Warnwesten-Pflicht: Von der Warn- zur Wahnweste?

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Helmut
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Warnwesten-Pflicht: Von der Warn- zur Wahnweste?

Beitragvon Helmut » 22.01.2015, 08:02

Die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin fordert eine Warnwesten-Pflicht ab Eintritt der Dunkelheit - nur für Radfahrer. Dass man besonders im Dunkeln auch auf telefonierende und Whats-App tippende Fussgänger leicht übersehen kann ist ihr anscheinend entgangen. Es könnte auch etwas mit der besonderen Wahrnehmung der Polizei zu tun haben. Auch in Zeiten unkaputtbarer LEDs behaupten gegenüber der Polizei noch immer viele Radfahrer, sie würden ohne Licht fahren, weil ihr Licht eben erst kaputt gegangen wäre.

http://www.dpolg-berlin.de/presse/15011 ... fahrer.pdf

Erst hielt ich diese Forderung für einen zu früh herausgegebenen Aprilscherz, aber es gibt tatsächlich Länder, in denen es solche Regelungen gibt:

http://www.dvr.de/aktuelles/sonst/3881.htm

Ich verlasse mich lieber auf meine erstklassige Lichtanlage und an insbesondere an Gefahrenpunkten defensive Fahrweise. Ich habe nichts gegen Warnwesten auf dem Rad, möchte nur nicht gezwungen sein eine tragen zu müssen, wenn ich nachts noch was von der Tanke holen möchte, weil ich dies als unverhältnismäßig erachte. Anders ist es bei Randonneuren, die teils entkräftet und übermüdet nachts über Landstraßen fahren. Da macht die Auflage Reflektoren zu tragen Sinn. Es ist wie mit dem Helmpflicht, bei Sport gehört sie dazu, aber nicht im Alltag. Im Alltag erachte ich eine Helmplicht beim Leiter- und Treppensteigen als sinnvoller.

Dass eine Entwicklung hin zu mehr Sicherheit nicht durch Auf-, sondern Abrüstung zu erwirken ist, meint auch der pressedienst fahrrad.

http://www.pd-f.de/2015/01/21/8953_warn ... er-kritik/
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Beitragvon Jacfm » 22.01.2015, 10:36

ist doch wie mit dem Licht, solange es nicht ausreichend kontrolliert wird interessiert es die Leute nicht die man nicht sieht (weil ohne Licht), warum sollte das mit warnwesten anders sein?
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harald_legner
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Beitragvon harald_legner » 22.01.2015, 10:37

"Anders ist es bei Randonneuren, die teils entkräftet und übermüdet nachts über Landstraßen fahren. Da macht die Auflage Reflektoren zu tragen Sinn."

Ich bin ja selber (fast) einer dieser Typen. Da kommen mir andere Auflagen aber sehr viel eher in den Sinn als die nach Warnwesten ...
[hl]
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Don Vito Campagnolo
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Beitragvon Don Vito Campagnolo » 22.01.2015, 10:48

Ja, eine Pflicht halte ich auch immer für die allerschlechteste Lösung.

Wobei es eben wirklich jedem klar sein sollte (egal ob Radfahrer, Fußgänger oder zu Fuß gehender Autofahrer ;) ), dass man im Darth-Vader-Look ganz hervorragend übersehen werden kann.

Man muss sich ja nicht gleich zum Tannenbaum umdekorieren, aber irgend ein Kleidungsstück oder Acessoire, welches nicht maximal Licht verschluckt ist schon hilfreich, da bin ich beim Autofahren auch ganz dankbar wenn man nicht nur irgendwelche Schatten im Dunklen herumhuschen sieht oder erahnen muss.

Bei meinen Trainingsfahrten im Dunklen mit Weste habe ich jedenfalls das Gefühl, dass Autofahrer mehr Überholabstand halten, die Reflektoren scheinen also schon eine gewisse Wirkung zu haben. Aber wie gesagt: Nur eine gefühlte Statistik ...
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 22.01.2015, 16:23

Immer nur Vorschriften sind nicht gut. Aber Vernunft kann sehr oft Leben retten.
Anders ist es bei Randonneuren, die teils entkräftet und übermüdet nachts über Landstraßen fahren. Da macht die Auflage Reflektoren zu tragen Sinn.
Ich gehöre ja zu diesen Typen. Ohne diese Warnweste, mein Nachthemd, wäre ich sicher schon in der Nacht übergekarrt worden.

Und ich sehe aber auch keinen Unterschied nachts zum Alltagsverkehr. Immer wieder passieren durch rechtsabbiegende Fahrzeuge tödliche Unfälle.

Bei Dunkelheit bist du als Radfahrer noch schlechter zu sehen. Eine Warnweste kann, muss nicht, den Radler besser schützen.

Ich fahre jährlich im Durchschnitt 25.000 km mit dem Rad. Mein Rat:
Fahrt immer mit Helm. Im Dunkeln mit einer erstklassigen Lichtanlage und
Reflektoren, am besten mit einer Warnweste.
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Beitragvon stolk » 22.01.2015, 16:50

Angelboot hat geschrieben:Fahrt immer mit Helm. Im Dunkeln mit einer erstklassigen Lichtanlage und Reflektoren, am besten mit einer Warnweste.
Und mit Handschuhen, mit Schutzbrille, Lederkluft mit Vollprotektoren. Man weiß ja nie. Und am besten gar nicht Radfahren.

Meinetwegen kann ja jeder anziehen was er möchte. Aber ich lasse mir ungern meine Freizeitkleidung per Gesetz vorschreiben.
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quasarmin
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Re: Warnwesten-Pflicht: Von der Warn- zur Wahnweste?

Beitragvon quasarmin » 22.01.2015, 17:49

Moin
Helmut hat geschrieben:…. Dass man besonders im Dunkeln auch auf telefonierende und Whats-App tippende Fussgänger leicht übersehen kann ist ihr anscheinend entgangen.
Was mir viel mehr Sorgen macht, dass man als Radfahrer oder Fussgänger von telefonierenden und Whats-App tippenden Autofahrern gar nicht erst wahr genommen wird, ob nun mit oder ohne Warnweste. Diese Entwicklung ist besonders furchterregend. Ich beobachte hier täglich im dichten Berufsverkehr ohne Übertreibung in mindestens jedem fünften Auto einen telefonierenden Fahrer oder eine auf dem Smartphone tippende Fahrerin. Es sind tatsächlich mehr die Männer, die telefonieren und die Frauen, die tippen/lesen. Beides höchst gefährlich. Die Strafen wurden hochgesetzt, es gibt aber keinerlei Kontrollen (jedenfalls hier in Kiel und Umgebung nicht). Aber vielleicht kommt ja bald die Warnwestenpflicht, dann wird es endlich wieder etwas sicherer auf unseren Straßen.

Gruß
Armin
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Beitragvon Helmut » 22.01.2015, 22:25

Angelboot hat geschrieben:
Helmut hat geschrieben:Anders ist es bei Randonneuren, die teils entkräftet und übermüdet nachts über Landstraßen fahren. Da macht die Auflage Reflektoren zu tragen Sinn.
Ich gehöre ja zu diesen Typen. Ohne diese Warnweste, mein Nachthemd, wäre ich sicher schon in der Nacht übergekarrt worden. Und ich sehe aber auch keinen Unterschied nachts zum Alltagsverkehr. Immer wieder passieren durch rechtsabbiegende Fahrzeuge tödliche Unfälle.
Wenn alle auf der Landstraße fahren, gibt es in der Tat keinen Unterschied. Zumeist aber fahren Randonneure auf der Landstraße, Alltagsradler auf dem Radweg. Wenn ich als einer der Letzteren nachts an eine einmündende Straße komme und von hinten ein Auto kommen höre, achte ich vielleicht mehr auf den Autofahrer, als der auf mich. Das gibt mir mehr Sicherheit als jede Weste.
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Re: Warnwesten-Pflicht: Von der Warn- zur Wahnweste?

Beitragvon Speedmanager » 23.01.2015, 14:52

Helmut hat geschrieben:Anders ist es bei Randonneuren, die teils entkräftet und übermüdet nachts über Landstraßen fahren. Da macht die Auflage Reflektoren zu tragen Sinn. Es ist wie mit dem Helmpflicht, bei Sport gehört sie dazu, aber nicht im Alltag. Im Alltag erachte ich eine Helmplicht beim Leiter- und Treppensteigen als sinnvoller.
Ob ich mich Randonneur nennen darf, mögen andere entscheiden. Jedenfalls fahre ich gerne und (relativ) häufig Brevets. Mit Warnweste. Aber auch nur, weil die Veranstalter das möchten, ansonsten kann ich dem Fummel nichts abgewinnen. Zumal ich nicht wirklich irgendeinen Effekt ausmachen konnte, denn auf dem Tieflieger ist die Weste ohnehin so gut wie unsichtbar und beim Upright bin ich die erste Zeit auch mit Rucksack gefahren, der zumindest von hinten den Blick auf die Warnweste verdeckte. Ein Unterschied in der Behandlung durch die Autofahrer ist mir nicht aufgefallen.

Ich setze hier lieber auf eine gute aktive Beleuchtung.
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Beitragvon kocmonaut » 23.01.2015, 22:01

Passend zum Thema habe ich heute Morgen eine Mutti gesehen, die ihr Kind bei Dunkelheit zur Schule gebracht hat. Zu Fuß. Und sie trug wie ihr Kind eine Weste. Ich fand das echt cool.

2008 bin ich bei schönstem Tageslicht von einem Auto von einer Landstraße geschossen worden, weil der Fahrer beim Überholen das Lenken vergessen hatte. Ich brauchte ein knappes Jahr, um wieder anständig auf die Beine zu kommen. Eine Weste hätte hier sicherlich auch nicht geholfen. Aber am Rande: der einzige unverletzte Körperteil war mein Kopf, der vom Helm geschützt war.

Ob nun Gesetz, Auflage des Veranstalters oder was weiß ich: Ich gehe einige Selbstverpflichtungen ein. Wenn ich deswegen überlebe, dann überlebe ich - tu ich es nicht, überlebe ich wohl möglich nicht. Vor diesem Hintergrund ist Recht und Unrecht - Pflicht oder Nicht-Pflicht belanglos.

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Beitragvon Helmut » 25.01.2015, 04:24

Der Tagesspiegel hat geschrieben:Internationale Vergleiche zeigten, dass für sicheres Radfahren vor allem die Infrastruktur hergerichtet und das Verkehrsklima verbessert werden müssten. Die in Deutschland geltende Beleuchtungspflicht reiche aus, wenn sie durchgesetzt würde. In Münster sei es gelungen, die Einschaltquote durch Kontrollen von 40 Prozent im Jahr 2007 auf jetzt 97 Prozent zu erhöhen. Wer ohne Licht am Rad erwischt wird, zahlt 20 Euro.
Nicht nur das. Auch sonst hat er sich des Themas genauer angenommen.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/poliz ... 36228.html
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Beitragvon tendam » 25.01.2015, 12:50

Schwachsin :sad:
Es ist immer noch verboten, ein Bremslicht ans Fahrrad zu basteln.

Es wäre mind. 10x mehr für Sicherheit getan, wenn es ohne Zwang erlaubt wäre, Fahrräder mit Bremslicht auszustatten. Zumal Fahrräder, jetzt wo überall Fahrradspuren auf die Straßen gepinselt werden, öfter dort sind, wo Leute fahren, die denken, dass alles was auf der Straße fährt ein Bremslicht hat.

Und bitte liebe Polizei, mehr die Autofahrer auf Handy in der Hand beim Autofahren kontrollieren, sehe ich noch zu häufig - hilflos - machtlos. Zudem Handys vom Autofahrer beschlagnahmen (und untersuchen, ob Aktivität zum Unfallzeitpunkt) nach einem Unfall - gibt kein Gesetz dazu, also eins machen, DANKE.
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Beitragvon CrMo-Stahl » 25.01.2015, 15:42

kocmonaut hat geschrieben:Passend zum Thema habe ich heute Morgen eine Mutti gesehen, die ihr Kind bei Dunkelheit zur Schule gebracht hat. Zu Fuß. Und sie trug wie ihr Kind eine Weste. Ich fand das echt cool.
Dieser Mutter gebühren mehrere Orden, ist es doch heute nicht mehr alltäglich, das Kind zu Fuß zur Schule zu bringen. Und dann auch noch mit der Warnweste als Vorbild, super! :Respekt:

Warnwesten verpflichten, bringt nicht wirklich mehr Sicherheit, denn es sieht nur, wer sehen will. ABER, allgemein scheint sich inzwischen keiner mehr über die eigene Sichtbarkeit Gedanken zu machen. Beliebte Farbe seit Jahren für Winterkleidung: Schwarz. Ich fahre durch ein bewaldetes Gebiet, keine Straßenlaternen und bei feuchter Strasse ist alles Schwarz in Schwarz. Selbst mit meiner BUMM Lumotec IQ Fly sehe ich Spaziergänger erst im letzten Moment. Hunde haben ein Mini-Blinklich - schwer zu orten - und ich suche panisch das dazugehörige Herrchen und die mögliche Leine.

Bevor nun einer Gruppe mehr Sichtbarkeit aufgezwängt werden soll, sollten wir alle, die sich draußen irgendwie aufhalten und bewegen, eigenverantwortlich um bessere Sichtbarkeit UND bessere Sehen bemühen. Und ja, ich liebe rote Jacken, trage im Winter bei Dämmerung und Dunkelheit eine Warnweste. Und ja, auch damit bin ich schon ganz häufig übersehen worden. Ein Zitat des älteren Autofahrers: "Da muss ich mal wieder zum Augenarzt, wissen Sie, ich sehe nicht gut". Oder aber ein Fahrlehrer: "Sind die Rennradfahrer doch selber Schuld, wenn sie so schnell mit 20 km/h auf dem Radweg fahren und dann beim Rechtsabbiegen übersehen werden. Kann ja keiner Überblicken". Um die Ignoranz abzuwehren, braucht es eine Ritterrüstung auf dem Stahlross. :mad:
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Beitragvon crumble » 26.01.2015, 12:24

tendam hat geschrieben:Schwachsin :sad:
Es ist immer noch verboten, ein Bremslicht ans Fahrrad zu basteln.
Das ist nicht so ganz korrekt. Es gibt Ruecklichter mit Bremslichtfunktion auch mit Zulassung von Bumm. Der Effekt ist sicherlich nicht so gut, wie Du ihn erwartest und man benoetigt zwingend einen Nabendynamo, aber es gibt bereits so etwas innerhalb der Vorschriften.

Aber in der Tat waeren ein paar Korrekturen zwingend erforderlich. Die Liegeradfahrer, besonders die Velomobilfahrer verstossen von Natur aus gegen die Beleuchtungsvorschriften, da ihre Pedalreflektoren in die falsche Richtung zeigen und alle Massnahmen, die sie selber Sichtbar machen und ihre Richtungswechseln anzeigen koennten, vom Gesetzgeber verboten sind.

Stattdessen wird wieder fuer irgendeine Lobby ein schwachsinniges Gesetz durchgepruegelt. Die CDU haette sich mal den Unterschied zwischen einem Baumarkt-MTB mit leerem Akkulicht und einem den existierenden Vorschriften entsprechenden Rad zeigen lassen sollen. Da sind bereits genug Reflektoren verbaut und man benoetigt keine SuperDuperWarnweste.

Ich ziehe so ein Teil erst an, wenn sie mir 100% beweisen koennen, dass niemand so etwas fuer eine Lobby durchgewunken hat und kein Politiker, seine Verwadten und Golfpartner innerhalb der naechsten 10 Jahre nach inkrafttreten des Gesetzes davon wirtschaftlich profitieren. Alternativ gebe ich mich auch geschlagen, wenn 10m vor jedem Kraftfahrzeug eine Person mit einer Warnflagge gehen muss.
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Beitragvon Technobull » 27.01.2015, 21:28

kocmonaut hat geschrieben:....2008 bin ich bei schönstem Tageslicht von einem Auto von einer Landstraße geschossen worden, weil der Fahrer beim Überholen das Lenken vergessen hatte. Ich brauchte ein knappes Jahr, um wieder anständig auf die Beine zu kommen.
Das ist natürlich besonders bitter.

Ich verdanke mein Leben einem Motorradhelm im Alter von 16 Jahren, unbeleuchtetes Auto kam rückwärts aus Einfahrt, geliehen an dem Tag weil es kalt und regenerisch war, brauchte auch schon mal einen Fahrradhelm..

Es gab neulich bei ALDI eine Batteriebeleuchtung mit Zulassung für 6 €. Ist jetzt an meinem Renner dran.

Es gibt Helme mit eingebautem Blinklicht, die auch nicht teurer sind als ohne.

Gefühlt fährt mindestens jeder 3. Radfahrer nachts ohne Licht herum - wenn das wirklich 50 € kosten und Punkte in Flensburg, wäre das bald anders.


Besonders um Schulen herum wäre es sicher sinnvoll da regelmäßig Kontrollen zu machen. Bei Kindern bringt Erziehung noch was und zahlt sich am längsten aus.

Warum man beim Autofahren oder gehend schräg über eine Kreuzung im Vertrauen auf die autofahrende Menschheit oder beim Radfahren seine SMS/e-mails tippen muß, habe ich noch nicht verstanden.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 30.01.2015, 08:02

Gefunden in der aktuellen Auto Bild, ab heute an den Kiosken. :D

<IMG src="http://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/Al ... westen.jpg">
Zuletzt geändert von Helmut am 31.01.2015, 03:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Technobull » 30.01.2015, 10:46

Diese geforderte Warnwestenpflicht ist aus der Sicht der Autofahrer sinnvoll.

Sehr viel effektiver für die Verkehrssicherheit wäre es

- konsequent den Radwegparkern mit Abschleppern auf den Pelz zu rücken

- Verkehrsplaner zu verpflichten ihre Strecken regelmäßig zu Fuß und per Rad und nicht nur auf dem Reißbrett bzw. PC zu besuchen.

Jetzt werden bzw. wurden vor der Wahl in Hamburg fleißig Radfahrstreifen auf die Fahrbahnen gepinselt, das kostet nicht viel.

Immer mal wieder im besonders gefährdeten Kreuzungsbereich verschwinden sie entweder ganz oder enden auf dem Fußweg[/b]
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Beitragvon olaf » 30.01.2015, 18:03

Ganz ehrlich ;)

Auch mit Warnweste und Tannenbaum sehe ich den Radfahrer nicht sofort!

Autofahrer sollen sich das "blind durch die Gegend eiern" am besten ganz abgewöhnen und so Fahren wie man es sollte!

Augen auf und umsichtig :wink:

Ich bin selbst immer wieder überrascht wie viele von den Autofahrern selbst bei Dunkelheit noch ohne Licht unterwegs sind! Aber von anderen fordern das sie sich sichtbar machen :mad:
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Beitragvon VeloC » 30.01.2015, 18:07

Helmut, unser Promi-Held! :D

Aber hätte Harterbrocken seinem Kollegen nicht ein besseres Foto zur Verfügung stellen können?
crumble
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Beitragvon crumble » 30.01.2015, 18:51

VeloC hat geschrieben:Aber hätte Harterbrocken seinem Kollegen nicht ein besseres Foto zur Verfügung stellen können?
Ja ja, immer diese Kampfradler.

Immerhin ist der Text halbwegs neutral und sachlich geraten, obwohl die merkwuerdig bearbeiten Bilder eine andere Sprache sprechen. Und vor allem warum ist das Fahren ohne Warnweste der Aufreger und nicht, dass sie auf der falschen Seite fahren?

Um den unteren Kasten aufzugreifen. Das ist doch alles nur eine Neiddebatte, weil sie weniger Freiheiten haben.
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Beitragvon kocmonaut » 30.01.2015, 21:07

VeloC schrieb: "Aber hätte Harterbrocken seinem Kollegen nicht ein besseres Foto zur Verfügung stellen können?"

crumble schrieb: "...die merkwuerdig bearbeiten Bilder..."

Jaja, da hat BILD ganz tief in die Trickkiste gegriffen: Sieht aus wie eine blutgetränkte Mullbinde. Ist Helmut ohne Helm Rad gefahren? War es die heimische Treppe oder gar das Nudelholz? - Das weiss keiner so genau. Wir wissen jedoch: Helm schützt gegen Shitstorm.

smile

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Beitragvon crumble » 30.01.2015, 21:37

kocmonaut hat geschrieben:VeloC schrieb: "Aber hätte Harterbrocken seinem Kollegen nicht ein besseres Foto zur Verfügung stellen können?"

crumble schrieb: "...die merkwuerdig bearbeiten Bilder..."

Jaja, da hat BILD ganz tief in die Trickkiste gegriffen: Sieht aus wie eine blutgetränkte Mullbinde. Ist Helmut ohne Helm Rad gefahren? War es die heimische Treppe oder gar das Nudelholz? - Das weiss keiner so genau.
:D Du muss schon verzeihen, dass ich waehrend der Arbeit an nichts anderes als scheiss-pc denken kann. :)

Beim zweiten Satz war ich schon wieder bei den Einleitungsbildern
kocmonaut hat geschrieben:Wir wissen jedoch: Helm schützt gegen Shitstorm.
:kapitulieren: Ob mit oder ohne Helm ist man immer genau in der Mitte des Shitstorms. :kapitulieren:

Hilfe, ich muss dringend ins Wochenende.
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Beitragvon axiom 1 » 30.01.2015, 22:13

VeloC hat geschrieben:hätte Harterbrocken seinem Kollegen nicht ein besseres Foto zur Verfügung stellen können?
Es ist ebenso anders wie großartig!

Das Piratentuch sieht nach Kampf gegen die Überreglementierung aus.
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Beitragvon VeloC » 31.01.2015, 12:22

Stimmt, das hat so ein gewisses anarchistisches Flair. Und die Farbkombi von Buff und Hemd drückt eindeutigen Protest gegen das Radsport-Modediktat von Tour und Co. aus! :Empfehlung:
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Beitragvon Technobull » 31.01.2015, 23:12

Beim Durchlesen des Artikels fällt auf, daß die Berliner CDU sich mit dem Thema im Bundesrat profilieren möchte. Von welcher Partei ist der Herr Gewerkschafter?
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Beitragvon VeloC » 01.02.2015, 08:01

Die ganze DPolG ist ja traditionell ein CDU-Club. SPD-nahe Polizisten versammeln sich eher in der GDP. Fällt schon stark ins Auge, wenn man die beiden Homepages vergleicht. Recht und Ordnung wollen natürlich beide, dafür haben die Mitglieder ja schließlich ihre Berufswahl getroffen. Aber die "Markigkeit" der Worte unterscheidet sich deutlich.
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Beitragvon lenkerbruch » 01.02.2015, 12:06

Die Diskussion ist genauso typisch wie ekelerregend. Die "gefühlte Mehrheit", also die Autofahrer fordern, dass andere ihr Verhalten umstellen, damit Autofahrer weiterhin verkehrswidrig, also unter Missachtung des Sichtfahrgebotes unterwegs sein können. :mad: Warum wird nicht Tempo 30 in der Stadt und 80 auf der Landstraße gefordert? Das hätte (wenn die Einhaltung durchgesetzt wird), wesentlich größeren Einfluss auf die Unfallzahlen. :oops:

Mich hat vor sechs Wochen hellste Beleuchtung und reflektierende Bekleidung nicht davor bewahrt, dass ein Autofahrer meine Vorfahrt missachtet und mich gerammt hat. :krankimbett:
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Beitragvon Grotefend » 01.02.2015, 16:40

VeloC hat geschrieben:Die ganze DPolG ist ja traditionell ein CDU-Club. SPD-nahe Polizisten versammeln sich eher in der GDP. Fällt schon stark ins Auge, wenn man die beiden Homepages vergleicht. Recht und Ordnung wollen natürlich beide, dafür haben die Mitglieder ja schließlich ihre Berufswahl getroffen. Aber die "Markigkeit" der Worte unterscheidet sich deutlich.
Wer kann mir helfen, in diesem Beitrag einen Zusammenhang mit den Vorzügen oder Nachteilen einer Warnwestenpflicht zu finden?
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Beitragvon VeloC » 01.02.2015, 16:56

lenkerbruch hat geschrieben:Warum wird nicht Tempo 30 in der Stadt und 80 auf der Landstraße gefordert? Das hätte (wenn die Einhaltung durchgesetzt wird), wesentlich größeren Einfluss auf die Unfallzahlen.
Innerstädtisch 30 hat vor einigen Wochen immerhin schon mal der NRW-Teil der Nachbargewerkschaft gefordert. Huh, da brach eine Empörungswelle los! Und zur Empfehlung von Tempo 80 auf der Landstraße hat sich diesmal sogar der Deutsche Verkehrsgerichtstag entschlossen. Finde ich gut!
Grotefend hat geschrieben:Wer kann mir helfen, in diesem Beitrag einen Zusammenhang mit den Vorzügen oder Nachteilen einer Warnwestenpflicht zu finden?
Das Posting von Technobull direkt darüber, auf das ich damit geantwortet habe. Welche Gewerkschaft welcher Partei nahesteht, ist doch kein Geheimnis und sehe ich auch nicht als Problem. Du etwa?
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Beitragvon kocmonaut » 01.02.2015, 22:47

Grotefend schrieb: "Wer kann mir helfen, in diesem Beitrag einen Zusammenhang mit den Vorzügen oder Nachteilen einer Warnwestenpflicht zu finden?"

Hallo Grotefend,

Antwort: Miles Davis. Der braucht ne halbe Stunde, um zum Thema zurück zu kehren.

Hallo VeloC,

smile please!

kocmonaut
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Beitragvon Technobull » 02.02.2015, 08:48

Grotefend hat geschrieben:Wer kann mir helfen, in diesem Beitrag einen Zusammenhang mit den Vorzügen oder Nachteilen einer Warnwestenpflicht zu finden?"
Also das Thema ist ziemlich direkt Wahlwerbung für die CDU mit drei Beteiligten (BILD ist ja nicht gerade linkslastig), weil die ja via Polizeigewerkschaft und geplantem Antrag im Bundesrat was für die Sicherheit tut. Jedenfalls wird drüber geredet. Wenn's klappt, geht das dann als Meldung über die Sender, also Werbung zum Nulltarif.

Natürlich trägt alles, was Verkehrsteilnehmer besser sichtbar macht, zur Sicherheit bei. Neulich sah ich Schulkinder mit Warnwesten, die mit einem Polizisten das Überqueren der Straße übten. Muß gleich mal gucken, wo meine im Kofferraum ist, ist ja jetzt Vorschrift. Mal Aufräumen ;-(
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Beitragvon Konkursus » 02.02.2015, 11:03

Technobull, wo Du schon einmal dabei bist: hast Du schon das 14-teilige Pflasterset in Deinen Verbandskasten gelegt und das Verbandspäckchen für Kinder? Ist nämlich ab dem 01.01.2015 Pflicht, DIN 13.....

Weshalb ich dies hier schreibe? Wir Deutschen neigen zum Überregulieren. Vieles reicht. Auch die Story mit den Wahnwesten. Westen schön und gut, aber die nun als Pflicht? Könnte mich wahrlich nur überzeugen, wenn mir eine verläßliche, neutrale Erhebung dazu vorliegt, wie viel Verletzte und tote Fahrradfahrer es gegeben hat, weil sie wegen der Sicht- und Lichtverhältnisse übersehen wurden.

Für Fußgänger gilt m. E. übrigens die gleiche Argumentation.


Ko
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Beitragvon Harterbrocken » 02.02.2015, 19:44

VeloC hat geschrieben:Aber hätte Harterbrocken seinem Kollegen nicht ein besseres Foto zur Verfügung stellen können?
Ich erkläre mich an Eides statt unschuldig. Das Bild hat der HFS-Admin selbst ausgesucht. Begründung im O-Ton: "Von mir gibt es keine guten Fotos."

Diese Aussage kann ich bestätigen. Trotz zahlreicher Versuche gelingt es nur wenigen Fotografen, ein neutrales Helmut-Foto zu erstellen.

Zum Thema: Die muntere Diskussion an dieser Stelle ist spannend. Überreglementierung kontra Sicherheit, Wahlkampf oder Aprilscherz? Fakt ist, Radfahrerthemen werden zunehmend zu politischen Zankäpfeln stilisiert. Für mich der Beweis, dass die Transportform an Bedeutung gewinnt.
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Beitragvon VeloC » 02.02.2015, 19:53

kocmonaut hat geschrieben:Hallo VeloC,

smile please!
Alles gut! Meine Lieblingscharaktere in der Muppet-Show sind die Herren Waldorf und Statler. :P

Zum Topic gebe ich lenkerbruch Recht: Ein Radfahrer mit StVO-konformer Licht- und Reflektorausstattun ist sichtbar, sofern sich die Autofahrer an das Sichtfahrgebot halten. Und da hapert es leider bei viel zu vielen. Was mich bei deren Foreneinträgen in unserer Tageszeitung immer am meisten schockt, ist das völlige Fehlen jeglichen Unrechtsbewusstseins. Die gehen allen Ernstes davon aus, wenn an einer Landstraße keine Geschwindigkeitsbeschränkung steht, hieße das, sie dürften jederzeit 100 km/h fahren, auch bei Dunkelheit, Nebel, angeeister Straße. Und beklagen sich dann, sie hätten schon "zigmal" beinahe einen Radfahrer umgenietet, weil der "schlagartig" aus der Dunkelheit auftauchte. Sparen sich sogar die Behauptung, die betreffenden Radfahrer wären ohne Licht unterwegs gewesen. Aber die hatten eben keine Warnweste und vor allem keinen mobilen Flutlichtscheinwerfer mit dem Mast auf dem Gepäckträger montiert. Sowas gehört doch bestraft!

:mad:

Harterbrocken: Yep, ich hab's ja geahnt! ;)
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Beitragvon Technobull » 02.02.2015, 20:25

Konkursus hat geschrieben:Wir Deutschen neigen zum Überregulieren.
Stimmt alles, nur nicht das spezifisch Deutsche daran - komm erstmal in die angelsächsischen Länder, wo absolut alles von "Health and Safety", d. h. Klagewut auf Erfolgshonorar getrieben wird - "Compensation Culture". Irre Haftpflichtprämien machen ganze Berufsgruppen ökonomisch sinnlos.

In England darf man z. B. in keinen Teich im Sommer hineinspringen - Verboten Verboten. Das führt dort z. B. dazu, daß ehrenamtliche Ausbilder in manchen Sportarten sich verabschieden, weil die formalen Anforderungen für die Qualifikationen so zeit- und geldraubend sind, daß mancher Amateursport dadurch bedroht ist. Das zentralistische Frankreich ist das Mutterland der Bürokratie schlechthin, nur pellen sich die Leute oft ein Ei drauf.

M. E. wäre bei uns schon viel erreicht, wenn vorhandene sinnvolle Vorschriften, z. B. Beleuchtung am Fahrrad, Bekämpfung des Zuparkens von Radwegen, auch umgesetzt werden.
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Beitragvon Technobull » 02.02.2015, 20:54

VeloC hat geschrieben:Was mich bei deren Foreneinträgen in unserer Tageszeitung immer am meisten schockt, ist das völlige Fehlen jeglichen Unrechtsbewusstseins.
Tja, also wie kann man gesunden Menschenverstand vermehren, das ist doch die Frage! Durch Umerziehungskampagnen vielleicht? Sicher ein reiches Betätigungsfeld für Psychologen und Psychiater: Rasen ist nicht schick, sondern nur blöde, egal welches Auto...
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Beitragvon Ronny » 03.02.2015, 12:42

Find ich blödsinnig, als hätte man so eine Warnweste immer und überall dabei.
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Beitragvon Technobull » 03.02.2015, 17:09

Ronny hat geschrieben:Find ich blödsinnig, als hätte man so eine Warnweste immer und überall dabei.
Also es ist natürlich spekulativ und eine infame Unterstellung, wenn wir eine perfide Absicht dahinter sehen - ABER - vielfach sind Politiker ja Juristen - Tony Blair - Gerhard Schröder - Willy Wimmer um mal ein paar Prominente zu nennen.

Wenn das Tragen von Warnwesten für Radfahrer Pflicht wird, bekommen die, wenn die im Verkehr umgenietet werden, automatisch eine Teilschuld, weil sie sich ja nicht an gesetzliche Vorgaben zur Unfallvermeidung gehalten haben!
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Beitragvon VeloC » 15.02.2015, 08:06

Freitag morgen am Rhein-Herne-Kanal hatte ich ein Erlebnis der dritten Art. Mein Lichtkegel löste irgendwo voraus einen schwachen Reflex aus. Klarer Fall: Ein Jogger in billiger, mäßig effektiver Warnweste. Doch dann näherte sich dieses kaum sichtbare Streifchen mit erschreckend hoher Geschwindigkeit. Ein dunkles Wesen, das über 30 km/h rennen kann: Das muss Usain Bolt sein!

Leider bekam ich kein Autogramm, denn beim Passieren stellte sich heraus, worum es sich tatsächlich handelte: Ein Radfahrer ohne Licht, aber mit Warnweste. Aua!!

:mad:
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Beitragvon Technobull » 15.02.2015, 10:14

VeloC hat geschrieben:Leider bekam ich kein Autogramm, denn beim Passieren stellte sich heraus, worum es sich tatsächlich handelte: Ein Radfahrer ohne Licht, aber mit Warnweste. Aua!!
Fast täglich sehe ich im Stadtverkehr Radfahrer im Dunkeln ohne Licht, nicht selten von links, oft genug Kinder mit und ohne Erwachsene.

Was dringend nötig wäre ist Verkehrserziehung für Große und Kleine mit und ohne Motor.

Fährt man durch die dichter besiedelten Teile Hamburgs z. B. Eimsbüttel, Altona oder Eppendorf so scheint es daß 2. Reihe Parken grundsätzlich legal ist, und für Radwege ist da ohnehin kein Platz. Warum das so ist, hat mir noch niemand erklären können.

Die einzig sinnvolle Lösung wäre den privaten PKW dort ganz abzuschaffen.
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Beitragvon Knud » 15.02.2015, 17:25

Technobull hat geschrieben:Fast täglich sehe ich im Stadtverkehr Radfahrer im Dunkeln ohne Licht, nicht selten von links, oft genug Kinder mit und ohne Erwachsene.
Das stimmt schon. Aber mir ist in den letzten Tagen auch aufgefallen, dass die Westen-Quote unter den Alltagsfahrern in der Dämmerung recht hoch ist. Ohne Pflicht.
Technobull hat geschrieben:Was dringend nötig wäre ist Verkehrserziehung für Große und Kleine mit und ohne Motor.
Manches läßt sich da wohl erreichen. Aber Jahrzehnte alte Gewohnheiten ändert man auch nicht mit einer Kampagne/einer Unterrichtsstunde.
Technobull hat geschrieben:Die einzig sinnvolle Lösung wäre den privaten PKW dort ganz abzuschaffen.
Ds ist ja nun gar nicht realistisch. Aber viele Straßen mit Tempo 30, Radstraßen parallel zu den Haupt-Autoachsen und keine Dogma mehr, dass Parkplätze quasi heilig sind. Das ist möglich und wir wären viel weiter.

Vorhin wurde ich an der Ecke von links mit einem "Achtung" gewarnt. Ich bin nicht sicher, ob der ältere Herr weiß, dass er dort auf dem Gehsteig nicht mit dem Rad fahren darf - und schon gar nicht links. Klar ist aber auch, dass es ihm auf der Straße [1] gefühlt zu gefährlich ist. Da muss man ran.

Knud

[1] Oldesloer Straße zwischen Frohmestraße und Holsteiner Chaussee
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Beitragvon Technobull » 16.02.2015, 11:14

Manches läßt sich da wohl erreichen. Aber Jahrzehnte alte Gewohnheiten ändert man auch nicht mit einer Kampagne/einer Unterrichtsstunde.
Klar sind Warnwesten und Reflexstreifen nützlich, sieht man sogar bei Füßgängern, nur würde ich das nicht zur PFLICHT machen, Beleuchtung am Fahrrad schon.

Irgendwann muß man anfangen mit der Erziehung, etwa daß Rasen auch für Kutschen mit Ringen oder Sternen auf der Haube einfach nur doof und uncool ist und auf JEDEN Fall im Stadtverkehr den Lappen kostet; jetzt hatten wir erstmal ne Wahl und zuvor jede Menge weiße Streifen hier und da auf den Straßen verteilt, das soll dann wohl erstmal wieder reichen :mad:

Was noch Hoffnung läßt ist daß die Deutsche Autopartei die auch gegen Busbeschleunigung ist heftig verloren hat aber die rosa Stadtpartei ist ja auch nur ne Autopartei, die Gelbe Partei ist eben nur gelb, wozu für was die sind habe ich noch nie verstanden, die Grünpartei will unbedingt ne Straßenbahn für sich , und sowieso ist die Nichtwählerpartei die größte. Die Rosa-Rotpartei will nur Opposition was ich doof finde.

Keinen einzigen Politiker habe ich mit Fahrrad, Rollstuhl oder Kinderwagen im Stadtverkehr gesehen.

Ich denke die sind alle von A-Z Autofahrer.


Bürgermeister Boris Johnson in London habe ich neulich beim Russell Square auf dem Fahrrad gesehen - ohne Wahlveranstaltung und Bodyguard, einfach nur so, Hemd aus der Hose und Strubbelkopp !
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Beitragvon VeloC » 19.09.2015, 19:20

Lesenswerter Beitrag auf Deutschlandfunk.de

Trotz Warnweste nicht gesehen
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Beitragvon Helmut » 20.09.2015, 00:18

VeloC hat geschrieben:Lesenswerter Beitrag auf Deutschlandfunk.de

Trotz Warnweste nicht gesehen
Erhellend!

Nach meiner Erfahrung hilft Licht, viel Licht - je heller, je besser! Das sehen Leute auch im Augenwinkel. Und je heller es ist, um so respektvoller treten einem die Leute entgegen.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon VeloC » 28.09.2015, 20:58

Unsere Freunde und Helfer in Essen sind inzwischen dermaßen auf Warnwesten fixiert, dass sie völlig vergessen, die Kraftfahrer an solche Banalitäten wie das Sichtfahrgebot zu erinnern:
Das Wichtigste: „Jeder muss selbst etwas dafür tun, dass er gesehen wird“, betont Ruhl. Wenn immer mehr Bürger diesen Leitsatz beherzigen, dann wird die Unfallrate deutlich zurückgehen. „Aber viele unterschätzen die Gefahr“, so der Polizeihauptkommissar. Ein dunkel gekleideter Fußgänger wird von einem Autofahrer in der Nacht erst bei einer Entfernung von 25 bis 30 Metern erkannt. Ruhl: „Da reicht der Halteweg nicht aus.“ Es kommt zum Zusammenstoß, weil ein Pkw-Fahrer bei Tempo 50 erst nach 40 Metern seinen Wagen zum Stehen bekommt.
Also in meinen (scheinbar sehr blauen) Augen wäre das Wichtigste, dass jeder Verkehrsteilnehmer, ob mit oder ohne Motor, immer und überall nur so schnell fährt/läuft, dass die Summe aus Reaktions- und Bremsweg kürzer ist als sein Sichtradius. Und von der Polizei würde ich zu Beginn der dunklen Jahreszeit als dringlichste Aktion erwarten, eben darauf mit Nachdruck hinzuweisen. Aber nach deren Ansicht ist es offenbar Teil der unverletzbaren menschlichen Würde, völlig unabhängig von den aktuellen Sichtverhältnissen jederzeit die zulässige Höchstgeschwindigkeit voll auszunutzen. :Spinnen:

Natürlich ärgere ich mich auch häufig über perfekt getarnte Fußgänger, die zusätzlich aufmerksamkeitsfrei durch die Gegend latschen, als würden sie allen anderen das Tragen eines Nachtsichtgeräts unterstellen. Trotzdem bin ich mir als Läufer, Radfahrer und sporadischer Autofahrer darüber klar, dass es mein Job ist, im Dunkeln mit sowas zu rechnen. Füchse, Katzen und anderes Viehzeug läuft mir vor allem frühmorgens schließlich auch ohne Reflektorausrüstung auf Kollisionskurs über den Weg. Und nicht zu vergessen die Autofahrer, deren Licht zwar funktionsfähig wäre, aus Transusigkeit aber einfach nicht eingeschaltet wird. Wann kommt endlich die Warnplanenpflicht für Kfz?!
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Beitragvon VeloC » 01.10.2015, 20:23

Aus der Rubrik "Realsatire": Tipps fürs Fahren bei eingeschränktem Sehvermögen

Da hilft auch keine Warnweste mehr, wenn von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft Autofahrern, bei denen der Grüne Star schon so weit fortgeschritten ist, dass in ihren blinden Flecken komplette Radfahrer verschwinden, eine solche Empfehlung gegeben wird:
... auch bei Tag mit Scheinwerferlicht zu fahren, damit sie besser von anderen Verkehrsteilnehmern und Fußgängern wahrgenommen werden, was wiederum deren Sicherheit erhöht.
Ich schwanke noch zwischen

:HaHa: und :mad:
EinarN

Beitragvon EinarN » 28.10.2015, 09:40

stolk hat geschrieben:
Angelboot hat geschrieben:Fahrt immer mit Helm. Im Dunkeln mit einer erstklassigen Lichtanlage und Reflektoren, am besten mit einer Warnweste.
Und mit Handschuhen, mit Schutzbrille, Lederkluft mit Vollprotektoren. Man weiß ja nie. Und am besten gar nicht Radfahren.
bitte aber auch die BMW i8 Laser Scheinwerfern für den Fahrrad Anpassen und die Amerikanische HORNBLASTER Hupe:

https://www.youtube.com/watch?v=Ib1ZN92jbWc

soll Pflicht sein anstatt das klassische Fahrradklingel :)

PS

Ein Ferrari oder Lamborghini Motorgeräusch wia MP3 Anlage was via Naben Dynamo mit Strom versorgt wird soll auch Pflicht sein so das der Smartphone Süchtige Autofahrer uns richtig Wahrnimmt :)
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Beitragvon Johannes_90 » 25.11.2015, 10:04

Krass, Warnwestenpflicht. Irgendwie überrascht es mich aber nicht, dass gleich mit einer Pflicht statt einer Empfehlung gedroht wird. Ich würde so eine Weste sogar tragen, wenn im Gegenzug mehr Radwege gebaut würden...
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Beitragvon VeloC » 26.11.2015, 22:09

Wenn der hier zitierte von der Essener Polizei verzapfte Müll auf ein ohnehin schon schwaches Hirn trifft, kommt so etwas dabei raus:

Autofahrer fährt Kind (11) an und rät ihm zu heller Kleidung

Gelegentlich kriegt man Anfälle von Gewaltfantasien... :PAM:

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