7. Bodensee Megathlon, Radolfzell (Bericht+Bilder)

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Ulrike
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7. Bodensee Megathlon, Radolfzell (Bericht+Bilder)

Beitragvon Ulrike » 12.09.2011, 00:01

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Durch einen Zeitungsartikel sind Konkursus und ich auf eine ganz besondere Veranstaltung aufmerksam geworden, den Bodensee-Megathlon in Radolfzell am 31.07.2011, quasi eine um MTB und Inliner erweiterte olympische Triathlon-Distanz. Da es in Deutschland kein zweites vergleichbares Event gibt, fanden wir uns notgedrungen mit der weiten Anreise und der mühsamen Hotelsuche ab. Direkt am See sind die Preise der Unterkünfte jenseits von Gut und Böse, sodass wir uns im ca. 20 km entfernten Engen niederließen.

Bei herrlichem Sommerwetter inspizierten wir am Vortag als erstes die Inliner-Strecke, unsere größte Sorge. Sie war für unseren Geschmack zwar etwas zu wellig, aber überlebbar, sodass wir nach einem Besuch der Radolfzeller Kletterhalle und einem Bummel durch die Fußgängerzone halbwegs entspannt beim Veranstaltungsgelände ankamen, wo Startunterlagenausgabe, Briefing und Pasta-Party auf dem Programm standen.

Die Schwimmstrecke im See war bereits markiert mit riesigen Blinden tauglichen Bojen. Das Wasser war glatt. Verschwimmen ausgeschlossen. Wieder eine Sorge weniger.

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Bei der Wettkampfbesprechung wurden viele Worte über die Einzelstarter verloren, Menschen, die höchste Anerkennung und Privilegien verdienten. Diese Menschen, die alle 5 Disziplinen allein in einem Stück absolvierten, bekamen eine eigene Verpflegungsstation und durften ihre Inliner nach dem Eingang in die Wechselzone irgendwo hinschmeißen. So nach und nach dämmerte uns, warum die Einzelstarter so etwas besonderes waren. Es gab nur ca. 90 davon, während das Gros zu den ca. 350 5er-Staffeln gehörte. Und dann gab es noch 40 Couples, die die fünf Disziplinen irgendwie auf zwei verteilen mussten. Am Ende hatten wir soviel Ehrfurcht vor uns selbst, dass es schon fast unheimlich war.

Am nächsten Morgen waren wir so früh vor Ort, dass wir einen Parkplatz dicht am Veranstaltungsgelände fanden. Ein Riesenglück, denn der Gang in die Wechselzone hatte es in sich: In jeder Hand ein Rad und dazu eine große Tasche mit Inlinern, Neo und drei Paar Schuhen.

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Das Schwimmen ging als Massenstart vom Seeufer los und sofort war klar, dass sich unter den Staffelteilnehmern sehr viele Freizeitsportler befanden, viele, die trotz des kalten Wassers ohne Neo schwammen und viele Brustschwimmer. Für mich Kalkschulter Geschädigte, die beim Triathlon grundsätzlich als (vor)letzte aus dem Wasser kommt, eine schöne Sache. Endlich gab es welche, die langsamer schwammen als ich. Sogar in der Wechselzone konnte ich noch hören, wie angekommene Schwimmer angesagt wurden. Es gab tatsächlich welche, die für die 1,5 km über 50 Min. brauchten.

So ging ich gut gelaunt und voll motiviert auf die 46,56 km* Rennradstrecke, zuerst flach am See entlang. Aber in der Ferne sah es etwas anders aus.

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Der erste Hügel ließ nicht lange auf sich warten, so steil, dass schon einige schoben. Da war wohl ein Kettenblattwechsel angesagt. Aber angesagt heißt nicht ausgeführt. Die Schaltung streikte, die Kette blieb, wo sie war und in der allerletzten Sekunde vor dem Umkippen schaffte ich es aus den Pedalen und schloss mich notgedrungen den Schiebenden an. So ein Ärger !! Bei uns im norddeutschen Flachland hatte ich das kleine Kettenblatt noch nie gebraucht und deshalb nicht gemerkt, dass die Schaltung defekt war. Und das war erst der Anfang von ca. 460 hm, die sich auf die nächsten 13 km verteilten. Das alles mit den großen Kettenblatt tat richtig weh und saugte alle Kraft aus den Beinen.

Gut, dass danach erstmal 22,64 km* Inliner-Strecke kam, schön, um etwas auszuruhen. Das wurde aber leider nichts. Die Inliner-Strecke war im Grunde mit der MTB- und RR-Strecke identisch, nur dass es bei den Rad-Strecken noch zusätzliche Schleifen gab. So kam es, dass ich mir die Strecke mit den Schnellen teilen musste, die schon auf dem MTB unterwegs waren.

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Da fühlte ich mich doch irgendwie gehetzt und an Erholung war nicht mehr zu denken, zumal auch noch einige steilere Anstieg anstanden. Aber dank voll gesperrter Straßen mit gutem Asphalt gab es auch schöne Rollpassagen bis das bittere Ende kam, die Zufahrt zur Wechselzone, die bei unserer Besichtigung noch nicht ausgeschildert war: ein Gefällestück mit nicht einsehbaren Kurven und mehr Schlaglöchern als Wegdecke. Da half nur noch eine Notbremsung an einem Straßenbaum, um die zitternden Knie zu beruhigen. Wie Konkursus später berichtete, hatte er an der gleichen Stelle eine Rasennotbremsung gemacht.

Wie schön, wieder Radschuhe an den Füßen und ein MTB unter dem Hintern zu haben, mit einer traumhaft funktionierenden Schaltung für die nächsten 36,13* km. Das wiederholte Abfahren der Inliner-Strecke war zuerst etwas langweilig. Aber dann kamen die Abstecher ins Gelände mit derart anstrengenden Anstiegen, dass die Asphaltstücke dann doch nicht mehr so verkehrt waren.

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Als letzte Etappe waren 2 x 5,00 km* zu laufen, entlang der schönen Uferpromenade und durch die Altstadt. Da ich noch keine Gelegenheit gehabt hatte, mich von dem Desaster mit dem großen Kettenblatt zu erholen, musste ich einen großen Teil im Gehen zurücklegen. Das war nicht gerade angenehm, weil die Stadt und die Promenade dank des schönen Wetters sehr belebt waren und so einige Zuschauer sich vergeblich bemühten, mich zum Laufen zu animieren.

Auch wenn das nicht so klappte, schaffte ich es, deutlich vor Zielschluss anzukommen. Und mehr wollte ich als älteste Teilnehmerin auch nicht. So weit so gut, hätte nicht Konkursus ein ganz besonderes Pech gehabt. Ihm brachte der Zieleinlauf leider keine richtige Freude, denn er offenbarte, dass er unterwegs den Chip verloren hatte, d. h. keine Aufnahme in die Wertung und keine vollständige Aufzeichnung der Zwischenzeiten. Ganz schön hart! Alles was blieb, war das Sportograf-"Beweisphoto".

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Aber auch nach dem Zieleinlauf ging es gleich wieder mit Tempo weiter. Die Veranstalter wollten die Wechselzone abbauen und drangsalierten die Anwesenden mit ihren Lautsprecherdurchsagen. Also schnell den ganzen Kram wieder zusammenpacken und zum Auto schleppen.

Und dann gab's endlich im Festzelt das Belohnungs-Käffchen.

Alles in allem und trotz allen Pechs war der Megathlon eine Reise wert. Denn dadurch hat der Triathlon jeden Schrecken verloren. Nur drei Sportarten hintereinander, sowas von einfach. Das machen wir in Zukunft ganz locker mit links.

Ulrike

* Wegen Hanseat extra mit zwei Nachkommastellen. :wink:
Hilfe !! Ich brauch' einen 48 Std.-Tag!
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Re: 7. Bodensee Megathlon, Radolfzell (Bericht+Bilder)

Beitragvon hanseat » 13.09.2011, 14:47

Ulrike hat geschrieben:* Wegen Hanseat extra mit zwei Nachkommastellen. :wink:
Hallo Ihr MEGAs,

Danke für die Hilfestellung! Gratulation und Respekt zu Eurer Leistung! Immer wieder erstaunlich, welch Distanzen Ihr mit dem Auto auf Euch nehmt, um Euch neuen Herausforderungen zu stellen!

Danke für die Einblicke! So ein Quatrathlon hier im Norden würde vllt. schon reichen, sprich Schwimmen-Radfahren-Inlinern-Laufen. Wenn man dann noch das Schwimmen weglässt, wäre ich auch interessiert..;)
"Mr. Nachkommastelle"
...wir sitzen alle in einem Boot, die einen rudern und die anderen genießen die Aussicht...
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Beitragvon Konkursus » 13.09.2011, 16:49

Vorteil der Schwimmstrecke dort: es wird im Uhrzeigersinn geschwommen. Für mich als Schwimmer mit Zweieratmung enorm wichtig.

Mit einem Mal sehe ich, was der größte Teil der Schwimmer für eine P...linie schwimmt und treff sie an der Boje wieder :D :D .

Aber wirklich eine schöne und gut organisierte Veranstaltung in einer herrlichen Gegend.


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Beitragvon Tribelix » 13.09.2011, 19:00

Verrückt und Pech = Ulrike und Konkursus :Anbeten:

Jetzt müßen wir uns in Jena doch anstrengen :mad:
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