Doping (nicht nur) im Radsport

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Speedmanager
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Doping (nicht nur) im Radsport

Beitragvon Speedmanager » 21.09.2012, 23:49

hanseat hat geschrieben:Da flog ein Mexikanischer Dopingbaron auf, der Leichtatlethen, wie Marion Jones, etc. unterstützt hatte.
Ja, der SpOn-Artikel ist einer der ernüchternsten, die publik geworden sind.

Aber Doping war im Sport!! (nicht nur im Radsport) schon immer ein Thema - wenn auch für die Medien erst in der neueren Zeit. Das erste Dopinggeständnis (im Radsport) datiert schließlich nicht aus dem (TdF-)Skandaljahr 2006, auch nicht aus denen der Festina- und Cofidis-Skandalen, sondern bereits aus dem Jahr 1924.

Bei der Empörung der Öffentlichkeit wird dabei immer das vergessen, was Angel Heredia, der Drogenbeschaffer für Marion Jones et al. treffender wohl hätte nicht formulieren können:

das ist der Irrglaube: "Du wirfst heute etwas ein und morgen fliegst du." Im wahren Leben musst du unfassbar hart trainieren und sehr begabt sein und ein perfektes Team aus Trainern und Betreuern haben. Und dann machen die besten Drogen den Unterschied aus. Es ist alles eine große Komposition, eine Symphonie. Alles ist mit allem verbunden, verstehen Sie, und Drogen wirken dabei auf lange Sicht: Sie sorgen dafür, dass du dich erholen kannst, dass du die katabolischen Phasen vermeiden kannst. Volleyball am Strand mag gesund sein - Spitzensport ist nicht gesund. Du zerstörst deinen Körper.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 22.09.2012, 00:09

Dazu fällt mir mal wieder der schöne Satz ein:

Radsportler (und Schwimmer, Leichtathleten etc.) dopen, beim Fußball hingegen werden die Sportler "fit gesprizt". So war es jedenfalls früher immer in den Nachrichten zu hören - und die Nation freute sich mit, mit dem Fitgespritzen und seiner Mannschaft. Heute redet und schreibt da keiner mehr drüber.

Ich bin für fairen Sport. Das geht m. E. nur ohne Doping und gilt für alle Sportarten.
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Beitragvon Stockumer Junge » 22.09.2012, 11:24

Zitat Helmut: Ich bin für fairen Sport. Das geht m. E. nur ohne Doping und gilt für alle Sportarten.

Richtig, ansonsten ist es so eine Art Panoptikum. Ähnlich Bodybuilding und Wrestling
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Beitragvon Harterbrocken » 25.09.2012, 22:45

Kleiner Lesetipp: In der aktuellen TOUR-Ausgabe 10/2012 gibt es auf Seite 108 einen interessanten Artikel über das Hamilton-Buch "The Secret Race". Autor Sebastian Moll, selbst Berichterstatter in der Doping-Hochphase und bei Armstrongs sieben Tour-Siegen dabei, gibt sich bemerkenswert selbstkritisch. "Die Geschichte des wiederauferstandenen Krebspatienten, der nach dem Festina-Dopingskandal im Jahr zuvor der Tour wieder ihren Glanz zurück gibt, war einfach unwiderstehlich. So unwiderstehlich, dass man - rückblickend unentschuldbar - die journalistische Sorgfaltpflicht aus dem Auge verlor", schreibt Moll einsichtig.

So offen habe ich noch keinen Radsportjournalisten im Umgang mit seiner Rolle in dem ganzen Dopingsumpf erlebt, Respekt Herr Moll. Man denke nur an den korrupten TV-Journalisten Jürgen Emig (hat den HR mit betrügerischen Deals riesige Beträge aus der Kasse gezogen und wurde verurteilt) und dem verlogenen Hagen Bosdorf (Stasi-IM). Wie unreflektiert, einseitig und tendenziös haben diese Moderatoren gebührenfinanziert den verseuchten Profiradsport glorifiziert.

Zum Glück gab es aber ja auch echte Rechercheure wie den Briten David Walsh, der sich nicht hat einlullen lassen und stets weiter kritische Fragen stellte.

Übrigens: Die Rad-WM in Holland fand in deutschen Medien nur minimale Beachtung. Und der Hauptteil der Berichterstattung setzte sich mit der fragwürdigen Rolle der UCI und massiver Kritik an dessen Chef McQuaid und dessen Vorgänger Verbruggen auseinander. Der Sportteil unserer Zeitungen hat eigentliches Besseres verdient. Wer, bitte schön, setzt unsere schöne Sportart wieder auf null?
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Beitragvon Helmut » 26.09.2012, 01:34

Gefunden im Pressespiegel des BDR: Fuentes und Komplizen wird der Prozess gemacht. Und wieder wird nur über Radsportler als Dopingsünder geschrieben, hier durch die LVZ online. Siehe

http://www.lvz-online.de/sport/radsport ... 58500.html

Auch Wikipedia berichtet über den Dopingskandal Fuentes als "eine Dopingaffäre im internationalen Profi-Radsport", berichtet über gedopte Leichtathleten und Fußballspieler nur als Randthema. Gleichwohl (Zitat Wikipedia): "Im September 2006 klagte der UCI-Präsident Pat McQuaid über die Beschränkung des Dopingskandals auf den Radsport. Fuentes hatte bereits nach seiner Verhaftung bestätigt, dass die Mehrheit seiner Kunden in anderen Sportarten tätig war. Soweit es McQuaid bekannt war, kämen von den rund 200 betroffenen Sportlern nicht einmal 30 % aus dem Radsport." Nun mag man McQuaid als unglaubwürdig einstufen, warum aber sollte Fuentes dazu falsche Angaben gemacht haben? Siehe

http://de.wikipedia.org/wiki/Dopingskandal_Fuentes

http://de.wikipedia.org/wiki/Dopingskan ... _Radsports

Es geht dabei um Fussballspieler aus der spanischen Primera División. Man kann somit davon ausgehen, dass es auch in der Champions League gedopte Sportler gegeben hat. Aber das will in Deutschland niemand wissen.
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Beitragvon Harterbrocken » 12.10.2012, 21:32

Meine Güte, so ein Rauschen im Blätterwald zum Thema Doping wie heute habe ich selten erlebt: Vom Schwarzwälder Boten bis zur Süddeutschen Zeitung wird das Fall Armstrong beleuchtet. Tenor: Der größte Sportbetrug aller Zeiten. Armstrong hat nicht nur selber heftigst gedopt, sondern seine Teamkameraden animiert und sogar unter Druck gesetzt. Jemanden zum Drogenkonsum zu bringen, finde ich besonders verwerflich. Und nun ist auch amtlich, dass die UCI davon wusste, das alles billigte.

Der Antidopingkämpfer Prof. Franke stellt dazu fest: "Der Radsport ist in sich korrupt." Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich wünschte, das alles wäre Vergangenheit. Aber an einen sauberen Neuanfang kann ich nicht glauben, denn viele der Hauptakteure sind noch aktiv - als Fahrer, Teamchefs oder UCI-Offizielle. Klar, auch in anderen Sportarten wird gedopt. Aber derart extrem und kriminell - das zeigt die Causa Armstrong nun sehr deutlich - geht es leider nur im Profi-Radsport zu.

Bemerkenswert ist, dass gleich 26 Zeugen gegen ihren Ex-Chef Armstrong aussagen, selbst treue Begleiter wie Hincapie. Bin gespannt, wie Armstrong damit umgehen will. Wie kann man mit so einer Lebenslüge und Last leben?

Hans-Michael Holczer ist übrigens gerade als Teammanager bei Katuscha zurück getreten.
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Beitragvon Grotefend » 13.10.2012, 14:00

Harterbrocken hat geschrieben:Aber derart extrem und kriminell - das zeigt die Causa Wie kann man mit so einer Lebenslüge und Last leben?
Hundert Millionen sind doch ein gut wirkendes Schmerzmittel. Ich weiß nicht einmal, ob ich bei dieser Summe nicht auch schwach würde.

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Beitragvon Harterbrocken » 13.10.2012, 19:12

100 Millionen sind wahrlich eine galaktische Summe. Und der Mann ist ja an ein Jet-Aet-Leben mit Privatflugzeug etc. gewöhnt. Er hatte ja sogar politische Ambitionen, wollte mal Gouverneur von Texas werden. Das kann er jetzt wohl vergessen. Da das Postal Team mit Steuergeldern finanziert wurde, kommen eventuell Schadenersatzforderungen auf ihn zu.

Das viele Geld wird wohl auch der Grund gewesen sein, warum Armstrong Druck auf Funktionäre, Politiker, Firmen usw. ausüben konnte.

Bei einem Angebot 100 Mio. zu kassieren, mögen tatsächlich manche schwach werden. Aber der Preis ist am Ende doch zu hoch.
Zuletzt geändert von Harterbrocken am 13.10.2012, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon hanseat » 13.10.2012, 19:38

Grotefend hat geschrieben:Hundert Millionen sind doch ein gut wirkendes Schmerzmittel. Ich weiß nicht einmal, ob ich bei dieser Summe nicht auch schwach würde.
Nie im Leben!

Entweder man hat Prinzipien oder eben nicht.
"Mr. Nachkommastelle"
...wir sitzen alle in einem Boot, die einen rudern und die anderen genießen die Aussicht...
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Beitragvon Hendricks » 16.10.2012, 11:13

prinzipien hin oder her... nur durch "mal dopen" wird keiner reich....

aber jeder wie er will. gedopt wird auch hier im forum. hab genug leute im absolut unterem leistungsniveau (wird das so geschrieben?!) erlebt, die sich hier und da ne asperin reinziehen, damit später die knie nicht sooo weh tun oder weil man ja unbedingt 300 km fahren muss das ein oder andere schmerzmittel ala tabletten einwerfen...

wenn ich schmerzen habe, mach ich pause. wenn ich weiß es geht nicht, dann fahr ich es nicht und wenn die schmerzen dann unterwegs kommen, wir durchgebissen oder aufgehört.

ich leg nichtmal für meine "freunde" die hand ins feuer. alle wollen sie immer ganz toll darstehen und so eine kleine tablette macht ja wohl nichts... traurig, aber wahr...
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Beitragvon Harterbrocken » 18.10.2012, 15:03

Hendricks hat geschrieben:ich leg nichtmal für meine "freunde" die hand ins feuer. alle wollen sie immer ganz toll darstehen und so eine kleine tablette macht ja wohl nichts... traurig, aber wahr...
Ja,das ist wirklich traurig. Und ganz unschuldig an dieser gedankenlosen Haltung sind die großen Radsportheroen wie Armstrong und Co. bestimmt nicht. Dem geht es jetzt übrigens immer mehr an den Kragen. Gerade heute wurde bekannt, dass sein treuer Sponsor Nike sich von ihm trennt und hat sein Tun scharf kritisert.

Auch Ex-Teamgefährte van der Velde erhebt nun wie Tyler Hamliton schwerste Vorwürfe gegen Armstrong. Die Wand des Schweigens scheint immer mehr zu bröckeln. Der aktuelle "Stern" deutet bereits an, dass Jan Ulrich auspacken könnte und sollte.

Selbst das die richterlichen Ermitllungen gegen Armstrong, die im Frühjahr unter fragwürdigen Umständen eingestellt wurden, wieder aufgenommen werden, scheint nicht mehr unmöglich. Schließlich hat er mit seinem Team US Postal große Summen an Steuergeldern missbraucht. Und in den USA tobt ja momentan der Wahlkampf; da könnten Sport und Doping durchaus noch eine Rolle spielen.
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Schnuffi
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Beitragvon Schnuffi » 19.10.2012, 12:50

Plötzliche Erkenntnis bei Rabobank:
Wir sind nicht mehr überzeugt, dass der Profiradsport zu einem sauberen und fairen Sport werden kann. :HaHa: :HaHa: :HaHa:

siehe
http://www.spiegel.de/sport/sonst/te...-a-862192.html
Wenn Du schneller fährst brauchst Du Dich nicht so lange anzustrengen :mrgreen:
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 22.10.2012, 19:43

In der letzten Woche sollte das WM-Qualifikationsspiel England und Polen stattfinden. Das Wetter war aber zu schlecht um das Spiel stattfinden zu lassen. Am nächsten Tag konnte dann gespielt werden. Das Spiel endete 1:1. In der Presse konnte man dann nachlesen: Die englischen Spieler hatten kurz vor der Absage Koffeeintabletten eingenommen. Um aber nach der Absage schlafen zu können, bekamen sie dann Schlaftabletten. Damit waren sie dann am Spieltag zu müde, um das Spiel zu gewinnen. :Totlach: :Totlach: :krankimbett: :Kuehlen:
Aber !!!!!! Es gibt ja auch Fußballspiele, da führt eine Mannschaft 4:0, trotzdem endet das Spiel 4:4. :Unentschlossen:

Das was Amstrong gemacht hat, ein Verbrechen. Was einige andere im Radsport für Schweinereien gemacht haben, dieser faszinierenden Sportart schwer geschadet haben, sollte gnadenlos aufgeklärt werden.

Was ich vermisse, ist allerdings die gnadenlose Aufklärung auch in anderen Sportarten, oder ?? Aber hier ist die Mauer des Schweigens wohl noch zu stabil.
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Harterbrocken
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Die Causa Armstrong

Beitragvon Harterbrocken » 22.10.2012, 21:58

Jetzt ist es amtlich: Lance Amstrong verliert alle seine Tour-Titel. Am Freitag werden möglicherweise Jan Ullrich und Andreas Klöden zu den neuen Siegern erklärt. Oder die Ergebnislisten bleiben weiß. Das ist wohl der bessere Weg, denn zumindest Ulrich hat ja bereits erklärt, dass er die Titel nicht will. Warum wohl?

Klar, auch in anderen Sportarten wird gedopt. Das kann und soll keiner schön reden. Das gehört ebenso ans Licht, wie Doping im Radsport. Und das muss ebenso gnadenlos aufgeklärt werden, wie die Armstrong-Affäre.

Aber Fakt ist auch: Der Fall Armstrong ist der größte Betrug der Sport-Geschichte. Nirgends sonst wurde so systematisch und kriminell agiert wie in seinen Teams. Dabei hat er sich nicht nur körperliche Vorteile verschafft, sondern als Anstifter und Kopf des Systems agiert.

Und jetzt geht es ihm völlig zu recht auch an seine Kohle. Sponsor Nike hat tief enttäuscht bereits alle Verträge gekündigt. Die Tour-Orga fordert die Siegprämien zurück. Der Mann fällt immer tiefer und endet vielleicht sogar im Knast.

Mann oh Mann, wie habe ich sein erstes Buch über den Kampf gegen den Krebs verschlungen. Nach der Lektüre war er für mich nicht nur ein Sportheld, sondern ein Gutmensch, der sich dem Kampf gegen den Krebs verschrieben hat - ein Mythos, fast ein Heilger. Und nun das.

Wen das alles näher interessiert, empfehle ich die Lektüre von Tyler Hamiltons "Secret Race". Alles was dieser Tage öffentlich wird, hat Hamilton dort in sehr persönlicher Weise beschrieben - ein echter Doping-Krimi. Auch die tausendseitigen (!) Amstrong-Ermittlungsakten soll online stehen. Weiß jemand wo?

Soll bitte keiner sagen, dass Doping nur Berufsfahrer betrifft. Die FAZ schreibt in ihrer Ausgabe vom 18.10.2012 sehr detailliert über die Professionalisierung der Hobby- und Jedermannszene am Beispiel des Teams von Merkur-Druck aus Norderstedt:

ttp://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/ra ... 23768.html

Aufwand, Ausrüstung und Training sind offenbar derart aufwendig, dass man hier wohl schon von Semi-Profis sprechen kann. Für mich eindeutig der falsche Weg. Ich hatte die Merkur-Mannschaft bei Rund um Köln gesehen und dachte, die starten bei den Profis. Der schicke Team-BMW parkte vorm Hotel direkt am Startbereich, Mechaniker kümmerten sich um die Karbon-Maschinen. Was, bitte schön, hat das mit Jedermann-Sport zu tun?

Der FAZ-Artikel endet mit der Feststellung, dass bei Jedermann-Rennen heute im Schnitt 42 km/h gefahren werden - ein wahres Profitempo. Damit würden die Jedermänner, so die Zeitung, in die falsche Richtung strampeln. Dem, finde ich, ist nichts hinzuzufügen!
stolk
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Beitragvon stolk » 23.10.2012, 19:21

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Janibal
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Verwackelt

Beitragvon Janibal » 24.10.2012, 07:29

Hab neulich den Heinz Bünger ( http://www.youtube.com/watch?v=rG0OWMJz-qI ) getroffen. Er macht freiwillig Drogenaufklärung an Schulen, weil er hat schon alle Drogen ausprobiert und saß 12 Jahre im Knast. Wenn der Mann vor dir steht, dann wackelt er. Nicht weil er friert, sondern weil er clean ist und die Drogen Spuren hinterlassen haben. Er selbst nennt Drogenkonsumenten "Verwackelte"

Um nicht zu den Verwackelten zu gehören, sollte man um die Gefahr von Drogen wissen.

Die meisten Drogen stimulieren, auch sexuell, was zu einer mentalen Abhängigkeit führt, weil ohne Drogen nix mehr geht. Die körperliche Abhängigkeit setzt bei Herion und Schmutz wie Crystal sofort ein. Bei körperlicher Abhängigkeit werden körpereignen Botenstoffe unersetzbar durch die Droge ersetzt. Nicht ganz so schlimm ist Cokain. Dafür am meisten verbreitet, fast jeder Dealer hat was dabei. Zum Schutz der Neugierigen (Jugend) werde ich hier mal texten, wie reines Cokain nachgewiesen werden kann. Denn wenn der Kunde gestrecktes von reinem Stoff unterscheiden kann, dann läßt der Dealer die Finger vom Kunden, es gibt genung reiche Kunden, die alles nehmen und immer mehr brauchen.

Cokain wird gestreckt mit Packpulver, Babyabführmittel, Coffein oder Traubenzucker.

Backpulver ist nachzuweisen durch:
Alufolie, Droge und Wasser. Wenn es zischt und brodelt, dann ist Backpulver im Spiel.

Babyabführmittel:
Droge auf Alufolie, Feuerzeug drunter. Hinterläßt eine andere Brennspur als Cokain.

Traubenzucker: Droge auf Alufolie, Feuerzeug drunter, riecht nach verbranten Zucker.

Kurz probieren mit der Zunge wie in Filmen (eigentlich schlecht). Cokain betäubt die Zunge nach kurzer Zeit langsam (so wie Zahnarzt, nur nicht so stark), schmeckt eigen, nicht nach Zucker oder Kuchen.

Wasserglas: reines Cokain geht unter und hinterläßt eine fadige Spur im Wasser, gestrecktes Cokain schwimmt. Versuch geht auch in der holen Hand oder Toliettenbecker, alles was in der Disco vorhanden ist...


Hätte der Pantani das gewusst, wäre er nicht so verwackelt gewesen. Wer Crystal oder anderen Schmutz nimmt, der wackelt nicht lange, sondern ist bald weg, von der schönen Erde.


Der Heinz hat mit dem Schneekönig zusammengearbeit, damals. Eine Doku um den Schneekönig kommt in der Nacht vom 6.11. auf den 7.11 um 0:00 Uhr. Ab 18 Jahre!

http://www.ndr.de/fernsehen/epg/epg1157 ... 60452.html


Alle Drogen sind Doping und wer hoch fliegt, fällt....
St. Jan
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Re: Die Causa Armstrong

Beitragvon bort » 24.10.2012, 09:12

Harterbrocken hat geschrieben:Auch die tausendseitigen (!) Amstrong-Ermittlungsakten soll online stehen. Weiß jemand wo?
ja, hier: http://cyclinginvestigation.usada.org/ und dann unter dem Reiter "Appendices and Supporting Materials"

In dem Zusammenhang ist auch das Buch "Vollblutrennfahrer" von David Millar zu empfehlen. Millar ist nach eigenen Angaben als Amateur und auch zu Beginn seiner Profikarriere clean gefahren, weil er immer strikt gegen Doping war. Aber auch bei ihm wirkte das System.

Nach seinen ersten Jahren bei Cofidis begann unter Einfluss eines Formitiefs, damit verbundenen schlechten Ergebnissen und dem Erfolgsdruck seitens der Teamleitung / Sponsoren schleichend seine Doper-Karriere (hier mal abends eine Vitamnispritze, dort ein paar Schlaftabletten, aber gemäß UCI alles noch legal) die dann ebenfalls in professioneller "Vorbereitung" mittels EPO gipfelte - Hauptaugenmerk war dann immer, vor einem Wettkampf den Hämokritwert wieder unterhalb des "offiziellen Grenzwerts" von 50% zu drücken.

2004 flog das Ganze auf, er wurde bis 2006 gesperrt. Seit seinem Comeback engagiert er sich wieder stark im Kampf gegen Doping... alles nur Show? Keine Ahnung, muss jeder für sich selber entscheiden, ich fand das Buch aufgrund seiner offenen Art trotzdem sehr gut.

Im Gegensatz zu Hamilton werden in Millars Buch aber Mitfahrer aus dem Peloton nicht offen als Doper benannt - auch Lance Armstrong nicht, das steht eher zwischen den Zeilen.

Gruß,
Dirk.
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Beitragvon Harterbrocken » 25.10.2012, 17:37

@bort: Danke für den Buchtipp. Über Millar habe ich bereits einiges gelesen, von ihm aber noch nicht.

Da dieser Fred ja Doping nicht nur im Radsport heißt, hier eine kleine Anmerkung: In der SZ stand gestern direkt unter einem Armstrong-Artikel was von einem Dopingfall in der Schachbundesliga. Dort wird offenbar nicht mit Medikamenten betrogen, sondern mit Handys. Darum nennen sich diese Vergehen auch E-Doping. Und das läuft so: Der Schachspieler geht immer wieder mal zur Toilette und lässt dann auf seinem Smartphone die Schachstellung von leistungsfähigen Rechenprogrammen analysieren, um sich so den besten Zug empfehlen zu lassen.

Wenigstens schadet E-Doping nicht der Gesundheit. Fieser Betrug ist es trotzdem.
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Beitragvon Indorain » 26.10.2012, 15:04

stolk hat geschrieben:Bild
Bobby Julich kannst Du auch streichen:
http://www.tour-magazin.de/profisport/n ... 21311.html
Aufwand, Ausrüstung und Training sind offenbar derart aufwendig, dass man hier wohl schon von Semi-Profis sprechen kann. Für mich eindeutig der falsche Weg
Wohl wahr! Die schnellsten bei den Cyclassics hatten z.b. einen höheren Schnitt als die Profis! Das da alle nur mit Wasser fahren darf bezweifelt werden (http://www.tri2b.com/triathlon-training ... tteln.html)...
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Buchtitel

Beitragvon Harterbrocken » 06.11.2012, 04:48

Schon erstaunlich, was deutsche Buchlektoren aus englischen Originaltiteln machen: Tyler Hamiltons Buch "The secret race" wird zu "Die Radsport-Mafia". Zu sehen ist die Neuerscheinung auf der HFS-Titelseite links. Warum macht man das? Nun, "Das geheime Rennen" war dem Malik-Verlag offenbar nicht reißerisch und verkäuferisch genug. Da musste offenbar die Allheilvokabel Mafia her. Mir ist das zu boulevardesk, auch wenn der Titel die Dopingaffäre um den "Paten" Lance Armstrong, seine "Familie" und die "Omerta" ja doch ganz gut trifft.
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TV-Tipp: Tyler Hamilton im ZDF

Beitragvon Harterbrocken » 22.11.2012, 07:35

Das könnte spannend werden: Samstag, 24.11., wird Tyler Hamilton als Interviewgast im ZDF-Sportstudio erwartet. Ich weiß: Einigen hängt die Doping-Diskussion zu den Ohren raus. Doch das Aufräumen hat wohl gerade erst begonnen. Was da alles ans Licht kommt, ist schockierender als ein Krimi. Nur das es sich hier um Nonfiction handelt.

Und Armstrong? Der twittert!

http://meedia.de/internet/lance-armstro ... dium=email

Der Mann hat Nerven. Der Skandal geht wohl immer weiter. Man beachte das Foto: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
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Re: TV-Tipp: Tyler Hamilton im ZDF

Beitragvon bort » 25.11.2012, 13:08

Harterbrocken hat geschrieben:Das könnte spannend werden: Samstag, 24.11., wird Tyler Hamilton als Interviewgast im ZDF-Sportstudio erwartet.
war wirklich sehr informativ und Michael Steinbrecher hat das Interview wie ich finde gut und sachlich geführt. Am Ende kam auch noch die ehemalige BDR-Präsidentin Sylvia Schenk zu Wort (mittlerweile ist Sie im Vorstand von Transparency International)

Wer es nicht gesehen hat, hier der Link zum Interview in der ZDF Mediathek (knapp 42 Minuten lang)
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... e-ein-Hund

Grüße,
Dirk.
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Re: TV-Tipp: Tyler Hamilton im ZDF

Beitragvon Harterbrocken » 25.11.2012, 22:16

bort hat geschrieben:...war wirklich sehr informativ und Michael Steinbrecher hat das Interview wie ich finde gut und sachlich geführt.
Wer es nicht gesehen hat, hier der Link zum Interview in der ZDF Mediathek (knapp 42 Minuten lang)
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... e-ein-Hund
Ja, das sehe ich auch so. Die Fragen waren gut, das Interview lang, sachlich und aufschlussreich. Nach jahrelanger Jubelberichterstattung bringen die öffentlich-rechtlichen Sender nun endlich Radsportbeiträge mit der nötigen Distanz und journalistischen Professionalität.
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Beitragvon Helmut » 26.11.2012, 00:42

Was Hamilton im Interview auch sagte, worauf aber kein Presseorgan in Deutschland anspringt, ist, dass es Doping auch im Fußball und im Tennis gibt.

Das will halt bei uns keiner hören.
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Beitragvon bort » 26.11.2012, 08:16

Helmut hat geschrieben:Was Hamilton im Interview auch sagte, worauf aber kein Presseorgan in Deutschland anspringt, ist, dass es Doping auch im Fußball und im Tennis gibt.
jedenfalls nur eingeschränkt, die Rheinische Post hat zumindest eine Headline dazu:
http://www.rp-online.de/sport/hamilton- ... -1.3081968

wobei Hamilton sich da ja auch sichtlich unwohl fühlte bei der Frage, da hatte er wohl nicht mit gerechnet.

Grüße,
Dirk.
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Beitragvon Angelboot » 26.11.2012, 18:29

Aufarbeitung der Dopingvergangenheit ist notwendig. Der Radsport macht es vor.

Nur die anderen Sportverbände ducken sich im Schatten des Radsports weg.
Danilo Hondo hat das treffend im Interview mit dpa formuliert.

Was ich aber sehr schmutzig finde, ist das Verhalten von Tyler Hamilton. Er ist der einer der größten Sportbetrüger der letzten Jahrzehnte, genau wie Jörg Jacksche. Beide haben fast ihre gesamten Erfolge mit unerlaubten Mitteln eingefahren.

Insofern sollen sie gerne ihre Aussagen vor der Sportgerichtsbarkeit machen, aber nicht mit ihrem Betrug auch anschließend noch Geld verdienen. Hohe Honorare für Bücher oder für Zeitungsinterviews einstreichen.

Und wenn dieser Mister Hamilton Vorwürfe und Mutmaßungen über andere Sportler in die Welt setzt, z. B über Jens Voigt, aber anschließend sagt: "Beweisen könne er das nicht". Dann zeigt er erneut seinen schlechten Charakter. Weitere Kommentare von diesem Menschen sind jetzt überflüssig. Möge er in der amerikanischen Prärie untertauchen.
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Beitragvon Helmut » 27.11.2012, 23:40

Fussball- und Tennisprofis konnten von Hamilton ja nur deshalb wieder ins Gespräch (Gerede) kommen, weil Fuentes sie als seine Kunden benannt hatte.

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

http://www.rp-online.de/sport/hamilton- ... -1.3081968
Hamilton: Auch im Fußball und im Tennis wurde gedopt

http://www.focus.de/sport/radsport/rads ... 68835.html
Sind Fußballer die größeren Doping-Sünder?
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Armstrong gesteht

Beitragvon Harterbrocken » 15.01.2013, 23:04

Nun endlich lüftet Armstrong seine schmutzigen Geheimnisse. Morgen wird er im US-TV systematisches Doping zugeben. Schon hagelt es Schadensersatzansprüche und Klageandrohungen.

Ich weiß: Einigen hängt das Thema zum Hals raus. Aber der größte Betrug der Sportgeschichte will aufgearbeitet werden. Sonst wird kein sauberer Neuanfang möglich sein. Armstrong ist ja nach wie vor eine charismatische Figur. Wenn er jetzt vom Saulus zum Paulus wird, könnte er den Sport sauberer machen und einen frischen Start ermöglichen.

Mit seiner Offensive plant Armstrong noch Schlimmeres für ihn verhindern zu wollen. Auch UCI-Offizielle dürfen sich wohl warm anziehen. Sie sollen alles gewusst und gedeckt haben - de Geschäfte liefen einfach zu gut. Nun sind heftige Turbulenzen programmiert - womöglich droht dem Radsport gar das Olympia-Aus.

Ob sich Armstrong mit seinen Ex-Teamkollegen nach all den Vorfällen versöhnen kann? Ich bezweifle das.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 16.01.2013, 10:06

Ich weiß: Einigen hängt das Thema zum Hals raus.
Genau!

Und dem Kommentar von Jan Ullrich, kann man sich nur anschliessen. Das alles ist für mich nichts Neues". Und für die Radsportfans, die sich im Radsport wirklich auskennen, auch nicht.

Was passiert da in Texas? Ein weiterer amerikanischer Sportbetrüger, leistet einen Offenbarungseid. Endlich!!

Für mich, seit 50 Jahren Radsportfan, beginnt jetzt wieder die schöne Zeit. Am 20.Januar startet die neue Profisaison mit der "Tour Down Under" in Australien. Ich werde wieder bei allen Rennen mitfiebern. Bei einer Sportart, in der von allen Sportarten, die Dopingkontrollen am intensivsten sind. Sicher, bei so einem engen Kontrollnetz, wird auch mal einer erwischt werden. Ist mir aber immer noch lieber, wenn bei der "Pippimacherei" der Helden vom grünen Rasen, sich alles in Wohlwollen auflöst.

Lieber Harterbrocken! Ich würde mir wünschen, auch DU hilfst mit, den Radsport in seiner gesamten Breite, zu unterstützen. Nicht immer wieder diese ollen Kamellen so negativ zu propagieren. Danke.
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Harterbrocken
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Beitragvon Harterbrocken » 16.01.2013, 11:09

Angelboot hat geschrieben:Bei einer Sportart, in der von allen Sportarten, die Dopingkontrollen am intensivsten sind.
Exakt das ist der kritische Punkt. Offenbar sind die Kontrollen nicht so intensiv wie von der UCI propagiert. Oder sie werden vorher abgesprochen, angekündigt oder die Offiziellen werden bestochen. Mal sehen, was Herr Armstrong dazu sagt. Der Radsport wird in einer hochkritischen Situation bleiben. Da nützen keine romantischen Verklärungen, Kopf-Hoch-Parolen oder Verweise, dass es im Fußball noch schlimmer ist. Der Radsportskandal, der schon lange keine Affäre mehr ist, sondern der größte Betrug, den der Spitzensport je gesehen hat, gehört aufgeklärt. Restlos. Und das ist er leider noch nicht.
Angelboot hat geschrieben: Nicht immer wieder diese ollen Kamellen so negativ zu propagieren. Danke.
Sorry Angelboot, das sind keine alten Kamellen und ich habe keine Interesse daran, etwas negativ zu propagieren. Mir geht es um maximale Information und Transparenz. Schade, dass Du das anders siehst. Was jetzt passiert spiegelt sich auf der Titelseiten der Tageszeitungen wieder. Warum, bitteschön, sollten Journalisten immer wieder alte Kamellen durchkauen? Im Gegenteil: Es gibt regelmässig neue Entwicklungen, Enthüllungen und Erkenntnisse. Über die wird berichtet und an dieser Stelle diskutiert. Ist doch richtig so. Auch dafür sollte so ein Forum wie dies offen sein. @Angelboot: Dein Wunsch nach einer Jubel-Berichterstattung, speziell für die Leistungen der deutschen Jung-Profis, mag aus Deiner Sicht verständlich sein, löst das Problem aber nicht.

Was die letzen Wochen in Sachen Armstrong ans Licht kam, ist Resultat aktueller USADA-Ermittlungen. Jan Ullrich war in der Tat eher Opfer als Täter, aber das er nicht mehr als ein verbales Achselzuckeln übrig hat, enttäuscht mich sehr. Den Zeitpunkt aufzuräumen, hat er wohl verpasst. Jetzt versucht sich Armstrong mit Hilfe des Fernsehens vom Täter zum reuigen Sünder zu stilisieren. Zur Oprah Winfrey-Show rückt er mit zehn Beratern und Juristen an. Ein Profi durch und durch. So wie er früher sein Umfeld instrumentalisierte, nutzt er heute die Medien für seine Transformation zum bekehrten Helden. Ich fürchte, es könnte funktionieren. Und Ullrich ist einmal mehr der Verlierer, der nichts anderes sagt als: "Alles nichts Neues." Sehr schade. Was für ein trauriges Schauspiel.

Lieber Angelboot, auch ich bin Radsportfan, kann aber die Augen vor der harten Realität nicht verschliessen. Jetzt nicht. Und auch nicht bei verschiedenen Giro d'Italia, Tour de France und Tour de Suisse, die ich selber live an den Etappenorten erleben durfte. So konnte ich einmal persönlich Schritt für Schritt verfolgen, wie Sprintsieger Cavendish aus dem Zielbereich zur Dopingkontrolle geschleust wurde. Da war keine teamexterne Begleitung, Aufsicht etc. Statt dessen verschwand er erstmal in seinem Teambus. Bitte, ich möchte ihm keinesfalls etwas unterstellen. Aber nach intensiven Dopingkontrollen sah das nicht aus. Oder werden siegreiche Sprinter nicht getestet? Dass das überhaupt alles nötig ist, also Aufsicht beim pinkeln und so (aber offenbar nicht immer durchgeführt wird), verdirbt den Spaß an dem Sport. Das gesamte System (UCI; Sponsoren, Ärzte, Berater, Teamstrukturen usw.) gehört geändert. Dann macht der Profisport vielleicht wieder puren Spaß und der Sieger ist ein echter Sieger und kein Betrüger.

Übrigens: Das zweiteilige Armstrong-Interview wird Freitag und Samstag jeweils um drei Uhr MEZ auf Sky übertragen. Oder als Livestream im Internet unter:
www.oprah.com
Am Freitag soll das Gespräch dann im Free-TV um 19.15 Uhr auf DMAX ausgestrahlt werden.
Zuletzt geändert von Harterbrocken am 17.01.2013, 03:22, insgesamt 5-mal geändert.
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Beitragvon Angelboot » 16.01.2013, 15:20

Hallo Harterbrocken,

ich werde auf deine Ausführungen in Zukunft nicht mehr eingehen. Es lohnt sich einfach nicht. Du meinst, Du hast den totalen Einblick, dabei zitierst Du immer nur aus irgendwelchen Medien, machst Reklame für Bücher von Sportbetrügern wie Tyler Hamilton. Hauptsache es schadet dem Radsport. Du lechst förmlich nach dem Skandal, dem grossen Knall.

Positive Nachrichten blendest Du aus, hälst Du nicht für erwähnenswert, würde deinem Spiel ja schaden. Ein Beispiel: Meldung vom 16.1. auf radsport-news.com

"Dopingfall" Fränk Schleck bei der Tour de France: Der Geschäftsführer des Anti-Dopinglabors in Köln, Dr.Hans Geyer, hält einen Manipulationsverdacht gegen Fränk Schleck, für unwahrscheinlich.

Da wird ein fairer Sportler wie Fränk Schleck, 6 Monate an den Pranger gestellt, sein Ansehen fast ruiniert. Ist ja nur ein Radsportler. Das ist für deine so oft zitierten Gazetten, natürlich keine Meldung für die Titelseite. Für Enthüllungsjournalismus nicht geeignet. radsport-news.com, solltest Du mal zu deiner Pflichtlektüre machen.

Wie Dopingkontrollen wirklich im Radsport ablaufen, ist dir völlig unbekannt. Da werden die Profis um 6:00 Uhr morgens, vor einem harten Rennen, aus dem Bett geholt, und Blut abgenommen. Mit dem Blutpass verglichen. Urinproben nach einem Rennen oder nach einem Fußballspiel, sind in der heutigen Zeit Pipikram, im wahrsten Sinn des Wortes, sie sind für die Galerie.

Wir, die den Radsport wirklich lieben, fordern nur Gerechtigkeit. Und keine einseitige Berichterstattung, oft ohne Fachwissen.
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Beitragvon g.o.t. » 16.01.2013, 17:52

Ihr beiden scheint etwas zu sagen zu haben.

Trinkt mal zusammen ein Bier!

HFS-Stammtisch sollte sich dafür eignen.
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Beitragvon Harterbrocken » 16.01.2013, 19:32

g.o.t. hat geschrieben:HFS-Stammtisch sollte sich dafür eignen.
Ich bin dort Stammtisch-Stammgast. Die ilohh-Bar ist aber für derartige Diskussionen eher schlecht. Sie eignet sich bestens zum Kickern, was wir die letzten Male auch mit viel Freude gemacht haben. Völlig ungedopt, :HaHa: dafür aber mit leckerem Astra in den Halbzeitpausen. prrosit Oder steht das auf der Verbotsliste?

Das Problem im Radsport wird sich auch so klären. Es scheint nur schwer zu sein, es ohne Emotionen zu erkennen und zu beschreiben. Nur totschweigen kann und sollte man es eben nicht.
Zuletzt geändert von Harterbrocken am 16.01.2013, 19:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Angelboot » 16.01.2013, 19:33

@g.o.t
Sonst guter Vorschlag.

Aber zu spät. Siehe oben.
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Beitragvon Harterbrocken » 16.01.2013, 20:05

Für einen Schnack bei einem Bier bin ich natürlich trotzdem jederzeit offen. Auch über Doping, lieber aber über private Radsportabenteuer und -erlebnisse sowie Gott oder g.o.t. und die Welt.

In Sachen Doping warten wir mal die nächsten Wochen ab, bis sich der Pulverdampf gelegt hat. Denn der "große Knall" war ja längst. Jetzt feuert Armstrong noch mal aus allen Rohren mit ungewöhnlichen Waffen. Seine letzte und wichtigste Etappe hat er aber verloren. Seine Verfolger waren zu stark; nicht nur seine Karriere liegt in Schutt und Asche. Bald werden hoffentlich die Trümmer geräumt und es geht im Profiradsport in die Friedensverhandlungen. Drücken wir die Daumen, dass diese Erfolg haben und möglichst sauberen Sport garantieren.

Das war jetzt aber mal positiv oder?

Und nichts gegen den interessengesteuerten Insider-Dienst radsport-news.com. Doch "irgendwelche Medien" wie FAZ, Süddeutsche, Spiegel und Stern sind auch nicht ganz schlecht.

Der nächste Stammtisch sollte am 8. Februar sein, wenn ich nicht irre.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 17.01.2013, 10:30

Wie schon in meinem Beitrag vom 16.1.2013, 15:20 Uhr geschrieben, lohnt eine weitere Diskussion mit deiner Person zum Thema nicht mehr.

Dir fehlt einfach das fundierte Fachwissen. Du willst einfach nur hetzen.
Was dich treibt? Im übrigen hast du bei deiner Aufzählung die Bild Zeitung vergessen, noch so ein renommiertes Blatt.

Entgegen deiner Meinung, befindet sich der Profiradsport auf einem guten Weg. Wir, die auch in schlechten Zeiten diesem tollen Sport die Treue gehalten haben, können einen "Harten Brocken" verschmerzen.

Die Fahne in den Wind stellen, ist nicht so mein Ding.

Dir wünsche ich weiterhin viel Spaß auf dem Rad.

Wobei, falls du mal bei einem 1200er Brevet mein Begleiter sein möchtest, gerne. Strafe muss sein.
Bagdad-Biker

Beitragvon Bagdad-Biker » 17.01.2013, 12:07

Wieder einmal muss sich Angelboot, im Bezug auf Profiradsport, von mir mangelnde Objektivität vorwerfen lassen. Aus meiner Sicht ist er nicht Fan sondern Fanatiker, ohne dies abwertend zu meinen. Seine Uneinsichtigkeit und Sturheit stehen ihm, im Sinne sachlicher Diskussionen, jedoch erneut im Wege. Er sieht sich nicht in der Lage, die Argumente seiner Gesprächspartner zu tolerieren und deren Aussagen abzuwägen. Einmal mehr ist eine Diskussion mit ihm kaum möglich.
Angelboot hat geschrieben:Wie schon in meinem Beitrag vom 16.1.2013, 15:20 Uhr geschrieben, lohnt eine weitere Diskussion mit deiner Person zum Thema nicht mehr.
Klingt für mich nach mangelnder Einsicht. Oder ist es reine Argumentationslosigkeit? Schachmatt? Möglicherweise aber auch die Erkenntnis, das HB in einigen Punkten Recht hat, Angelboot dies nur nicht eingestehen will oder kann?
Angelboot hat geschrieben:Dir fehlt einfach das fundierte Fachwissen.
Das möchte ich doch stark anzweifeln. Desweiteren wird Harterbrocken als Journalist sicherlich besser in der Lage sein, seine Informationsquellen auf deren Inhalt zu prüfen, deren Wahrheitsgehalt zu filtern und sich aus den gewonnenen Informationen eine Meinung zu bilden, als der "normale" Zeitungsleser.

Es mag gut angehen, dass er weniger überzeugter Profiradsportfan ist als Du. Das kann ich nicht beurteilen. Beurteilen kann ich jedoch eure bisherigen Beiträge und komme für mich persönlich zu dem Schluss, dass er eine objektivere Betrachtungsweise an den Tag legt.
Angelboot hat geschrieben:Entgegen deiner Meinung, befindet sich der Profiradsport auf einen guten Weg.
Diesbezüglich kann man durchaus geteilter Meinung sein. Mich würde interessieren, worauf Du diese Aussage stützt. Frage doch einmal jemanden in deinem, nicht radfahrenden, Bekanntenkreis nach Profiradsport. Solange den Menschen zu allererst Doping in den Kopf kommt, ist aus meiner Sicht ein Weg noch nicht einmal erkennbar.
Angelboot hat geschrieben:Wir, die auch in schlechten Zeiten diesem tollen Sport die Treue gehalten haben, können einen"Harten Brocken" verschmerzen.
Besser formuliert: Wir, die vom Eifer geblendet vor der Realität des Dopingsumpfes die Augen verschlossen haben.

Aber wer ist denn "Wir"? Wie unzählige Beiträge und Diskussionen im Bezug auf Profiradsport und/oder Doping gezeigt haben, stehst Du mit Deinen Ansichten regelmäßig ganz alleine da. Dies sollte ggf. Anlass sein, die eigene Sicht, zumindest aber die Argumetationsweise zu überdenken.
Angelboot hat geschrieben:Die Fahne in den Wind stellen, ist nicht so mein Ding.
Das ist auch gut so und diese Einstellung bringt Dir bei mir einen enormen Respekt ein. Kaum jemand vertritt seine Ansichten so eisern wie Du. Leider bist Du aber, egal wie stichhaltig sie auch sein mögen, oft nicht in der Lage Gegenargumente zu respektieren. Ich kann mich daran erinnern, dass Du irgendwann das Forum entrüstet verlassen hast, weil niemand Deine Meinungen teilen wollte. Willst Du nun wieder beleidigt Deine Schaufel in den Sand werfen und den Sandkasten verlassen, weil mal wieder niemand mit Dir spielen will?
Angelboot hat geschrieben:Wobei, falls du mal bei einem 1200er Brevet, mein Begleiter sein möchtest, gerne. Strafe muss sein.
Uhh, der Angelboot schafft´nen 1200er. :GrosseZustimmung:
Fehlt es Dir an Anerkennung, dass Du nun glaubst Dich in dieser Form profilieren zu müssen?

Harter Brocken schreibt nominierte Berichte und schafft dabei x Anschläge/Minute. Ich laufe 100 m unter 11 sek. Helmut braucht nur drei Stunden Schlaf. Tribelix ist stark wie ein Bär. Johanna gewinnt einfach alles. Janibal...... Tierfreund...... mad.mat..........usw! Was aber sagt das schon aus? Menschlich in jedem Fall erstmal nichts.

Allein die Tatsache, dass du Dich ermächtigt siehst Harterbrocken (wofür auch immer) zu bestrafen, sagt viel über Deine Person aus. Hältst Du Dich denn tatsächlich für das Maß aller Dinge? Dann stelle Dir mal die Frage, warum für Dich hier bisher noch niemand in die Bresche gesprungen ist!
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Beitragvon Tribelix » 17.01.2013, 12:47

Jede Kindergärtnerin die das hier liest, wird freuen, dass sie doch einen sehr entspannten Job hat.

@ All :Spinnen:
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Beitragvon Angelboot » 17.01.2013, 13:41

@Bagdad-Biker, schön von dir zu hören!!!!

Aber wie geschrieben...........................
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Armstrong beichtet

Beitragvon Harterbrocken » 18.01.2013, 13:30

Tribelix hat geschrieben:@ All :Spinnen:
Hast schon irgendwie recht. Der Fred könnte mehr Sachlichkeit vertragen.

@Bagdadbiker: Danke für die Solidarität. Ich nehme Angelboots Anwürfe und Unterstellungen nicht persönlich, sonst würde ich ja nicht nur den Spaß am Profisport verlieren. Und eine Einladung von ihm zu einem 1200er-Bestrafungs-Brevet muss man sich auch erstmal verdienen. 8)

Es lohnt sich die älteren Beiträge in diesen Fred nochmals zu lesen. Da gab es sehr konstruktives zu lesen, zum Beispiel über Tyler Hamilltons Auftritt im ZDF-Sportstudio. Diese Art Austausch gefällt mir. Warum dann später diese Schärfe hier reingetragen wird, ist mir rätselhaft.

In Sachen Armstrong hat axiom1 an anderer Stelle einen neuen Fred aufgemacht. Ich schlage vor, das dort möglichst sachlich weiter zu diskuttieren.
http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/ ... php?t=6359

Oder will Helmut die Freds irgendwie zusammen führen?
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Re: Armstrong beichtet

Beitragvon Helmut » 19.01.2013, 01:50

Harterbrocken hat geschrieben:In Sachen Armstrong hat axiom1 an anderer Stelle einen neuen Fred aufgemacht. Ich schlage vor, das dort möglichst sachlich weiter zu diskuttieren.
http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/ ... php?t=6359

Oder will Helmut die Freds irgendwie zusammen führen?
Das sind zwei verschiedene Themen aus einem Themengebiet, können somit gern zwei verschiedene Freds bleiben.

Der neue behandelt das ab, was Armstrong freiwillig, zu seinen Bedingungen, bereit ist zu erzählen, über seine Rolle im größten Doping-Skandal aller Zeiten. In diesem hier, wird es weiter darum gehen, was es sonst noch so in Sachen Doping zu schreiben gibt - auch was andere Sportarten betrifft.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 25.01.2013, 19:37

Eine kleine Anmerkung zum Thema: "Immer nur der böse Radsport".

Der neue Trainer des FC Bayern München, Pep Guardiola, ja schon als Heiland von allen Medien gefeiert. Als der grosse Gewinn für die gesamte Fußball-Bundesliga, ist ein überführter Doper.

In seiner Zeit als Profi beim italienischen Erstligisten Brescia Calcio, wurde er zweimal positiv auf Nandrolon getestet, und vom italienischen Verband gesperrt. Er hat natürlich seine Unschuld beteuert.

Wenn er in München Erfolg hat, werden ihn die Medien trotzdem feiern.
Weiterhin die Spiele übertragen.
Ist doch ein Fußballer, der darf das!!!!!
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Beitragvon Speedmanager » 25.01.2013, 21:24

Angelboot hat geschrieben:Der neue Trainer des FC Bayern München, Pep Guardiola... ist ein überführter Doper.

In seiner Zeit als Profi beim italienischen Erstligisten Brescia Calcio, wurde er zweimal positiv auf Nandrolon getestet...

Ist doch ein Fußballer, der darf das!!!!!
Nun ja, immerhin wurde Juventus Turin 2004 systematisches EPO-Doping sogar gerichtlich bestätigt, wenngleich seinerzeit nur der Mannschaftsarzt "dran glauben" musste. Aber komischerweise wurde selbst dieses Urteil in der Berufungsinstanz wieder aufgehoben :HaHa:.
Dabei wäre gerade im Fußball ein Doping gar nicht einmal nötig, wie auch Juve bewies, man kann die Spiele auch einfach kaufen. Wenn man dabei allerdings erwischt wird, erfolgt der Zwangsabstieg. :(

Das Dopingzentrum hat sich allerdings mittlerweile von Italien nach Spanien verlagert. Nächste Woche gibt es ja wieder einen Prozess gegen Efe Fuentes. Allerdings werden wohl keine Fakten zu den zwischenzeitlich aufgekeimten Vorwürfen gegen Fußballer oder Tennisspieler auf den Tisch kommen.

Derweil war ja von Hein Verbruggen zu hören, dass Armstrong von der UCI bei verdächtigen Blutwerten gewarnt wurde - aber eben nicht nur Armstrong!
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Beitragvon Helmut » 25.01.2013, 23:34

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Ausgerechnet im Fußball, der sich über mangelnde Einnahmen nicht beklagen kann, fehlt angeblich das Geld für Blutkontrollen. Es geht um 640.000 Euro. Wie viel Einnahme bringen bitte allein die Übertagungsrechte der Bundesliga? Siehe

http://www.derwesten-recherche.org/2013 ... ontrollen/

Und vor den Aussagen von Fuentes zittern auch prominente Fußballer und Schwimmer. Siehe

http://www.spiegel.de/sport/sonst/eufem ... 79320.html
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Angelboot » 26.01.2013, 09:58

Eine weitere Sportart, mit mehreren Dopingfällen jedes Jahr, ist des Deutschen liebste Fernsehsportart, Biathlon.

Trotz dieser Skandale, wird Biathlon weiterhin zur besten Sendezeit übertragen.
Tagelang.

Ich habe mal einige Beispiele zusammengetragen. Wer sich mal die Mühe macht, findet unzählige Berichte über Doping im Netz.

http://www.spiegel.de/sport/wintersport ... athlon-ukr...

http://www.sueddeutsche.de/sport/doping ... so-einen-f..

http://www.handelsblatt.com/sport/sonst ... n/biathlon..

http://www.welt.de/sport/article3197971 ... al-Biathlo...

www.stern.de/sport/sportwelt/biathlon-wm-morddrohungen-.
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Beitragvon hanseat » 28.01.2013, 20:13

Dass ein Wassertraeger ohne grosse Resultate wie Grischa Niermann nun EPO-Doping gesteht, macht mich noch betroffener als bei den ohnehin unglaubwuerdigen Rundfahrtensiegern. Hatte immer noch die Hoffnung, dass ein paar saubere Sportler dabei sind. Traurig, diese Welt voller Lug und Betrug. Da kann man sich nur seine eigene saubere Umgebung aufbauen.

Mich wuerde ja wirklich mal interessieren, welche wenigen Sportler die Tour tatsaechlich ohne unerlaubte Mittel ueberstanden haben. Die sollten mal namentlich von den Mitwissern genannt werden, damit man ihnen ein Denkmal setzen kann.
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Beitragvon stolk » 28.01.2013, 21:48

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Beitragvon Helmut » 29.01.2013, 00:48

Im Moment sind viele Augen auf den Prozess gegen den spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes gerichtet. Der Spiegel berichtet, dass zu den Doping-Kunden Fuentes rund 200 Sportler zählten, darunter auch Tennisprofis, Fußballer, Leichtathleten und Schwimmer. Siehe

http://www.spiegel.de/sport/sonst/fall- ... 80105.html

In der eigentlich stets um Objektivität bemühten Tagesschau war gestern um 20 Uhr allerdings wieder nur von Radsportlern die Rede.

Auch das Handelsblatt klammert die eigentliche Sensation - dopende Profi-Fußballer - aus, schreibt statt dessen von "rund 200 Spitzensportler und 58 Radsportler". Siehe

http://www.handelsblatt.com/radsport-do ... 97502.html
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 29.01.2013, 10:39

Helmut schrieb:
In der eigentlich stets um Objektivität bemühten Tagesschau war gestern um 20 Uhr allerdings wieder nur von Radsportlern die Rede.

Auch das Handelsblatt klammert die eigentliche Sensation - dopende Profi-Fußballer - aus, schreibt statt dessen von "rund 200 Spitzensportler und 58 Radsportler". Siehe
Genau deswegen kämpfe ich unermüdlich für den Radsport, und werde es auch weiterhin machen. Diese einseitige Berichterstattung, auch von vermeintlich seriösen Medien, ist der eigentliche Skandal. Das ist auch meine Motivation hier im Forum, den einseitigen Angriffen, nur der böse Radsport, zu widersprechen.

Und wer hier dann immer von persönlichen Angriffen schreibt, sollte sich schon mal fragen, ob seine Vorgehensweise fair ist. Fair wäre ist, den gesamten Hochleistungssport in seinen Auswüchsen zu hinterfragen. Auch die Dopingfälle in diesen Sportarten publik zu machen, genauso anzuprangern. Gerechtigkeit zu fordern, ist doch wohl kein persönlicher Angriff.

"Mein Radsport" hat Fehler gemacht, Sauereien, ja Verbrechen sind passiert. Ich glaube aber an einen sauberen Neuanfang.

Ich habe am Wochenende mit einem Ex-Radrennfahrer gesprochen. Seiner Meinung nach ist die jetzige Aufarbeitung, vom"Fall Amstrong" ausgelöst, Fluch und Segen. Fluch: Der Radsport steht wieder am Pranger, muss auch für die anderen Sportarten alles mit ausbaden. Segen: Auch den letzten Idioten, die meinten es könne immer so weitergemacht werden, ist klar geworden, es muss ein anderer Weg gegangen werden. Der Radsport muss eine Vorbildfunktion auf diesen Weg einnehmen.

Es ist ein gemeinsames Vorgehen aller Hochleistungssportarten notwendig. Ein einheitliches Kontrollsystem, nicht in der einen Sportart Larifari kontrolliert werden, und im Radsport mit mit den neuesten wissenschaftlichen Methoden auf Basis z. B. mit dem Blutpass.

Wenn es so bleibt wie bisher, wird der Radsport weiterhin Verlierer sein.

Hanseat schrieb:
Dass ein Wassertraeger ohne grosse Resultate wie Grischa Niermann nun EPO-Doping gesteht, macht mich noch betroffener als bei den ohnehin unglaubwuerdigen Rundfahrtensiegern.
Die sogenannten "Wasserträger" waren aus meiner Sicht leider immer die "Anfälligen", was Doping betrifft. Sie haben die wirkliche Arbeit gemacht. Teilweise unmenschliches geleistet. Wer da in einem Siegerteam fuhr, wurde dafür auch finanziell gut entlohnt. Bei den anderen blieben da oft auch nur gesundheitliche Spätfolgen.

Sollten aber immer nur die Fahrer auf der Anklagebank sitzen? Nein. Der Fuentes Prozess zeigt es aber mal wieder deutlich. Es sind die Fahrer. Vielleicht noch die Teamchefs Saiz, Labarta oder Belda. Wer zerrt endlich mal die Veranstalter der grossen Rundfahrten auf die Anklagebank. Sie sind es, die eigentlich unerfüllbare Anforderungen, an die Fahrer gestellt haben. Wissentlich. Nur um das Spektakel noch auszuweiten. Gierig um ihre Taschen zu füllen.

Und sind wir es nicht auch? Die immer noch mehr "Leiden" sehen wollten.
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Beitragvon stolk » 29.01.2013, 12:34

Blut und Spiele - ein erschreckender Film über Doping im Sport:

http://www.youtube.com/watch?v=66T-n8JzFHY
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Beitragvon hanseat » 29.01.2013, 14:32

Angelboot hat geschrieben:Segen: Auch den letzten Idioten, die meinten es könne immer so weitergemacht werden, ist klar geworden, es muss ein anderer Weg gegangen werden. Der Radsport muss eine Vorbildfunktion auf diesen Weg einnehmen.
Nach Festina, Fuentes und Landis fand auch kein Umdenken statt! Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich was ändert, so lange die großen Helden wie Coppi, Mercx und Hinault noch die Leitbilder des Radsports sind. Die Tour und Co. waren schon immer schmutzig. Man müsste vielleicht all die Offiziellen bei den Veranstaltungen und die Teamchefs auswechseln. Sie sind allesamt zu sehr behaftet mit der dunklen Historie des Radsports und führen und praktizieren aus Gewohnheit. Es war ja eigentlich nie anders...

Aber wie schon oft durchgekaut, müsste die Säuberung aus der Gesellschaft kommen. Zweifelslos ist der Radsport auch der Sündenbock für viele Ausdauersportarten.

Ich finde, wenn man seine Kinder mit Prinzipen und Integrität erzieht, dann ist vielleicht ein Grundstein zum sauberen Leben gesetzt. Wichtig ist, dass man Charakter zeigt und sich von Dummheiten nicht anstecken lässt. Das ist wegen des Leistungsdrucks unseres gesellschaftlichen Systems sicher sehr schwer durchzuhalten. Viele Menschen scheinen so abgestumpft, dass sie nicht mehr in der Lage sind sich selbst zu reflektieren.

Vielleicht können wir uns als Radsport-Hobby-Basis von den Betrügern abgrenzen und uns deutlich zu unserem "glücklichen Radsport ohne Doping" positionieren? Ist vielleicht nicht Jedermanns Ding, ich persönlich fände aber ein ähnliches Bekenntnis auf einem HFS-Trikot sehr gut! Wenn man hier die leidenschaftlichen Berichte liest, ist Radsport doch soviel mehr als das, was gerad in den Medien verbreitet wird. Was uns generell antreibt, sind doch sportliche Herausforderungen und Glückshormone, die wir bei Ausfahrten allein oder mit Gleichgesinnten durch schöne Landschaften über spannende Streckenabschnitten erfahren.
Angelboot hat geschrieben:Wer zerrt endlich mal die Veranstalter der grossen Rundfahrten auf die Anklagebank. Sie sind es, die eigentlich unerfüllbare Anforderungen, an die Fahrer gestellt haben. Wissentlich. Nur um das Spektakel noch auszuweiten. Gierig um ihre Taschen zu füllen.
So ist es leider. Bei der diesjährigen Vuelta wird es 11 Bergankünfte geben! Es geht immer noch in die falsche Richtung! Länger, höher, steiler! Wenn schon spektakuläre Bilder an steilsten Rampen, dann sollten die Veranstalter wenigstens die Streckenlängen deutlich reduzieren, damit die saubere Machbarkeit der Etappe gewährleistet wird. Die Tour zeigte zuletzt, dass auch 100 km kurze Bergetappen sehr spannend sein können.

Es ist ein sehr schwieriger und weiter Weg von innen heraus. Die Tage, an denen ich vorbehaltslos sauberen professionellen Leistungssport im TV entgegen gefiebert habe, sind schon länger vorbei.
Zuletzt geändert von hanseat am 29.01.2013, 16:39, insgesamt 1-mal geändert.
"Mr. Nachkommastelle"
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Beitragvon Angelboot » 29.01.2013, 16:37

@stolk, der Film ist bekannt. Aber die Einstellung hier im Forum verdient den Bambi.

Weitere Worte sind eigentlich überflüssig.

@Hanseat, Danke für den sachlichen Beitrag. Kann deine Ausführungen nur unterstützen.
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Beitragvon hanseat » 29.01.2013, 21:42

Der Film ist glaub ich aus 2007, wir haben 2013 und noch immer wurden keine Namen hinsichtlich der Fuentes-Blutbeutel genannt. Die Politik zoegert hin bis die Angelegenheit verjaehrt ist. Was fuer ne Sauerei vor allem an uns Sportfans!

Es kommt bald der Fruehling, dann koennen wir uns wieder mit eigenen Touren den Frust ueber diese Verarsche von der Brust fahren.
"Mr. Nachkommastelle"
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Harterbrocken
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Irrtum!

Beitragvon Harterbrocken » 29.01.2013, 22:41

Hanseat hat geschrieben:Nach Festina, Fuentes und Landis fand auch kein Umdenken statt! Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich was ändert, so lange die großen Helden wie Coppi, Mercx und Hinault noch die Leitbilder des Radsports sind. Die Tour und Co. waren schon immer schmutzig. Man müsste vielleicht all die Offiziellen bei den Veranstaltungen und die Teamchefs auswechseln. Sie sind allesamt zu sehr behaftet mit der dunklen Historie des Radsports und führen und praktizieren aus Gewohnheit. Es war ja eigentlich nie anders...
Du triffst den Nagel auf den Kopf: kein Umdenken nach Festina, Fuentes, Landis. Warum also nach Armstrong? Riis? Noch immer Teamchef. Zabel? Schirmherr bei dies und das, sportlicher Leiter bei Jedermannrennen. Aldag? Voll drin im Profizirkus. Udo Bölts? Hält vielbesuchte Vorträge und Buchlesungen. Contador? Ißt das falsche Fleisch. Merckx? Eine unantastbare Ikone. Also: Umdenken ist das nicht gerade. Den alten Recken sollte man verzeihen und ihnen nicht die Sünden von gestern auftischen. Trotzdem scheint der gesamte Apparat noch ziemlich vergiftet zu sein, um im Bild zu bleiben. Was wir sehen, ist nur die Spitze. Noch mehr schmutzige Geheimnisse sind in der zweiten und dritten Reihe zu erwarten.
Angelboot hat geschrieben:Diese einseitige Berichterstattung, auch von vermeintlich seriösen Medien, ist der eigentliche Skandal.
Nein, hier sollte jeder, dem Artikel 5 unseres Grundgesetzes heilig ist, laut aufschreien. Die Pressefreiheit so in Frage zu stellen, empört mich. Die freie Meinungsäußerung ist ein extrem hohes Gut und darf nicht durch so unbedachte Äußerungen in Frage gestellt werden. Schließlich ermöglicht dieses Recht auch Dir, hier im Forum Deine Ansichten zu vertreten. Selbst dann, wenn es eine eiserne Einzelmeinung zu sein scheint. Die Menschen in China haben diese Möglichkeit beispielsweise nicht.

Du irrst mit dieser undemokratischen Auffassung gewaltig. Der Skandal ist und bleiben die kriminellen Machenschaften des Profi-Pelotons, der Teams, der UCI, der Ärzte usw., nicht die Berichterstattung darüber. ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt zum Beispiel sollte einen Preis für seine unermüdlichen Recherchen und Kommentare bekommen. Der Mann versteht wirklich was von der Thematik und den Hintergründen. Er berichtet alles andere als einseitig, wägt ab und ordnet ein. Gilt auch für viele andere Berichterstatter. Was sie tun, nennt sich journalistische Sorgfaltspflicht. Das verdient Respekt und keine abfälligen Bemerkungen.

Tagesschau und Handelblatt sowie andere Qualitätsmedien als "vermeintlich seriös" zu bezeichnen, kann ich nur unter der Rubrik Realitätsverlust einordnen. Beispiel Wulff-Rücktritt: Zum Glück hat unsere Presse nach Legeslative, Judikative und Exekutive eine Wächterfunktion. Ohne diese wären Hauskredite und Vorteilsnahme des Ex-Präsidenten nicht ans Licht gekommen. Ich bin froh, dass genau hingeschaut wird. Und das, bitteschön, auch im Radsport.
Angelboot hat geschrieben:Fair wäre es, den gesamten Hochleistungssport in seinen Auswüchsen zu hinterfragen. Auch die Dopingfälle in diesen Sportarten publik zu machen, genauso.
Stimmt genau und wird auch gemacht. Vielleicht noch nicht genug. Aber die jahrelange Berichterstattung über zum Beispiel Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ist dafür ein guter Beweis. Wer hier Zeilen zählen würde, wäre überrascht. Dieser Fall war oftmals deutlich präsenter, als das Radsportdoping. Wer sich nur für eine Sportart interessiert, entwickelt gerne eine selektive Wahrnehmung. Also: Einfach mehrere Zeitungen lesen. Und nicht nur den Sportteil. Doping schafft es gerne auch mal ins Feuilleton oder die Politik. Immer informativ ist z. B die Rubrik Daily Dope in der TAZ. Oder ist dieses Blatt auch nicht "seriös"?

Du solltest Dich mal fragen, welches Interesse Redakteure, Rechercheure und Reporter quer durch die Medienlandschaft an der von Dir unterstellten einseitigen Berichterstattung haben sollten. Alle gegen die armen Radsportler oder was? Nee, so einfach ist das nicht. Es geht ums Geschäft, das große Geld, Betrug, Bestechung in einer Sportart, die mit Steuergeld und GEZ-Gebühren gefördert wurde und wird. Ist doch klar, das hier das Umrechtsbeusstsein aktiviert wird. Wer soll da noch an einen ehrlichen Rundfahrtsieg glauben?
Angelboot hat geschrieben:Und sind wir es nicht auch? Die immer noch mehr "Leiden" sehen wollten.
Nein, ich jedenfalls möchte keine Leiden sehen. Keine gedopten Helden, die am Mount Ventoux mit verklumpten Blut tot vom Rad zu fallen drohen. Ich möchte fairen Sport sehen, gerne packende Mann-gegen-Mann-Duelle am Berg, spannende Sprintankünfte und faszinierende Einzelzeitfahren. Nein, Leiden hat für mich nur sehr bedingt mit echtem Wettkampf zu tun. Damit Radsport spannend ist, braucht es keinen 45er-Schnitt des Pelotons auf einer Flachetappe und neue Rekorde in Alpe D'Huez.

All das ist aber momentan noch systemimmanent im Profiradsport tief verankert, eben so tief wie in keiner anderen Sportart. Darum die hohe Aufmerksamkeit der Medien. Erst wenn die Wurzeln des Übels entfernt sind, besteht die Chance für einen Neuanfang. Den sehe ich momentan nicht. Im Gegenteil: Der Profiradsport wird diese Saison wohl einen neuen Tiefpunkt erleben. Ich wünschte, dass ich mich täusche. Doch die Zeichen stehen auf neue Skandale ohne Ende. Das zeigt ja auch die Einrichtung immer neuer Doping-Freds in diesem Forum.

Und Übrigens: Die aktuelle Ausgabe des Magazins Procycling, das nicht unbedingt im Verdacht steht eine Anti-Radsport-Publikation zu sein, hat einen fast monothematischen Titel: Change Cycling now, der Fall Armstrong, Doping bei Rabobank, Fuentes... usw., usw. Ziemlich einseitig oder?

Selbst die größten Insidermedien und Schönredner haben die Tragweite des Betruges und medizinischen Gefahren offenbar erkannt. Es geht ums Überleben. Noch atmet der Patient, noch ist der Profiradsport nicht tot. Aber die Reha dürfte lange dauern. Und die schafft man nur durch größtmögliche Transparenz, Offenheit und Fairness. Totschweigen des Skandals und zu versuchen ihn mit Erfolgen junger Hoffnungsträger zu übertönen, wird das schlimme Leiden des extrem kranken Patienten Profiradsport nur in die Länge ziehen.
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Re: Irrtum!

Beitragvon Grotefend » 30.01.2013, 13:54

Harterbrocken hat geschrieben:
Angelboot hat geschrieben:Diese einseitige Berichterstattung, auch von vermeintlich seriösen Medien, ist der eigentliche Skandal.
Nein, hier sollte jeder, dem Artikel 5 unseres Grundgesetzes heilig ist, laut aufschreien. Die Pressefreiheit so in Frage zu stellen, empört mich. Die freie Meinungsäußerung ist ein extrem hohes Gut und darf nicht durch so unbedachte Äußerungen in Frage gestellt werden. Schließlich ermöglicht dieses Recht auch Dir, hier im Forum Deine Ansichten zu vertreten. Selbst dann, wenn es eine eiserne Einzelmeinung zu sein scheint. Die Menschen in China haben diese Möglichkeit beispielsweise nicht.

Du irrst mit dieser undemokratischen Auffassung gewaltig.
Dies fordert nun wiederum mich zum Protest heraus. Die Pressefreiheit ist ohne Zweifel ein hohes Gut. Sie aber so apodiktisch zu verteidigen, sie quasi sakrosankt zu stellen, ist zwar angesichts deiner beruflichen Bindung verständlich und verdient Respekt, geht aber dennoch zu weit. Ich will mir versagen, Beispiele zweifelhafter journalistischer Kampagnen aufzuzählen.

Und nicht bestreitbar scheint mir, dass auch in den Medien - und zwar elektronischen wie auf Papier gedruckten - zunehmend wirtschaftliche Zwänge die Inhalte mitbestimmen. M. E. ist es im Jounalismus wie überall im Leben: Es gibt so'ne und solche.

Zwar ist auch Angelboots Formulierung in ihrer absoluten Aussage ein wenig unglücklich geraten, doch ihm dafür gleich mangelndes Demokratieverhalten zu bescheinigen, schießt genauso übers Ziel hinaus.
Zuletzt geändert von Grotefend am 03.02.2013, 14:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Irrtum!

Beitragvon Harterbrocken » 30.01.2013, 16:10

Grotefend hat geschrieben:Die Pressefreiheit ist ohne Zweifel ein hohes Gut. Sie aber so apodiktisch zu verteidigen, sie quasi sakrosankt zu stellen, ist zwar angesichts deiner beruflichen Bindung verständlich und verdient Respekt, geht aber dennoch zu weit. Ich will mir versagen, Beispiele zweifelhafter journalistischer Kampangen aufzuzählen.
Und nicht bestreitbar scheint mir, dass auch in den Medien - und zwar elektronischen wie auf Papier gedruckten - zunehmend wirtschaftliche Zwänge die Inhalte mitbestimmen. M.E. ist es im Jounalismus wie überall im Leben: Es gibt so'ne und solche.
Okay, Einspruch akzeptiert. Natürlich gibt es solche und solche. Und dann auch noch solche. Die Medienvielfalt ist ja auch gerade das Gute. Zunehmende wirtschaftliche Zwänge machen die Sache in der Tat aber nicht einfacher; da hast Du völlig recht.

Nach meiner Beobachtung herrscht in der Doping-Berichterstattung ein ziemlich breiter Konsens. Ich kann zumindest da keine Kampagne entdecken. Es geht aus meiner Sicht einfach nicht an, die Schuld bei den Medien zu suchen, statt Ursachenforschung zu betreiben. Können wir uns darauf einigen, dass nicht die Presse Ursache des Übels ist, sondern der Profisport? Sorry, aber bei Angriffen auf freiheitliche Grundrechte, auch wenn sie hoffentlich nicht so gemeint und unglücklich geraten sind, werde ich nervös. Ich vermisse hier einfach die gebotene Sachlichkeit. Zensur ist nun wirklich das Letzte was wir gebrauchen können. Die lehne ich in der Tat apodiktisch ab.
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Beitragvon Konkursus » 30.01.2013, 16:22

welch schöne Diskussion, nur können wir die im Grunde sein lassen.

Es geht hier schlichtweg um Wirtschaftskriminalität und ich behaupte mal, dass wir die Hintergründe noch nicht einmal ansatzweise kennen. Auch geht mir die Doppelzüngigkeit ganz gefährlich auf´n Keks.

Stellt Euch mal vor, in den USA würden die bestmöglich Dopingtests durchgeführt mit konsequenter Veröffentlichung der Ergebnisse. Keine Stars mehr oder erheblich weniger, Einschaltquoten gehen zurück, die Werbebranche erleidet Einbußen. Nee, lieber nicht, es strahlt dort alles so schön, kann ja nicht sein. Ab und zu mal ein Blöder oder eine Blöde, die auffällt, ist ja auch nicht schlecht, so als Alibikandidat.

Auch komisch finde ich, dass immer nur aus Trainingsgruppen, aus dem Umfeld etc. von U. Bolt welche geschnappt werden. Der Chef ist natürlich sauber.

Nee, Leute, die Creme de la Creme halte ich alle weitestgehend für gedopt. Und was schlimm ist, die Sportler halte ich gar nicht für die schlimmen Beteiligten dabei. Trainer, Ärzte und das ganze Pack, das da was vorgibt und alles regelt (Erwerb, Einstellung etc.).

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Beitragvon Harterbrocken » 30.01.2013, 16:28

Konkursus hat geschrieben:Es geht hier schlichtweg um Wirtschaftskriminalität und ich behaupte mal, dass wir die Hintergründe noch nicht einmal ansatzweise kennen. Auch geht mir die Doppelzüngigkeit ganz gefährlich auf´n Keks.
So wird es sein. Leider! Aber da muss doch was gegen zu machen sein. Lässt sich dieses System nicht ändern?
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Beitragvon Speedmanager » 30.01.2013, 21:53

Angelboot hat geschrieben:Wer zerrt endlich mal die Veranstalter der grossen Rundfahrten auf die Anklagebank. Sie sind es, die eigentlich unerfüllbare Anforderungen, an die Fahrer gestellt haben.
War auch einmal kurzzeitig meine Ansicht. Ist aber letztendlich nicht des Pudels Kern. Es sind weniger die Anforderungen der Strecke, als vielmehr die Konkurrenz, die ein immer schnelleres Befahren dieser Strecke verlangt.

Bei der Verfügbarkeit geeigneter Dopingmittel wird es immer auch Athleten geben, die sich auf diese Weise einen Vorteil verschaffen wollen.
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Beitragvon Angelboot » 31.01.2013, 12:01

Hallo Grotefend,

meine Person als undemokratisch zu bezeichnen, ohne jemals mit mir persönlich gesprochen zu haben, möchte ich nicht weiter kommentieren. Vielleicht wird darüber ja einmal nachgedacht, und es erfolgt eine anständige Reaktion.

Es geht wohl auch nicht mehr um die Sache, es geht gegen meine Person. Aber mit dieser Sprachweise bin ja nicht nur ich konfrontiert.

Wer alle Beiträge zum Thema genau gelesen hat, konnte oft nur mit dem Kopf schütteln. Da war "Der korrupte ARD Mann Jürgen Ehmig". Der "Verlogene Hagen Boßdorf" IM-Spitzel. In meiner Sprachweise als Demokrat sind das zwei vorbestrafte Sportjournalisten. Und wenn sie ihre Strafe bekommen haben, gesühnt haben dafür, wieder vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft.

Zurück zum Thema. Der Hochleistungssport sollte jetzt die Chance nutzen, sich zu regenerieren. Die Internationalen Sportverbände, das IOC müssen Maßnahmen ergreifen. Sicherlich in einer von Geld und Profit bestimmten Gesellschaft ein langer Weg. Der Druck muss von der Basis kommen, auch von uns.

Ich hoffe der Vorschlag von Hanseat wird umgesetzt. Auf jedem Trikot. Vorschlag: Kein Doping, in keiner Sportart" Wer hat bessere Vorschläge? Sollte doch wohl auch ein Sponsor dafür gefunden werden.

Immer nur anklagen, immer nur meckern, hat ja nicht geholfen. Und sich gegenseitig zu beschimpfen und zu verunglimpfen, damit sollten wir aufhören. Alle!! Ich bin dazu bereit.

Ich hoffe das auch der Fuentes Prozess in Madrid etwas dazu beiträgt. Das Namen auch von Dopern anderer Sportarten veröffentlich werden. Nur so geraten auch diese Verbände unter Druck.
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Beitragvon Harterbrocken » 31.01.2013, 13:09

Ja, wäre schön, wenn wir alle auf dem Teppich bleiben. Ich hatte ihn eigentlich nicht verlassen. Aber vielleicht täusche ich mich.

Zur Sache: Der Fuentes-Prozeß bringt ja leider keine guten Nachrichten. Ausgerechnet ein besonders aktiver Doper war später mit der Jugendarbeit betraut. Was soll man dazu sagen? Kann man dann von einer Säuberung des Sports ausgehen? Dass Fränk Schleck nach seinem positiven Dopingbefund bei der Tour de France 2012 gestern von der luxemburgischen Anti-Doping-Agentur ALAD für zwölf Monate rückwirkend vom 14. Juli 2012 an gesperrt wurde, macht auch eher weniger Hoffnung. Bitte das soll kein Meckern sein, aber wo, bitteschön, soll man hier mit der Aufräumarbeit anfangen, wenn der Profibetrieb nahtlos weiter geht?

Schlecks Antwort: Er habe sich nichts vorzuwerfen und nie betrogen. Ein Reflex wie immer. Wie oft konnten wir das hören? Hat sich wirklich was geändert?

Gefunden in der "Welt":

Der berüchtigte Dopingarzt Eufemiano Fuentes geht zum Gegenangriff über: Der von einer zweijährigen Haftstrafe bedrohte Mediziner hat im Prozess um die "Operación Puerto" am Mittwoch in Madrid den Namen eines seiner früheren Kunden enthüllt.

Der von Fuentes öffentlich bezichtigte frühere Radprofi Javier Gómez stellte daraufhin seinen Posten als Generaldirektor der Jugendstiftung der obersten Sportbehörde CSD zur Verfügung. Der heute 38-jährige Gómez trat lange Zeit für das Team Kelme in die Pedale. Als Präsident des spanischen Verbandes der Profi-Radsportler (ACP) hatte er sich zuletzt mehrfach gegen Doping ausgesprochen. Der vielfach ausgezeichnete Funktionär war erst im Dezember zum Generaldirektor der Jugendstiftung der CSD ernannt worden. Gómez habe sich bei ihm "ohne jeden Einwand" wiederholt Bluttransfusionen unterzogen, sagte Fuentes jetzt vor Gericht.

<b>Rund 200 Sportler müssen zittern</b>

Die rund 200 Sportler, die Fuentes allein zwischen 2003 und 2006 betreut haben soll, müssen nun befürchten, dass sie öffentlich an den Pranger gestellt werden. Der gelernte Gynäkologe sagte, er habe ein Notizbuch mit den Namen all seiner Ex-Kunden in einem Safe gut verschlossen, "damit es mir niemand klaut". Er sei wenn nötig bereit, die Namen preiszugeben.

"Wenn man wissen will, wer diese Sportler waren, kein Problem", sagte er, betonte aber auch: "Ich glaube, hier wird über eine wichtigere Sache verhandelt, und zwar ob das, was gemacht wurde, gut war oder nicht."

<b>Richterin will Fuentes nicht zwingen</b>

Die Vorsitzende Richterin Julia Patricia Santamaría ließ allerdings wissen, sie werde Fuentes nicht zur Herausgabe von Namen auffordern. Sie hatte zuvor am Dienstag auch entschieden, dass die Justiz die Daten aus dem persönlichen Computer des Mediziners nicht preisgeben wird. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte als Nebenkläger einen entsprechenden Antrag gestellt.

Einer freiwilligen Enthüllung von Namen durch Fuentes werde sie sich aber nicht widersetzen, so Santamaría. Im Verfahren hatte Fuentes eingeräumt, er habe nicht nur Radprofis, sondern auch Boxer, Fußballer, Tennisspieler und Leichtathleten betreut.

Derweil meldete sich auch der gefallene Radsport-Superstar Lance Armstrong wieder zu Wort. Er fordert eine komplette Amnestie für geständige Doper und bezichtigte vergangene Rad-Größen des Dopings.

<b>"Keine Generation war sauber"</b>

"Keine Generation war eine Ausnahme, keine war sauber: Nicht Merckx, nicht Hinault, nicht LeMond, nicht Coppi, nicht Gimondi, nicht Indurain, nicht Anquetil, nicht Bartali, und meine auch nicht", sagte der Texaner dem Internetportal cyclingnews.com. Im Rahmen einer Wahrheits- und Schlichtungs-Kommission (TRC) hält Armstrong eine Amnestie für die einzige Möglichkeit, mit der Vergangenheit aufzuräumen. "Ansonsten wird sich niemand offenbaren, niemand", erklärte der 41-Jährige. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sollte diesen Prozess anführen. "Es geht um den Radsport und um ehrlich zu sein, es geht um den gesamten Ausdauersport. Einen und sein Team öffentlich zu lynchen, wird das Problem nicht lösen."

<b>Schleck beteuert Unschuld</b>

Dennoch werden Vergehen nun einmal bestraft. Am Mittwochabend ist Radprofi Fränk Schleck nach seinem positiven Dopingbefund bei der Tour de France 2012 von der luxemburgischen Anti-Doping-Agentur ALAD für zwölf Monate rückwirkend vom 14. Juli 2012 an gesperrt worden. Damit verpasst der 32-jährige Profi des Teams RadioShack-Nissan die Hälfte der Saison 2013, einschließlich der Frankreich-Rundfahrt.

Schleck sagte bei der Anhörung, er habe sich nichts vorzuwerfen und nie betrogen. "Natürlich bin ich enttäuscht", betonte der Bruder der Tour-Siegers von 2010, Andy Schleck. "Ich halte das Urteil für zu streng, wenn man bedenkt, dass die Kommission anerkannt hatte, dass ich unabsichtlich ein verunreinigtes Produkt konsumiert habe." Ihm war bei der Tour das Diuretikum Xipamid nachgewiesen worden, das auch zur Verschleierung von Dopingmitteln eingesetzt werden kann. Neben der Sperre verfügte die ALAD eine Streichung aller Resultate Schlecks aus dem Vorjahr. Um eine Geldstrafe kommt der Profi herum, muss aber die Gerichtskosten tragen.
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Beitragvon Tribelix » 31.01.2013, 18:20

Boring Boring Boring
Ich schalte mal die Benachrichtigung für dieses Thema aus.

Einer will es besser wissen als der andere und ändern könnt ihr doch nichts.
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Beitragvon Harterbrocken » 02.02.2013, 01:32

Tribelix hat geschrieben:Boring Boring Boring
Na ja, mag sein. Ändern kann man vielleicht wirklich nichts. Beim Rumstöbern im Netz stoße ich heute auf eine spannend zu lesende Fundsache über den ehemaligen hessischen Rad-Nationalfahrer und Mitglied im A- und B-Kader Peter Becker. Das mit "Wir waren die Deppen" überschriebene Interview ist zwar schon älter, aber spannend zu lesen.

http://www.mittelhessen.de/sport/sports ... ,6438.html
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Beitragvon Helmut » 02.02.2013, 03:00

Mir fällt da noch eine andere Geschichte ein, weil ja immer - scheinbar zu recht - berichtet wird, der nun immer mehr zu Tage tretende Dopingskandal im Radsport wäre der größte aller Zeiten.

Was ist eigentlich mit dem staatlich (!) geförderten Doping zu Zeiten des "Kalten Sport-Krieges"? Das wurde bekanntlich in großen Stil z. B. auf Seiten der DDR betrieben, und das in allen Sportarten, in denen Doping die Leistungsfähigkeit steigern kann - also in sehr vielen. Es möge doch bitte niemand glauben, das hätte es - wenn auch vielleicht nicht in dem Umfang - auf Seiten der BRD nicht gegeben. Vielleicht ja - wie Peter Becker berichtet - nicht im Radsport.

Stürzten mit der Mauer auch die staatlich gestützten Dopingsysteme gänzlich ein? Oder wird da mit Blick auf den Medaillenspiegel noch immer hier und da ein Auge zugedrückt?
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 02.02.2013, 09:44

Badische Zeitung am Do., 14. Mai 2009: Das System Keul

Joseph Keul, der im Jahr 2000 verstorbene Chef der Sportmedizin an der Freiburger Universitätsklinik, hat Doping über Jahrzehnte erforscht und verharmlost.


Der Redner hat Rang und Namen, er kommt aus der Hauptstadt. Er besucht Freiburg, und er bringt einen Wunsch mit. Gerhard Groß, Ministerialrat im Bundesministerium des Inneren, wünscht sich den Einsatz von Medikamenten im Sport. Er bittet Freiburger Sportmediziner, sich mit Mitteln zu beschäftigen, die die Leistung fördern. Nur mit ihrer Hilfe könnten die Athletinnen und Athleten aus Westdeutschland überhaupt noch mithalten im weltweiten Konkurrenzkampf. Es ist das Jahr 1976.

Groß spricht vor laufenden Kameras. Der Südwestfunk zeichnet seine Rede auf. Bei der Einweihungsfeier der neuen Abteilung Sportmedizin an der Freiburger Universitätsklinik am Donnerstag, dem 21. Oktober 1976, sind Medikamente sogar das Top-Thema. Es geht darum, wie sie zum Wohle des Sports zu gebrauchen seien. Groß bittet darum, und er behauptet, sich darin einig zu sein mit Werner Maihofer, dem Bundesinnenminister in Bonn.

In seiner Rede wendet er sich gezielt an den Freiburger Sportmediziner Professor Joseph Keul. Er kommt auf den Einsatz von Medikamenten zu sprechen. Er sagt: "Mir ist bekannt, dass sich auch Freiburg, wenn ich einmal Ihre Person, lieber Herr Professor Joseph Keul, mit Freiburg identifizieren darf, hierzu mehrfach geäußert hat. Wenn keine Gefährdung oder Schädigung der Gesundheit herbeigeführt wird, halten Sie leistungsfördernde Mittel für vertretbar. Der Bundesminister des Inneren teilt grundsätzlich diese Auffassung. Was in anderen Staaten erfolgreich als Trainings- und Wettkampfhilfe erprobt worden ist und sich in jahrelanger Praxis ohne Gefährdung der Gesundheit der Athleten bewährt hat, kann auch unseren Athleten nicht vorenthalten werden. Diese Einschätzung ergibt sich zwangsläufig, wenn wir mit der Weltspitze der Sportbewegung Schritt halten wollen, und dies wollen wir."

Ministerialrat Groß vermeidet das Wort Doping, aber er verlangt nichts anderes, und die einzige Bedingung für ihn ist, dass die Athleten dabei gesund bleiben. Seine Rede ist nicht die Geburtsstunde des Dopings in Freiburg. Leistungssteigernde Medikamente werden dort schon seit langem erprobt, zum Beispiel an Gewichthebern. Aber in diesem Augenblick erhält die pharmakologische Offensive des Sportstandorts ihre höchsten Weihen. Der Staat erbittet sie, und jeder kann es hören.

War Joseph Keul der geistige Urheber dessen, was die Untersuchungskommission der Universitätsklinik gestern im Detail für das Radsportteam Telekom/T-Mobile beschrieb? Seine Assistenzärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich sind überführt, aber was ist mit ihrem einstigen Chef? Schon 1976 führt er die Sportmedizin der Klinik an. Ministerialrat Groß weist ihm am 21. Oktober eine Schlüsselrolle zu, und jeder kann es hören. Im Raum sitzt an jenem Tag nicht nur Keul. Spitzenfunktionäre sind zugegen. Vor allem aber hat sich die politische Elite Freiburgs versammelt, darunter der junge CDU-Landtagsabgeordnete Gundolf Fleischer. Er sitzt, das zeigen die Fernsehbilder, schon damals weit vorn. Wenn Fleischer, der spätere Staatssekretär der CDU in Stuttgart und Präsident des Badischen Sportbunds, bei dem Festakt vor drei Jahrzehnten aufmerksam zugehört hat: Wie kann der nun wichtigste Mann des Sports in Südbaden und schärfste Verteidiger der Freiburger Sportmedizin dann bis heute behaupten, er habe von Doping in Freiburg nie etwas gewusst?

Er selbst lässt zu der Frage, was genau das Bundesinnenministerium in jenen Jahren von Freiburg gefordert habe, nur ganz allgemein erklären: "Herrn Fleischer wurde von Dritten berichtet, dass das Bundesinnenministerium Professor Keul und der Freiburger Sportmedizin einen Forschungsauftrag erteilt haben soll, zu untersuchen, ob und inwieweit medizinische beziehungsweise medikamentöse Behandlungen mit dem Ziel der Leistungssteigerung bei Sportlern zulässig sind, ohne dass diese unzulässiges Doping darstellen. Dies wurde ihm zum Beleg dafür angeführt, dass es der Sportmedizin um die Erforschung legaler Leistungssteigerungsmöglichkeiten im Sport ging, entsprechend dem damaligen Zeitgeist und Verständnis."

Aber was war der damalige Zeitgeist? Der Einsatz der Anabolika zum Beispiel, also Präparaten zum Aufbau der Muskulatur, muss in den 1970er Jahren nahezu flächendeckend erfolgt sein im Spitzensport. Ministerialrat Groß lässt offen, worauf er abzielt. Er spricht von "leistungsfördernden Mitteln". Er meint damit allerdings eindeutig Medikamente. Keul bestätigt das. Der Südwestfunk führt mit ihm noch ein Interview. Keul sagt: "Im Besonderen wollen wir dabei in den nächsten Jahren unser Hauptaugenmerk auf die Möglichkeiten einer medikamentösen Beeinflussung der Leistungsfähigkeit beim Menschen richten. Was möglich ist, was eingesetzt werden kann, was dem Sportler, ohne ihm zu schaden, nützt."

Keul spricht nicht etwa von den Verboten, die sich der internationale Sport bei einzelnen Medikamenten längst selber auferlegt hat. Anabolika zum Beispiel stehen seit 1974 auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees. Keul spricht nur über die Frage, welche Medikamente die Leistung des Sportlers steigern können, ohne ihn krank zu machen. Dieses verbale Verwirrspiel wird sein ganzes berufliches Wirken kennzeichnen. Keul wird bis zu seinem Tod im Jahr 2000 immer wieder für Schlagzeilen sorgen, weil er sich wiederholt an der Grenze zwischen dem Erlaubten und dem Verbotenen bewegt – zum Beispiel 1987 in einer Testosteronstudie.

In den 1970er Jahren spricht er noch recht offen über den Einsatz der Pharmaka im Sport. Geradezu legendär wird sein Satz: ""Jeder, der einen muskulösen Körper haben und einfach männlicher wirken möchte, kann Anabolika einnehmen." Keul trete als "großer Verharmloser" auf, schreibt Peter Danckert, der Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag. Später wird Keul vorsichtiger mit öffentlichen Äußerungen und gibt sich immer mehr als energischer Doping-Bekämpfer. Der Staat und zuletzt auch der Telekom-Konzern werden sich stets auf die angeblich absolute Integrität der Koryphäe berufen, wenn sie sportmedizinische Leistungen in Freiburg bestellen. Kritik an Keul läuft ins Leere, der Staat ermittelt nie. "Keul wusste, dass Staatsanwälte bei ihm nicht reinkommen", sagt Doping-Bekämpfer Werner Franke.

Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Namen des großen Joseph Keul? War der einstige Chef der nun schwer belasteten Mediziner Schmid, Heinrich und Georg Huber eine Schlüsselfigur in der geheimen Dopingoffensive Westdeutschlands? Bot Keul zusammen mit Armin Klümper, dem zweiten sportmedizinischen Weltstar aus Freiburg, dem DDR-Staatsdoping seit den Olympischen Sommerspielen von München 1972 Paroli? Keul und Klümper betreuten bis zu 80 Prozent aller westdeutschen Sportstars in Freiburg: Fußballer, Leichtathleten, Wintersportler, Radrennfahrer, Tennisspieler, Ruderer. Wie viele von ihnen auch in Fragen des Dopings? "Keinen einzigen", hätte Keul geantwortet. Doch es führen erdrückend viele Spuren in Keuls Wirkungsstätte, in die Sportmedizin der Universitätsklinik, in die Hugstetter Straße 55. "Nach meinem Eindruck wurde Keul mit Doping groß", sagt Professor Gerhard Treutlein, der renommierte Dopingforscher und Autor des Buchs "Doping im Spitzensport" aus Heidelberg. Der Staat habe "Freiburg und Keul geschützt, um ein westdeutsches Dopingsystem zu etablieren", erklärt Werner Franke. Ralf Meutgens, der Autor des Buchs "Doping im Radsport", schreibt Keuls Abteilung eine Schlüsselrolle zu. "Er ist eindeutig der geistige Urheber des Dopings im Breisgau."

Werner Franke, Dopingexperte: Wer war Keul wirklich? Der Charmeur und blitzgescheite Strahlemann aus dem Rheinland schuf sich in Freiburg ein sportmedizinisches Imperium. Er vernetzte sich mit den führenden Kräften aus Politik und Sport, knüpfte aber auch heimliche Kontakte zu Sportärzten der DDR. Im Westen wusste man, dass in Erich Honeckers Reich von Staats wegen gedopt wurde. Vor allem konservative Politiker litten unter der Medailleneinbuße und der vermeintlichen Blamage im Kampf der Systeme. Der junge Wolfgang Schäuble, 1977 sportpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion in Bonn, plädierte offen für einen Gegenschlag mit Medikamenten. Im Bundestag warb der gebürtige Freiburger Seite an Seite mit Keul bei einer Anhörung für den Einsatz von Medikamenten auch im Westen "unter der absolut verantwortlichen Kontrolle der Sportmediziner".

Gehörte Keul zu den Ärzten, die diese Verantwortung übernahmen? Er war Chefarzt der Olympiamannschaften, die für Deutschland antraten und wurde weltweit als Experte gehört und geachtet. Ihm wurden höchste Ehrungen zuteil. 1990 erhielt er das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Gerhard Mayer-Vorfelder, der Landesminister für Kultus und Sport und zugleich Präsident des VfB Stuttgart, überreichte es ihm. Mayer-Vorfelder rühmte in seiner Festrede Keuls Wirken: "Es ist wesentlich Ihr Verdienst, dass die Freiburger Sportmedizin über die Landesgrenzen hinaus anerkannt ist und heute Weltruf genießt." Zusätzlich berühmt wurde Keul durch seine öffentlichen Auftritte an der Seite von Boris Becker und Steffi Graf. Er betreute die deutschen Daviscup-Mannschaften im Tennis und rückte zur Hoch-Zeit dieses Sports bei Live-Übertragungen der einstigen Seriensieger ins Rampenlicht. Später war er Becker und Graf auch ein väterlicher Freund. Immer wieder beschönigte er das Dopingproblem. Als der Spiegel 1990 systematische Manipulation bei westdeutschen Sprinterinnen aufdeckte, kommentierte Keul treuherzig: "Ich wüsste nicht, wo hier systematisch gedopt wird. Aber Einzelne werden das immer wieder tun."

Beweise für eine aktive Beteiligung Keuls am Doping beim Team Telekom fand die Untersuchungskommission nicht. Sie macht ihn aber für finanzielle "Unkorrektheiten" verantwortlich. Er sei außerdem "stets zur Stelle gewesen, wenn es galt, den Einsatz sowie die Wirkungen und Nebenwirkungen von Dopingmitteln zu bestreiten oder zu verharmlosen".

Viele Menschen haben Joseph Keul geachtet und geschätzt, und sie tun das noch immer. CDU-Staatssekretär Fleischer schrieb nach Keuls Tod: "Jupp war ein Freund." Kritik an Keul ist bis heute tabu. Man bewahrt ihm ein ehrendes Andenken. Der Konferenzraum des Olympiastützpunkts Freiburg/Schwarzwald trägt den Namen "Joseph-Keul-Raum".

Doping-Bekämpfer Franke will Keuls Vergangenheit auf keinen Fall ruhen lassen. Sein Urteil über den Doyen der Sportmedizin und über das "System Keul" steht fest: "Schmid und Heinrich waren Keuls Assistenten", sagt Franke. "Er ist eindeutig der geistige Urheber und einer der kriminellen Köpfe des Dopings im Breisgau. Aber auch Armin Klümper darf man in dieser Hinsicht nicht vergessen."
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Beitragvon Helmut » 07.02.2013, 23:18

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

"Richard Pound, langjähriger Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, erklärte im Interview mit der britischen Zeitung Evening Standard: "Wenn die Tennis-Verbände noch immer glauben, dass EPO und HGH nicht verwendet werden, haben sie nicht aufgepasst." Siehe

http://www.spox.com/de/sport/mehrsport/ ... kovic.html

Die Dopingspur im Profifußball führt bis in die Spitze des spanischen Fußballverbandes. Liga-Präsident José Luis Astiazarán soll in seiner Zeit als Präsident von Real Sociedad San Sebastian Dopingmittel gekauft haben. Auch Weltstar Xabi Alonso spielte zu dieser Zeit dort. Siehe

http://www.derwesten.de/sport/fussball/ ... 77535.html
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Beitragvon Helmut » 11.02.2013, 23:28

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Jaksche belastet Fuentes schwer. Zudem unterstellt Jaksche, Justiz und Sportverbänden in Spanien hätten mangelndes Interesse daran, weitere Sportarten zu belangen. "Dass der Fußball tief mit drinsteckt, aber gedeckt wird, sollte jedem klar sein", sagte er, und: "Manche Sportarten wie Tennis, Schwimmen und Fußball haben Dopingtests, die eher an einen Schulaufsatz der ersten Klasse erinnern."

Siehe

http://www.spiegel.de/sport/sonst/opera ... 82671.html
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Beitragvon Helmut » 14.02.2013, 00:43

Gefunden im Pressespiegel der BDR:

Wer hätte das gedacht? Nun gibt es auch einen Dopingfall in der NBA und ein dem Spiegel hart erscheindes Durchgreifen des Verbandes. Siehe

http://www.spiegel.de/sport/sonst/nba-t ... 83258.html

Auch bemerkenswert: Die FAZ meldet, dass jeder fünfte Student Hirn-Doping betreiben würde. Hier werden Koffein-Tabletten als Doping gewertet. Dope ich dann auch, wenn ich im Büro einen Kaffee trinke? Siehe

http://www.faz.net/aktuell/wissen/mediz ... 45969.html
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Beitragvon Helmut » 17.02.2013, 00:29

Gefunden im Pressespiegel der BDR:

<b>Vorbild Radsport - Doping-Warnsystem auf Eis?</b>
IOC-Mitglied Hein Verbruggen und zwei Ärzte erheben Doping-Vorwürfe gegen den Eisschnelllauf-Verband. Die WADA will Erklärungen.

http://www.sport1.de/de/wintersport/win ... 76704.html
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Beitragvon Helmut » 18.02.2013, 01:37

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Den Verdacht gibt es schon länger, jetzt scheinen neue Beweise aufgetaucht zu sein: Spaniens Leichtathletikstar Marta Domínguez wird erneut mit Dopingvorwürfen konfrontiert. Die Weltmeisterin von 2009 soll die Dienste des Dopingarztes Eufemiano Fuentes genutzt haben. Domínguez gehört als Abgeordnete der konservativen Volkspartei dem Senat (Oberhaus des spanischen Parlaments) an. Sie war Ende 2010 mit einer anderen Dopingaffäre in Verbindung gebracht und kurzzeitig festgenommen worden. Die Justiz stellte die Ermittlungen jedoch im April 2011 ein und legte den Fall zu den Akten. Siehe

http://www.spiegel.de/sport/sonst/dopin ... 83926.html
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Beitragvon Indorain » 18.02.2013, 17:10

Helmut hat geschrieben:... Dienste des Dopingarztes Eufemiano Fuentes...
Dopingarztes, der Beruf hat Zukunft! Gibt es so eine Facharztausbildung?
Vorschlag: Facharzt für Sportmedizin und Leistungsoptimierung. :?
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Beitragvon crumble » 18.02.2013, 22:49

Indorain hat geschrieben:Dopingarztes, der Beruf hat Zukunft! Gibt es so eine Facharztausbildung?
Vorschlag: Facharzt für Sportmedizin und Leistungsoptimierung. :?
Ach, Medizin, das ist viel zu einseitig gesehen. Haette ich in der Schule Mechanik kapiert, haette ich Bio & Physik studiert, um damit Sportler zu optimieren. Da betrachtet man ja nur einen Teil des Gesamtsystems. Man sollte die Sportgeraete/-tiere nicht aus den Augen verlieren.

Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass schlechten Schulnoten mir meine Moral gerettet haben. Zumindest in diesem Bereich.

Die moderne Technik sollte man auch nicht ausser acht lassen. Rundumkameras im Helm, die das Renngeschehen beobachten und der Elektrostimulationshose rechtzeitig mitteilen, wann sie einen oekonomischen Antritt einzuleiten hat, um rechtzeitig im Windschatten des Ausreisser zu sein. Pah, Aerzte, Stuemper :)

Und wenn die UCI das verbietet, erfolgt die Verkabelung halt intern. Es wird sich schon ein Arzt finden, der bestaetigt, dass der Fahrer das fuer einen Lebenserhalt braucht und die Facettenaugen ein ganz normaler Gendeffekt sind.

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Beitragvon Helmut » 19.02.2013, 01:55

Kugelstoß-Olympiasieger Udo Beyer aus Potsdam hat erstmals die Einnahme verbotener Substanzen in seiner erfolgreichen Karriere eingeräumt. Im Dokumentarfilm "Einzelkämpfer", der auf der Berlinale seine Premiere feiert, gab der 57-Jährige an, stets selbst über die Einnahme der Mittel entschieden zu haben. Siehe

http://sport.t-online.de/spaetes-doping ... 8456/index

Einerseits zu Recht sagt Beyer, "Doping oder unterstützende Mittel machen vielleicht zwei oder drei Prozent der Leistung aus - alles andere ist harte Arbeit. Und wenn Du nicht richtig trainiert bist, dann können sie Dir so viel Pillen geben wie Du willst - dann wirst Du höchstens ein Schwamm oder irgend so etwas, aber nie ein guter Leistungssportler". Und er fügte seine Sicht der Dinge hinzu: "Einem Ackergaul kannst Du so viel Dopingmittel geben wie Du willst, er wird nie ein Rennen in Hoppegarten gewinnen." Er "vergisst" dabei andererseits, dass er seine Olympia-Goldmedaille nicht gegen "Ackergäule", sondern gegen "Rennpferde" gewann, weil er sich zwei oder drei Prozent mehr Leistungsvermögen ermogelte.
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Beitragvon Helmut » 20.02.2013, 00:03

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Die FIFA hat auf die Diskussionen um Doping-Arzt Fuentes reagiert. Mit einem Pressetermin, der aufwärmt, was längst bekannt war. Die WADA lobt die FIFA. Dabei hat deren Anti-Doping-Kampf große Lücken. Siehe

http://www.derwesten-recherche.org/2013 ... -als-sein/

Was ist dran an den Vorwürfen gegen den Super-Sportler Oscar Pistorius? Funde am Tatort deuten darauf hin, dass der „Blade-Runner“ seine Freundin nach einem unkontrollierten Wutausbruch erschossen hat – verursacht durch die Einnahme von Steroiden. Siehe

http://www.focus.de/panorama/welt/mord- ... 21950.html
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Beitragvon Helmut » 03.03.2013, 04:22

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Der DFB will nun doch auch den Blutpass einführen, damit sicherstellen, dass der Fußball sauber ist/wird. Das war zumindest nicht immer so, selbst Monumente des Fußballs, wie die "Helden von Bern" 1954 und Maradona 1994, haben gedopt. Siehe

http://www.zeit.de/sport/2013-02/fussba ... b-blutpass
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Beitragvon Helmut » 11.03.2013, 01:07

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Auch vom Radsport gibt es neue, haarsträubende Geschichten. Rasmussen hat seinen einstigen Rennstall Rabobank auf 5,6 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt wegen der Kündigung - schließlich habe die Teamleitung vom Blutdoping gewusst: "Während der Tour 2007 haben wir Epo im Bus der Teamleitung aufbewahrt. Ich erhielt es jeden zweiten Abend."

Rasmussen belastete namentlich - und unter Eid - auch das niederländische Idol Michael Boogerd, das noch im Februar alles leugnete - und nun ebenfalls eine auf Lug und Trug begründete Karriere einräumen musste. Und er belastete Mentschow: "Denis Mentschow, Michael Boogerd und ich erhielten (bei der Tour) Blutdoping." Mentschow ist inzwischen Kapitän des umstrittenen Katjuscha-Teams, belegte grad Platz zwei bei der fünften Etappe von Paris - Nizza.

Siehe http://www.sueddeutsche.de/sport/doping ... -1.1620736
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Jaksche-Interview

Beitragvon Harterbrocken » 18.03.2013, 13:44

Doping-Enthüllungen sind für manchem HFS-Leser schwer verdauliche Kost. Das zeigen die heftigen Reaktionen in diesem Forum deutlich. Lange habe ich überlegt, ob es lohnt, weiter darüber zu schreiben. Ändern am Problem können wir Breitensportler und Fans nichts. Leider. Trotzdem halte ich eine möglichst breit angelegte Information über die Dopingproblematik sowie faire Debatten für sinnvoll. Zum Glück stellt der Admin an dieser Stelle stets neue Beiträge ein, die sehr informativ sind

Auslöser dieser aktuellen Zeilen ist für mich ein langes Interview mit dem Ex-Profi und geständigem Dopingsünder Jörg Jacksche, das am 16.03. in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist und mich beeindruckt hat - positiv wie negativ. Was der heutige BWL-Student dort zum Besten gibt, hat es in sich und klingt leider in Hinsicht auf eine Säuberung des Sports nicht gut. Einige Antworten sind erhellend, andere zeugen von einer merkwürdigen Sichtweise. Aber seht selbst.

Hier ein paar zentrale Jacksche-Antworten:
-Über Spanien und Contador
Die Spanier hängen weiter an den Lügen ihrer Helden wie Contador. Der ist unschuldig, trotz Dopingsperre, das Steak war verseucht. Irre.
- Über Ivan Basso
Er fährt immer noch und erzählt nach der Fuentes-Razzia aber, das Blut bei Fuentes sei zwar von ihm, aber er habe es nie benutzt. Über Basso war durch Telefongespräche aber zu hören, dass er doch dope.
-Über den Fuentes-Prozess
Das wird seit Wochen gelogen, dass sich die Balgen biegen.
-Über Fuentes
Der hat erzählt, er besitze einen Blut-Kühlschrank für 30000 Euro, der 48 Stunden ohne Strom funktioniert. Nur das Beste! Am Ende war es ein 300-Euro-Ding vom Media-Markt.
-Über Bjarne Riis und Jens Voigt
Unter Riis gab es organisiertes Doping... . Und Riis wusste das wie vermutlich auch jeder sonst, etwas Jens Voigt. Beim Festina-Skandal sagt Voigt zu mir: " Ey Jayjay, was macht ihr mit Eurem Zeug?" Ich: wir verstecken es im Staubsauger. Voigt: "Naja, wir werden es wahrscheinlich irgendwo verbuddeln - und nach der Tour wieder abholen." Diese Episode habe ich auch dem Bundeskriminalamt erzählt.... Er kann ja mal sein Gesundheitsbuch offenlegen. Da müssten einige Kortisongaben durch den immer noch aktuellen CSC-Arzt De Moor.... auftauchen. Ich denke, dass sich irgendwann auch Leute wie Voigt offenbaren müssen.
-Über erwischte Dopingsünder
Die werden geschasst. Aber die Hintermänner des Systems, jemand von McQuaids UCI, Teamchefs oder Ärzte, die bleiben unbehelligt. Das Selbstschutzsystem funktioniert.
-Über Lance Armstrong
Sein größter Fehler jetzt war: beim Beichten wieder zu lügen, diese Verniedlichung der eigenen Taten, das Weglassen von elementaren Dingen wie Deckung durch die UCI. Es ging ihn nur um sich.
-Über die Glaubwürdigkeit des Sports
Es ist nicht das Doping, das den Radsport kaputt macht - es ist die ewige Lügerei.
-Über die Zukunft
Entweder man macht eine Auszeit nach dem holländischen Modell: Du erzählst alles, wirst sechs Monate gesperrt, kriegst aber drei Monate dein Gehalt und behältst den Job. So kommst du vielleicht an die Hintermänner.
-Über die UCI
Garmin-Teamchef Vaughters hat erzählt, dass McQuaid von jedem Profiteam zehn Räder  einfordere, um sie als als soziale Maßnahme zur Radsportförderung in Dritte-Welt-Ländern einzusetzen. Da kann ich mir vorstellen, wen die Verbände in Angola und Bangladesh wählen, wenn er da jedes Mal Geschenke im Wert von 15000 Euro abliefert. Die UCI sagt: Das Armstrong-Beben hat keinen Einfluss auf unsere Zukunft, wir müssen nur nach vorne schauen, ohne die Vergangenheit aufzuarbeiten. 
-Über Radsportfans
Ich glaube, viele Leute können mit Doping leben, weil das ein Betrug ist, den man ja nicht sieht. Sport ist am Ende doch nur Unterhaltung, nur deswegen konsumieren wir ihn. Ich kenne keinen, der sagt: Ich schaue Sport aus ethischen Gründen an, weil dort Werte vertreten werden, die ich gerne in der Gesellschaft sehen würde.

Oh je, mit diesem letzten Punkt liegt Sportfreund Jaksche in meinen Augen aber voll daneben. Betrug, den man nicht sieht, ist tolerabel. Was ist das für eine schockierende Auffassung? Da hat das Doping offenbar seine Gehirnzellen aufgeweicht. Seine sonstigen Aussagen sind zumindest hilfreich und informativ.

http://www.sueddeutsche.de/sport/doping ... -1.1626099
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Beitragvon Helmut » 26.03.2013, 07:32

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Der mutmaßliche Dopingarzt Eufemiano Fuentes hat im spanischen Nationalradio erklärt, er wolle Schulden eintreiben - von Real Madrid.

Siehe

http://www.focus.de/sport/mehrsport/all ... 46619.html
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Beitragvon Helmut » 31.03.2013, 11:50

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Der kurz DSOB genannte oberste deutsche Sportverband arbeitet gegen eine Rente für Dopingopfer des DDR-Regimes, möchte vertuschen, dass unter diesem Regime mit teils heute noch tätigen Leuten z. B. Schwimmerinnen und Leichtathletinnen bereits mit 12 Jahren männliche Sexualhormone verabreicht bekamen, später nicht mehr gebährfähig waren oder behinderte Kinder zur Welt brachten.

Siehe <a target="_blank" href="http://www.taz.de/Kaum-Chancen-fuer-Dop ... 113327/</a>
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Beitragvon Helmut » 02.04.2013, 00:36

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Die TAZ spekuliert darüber, ob die Richterin des Fuentes-Prozesses der Antidoping-Chefin Ana Munoz jemals die Blutbeutel als Beweismittel überstellen wird, weil dann Fußball spielende spanische Nationalheiligtümer belastet würden.

Ferner berichtet sie darüber, dass während dessen Cancellara, Wiggins und Basso auf Gran Canaria und Teneriffa unbehelligt von Doping-Kontrollen ihre Runden drehen konnten, weil die dortigen Dopingkontrolleure von den Verbänden keinen Auftrag zu Kontrollen hatten.

Siehe <a target="_blank" href="http://www.taz.de/Radsport-Fruehjahrskl ... 113794/</a>
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Beitragvon Helmut » 03.04.2013, 00:53

Helmut hat geschrieben:Die TAZ spekuliert darüber, ob die Richterin des Fuentes-Prozesses der Antidoping-Chefin Ana Munoz jemals die Blutbeutel als Beweismittel überstellen wird, weil dann Fußball spielende spanische Nationalheiligtümer belastet würden.
Gefunden im Pressespiegel des BDR:
Augsburger Allgemeine hat geschrieben:Fuentes hatte bei seiner Vernehmung vor dem Gericht ausgesagt, dass er neben Radsportlern auch Fußballer, Tennisspieler und Boxer zu seinen Kunden zählte. Er bot die Herausgabe der Liste seiner Kunden an, aber die Richterin wollte während des laufenden Verfahrens davon nichts wissen.
Siehe http://www.augsburger-allgemeine.de/spo ... 79141.html"
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Beitragvon Harterbrocken » 21.04.2013, 22:46

Hörtipp für Nachtschwärmer: Um 23.30 Uhr läuft heute auf Deutschlandfunk (DLF) ein Interview mit dem geständigen Dopingsünder Stefan Schumacher. Darin wird der einstige Gerolsteiner-Profi seinen Ex-Teamchef und selbsternannten Anti-Doping-Vorkämpfer Hans-Michael Holzer schwer belasten. Er sei 15 Jahre Teamchef gewesen, so Schumacher, da wäre es unmöglich, nichts von Doping in seinem Team gewusst zu haben. Mehr noch: Als Teamchef habe Holzer die Strukturen geschaffen, die Doping erst in der Form möglich machten. Holzer dementierte umgehend. Da bahnt sich eine Schlammschlacht an.

DFL ist Hamburg über die Frequenz 88,7 MHZ zu empfangen. Das Interview wird auf der DFL-Homepage zum Nachhören bereit gestellt: http://www.dradio.de/aod/html/?broadcast=942284

Außerdem hat der ARD-Dopingexperte Halo Seppelt seine Einschätzung dazu gegeben: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/2081370/
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Beitragvon Harterbrocken » 24.04.2013, 12:01

Wie befürchtet: Der Schumacher-Prozess wird zur Schlammschlacht. Besonders die Rolle von Ex-Telekomprofi und Gerolsteiner Teamleiter und überführten Doper Christian Henn hat eine zentrale Bedeutung.

Lesenswert: http://www.rad-net.de/nachrichten/wider ... 29337.html
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Beitragvon Harterbrocken » 06.05.2013, 22:18

Lesenswertes Interview mit Dopingexperten Prof. Werner Franke in den Stuttgarter Nachrichten: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... e16d9.html

Eine seiner Kernaussagen richtet sich entschieden gegen einen Teil der Ärzte - Prof. Franke auf die Frage, warum Doping-Ärzte nie ihre Approbation verlieren: Weil offenbar die deutschen Ärztekammern einen erfolgreichen Lobbykampf betreiben – im Hintergrund. Die Ärzte können machen, was sie wollen, mit zum Teil tödlichen Spätfolgen, es passiert ihnen nie etwas. Die Ärztekammern nutzen aus, dass der gemeine Germane vor dem Onkel Doktor im weißen Kittel einen abgrundtiefen Respekt hat.
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Beitragvon Helmut » 08.05.2013, 00:06

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Holczers Glaubwürdigkeit nimmt weiter Schaden:

http://de.eurosport.yahoo.com/news/rads ... 02912.html
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Beitragvon Harterbrocken » 08.05.2013, 08:16

Ein Jahr auf Bewährung und vier Jahre Berufsverbot für Fuentes. Und wie reagieren drauf die deutschen Funktionäre? Dazu macht sich die taz interessante Gedanken:

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/arti ... fb8a2d2fca

Zum Giro-Auftakt hat die taz ebenfalls einen spannenden Artikel in der Wochenendausgabe veröffentlicht. Eigentlich ist der Beitrag zahlungspflichtig. Wer das nicht einsieht, kann ihn aber trotzdem lesen. Typisch taz eben. Nur Verlinken geht nicht, darum einfach "Tugend und Sünde + taz" googeln.
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Beitragvon Schnuffi » 08.05.2013, 11:35

Hoffentlich eine Ente...

http://www.nieuwsblad.be/sportwereld...mpaign=seeding

Google translate übersetzt wie folgt:

The Secret Blogger Pro, ein anonymer Radprofi die cyclingtips.com.au ein Tagebuch, sagt voraus, dass bald ein ehemaliger Gewinner einer großen Runde auf dem Blut Pass basieren wird. Suspended "Die Geschichte geht um im Peloton", schreibt er. "Ich kann nicht sagen, wer es ist, aber als die Nachricht öffentlich ist, dann wissen Sie, wer ich bin."
Wenn Du schneller fährst brauchst Du Dich nicht so lange anzustrengen :mrgreen:
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Beitragvon Speedmanager » 08.05.2013, 22:28

Schnuffi hat geschrieben:The Secret Pro, ein anonymer Radprofi die cyclingtips.com.au ein Tagebuch,
Sehr schönes Konzept, immer noch eine individuelle Meinung, aber eine mit ziemlich viel Einblick in die Hintergründe. Kannte ich noch nicht, Danke dafür.

Hier der Link auf den 2.Teil des Blogs.

Dort findet sich auch ein Satz, den ich leider inzwischen genau so sehe, jedenfalls in Bezug auf Profi-Rennen:
The Secret Pro hat geschrieben:Cycling has become a parody of itself.
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Beitragvon Helmut » 12.05.2013, 23:31

Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Fuentes will gegen Geld seine Kundenliste veröffentlichen. Neben der langen Liste von Kunden aus dem Profi-Radsport soll es dabei laut "Guardian" auch um die Bereiche Fußball und Leichtathletik gehen. Eine Kategorie in dieser Mail laute "Wie ich ein Team vorbereitete, das in der Champions League spielt", eine andere "Meine medizinische Verbindung zu Gewinnern des London-Marathons, inklusive Vorbehandlungen". Siehe

http://www.spiegel.de/sport/sonst/fuent ... 99229.html
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Beitragvon Helmut » 24.05.2013, 01:33

Noch nie hatte ich etwas von Doping bei Triathleten gelesen, jetzt aber...

http://www.wechselszene.com/dopers-suck
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Angelboot

Beitragvon Angelboot » 24.05.2013, 10:13

Auch im Triathlon gab es immer wieder in den letzten Jahren populäre Dopingfälle. Der bekannteste Fall ist wohl Nina Kraft. 2004 gewann sie als erste deutsche Frau den Ironman auf Hawaii. Kurz nach dem Rennen wurde sie positiv auf EPO getestet. Natascha Badmann, damalige Zweitplazierte, wurde der Titel zugesprochen.

Nina Kraft war geständig, durchlebte danach eine schwere Zeit, und mußte sich in psychiatrische Behandlung begeben. Sie kämpfte sich zurück, und gewann 2007 die IRONMAN Rennen in Brasilien und Florida. Für mich ist sie der beste Beweis, solche Ausnahmetalente wie Nina Kraft hätten Doping nicht nötig gehabt, um diese Erfolge zu erringen.

Ein weiterer prominenter Fall ist Lothar Leder, der mehrmalige Roth- Gewinner. 1996 unterbot er als erster IRONMAN Athlet die 8 Stunden Marke beim IRONMAN Europa in Roth, mit 7:57:02. 2007 wurde er bei einer freiwilligen Selbstkontrolle, wegen eines auffälligen Befundes vom IRONMAN Frankfurt ausgeschlossen, und später aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

In meiner IRONMAN-Zeit war ich oft gemeinsam mit Lothar Leder in Trainingslagern von Peter Sauerland. Wir als Amateure haben damals schon hart trainiert. Was aber die Profis da an täglichen Training absolviert haben, war einfach brutal. Ob da die Pille danach oder davor den Unterschied bei den großen Rennen ausmachte??????
crumble
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Beitragvon crumble » 24.05.2013, 10:57

Angelboot hat geschrieben:Was aber die Profis da an täglichen Training absolviert haben, war einfach brutal. Ob da die Pille danach oder davor den Unterschied bei den großen Rennen ausmachte??????
Die Pille ist fuer die entscheidenden Momente, wenn man am Ende eine Sekunde schneller sein muss als der Gegner. Und natuerlich, um diese Dauerlast von Training und Wettkampf ueberhaupt aushalten zu koennen.

Welcher Profi kann es sich denn leisten, zwei Wochen wegen einer Erkaeltung auszufallen? Diese schwachen Momente werden mit Medikamenten ueberwunden. Und wenn man sich erst einmal daran gewoehnt hat, etwas zu nehmen, um die Leistung bringen zu koennen, wird man auch leichter zu etwas greifen, was auf der Dopingliste steht.

Im Moment kann ich das gut nachvollziehen. Ich muss dringend was fertig machen, aber mein Ruecken mag die vielen Stunden Buerostuhl so ueberhaupt nicht mehr. Wenn vor der Tuer jemand mit Valium um sich schmeissen wuerde, koennte ich glatt schwach werden. Dabei waeren ein paar Tage Ruhe das einzige, was wirklich hilft.

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Beitragvon Harterbrocken » 24.05.2013, 12:57

Macht die Pille davor oder danach einen Unterschied? Klar macht sie das. Vielleicht nicht zwingend, was die Leistungsfähigkeit des Athleten angeht, dennoch entscheidet sie zumindest juristisch und noch viel mehr ethisch zwischen Sportbetrug und ehrlichem Erfolg.

Ich finde, jede Form von Medikamenten-Missbrauch und -Verharmlosung gehört an den Pranger. Passend dazu hier folgendes Fundstück:

Bild

Der Koffer ist im Schweizer Sportmuseum in Basel ausgestellt und zeigt kein Backzubehör, sondern die Reiseapotheke des österreichischen Radprofis Alfred Kain, der in den 50er-Jahren Rennen fuhr. Inhalt: Testostereonampullen, Coramin, Strychnin (!), Amphetamine sowie die zur Selbstverabreichung nötigen Spritzen. Wenn ich das sehe, wird mir irgendwie schlecht...

Nun, in diesem Fred soll es ja auch um Doping in anderen Sportarten gehen. Dieser Koffer zeigt indes, dass Radfahrer in Sachen Leistungssteigerung und -manipulation sehr früh dran waren und schon in den 50ern kaum Tabus kannten. Klar, findet Doping auch in anderen Disziplinen statt (z. B. Schachbundesliga), sicherlich auch im Fußball. Trotzdem: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fritz Walter, Helmut Rahn, Uwe Seeler oder Günther Netzer mit so einem Giftkoffer zu den Spielen reisten.

Wenn man unbedingt wollte, könnten die Ärzte sicherlich auch Mario Götze für das Championsleague-Finale fitspritzen. Sie tun es aber nicht. Ich sehe hier mehr medizinisches Verantwortungsgefühl und viel mehr öffentlichen Kontrollfokus als im Radsport.
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Heimfelder Dirk
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Beitragvon Heimfelder Dirk » 24.05.2013, 18:33

Harterbrocken hat geschrieben:Wenn man unbedingt wollte, könnten die Ärzte sicherlich auch Mario Götze für das Championsleague-Finale fitspritzen. Sie tun es aber nicht. Ich sehe hier mehr medizinisches Verantwortungsgefühl und viel mehr öffentlichen Kontrollfokus als im Radsport.
Deine Gutgläubigkeit in allen Ehren...Aber der Spielverzicht liegt m. M. nach mehr in einem Interessenkonflikt durch den anschließenden Vereinswechsel. Bei einer Sportart, wo es normaler Alltag ist, durch die vorsätzliche Attacke auf die Gesundheit des Gegners (Blutgrätsche) von einem medizinisches Verantwortungsgefühl zu schreiben, halte ich für mehr als blauäugig. Nach einer Attacke auf die körperliche Unversehrtheit eines anderen Sportlers, die eigentlich eine Straftat ist (Körperverletzung), muss der Täter ein paar Spiele aussetzen, i. d. R. ohne Verlust seiner Bezüge. Nimmt ein Radsportler körperfremde Substanzen ein, die ausschließlich seine eigene Gesundheit gefährden, wird er langfristig ausgeschlossen und erhält kein Gehalt mehr. Regelwidrigen Einfluss auf das Wettkampfergebnis haben beide genommen.

Ein des Dopings überführter Spieler, der jetzt Trainer ist, wird bei Bayern als neuer Messias bejubelt, Alkoholiker und Kokainabhängige sind oder waren als Trainer aktiv...

Medizinisches Verantwortungsgefühl im Fußball???? :HaHa:

:gruss: dirk
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 24.05.2013, 20:11

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Meine dopingfreien Muffins sind gebacken, der Renner ist gepackt, morgen geht es auf den 600er ARA Hamburg.

Wenn morgen am Abend , die ach so lieben Balltreter das Volk belustigen, sind wenigstens die Straßen von Autos so zwei Stunden befreit. Vielleicht gibt es ja auch eine Verlängerung, dann hält das Glück drei Stunden an.

Allen anderen Freunden des Radsports wünsche ich: Möge der angekündigte Regen uns nicht zu sehr benetzen. Viel Spaß, wo immer ihr auch rumgondelt.

:regenschutz:
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Beitragvon Helmut » 24.05.2013, 20:44

Harterbrocken hat geschrieben:Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fritz Walter, Helmut Rahn, ... mit so einem Giftkoffer zu den Spielen reisten.
Ich auch nicht, denn dafür hatten die damals schon ihren Mannschaftsarzt. Heutzutage geht man davon aus, dass die komplette Deutsche Fussball-Nationalmannschaft 1954 beim Gewinn des WM-Finales unter dem Einfluss von Pervitin stand. Siehe

http://de.wikipedia.org/wiki/Wunder_von_Bern
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon Grotefend » 24.05.2013, 22:57

Harterbrocken hat geschrieben: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fritz Walter, Helmut Rahn, Uwe Seeler oder Günther Netzer mit so einem Giftkoffer zu den Spielen reisten.
Ich auch nicht. Aber das konnte ich auch nicht bei Ben Johnson, Tom Simpson, N.N. (Name vergessen, die amerik. Läuferin mit den ellenlangen Fingernägeln), Dieter Baumann, Johann Mühlegg, Ludger Beerbaum [bzw. sein Pferd Goldfever], Isabell Werth [bzw. ihr Pferd Whisper] usw. usf.

Die Liste ließe sich seitenlang fortsetzen. Und sie betrifft beileibe nicht nur Radsportler!
Sonne in den Speichen sieht nur, wer sein Rad bewegt.
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Beitragvon mad.mat » 25.05.2013, 16:58

Bin wirklich ein großer Radsportfan und schau mir jedes Rennen begeistert an.

Was aber Nibali gerade jetzt beim Giro zeigt, kann ich nicht glauben.

Mal warten wie lange es dauert, bis er des Dopings überführt wird. (nur meine persönliche Meinung)
Wir sehen uns da oben, Tschüss Helmut
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Beitragvon Jacfm » 25.05.2013, 18:36

@Grotefend
du meinst mit N.N. bestimmt Florence Griffith-Joyner mit ihren noch immer bestehenden Weltrekorden über 100 und 200m
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Beitragvon Helmut » 03.06.2013, 23:47

mad.mat hat geschrieben:Bin wirklich ein großer Radsportfan und schau mir jedes Rennen begeistert an.

Was aber Nibali gerade jetzt beim Giro zeigt, kann ich nicht glauben.

Mal warten wie lange es dauert, bis er des Dopings überführt wird. (nur meine persönliche Meinung)
Gefunden im Pressespiegel des BDR:

Erwischt hat es nun Etappensieger Mauro Santambrogio. Siehe

http://www.spiegel.de/sport/sonst/dopin ... 03546.html
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.

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