Fahrradbarometer an der Alster zählt falsch

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Harterbrocken
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Fahrradbarometer an der Alster zählt falsch

Beitragvon Harterbrocken » 21.12.2014, 20:50

Durch Zufall ist mir aufgefallen, dass der Fahrradzähler an der Alster übertreibt. Oft zählt die Anlage Einzelfahrer doppelt. Der Hersteller der Technik verspricht eine Genauigkeit von mindestens 95 Prozent. Ich glaube, die Abweichung liegt höher und beträgt eher zehn Prozent.

Zumindest legen das Beobachtungen und Fahrversuche nahe, die ich heute an der Alster durchgeführt habe. Wer es lesen möchte, guckt hier:

http://st-pedali.blogspot.de/2014/12/sk ... lster.html
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olaf
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Beitragvon olaf » 22.12.2014, 11:44

Aber so wirklich konntest du das Rätsel auch nicht lösen?

Mal gucken, vielleicht gucken wir da auch mal (testweise) vorbei :cool:
stolk
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Beitragvon stolk » 22.12.2014, 12:49

Typisch Presse - erstmal nen Skandal an den Haaren herbeiziehen :HaHa:
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Grotefend
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Glaube nur...

Beitragvon Grotefend » 22.12.2014, 13:02

Ich glaube, Winston Churchill wird das Bonmot zugeschrieben: "Glaube nur einer Statistik, die du selbst gefälscht hast." Bezüglich des von interessierter Seite häufig genannten Anteils des Radverkehrs von 10 % (???) vermute ich schon lange (oder ist es schon Gewissheit?), dass auch hierbei kräftig hochgerundet wird.

Ein einfaches Beispiel: In Hamburg sind rund 750.000 Kraftfahrzeuge zugelassen. Wenn nur 2/3 täglich einmal hin und einmal zurück bewegt werden, ergibt dies eine Million Fahrten (Pendler, Ganztagsfahrer u. ä. können getrost unberücksichtigt bleiben, ebenso die Fahrgastzahlen im ÖPNV). Allein schon der Vergleich Fahrrad : Automobil würde bedeuten, dass bei einem 10 %-Anteil tagtäglich rund 100.000 Fahrten mit dem Rad stattfänden. Also die fünffache Menge der bei den Cyclassics Startenden. Oder anders: Auf jeder hochfrequentierten Hauptverkehrsstraße (bis zu 50.000 KFZ/Tag) wären etwa 5.000 Radfahrer unterwegs. Also zehn bis zwanzig gutbesuchte CM. Und dies Tag für Tag, also auch an stürmischen, regnerischen Tagen wie heute oder mitten im Winter bei Schnee und Eis und Kälte.

Mein Fazit: Ich glaube an Churchill.
Sonne in den Speichen sieht nur, wer sein Rad bewegt.
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Beitragvon VeloC » 22.12.2014, 13:16

Statistiken mit Vorsicht genießen ist immer gut. Andererseits habe ich bei uns im Ruhrgebiet häufig den Eindruck, dass deutlich mehr Radfahrer tatsächlich unterwegs sind, als von den Kraftfahrern wahrgenommen werden. Der Grund ist einfach der, dass die meisten Radpendler den Berufsverkehr nach Möglichkeit meiden und sich daher eher morgens in aller Herrgottsfrühe auf den Weg machen.

Nachmittags sind sie dann auch schon zuhause, wenn die große Masse der Autofahrer auf die Straßen drängt. Klar, diese sehen dann nur noch vereinzelte Radfahrer. Wenn ich aber morgens zwischen halb 6 und halb 7 zur Arbeit fahre, habe ich selbst bei dem aktuellen Sauwetter häufig den Eindruck, mich nach Münster verfahren zu haben. Das dürfte in HH im Prinzip nicht viel anders sein.
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Harterbrocken
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Beitragvon Harterbrocken » 22.12.2014, 23:16

stolk hat geschrieben:Typisch Presse - erstmal nen Skandal an den Haaren herbeiziehen :HaHa:
Na klar, bei dem Wetter habe ich keine Lust zum sportlichen Radfahren. Also drehe ich meine Kreise um das Fahrradbarometer. :)

Im Ernst: Ich wollte nur die Technik der Anlage verstehen, als mir die Fehlzählung auffiel. Und so ein kleiner hausgemachter Weihnachtsskandal ist doch ganz nett.. Das Ganze hat wahrscheinlich noch ein mediales Nachspiel. Mehr voraussichtlich am 28.12. Stay tuned.
Knud
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Re: Glaube nur...

Beitragvon Knud » 22.12.2014, 23:18

Grotefend hat geschrieben:Ich glaube, Winston Churchill wird das Bonmot zugeschrieben: "Glaube nur einer Statistik, die du selbst gefälscht hast." Bezüglich des von interessierter Seite häufig genannten Anteils des Radverkehrs von 10 % (???) vermute ich schon lange (oder ist es schon Gewissheit?), dass auch hierbei kräftig hochgerundet wird.

Ein einfaches Beispiel:...

Mein Fazit: Ich glaube an Churchill.
Man muß Statistiken nicht fälschen, man muß/kann die Zahlen zusammen stellen und interpretieren. Ich kenne diese 10 % nicht. Bezieht sich die auf die Anzahl der Fahrten?

Es gibt eine Mengen Fahrten, z. B. Schüler auf dem Weg zur Schule. Ich war im Berufsverkehr immer wieder überrascht, wie viele da mit dem Rad unterwegs sind. Aber auch ein Anteil an 10 % der Fahrten, bedeutet natürlich nicht 10 % der Fahrleistung. Der mittlere Weg der Radfahrer dürfte kleiner sein, als beim Auto, der Anteil der benutzten Hauptstraßen dürfte noch mal kleiner sein.

Aber dann doch mal eine Zahl: An der "Spitzenstelle" der Außenalsterstraßen fahren täglich 72.000 Autos, aber auch 11.000 Fahrräder.

Knud
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olaf
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Beitragvon olaf » 18.04.2016, 12:55

Jetzt bekommt das Thema doch wieder Auftrieb ;)

Rot-Grün will mehr Fahrradzählstationen

Ein Fehler von 5% ist bei den Anlagen drin, entspricht aber auch dem Fehler bei manuellen Verkehrszählungen!
crumble
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Beitragvon crumble » 18.04.2016, 22:12

olaf hat geschrieben:Jetzt bekommt das Thema doch wieder Auftrieb ;)
Naja, die Dinger sind eh nur dazu gut moeglichst hohe Zahlen zu zeigen, um ein politisches Statement zu untermalen.

Eine Verkehtsplanung damit zu machen ist Unsinn. Sie taugen ja nur, um zu zeigen das an einer bestimmten Stelle viele unterwegens sind. Von wo nach wo und auf welchen Wegen die Leute fahren bekommt man so nicht mit.

Man kann relativ leicht existierende Systeme dafuer nutzen, wenn man die etwas erweitert. Die besten Daten wird man ueber die Handynetze bekommen. Da bekommt man wenigsten noch routen gelieftert, die man halbwegs gut anonymisieren kann. Wenn das zu vielen Leuten zu spuky ist, kann man die Bilder der Verkehrkameras durch eine Zaehlsoftware schicken. So hat man kostenguenstig viele Zaehlstationen im ganzen Stadtgebiet, bekommt allerdings die ganzen Schleichwege nicht mit.

Wenn man uns mit der Vorratsdatenspeicherung unbedingt unter Gneralverdacht stellen will, koennte man die Daten wenigstens sinnvoll nutzen. Die Software fuer die Handytechnik duerfte auch schon zu 80% fertig sein. Da muessen sie nur bei den Navi-Anbietern nachfragen.

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