Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

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Helmut
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Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon Helmut » 20.11.2014, 07:54

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

„Essen“ auf Rädern – kein Videoblog für Sonntagsradler

http://www.derwesten.de/staedte/essen/e ... 29655.html

In der ersten Folge des neuen Videoblogs fährt Radreporter Martin Spletter über einen der berühmtesten Radwege Essens, den Radfahrer aber gar nicht benutzen müssen: Er verläuft auf der Rüttenscheider Straße.

http://www.derwesten.de/staedte/essen/v ... doply=true
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Beitragvon VeloC » 22.11.2014, 14:15

Folge 2

Essen City - Wie man sie am besten durchquert...
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Beitragvon VeloC » 29.11.2014, 11:29

Folge 3

Essener Ruhrallee - Warum man sie auch mit dem Rad fahren sollte...
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Beitragvon VeloC » 13.12.2014, 08:01

Folge 4

Hammer Straße - Wo der Tod lauert...
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Beitragvon VeloC » 05.01.2015, 22:19

Folge 5

Alte Güterbahn-Trassen - Vollkommen neue Stadt-Ansichten...
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Beitragvon JennyBa » 06.01.2015, 17:12

Vielen Dank. Wieviele Folgen wird es geben?
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Beitragvon VeloC » 06.01.2015, 22:23

Lassen wir uns überraschen! Ich denke, die schauen bei derwesten.de auf die Zahl der Klicks, die das bringt und lassen es bei Erfolg erstmal ohne Befristung weiterlaufen. Und der Erfolg scheint da zu sein: Jeder Radfahrer, den ich aus meiner Umgebung kenne, verfolgt die Serie, und die Themen gehen ja noch lange nicht aus.

Wäre schön, wenn Mopo oder Abendblatt mal was ähnliches bringen würden!
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Beitragvon Helmut » 07.01.2015, 01:43

VeloC hat geschrieben:Ich denke, die schauen bei derwesten.de auf die Zahl der Klicks, die das bringt und lassen es bei Erfolg erstmal ohne Befristung weiterlaufen.
Ich vermute, das kostet wenig und bringt zumindest viel für's Image. Allein schon der Name des Video-Blogs ist so gut gewählt, dass er weite Verbreitung finden wird. Da könnte die Marketing-Abteilung der Stadt sich gern für an den Kosten beteiligen.
VeloC hat geschrieben:Jeder Radfahrer, den ich aus meiner Umgebung kenne, verfolgt die Serie
Ich auch!
VeloC hat geschrieben:Wäre schön, wenn Mopo oder Abendblatt mal was ähnliches bringen würden!
:GrosseZustimmung:
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Beitragvon VeloC » 07.01.2015, 20:18

Folge 6

Fiese Ecken - Die schlimmsten Stellen in Essen für Radfahrer...

Vielleicht wäre als Titel besser "Fiese Ecken (Vol. 1)", denn da dürften noch zahlreiche Fortsetzungen folgen. Stirb langsam oder Kuschelrock toppen wir locker! ;)
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Beitragvon VeloC » 12.01.2015, 22:24

Gehört zwar nicht zum Videoblog, passt aber hervorragend dazu:

Gefühlte und echte Gefahr auf Essens berühmter "Rü"

Die Bildunterschrift ist ein sehr anschauliches Beispiel für die bei der Essener Redaktion vielfach vorherrschende Windschutzscheiben-Perspektive. So werden auch immer wieder gern trockene Polizeiberichte fantasievoll ergänzt um mitfühlende Worte für unfallverursachende Autofahrer:
  • "übersah den Radfahrer" (tja, hätte er mal einen Blick auf die Vorfahrtstraße geworfen...)
    "konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen" (kein Wunder bei nicht angepasster Geschwindigkeit...)
    "das Auto und der Radfahrer kollidierten" (verflixt, saß da erstens kein Verantwortlicher am Steuer und hat nicht zweitens nach Lage der geschilderten Tatsachen das Vierrad das Zweirad gerammt?)
Ich habe oft den Eindruck, Martin Spletter sei der einzige Mitarbeiter, der den Bau an der Friedrichstraße mit dem Rad ansteuert...

Im konkreten Beispiel hat mir Kommentator #3 allerdings bereits die Worte aus dem Mund genommen. Ich passiere diesen Zebrastreifen fast täglich, bei allen nur denkbaren Lichtverhältnissen. Der ist ungefähr so unauffällig wie ein rosa Elefant. Vielleicht erleben wir in "Essen auf Rädern" ja auch mal einen Streifzug durch die Redaktionsräume und ein paar Interviews mit den für die Unfallberichte zuständigen Kollegen. Freu mich schon drauf!

:D
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Beitragvon VeloC » 21.01.2015, 22:08

Folge 7

Baustellen und Radler-Brücke - In Essen tut sich was...

Dass die WAZ Essen eine künstliche Aufregung vom Stapel bricht über eine Entscheidung, die a) bereits getroffen ist und b) das Essener Stadtsäckel gar nicht berührt (der RVR zahlt das aus seinem Budget) ist typisch für ihre Umsatzjagd der letzten 13 Jahre. Langjährige Mopo-Leser sollte das natürlich nicht schocken können...

Charmant dagegen die Idee, die Pro- und Contra-Diskussion im Rollentausch zu absolvieren. Der Alltagsradfahrer gegen die Brücke, der überzeugte Autofahrer dafür. Wie im Rhetorik-Seminar an der Uni, wo das RCDS-Mitglied engagiert für die Legalisierung von Hasch plädieren musste und der Gelegenheitskiffer dagegen. Das Ergebnis finde ich allerdings mäßig überzeugend. War damals im Seminar aber auch nicht anders. :HaHa:
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Beitragvon VeloC » 09.02.2015, 22:26

Folge 8

Die Steeler Straße - Wo Diether Krebs aufwuchs und Radler in Gefahr sind…

Außerdem Neues – für Einheimische: Altbekanntes – von der Rüttenscheider Straße:

Rü I: Wo selbst die gutwilligsten Lieferanten zum verkehrsgefährdenden Parken gezwungen werden.

Rü II: Die gepflasterte Tempo 30-Zone, die nur Sprint-Asse ohne Hilfestellung überqueren können.

Wie schon erwähnt: Die Probleme sind seit vielen Jahren bekannt. Und die Lösung liegt auf der Hand, siehe Kommentar #4 zu Rü I. Fakt ist, dass die Rüttenscheider Straße für den Autoverkehr restlos überflüssig ist. Der fließt in Nord-Süd-Richtung komfortabel über die autobahnähnlich ausgebaute Alfredstraße (B224), während die wenige Meter weiter östlich parallel laufende Rü für Autofahrer noch nicht einmal als Schleichweg taugt – es sei denn, man will diesen Begriff in einem Anfall von Masochismus unbedingt wörtlich auslegen.

Dem Radverkehr fehlt dagegen eine zentrale Nord-Süd-Verbindung, die man ohne Kohlenmonoxid-Vergiftung und mindestens zehn gefährliche Situationen absolvieren kann. Vom Verlauf her ungefähr die hier eingezeichnete rote Linie, nur mit weniger Stress und Gesundheitsgefahr. Eine autofreie Rü könnte da schon ein großes Stück von liefern.

Könnte, kann aber nicht, und wird wohl in absehbarer Zeit auch nicht können. Denn ihr ideologischer Rang im Essener Politgestrüpp braucht den Vergleich mit Jerusalem nicht zu scheuen. Also wurschteln wir uns weiter durch, atmen Abgase ein, bestechen unseren Schutzengel... Und vielleicht finden sich auch bald wieder ein paar tapfere Ehrenamtler, die weniger sportlichen Fußgängern helfen, unverletzt die gepflasterte, total verkehrberuhigte Zone zu überqueren.

:cry:
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Beitragvon VeloC » 20.02.2015, 20:44

Folge 9

Die steilste Straße von Essen - Eine Herausforderung für den Radreporter...
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Beitragvon VeloC » 07.03.2015, 10:47

Folge 10

Fahrrad Essen 2015 - Der Radreporter testet ein E-Mountainbike…

Ergänzende Lektüre:

Über den Test eines E-Mountainbikes in seiner natürlichen Umgebung hat Jürgen Löhle vor einigen Monaten einen wie immer sehr unterhaltsamen Bericht verfasst.

Olafs und meine Berichte von der Fahrrad Essen 2015 gibt es hier.

Und hier sind die Sieger des Revierhelm-Votings!
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Beitragvon VeloC » 13.03.2015, 19:52

Folge 11

Vom höchsten zum tiefsten Punkt Essens - Mehr Munition für den Smalltalk auf der nächsten Party...

Dass es nördlich des Rhein-Herne-Kanals auch sehr nett sein kann, wissen die Teilnehmer der WWBT Waltrop natürlich längst. 8)
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Beitragvon VeloC » 18.04.2015, 15:29

Folge 12

Essens Schlaglöcher - Härtetest für Fahrräder und Nackenmuskeln…

Anders als im Titel angekündigt handelt es sich nicht um die schlimmsten Schlaglochpisten, sondern nur um eine kleine, nicht repräsentative Auswahl. Die gewählten Beispiele geben dennoch einen recht guten Einblick in den Zustand unserer Straßen im Ruhrgebiet. Essen steht dabei noch relativ gut da. Als Duisburger ist man härteren Stoff gewohnt. Mein Alltagsrad verfügt daher auch über ein ausgefuchstes Feder-Dämpfer-System, für das ich die Gesamtmasse von knapp 20 kg (kein E-Motor!) gern in Kauf nehme.

Folge 13

Die Berneroute - Wir folgen Essens zentralstem Fluss…

Dass "kaum ein Essener" die Berne kennt, ist natürlich weit übertrieben. "Kaum ein Einwohner des Essener Südens" trifft es besser, denn die tendenziell wohlhabenderen Süd-Essener verirren sich relativ selten in den als schmuddelig geltenden Norden abseits der berühmten Zeche Zollverein. Ihnen entgehen dadurch eine Menge faszinierende Einblicke von erwartungsgemäß grottenhässlich bis verblüffend pittoresk, und beides sehr häufig direkt nebeneinander. Manchmal geht man nur drei Schritte weiter und findet sich in einer völlig anderen Welt. Das gilt nicht nur für den Essener Norden, sondern die gesamte Emscherzone. Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle Karl Ganser, dessen Hartnäckigkeit bei der Umsetzung seiner damals von vielen für verrückt erklärten Ideen großen Anteil an dem heutigen, immer noch stark im Wandel befindlichen Erscheinungsbild der Region hatte.

Die Berneroute ist Teil eines meiner fünf möglichen Hauptwege zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Dass ich sie nur selten nutze, liegt weder an dem im Video beschriebenen "rauen Charme" der Industriehinterhofslandschaft, noch an dem Geruch der Köttelbecke, sondern an der völligen Unbefahrbarkeit der Route in Zeiten des Berufsverkehrs. In dem um die recht stille Mittagszeit herum gedrehten Video kommt nicht rüber, dass man nachmittags unter der Woche als Radfahrer noch vor Erreichen des Startpunkts bereits den Kaffee auf hat. Wer zu dieser Zeit mittig auf der Bundesstraße fährt, riskiert sein Leben, wer stattdessen den Fußweg (Radfahrer frei) nutzt, fährt durch Glasscherbenhaufen, wird von aufgebrachten Fußgängergruppen angepöbelt und von ausschließlich für den Autoverkehr optimierten Ampelschaltungen ausgebremst. Die Route selbst ist alle paar Hundert Meter von stark befahrenen Straßen unterbrochen, wo man an den typischen Bettelampeln jeweils (mehr)minutenlang Abgaswolken inhalieren darf, bevor gnädigerweise das grüne Licht erscheint. Es wäre zu schön, wenn im Zuge der Renaturierung der Berne auch kreuzungsfreie Übergänge für Fußgänger und Radfahrer entlang der Strecke geschaffen würden!

Übrigens hat der Radreporter ein wenig geflunkert bei der Behauptung, noch nie auf der Berneroute unterwegs gewesen zu sein. Da bei derwesten.de wie üblich zunächst nur das Video online gestellt wurde, ohne jeden Hinweis auf den zugehörigen Artikel, musste ich googlen und fand dabei u. a. diesen drei Jahre alten Artikel. Rund 2/3 der Essener Stadtgrenzen kenne ich bereits aus dem Fahrradsattel, aber die Tour als Ganzes wäre auch mal reizvoll zu testen!

Ein weiteres interessantes Fundstück gibt einen Einblick, wie die Idee zu dem Videoblog als Ganzes entstanden sein könnte. Ich nenne es mal Essen auf Rädern, Episode I bis III. ;)
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Beitragvon Stockumer Junge » 18.04.2015, 22:17

Zur Berne-Route (Emscher-Weg) gibt es ja jetzt eine schöne Internetseite:

http://www.emscher-weg.de/route/berne-route/

Bild

Beginnend am Berne Park in Bottrop.

Bild

Ostersonntag habe ich mal versucht, den auch auf dieser Seite beschriebenen Wasserweg vom Rhein-Herne Kanal zur Ruhr zu finden. Der scheint wohl noch nicht ausgeschildert zu sein, oder ich war zu dösig ihn zu finden. So haben wir uns dann von Schloß Borbeck

Bild

auf der Trasse der Rheinischen Bahn nach Steele durchgearbeitet. Sonntags morgens sind dann nicht nur die Glasreste auf den Wegen gefährlich, sondern oft auch die Konsumenten des Inhaltes.

Zurück nach Wanne ging es dann über den R25 an der Rheinisch-Westfälischen Grenzen entlang. So haben wir dann die Erzbahntrasse erreicht. Stopp an der Erzbahnbude ist dann Pflicht:

http://www.erzbahnbude.de/

Bild

Auf der Seite zum Emscherradweg wird ja auch der Seseke-Radweg vorgestellt. Kann ich nur empfehlen. Geht dort zum Ostpol des Reviers. Da ich leider auch zu dösig bin, hier Photos einzupflegen, schicke ich Helmut welche. Vielleicht bindet er sie ja später ein.

Bild
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Beitragvon Helmut » 19.04.2015, 02:03

Stockumer Junge hat geschrieben:Da ich leider auch zu dösig bin, hier Photos einzupflegen, schicke ich Helmut welche. Vielleicht bindet er sie ja später ein.
Gern geschehen.

Herzlichen Dank für den Text und die Bilder, auch an Dani, dafür, dass sie uns immer wieder auf die neuen Video-Blog-Folgen hinweist, samt Kommentar, die ich immer gerne lese bzw. mir anschaue. Es scheinen noch mehr Leute so zu denken und über Google findet das auch seine Interessenten. Immerhin wurde dieser Fred bereits über 1.100 Mal aufgerufen.
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Beitragvon VeloC » 19.04.2015, 21:13

Schöne Fotos, jetzt kommt hier endlich mal Farbe rein, ohne Zusatzklick! Die Schafe nahe dem Bernepark haben übrigens Grundschüler in Zusammenarbeit mit einem Künstler gestaltet. Ich freue mich jedesmal, wenn ich die Herde sehe.

Die Seite der Emschergenossenschaft kannte ich noch gar nicht. Dass sie die aktuelle Berneroute als "durchgängige Wegeverbindung" bezeichnen, liest sich wie blanker Hohn, wobei für die elendigen Ampelschaltungen natürlich die Stadt Essen verantwortlich ist. Aber wie gesagt, ich hoffe noch auf die Zukunft.

Schöne übersichtliche Infos speziell zu den Routen in Essen gibt es übrigens hier. Vielfach übersichtlicher als die Ausschilderung. Damit hapert es stellenweise auch auf der Berneroute, aber bei der Wasserroute sind noch ein paar besondere Tücken in den Schildern. Bei meinem ersten Versuch hat es mich ebenfalls nach Borbeck verschlagen. Aber der dortige Schlosspark ist doch auch hübsch!

:wink:
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Beitragvon VeloC » 17.05.2015, 20:11

Unser Radreporter scheint im wohlverdienten Urlaub zu sein. Zeit für eine nichtkommerzielle Werbepause: Passend zu den Folgen 5 und 7 hier eine sehr schöne Fotogalerie von bikingtom.

Der gezeigte Abschnitt zwischen Essener Uni und Mülheimer Stadtgrenze ist der hoffnungsvolle Anfang von dem, was mal ein Radschnellweg längs durch das ganze Ruhrgebiet werden soll. Bis zum Herbst diesen Jahres soll die Verlängerung in westlicher Richtung bis Mülheim Hauptbahnhof fertig gestellt sein. Bei VeloCityRuhr.net (mein Nick ist älter als die!) gibt es aktuelle Fotos von der Baustelle. Sollte der Abschnitt nicht pünktlich fertig werden, müssen Fördergelder zurück gezahlt werden, deshalb wird jetzt richtig reingeklotzt.

Zwischen Anfang 2016 und Ende 2017 ist das Teilstück zwischen Mülheim Hbf und der Ruhr an der Reihe, ein Eisenbahnviadukt, das die für Radfahrer nervenzerfetzende Mülheimer City kreuzungsfrei überquert. Bis Ende 2018 soll dann endlich der Anschluss an die Hochschule Ruhr West auf der anderen Ruhrseite geschafft sein. Die Sanierung der alten Eisenbahnbrücke wird noch eine technische Herausforderung. Aber mit maroden Brückenbauwerken kennen wir in NRW uns ja inzwischen bestens aus...

Die Vorfreude wird leider drastisch getrübt durch die momentane Planung des Radschnellwegs westlich des Mülheimer Hauptbahnhofs als Flaniermeile oder, in den Worten der städtischen Marketinger "entschleunigter Bereich mit Aufenthaltsqualität". Irgendwie haben die das Prinzip Radschnellweg nicht kapiert. In der Machbarkeitsstudie des RVR war noch eine klare Trennung von Fuß- und Radverkehr sowie eine durchgängige Asphaltierung der Radtrasse vorgesehen. Nun soll also die gesamte Fläche als Mischbereich einheitlich gepflastert werden – Mülheimer Planer pflegen seit Jahren schon ein geradezu fetischistisches Verhältnis zu Straßenpflaster. Das Ganze würde dann noch durchsetzt mit Sitzbänken, Blumenkübeln, Lichtsäulen etc., damit es auch wirklich kuschelig eng wird und sich schlendernde Spaziergängergruppen und zielstrebige Radpendler ohne größere Verrenkungen jederzeit an die Gurgel gehen können. In diesem Fall sollten wir den RS1 wirklich umbenennen in IRWeg-1 ("Irgendetwas mit Rad-Weg")!

Noch besteht möglicherweise die Chance, das Unheil abzuwenden. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der RVR den städtischen Eigenanteil für den Ausbau auf Mülheimer Stadtgebiet vollständig übernehmen wird. Damit wären die Mülheimer raus, und der RVR könnte seine ursprüngliche Planung verwirklichen. Das setzt allerdings voraus, dass mit dem Antrag auf Mittel aus der NRW-Städtebauförderung nicht ein zu enges Korsett für die Umsetzung geschnürt wurde. Hoffen wir das Beste!
Zuletzt geändert von VeloC am 10.06.2015, 18:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon VeloC » 28.05.2015, 20:29

Folge 14

Fahrt mit einem Postrad - So wendig wie ein Tanker…

Es wird höchste Zeit für die Einführung der Kampfkatzensteuer!


Aus der momentan laufenden Sonderserie zum Radfahren im Revier:

Neuer Rekord beim Stadtradeln
VeloC hat geschrieben:Ich habe oft den Eindruck, Martin Spletter sei der einzige Mitarbeiter, der den Bau an der Friedrichstraße mit dem Rad ansteuert...
Nein, das war eine totale Fehlschätzung: Es sind mittlerweile schon drei! :Wow:

Optimistisch stimmt die erstmals geballte Manpower von Team 110 beim diesjährigen Stadtradeln: Über 100 Freunde und Helfer aus dem Polizeibezirk Essen/Mülheim haben in den vergangenen Wochen ihr Fahrrad als Verkehrsmittel benutzt. Ob demnächst wohl die beliebten Radfahrer- und Fußgänger-Erziehungsmaßnahmen ergänzt werden durch hartes Vorgehen gegen Autofahrer, die ihr Fahrzeug als Waffe einsetzen? Ob die motorisierten Streifenpolizisten von den radelnden Kollegen nun endlich aufgeklärt werden über die Regelungen der aktuell gültigen StVO bezüglich der Rechte und Pflichten von Radfahrern? Ob den Partnern vom Ordnungsamt jetzt Druck gemacht wird, mutig den Kampf mit den Blockadeparkern aufzunehmen? Die restlichen Essener Radfahrer sind hoffnungsvoll gespannt!


Fahrradfotos der WAZ-Leser

Die Resonanz auf den Aufruf unserer Tageszeitung scheint verblüffend gering gewesen zu sein, zumal es dabei auch etwas zu gewinnen gab. Zwischenzeitlich hatte ich noch überlegt, ein Foto meines Tourenrads einzusenden, verbunden mit der Story unserer gemeinsamen Teilnahme an den HEW-Cyclassics 2001, mich dann aber doch dagegen entschieden. Dafür ist das Pedelec meines Arbeitskollegen dabei, mit dem es ihm Jahre nach seinem Umzug aus Münster endlich gelungen ist, die Freude am Radfahren sogar in Essen wiederzuentdecken. Nach der ersten Testfahrt war ich ernsthaft in Versuchung, ebenfalls in die Elektromobilität einzusteigen!
Zuletzt geändert von VeloC am 29.05.2015, 03:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Stockumer Junge » 28.05.2015, 22:47

Heute gab es ja dann den Lückenschluss zwischen Rheinischer Bahn und Grugatrasse:

http://www.jule-radelt.de/2015/05/28/er ... ugatrasse/

Zusammen mit die Marion habe ich dann zu Pfingsten die Tour zur Ruhr nachgeholt. Wir sind dann über den Zollvereinradweg in die Essener City gefahren. Mit dem Rad darf man dann wohl auch durch die Fußgängerzone fahren. Würde ich jetzt z.B. in Münster nicht machen. Könnte dort Geld kosten. Auf der Rü haben wir dann ein Cafe angesteuert. Tres chic und mondän. Mammamia oder so ähnlich. Ich weiß dann beim Essen immer gar nicht, wohin ich mit meinen Händen soll.

Auf der Rüttenscheider ging es dann gen Süden nach Bredeney. Hier muss man beim Radfahren auch die Arme einsetzen. Aber das kenne ich ja vom Rü-Cup auf der selben Strecke. Es gilt sich durchzuarbeiten.

Von Bredeney nahmen wir dann die Bundesstraße zum Baldeneysee. Marion hat auf der Abfahrt mit 55 km/h ihren Geschwindigkeitsrekord gebrochen. Mit einem Frauenrahmen ist das ne wackelige Angelegenheiten. Angekommen am Baldeneysee war sie immer noch enthusiasmiert.

Danach folgten wir der Ruhr flußaufwärts Richtung Dahlhausen. Leider haben wir dann den Weg über Burgallendorf gewählt. Nicht zu empfehlen, da sehr verkehrsreich. Deswegen mussten wir wieder eine Pause an einen der zahlreichen Ausflugslokalen an der Ruhr einlegen. Die Pause war auch nötig. Danach ging es nämlich über die Wand von Dahlhausen zurück zur Erzbahntrasse. Die Steigung hat es schon in sich.

Klar, auf der Erzbahntrasse dann noch ein Stop an der Bude. Konnte da noch einen Aufkleber abstauben. Der ziert jetzt das Heck meines Rades. Nette Tour. Nächstes Mal werden wir dann den neuen Radweg in Angriff nehmen. Zur Bebilderung bekommt Helmut noch die Photos von mir.
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Beitragvon VeloC » 30.05.2015, 23:10

Interessante Tour, da bin ich auf die Bilder gespannt! Ja, die Höhenmeter in Essen sind wirklich nicht zu verachten. Jule und Micha bin ich die Tage an der Zornigen Ameise begegnet, wo die Grugatrasse auf den Ruhrtalradweg stößt. Habe bei über 30 km/h aber nicht rechtzeitig geschaltet, sonst hätte ich mal Hallo gesagt.

Zum Radschnellweg gab es heute wieder einen Artikel in der WAZ. Zeitlich perfekt passend, weil der Duisburger ADFC gerade heute eine Tour entlang des westlichen Teils anbot, die wir mitgefahren sind. Anders als Martin Spletter haben wir den richtigen Verlauf verfolgt. Mal schauen, ob die Fotos was geworden sind, vielleicht machen wir einen Bericht draus.



Radtour "Grenzerfahrung"

Eine Kurzversion für echte Hardcore-Fahrer gab es bereits vor knapp drei Jahren. Im Zuge der aktuellen WAZ-Sonderserie durfte der Radreporter jetzt eine ausführliche Tourbeschreibung in vier Teilen verfassen. Diesmal hat er besser auf sein Kartenmaterial geachtet, hier ist sie also:


Teil 1: Der Osten

Entlang an der Grenze zu Gelsenkirchen und Bochum


Teil 2: Der Süden

Entlang der Grenze zu Hattingen, Velbert und Heiligenhaus


Teil 3: Der Westen

Entlang der Grenze zu Mülheim


Teil 4: Der Norden

Entlang der Grenze zu Oberhausen, Bottrop und Gladbeck
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Beitragvon VeloC » 10.06.2015, 18:43

Um ehrlich zu sein, langweilen mich die Zeitungsmeldungen über die Rüttenscheider Straße langsam zu Tode. Dass der PKW-Verkehr dort eine heilige Kuh ist, wissen mittlerweile wirklich alle. Solange das der Fall ist, wird sich an dem abgasstinkenden und oft lebensgefährlichen Blechgedränge nichts ändern, auch das ist bekannt. Trotzdem verfällt die Stadtverwaltung in halbwegs regelmäßigen Abständen in planlosen Aktionismus, um wenigstens den Anschein zu erwecken, an einer Lösung des Problems interessiert zu sein. Aber da die Rü inzwischen elementarer Bestandteil dieses Fadens ist, hier auch der aktuelle Bericht:

Stadt will Verkehrschaos auf Rüttenscheider Straße angehen

:roll:
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Beitragvon Stockumer Junge » 22.06.2015, 13:59

Mein Radkollege Fahne weist mich schon die ganze Zeit daraufhin, dass die ERG 1900 zum ersten Mal in ihrer 115 jährigen Geschichte auch ne RTF/CTF ausrichtet. Hat es ja auch nicht leicht, die Hipstergeneration in seinem Verein an die Schüppe zu bekommen. Die Genehmigung ist schon da. So viel ich weiß, ist das die erste genehmigte Radsportveranstaltung in Essen seit Ela. Ich habe mir fürs nächste Wochenende Rennverbot erteilt. Vielleicht guck ich auch mal vorbei. Wenn nicht immer diese frühen Startzeiten wären...

Präferenz liegt bei der CTF. Hier die Informationen dazu:

http://sturmvogel-essen.de/wp/?page_id=70
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Beitragvon VeloC » 25.06.2015, 21:46

Stockumer Junge hat geschrieben:Vielleicht guck ich auch mal vorbei. Wenn nicht immer diese frühen Startzeiten wären...
Wir waren schon auf dem Sprung, haben uns dann aber aufgrund akuten Schlafmangels dagegen entschieden. Die CTF-Strecke sieht echt reizvoll aus, vielleicht nächstes Jahr?!

Neues von der Essener Radverkehrsfront:

Kampf den Lücken im Radwegenetz

178 % mehr Fahrradstraßen
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Beitragvon Helmut » 27.06.2015, 00:14

Der Westen hat geschrieben:Auf hundert Straßen im Essener Stadtgebiet werden die Radler die Nummer Eins sein.
Da fehlt mir die Zeitabgabe. Das ist sehr viel, wenn es bis 2017 soweit sein soll (dann soll Essen den Titel "Grüne Hauptstadt Europas" tragen), sehr wenig, wenn dies erst bis 2035 passieren soll (wie in der Bewerbung für die „Grüne Hauptstadt Europas“ angekündigt).
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Beitragvon VeloC » 27.06.2015, 19:56

Yep, da bin ich auch mal gespannt, wie das konkret gedacht ist. Laut dem anderen Artikel wollen sie ja bis Ende Juni Butter bei die Fische tun, und die Pläne mal konkret vorstellen. Dienstag sollten wir demnach mehr wissen.

Von den Fahrradstraßen, so wie sie in Essen verwirklicht werden, erhoffe ich mir ohnehin nichts. Die tragen fast alle ein Zusatzschild "PKW und Motorräder frei" (ich hoffe, nur "fast", denn persönlich kenne ich keine einzige ohne dieses Schild), und sind zudem so schmal, dass es gar nicht möglich ist, als Autofahrer einen einzelnen Radfahrer unter Einhaltung des Mindestsicherheitsabstands zu überholen. Folglich ist es dort also völlig schnuppe, ob die jetzt "einfache" 30-Zone bleiben oder eine zusätzliche Tafel "Fahrradstraße" drangepappt kriegen. Nix mit "Das Schild 'Fahrradstraße' ändert alles". Aber ist natürlich schöne Kosmetik für die Statistik.

Interessanter sind die geplanten Lückenschlüsse, auch wenn 20 km in 5 Jahren nicht wirklich ambitioniert klingt. Aber auch kurze Stücke können deutliche Verbesserung bringen. Der geplante Bahntrassen-Radweg über den Segeroth-Park zwischen Altenessen und der Rheinischen Bahn würde beispielsweise die Berne-Route an den künftigen Radschnellweg anschließen, ohne (siehe oben)
VeloC hat geschrieben:dass man nachmittags unter der Woche als Radfahrer noch vor Erreichen des Startpunkts bereits den Kaffee auf hat.
Schauen wir mal! :P
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Beitragvon VeloC » 28.07.2015, 21:37

VeloC hat geschrieben:Laut dem anderen Artikel wollen sie ja bis Ende Juni Butter bei die Fische tun, und die Pläne mal konkret vorstellen.
Ende Juni ist lange vorbei, und das Schweigen dauert an. Naja, nicht ganz. Heute kam die erste Meldung seit der Ankündigung: Jetzt soll ein Netz aus Ladestationen für E-Bikes entstehen. Nette Idee, aber eindeutig nicht das drängendste Problem, wie die Kommentatoren #1 bis #3 schon schrieben. Der Essener ADFC liefert in seiner ausführlichen Stellungnahme zur Grünen Hauptstadt eine umfangreiche To-Do-Liste, die meine volle Zustimmung hat. Das mögliche Problem fehlender Ladestationen taucht dort gar nicht erst auf, demnach können die Klagen darüber bislang nicht so zahlreich sein. Hoffentlich ist diese Aktion der Stadt Essen nicht bloß ein Feigenblatt, das die sonstige weitgehende Tatenlosigkeit kaschieren soll!

Interessantere Neuigkeiten hat (mal wieder) der RVR im Gepäck: Es wird eine Machbarkeitsstudie zu einem zweiten Radschnellweg durchgeführt. Bis da konkret was draus wird, wenn überhaupt, dürften allerdings Jahre vergehen. Aber vielleicht klappt es ja doch noch vor meinem Renteneintritt...
Zuletzt geändert von VeloC am 26.08.2015, 21:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Helmut » 28.07.2015, 21:58

VeloC hat geschrieben:Heute kam die erste Meldung seit der Ankündigung: Jetzt soll ein Netz aus Ladestationen für E-Bikes entstehen.
Leider kann ich von dem Artikel nur die Überschrift lesen.
Der Westen lässt rechts keinen Srollbalken anzeigen. :mad:

Zum Inhalt: In der Tat ist das aus Sicht der Radfahrer ein Randthema. Das gilt auch für Pedelecfahrer in der Stadt, die i. d. R. zu ihren Touren mit einem hinreichend geladenen Akku losfahren. Sinn machen Ladestationen entlang eines Fernwanderweges.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon VeloC » 25.08.2015, 20:43

Leider scheint der Videoblog mittlerweile ohne jede Ankündigung oder gar Abschiedsworte eingestellt worden zu sein. Seit der Testfahrt mit dem Postrad im Mai ist nichts mehr gekommen. Schade! Dabei gehen die Themen in Essen weiß Gott nicht aus: Allein die Suche nach einer möglichen Antwort auf die Frage "Wie schaffe ich es als Radfahrer, vom Berthold-Beitz-Boulevard nach links in die Altendorfer Straße einzubiegen, ohne dabei wahlweise Kopf und Kragen zu riskieren oder mein Rad über vier Fußgängerampeln plus einen Zebrastreifen zu schieben?" könnte eine ganze Folge füllen.

Gern würde ich jetzt ersatzweise hoffnungsfrohe Neuigkeiten vom Radschnellweg Ruhr liefern, allerdings ist die Tage eine Hiobsbotschaft wie eine schmutzige Bombe eingeschlagen: Meine am 17.05. geäußerten Befürchtungen bezüglich der Planungen der Stadt Mülheim haben sich voll bestätigt, mein verhalten optimistischer Blick in die Zukunft am Ende des Beitrags bislang nicht. Wie eine Stadt es fertigbringen kann, eine solch geballte Ladung völliger Inkompetenz, um nicht zu sagen Strohdoofheit, an entscheidungsbefugten Stellen in Politik und Verwaltung zu versammeln, ist ein faszinierendes Phänomen, das Generationen von Studenten der Politikwissenschaften beschäftigen könnte:

"Hochpromenade"

Rasen verboten!

(Mit IE und FF lässt sich derwesten.de übrigens normal lesen. Nur der Adblocker beim FF kriegt viel Arbeit, daher recht langsam.)

Da hat sich die ach so fahrradfreundliche Stadt Mülheim mit ihrer Wortwahl versehentlich geoutet. Shit happens. Ob sie jetzt wohl achtkantig aus der AGFS fliegen? Viel Hoffnung habe ich nicht, die tolerieren bei ihren Mitgliedern noch ganz andere Sachen – Essen lässt grüßen. Ob sich der Radschnellweg noch retten lässt???

Immerhin schlägt die Sache jetzt endlich Wellen, sogar in Hamburg schüttelt man schon den Kopf über uns – ihr dürft euch gern anschließen!

Kommentar von VeloCityRuhr.net

Kommentar von hamburgize.com

Kommentar des ADFC Essen – Facebook-Link


Fortsetzung am 26.08.:

Hoppla, Kommunikation vergessen? Aber das wollen wir im Dienste der trauten Harmonie mal nicht so hoch hängen. Geht ja auch bloß um ein in Deutschland bislang einzigartiges Projekt und um ein paar läppische Milliönchen an Steuergeldern. :cry:

RVR fordert bessere Abstimmung

Vorlage V 15/0648-01
"RadWANDERweg" – noch Fragen?!

Kommentar im Blog des ADFC NRW – Vorsicht, Sarkasmus trieft raus!

VeloCityRuhr.net fragt: Radverkehrsfreier RS1?
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Beitragvon VeloC » 08.11.2015, 08:34

Die Stadt Essen hat einen Imagefilm zum Thema "Radfahren in Essen" rausgebracht. Unter den Essener Alltagsradfahren war das bisherige Feedback eher negativ. Mich würde mal brennend interessieren, wie dieser Film auf Radfahrer wirkt, die noch nie in Essen gefahren sind und somit völlig unbeeinflusst von eigenen Fahrerlebnissen im dortigen Verkehr. Findet sich ein freiwilliger Tester?

Video: Essen steigt um aufs Rad

;-)
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Beitragvon MarkusH » 08.11.2015, 09:17

Erster! :D

Ich finde es ist ein typischer "Werbefilm". Die Stadt stellt sich selbst als Ultra-Fahrradfreundlich und -geeignet dar und die Autos sind gaaaanz böse Teufel, die nur hupend im Stau rumstehen.
Wenn das Radfahren in Essen wirklich so toll ist, wie dargestellt, dann ist das ja auch schön. Ich habe aber meine Zweifel, ob das mit den übrigen Verkehrsteilnehmern wirklich alles so harmoniert.
Der Ausbau von alten Bahntrassen zu Radwegen ist aber keineswegs "einzigartig in Europa". Hier im bergischen und Sauerland z.B. gibt es auch mehrere solcher Strecken.
Alles in allem finde ich den Film für Leute die Interesse an Mobilität auf dem Rad haben ansprechend. Für wen das kein Thema ist, der wird hierdurch aber wahrscheinlich auch nicht umgestimmt.
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Beitragvon Knud » 08.11.2015, 23:37

Man könnte meinen, dass man in Essen so viele Bahnstrecken still gelegt hat, dass man daraus ein flächendeckendes Radwegenetz gemacht hat. Was lernt man: Gute Radwege werden außerhalb der Sicht der Autofahrer geführt, entlang von Flüssen usw.
Nur warum fahren zum Schluß die Gruppen alle auf normalen Straßen ihne Radspur?

Fazit: Netter Imagefilm, man fragt sich immerhin, ob es in Essen wirklich besser ist als anderswo. Knud
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Beitragvon VeloC » 10.11.2015, 21:46

Danke für eure Rückmeldungen! Markus, über die angebliche Einzigartigkeit der zu Radwegen umgebauten Bahntrassen bin ich auch gestolpert. Dafür ist diese Seite hier ganz schön umfangreich. Was die Harmonie angeht: Wo in Essen Rad- und Autofahrer aufeinandertreffen, besteht akute Kriegsgefahr. Man freut sich jedesmal, wenn sich alltägliche Verkehrssituationen friedlich und freundlich abwickeln lassen, das kommt ja durchaus vor. Mit der Harmonie auf den geteilten Rad- und Fußwegen ist es sehr wechselhaft, bei uns wie überall anders auch. Mit sozialisierten Leuten klappt es selbst bei Hochbetrieb prima, mit den Vollpfosten gibt es sogar bei relativer Leere Zoff. Wenn Rüpelradler auf Rüpelfußgänger treffen, sollte man Popcorn griffbereit haben. :mrgreen:

Knud, mit dem flächendeckend, das ist leider der Knackpunkt. Die zahlreichen umgebauten Bahntrassen bei uns sind wirklich während der schnee- und eisfreien Zeit (Reinigung und Winterdienst gibt es auch auf den asphaltierten Trassen nicht) ein großer Pluspunkt und lassen sich, wenn man nicht gerade auf die kürzeste Strecke aus ist, auch gut in die Alltagswege integrieren. Sie reichen halt bloß nicht in die Innenstädte hinein. Da bleiben je nach Einfallsrichtung noch diverse Kilometer übrig, und die sind dann wirklich nur für geübte Radfahrer mit guten Reaktionen und starken Nerven fahrbar. So komfortable, breite Radstreifen wie am Anfang des Film sind eher die Ausnahme und finden sich nur dort, wo ihre Einrichtung keinerlei Einfluss auf die Anzahl der vorhandenen Autospuren hatte.

Ich habe mal versucht, den Film aus der Perspektive eines vom MIV-Kollaps (sehr realistisch dargestellt!) dauergenervten Essener Autofahrers zu betrachten, und zu überlegen, ob ich jetzt wohl ans Umsteigen denken würde. Aber dann würden mir die ganzen Radfahrer einfallen, die da täglich mit mir im Autostau feststecken oder alternativ hinter gestrichelten Linien zwischen meiner Beifahrertür und den Fahrertüren der geparkten Autos versuchen, den Rückspiegeln rechts und links auszuweichen. Daraufhin wäre ich vermutlich dankbar, im Auto sitzen zu dürfen, und könnte somit deutlich entspannter im Stau stehen als vorher. Also schon ein positiver Effekt!

Scheinbar hat die Stadt Essen inzwischen selber gemerkt, dass das Video nicht so wirklich gelungen ist, jedenfalls kann man es nicht mehr ansehen. Es wäre zu schön, wenn die zuständigen Leute nun statt weiteres Geld in Imagekampagnen zu verbrennen, sich einfach mal an die Arbeit machen würden. Auf den To-Do-Listen, die sie u.a. vom ADFC regelmäßig ausgehändigt bekommen, stehen viele Dinge, die wenig oder sogar gar kein Geld kosten würden, die Sicherheit und die Motivation zum Radfahren aber deutlich steigern könnten. Das positive Image käme dann von ganz allein. Wunschdenken ist ja mal erlaubt… Und der regelmäßige Vergleich mit Hamburg bleibt spannend!
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Beitragvon VeloC » 23.11.2015, 20:35

Man glaubt es ja gar nicht, der Videoblog wird doch fortgesetzt! :D

Folge 15

Gefahren am Baldeneysee - Radfahrer vs. Fußgänger

Die vielbeschworenen rüpelhaften Rennradfahrerhorden sind mir dort übrigens noch nie begegnet. Allerdings meide ich den Baldeneysee bei schönem Wetter auch weiträumig, während es sich bei denen vermutlich um ausschließliche Schönwetterfahrer handelt. Oder um eine Legende, wie die von Johnny Cash besungenen Ghost Riders in the Sky...
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Beitragvon VeloC » 26.11.2015, 22:10

Folge 16

Radschnellweg Ruhr – Die Verbindung Essen-Mülheim ist fertig!

Morgen früh um 10:00 ist Eröffnung. Hab mir extra frei genommen. :D
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Beitragvon olaf » 27.11.2015, 11:20

VeloC hat geschrieben:Folge 16

Radschnellweg Ruhr – Die Verbindung Essen-Mülheim ist fertig!
Das Ganze auch noch einmal zum nachlesen. ;)

http://www.derwesten.de/region/a40-fuer ... 24558.html

Die Kommentare der ewig gestrigen Autofraktion darf man gerne ignorieren oder sich eine :qualmen: und :mad:
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Beitragvon Helmut » 27.11.2015, 21:33

Der Westen hat geschrieben:100 Kilometer langen Rad-Autobahn
Kein Wunder, wenn Nicht-Alltagsradfahrer den Sinn der Strecke nicht begreifen. Die dient ja nicht dazu, dass einige bis zu 100 km am Stück darauf fahren, sondern um allen Menschen entlang der 100 km langen Strecke einen Radweg anzubieten, auf dem sie schnell von A nach B kommen, auch wenn zwischen A und B nur 5 km zu fahren sind.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon VeloC » 27.11.2015, 22:29

Hast du vollauf recht, allerdings verstehe ich dabei die geknickte Logik dieser Nur-Autofahrer nicht. In den Diskussionen kommen sie zum Thema Radschnellweg immer mit dem Argument, dass doch wohl keiner mit dem Rad täglich 100 km einfachen Weg pendeln würde. Daraus folgt aber doch direkt, dass beispielsweise die A7 ausschließlich zu dem Zweck gebaut wurde, dass die Südbayern und Nordösterreicher täglich per Auto ihren Arbeitsplatz in Flensburg oder Dänemark erreichen können. Ich kenne aber keinen einzigen, der das tut ("Ich kenne aber..." habe ich mir ebenfalls von diesen Diskutanten ausgeborgt).

Daraus wiederum folgt, die A7 wäre ebenso überflüssig wie alle anderen Autobahnen auch. Die Massen an Autos, die sich auf den deutschen Autobahnen täglich stauen, wären demnach pure Einbildung, denn was sollten die dort suchen – die Südbayern auf dem Weg zum Arbeitsplatz in FL mal ausgenommen. Die Frage habe ich mehrfach aufgeworfen, nie wurde sie mir beantwortet. Trotzdem kommen die beim nächsten Artikel wieder mit genau demselben Schmu. Bei derart riesigen Scheuklappen an vielen Lenkrädern braucht man sich über die ganzen Abbiegeunfälle echt nicht weiter wundern!

:roll:
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Beitragvon VeloC » 19.12.2015, 13:54

Radfahren in Essen aus Sicht eines Heimkehrers aus Freiburg: Es könnte so schön sein...

Das extrem aggressive Verhalten zahlreicher Autofahrer kann ich bestätigen. Ist ähnlich wie in Hamburg, nur dass bei uns der Autoanteil nochmal deutlich höher liegt. Hamburg hat ja immerhin einen Nahverkehr, der für den naiven Ruhry wie eine Vorschau aufs Paradies wirkt, außerdem trotz aller Schikanen einen weit höheren Radverkehrsanteil als wir. Der Fluchtimpuls vorwiegend älterer Radfahrer auf den Fußweg (in Hamburg ersatzweise auf die winzigen Fake-Radwege) ist verständlich, aber das Gegenteil einer Lösung, da dort ja gerade auch kein Platz ist, und man so nur neue Gefahrensituationen schafft.

Auf der Straße sollte man einigermaßen mittig auf der Fahrbahn fahren, das gilt ja nicht nur in Essen. Aufgerissene Türen parkender Autos sowie tiefe Schlaglöcher und abgesackte Gullys sind immer einzukalkulieren, so dass man sich mit krampfhaftem Rechtshalten und daraus folgenden plötzlichen Ausweichmanövern unnötig selber in Gefahr bringt. Auch an roten Ampeln ohne besondere Radführung ist es klüger, sich mitten auf der Fahrbahn aufzustellen, dann kommt keiner auf die Schnapsidee, sich wie im Artikel beschrieben noch daneben zu drängen. Allerdings erlebt man es ziemlich regelmäßg, dass aufgebrachte Autofahrer diese entgangene Chance mit dem Grünwerden der Ampel von der Nachbarfahrspur aus dann unbedingt nachholen müssen. Gestern schon wieder erlebt. :cry:

Dem Loblied auf Freiburg stehe ich leicht skeptisch gegenüber. Das letzte Mal war ich vor ziemlich genau zwei Jahren dort, leider nur wenige Tage und mit Arbeit zugedeckt. Mein Eindruck von der "Radfahrstadt" war gar nicht so positiv. Erstens schienen mir ganz subjektiv in dem kalten nassen Wetter noch weniger Radfahrer unterwegs zu sein als bei uns. Radfahrer im Pott sind recht hart im Nehmen und mit guter Regenkleidung ausgestattet, das schien im sonnenverwöhnten Baden nicht der Fall zu sein. Die vielgelobten Radfahrtrassen boten für die wenigen Winterradler genug Platz, im Sommer stelle ich mir die aber brutalst verstopft vor, wenn dann wirklich so viele unterwegs sind. Zudem wetteifert die Freiburger Polizei seit Jahren mit den Paderborner Kollegen, wer die radfahrerfeindlichste Berichterstattung Deutschlands liefert. Entsprechend fällt in den Radklimatests für Freiburg auch regelmäßig die Benotung der Pressearbeit aus. Kann jemand eigene Erfahrungen aus dem sonnigen Süden beisteuern?
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Beitragvon VeloC » 23.12.2015, 13:32

Wer sich bereits in Essen oder Dortmund auskennt, kann an einer Umfrage teilnehmen:

Radfahren im Ruhrgebiet: Essen

Radfahren im Ruhrgebiet: Dortmund

Wirklich gut aufgemacht. Allerdings sollte man sich für das Ausfüllen doch lieber eine halbe Stunde statt 10 Minuten reservieren. Jedenfalls, wenn man die Möglichkeiten, seine Kritikpunkte loszuwerden, wirklich nutzen will. ;-)
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Beitragvon VeloC » 11.01.2016, 22:06

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, hat die (von Anfang an mit berechtigter Skepsis gemischte) Hoffnung der Essener Alltagsradfahrer auf positive Veränderungen der Stadt durch die Wahl zur "Grünen Hauptstadt Europas 2017" inzwischen völliger Ernüchterung Platz gemacht. Der Essener ADFC fasst das hier treffend zusammen.

Dass im November 2015, wie im letzten Absatz beschrieben, die gerade erst beschlossenen Gelder für die Radverkehrsförderung gleich im Anschluss wieder zurückgezogen wurden, um sie stattdessen für die Folgen "fragwürdiger" Machenschaften im Zusammenhang mit dem Bau des RWE-Stadions zu verbrennen, war der angeblich wichtigsten Tageszeitung des Reviers seinerzeit übrigens keine Erwähnung wert.

:mad:
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Beitragvon VeloC » 17.01.2016, 18:39

Die Stadt Essen hat letztes Jahr damit begonnen, ihre Radfahrer zu zählen. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor. Die Verwaltung stellt überrascht fest, dass sich zu den erwarteten Freizeitradlern tatsächlich zahlreiche Berufspendler gesellen. Jetzt echt, in Essen fahren Menschen freiwillig mit dem Rad zur Arbeit? :shock:

Otto Normal-Radpendler dagegen staunt über diese Verblüffung. Wer schon mal im morgendlichen Berufsverkehr in den Stau an den Drängelgittern mitten auf der Grugatrasse geraten ist, hat keine Fragen mehr. Wenige Meter von diesen entfernt findet übrigens die aktuelle Messung statt. Auf die logische Folge der Auswertung sollte man zwar besser nicht hoffen. Trotzdem ist die systematische Datenerhebung schon mal ein Anfang. Mit jeder neuen Veröffentlichung von Ergebnissen wird es schwieriger für die Autolobby, ihre Behauptung, Radfahren sei ausschließlich ein Schönwetter-Freizeitvergnügen, für das mitten in der Stadt keinerlei Raum vorzusehen sei, aufrecht zu erhalten. Sorry Leute, Shit happens!

Wenn ich bloß wüsste, ob ich als Rollerfahrer auch gezählt werde – die Zählanlage an der Alster ignoriert mich ja fast immer, während Olaf auch mit Roller als Radfahrer registriert wird... :?

WAZ-Bericht

Infoseite der Stadt Essen
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Beitragvon VeloC » 02.02.2016, 18:48

Ergänzung zum Beitrag vom 11.01.2016:

Die fußballverliebte und und an moderner Mobilität reichlich desinteressierte WAZ hat den Skandal unter den Tisch fallen lassen, die Zeit aber nicht. Danke dafür!

Essen: Wo Tore mehr zählen als Räder
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Beitragvon VeloC » 08.03.2016, 21:38

ADFC: Stadt Essen muss jetzt mehr für die Radfahrer tun

Genau genommen wäre es überfällig, dass die Stadt Essen was für sich selber bzw. für alle ihre Bürger tut, indem sie einen großen Teil der Blechlawinen und Abgaswolken mitten in der City abbaut und damit erstmals seit Jahrzehnten dort wieder so etwas wie Lebensqualität ermöglichen würde. Wird aber dargestellt, als ob es darum ginge, so einer kleinen dreisten Lobbygruppe in den Hintern zu kriechen. Steigert die Beliebtheit "der Radfahrer" natürlich mal wieder ungemein. :roll:
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Beitragvon VeloC » 24.05.2016, 21:07

Der Videoblog ist wohl endgültig eingestellt, aber so hin und wieder gibt es in der Essener WAZ doch noch ein paar Worte zum Thema Radfahren, und meist ist unser bewährter Radreporter Martin Spletter dafür zuständig. Verblüffend finde ich, wie wenig er sich offenbar trotz langjährigem Alltagsradfahren in der StVO auszukennen scheint. Gelegentlich fiel das ja schon im Videoblog auf, aber in letzter Zeit häuft es sich wirklich. Ich habe auch immer geglaubt, es sei eine Frage der journalistischen Berufsehre, Wissenslücken zu schließen, bevor man die vor einer großen Leserschaft entblößt. Von Harterbrocken oder seiner Frau habe ich solche Patzer jedenfalls nie erlebt. Das scheint nicht allgemeingültig zu sein…

Wenn man es aber schafft, da großzügig drüber wegzulesen, kriegt man aus diesen beiden Artikeln durchaus treffende Stimmungsbilder für die beschriebenen Wege. Mein Chef hat letztens die Frechheit besessen, als Rennradfahrer (bergab Richtung Kettwig mit über 45 km/h) den unbenutzbaren Pseudo-Radweg an der Meisenburgstraße zu boykottieren. Daraufhin versuchte eine Streifenwagenbesatzung, ihn an diese Pflicht zu erinnern, indem sie ihn gezielt in den Grünstreifen abdrängte. Nach seiner Aussage waren zwischen seinem Lenker und deren Außenspiegel keine 50 mm Abstand mehr. Immerhin waren sie bei der anschließenden Diskussion von seiner kalkweißen Gesichtsfarbe und seinem Zittern am ganzen Körper gnädig genug gestimmt, ihm ein Bußgeld zu ersparen. :cry:

Essens schlechtester Radweg führt nach Kettwig

Wie man die Innenstadt mit dem Rad entdeckt
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 28.08.2016, 14:03

Folge 17

Neue Rad-Route führt durch den wilden Essener Osten

Im Westen was Neues, könnte man auch sagen, zumindest im Osten des Westens ein kleines bisschen was: ein lang schon versprochenes Stück Asphaltierung und ein paar neue Schilder und Markierungen. Der Panik der Anwohner um die befürchtete Reduzierung ihrer Parkplätze hat die WAZ seinerzeit übrigens einen eigenen Artikel gewidmet.

Ansonsten lassen sich die aktuellen Entwicklungen im Essener Radverkehr eher zusammenfassen als "Still ruht der See". Von einem möglicherweise durch das kommende Jahr als Grüne Hauptstadt Europas ausgelöstem Schub ist rein gar nichts zu spüren. Ohne die Critical Mass könnte man glatt vergessen, dass es im Essener Alltagsverkehr tatsächlich Radfahrer gibt. :sad:
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 11.11.2016, 22:18

Olaf und ich konnten uns heute nicht aufraffen, zur Critical Mass nach Essen zu fahren. Beide einen sauharten Arbeitstag hinter uns plus jeweils morgens und abends 1,5 h Fahrt, und dann hätten wir direkt nach Ankunft zuhause wieder los gemusst. Dafür haben wir es letzte Woche Donnerstag zu "Essen kontrovers" geschafft, einer Diskussionsreihe von NRZ und VHS Essen. Diesmal zum Thema "Wem gehört die Straße?".

Hier der Bericht in der NRZ. Wer entdeckt uns in der Zuhörermenge? Am meisten schockiert hat mich der Planungsamtsleiter, obwohl ich durch zahlreiche Zitate von ihm in der Zeitung schon vorbereitet war. Der Mann wird regelmäßig im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften und Runden Tischen von ehrenamtlich Engagierten förmlich überschüttet mit Ideen und Anregungen zum Thema zukunftsträchtige Verkehrsgestaltung in Essen. Denn dass ihm selber nichts einfällt, wie er auf dem Podium so treuherzig bekannte, ist allgemein bekannt. Wäre ja auch gar nicht nötig, er hätte in den Jahren seiner Amtszeit einfach nur mal auf den reichen Erfahrungsschatz seiner Gesprächspartner von der Essener Fahrrad-Initiative, dem ADFC, dem VCD etc. zurückgreifen müssen. Aber nee, das wäre ja mit Aktivität verbunden, und womöglich macht man sich noch politisch unbeliebt...

Auch nicht besser der Leiter der Verkehrsdirektion der Polizei Essen: Auf den Essener Straßen ist man als Radfahrer förmlich zum Abschuss freigegeben für amoklaufende oder smartphonende Autofahrer, die Lebensgefahr ist ständiger Begleiter und die Unfallzahlen sollten alarmieren, tun sie offenbar aber nicht. Als ich nach meinem schweren Unfall im September beim Arzt eintrudelte, war ich in der laufenden Woche bereits der 6. Radfahrer, der ohne eigenes Verschulden von einem Auto gerammt worden war. Nur in seiner Praxis natürlich, und angeblich gibt es ja in Essen mehr als einen Unfallarzt… Und dem Oberpolizisten fällt zum Thema "Radfahrer" nur ein, dass die besser kontrolliert werden sollten und er sich dafür Fahrradstreifen wünscht. Ich hätte spontan eher an Zivilpolizisten mit Abstandsmesser und Dashcam am Lenker gedacht, wie dumm von mir!

:mad:

Vor einigen Tagen erinnerte die WAZ nochmal an den Aufruf zur Teilnahme am Fahrradklimatest. Unter dem Artikel gibt es noch mehr "Volkes Stimme", wobei ausnahmsweise die Radfahrer die Mehrheit stellen.

Den letzten Link für heute lasse ich mal unkommentiert: Rentner klagt gegen Fahrradstraßen in Essen.
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 01.02.2017, 15:18

Folge 18 oder außer Konkurrenz?

Die perfekte Strecke für winterliche Fahrradtouren in Essen

Es scheint ewig her, dass der größte Aufreger unter Essener Radnutzern der fehlende Winterdienst war. Inzwischen gibt es härteren Stoff...

:roll:
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 14.02.2017, 17:18

Lange nicht mehr über die Rü gelästert, wird mal wieder Zeit. Über 2 Jahre liegt es inzwischen zurück, dass der Rüttenscheider Bezirkspolizist Rüdiger Buers das Problem der fehlenden Ladezonen bei Politik und Verwaltung auf den Tisch brachte.

Jetzt (!) wurden die Angesprochenen hyperaktiv, um gleich anschließend wieder in die übliche Erstarrung zu verfallen. War ja auch eine absolute Unverschämtheit von Herrn Bruers, dieser Vorschlag, dass einige der heiligen Dauerparkplätze für Pkw dort geopfert werden sollten, um Lieferanten, die nun einmal keine Wahl haben, eine legale und nicht verkehrsgefährdende Möglichkeit einzuräumen, ihr Fahrzeug für die Dauer der Entladung abzustellen. Nein, die Bezirkspolitiker hatten da eine viel bessere Idee: Wir erklären das Zweite-Reihe-Parken der Groß- und Kleinlaster einfach von 6:00 - 10:00 für legal, dann brauchen die armen Fahrer kein schlechtes Gewissen mehr zu haben! :idea:

Kleiner Haken an der Sache: Wenn in beide Richtungen je auch nur ein 3,5-Tonner legal in zweiter Reihe parkt, ist die Fahrbahn dicht, da würde noch nicht mal mehr ein abgemagerter Fußgänger durchpassen, von Radfahrern oder Rettungswagen ganz zu schweigen. Dass die Verwaltung das blocken musste, war klar. Ein kreativer Gegenvorschlag wäre jetzt zwar angebracht gewesen, aber wir sind ja in Essen. Da heißt es "Ham sich doch eh alle dran gewöhnt, wat soll die Aufregung, könn wer endlich weiterpennen? Danke!". Na denn, alles supi in der GHE 2017! :cry:

Ringen um mehr Ladezonen auf der Rüttenscheider Straße
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 28.02.2017, 18:45

Folge 19 oder: Essen auf Rädern im Februar 2017

So macht Radfahren in Essen auch bei Regen Spaß

Für langjährige Allwetterfahrer hält sich der Erkenntnisgewinn zwar in engen Grenzen, aber die jetzt offenbar monatlich während der GHE 2017 laufende Werbekampagne für das Radfahren rund ums Jahr gefällt mir irgendwie schon. In der Hoffnung, dass auch Leute mal reinschauen, die sonst beim ersten Wölkchen am Himmel doch lieber wieder ins Auto steigen!

Ach ja, wenn ich hier schon mal gerade den Botschafter der Grünen Hauptstadt spiele: Als Hamburger habt ihr beim Anblick der Bilder gefälligst auszurufen "Echt, soo grün ist das im Ruhrpott?!".

Danke im Voraus! ;)
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 04.03.2017, 21:33

Genau dieser Weg, den Martin Spletter im letzten Videoblog vorstellt und der nebenbei wichtiger Teil des offziellen Essener Radroutennetzes ist, wurde vor wenigen Tagen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von seinem Eigentümer, der Firma ThyssenKrupp, für Radfahrer gesperrt. Und alle benachbarten Wege in dem Waldgebiet gleich mit.

Wenig später wurde vom Pressesprecher als Begründung nachgereicht: Radfahrer waren zu rücksichtslos. Okay, alles klar, dafür kann man natürlich geltende Gesetze mal eben außer Kraft setzen.

Jule hat ein paar lesenswerte Kommentare zu dem Thema in ihrem Blog Jule radelt verfasst (28.02 und 02.03.2017). In Anbetracht der klaren Rechtslage sollte der Spuk im Lauf der nächsten Woche beendet sein. Möglicherweise war es ja auch nur ein aus der ThyssenKrupp’schen Vorstandsetage beauftragter Versuch, mit dem künstlich angekurbelten Bedarf – immerhin 18 Schilder und zugehörige Pfosten! – der (noch) eigenen Stahlsparte ein kleines Versöhnungshäppchen hinzuwerfen. Wundern würde mich gar nichts mehr…

:roll:
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 12.03.2017, 17:54

Der Spuk war schon gleich zu Wochenbeginn erledigt mit der klaren Feststellung: Radverbot im Bredeneyer Kruppwald ist nicht rechtens. Inzwischen sind die Schilder auch allesamt wieder abmontiert. Was ThyssenKrupp da geritten haben mag, bleibt weiter rätselhaft.

Wer den Artikel übrigens als Ganzes lesen will und einen Facebook-Account hat, kann diesen dafür nutzen: Einfach so tun, als wolle man den Artikel in seiner eigenen Chronik teilen und dann auf die Vorschau klicken, dann sind alle Barrieren verschwunden. Andererseits könnte die Funke-Gruppe für ihr "WAZ-Plus", was sie im Gegensatz zu anderen Medien noch nicht einmal jahrzehntelang treuen Abbonenten als Zusatzleistung für die im Laufe der Jahre drastisch erhöhten Abogebühren kostenlos zur Verfügung stellt, durchaus einen Schuss vor den Bug vertragen. Von daher vielleicht besser gar nicht erst draufklicken und diese Dreistigkeit damit unterstützen!
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 31.03.2017, 17:48

Folge 20 oder: Essen auf Rädern im März 2017

Radtour-Tipp: Bergbau-Geschichte am Rand des Baldeneysees

Im Jahr der Grünen Hauptstadt bleibt der Blog ein reiner Touren-Ratgeber, das heiße Thema "Stadtverkehr" muss ausgeklammert bleiben. Wobei Touren-Tipps natürlich auch ganz nützlich sind. Das schöne Radeln in Essen ist ja immerhin eine Seite der Medaille...
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Re: Essen auf Rädern - Videoblog für Alltagsradler

Beitragvon VeloC » 01.05.2017, 20:27

Folge 21 oder: Essen auf Rädern im April 2017

Essens grüner Norden – erkundet in einer schnellen Radtour

Diesmal eine kleine Runde durch den südlichen Essener Norden mit vielen typischen Wechseln zwischen tosenden Automassen und verwunschenen Grüninseln. Als Olaf und ich vor Jahren über das goldene Croissant stolperten, dachten wir erst an eine Partystätte ultranationalistischer Türken, bevor wir es auf den zweiten Blick doch noch als Backwerk identifizierten. Den Spender erfuhren wir dann später von unserer Tochter, die im Rahmen einer Uni-Exkursion an einer Betriebsbesichtigung teilgenommen hatte, von der sie voller Begeisterung nebst einem 3 Pfund schweren selbstgebackenen Sauerteigbrot zurückkehrte. Es gibt in Essen jedenfalls einiges zu entdecken abseits der üblichen Touri-Routen. Wobei sie ja gerade dabei sind, dieses "Abseits" auch touristisch zu erschließen. In meinen Augen einer der Pluspunkte des GHE-Jahres, unabhängig von all den verpassten Chancen!

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