36. Allgäu Rundfahrt des RSC Kempten, 24.7.16 (Ber.+Bilder)

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Kanarienvogel
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36. Allgäu Rundfahrt des RSC Kempten, 24.7.16 (Ber.+Bilder)

Beitragvon Kanarienvogel » 24.07.2016, 22:04

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Morgens um sechs ist die Welt noch in Ordnung………Ok…………… aber doch nicht im Urlaub :shock:. Doch, heute ja, auch wenn Marion es am Frühstückstisch schon wieder bereute ihre Zustimmung gegeben zu haben.

Aber zum Anfang .

Gestern stand auf unserem Allgäu-Urlaubsplan eine Wanderung durch das Werdensteiner Moos an. Nun ja wandern ist ja nicht so meins aber Schatzi fährt ja auch mit mir Rennrad hier im Allgäu und den ca. 5km langen Rundweg durch ein Naturschutzgebiet schafft mein Fuß und meine Hüfte auch. Das gute an dem Ausflug war, das ich schon auf dem Hinweg zur Wanderung diese leuchtorangen Pfeile entdeckte :o. Auf dem Rückweg gingen wir der Sache nach. Flugs an einem Pfeil angehalten, RSC Kempten stand dort drauf. Marion googelte schon im Auto was die Pfeile zu bedeuten hatten. Und siehe da…….eine Radveranstaltung….. und zwar die 36. Allgäu Rundfahrt des Rad Sport Clubs Kempten stand für den kommenden Sonntag an :cool:.
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Also ich muß mich wohl bisher im Urlaub gut benommen haben, denn Marion machte den Vorschlag: Sie wandert um den Rottachsee und ich darf Radfahren :D .

So saßen wir nun um Sechs Uhr morgens am Frühstückstisch……stumm…….unausgeschlafen……aber wir fuhren trotzdem.

Die Allgäu Rundfahrt ist eine tolle Veranstaltung, allerdings keine RTF. Es werden alleine fünf Rennradstrecken angeboten (40/90/110/140/160km), dazu noch zwei Mountainbikestrecken à 20 bzw. 50km :Respekt:. E-Bikes sind gerne gesehen und zahlreich am Start gewesen, ebenso wie Familienteams mit Anhänger etc.. Die Veranstaltung findet jedes Jahr am selben Wochenende statt, kostet 10€ Startgebühr und hatte alleine in diesem Jahr „1300“ Voranmeldungen. Ein Mitglied des RSC Kempten sagte mir, mit den Nachmeldern (wozu auch ich gehörte) waren es dieses Mal wohl ca. 1700 Teilnehmer.
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Auch wenn ich mächtig Respekt vor solchen Touren in den Bergen habe meldete ich mich für die 110km Runde an (sollte ja auch ein wenig Vorbereitung für den Arlberg Giro sein) und nachdem Marion mir bei den Vorbereitungen half ging es zum Start.
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Auch der wird anders gehandhabt als bei uns. Erst einmal startet jeder locker wann er möchte, manche machen vorher noch einen kleinen Frühschoppen, andere legen gleich um sieben Uhr los. Es gibt nur kleine Startzeitvorgaben: die langen RR Touren (140/160) 7-8Uhr; die 110er (meine)Runde zwischen 7-9Uhr; die lange MTB (50km) und die 90er RR Tour 7-10Uhr und zu guter Letzt die kleinen RR und MTB Touren zwischen 8-11Uhr. Gleich ist bei allen der Schluss des Zieleinlaufes: bis 16:00 Uhr müssen alle wieder zurück sein. Es wird auch nur in kleinen Abteilungen à 10 Personen gestartet und Gruppe fahren wird geduldet aber nicht gern gesehen. Ich legte um 7:30 los.
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Ein kleiner Smalltalk mit dem Starter, der mir versicherte dass ich mich nicht verfahren könne, da ca. 750 bis 800 Schilder platziert wurden und schon kam der erste Berg. Nach ca. 2,5 Minuten hatte ich 30 Hm überwunden :shock: ……….nach ca. 3km hatte ich mich das erste Mal verfahren :mad:.nach dem ersten Berg eine super Abfahrt und gleich ein Schild übersehen. Blöd ist, das mir so etwas immer in der Abfahrt passiert. Das bedeutet zurück immer bergauf. Es sollte aber das einzige Mal bleiben. Über die schönsten Straßen des Allgäus fuhren wir bergauf, bergab den Kontrollstellen entgegen.
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An diesen Kontrollstellen wird nicht Verpflegt, zumindest nicht kostenlos. Getränkeflaschen kann man sich nachfüllen aber für geschmierte Brötchen oder gar eine gegrillte Wurst oder ein Bier (ja, ihr lest richtig, das gab es und wurde auch reichlich genutzt :roll: ) muss man bezahlen.
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Der Bayrische Rennradfahrer ist an sich ja eher wortkarg, so habe ich es bisher jedenfalls erlebt. :HaHa: Vielleicht mal wenn überhaupt ein kurzes „Servus“ und das war es. Wenn ihnen dann auch noch von einem gelben Trikot ein fröhliches „Moin Moin“ entgegen kommt, verstummen sie meist vollkommen :Totlach:.Selten fragte mal jemand:“ wo kommst du denn her?“ oder ähnliches. Irgendwann war es dann aber wiederrum schwierig mit mir ein Gespräch anzufangen. Kennt ihr dieses Gefühl wenn man auf den Tacho guckt und die Höhenmeterangabe verändert sich fortlaufend aber die Distanz so gut wie überhaupt nicht :Unentschlossen:.Ja, so ging es mir und die „Schnappatmung“ musste doch des Öfteren gut kontrolliert werden. Zudem fuhr ich jetzt auch noch auf ein großes schwarzes Wolkengebiet zu, was aber nicht so schlimm war, meinte zumindest der Stempelwart der höchsten Kontrollstelle die ich je angefahren habe, da wir vorher abbiegen und es wieder hinter uns lassen werden. Er hatte Recht und so kam ich trocken, ja sogar mit einem leichten Sonnenbrand (türlich, Sonnenschutz is was für Luschen, außerdem sollte es bedeckt sein. Tolle Wetterapp :cry: ) dem Ziel immer näher.
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Hier kamen immer mehr Teilnehmer der kürzeren Strecken dazu und es spielten sich Ware Tragödien ab. Das ein RR - Fahrer (ich war es nicht :roll: ) mal von einem Senior auf mit einem E-Bike überholt wird ist ja noch nicht so schlimm.
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Aber ein kleiner Junge (ca. 8-10 Jahre), der am Wegesrand hockt und bitterlich weint, weil er bei seinen Kumpels bergauf nicht mithalten konnte, lässt einem schon das Herz erweichen. Ich glaube wäre der Trainer nicht bei ihm gewesen, ich hätte angehalten. Waren die ersten 60 Kilometer doch sehr happig (ca. 900hm), hatten die letzten 20 schon etwas von leichtem ausrollen :Radler:.
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Über leichte Hügel und welligem Gelände, noch einmal über die Iller traf ich nach 4,5 Stunden und 1400 Höhenmeter wieder am Startort ein.
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Hier hatte es schon etwas von Volksfeststimmung. Hunderte von Fahrern bevölkerten die Zielzone die angerichtet war mit Partygarnituren und Pavillons die für Schatten sorgten (brauchte ich ja nicht, bin ja keine Lusche).
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Eine Bayrische Kapelle spielte Volksmusik
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und in zwei Werkstatthallen waren Verkaufsstände eingerichtet, einmal für feste und einmal für flüssige Leckereien.:trommel: :kipprein:
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Marion war von ihrer Wanderung auch schon wieder zurück, nahm mich in Empfang und nach einem wohlverdienten alkoholfreiem Weizen machten wir uns auf dem Heimweg.
Alles in allem eine tolle Veranstaltung, wenn auch für einen Norddeutschen RTF’ler vom Reglement etwas gewöhnungsbedürftig . Es hat mir viel Spaß gebracht wenn es auch phasenweise ziemlich anstrengend war. :GrosseZustimmung:

So, und jetzt erst einmal kräftig After Sun. :meckern:
;-) ;-)

Alle Bilder hier nochmals:
http://www.hfs.bike/2016/07/24/allgaeu- ... 4-07-2016/
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Beitragvon Deichfahrer » 24.07.2016, 22:53

Schöner Bericht, bitte noch mehr. :Empfehlung:
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Kanarienvogel
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Beitragvon Kanarienvogel » 24.07.2016, 22:59

Gerne, nach der heutigen Erfahrung schaffe ich vielleicht doch die Bieler Höhe :D
Aber erst einmal (demnächst) Bilder zum obigen Bericht :) .
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Beitragvon kocmonaut » 24.07.2016, 23:20

Hallo Kanarienvogel,

jo mei, das sind in der Tat ungewohnte Zustände für uns Norddeutschländer. Startfenster gibt es bei uns theoretisch ja auch ("Start 09:00 bis 11:00 Uhr"), dennoch startet fast jeder um Punkt 09:00 Uhr.

Einen echten "französichen" Start habe ich bislang nur in Italien bei der Cicloturistico in Paganico erlebt. Ebenso fand mein "moin moin" keinen Zugang in italienische Gehörgänge. Es bedurfte schon einiger italienischer Worte, um deren Redelust zu stimulieren. Bei der Verpflegung lassen sich Italiener jedoch nicht lumpen: Mit dem Startgeld ist (wie beim NC Marathon früher) Warmverpflegung mitbezahlt, wird jedoch im Anschluss im Ziel mehrgängig und bei guter Laune und Geselligkeit kredenzt.

Weinende Kinder auf dem Rad treiben mir selber fast die Tränen in die Augen. Wir wollen doch Spass haben! Ein kleiner Junge, den ich einst beim Hobbyrennnen u11 in Flintbek trösten musste, wird es hoffentlich auch noch lernen.

Euch noch Viel Vergnügen im Urlaub und beim Arlberg Giro.
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UweK
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Beitragvon UweK » 28.07.2016, 20:19

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Beitragvon UweK » 28.07.2016, 21:48

So, den Bericht von Kanarienvogel hab ich nach seinen Wünschen bebildert.
Liest sich so doch gleich noch viel schöner.

Morgen fliege ich auch in die Alpen nach St. Anton am Arlberg. Dort gibt es ein HFS-Fori Treffen. Berichte folgen.
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