort schon eingefunden. Für Feinripp und Jogger war es aber noch zu kalt. Diesmal sind wir nicht über Zollverein in die Essener City gefahren, sondern haben die Erzbahntrasse schon vorher verlassen. Am Innenstadtring sind wir dann die Wegweiser Richtung Messe nachgefahren. Das ist keine schöne Route, da man immer wieder wie ein Luchs aufpassen muss, dass man nicht von abbiegenden Autofahrern übersehen wird. Zudem ist es recht laut. Man ist halt nicht in Kattenvenne.

Auf der Messe haben wir dann uns dann die Stände der einzelnen Touristikregionen angeguckt. Hier wird Appetit für die kommende Radsaison gemacht. Selbst Marveld Recreatie warb um Sommerurlauber. Als Startort von Ludwigs Kneipentour ist es ja eine typische Wintersportdestination. Gefreut hat mich, dass der Radsportverband NRW auch Flagge gezeigt hat. Joachim und seine Frau haben für den Breitensport in unserer Region geworben. Tue Gutes und rede drüber!
Die Fahrradausstellungen fand ich jetzt nicht ganz so prickelnd.

Unser Rückweg ging dann über den Radweg nach Steele. Hier habe ich dann auch den Radtreff der Essener Radsportler - die zornige Armeise bei Drago - entdeckt. Da es schon ziemlich spät war, haben wir dann den Rückweg über die Bochumer Landstraße gewählt. Nächstes Mal fahren wir dann wieder über den parallel laufenden Radweg. Der ist doch wesentlich verkehrsärmer. Um halb 7 waren wir an diesem sonnigen Tag wieder durchgefroren zurück in Wanne.

Fazit: Schöne Tour an einem sonnigen Tag. Zur Messe: Schöne Teststrecken für den Nachwuchs, appetitanregend für Radtouristen, Schnäppchenjäger kamen auf Ihre Kosten. Bei den ausgestellten Rädern fehlten für mich die meisten renommierten Marken. Hier wäre mehr Qualität erforderlich.
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Beitragvon VeloC » 05.03.2016, 10:05

Unsere Berichte sind immer noch in Arbeit. Hier schon mal die Berichterstattung der WAZ und ein persönlicher Messebericht von bikingtom (letzterer hat übrigens auch eine sehr sehenswerte Fotogalerie zum Radschnellweg RS1 auf seiner Seite): :Empfehlung:

WAZ Essen

bikingtom
Zuletzt geändert von VeloC am 07.03.2016, 17:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Sonne_Wolken » 06.03.2016, 18:18

Mein erster Bericht ist jetzt auch fertig. Er ist etwas umfangreicher geworden. :)

Hier ein paar Bilder.
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Und hier geht´s zum Bericht mit Fotos:
http://sonnigbiswolkig.myblog.de/sonnig ... Essen-2016
LG Jennifer

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Beitragvon VeloC » 06.03.2016, 20:39

Klasse Bericht, Jennifer! :Empfehlung:

Habe mich mit meinem schwer getan wie selten. Uns die Presseausweise zu besorgen, war eine von Helmuts letzten Aktionen, und beim Schreiben musste ich ständig daran denken, dass er selber das jetzt gar nicht mehr lesen kann. Es ist immer noch so irreal! Aber jetzt müssen wir mal zu Potte kommen:

Letztes Jahr war ich noch fassungslos, auf der Fahrradmesse keinen Stand zum Radschnellweg Ruhr (RS1) zu finden:
VeloC hat geschrieben:Verflixt, wo steckt der RVR bloß? Mit völliger Selbstverständlichkeit war ich davon ausgegangen, der müsste dort einen kompletten Stand nur zur Präsentation dieses Megaprojekts haben, und war schon nervös, ob ich in dem erwarteten Ansturm überhaupt durchdringen könnte. Aber die sind gar nicht da. Unfassbar, mit so einem Schatz in der Tasche!
Doch, da waren sie schon, aber nur nebenan auf der Reisemesse, wo sie ihre zahlreichen touristischen Radrouten ausführlich vorstellten. Der touristische Stand ist auch dieses Jahr wieder ein Publikumsmagnet. Für mich jedoch viel wichtiger: Jetzt wird auch der RS1 angemessen präsentiert!

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Gastgeber ist die AGFS, die am ersten Messetag ihren jährlichen Kongress diesmal zum Thema Radschnellwege veranstaltet hat. Neben zahlreichen Infotafeln, deren Inhalt uns schon aus der Machbarkeitsstudie vertraut ist, gibt es auch einiges an "Radschnellwegszubehör" zu sehen, wie überdachte Fahrradständer, Luftpumpstationen und eine Rasthütte, in der man einen überraschenden Regenschauer komfortabel aussitzen kann. Tana Petzinger vom RVR wird von neugierigen Besuchern fast überrannt und beantwortet ausführlich alle Fragen. Ihre eigene Begeisterung für das Projekt ist ihr deutlich anzumerken. Matthias Breuer, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Kamen, ist wieder für die AGFS vor Ort. Zum Messe-Einsatz 2019 kann er womöglich schon direkt von zuhause mit dem Pedelec anreisen. Vorausgesetzt, der Wecker klingelt früh genug: So knappe 60 km werden das auch via Radschnellweg zwischen Kamen und Essen noch sein. Dafür staufrei!

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Das ist momentan alles noch Zukunftsmusik, aber die Zukunft naht schnell. Im Sommer 2010 war es nur eine spontane Idee, im November 2015 wurde die Modellausbaustrecke auf der Rheinischen Bahn zwischen Mülheim und Essen eröffnet, und 2020 soll der RS1 zwischen Duisburg und Hamm komplett fertig sein. Außerdem will NRW deutschlandweiter Vorreiter in Sachen Radschnellwege werden und hat schon einen Stapel weiterer Projekte in der Pipeline. Die geplante rechtliche Gleichstellung von Radschnellwegen mit Landesstraßen ist vom Kabinett bereits abgesegnet und dürfte demnächst im Landtag mit breiter Mehrheit beschlossen werden. Mit der Anerkennung der Radschnellwege als wichtige Verkehrsinfrastruktur in der Verantwortung des Landes wird für die beteiligten Städte in Zukunft ein großer Teil des bislang mühsamen Zusammenkratzens von Fördergeldern aus verschiedenen kleinen Töpfen entfallen, so dass entsprechende Projekte zügig umgesetzt werden können. Und dann heißt es wirklich: … fahren, fahren, fahren …

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Stefan Pöpper und Joachim Hempel präsentieren wieder an gewohnter Stelle, gleich neben dem Testparcours ihr ElliptiGO, eine Kombination aus Crosstrainer und Fahrrad mit extrem hohem Spaßfaktor. Dass der Trainingseffekt ebenfalls hoch ist, merkt man erst am Muskelkater danach. Joachim ist damit letztes Jahr beim Hamburg Ride in 1:56 ins Ziel gekommen, ein Schnitt von knapp 30 km/h! 2016 wollen sie den Hamburg Ride mit einem 10-köpfigen Team aufmischen und einige Wochen später die Bergtauglichkeit ihrer Fahrzeuge bei einem Rennen in den Pyrenäen unter Beweis stellen.

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Dieses Jahr gibt es neben dem Klassiker mit 3, 8 oder 11 Gängen ein ganz neues Modell: Das ElliptiGO Arc hat eine komplett andere Mechanik, statt einer elliptischen führt man hier eine eher runde Tretbewegung aus. Das Fahrgefühl ist daher vertrauter, fast wie auf einem Fahrrad im Wiegetritt. Das Arc ist deutlich leichter als seine großen Brüder und trotz identischem Radstand gefühlt kompakter. Karo fängt bei der ersten Probefahrt Feuer und beginnt sofort zu feilschen, für welche Gegenleistung ihre Eltern ihr ein Exemplar spendieren würden. "1. Staatsexamen?" schlage ich vor. "Nix da," grinst Joachim, "das kommt ins Osterkörbchen, die Farbe passt doch schon perfekt!". Nee, das wird wohl eher nichts, unser Fuhrpark sprengt jetzt schon den vorhandenen Parkraum in Wohnung, Treppenhaus, Keller und Speicher. Aber reizvoll wäre es doch…

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Der Sunglider, letztes Jahr noch als Prototyp auf der Messe zu sehen, hat inzwischen den Sprung in die Serie geschafft. Neben dem Sunglider One gibt es jetzt auch die Cabriovariante Sunglider Easy. Erfinder Gerhard Lindenau teilt sich den Stand mit seinem Nachbarn und Kooperationspartner Liegeradbau Schumacher, deren Schwerpunkt auf Trikes für City, Reha und Touren liegt.

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Wieder dabei ist auch der Radparcours, auf dem Kinder und Jugendliche bis 14 ihr fahrtechnisches Können schulen, vor allem aber eine Menge Spaß haben:

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Die ganz Kleinen haben ihren eigenen Bereich, wo sie zeigen können, was sie alles mit dem Laufrad schon drauf haben:

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Die Verkehrsdirektion der Polizei Essen ist nicht bei den Verbänden, sondern in Halle 9 bei der Radmode untergebracht. Schicke Helme und Warnwesten – passt schon. Mal schauen, ob man diesmal ins Gespräch kommen kann. An der Bekämpfung der immer weiter ausufernden Anarchie auf Essens Straßen dürften doch Polizei und Radfahrer gleichermaßen interessiert sein. Leider lassen meine kommunikativen Fähigkeiten zum Nachmittag hin stark nach, zudem fühle ich mich durch den Standaufbau wie jedes Jahr diffus eingeschüchtert. Es gibt wieder das Quiz, mit dem man beweisen kann, dass man zumindest von den theoretischen Kenntnissen her in der Lage wäre, in Zukunft ein braver Radfahrer zu sein (Foto von 2015). Außerdem zwei Stapel A4-Infoblätter zum Mitnehmen: Das eine zeigt "Das verkehrssichere Fahrrad", das andere eine Zusammenfassung des aktuell gültigen Bußgeldkatalogs für Radfahrer. Ähnliche Zettel würde ich mir wünschen mit der Auflistung der Strafmaße z.B. für Nötigung, Gefährdung des Straßenverkehrs, Überholen bei unklarer Verkehrslage, fahrlässige Körperverletzung bzw. Tötung, plus den üblichen Kosten für Nachschulung, MPU etc., die man wenigstens gelegentlich dem gut gepanzerten Täter an der nächsten Ampel unter den Scheibenwischer klemmen könnte. Noch besser wäre es natürlich, wenn diese kleinen Nichtnettigkeiten auch von offizieller Seite konsequent verfolgt und geahndet würden. Fahrradstreifen in Zivil mit Abstandsmesser am Lenker und Dashcam beispielsweise könnten da durchschlagende Effekte erzielen – wenn sich die Durchgeknallten nicht mehr sicher sein könnten, ob der Radfahrer vor ihnen möglicherweise dienstlich unterwegs ist, hätte der Spuk bald ein Ende. Aber das tägliche Ausgeliefertsein an Psychopathen mit tonnenschweren Waffen scheint in Essen in Wahrheit gar kein Problem zu sein; alles ist gut, solange man als Radfahrer mit StVO-konformer Reflektorausstattung, Helm und Warnweste unterwegs ist und jeder noch so irrsinnigen Radverkehrsführung artig folgt. Trotz meiner üppigen Sammlung an verkehrssicheren Rädern mit zuverlässigen Beleuchtungsanlagen packt mich hier alljährlich das schlechte Gewissen, da ich durch meine sture Verweigerungshaltung gegenüber Warnwesten, zugeparkten Radwegen sowie 6-teiligen Fußgängerampeln zur Querung einer einzigen Kreuzung meine ganzen Probleme offenbar selber verursache.

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Unentschlossen betrachte ich die Infotafel an der Außenseite des Standes und muss plötzlich doch schmunzeln. Vier Bilder illustrieren zwei Verkehrssituationen aus Sicht eines Autofahrers, wobei jeweils im rechten Bild der Radfahrer eine Warnweste trägt, im linken Bild nicht. Die obere Reihe zeigt einen Radfahrer, der auf der Rü von links kommend die Einmündung der Dorotheenstraße passiert, aus der der Betrachter als Autofahrer gerade herausfahren will. He Freundchen, ich habe hier Vorfahrt! Nicht wegen meiner Blechkiste, sondern weil hier rechts vor links gilt! Aber der Rüpelradler blickt stur geradeaus und ignoriert mich ebenso wie diese einfache, klare Regelung. Wirklich vorbildlich, dass er auf dem rechten Bild wenigstens eine Warnweste trägt, damit meine Notbremsung ein kleines bisschen weniger heftig ausfallen kann. In der unteren Reihe kommt ein Radfahrer auf einem schmalen, durch ein Gitter begrenzten Fußweg um eine Ecke gefahren, seiner Fahrlage nach nicht gerade im Schritttempo. Aus meiner Windschutzscheiben-Perspektive frage ich mich: Erstens, was hat der Idiot überhaupt auf dem Fußweg verloren, zweitens, warum fährt der an dieser unübersichtlichen Engstelle so schnell, drittens, will der mir jetzt etwa auch noch in die Beifahrerseite brettern und viertens, kann der nicht wenigstens wie im linken Bild die blöde Warnweste weglassen, damit mir dieses Elend nicht ganz so brutal ins Auge springen muss? Mein Versuch, die Bilderserie als witzigen Gesprächseinstieg zu nutzen, scheitert kläglich: Die Kollegin am Stand kann da überhaupt nichts Witziges dran finden und scheint sich von mir veräppelt zu fühlen. Dabei wollte ich nicht über sie lachen, sondern mit ihr, und anschließend ein paar Erfahrungsberichte austauschen zwecks besserem gegenseitigen Verständnis. Na gut, hat nicht sollen sein. Ich hoffe, es lag nur am beiderseitigen biorhythmischen Nachmittagstief und nicht an einer generell unüberwindlichen Differenz in der Weltsicht von Polizei und nahmobilen Verkehrsteilnehmern in Essen. Letzteres wäre wirklich traurig.

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Rechtzeitig vor 15:00 schlagen wir wieder am Stand der AGFS auf. Karo und ich haben heute morgen an der Tombola teilgenommen und wollen uns unsere theoretischen Gewinnchancen nicht durch Abwesenheit bei der Ziehung verderben. Die vier Fragen zur AGFS und zum Radschnellweg waren einfach zu beantworten, entsprechend viele Leute haben mitgemacht. Ein bisschen Zeit bleibt noch, die wir nutzen, um unser persönliches RS1-Foto machen zu lassen. Als Hintergrund wählen wir selbstverständlich das offizielle Titelbild des Projekts, die Ruhrgebietscollage mit der Mülheimer Brücke im Vordergrund. Leider gucke ich auf dem Endergebnis dermaßen doof aus der Wäsche, dass wir gemeinsam beschließen, das lieber nicht zu veröffentlichen.

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Bei der Tombola gibt es nette Sachen zu gewinnen. Hauptpreis sind zwei Mäntel von Schwalbe. Karo wird gleich als einer der ersten Gewinner gezogen. Strahlend nimmt sie ihre Preise in Empfang: Stoffbeutel, Kuli und Regenschirm mit AGFS-Logo, einen Metallreflektorstreifen im RS1-Design und als Clou einen eleganten weißen Stadthelm von Walser. Ich schwanke noch zwischen Mitfreuen und Neid, als wenig später auch mein Name aufgerufen wird. Das gibt’s doch gar nicht, heute ist unser Glückstag, hätten wir mal rechtzeitig einen Lottoschein ausgefüllt! Der RS1-Reflektor ist einfach stylish, mit so einem fährt noch nicht jeder rum. Und der Helm kommt wie gerufen, da ich sowieso gerade auf der Suche nach einem neuen war. Er ist schön leicht und sieht obendrein noch gut aus.

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Eingekauft haben wir natürlich auch noch: bei Stadler eine Lenkertasche von Ortlieb, die von 60 auf 40 Euro runtergesetzt war, an der Kasse dann aber nur noch 20 kostete – für 40 hätte ich sie auch genommen. Bei Karstadt eine neongelbe Radjacke für Olaf (auch Warnwestenverweigerer wollen auffallen), einen Radrucksack von Deuter für mich, Winterhandschuhe und Unterwäsche für uns beide. Bei manybells noch ein paar weitere Klingeln mit dem zarten und dennoch durchdringenden Klang buddhistischer Gebetskugeln. Die senken den Stresslevel auf gemeinsamen Rad- und Wanderwegen tatsächlich deutlich, statt Geschimpfe gibt es öfters mal ein Lächeln und Lob für den schönen Klingelton. Bei einem abschließenden Rundgang über die Reisemesse bleiben wir bei einem Bildervortrag hängen: Sven Strumann von Kría-Tours stellt Island aus allen denkbaren Blickwinkeln, natürlich begleitet von faszinierenden Fotos, vor. Island steht immer noch auf unserer Liste unerledigter Reiseziele ganz oben! Nur widerwillig reißen wir uns vorzeitig los, um nicht in das panische Gedränge bei Messeschluss zu geraten.

Gesamtfazit: Wenige Neuheiten, dafür viele Schnäppchen. Mehr Touren- als Sportorientierung. Abseits des Radparcours und der Trial-Show wird eher die ältere Generation angesprochen. Alles in allem reicht es doch immer wieder dazu, am Ende festzustellen: Der Besuch hat sich gelohnt!
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MarkusH
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Beitragvon MarkusH » 10.03.2016, 10:01

Schöne, ausführliche Berichte, vielen Dank euch beiden für die Mühe!

Aber VeloC: Mit dir, dem Stadtverkehr in Essen und der Polizei das will scheinbar so gar nicht harmonieren. Jedenfalls hast du diesem Bereich besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet ;)
Was mir noch bei den "Warnwestenbildern" aufgefallen ist: Wären die Bilder ohne Warnweste bei gleichem Licht und gleicher Belichtung wie die mit Weste aufgenommen worden, würde man den Radfahrer, zumal er ein weißes Shirt trägt, unwesentlich schlechter erkennen ;)

Wir waren zwar als Wohnwagencamper hauptsächlich wegen der Reisemesse vor Ort, anschließend musste meine Frau aber doch mal anmerken, dass wir mehr Zeit auf der Radmesse verbracht haben... Ich habe halt neue Prioritäten gesetzt :D

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