Wen interessieren Freezers, HSV Handball und VT Arubis ...

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radfreunde
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Wen interessieren Freezers, HSV Handball und VT Arubis ...

Beitragvon radfreunde » 24.05.2016, 16:51

... hier wird die für uns relevante Sportpolitik vermasselt:

http://www.mopo.de/hamburg/kein-neuer-f ... r-24110998

Fragt mal eure Abgeordneten (egal welcher Partei).

wilf
Zuletzt geändert von radfreunde am 25.05.2016, 11:00, insgesamt 1-mal geändert.
Knud
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Beitragvon Knud » 24.05.2016, 21:57

Schon mal gut, wenn das die Mopo interessiert. Große Teile der Politik interessieren sich wohl nur für "Leuchtürme" wie Olympia. Das ködern mit dem angeblichen Ausbau der Sportstätten hat nicht geholfen. Dann braucht man auch keine Sportstätten mehr...

Ich fand den Vorschlag sehr treffend, die Olympia-Eigenmittel (mindestens für die Bewerbung) in den Breitensport zu stecken. Aber vielleicht ist mancher Finanzpolitiker auch froh, diese "Eigenmittel" nicht mehr aus dem Etat zaubern zu müssen. :roll:
Knud
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kocmonaut
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Beitragvon kocmonaut » 24.05.2016, 22:25

Die Sportstaddt Hamburg hat im Verlauf des letzten Jahres so manchen Bauchklatscher hingelegt bzw. steuert heuer darauf zu. Ist es möglich, dass der Sport nicht mehr gefördert sondern nur noch gemolken werden soll - und bei ausbleibendem Ertrag einfach auf das Abstellgleis kommt?
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Beitragvon radfreunde » 25.05.2016, 11:10

Wenn die MOPO Moritz Fürste richtig zitiert hat:

"Hier ging es NIE um den Sport... Wir hatten NIE eine wirkliche Chance... "

Hat er recht. Wer nur noch auf Eventagenturen setzt, ist abhängig von deren Businessplänen. Wenn die nicht aussichtsreich sind, wandert man woanders hin.

Da die Verwaltung mit der Politik den Vereinen das Leben schwer macht, Veranstaltungen durchzuführen, wird es halt immer weniger.

Da könnte man auch ohne viel Geld was machen.

wilf
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kocmonaut
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Beitragvon kocmonaut » 25.05.2016, 22:06

in diesem Zusammenhang ist ein Interview des Hamburger Abendblattes mit dem Sportvermarkter Frank Bertling, das ich über den BDR-Pressespiegel von Manfred Schwarz erhalten habe, äußerst interessant:

http://www.abendblatt.de/sport/article2 ... -mehr.html

Ich fasse zusammen, was ich verstanden habe:

1. Die Vereine und die Politik müssen dafür sorgen, dass die (investiven) Kosten für die Infrastruktur übernommen werden, die der (Breiten)Sport benötigt. Vermarkter nutzen die geschaffene Infrastruktur gerne und kostenlos.

2. (Berufs)Sportler sollen ihre Gagen und Gehälter derart reduzieren, dass Sportvermarkter ihre hochgesteckten Renditeziele erreichen oder übertreffen.

Denn:

3. Nur Sportvermarkter wissen, was der Konsument / der Markt will und braucht. Deswegen haben Vermarkter alleinigen Anspruch auf garantierte Einnahmen bzw. auf Gewinnmaximierung.

Habe ich Sie richtig verstanden, Herr Bertling?

Mit freundlichen Grüßen
Lars Badia
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Beitragvon crumble » 26.05.2016, 03:13

kocmonaut hat geschrieben: 2. (Berufs)Sportler sollen ihre Gagen und Gehälter derart reduzieren, dass Sportvermarkter ihre hochgesteckten Renditeziele erreichen oder übertreffen.
Das hat er nicht gesagt. Nur das der Profisport sich rechnen muss. Wenn es nicht genug Einnahmen gibt, kann man keinen Profisport anbieten. Woher die Einnahmen kommen, ist ihm egal solange sie kommen.

Was mir da ehern aufstoesst sind diese drei Dinge:

1) Der Begriff Spitzensport ist fuer ihn anscheinend gleich dem Profisport. Es gibt genuegend Sportarten weit ausserhalb des medialen Interesses, bei denen sportliche Hoechstleistungen vollbracht werden. Da bekommen die Spitzensportler mit etwas Glueck ihr Material gesponsort und und trainieren ganz normal mit den Breitensportlern zusammen. Je nach Wohnort zusaetzlich im Kader. Warum sollte man die Bestrafen und nicht mehr zusammen mit ihren Freunden trainieren lassen?

2) Nur noch Grossvereine? Da werden dann die kleinen Sportarten untergebuttert und bekommen keine (brauchbaren) Trainingszeiten mehr ab.

3) Die Vereine sollen den Schulsport wuppen? Mit Straßenradsport und Knallschützen??? Oder doch wieder nur in den passenden Massensportarten, die sich mit kaputten Hallen und lieblos geflickten Sportgeräten betreiben lassen? Die Trainer werden sicherlich auch begeistert sein, wenn sie 30 desinteressierte mit dem falschen Körperbau vor sich haben und alles außer warmlaufen von den Behörden als zu gefährlich erachtet wird.

Ich bin ihm zwar dankbar, dass er die Cyclassics mit aufgebaut hat und sich für ihrem erhalt einsetzt, aber es gibt Bereiche in denen sich die Wirtschaft raus halten sollte. Erstaunlicherweise fehlen die Vorschläge die Sportstätten nur noch in der Kleidung eines Sponsors betreten zu düfen und gegen Zahlung nicht als letzter in die Mannschaft gewählt zu werden.
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radfreunde
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Beitragvon radfreunde » 26.05.2016, 10:30

1.) Wie sich ein Event rechnet, ist dem Veranstalter egal, ob er teure Stars als Zugpferd einkauft und durch Sponsoren, Eintrittsgelder und Catering die Kosten reinholt. Wenn bei der Einnahmenseite das nicht stimmt gibt es keine Toppstars oder die kriegen weniger.

2.) Interessant ist aber was als Spitzensport verstanden wird. Hier geht es den meisten nicht um das Treiben von Sport sondern ums Konsumieren. 2 - 22 Hanseln mühen sich für mehr oder weniger Geld auf dem Platz ab, während sich 5 - 50tausend Zuschauer amüsieren. Bei uns zahlen die Sportler Eintrittsgelder und die Zuschauer kriegen was umsonst geboten.

3.) Immer wieder der Hinweis, dass nur Groß- oder Mehrspartenvereine überleben werden. Für die Agenturen und Berater ein guter Markt, aber stimmt es auch. Der größte Verein in Hamburg hat einige seiner Sparten kurzerhand sterben lassen, als es dem bezahlten Spitzensport schlecht ging. Nach der Ausgründung der Profis in eine AG waren die erst einmal saniert, schauen wir mal, was aus den gesammelten Geldern des Vereins wird.
Bei uns ist der große Verein mächtig ins Trudeln geraten http://www.shz.de/lokales/wedel-schulau ... 71891.html ist aber mittlerweile wieder in ruhigen Fahrwasser, nachdem einige hochtrabende Akteure ausgetauscht wurden, die Mitgliedsbeiträge erhöht wurden und ein Teil der Vereinliegenschaften an die Stadt zur Flüchtlingsunterbringung vermietet wurde. Allerdings wurden etwa 20% Mitglieder durch Austritt verloren...

4.) Die Spitzensportveranstalter und Großvereine haben aber auch Vorteile bei der Lobbying und Öffentlichkeitsarbeit. Während bei unseren Veranstaltungen die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Presse (wenn sie überhaupt kommen) einen warmen Händedruck zur Begrüßung bekommen, gibt es woanders auch schon schon mal oppulentes Warmes und Kaltes für den Bauch im VIP Bereich, oder den Limoservice für die Anreise oder auch mal wertvolle Andenken als Give-a-Way.

5.) Letztens bin ich gefragt worden, warum sich der BDR nicht an der Aktion http://www.alkoholfrei-sport-geniessen.de/ beteiligt. Bislang ist mir noch nichts bekannt, außer dass ich persönlich nicht in dieser scheinheiligen Runde mitmachen würde. Alkoholfrei Sport genießen, heißt für mich selbstverständlich, dass Sportler während des Sports nüchtern sind, aber auch dass Zuschauer nicht dem Alkoholgenuss übermäßig zusagen. Wenn ich mir die Ringe der teilnehmenden Verbände anschaue, werden die reichlich von der Alkoholindustrie gesponsert. Wie war das beim pokalfinale und der Bierdusche, die vom DFB untersagt wurde (aber nur bis zum offiziellen Foto) oder der Verein der seine Meisterschaft mit den "falschen" Biergläsern feiert, weil der Gastgeberverein von einer anderen Brauerei gesponsert wird. Oder der vergebliche Versuch den alk. Bierausschank im Stadion zu verbieten. Hier scheint eine Menge Geld zu fließen.

Da gibt es sicher einiges, was wir verbessern könnten.

wilf

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