Paris-Roubaix Challenge '14 (Bericht + Bilder)

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Mirco
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Paris-Roubaix Challenge '14 (Bericht + Bilder)

Beitragvon Mirco » 20.04.2014, 06:45

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Die Hölle des Nordens
El Toro Bike-Team Blöte bei Paris-Roubaix

Wie in den vergangenen Jahren auch, stand für Marit und Mirco wieder einer der Frühjahresklassiker auf dem Programm. Frühjahresklassiker? Ja, richtig. Was die Profis sonntags im Renntempo fahren, kann von Hobbyfahrern schon am Samstag als RTF gefahren werden, wobei unterschiedliche Streckenlängen zur Verfügung stehen. Die Profis dürfen 257 km inkl. 52 km Pavès aufgeteilt in 28 Secteurs fahren. Die RTF bietet 170, 141 und 71 km Strecken mit 52, 31 und 10 km Pavès an.

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Die 170 km Strecke startet in Busigny, also ca. 150 km südlich von Roubaix, wobei die anderen Strecken als Rundkurs in Roubaix am Vèlodrome starten und dort auch wieder enden. So ging es also für Marit und Mirco am Freitagvormittag ins 550 km entfernte Roubaix. Nach dem Hotel Check In im Herzen von Roubaix folgte dann die Abholung der Startunterlagen am Vèlodrome de Roubaix, wo ein Besuch der "Pavè" Kneipe ebenso obligatorisch ist, wie ein Blick in das 400 m Vèlodrome, wo das offizielle Ziel der Profis und auch der Hobbyfahrer ist.

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Abends ging es dann noch in eine Pizzeria unweit des Hotels und danach zeitig ins Bett, weil die Nacht ja schon am Samstag um 06:30 enden sollte. Der Samstagmorgen begrüßte Marit und Mirco mit einer dicken Nebelsuppe und 6 Grad Außentemperatur. Also nichts besonderes, quasi Cyclocrosswetter, und nichts anderes stand den Beiden in Anbetracht der Pavès bevor.

Ebenso, wie in Deutschland, gibt es bei den RTF's oder vergleichbaren Veranstaltungen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden zwar eine offizielle Startzeit, doch wie gewohnt hält sich niemand daran. Im Gegensatz zu Deutschland ist das aber positiv zu betrachten. Die Teilnehmer stehen dort nicht wie wilde Stiere am Start, um ein Ausscheidungsrennen zu fahren, sondern nutzen das Startfenster voll aus und fahren in eigenen Gruppen irgendwann nach Lust, Laune oder Erfrierungsgrad los.

Marit und Mirco gingen kurz nach 8:00 auf die 71 bzw. 141 km Strecke. Leider waren die ersten ca. 30 km der landschaftlich vielleicht interessanten Gegend durch die oben erwähnte Nebelsuppe eher ein Katz- und Mausspiel aus sehen und gesehen werden. Der Nebel blockierte immer wieder die Sicht durch die Brillen und die Erkennbarkeit hinsichtlich des öffentlichen Verkehrs hätte durch Rückleuchten verbessert werden können. Bei solchen Sichtverhältnissen, speziell nach vorne, über das schlimmste Kopfsteinpflaster, was Frankreich und der Rest der Welt zu bieten hat, wird sicherlich sehr interessant.

Nach 29 km erreichte Mirco auf der 141 km Strecke bereits die erste Verpflegungsstelle, wo im Prinzip ein normales RTF-Angebot vorzufinden war. Bisher komplett als Einzelzeitfahrer, wie fast über die komplette Strecke, ging es zwar kurz als gut arbeitende 5er Gruppe weiter, doch schon ca. 10 Kilometer weiter war es dann vorbei und jeder fuhr sein eigenes Tempo.

Der Grund, warum alle herausnahmen, war wohl der erste Pavè, Trouèe d’Arenberg. Was, aus französischer Sichtweise „Pavè“ und „Secteur“ in Realität bedeutet, wurde spätestens jetzt klar. Mit dem Begriff „Secteur“ sind im Prinzip Streckenabschnitte gemeint, ähnlich wie die „Kehren“ einer Passtrasse. Diese zählen, in diesem Fall, von 28 zu fahrenden Abschnitten herunter. Je nach Strecke darf man also noch die restlichen 7 bzw. 18 oder eben alle 28 „Secteurs“ fahren. Weiterhin kommt noch hinzu, dass diese 500 bis 4.000 m langen Abschnitte mit bis zu 5 Sternen kategorisiert sind. Je mehr Sterne also, desto anspruchsvoller der Abschnitt.

Mit „Pavè“ bezeichnet der Franzose alte Karrenwege, wo scheinbar jemand auf ca. 2-3 m Breite und eben 500- 4.000 m Länge Findlinge verloren hat und diese, nur durch reine Nutzung, ohne System mal mehr oder weniger in das Erdreich gedrückt wurden. Kurz gesagt, Kopfsteinpflaster der wirklich übelsten Kategorie.

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Nach km 46 kam für Mirco nun also der erste 2,4 km lange 5 Sterne Pavè und ab jetzt sollten auf insgesamt 18 Secteurs weitere 31 km feinstes Kopfsteinpflaster folgen. Marit durfte auf ihrer 71 km Strecke ebenfalls nach der ersten Verpflegungsstelle den ersten Secteur unter die Räder nehmen. Direkt nach der Nahrungsaufnahme ging es quasi erst einmal „locker“ los mit 0,5 km und 2 Sternen, doch auch Sie durfte sich im weiteren Verlauf mit 3-4 und auch den 5 Sterne Pavè Carrefour de l’Arbre vergnügen. Ganz nebenbei muss auch erwähnt werden, dass es von Secteur zu Secteur sogar immer mehr Spaß gemacht hat, mit bis 30 km/h über die Pavès zu rumpeln.

Der Mythos von Paris-Roubaix ist eindeutig das „Kopfsteinpflaster“ und, wie die Fahrer nach diesem Rennen aussehen. Auch in der RTF-Variante bleibt man, egal bei welchem Wetter, nicht vom Dreck eben dieser Secteurs verschont. Ist es trocken, verstaubt alles und ist es nass verschlammt alles, doch man will es ja so, und das ist eben Teil bei Paris-Roubaix.

Jeden einzelnen Secteure hier zu beschreiben, würde den Bericht sprengen, wobei „beschreiben“ auch recht schwer fällt. Fakt ist, man muss es mal selbst erlebt haben, um eine Vorstellung zu bekommen, was dort wirklich abgeht. Fernsehübertragungen und Erzählungen spiegeln die Realität nicht wirklich wieder.

Abgerundet wird die Streckenführung dann mit dem Ziel im Vèlodrome de Roubaix. Hat man also alle auf der Strecke liegenden Secteurs „überlebt“, erfolgt die Einfahrt in das Vèlodrome, wobei die Hobbyfahrer dort keine Extrarunde fahren. Für die „ich habe mich lieb Ecke“ gibt es dann noch eine Finishermedaille und wer keine Berührungsängste hat, kann in den historischen Duschen des Vèlodrome noch eine „warme“ Dusche genießen. Dort ist jeder, sagen wir mal „Umkleidestellplatz“ einem Gewinner gewidmet und die Profis nutzen sicherlich heute noch diese Duschen, weil es einfach der Mythos Paris-Roubaix so verlangt.

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Abschließend noch einige Zeilen zum Thema Material. Fahren kann man dort natürlich mit allem, was zwei Räder hat. Ob Carbon-, Alu- oder Stahlrahmen, jedes Material ist dort vertreten, ebenso wie tubular oder clincher. Was Sinn macht oder nicht, bleibt halt die Frage. Marit und Mirco sind dort mit Carbon-Cyclocross und 32er CX-bzw. 28er Rennradpneus bei 3 bzw. 5 Bar gefahren. Zur Sicherheit hatten beide je zwei Ersatzschläuche und CO2-Kartuschen dabei. Breitere Reifen und geringerer Luftdruck machen die Pavès etwas „gemütlicher“ und wer noch mehr Komfort möchte, nutzt eine zweite Lage Lenkerband.

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Neben diesen Möglichkeiten der Dämpfung hilft es auch, die Pavès schnell zu passieren. Gut, schnell ist relativ und kostet natürlich auch Kraft, doch dadurch bekommt man nicht jeden Stein einzeln zu spüren.

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Letztendlich bleibt nun noch zu sagen, dass die Paris-Roubaix Challenge eine wirklich gut organisierte und, mit 20-30 EUR je nach Streckenlänge, bezahlbare Veranstaltung war. Muss man wirklich mal gemacht haben! ;-)
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kocmonaut
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Beitragvon kocmonaut » 21.04.2014, 21:30

Hallo Marit,
Hallo Mirco,

schön zu hören/lesen, wie sehr es Euch gefallen hat. "Popovoll" muss also nicht zwangsläufig in "Schnauze voll" enden. Und wenn man es "gemeinsam" macht, ist es eh doppelt prächtig - auch wenn man/frau auf der Stecke nicht Hand in Hand fährt.

Was mich bislang abschreckt, ist das "fern" des Nordens. Doch angeregt von diversen Erlebnisberichten dieser Art gelingt es mir hoffentlich einmal a) "früh im Jahr" für die richtig langen Distanzen fit zu sein und b) ein solches Event in einen Kurzurlaub einzubetten - dann hat auch mein Schatz was davon.

Grüße
kocmonaut
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Beitragvon radfreunde » 21.04.2014, 21:54

Neben der Challenge gibt es noch die PARIS-ROUBAIX CYCLOTOURISME 2014 am 8. Juni 2014. So was ähnliches wie RTF.

http://www.vc-roubaix-cyclo.fr/site/ind ... &Itemid=12

120 oder 210 km - bis dahin bist Du doch fit.

Außerdem plane ich gerade mit der Wedeler Partnerstadt Caudry zur 25jährigen Partnerschaft in 2015 etwas gemeinsam zu machen. Caudry liegt ca. 2 km entfernt von dem ersten Pave von P-R. Mal sehen was wir da hinkriegen...

cu

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