Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

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Bully
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Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Bully » 15.09.2017, 15:42

Moin,
in den letzten Monaten häufen sich bei mir die Situationen, dass ich in Hamburg als Radfahrer eher nicht gerne gesehen werde. Vielleicht sehen Andere auch Beispiele und können diesen Faden weiter spinnen.

Brücke (Manilaweg) in der City Nord über den Ring 2 (Jahnring). Seit über 40 Jahren durfte Radfahrer hier rüber ohne sich an der "Bettel-Fussgängerampel" Jahnring/Überseering (Ostseite) anstellen und warten zu müssen. Seit ein paar Wochen nur für Radfahrer gesperrt. Mofas dürfen rüber. :mad: So oft ich dort rüber bin habe ich meist kein Fußgänger gesehen. Ab und an läuft die Kita mit reichlich Kindern dort, deshalb gleich ganz sperren?
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Goschi
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Goschi » 16.09.2017, 06:45

Ohne Worte.....schade da nicht mal so langsam umgedacht wird und den Radfahren das fahren leichter gemacht wird.
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Los Vannos
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Los Vannos » 19.09.2017, 01:07

Das Problem liegt auf anderer Ebene

Solange es zu viele Idioten auf dem Rad gibt, die meinen bei rot über die Ampel, die falsche Straßenseite nutzend und ohneRücksicht auf Verluste überall dort fahren, wo sie wirklich so nix verloren haben, wird es auch immer mehr Gegner geben. Je mehr es werden, um so größer der Aufschrei.
Dazu kommt aber auch, dass die Infrastruktur absolut nicht für ein Miteinander geeignet ist. Es gibt dazu eben auch zu viele Autos aber viel zu wenig Platz.

Leider kommen auch noch immer mehr Pedelecs und E-Bikes dazu.
Warum darf man eigentlich ein Pedelec, was 25 Kmh Motor-unterstützend fahren darf, ohne Prüfung einfach so und auch ohne Helm benutzen??? :oops:
Ein Mofa, was genau so schnell fahren darf, benötigt ein Versicherungskennzeichen und eine Prüfbescheinigung. Und ohne Helm darf man es auch nicht fahren. Und die Prüfbescheinigung ist auch erst ab dem 15. Geburtstag möglich. Sehe nur ich da den Fehler? Was ist daran anders, nur weil beim Pedelec der Fahrradantrieb mit zur Geschwindigkeit beiträgt? Sind deshalb Pedelcs ungefährlicher? Sorry, aber wenn ich es darauf anlege, werde ich mit dem Pedelec sogar deutlich schneller als mit dem Mofa.

Und leider kreuzen die Pedelec-Fahrer ohne jegliche Weitsicht, teilweise sogar Kinder, überall herum.
Neulich im Urlaub in den Alpen waren 90% der aller Radler mit einem elektrisierten Fahrrad unterwegs.
Verkehrte Welt sage ich dazu nur. Leider bekommen den Groll der anderern Verkehrsteilnehemer auch diejenigen ab, die sich zu benehmen wissen und einfach nur ihren Sport auf dem Rennrad ausüben wollen
Knud
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Knud » 19.09.2017, 23:46

So recht du hast , sehe ich den Zusammenhang nicht. Wenn hier ein Weg für Radfahrer gesperrt wird, mag es Beschwerden von Fußgängern gegeben haben. Oder Jemand an der richtigen Stelle hat sich geärgert.

Etwas anderes ist, dass der Egoismus im Verkehr weiter zu nimmt. Da sind SUV-Fahrer (was haben die Dinger eigentlich mit Sport zu tun?), die mit ihrem Panzer die Vorfahrt erkämpfen. Und sich über Radfahrer auf der Straße ärgern. Selbst fahren sie auf dem Gehweg, weil die Straße ja zu gefährlich ist..

Mir fällt auf, dass immer mehr Radfahrer auf dem Gehweg fahren, dann oft auf der linken Seite und/oder mit dem Handy am Ohr. Natürlich werden wir dann alle in Sippenhaft genommen für die Radfahrer, die sich nicht an die Regeln halten.

Und was man nicht kennt, wird gerne verurteilt. Ich habe nun schon mehrfach gehört, dass es viel zu gefährlich sei, bei Regen und nassen Straßen Rad zu fahren. Pedelecs sind in meiner Umgebung zu selten, als dass ich diese als Problem wahrnehmen würde. Führerscheinpflicht, Helm- und Versicherungspflicht scheinen beim Vergleich mit "richtigen" Mofas naheliegend. Nur dann: warum keine Helm- und Versicherungspflicht für Rennradfahrer? Wir sind oft schneller als Mofas und Pedelecs.

Die Forderung nach Nummernschildern für alle Radfahrer ist dann nicht mehr weit. Wollen wir das? Ist das am Ende hilfreich?
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon OmaJantzen » 20.09.2017, 00:11

Bully hat geschrieben:
15.09.2017, 15:42
Moin,
in den letzten Monaten häufen sich bei mir die Situationen, dass ich in Hamburg als Radfahrer eher nicht gerne gesehen werde. Vielleicht sehen Andere auch Beispiele und können diesen Faden weiter spinnen.

Brücke (Manilaweg) in der City Nord über den Ring 2 (Jahnring). Seit über 40 Jahren durfte Radfahrer hier rüber ohne sich an der "Bettel-Fussgängerampel" Jahnring/Überseering (Ostseite) anstellen und warten zu müssen. Seit ein paar Wochen nur für Radfahrer gesperrt. Mofas dürfen rüber. :mad: So oft ich dort rüber bin habe ich meist kein Fußgänger gesehen. Ab und an läuft die Kita mit reichlich Kindern dort, deshalb gleich ganz sperren?
2017-09-15-Brueke-zum-Stadtpark.jpg
Hier mal die Begründung (Quelle: ADFC Hamburg)
...Damit reagierte die Behörde auf eine Bauvorschrift, die bei von Radfahrer*innen befahrbaren Brücken aus Gründen der Verkehrssicherheit inzwischen eine Geländerhöhe von mindestens 1,30 m vorsieht. Bei bereits bestehenden Geländer werden Höhen unter 1,20 m als kritisch angesehen.
Das Geländer der Torontobrücke ist niedriger...

https://hamburg.adfc.de/verkehr/themen- ... -gesperrt/
Uwe
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Bully
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Bully » 20.09.2017, 22:48

Moin und Danke Uwe für die Erklärung,

trotzdem wäre es für eine so gerne freundliche Fahrradstadt möglich gewesen das Geländer zu erhöhen. Da die Kosten für ein Schild billiger sind, wird die Lösung genommen :Poltern: .
Gruß Bully
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Bully » 24.09.2017, 08:26

Moin,
das Schild ist weg! :o
Ich bin am Freitag mal wieder die Strecke gefahren und musste nicht mehr schieben ;) , geht doch.
Gruß Bully
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Knud » 24.09.2017, 12:32

Bully hat geschrieben:
24.09.2017, 08:26
Moin,
das Schild ist weg! :o
Ich bin am Freitag mal wieder die Strecke gefahren und musste nicht mehr schieben ;) , geht doch.
Das ist ja schön.
Ansonsten ist dieses ein Beispiel, wie gut gemeinte Vorschriften manchmal da Gegenteil bewirken.
Natürlich ist es sinnvoll Radfahrer (und Fußgänger) durch ein vernünftiges Geländer vor dem Sturz von einer Brücke zu bewahren. Wenn das aber hier dazu führt, dass ein gefährlicherer Weg benutzt werden muss, geht der Schuss nach hinten los.

Ich fürchte, dass die Behörden noch manches Geländer nachmessen werden. Anderseits hat der Bezirk hier 20 Jahre gebraucht, um nicht rechtmäßige Radwege-Schilder abzuschrauben. :Weissnicht:

Knud
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Ketsch
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Ketsch » 25.09.2017, 14:03

Naja, offiziell soll das Schild noch stehen - zumindest nach dem Artikel in der Bild.

http://www.bild.de/regional/hamburg/bru ... .bild.html

"Schön" ist doch dabei mal wieder das Todschlagargument, dass der Umbau zu teuer sei.
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Los Vannos
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Los Vannos » 14.10.2017, 08:27

Knud hat geschrieben:
19.09.2017, 23:46
So recht du hast , sehe ich den Zusammenhang nicht. Wenn hier ein Weg für Radfahrer gesperrt wird, mag es Beschwerden von Fußgängern gegeben haben. Oder Jemand an der richtigen Stelle hat sich geärgert.

....

Und was man nicht kennt, wird gerne verurteilt. Ich habe nun schon mehrfach gehört, dass es viel zu gefährlich sei, bei Regen und nassen Straßen Rad zu fahren. Pedelecs sind in meiner Umgebung zu selten, als dass ich diese als Problem wahrnehmen würde. Führerscheinpflicht, Helm- und Versicherungspflicht scheinen beim Vergleich mit "richtigen" Mofas naheliegend. Nur dann: warum keine Helm- und Versicherungspflicht für Rennradfahrer? Wir sind oft schneller als Mofas und Pedelecs.

Die Forderung nach Nummernschildern für alle Radfahrer ist dann nicht mehr weit. Wollen wir das? Ist das am Ende hilfreich?

Okay, in diesem Fall war dann kein Fahrrad-Gegner am wüten, aber in den Behörden wird auf Autofahrer und Fußgänger, die nur Auto fahren und eben mit Radfahrern ein Problem haben oft viel Raum zum beschweren eingebaut
Auch wenn HH Fahrradstadt werden will, erstmal ist der Weg dort hin noch richtig weit, und an Beispielen wie diesen, anstatt das Problem zu beheben, wird dann lieber schnell ein Verbot ausgesprochen (auch wenn das Schild jetzt erstmal weg ist.

Und ich weiß nicht, aber für Rennradfahrer sollte es schon ne Art Prüfung o.ä. geben.
Helm und Nummernschild jetzt nicht unbedingt, aber es können so viele mit dem Rennrad (oder sowieso, überhaupt mit dem Rad) nicht umgehen, begeben sich aber trotzdem in den Verkehr und bringen mit ihrem Unwissen andere in Gefahr. Allein auf der falschen Seite vom Radweg fahren. Aber viel schlimmer finde ich da als echter Geisterfahrer auf der falschen Seite eines Fahrradschutzstreifen (grade erst gestern passiert, ein Mädel mit modernen Rennrad - sich keiner Schuld bewusst). Diese Ignoranten gehen mir so auf den Sack. Das sind nicht nur Egoisten, sondern auch noch die Leute, die ordentliche Radfahrer mit in Verruf bringen.
und wenn man sie darauf anspricht, soll man sich nicht so anstellen, es ist ja nix passiert. :meckern:

Eine Helmpflicht....ich weiß nicht. Irgendwo nicht gut, aber da würde ich auch die Art des Sportgeräts unterscheiden. Sporträder ja. Crosser, Rennräder, Gravel, MTBs, Fixed- Speed- Singlespeed-Bikes und was weiß ich noch, welche Gattung Rad als sportlich angesehen werden kann. Aber da würde ich schon ne Helmpflicht befürworten.
Allein deshalb, wenn einer ohne Helm (er muss ja nicht zu mir gehören) eine Unfall hat. Mit Helm hat er meistens kleinere Blessuren. Ohne Helm muss man schon doof stürzen, um den Kopf in größere Mitleidenschaft zu ziehen. Aber die Stürze sehen dann meistens schon übler aus. Und ich muss dann ihm auch noch helfen, weil ich mich sonst der unterlassenen Hilfeleistung schuldig mache. Dabei ist er doch selber Schuld. :Weissnicht:
Das ist wie mit dem anschnallen im Auto. Und wenn ich dann mit diesem Radler meinen Weg kreuze...einer der sein Sportgerät gewissenhaft benutzt weiß den Helm zu schätzen. Einer der es nicht macht, sein Problem. Muss sich für seine Freiheit auf dem Kopf dann bei Problemen auch selber helfen. Das ist dann der Preis dafür.
Aber nein, er zieht andere mit rein, in dem sie dann ihrer Freiheit in dem Moment beraubt werden, wenn man ihm halt nach seiner Dummheit auch noch helfen muss.
Ist jetzt etwas krass ausgedrückt, aber muss man dem Kind erst die Hand auf die Herdplatte legen, damit es weiß, dass es da nicht anfassen darf?
Okay, ist etwas viel OT, deshalb belass ich erst so :Rauchen:
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Re: Unfreundliche Fahrradstadt Hamburg

Beitragvon Bully » 07.11.2017, 21:13

Moin,

nächstes Beispiel auf dem Alsterwanderweg, auf den Tourismusseiten auch als Radwanderweg beworben. Die Brücke über die Minsbek ist mindestens seit Herbst 2016, gefühlt noch länger :mad: , halbseitig gesperrt. Jetzt werden die nächsten Bretter brüchig und vor diesem Winter wird die Instandsetzung wohl nicht passieren :Schimpfen: .
2017-11-07_Alsterwanderweg_Bruecke_web.jpg
Brücke Höhe AEZ (Poppenbüttel)
2017-11-07_Alsterwanderweg_Bruecke_web.jpg (594.32 KiB) 98 mal betrachtet
Der Wegewart bekommt heute noch eine Mail von mir.
Gruß Bully

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