Contador gedopt

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hanseat
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Contador gedopt

Beitragvon hanseat » 30.09.2010, 14:46

Oh man,

Albertos Story über das verdorbene Fleisch am Ruhetag ist so unglaublich hahnebüchen, fast noch erfinderischer als die damalige Disco-Ecstasy-Beichte von Ulle 2002.

Klar, ich zieh mir als Leader auch kurz vor der entscheidenden Bergetappe hoch zum Tourmalet ein schlecht riechendes, deftiges Steak rein! :mad:

Und die UCI versucht mal wieder zu vertuschen und zu verharmlosen wo es nur geht...

Traurig!
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 30.09.2010, 15:11

Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 30.09.2010, 15:31

@hanseat .....und bei jeder x-beliebigen RTF oder Jedermannrennen werden sich gedankenlos Riegel, Gele oder sonstwas reingestopft, um zu zeigen, was habe ich für einen tollen Schnitt gefahren. Und dann zeigen wir auf die Profis und sagen igitt, obwohl noch nichts bewiesen ist.

Und jeden morgen geben sich Millionen Arbeitnehmer die Droge Alkohol oder irgendwelche Tabletten um den harten Arbeitsalltag durchzustehen. Ach was ist unsere Gesellschaft doch....ja, verlogen.

Nebenbei: Der Vergleich mit Ulles Disco Affäre ist hahnebüchen.

Ein junger Mensch der sich jahrelang im Training gequält hat, seine Kindheit und Jugend versäumt hat, darf der nicht wie viele andere junge Menschen auch mal sich einen Fehltritt erlauben?

Aber bei jedem Dopingfall wird natürlich auch Ulle wieder mit verhaftet. Er bleibt trotzdem mein Idol. Gerade jetzt.
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Beitragvon Radeltommes » 30.09.2010, 15:49

Egal ob Contador, Schleck usw. ......glaubt irgendjemand noch dran, dass die nur mit Steak und Salat (ob mit oder ohne Dopingmittel "gewürzt") solche Leistungen vollbringen !?

Trotz des Dopings finde ich die erbrachten Leistungen immer noch einen Wahnsinn. Doping macht aus einer Schnecke ja keinen Rennwagen, sondern "nur" aus einem sehr guten evtl. einen überragenden Rennfahrer......!!!

.....übrigens......Ulle ist auch mein Idol. Vielleicht auch gerade weil er diverse Fehler gemacht hat. Ausserdem frage ich mich wo der Radsport in Deutschland ohne Ulle und Ete (Doping hin oder her) wäre !? Bei mir wäre er zumindest nie angekommen und ich würde heute immer noch Bälle in irgendwelche Tore schießen......... :mad:
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hanseat
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Beitragvon hanseat » 30.09.2010, 15:55

Angelboot hat geschrieben:@Aber bei jedem Dopingfall wird natürlich auch Ulle wieder mit verhaftet. Er bleibt trotzdem mein Idol. Gerade jetzt.
Ulle ist immer mein allergrößtes Idol gewesen, ist ja aus meiner Heimat! Bin seinetwegen zu diversen Rennen, der Tour De France eingeschlossen, gereist, habe Bücher über ihn gelesen und habe ihn angefeuert, habe sogar in sein Gästebuch auf seiner Webpage geschrieben und habe mir so sehr gewünscht, dass er durchtrainiert wie zuletzt 1997 die Tour 2006 gewinnt. Trotzdem nehme ich ihm die Geschichte mit der Ecstasy-Pille nicht ab. Nebenbei - noch immer ist Ulle der Größte für mich! Denn am Ende dopen sie im Leistungssport, mit dem man viel Geld verdienen kann, speziell im Ausdauersport ja fast alle und Ulle war trotzdem einer der Besten und seine Ästhetik auf dem Rad war einzigartig!

Bin nur sauer über diesen ganzen Heuchelkram! Aber wie Du richtig sagst, Doping bzw. Drogen nehmen sie überall, nicht nur im Leistungssport, sondern auch im Beruf. Aber die Art und Weise, wie wir als Zuschauer getäuscht werden, ist einfach nur lächerlich! Die Art und Weise wie die Fuentes-Affähre mit vielen Fußballern von Real und Barcelona unter den Teppich gekehrt wurde, ist ein gutes Beispiel. Der Ball und der Profit muss weiter laufen, die Sauberkeit und Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit werden dabei weggewischt, der Zuschauer wird maßlos verar..t. Und wie sich die UCI in den letzten Monaten verhalten hat, ist nur exemplarisch. Das Ergebnis der Probe von Contador stand doch schon seit Ewigkeiten fest...

Nicht das Dopen nervt mich (sollen sie sich doch damit kaputt machen), sondern wie wir Fans und Zuschauer angelogen werden und für blöd gehalten werden und das nicht nur durch den Sportler allein, sondern durch ein korruptes Konstrukt aus Sportlern, Verbänden, Justiz, Gremien und übergeordneter Politik.

Der Mensch an sich ist halt egoistisch und schwach.

P.S. Was haben Riegel und Gel mit Doping zu tun???
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Beitragvon Angelboot » 30.09.2010, 16:22

@ hanseat,... zu vielen deiner Worte hast du meine Unterstützung. Doping ist ein Verbrechen am Sport und an den Fans.

Und die Doper schaden dem Radsport

Du kannst aber nur jemand erwischen, wenn kontrolliert wird, und das macht der Radsport, in anderen Sportarten wird vertuscht und geheuchelt. Das ist mein Frust.

Und bei Nahrungsergänzungsmitteln würde ich vorsichtig sein. Die Produkte der Marktführer sind sicher in Ordnung, aber dann.....
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Beitragvon snief » 30.09.2010, 17:00

Man wird niemals einen vollkommen sauberen Sport erreichen - in keiner leistungsorientierten Sportart. Solange dort Menschen, Geld und Erfolg zusammenkommen, wird auch betrogen bzw. nach dem persönlichen Vorteil gesucht - in welcher Form auch immer.

Das ist im übrigen kein sportspezifisches, sondern ein gesellschaftstypisches Phänomen.

Dennoch mutet der jetzige Fall schon etwas seltsam an. Da nimmt jemand, der im Fokus der doping-diskutierenden Öffentlichkeit steht, ein völlig veraltetes Mittel in einer Menge, die 400 mal unter einem Wert liegt, der von Laboren ermittelt werden muss (also quasi eine Art Grenzwert) und das in dieser Menge eigentlich gar nix positives bewirkt. Dazu weiß auch Contador, dass dieses Mittel ganz leicht nachzuweisen ist. Dazu sind die Proben davor und danach sauber. Für mich klingt das nicht wirklich vollkommen logisch und lässt zumindest die Theorie vom "Essen" nicht völlig unwahrscheinlich erscheinen.
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Beitragvon quasarmin » 30.09.2010, 18:53

Angelboot hat geschrieben:@Aber bei jedem Dopingfall wird natürlich auch Ulle wieder mit verhaftet. Er bleibt trotzdem mein Idol. Gerade jetzt.
Angelboot :GrosseZustimmung:

hanseat hat geschrieben: P.S. Was haben Riegel und Gel mit Doping zu tun???
Gehe davon aus, dass Angelboot den Unterschied zwischen Gel und Doping kennt. Ich habe den Sinn seiner Aussage schon verstanden, jeder nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Mittel um das Maximale aus sich heraus zu holen. Wir alle (nicht nur Ulle) leben in einer extremen Leistungsgesellschaft. Schneller, höher weiter... aber wehe einer wird erwischt.

Gruß
Armin
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"Hagakure", 17. Jhdt.
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Beitragvon Helmut » 30.09.2010, 21:10

Aus diesem Anlass hier noch mal einige der spektakulärsten Dopingfälle im Sport:

http://www.rundschau-online.de/html/art ... 0684.shtml
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 30.09.2010, 21:38

Hallo Armin, so meinte ich das. Wir manipulieren auch unsere Leistungen mit solchen "Schnellmachern". Nur wir haben nicht die sogenannten medizinischen Berater zur Verfügung, die wahren Schuldigen aus meiner Sicht für die Misere.

Wer 20 Mars Riegel während eines 1000er futtert, wie ich Angelboot, hat auch kein normales Essverhalten mehr.

Da lobe ich mir unsere Einkehr während des Fleche Allemagne beim Italiener in Seesen. Denke immer wieder gerne daran zurück. Solche Stopps sollten auch die Profis mal einlegen. Live im TV, den Koch macht Tim Mälzer, mal etwas anderes. Ist schon traurig genug, hätten wir mal etwas zum Lachen.

Aber meine sofortige Reaktion auf @ hanseat waren nicht seine Ausführungen, sondern ich war wütend. Wieder der Radsport, wieder ein Spitzenfahrer. Wieder ein Tourergebnis was nichts wert ist? Es ist zum Heulen.

Komisch finde ich nur, dass die Meldung am ersten Tag der Rad-WM in Australien kam. Bei der WM in Stuttgart war es Paolo Bettini, immer auf den Punkt genau. Das ist doch kein Zufall.
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Beitragvon thomas-hh » 01.10.2010, 07:45

1. Bei Clenbuterol gibt es keine Grenzwerte. Die geringe Menge, die bei Contador gefunden wurde, ist also nicht egal.
2. Dass er sich Clenbuterol durch Essen eingefangen haben soll, finde ich lächerlich. Die Begründungen werden immer dümmlicher. Allerdings scheint man bei der UCI dieser Argumentation folgen zu wollen. Die Rolle dieser Organisation wird mir immer schleierhafter. In meinen Augen schadet sie inzwischen dem Radsport mehr, als sie ihm nutzt.
3. Wenn Contador nun noch Blutdoping nachgewiesen wird, ist sowieso Schicht im Schacht. Vielleicht hat sich sein Blut aber auch gegen seinen Willen durch die Luft refundiert.
4. Jan Ullrich ist für mich erledigt, seitdem er diese Aussage" Ich werde reden, wenn Deutschland reif dafür ist" gemacht hat. Dämlicher und arroganter geht es nicht.
5. Millar, Jaksche, Hondo und Sinkewitz z.B. haben gedopt, es eingestanden und haben dafür meinen Respekt.
6. Doping ist Betrug an den Zuschauern und den vielleicht doch vorhandenen sauberen Fahrern. Bei der überschaubaren Leistung der Milram-Fahrer waren sie wahrscheinlich die Einzigen, die "sauber" fuhren.

Und nun:
7. Auch wer dopt, muss diese Etappen erst einmal fahren. Auch diese Leistung ist doch nicht zu unterschätzen. Clenbuterol und Cera fahren diese Strecken, bewältigen diese Anstiege nicht. Das ist immer noch der Fahrer.
8. Immer länger, steiler, schneller. Seht Euch doch die Tour-Etappen 2010 an. Wie soll das jemand fahren, erfolgreich sein, die Sponsoren und das eigene Ego zufrieden stellen, ohne sich chemische Unterstützung zu sichern?
9. Vielleicht sollte endlich mal öffentlich deutlich gemacht werden, was ich erst vor kurzem als Salbutamolnutzer gelesen habe. Nämlich, dass es tatsächlich unter den Radprofis auf Grund der Belastung durch Training bei jeder Witterung, Umweltbelastung und Pollen etc., die sie ja ungefiltert einatmen, viele Asthmatiker gibt UND Salbutamol bei Gesunden, also nicht unter verklebten Bronchien leidenden Sportlern, keine weitere Bronchien erweiternde Wirkung hat. Darüber informiert niemand.
10. Es kann doch wirklich keiner überrascht sein, nachdem "AC" auf wundersame Weise von der Fuentes-Liste verschwunden ist. Dennoch hat es mich gefreut, wenn er 2009 Armstrong abgehängt hat, den ich für den Größen aller Betrüger halte (MEINE Meinung, der sich niemand anschließen muss).

Tut mir Leid, wenn oben alles ein bisschen durcheinander geht. Mag daran liegen, dass es einfach nicht nur schwarz und weiß gibt. Einerseits wundert es mich nicht, dass jemand bei diesen Anforderungen dopt, um den Erwartungen zu entsprechen. Andererseits ärgert es mich. Und gar nicht mal, weil mich jetzt noch mehr verfettete Volltrottel als Doper bezeichnen werden, wenn ich an der Ampel stehe. Dabei kann ich mich noch gut daran erinnern, als Contador bei einer Bergetappe wieder an allen vorbeifuhr, nachdem er am Vortag ziemlich schwächelte, noch gelästert zu haben "Na, der hat wohl gestern Abend noch ein Beutelchen bekommen". Richtig sauer werde ich bei der Erinnerung, dass auf der Fuentes-Liste 200 Spitzensportler standen. Und wen hat man sich rausgepickt? Die Radsportler.
ARD und ZDF haben stundenlang über die Leichtathletik-WM berichtet. Da hat man sich nicht auf minimale Zusammenfassungen beschränkt. Aber gut, dass Sportlerinnen sich täglich rasieren müssen, weil sie sonst nach drei Tagen Vollbärte hätten :roll: hat selbstverständlich nichts mit Doping zu tun. Daher gibt es auch keine Notwendigkeit, nicht zu berichten.
Ach, ich höre jetzt auf. Ich werde immer genervter, weil mich diese ganze Verlogenheit anwidert und sich das Gefühl verstärkt, von allen Seiten angeschissen zu werden.

Gruß, und verzeiht das Chaos

Thomas
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Beitragvon snief » 01.10.2010, 08:04

Danke für den Beitrag Thomas. Diskussionswürdige Punkte dabei ;-) aber differenziert und nicht nicht stammtischmäßig. Es freut mich immer wieder, dass das Niveau der Diskussionen und Beiträge in diesem Forum so hoch ist!

Zu zwei Punkten:
thomas-hh hat geschrieben:1. Bei Clenbuterol gibt es keine Grenzwerte. Die geringe Menge, die bei Contador gefunden wurde, ist also nicht egal.
2. Dass er sich Clenbuterol durch Essen eingefangen haben soll, finde ich lächerlich. Die Begründungen werden immer dümmlicher. Allerdings scheint man bei der UCI dieser Argumentation folgen zu wollen. Die Rolle dieser Organisation wird mir immer schleierhafter. In meinen Augen schadet sie inzwischen dem Radsport mehr, als sie ihm nutzt.
Wenn das mit dem "Grenzwert" auf meine Begriffsverwendung bezogen war: klar gibt es die Grenzwerte nicht, mir fiel nur kein besserer Begriff ein, um zu erwähnen, wie das Verhältnis von "reicht, wenn soviel gefunden wird" und der jetzt gefundenen Dosis aussieht.

Zum Essen - ich bin da auch im Zweifel, insbesondere, da AC direkt ein bestimmtes Stück Fleisch verantwortlich gemacht hat. Dennoch mutet es schon komisch an, dass ausgerechnet er etwas einsetzt, was in der Menge und zu dem Zeitpunkt nix bringt und bekanntermaßen leicht nachweisbar ist. Dass ich davon ausgehe, dass er (mind. zusätzlich) auch andere Substanzen auf seiner Liste hat, ist ein anderes Thema... ;)

Und bzgl. der UCI sind wir absolut einer Meinung. ;)
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Angelboot

Nicht ganz einfach

Beitragvon Angelboot » 01.10.2010, 11:28

@thomas-hh, ich habe einen Radsportfreund, Professor an einer Universität der sich besonders mit der EPO-Forschung beschäftigt. Er ist auch als Dopingbeauftragter im Radsport tätig.

Ich frage immer wieder bei ihm nach, möchte für meine Person Licht ins Dunkel bringen. Für uns Normalbürger aber alles schwer zu begreifen. Insofern gehe ich bei meinen Beiträgen auch nicht so in die Tiefe.

Du versuchst es zu machen und dein Beitrag trägt sicher dazu bei es verständlicher zu machen. Nur mal eine Anmerkung: Er hält viele der angeblichen Doper aus wissenschaftlicher Sicht nicht unbedingt für schuldig.

Die Bandbreite der Verursachung ist vielfältig. Und wenn ich hier im Forum immer gegen eine zu schnelle Vorverurteilung argumentiere, beruht das auf Erkenntnisse die ich aus diesen Gesprächen mit ihm ziehe.

Ich bin und werde weiterhin ein Fan des Profiradsports bleiben, weil die Leistungen die erbracht werden, grandios sind.

Deswegen auch mal für alle. Bei den derzeit in Australien stattfindenden Weltmeisterschaften haben unsere Fahrer schon drei Medallien gewonnen.

Judith Arndt im Zeitfahren Frauen, Marcel Kittel im Zeitfahren der U-23 und John Degenkolb gerade im Straßenrennen der U-23.

Ich möchte das deswegen hier mal mitteilen, weil ihre Leistungen jetzt mal wieder nur als Dreizeiler in der Presse erscheinen.

Die Dopingsache mit Contador aber über eine halbe Seite.

Sie haben sich mehr Aufmerksamkeit verdient.

Nochmal eine Anmerkung zu Jan Ullrich. Wenn er sagt " Ich werde reden, wenn Deutschland reif dafür ist", unterstütze ich diese Aussage. Deutschland ist nicht reif dafür, auf keinen Fall die Medien.
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Manfred
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Beitragvon Manfred » 01.10.2010, 11:47

Ich finde die ganze Diskussion über Doping mitlerweile überflüssig, weil man das Thema niemals in den Griff bekommen wird. Die Erfolge haben unsere "Vorbilder" natürlich in der Tasche und das Geld aus ihren Verträgen und aus der Werbung auch. Geschädigt wurde nur der Breitensport, der in einen Topf geworfen wird. Vereine bekommen durch das ständige Doping kaum noch Unterstützung von Sponsoren, da das schlechte Image was unsere "Helden" aufgebaut haben, auf uns Breitensportler zurückfällt. So lange die Sporthilfe nach Anzahl der Medallien bemessen wird, wird auch das Doping gewissermaßen damit geduldet.

Eine Trennung vom Profisport zum Breitensport müßte auch in den Verbänden getätigt werden, dann wäre die Angelegenheit ehrlicher verteilt. Beim Fußball ist das ja schon so mit DFL und DFB.

Gedopt wird überall nicht nur im Sport sondern auch im privaten und beruflichen Leben. Leistung = Erfolg = Anerkennung = Geld

Mal sehen, was nach der Rad-WM wieder alles herauskommt. Erst einmal die Veranstaltung für die Sponsoren durchziehen und dann wird der Dreck Wochen später gekehrt. Wiederholt sich doch jedesmal.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 01.10.2010, 12:49

@ Manfred, die Diskussion ist nicht überflüssig und ohne den Profisport würde es deine RTF-Fahrerei in dem Umfang nicht geben. Du fährst auf Rädern die der Profisport maßgeblich entwickelt hat. Der Breitensport hat vom Profisport profitiert. Ohne Ulle und Ete hätte es nie so geboomt, wenns auch deine Helden in Anführungsstriche sind. Schon vergessen. Man darf nicht nur immer die Sparte die man selber betreibt loben. Man sollte immer das Ganze sehen. Und in schlechten Zeiten sollte man auch nicht gleich davonlaufen, oder besser radeln.

Ich werde morgen einen langen Brevet fahren, vorher schaue ich noch das Damenrennen bei der WM.
Ich möchte großen Sport erleben, mit meinen Heldinnen.
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Beitragvon Manfred » 01.10.2010, 13:46

Hallo Angelboot,

sicherlich hast du aus deiner Sicht Recht, dass der Radsport in Deutschland durch unsere gedopten "Helden" erst richtig geboomt hat. Deswegen sind wir ja alle so enttäuscht, da das alles nur vorgetäuschte Erfolgsjahre des deutschen Radsport waren. Die ehrlichen Radsportler sind dabei leider auf der Strecke geblieben, auch das sollte man nicht vergessen.

Mein Radsport war nie von einem Ulrich oder Zabel geprägt, sondern einfach an der Lust rennradzufahren. Sicherlich habe ich mich gefreut über den Toursieg und die anderen großen Siege, aber es war alles nur "erkauft".

Vielleicht sollte man das Doping freigeben, dann weiß es jeder und jeder hat dann seinen Spaß an den unglaublichen Leistungen. Nur die gesundheitlichen Folgen sieht man dann erst später, dann schaut keiner mehr zu.
Zuletzt geändert von Manfred am 01.10.2010, 16:23, insgesamt 1-mal geändert.
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 01.10.2010, 14:23

@Manfred, und wir sollten uns nicht zerstreiten und gemeinsam weiterhin für diesen schönen Sport eintreten.

Jeder für seine Passion. Aber besonders auch nicht den Medien behilflich sein, die den Radsport immer wieder bekämpfen, von Lobbyisten gesteuert, die die Sponsorengelder für ihre Sportart wollen.

In diesen zweifellos schweren Zeiten für den Radsport müssen wir zusammenhalten, nur das ist mein Anliegen.

In allen Beiträgen im Forum zu diesem Thema steckt Wahrheit und Richtigkeit. Und ich bin nicht betriebsblind, sauer sehr oft auf meine Freunde mit den rasierten Beinen.
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Beitragvon Helmut » 01.10.2010, 21:08

Hier einige der bizarrsten Ausreden (mit Bildern) für postive Doping- und Drogentests:

http://www.focus.de/sport/mehrsport/dop ... 30912.html
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.

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