Hamburg ist Fahrradstadt!

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Harterbrocken
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Hamburg ist Fahrradstadt!

Beitragvon Harterbrocken » 12.06.2015, 00:16

Hamburg wird Fahrradstadt! So will es die rot-grüne Koaltion der Hansestadt. Ich sage: Quatsch! Hamburg ist längst eine Fahrradstadt. Warum? Antworten auf meinem Blog:

http://st-pedali.blogspot.de/2015/06/fa ... e-der.html
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 12.06.2015, 01:24

Auch beachtlich: Hamburg hat das mit Abstand bestangenommene Radverleihsystem in Deutschland, das weiter schnell wächst.

http://stadtrad.hamburg.de/

Hamburgs Radrennbahn erlebt mit neuen Ideen eine neue Blüte, weil sie nun offen für jeden ist.

https://www.facebook.com/pages/Radrennb ... 85?fref=ts

Hamburgs Rennrad-Szene bringt mehr Leute auf's Rad als die in Berlin oder München. Nur NRW gelingt es noch mehr Leute zu mobilisieren.

http://breitensport.rad-net.de/breitens ... ine+suchen

In Hamburg findet das mit Abstand größte Radrennen Deutschlands statt.

http://www.vattenfall-cyclassics.de/

Ebenfalls in Hamburg findet die noch immer größte Critical Mass Deutschlands statt mit vielen tausend Teilnehmern.

https://www.facebook.com/criticalmasshamburg?fref=ts

Auch innovativ und m. W. so nur in Hamburg vorzufinden:

Ein Sportgeschäft speziell für Radsporthelme und -Brillen.

http://www.sportkopf24.de/

Ein Rennradrestaurator, der seine Räder samt deren Geschichte aus Italien bezieht.

http://www.10bici.net/

Ein Restaurator für Alltagsräder. Sorry, Namen vergssen.

<IMG src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... G_0025.JPG">

Und Hamburgs Radszene hat neben dem umtriebigen ADFC auch Helmuts-Fahrrad-Seiten im Rücken, dessen Betreiber (ich) in Hamburg lebt und Rad fährt und auf HFS eine Menge Radaktivisten zusammenführt und Gehör verschafft, die sich für das Radfahren weit über Hamburg hinaus engagieren.

Noch was übersehen?
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Fahrrad(haupt)stadt

Beitragvon krmueller » 14.06.2015, 17:19

In Kopenhagen werden im Winter nach Schneefall erst die Fahrradwege und dann die Autofahrspuren geräumt.

In Hamburg werden im Winter nach Schneefall erst die Autofahrspuren geräumt und die Fahrradwege gar nicht.

Dafür hat Hamburg ein Spezialgeschäft für Fahrradklingeln. Darum wird Hamburg Fahrrad(haupt)stadt genannt. :D
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Re: Fahrrad(haupt)stadt

Beitragvon Knud » 17.06.2015, 22:21

krmueller hat geschrieben:In Kopenhagen werden im Winter nach Schneefall erst die Fahrradwege und dann die Autofahrspuren geräumt.

In Hamburg werden im Winter nach Schneefall erst die Autofahrspuren geräumt und die Fahrradwege gar nicht.
Es bleibt halt noch viel zu tun. Mein Eindruck ist, dass trotz vieler Mängel immer mehr Leute das Rad als Alltagsverkehrsmittel entdecken. Und das ist gut so.
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Beitragvon Harterbrocken » 19.06.2015, 06:59

:D
Zuletzt geändert von Harterbrocken am 19.06.2015, 07:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fahrrad(haupt)stadt

Beitragvon Harterbrocken » 19.06.2015, 07:00

krmueller hat geschrieben:Dafür hat Hamburg ein Spezialgeschäft für Fahrradklingeln.
Hey, kannte ich nicht. Wo ist das?
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Beitragvon Maxidaxi » 03.08.2015, 20:38

Also ich komme aus Hamburg und wohne nun seit einem Jahr in Kölle. Ich bin wirklich erstaunt, wie viel besser die Radwege und allgemein die Infrastruktur für Radfahrer in Köln im Vergleich zu Hamburg ist. Ich hoffe, dass sich da in Zukunft einiges tut.
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Skandal: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!

Beitragvon Kiezkicker » 06.08.2015, 09:18

Die Auto-Ideologen machen "mobil" gegen die Fahrradstadt bzw. "Städte ohne Autos", die "schon lange ein rot-grüner Traum" seien, und die unverschämte Versuche des Hamburger Senats, ihnen ihre "Freiheit" zu nehmen und anlässlich von Olympia autofreie Zonen einzurichten.

So der "Inhalt" eines Artikels aus der aktuellen "Auto-Bild", den mir ein Informant aus dem Frisörsalon zuspielte: "Das letzte Wort: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!"
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Re: Skandal: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!

Beitragvon axiom 1 » 06.08.2015, 13:22

Kiezkicker hat geschrieben: "Das letzte Wort: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!"
Ich finde die Innenstadt schon recht aufgeräumt, auch ohne Olympia. Zwischen Dammtor und Rathaus findet man immer weniger Möglichkeiten das Auto loszuwerden. Und wenn, dann nur für 60 Minuten oder im Parkhaus, wo man schnell an eine Tagespauschale von ca. EUR 15 herankommt. Die nächsten Quartiere stehen vor der "Entblechung": weiter so!

Stück für Stück kommen wir der Autostadt nahe, schon heute und nicht erst zu 2024. Das hat zwar jobmässig für mich Nachteile, ist es aber wert.
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Re: Skandal: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!

Beitragvon krmueller » 06.08.2015, 20:20

axiom 1 hat geschrieben:Die nächsten Quartiere stehen vor der "Entblechung": weiter so!
Naja, dies scheint auch so eine Art "Entblechung" zu sein:

Bild

Dazu schreibt das Abendblatt: "Raser aufgepasst: Ab Freitag wird am Jungfernstieg geblitzt. Feste Geräte sollen Raser abschrecken, die die Straßen an der Binnenalster als Rennbahn missbrauchen und mit ihren Sportwagen angeben". Kommt mir doch irgendwie bekannt vor. Hier sogar mit internationalem Publikum.

Bei meinem letzten Besuch am Jungfernstieg/Rathausmarkt habe ich weit und breit keinen Radfahrer gesehen. Dabei sollte dies doch das Zentrum von Olafs Fahrradstadt sein ...
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Re: Skandal: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!

Beitragvon Kiezkicker » 06.08.2015, 21:31

axiom 1 hat geschrieben:
Kiezkicker hat geschrieben: "Das letzte Wort: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!"
Stück für Stück kommen wir der Autostadt nahe, schon heute und nicht erst zu 2024. Das hat zwar jobmässig für mich Nachteile, ist es aber wert.
Fahrradstadt ... in dem Tempo werden wir auch 2024 kein fahrradfreundliches Hamburg haben. Und durch Olympia, falls das mit der Bewerbung klappt, was ich nicht glaube, würde die Entwicklung bis 2024 eher in die andere Richtung gehen: noch mehr Kfz- und Lkw-Verkehr, noch mehr Dreck und Lärm in der Stadt. Denn wie irgendwie müssen ja alle diese tollen Arenen gebaut werden.

Die paar Wochen mit ein wenig autofreiem Raum in der Stadt fallen da nicht ins Gewicht. Wenn's dazu überhaupt kommen würde, denn die Planungen der BWVI kennen keine autofreien Zonen während der Spiele. Das ist bislang nur ein Gag von Kerstan gewesen.
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Re: Skandal: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!

Beitragvon Kiezkicker » 06.08.2015, 21:35

krmueller hat geschrieben:Bei meinem letzten Besuch am Jungfernstieg/Rathausmarkt habe ich weit und breit keinen Radfahrer gesehen. Dabei sollte dies doch das Zentrum von Olafs Fahrradstadt sein ...
Doch, da fahren schon ein paar Radfahrer. Aber warum da immer noch irgendwelche Prolls ihre übermotorisierten Blechkisten ausfahren müssen, weiß nur Olaf Scholz allein. Dort einen Blitzer aufzustellen, ist ein schlechter, hilfloser Witz...

In Paris gehört das Seineufer zwischen den Brücken Pont de l’Alma und Pont Royal seit 2013 wieder den Fußgängern. Die Autos mussten weichen. Der bislang als innerstädtische Schnellstraße genutzte Abschnitt des linken Seineufers zwischen Pont de l’Alma und Musée d’Orsay wurde dort in eine 2,3 km lange Uferpromenade umgewandelt.

Aber Hamburg bleibt Autostadt.
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Re: Skandal: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!

Beitragvon axiom 1 » 07.08.2015, 14:41

Kiezkicker hat geschrieben: Aber warum da immer noch irgendwelche Prolls ihre übermotorisierten Blechkisten ausfahren müssen, weiß nur Olaf Scholz allein. Dort einen Blitzer aufzustellen, ist ein schlechter, hilfloser Witz...
Ein wirklich hilfloser und teurer Witz.

King Olaf hat die Prolls, meines Wissens nach, nicht dorthin eingeladen. Die Sache "Prollkarren" hat allerdings schon solche Züge angenommen, dass irgendwelche Typen reihum die gleiche Schleuder an der Alster ausführen. Selbst die werden irgendwann den Blechhaufen mit der Knipse bemerken, der damit weder die Kosten einspielt noch für Sicherheit sorgt, weil davor oder danach der Hahn aufgerissen wird.

Ich war dort letztens angenehm überrascht, wie viele Radler morgens gen Büro/Arbeit unterwegs waren.
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Re: Skandal: Autofrei mithilfe von Olympia? Nein!

Beitragvon axiom 1 » 07.08.2015, 14:53

Kiezkicker hat geschrieben: Fahrradstadt ... in dem Tempo werden wir auch 2024 kein fahrradfreundliches Hamburg haben. Und durch Olympia, falls das mit der Bewerbung klappt, was ich nicht glaube, würde die Entwicklung bis 2024 eher in die andere Richtung gehen: noch mehr Kfz- und Lkw-Verkehr ...
Unterschätze nicht eine Welle, die erstmal rollt. Sie nimmt erst an Wucht und dann an Geschwindigkeit zu (ja, ist nicht physikalisch gemeint!).

Die CM-HH gibt es schon ewig, hat bis vor 2-3 Jahren immer nur hunderte von Teilis, ist aber mittlerweile ein Riesenthema.

Jeder Baustein zur Verbesserung der Radfahrer-Bedingungen, und sei er noch so klein, fügt sich so zu etwas größerem zusammen, an dem man irgendwann wegen seiner Größe nicht mehr vorbei kommt, auch nicht mit einem Geländewagen.

Baustellen wird es immer geben, wenn wir uns nicht zurück entwickeln wollen. Eine U- und S-Bahn-Erweiterung wird auch nicht mit selbst installierenden Gleisen zu haben sein.
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Beitragvon Knud » 07.08.2015, 22:26

Es ist ja nicht so, dass es im Hambug keine Fortschritte gibt. Aber es ist ein Schneckentempo. Und der Primat des MIV ist ungebrochen. Deswegen werden oft auch mit viel Geld Straßen umgebaut, ohne dass sich für Radfahrer oder Fußgänger etwas verbessert.

Mein Eindruck ist, dass es trotzdem viele Alltagsfahrer gibt, nicht wegen der Radpolitik.

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Beitragvon Tobias Rohde » 12.08.2015, 11:21

Ich habe zwar keine Ahnung, wie es sich mit dem Fahrrad in Hamburg fährt, aber man scheint bemüht zu sein, etwas zu verbessern und die Bürger daran zu beteiligen.

So kann man beispielsweise seine gefundenen Problemstellen in einem Ärger-Atlas für Radfahrer eintragen. Ob es was bringen wird, kann ich natürlich nicht beurteilen.
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Beitragvon Harterbrocken » 14.08.2015, 00:54

Am 17. August erscheint die noch junge Fahrradzeitschrift "Cycle" mit einem Hamburg-Portrait. Mein Tipp: kaufen! Kostet 6,80 Euro. Dafür gibt es hanseatischen Lesestoff. Zu finden in gut sortierten Zeitschriftenhandlungen.
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Beitragvon Helmut » 14.08.2015, 01:03

Harterbrocken hat geschrieben:Am 17. August erscheint die noch junge Fahrradzeitschrift "Cycle" mit einem Hamburg-Portrait.
Am 17. wird mich mein erster Gang zum REWE-Markt in Tonndorf führen. :Tanzen:

Da bin ich ja mal gespannt. Magst Du schon mal rauslassen, was in Deinem Artikel als Glanzlichter der Szene genannt wird? Pankt Saulopoly? Zweiradperle?? Stevens??? Cyclassics???? HFS????? :Unentschlossen:
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Harterbrocken » 14.08.2015, 01:18

Gerne! HFS ist leider, leider nicht vertreten. Obwohl in HH beheimatet, im Norden verwurzelt und bundesweit relevant. Radsport hat in Cycle keine Priorität, sondern Radalltag, Style, Handel. Entsprechendes gibt es zu lesen. Der Herr Chefredakteur sitzt in Berlin und freut sich über jede Leserpost, auch kritische. Also: schreibt ihm.

In meinen Augen hat die Fahrradstadt Hamburg sogar ein Sonderheft verdient. Dann selbstverwtändlich mit HFS.
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Beitragvon krmueller » 14.08.2015, 18:12

Knud hat geschrieben:Es ist ja nicht so, dass es im Hambug keine Fortschritte gibt.
Klar, Hamburg ist groß - aber gerade im Zentrum der Fahrradstadt erwarte ich mehr.

Wenn unser Fahrradhäuptling Olaf aus dem Fenster seiner Fahrradhochburg schaut, dann sieht er links auf dem Jungfernstieg ein Autorennen. Rechts auf der Mönckebergstraße ist der Busverkehr so verdichtet, dass kein Fahrrad mehr dazwischen passt. Unten auf dem Rathausmarkt geht einmal im Jahr die Sternfahrt zu Ende - an den übrigen 364 Tagen sind es mehr Stuttgarter Weinfeste usw. - aber keine Fahrradfeste.

Ich empfinde gerade das Zentrum der Fahrradstadt Hamburg als sehr fahrradunfreundlich. Da ich an einem Kreuzfahrtprojekt arbeite, muss ich regelmäßig dort vorbei. Das sieht dann bei mir so aus:

Bis Berliner Tor Veloroute - super!! Dann bis Hauptbahnhof so lala. Am Hauptbahnhof kaufe ich dann für einen Euro fuffzig eine Kurzstreckenkarte des HVV und unterquere damit Mönckebergstraße und Rathausmarkt. Am Rödingsmarkt wird dann aus der U-Bahn die Hochbahn und ich habe dann 5 Minuten "Hafenrundfahrt" - super! An den Landungsbrücken trage ich mein Fahrrad runter und radele dann durch den Alten Elbtunnel nach Steinwerder. Unter einem Strom drunterdurchradeln - wo kann man das schon?

Eigentlich schon toll, die "Fahrradstadt Hamburg" - nur gerade im Zentrum nicht!
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Fahrradstadt?

Beitragvon Grotefend » 14.08.2015, 19:43

Um seine führende Position als Fahrradstadt zu verteidigen, hat Hamburg bekanntlich eine ansonsten weitgehend ungenutzte Straße (hat mit der aus Sicherheitsgründen nötig gewordenen Sperrung vor dem US-Konsulat zu tun) entlang der Alster zur "Fahrradstraße" umgenutzt und für viel, sehr viel Geld ein wenig hergerichtet. Ich weiß nicht, ob die Pläne von einem Verwaltungsmenschen gezeichnet wurden, der sonst Angelscheine ausgibt oder sich mit ähnlichem beschäftigt. Sehr professionell war das Ganze jedenfalls nicht. Deshalb soll jetzt, nach wenigen Monaten noch einmal umgestaltet werden. Geld spielt ja wohl in Hamburg keine Rolle, wenn es darum geht, den Ruf als Fahrradstadt zu untermauern.

Aufschlussreich sind dagegen die Benutzerzahlen, die im Zusammenhang mit der Ankündigung des neuerlichen Umbaus veröffentlicht worden sind (Hamburger Abendblatt vom 14. Aug. 2015). Leider wird nicht angegeben, ob es sich allein um Radfahrer auf der Fahrradstraße handelt oder ob die Benutzer des direkt daneben verlaufenden Radweges sowie die (verbotenerweise) auf den Spazierwegen nahe am Wasser fahrenden -nach meinem Eindruck immer noch die meisten - mitgezählt worden sind. Wie auch immer: Die Zahlen rühren zu Tränen. Im Juni wurden 4.400, im Juli 6.100 gezählt. Und das mitten im Sommer, bei weitgehend wunderbarem Sommerwetter. Verteilt auf alle Tage der beiden Monate und bei zehn Stunden täglich noch nicht einmal 20 in der Stunde! (Auch dies deckt sich mit meinem persönlichen Eindruck).

Wie soll es denn erst werden, wenn von November bis Februar Regen, Wind und Kälte nicht nur den Spazierfahrern die Lust auf's Fahren an frischer Luft mindert? Wird dann "König Olaf", begleitet von Hofdame Katharina, jeden einzelnen mit einem Blumenstrauß beglückwünschen und ihm eine Verdienstmedaille um den Hals hängen?
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Re: Fahrradstadt?

Beitragvon krmueller » 14.08.2015, 21:06

Grotefend hat geschrieben:Im Juni wurden 4.400, im Juli 6.100 gezählt.
Die Steigerung um 1.700 Radfahrer kam durch die CM! Am letzten Freitag im Juli war der Startpunkt auf der Alsterwiese und viele Teilnehmer kamen genau dort vorbei!
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Re: Fahrradstadt?

Beitragvon harald_legner » 14.08.2015, 21:51

Grotefend hat geschrieben:Aufschlussreich sind dagegen die Benutzerzahlen, die im Zusammenhang mit der Ankündigung des neuerlichen Umbaus veröffentlicht worden sind (Hamburger Abendblatt vom 14. Aug. 2015). Leider wird nicht angegeben, ob es sich allein um Radfahrer auf der Fahrradstraße handelt oder ob die Benutzer des direkt daneben verlaufenden Radweges sowie die (verbotenerweise) auf den Spazierwegen nahe am Wasser fahrenden -nach meinem Eindruck immer noch die meisten - mitgezählt worden sind. Wie auch immer: Die Zahlen rühren zu Tränen. Im Juni wurden 4.400, im Juli 6.100 gezählt. Und das mitten im Sommer, bei weitgehend wunderbarem Sommerwetter. Verteilt auf alle Tage der beiden Monate und bei zehn Stunden täglich noch nicht einmal 20 in der Stunde! (Auch dies deckt sich mit meinem persönlichen Eindruck).
Ich nehme stark an, dass der Abendblatt-Artikel die Zahlen verkehrt wiedergibt. Es handelt sich gewiß nicht um die Monatszahlen, sondern um die Tageszahlen. Die Fahrradzählstelle auf der Alster-Ostseite zeigt derzeit 7.000 - 12.000 Radler innerhalb eines Tages (24 h) an.
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Re: Fahrradstadt?

Beitragvon Helmut » 14.08.2015, 21:57

harald_legner hat geschrieben:Ich nehme stark an, dass der Abendblatt-Artikel die Zahlen verkehrt wiedergibt. Es handelt sich gewiß nicht um die Monatszahlen, sondern um die Tageszahlen.
Mag sein, aber auch ich hab den Eindruck gewonnen, dass diese Fahrradstraße schlecht angenommen wird, aus div. Gründen. Wie Grotefend schon erklärte, verläuft dort immer noch ein Radweg. Zudem lockt der attraktive Fußweg direkt am Ufer entlang. Die Fahrradstraße macht nur einen Teil des Weges entlang des Westufers aus. Auch auf dem Abschnitt der Fahrradstraße fahren viele Autos - und das so, als ob es eine normale Straße wäre.
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Beitragvon Schnuffi » 15.08.2015, 07:36

Morgens kann man auf der Fahrradstrasse gut fahren, auf dem Weg zur Arbeit gegen 7:30 Uhr ist wenig Verkehr. Nachmittags dagegen ist es unmöglich, zügig voranzukommen. Ich habe dort an einem Tag auf den knapp 2 km 7 Touristen-Doppeldeckerbusse gezählt, dazu kommt noch der Individualverkehr, Lieferanten und andere. Auf der Strasse kommt man überhaupt nicht voran. Das Konzept Fahrradstrasse betrachte ich hier als völlig gescheitert.

Ich fahre inzwischen lieber am anderen Alsterufer, da ist keine Fahrradstrasse und man hat freie Fahrt.

Aus meiner Sicht sollte man den motorisierten Individualverkehr aus Innenstädten fernhalten.
Wenn Du schneller fährst brauchst Du Dich nicht so lange anzustrengen :mrgreen:
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Re: Fahrradstadt?

Beitragvon Kiezkicker » 17.08.2015, 17:34

harald_legner hat geschrieben:Ich nehme stark an, dass der Abendblatt-Artikel die Zahlen verkehrt wiedergibt. Es handelt sich gewiß nicht um die Monatszahlen, sondern um die Tageszahlen. Die Fahrradzählstelle auf der Alster-Ostseite zeigt derzeit 7.000 - 12.000 Radler innerhalb eines Tages (24 h) an.
Das Radverkehrsaufkommen ist höher als vor Einrichtung der Fahrradstraße. Im Juni 2014 betrug das Radverkehrsaufkommen 4.400 Fahrräder (6 Uhr bis 19 Uhr). Im Juni 2015 betrug das Radverkehrsaufkommen 6.100 Fahrräder (6 Uhr bis 19 Uhr).
BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG
Drucksache 21/1154 (Antwort auf die Anfrage Schinneburg)

Das ist eine Steigerung um 50%.
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Beitragvon Kiezkicker » 17.08.2015, 17:47

Harterbrocken hat geschrieben:Gerne! HFS ist leider, leider nicht vertreten. Obwohl in HH beheimatet, im Norden verwurzelt und bundesweit relevant. Radsport hat in Cycle keine Priorität, sondern Radalltag, Style, Handel. Entsprechendes gibt es zu lesen. Der Herr Chefredakteur sitzt in Berlin und freut sich über jede Leserpost, auch kritische. Also: schreibt ihm.

In meinen Augen hat die Fahrradstadt Hamburg sogar ein Sonderheft verdient. Dann selbstverwtändlich mit HFS.
Natürlich hat Hamburg viele tolle Fahrradszenen, -läden, -firmen und -aktionen wie die CM – aber deshalb schon von einer "Fahrradstadt" zu sprechen, halte ich für einen PR-Gag. Gerade der Straßenalltag wird noch wenig und nur an ein paar Stellen vom Rad dominiert. Bei der letzten Mobilität in Deutschland-Studie kam das Rad im Modal Split gerade mal auf bescheidene 12,5 %.
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Beitragvon Helmut » 31.12.2015, 19:50

Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Hamburg ein Radlerparadies wird. Dies auch im Hinblick darauf, dass die erwarteten 80.000 zusätzlichen Einwohner den Autoverkehr nicht noch steigern sollen.

http://www.abendblatt.de/hamburg/articl ... sehen.html
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Beitragvon krmueller » 01.01.2016, 10:53

Helmut hat geschrieben:Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks will die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Hamburg ein Radlerparadies wird.
Einst hat Olaf uns die "Fahrradstadt" versprochen. Dann wurde das Fahrrad in den Keller gestellt und die "Olympiastadt" hervorgeholt. Da die Bürger davon wenig begeistert waren, verschwand auch diese im Keller.

Jetzt soll Hamburg gleich ein "Radlerparadies" werden. Wird wohl so passieren, wie bei der "Fahrradstadt". Im Endeffekt wird es ein "Olympiaparadies". :D
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Beitragvon Harterbrocken » 02.01.2016, 09:56

Nun ist die rotgrüne Senatskoalition bald ein Jahr im Amt. Und die Bilanz in Sachen Fahrrad? Natürlich ist von der versprochenen Fahrradstadt noch nichts wirklich sichtbar. Fahrradzähler, Luftpumpen und Radler-Schutzstreifen etc. stammen noch aus der rein roten Vorgängerregierung als Resutat u. a. des Busbeschleunigungsprogramms. Der Umbau zur Fahrradstadt wird dauern. Immerhin gibt es ja nun eine Fahrradbeauftragte. Böse Zungen behaupten ja, dass die Scholz-SPD die Grünen über den Tisch gezogen hat und ihnen einzig die Fahrradstadt im Koaltionsvertrag zubilligt. Will der kleine Koalitionspartner bei seinen Wählern die Glaubwürdigkeit behalten, wird er Erfolge vorzeigen müssen, die über die Installation einer Fahrradbeauftragen und Lippenbekenntnisse wie "Fahrradparadies" hinaus gehen. Ich bin gespannt, was da im Rathaus ausgebrütet wird.
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Fahrradtstadt? Ist Hamburg doch längst!

Beitragvon Grotefend » 02.01.2016, 13:16

Warum so pessimistisch und ungläubig? Zwar hat "König Olaf" mit seiner Beobachtung "die Leute wollen immer weniger mit dem Auto fahren" eine falsche Abzweigung erwischt (die Zulassungszahlen auch in Hamburg erreichen Jahr für Jahr neue Rekordmarken), doch sind die Zahlen des Radverkehrs - so wie sie von offizieller Seite genannt werden - mehr als beachtlich: Der Radverkehrsanteil von 12 v. H. soll verdoppelt werden. Dabei ist schon der jetzige Anteil Anlass zu ungläubigem Staunen.

Ich denke, nicht nur mir ist eine Prozentzahl schwer konkret vorstellbar. Deshalb hier einmal der Versuch, dies in konkrete Zahlen zu fassen: Der ÖPNV in Hamburg transportiert täglich 1,3 Millionen Personen, die 750.000 hier zugelassenen Kfz noch einmal (für Hin- und Rückfahrt) 1,5 Millionen. Dies ist der Anteil von 88 v. H. neben den 12 v. H. Radverkehr. (Fußgänger und "Exoten" wie Scater, Rollerfahrer u. ä. einmal großzügig übersehen). Daraus errechnet sich für 12 v. H. Radverkehrsanteil, dass tagtäglich rd. 380.000 Menschen ihre Wege mit dem Fahrrad zurücklegen.

Dagegen sind z.B. Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen wie Cyclassics oder gar Critical Mass nicht der Rede wert. Oder sollte auch bei der Ermittlung der Radverkehrsanteile der Experte eine falsche Ausfahrt erwischt haben bzw. dem Wunschdenken erlegen sein?
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Beitragvon joerg » 02.01.2016, 15:57

..."Deutlich mehr Fragen als Antworten allerdings gibt es für mich bei der Radverkehrspolitik. Auch unsere Handelskammer erkennt das Bedürfnis nach einem Ausbau der Radwege und auch das wirtschaftliche Potenzial, das davon ausgehen kann. Die Frage ist demnach nicht, ob wir mehr Radverkehr haben wollen, sondern wie wir das Ziel erreichen. Der Bau von Velorouten direkt auf den Fahrbahnen der Hauptverkehrsstraßen wie zum Beispiel am Ring 3, der Bebelallee oder der Luruper Chaussee ist lebensgefährlich für die Radfahrer und ein Hindernis für den Wirtschaftsverkehr. Das nützt niemandem! Wie gefährlich die derzeit betriebene Radverkehrspolitik ist, zeigt die stark steigende Zahl der Fahrradunfälle in Hamburg. Im Jahr 2014 kamen elf Radfahrer in Hamburg ums Leben, während der langjährige Durchschnitt bei 4,6 lag. Der Schwerpunkt der Unfälle lag an den Hauptverkehrsstraßen.

Dabei wäre es gar nicht notwendig, immer mehr Radverkehr auf die Hauptverkehrsstraßen zu legen. Mehr als 50 Prozent aller Hamburger Straßen sind Tempo-30-Zonen. Bereits heute ist es möglich, nahezu jeden Punkt in Hamburg mit dem Fahrrad zu erreichen, ohne eine Hauptverkehrsstraße zu benutzen.

Deshalb sage ich klar: Fahrräder gehören nicht auf die Hauptverkehrsstraßen, sondern auf Nebenstraßen! Sehr geehrter Herr Senator Horch, warum können wir nicht den Fahrradverkehr dort stärken, wo es attraktiv ist, mit dem Rad zu fahren und so zugleich dafür sorgen, dass der Wirtschaftsverkehr fließen kann?

Herr Horch, ich bitte Sie und ihre grünen Senatskollegen: Betreiben Sie Radverkehrspolitik mit Augenmaß!"...

Jahresschlussansprache des Präses der HANDELSKAMMER HAMBURG Fritz Horst Melsheimer vor der „Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg e.V.“ am 31. Dezember 2015 in der Handelskammer Hamburg
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Beitragvon krmueller » 04.01.2016, 12:23

Das ist doch schön, wenn mal jemand Klartext redet: Die Radfahrer gehören auf die Nebenstraßen und den Autofahrern gehören die Hauptstraßen! :)
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Beitragvon Knud » 04.01.2016, 23:09

Selbst wenn man hier eine bestimmte Motivation annehmen kann, und die Logik vielleicht ist: Wenn wir die Radfahrer schon nicht loswerden, sollen sie wenigstens fahren, wo sie nicht stören..
.. ist doch auch etwas daran. In vielen Fällen kann man durch "Ausbau" von Nebenstraßen gute Radrouten schaffen. Dann muß man die Nebenwege vom Auto-Durchgangsverkehr freihalten. Aber Straßenzüge dafür zu speren, ist ja auch die Ausnahme. Es gibt aber Routen, die so funktionieren.
Dennoch müssen in der Stadt auch Hauptstraßen für Fahrradfahrer geeignet sein.
Ich halte ja auch die Mönckebergstraße immer für den Tod der Wirtschaft...so wenig Laster, wie das fahren. :HaHa:
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Beitragvon Helmut » 13.01.2016, 01:46

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Dorle Olszewski, verkehrspolitische Sprecherin der Gruppe PIRATEN in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord: „Die neuen Radfahrstreifen bringen den Fahrradverkehr in Hamburg ordentlich voran. Nun müssen diese unbedingt in die Liste der zu räumenden Strecken aufgenommen werden, sonst ist das wieder nur halber Kram.

http://www.bundesverkehrsportal.de/hamb ... etter.html
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Helmut » 03.02.2016, 00:49

Der Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, Landesverband Hamburg e. V. schrieb:

Auch bessere Autos lösen die Verkehrsprobleme nicht, Herr Scholz!
ADFC kritisiert »Autogipfel« – Rüffel für die Autoindustrie reicht nicht.


Beim gestrigen »Autogipfel« mit Vertretern der Autoindustrie und -lobby im Hamburger Rathaus ermahnte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) die Konzerne, dazu beizutragen, dass sich die Luftqualität in den Städten endlich bessere. Autos sollten »ganz ohne oder fast ohne Emissionen betrieben werden, und zwar nicht irgendwann, sondern schnell«, forderte Scholz.

»Auch bessere Autos lösen die Verkehrsprobleme nicht, Herr Scholz!«, antwortet Edwin Süselbeck vom ADFC Hamburg. Scholz setze auf's falsche Pferd, wenn er nur an die Innovationskraft der Autoindustrie appelliere. Das Problem der Luftqualität lässt sich aber nicht ohne eine grundlegende Kurskorrektur in der Verkehrspolitik lösen. »Nur eine entschlossene Stärkung des Umweltverbunds aus Fußverkehr, Radverkehr und öffentlichem Personennahverkehr kann eine spürbare Verbesserung erreichen, bevor Strafzahlungen an die EU fällig werden«, warnte Edwin Süselbeck vom ADFC Hamburg. Seit Jahren missachtet die Hansestadt die Brüsseler Vorschriften zur Luftreinhaltung. Und außerdem: Staus lösen sich nicht auf, weil die Autos andere Antriebe haben. Parkende Autos werden die Bewegungsräume für Kinder weiterhin einschränken.

Elektromobilität sollte nach Ansicht des ADFC da gefördert werden, wo sie vielen zu Gute kommt. »Wie wäre es mit angemessenen Wegen für den steigenden Pedelec-Verkehr, der auch ohne öffentliche Förderung und Sonntagsreden boomt? Oder mit der Maßnahme, nur noch Carsharing-Fahrzeuge, die von vielen Menschen genutzt werden, kostenlos im öffentlichen Raum parken zu lassen?«, so Süselbeck.

Die Industrie über drohende Konsequenzen zu informieren, ist legitim. »Aber die längst überfällige Verkehrswende darf keiner weiteren Industrieförderung à la Abwrackprämie zum Opfer fallen«, so Süselbeck.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Oesi94 » 10.02.2016, 20:58

Ich sehe fast Göttingen als Fahrradstadt an immer viel los! :)
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Das mit der "Fahrradstadt" könnt Ihr vergessen!!

Beitragvon krmueller » 13.04.2016, 19:39

Wir waren heute mit einer Gruppe im Rathaus. Im Vorprogramm gab es die Befragung eines Abgeordneten (Verkehrsexperte der Regierungspartei).

Ich fragte ihn, was aus der "Fahrradstadt" geworden ist. Kurz nach ihrer Ausrufung kam die Geschichte mit der "Olympiastadt". Nachdem das Thema vorbei war, hörte man nichts mehr von der "Fahrradstadt".

Die Antwort hatte ich schon vermutet: es gibt jetzt eine Fahrradkoordinatorin. Die sorgt dafür, dass jedes Jahr 50 Kilometer Fahrradwege erneuert werden. Dazu kommen ein paar Kilometer neue Wege. Dann kleinere Korrekturen. Das war's!

Das neue Thema ist jetzt die "Industrie 4.0: Digitalisierung der Hamburger Wirtschaft". Solch analoge Themen wie Fahrradfahren sind Themen von gestern!!

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