Bericht Fahrt von Hamburg nach Köln zu Wattasia und weiter

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Besenwagenflüchtling
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Bericht Fahrt von Hamburg nach Köln zu Wattasia und weiter

Beitragvon Besenwagenflüchtling » 22.09.2020, 20:20

Reisebericht von Hamburg nach Köln und weiter.

Eigentlich wollte ich ja von Hamburg nach Luxemburg fahren, Corona zwang mich immer wieder umzuplanen.
Mit Komoot habe ich mir nun die Strecke erstellt naja ich habe Start- und Endpunkt eingegeben und Komoot „gesagt“ mach daraus 3 Etappen. Was ich natürlich nicht gemacht habe, die Route anzupassen was sich später noch als ein Fehler herausstellen sollte.
Ich beschloss doch nicht mit dem Crosser mit Arschrakete zu fahren, ich entschied mich für das Rennrad und Rucksack.

Wie ich es bei solchen Touren immer mache ich fahre los und suche mir unterwegs ne Unterkunft hat ja auch immer geklappt.

Morgens den 2.September ging ich es sehr sehr ruhig an, erstmal meine Urlaubskleidung und Kleinigkeiten im Wohnmobil verstauen.
Um 11 Uhr bin ich schließlich mit der Bahn nach Harburg gefahren um mir den Weg durch die Stadt zu ersparen.
In Harburg habe ich erstmal gefrühstückt, dass Wetter war an dem Tag richtig gut und so machte ich mich langsam auf den Weg.
Die ersten 35 km bis Tostedt hatte ich ein paar Wellen die aber nicht weiter tragisch waren.
Leider habe ich natürlich vergessen Fotos zu machen was mich immer noch ärgert.
So alle 1 1/2 bis 2 Stunden habe ich eine kleine Pause eingelegt und was gegessen.

In Langwedel ca 90 km die erste etwas längere Pause mit einer COLA und ein Stück Kuchen :)
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Der Tag hatte nichts besonderes ich habe den schlichtweg einfach nur genossen.
Nach 140 km 740 HM und einem Schnitt von 23 Km/h habe ich den Tag in Suhlingen mit zwei Bierchen und Nudeln beendet.

Nach einem ausgiebigen Frühstück machte ich mich um 8:45 Uhr für die nächste Etappe startklar, da es morgens etwas frisch war entschied ich mich für Knie und Ärmlinge.
15 Km später kam der erste Regentropfen und es wurde immer doller.
An einer Bushaltestelle erstmal Regenüberschuhe und Regenjacke an und weiter.
Zwischendurch war ich so genervt vom Regen, dass ich hin und wieder mein Garmin nicht beachtet habe und einfach zu weit gefahren bin.
Bitte wenden, bitte wenden, jetzt war ich richtig genervt :mad:
Was ich am ersten Tag noch richtig gemacht habe, habe ich heute falsch gemacht, ich habe nicht alle ein bis zwei Stunden was kleines gegessen.
Meine Laune war am Tiefpunkt und es sollte nicht besser werden.
Bei Osterkappeln nahe Osnabrück ging es in den Wald, warum hast Du Trottel die Route nicht angepasst fragte ich mich immer wieder. 36 Km durch den Wald mit Steigungen bis zu 7% bei strömenden Regen und schlechtem Weg.
In Bad Ilburg, Ende der Waldstrecke habe ich mich erstmal bei einem Bäcker mit zwei Tee aufgewärmt.
Wie weit noch ? Der Blick auf Komoot hat sich gelohnt, dass Ende der 2 Etappe hätte im nichts geendet (Fehler Nr.2) also auf nach Münster.
In Münster angekommen erstmal zum Bahnhof dort sind immer Hotels dachte ich mir.
Ah ein Conti, durch die Tür fragte ich ob sie ein Zimmer frei haben und was das kostet.
Die Dame an der Rezeption fragte eine Person ? Ich antwortete ja und ein Fahrrad :) Ich habe auch ein Schlafanzug (Velo Socks) für das Rad dabei.
Sie schaute mich ungläubig an, sagte dann aber ok. Den Schlafanzug musste ich dem Rad draußen schon anziehen so dreckig war das.
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Puh geschafft, rauf aufs Zimmer erstmal duschen und dann an die Bar.
Nach 149 Km davon 110 Km im Dauerregen, 975 HM mit einem Schnitt von 20 Km/h bin ich nach 7, 5 Std Fahrzeit ins Bett gefallen.

Ohne Wecker bin recht früh aufgewacht und habe mich gleich zum Frühstück begeben. Frühstücken was das Zeug hält, durch den Stopp in Münster habe ich jetzt 20 km mehr zu fahren und heute wird es nochmal unangenehm.
Windweste etc. habe ich vorsorglich schon angezogen.
Das Wetter sollte heute zwar besser sein aber man weis ja nie.
Garmin an und zum Startpunkt navigieren.
Die Fahrt war bis Dortmund recht Ereignislos. Route nicht angepasst und durch Dortmund geeiert. Fehler Nr. 3
Nach 80 Km fing das Elend an. Heute fing auch der Rücken an sich zu Wort zu melden, so dass ich alle Stunde kurz vom Rad musste. Meine Beine meldeten sich auch ;)
Hallo Stephan hier ist dein Garmin und Deine Herausforderung für heute sind 9 Anstiege :Wein:
Anstieg 1 von 9 Den ersten habe ich geschafft :D kurze Pause wegen der Beine und dem Rücken. Wuppertal wird mir immer wegen der Qualen im Gedächtnis bleiben. Anstieg 2 von 9 mit bis zu 9% auch den konnte ich noch hochdrücken, habe aber Körner gelassen.
Es war aber noch nicht zu Ende
Jetzt kam auch der Regen zurück. Ich musste bei den Anstiegen 3 bis 7 runter vom Rad und teilweise schieben 12 bis 16% waren einfach zu viel.

Als ich bei dem Anstieg 7 die letzten Meter geschoben habe und gerade oben war kam ein Radfahrer hoch den ich freundlich grüßte :)
Dann erkannte ich Ihn, es war Daniel von Wattasia der mich auf den letzten Kilometern begleiten wollte. WhatsApp Standort teilen sei Dank.
Bring mich einfach nur noch schnell ohne Anstiege zu Dir sagte ich zu Ihm.
Seine Antwort noch ca. 40 Km und nur kleine Wellen.
Erstmal mit ging es aber mit Volldampf runter, wo Ortskundige laufen lassen kann man das getrost auch machen. Komm wir fahren noch ein Stück von der Kölner Rundfahrt dann sparen wir noch ein paar Kilometer. Je weniger desto besser antwortete ich.
Ein entscheidender Fehler :Heul: was er nicht gesagt hat wir fahren den Anstieg der Kölner Runde, 50 Meter vor dem Ende (keine Ahnung) hieß es für mich wieder absteigen und schieben. Ich war nun komplett im Arsch. Jetzt kommt wirklich nichts mehr, ja ja das hat Kanarienvogel damals auch gesagt dachte ich nur. Auch er hat damals geflunkert :HaHa:
Völlig am Ende sind wir bei Ihm angekommen.
Da er ebenso gerne Bier trinkt wie ich holte er erstmal welche, von den 4 hat er nur eins abbekommen.
Nach 160 km 1685 HM mit einem Schnitt von 19 Km/h und einer Fahrzeit von 8:35 völlig platt angekommen.

Wir saßen noch bei einigen Bieren bis morgens um 3 Uhr auf der Terasse zusammen. prrosit
Da Marion am Samstag noch nicht loskam bin ich noch von Samstag auf Sonntag dort geblieben. Samstag haben sie mir den Petersberg gezeigt und Abends sind Daniel und ich mit dem Rad (20km Hin und Rückweg) auf ne Gartenparty mit Abstand gefahren.

3 Etappen: 449 Km, 3400 HM, Fahrzeit 22 Std. 38 Minuten

Danke Daniel und Fam.für das Mega Wochenende, ich freue mich schon auf das nächste mal.

Köln erreicht nun kommt und weiter.

Gegen 12 Uhr hat mich Daniel am Sonntag zum Rheinradweg geleitet von wo ich nach Koblenz gefahren bin.
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Ganz ruhig habe ich die Fahrt genossen. Der Rheinradweg ist echt zu empfehlen sehr schöne Strecke mit tollem Belag.
Nach 94 Km, 505 HM und 4 Std. 40 Minuten war ich dort. Ein kleines Hotel neben einer Brauereikneipe wo man deftig Essen kann habe ich schnell gefunden.

Da Marion erst Sonntag losfahren konnte haben wir entschieden das wir uns in Cochem treffen.
Bevor ich mich nach Cochem auf den Weg gemacht habe, schaute ich kurz bei Canyon vorbei da der Moselradweg von da aus ein Katzensprung entfernt ist.

Die letzte Etappe ging so fahren, in der Sonne chillen, fahren, Eis Essen, fahren, Mittag und weiter fahren. Wetter war prächtig.
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Nach 53 Km, 150 HM mit einem Schnitt von 19 Km/h und einer Fahrzeit von 2 Std 43 Minuten war ich in Cochem.
Mit Glück und durch Hilfe des Tourismus Büro hatte ich noch ein Zimmer in einer kleinen Pension bekommen.

Gesamt 596 Km, 4055 HM Fahrzeit 29 Std 21 Minuten.
Keine Panne und keine brenzlige Situation mehr geht nicht.

Ende

Korrektur lesen mache ich in Hamburg.
Ich wollte erstmal abliefern.

VG Stephan der Besenwagenflüchtling ;-)
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Re: Bericht Fahrt von Hamburg nach Köln zu Wattasia und weiter

Beitragvon mad.mat » 26.09.2020, 19:58

Schöner Bericht, danke dafür.
Wir sehen uns da oben, Tschüss Helmut
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Knud
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Re: Bericht Fahrt von Hamburg nach Köln zu Wattasia und weiter

Beitragvon Knud » 27.09.2020, 18:13

Respekt.
Hoffentlich traue ich mich so etwas auch mal...

Knud
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Besenwagenflüchtling
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Re: Bericht Fahrt von Hamburg nach Köln zu Wattasia und weiter

Beitragvon Besenwagenflüchtling » 27.09.2020, 19:04

Knud hat geschrieben:Respekt.
Hoffentlich traue ich mich so etwas auch mal...

Knud
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