Hamburg 1980: 20.000 'besetzten' City, HH-Journal N3

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Helmut
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Hamburg 1980: 20.000 'besetzten' City, HH-Journal N3

Beitragvon Helmut » 29.05.2015, 16:31

Heute Abend dürfte die Critical Mass Hamburg über 5.000 Teilnehmer zählen. Eine Protestfahrt von 20.000 Radfahrern besetzte bereits am 7. Juni 1980 u. a. Kreuzungen. Autofahrer schäumten vor Wut. Siehe Artikel in der Welt von damals:

http://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/Ra ... 20Welt.pdf

Unter "Hamburg, damals" läuft am 7.6. um 19:30 Uhr im Hamburg Journal im NDR Fernsehen ein Beitrag über die historische Demo. Länge: Etwa vier Minuten.

Es werden Zeitzeugen für ein Interview mit dem NDR gesucht. Wer damals dabei war und darüber berichten mag, melde sich bitte bis spätestens Montag bei mir. Helmut.Niemeier@GMail.com
Zuletzt geändert von Helmut am 08.06.2015, 00:50, insgesamt 2-mal geändert.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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VeloC
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Beitragvon VeloC » 30.05.2015, 22:45

Oh Mann, da wäre ich wirklich gern dabei gewesen, das könnte man den Enkelchen noch erzählen! :HaHa:
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 05.06.2015, 01:11

Zeitzeugen sind gefunden.

Jetzt freu ich mich auf die Sendung am Sonntag um 19:30 Uhr im Hamburg Journal auf N3 Regional.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Heimfelder Dirk » 08.06.2015, 16:33

krmueller
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Abstandshalter

Beitragvon krmueller » 08.06.2015, 20:18

Was ist eigentlich aus den "Abstandshaltern" geworden, die in dem Beitrag noch als neue Errungenschaft gepriesen wurden?

Mit einem Mal waren sie verschwunden - sind sie irgendwann mal "verboten" worden? Die Autofahrer hielten damit jedenfalls einen empfundenen Mehrabstand von einem Meter.
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Burkhard
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Beitragvon Burkhard » 08.06.2015, 20:38

Hab es auch gesehen, hatte auch 1980 an einer Fahrraddemo in Hannover teilgenommen.

Die "WELT", die Blödzeitung für Leute mit Abi, nannte die Demonstrationsradler "...Hunderte von Freaks, Hippies, Stadtindianern, Grünen, Bunten und Gelben tanzten zivilisationsmüde auf der Strasse vor den Augen der schwitzenden Überstunden machenden und viel zu warm angezogenen Polizisten...".

Eine unverschämte Diffamierung de Radler und Mitleid mit den armen Polizisten und gar den Autofahrern... Zum Glück traut sich das heute keiner mehr zu schreiben; bei der letzten CM hatte die MoPo sogar zwei Live Reporter dabei.
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Beitragvon Grotefend » 09.06.2015, 12:50

Burkhard hat geschrieben:Die "WELT", die Blödzeitung für Leute mit Abi...

Eine unverschämte Diffamierung der Radler...
Wer im Glashaus sitzt, sollte gut überlegen, bevor er mit Steinen wirft.
Sonne in den Speichen sieht nur, wer sein Rad bewegt.
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Beitragvon VeloC » 10.06.2015, 19:21

Nach dem Artikel in der Welt hatte ich mir wunners was für eine Freakshow vorgestellt, habe daher gleich den Livestream verfolgt. Und dann stellt sich raus, das waren ganz normale Radfahrer, die einfach nur dafür demonstrierten, als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer akzeptiert zu werden. Enttäuschung! Vielleicht war der Reporter ja auf einer anderen Veranstaltung?

Irgendwie schon merkwürdig, dass sich damals so viele zusammenfanden und heute auf der größten CM in ganz Deutschland nur noch maximal ein Viertel. Aber damals war Demonstrieren insgesamt angesagter als heutzutage. Ich fand das Radfahren im Alltag seinerzeit gegenüber heute total entspannt, da war ja nur ein Bruchteil der heutigen PKW- und LKW-Menge unterwegs. Um 1980 rum, das war wohl die Zeit, wo das Verhältnis der Fahrzeuge anfing zu kippen, wo es allmählich ungewöhnlich wurde, wenn eine Familie gar kein Auto hatte, und wo es aufhörte, ungewöhnlich zu sein, wenn sie mehr als eins hatte. Aber wir Kinder sind immer noch selbstverständlich mit dem Rad zur Schule und zum Sportverein gefahren, es galt noch als reichlich peinlich, von Mutti oder Vati mit dem Auto kutschiert zu werden. Schade, dass die Maßstäbe inzwischen so verrutscht sind!
krmueller hat geschrieben:Was ist eigentlich aus den "Abstandshaltern" geworden, die in dem Beitrag noch als neue Errungenschaft gepriesen wurden?
Gerade heute traf ich eine ältere Radfahrerin mit so einem Teil und habe sie gleich angesprochen. Es war immer noch ihr alter von anno dunnemals, keine Neuerwerbung. Man kann sie aber immer noch kaufen, verboten sind sie nicht. Meine Erfahrungen damit waren allerdings nicht so positiv wie deine. Ich hatte nie den Eindruck, dass sich Autofahrer davon sonderlich beeindrucken ließen und hatte damals schon überlegt, den am besten mit einem langen rostigen Nagel (neonfarbig lackiert!) zu verlängern. :cry:
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Beitragvon krmueller » 10.06.2015, 19:45

Dieser (gefunden bei hamburgfiets.de) gibt sogar 1,50 Meter Abstand (wahrscheinlich sogar viel mehr):

Bild

Hat aber leider keine Prüfnummer. Die Polizei ist aber heute wohl anderweitig beschäftigt (die Aufforderung: "Kann ich mal Ihr Rücklicht kontrollieren" habe ich jedenfalls seit vielen Jahren nicht mehr gehört ...). :)
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Beitragvon VeloC » 10.06.2015, 20:58

Genial, den will ich haben! :D
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Beitragvon crumble » 11.06.2015, 10:43

VeloC hat geschrieben:Nach dem Artikel in der Welt hatte ich mir wunners was für eine Freakshow vorgestellt, habe daher gleich den Livestream verfolgt. Und dann stellt sich raus, das waren ganz normale Radfahrer, die einfach nur dafür demonstrierten, als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer akzeptiert zu werden. Enttäuschung! Vielleicht war der Reporter ja auf einer anderen Veranstaltung?
Die Presse braucht immer eine Randgruppe, die sie als gefaehrliche Spinner darstellen kann. Das ist gut fuer die Auflage. Wenn sie als Gruppe zu gross werden, mutieren sie zu harmlosen Spinnern, da harmlose auch ihr Produkt kaufen.

Die Bilder wirken allerdings wie aus einem anderen Jahrhundert. OK, das stimmt und das Jahr 80 ist auch verdammt nah an den 70iger dran. Genau so wie die Parolen, die ich auch noch kenne.

Der Protest schien auch beruhigend friedlich zu sein. 10 Jahre spaeter wurden dabei die Autofahrer ganz schoen angepoebelt. Aber wenige Jahre danach setzten dann auch einige zurueck, wenn sie mal wieder an einer Ausfahrt den Radweg blockierten und hinter ihnen niemand war. Einige machen das noch heute.

Das Poebeln scheint sich durch die CM wieder zu kommen. Exotischerweise von einer Generation die eigentlich mitbekommen haben muesste, dass man mit so einem Verhalten zwar seinen Unmut aeussern kann, die Leute aber kaum von seinem Anliegen ueberzeugen kann.

Die Sternfahrt ist zwar super Familienfreundlich, aber irgendwie zu leise. Als Außenstehender sieht man viele Radfahrer, weiß aber nicht, warum sie unterwegens sind. Erstaunlicherweise sieht man die Forderungen selbst auf deren Web-Seite erst, wenn man danach sucht. So verschreckt man zwar keine Unterstuetzer, bekommt huebsche Bilder und nette Presse, kann seine Anliegen aber auch nicht richtig unters Volk bringen.
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Beitragvon Helmut » 11.06.2015, 23:17

crumble hat geschrieben:Das Poebeln scheint sich durch die CM wieder zu kommen. Exotischerweise von einer Generation die eigentlich mitbekommen haben muesste, dass man mit so einem Verhalten zwar seinen Unmut aeussern kann, die Leute aber kaum von seinem Anliegen ueberzeugen kann.
Einspruch, Euer Ehren. Bei der CM ist Pöbeln nicht angesagt. Wenn ein Autofahrer sich aufregt, weil er warten muss, biss der Zug der Radler vorbei geströmt ist, versuchen i. d. R. die Corker ihn zu beruhigen.
crumble hat geschrieben:Die Sternfahrt ist zwar super Familienfreundlich, aber irgendwie zu leise. Als Außenstehender sieht man viele Radfahrer, weiß aber nicht, warum sie unterwegens sind.
Ich werd Cheforganisator Uwe Jancke mal fragen, ob er das auch so sieht und warum das so ist.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Helmut » 13.06.2015, 00:27

Helmut hat geschrieben:
crumble hat geschrieben:Die Sternfahrt ist zwar super Familienfreundlich, aber irgendwie zu leise. Als Außenstehender sieht man viele Radfahrer, weiß aber nicht, warum sie unterwegens sind.
Ich werd Cheforganisator Uwe Jancke mal fragen, ob er das auch so sieht und warum das so ist.
Hier Uwes Antwort:

Wie schon richtig geschrieben wird mit leisen Tönen vorrangig mehr erreicht. Unsere Forderungen stehen ungeschminkt auf unser Homepage in der Menüleiste "Unsere Forderungen". Die Zielrichtung dieser Forderungen ist die Politik. Sie kann und muss vieles Ändern.

Unter das Volk bringen wir die Forderungen mit der Verteilung von 35.000 Flyern, nennen sie auf unserer Pressekonferenz und in unseren Pressemitteilungen. Dass das nicht so verkehrt sein kann, sieht man daran, dass im vergangenen Jahr die Hamburger Bürgerschaft sich gleich nach der Sternfahrt mit unseren Themen beschäftigt hat. In diesem Jahr fährt u. a. auch die 2. Bürgermeisterin und wohl der Fraktionsvorsitzende der Grünen auf der Sternfahrt mit.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.

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