Ironman Hamburg 13.08.2017 (Berichte + Bilder)

Schwimmen, Radfahren und Laufen in Kombination sowie Mehrdisziplinenwettkämpfe
sonja1
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Ironman Hamburg 13.08.2017 (Berichte + Bilder)

Beitragvon sonja1 » 13.08.2017, 21:46

Ironman in Hamburg. Da muß man zumindest mal als Zuschauer dabei gewesen sein. Und da der Wettkampf sooo lange dauert, kann man sich die Tageszeit frei auswählen. Es gibt immer was zu gucken. So machten wir uns gegen Mittag auf den Weg nach Hamburg in die Innenstadt. Die Sportbegeisterung war auch heute wieder deutlich spürbar. Wir schauten zunächst bei den Radfahrern vorbei, die ihre 180 km gerade beendet haben.

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Dort fiel mir auch ein Plakat mit drei alternativen Disziplinen für den Triathlon ins Auge:

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Danach gingen wir an der Wechselzone vorbei Richtung Rathausmarkt. Aus unserer Sicht am Anfang der Wechselzone standen die Fahrräder Profis.

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Das war schon ziemlich beeindruckend. Aber auch die Menge der übrigen Fahrräder, die dort auf Abholung warteten, war nicht zu verachten.

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Nach den Fahrrädern kamen wir zu den Teilnehmerbeuteln.

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Anders als beim "normalen" Triathlon war es hier offenbar so organisiert, daß jeder Teilnehmer nach dem Radfahren seinen Beutel schnappt und sich dann im Zelt zum Laufen umzieht.

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Nach dem Umziehen ging es dann für die Teilnehmer nach 3,8 km Schwimmen und 180 km Radfahren "nur" noch darum, "mal eben" einen Marathon zu laufen ... :Respekt: Das Schöne für die Zuschauer war, daß der Marathon auf einer 10 km-Schleife, die 4 mal gelaufen werden mußte, stattfand. So konnte man die Teilnehmer immer mal wieder sehen. Wir trafen auf internationale Teilnehmer (hier: Griechenland)

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kreative Bekleidung

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(Kommentar eines Zuschauers: "Respekt, wenn er damit auch geschwommen ist ...")

Rückwärtsläufer (jedenfalls zeitweise)

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Aber auch prominente Teilnehmer wie hier den Tagesschau-Sprecher Torsten Schröder

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Und natürlich haben wir es uns auch nicht nehmen lassen, unseren Fori Tribelix anzufeuern.

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TribalaStine haben wir leider nicht gesehen. Wir sind aber mächtig stolz auf euch, daß ihr den Ironman in Angriff genommen und (wohl) auch durchgekommen seid. :Respekt: :Respekt: :Respekt:

Ich habe noch versucht, ein bißchen Zielathmosphäre mitzunehmen. Aber das war so voll auf den Tribünen, daß ich dort nur sehr kurz geblieben bin.

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Für mich war es ein sehr schöner, sportlich beeindruckender Nachmittag. Wie ich gehört habe, ist der Ironman jedenfalls auch im nächsten Jahr in Hamburg zu Gast. Darauf freue ich mich jetzt schon. Es ist eine schöne Ergänzung zu den Cyclassics, dem Marathon und dem "normalen" Triathlon.

Hier geht es zu meinen weiteren Fotos: https://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/2 ... 13-8-2017/
Zuletzt geändert von UweK am 17.08.2017, 19:32, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Thema geteilt, Titel angepasst.
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Re: Ironman Hamburg 13.08.2017

Beitragvon Tribala-Stine » 16.08.2017, 21:02

Mein Weg zur 2. Langdistanz
-IRONMAN HAMBURG- oder der Kampf gegen den inneren Schweinehund



Für das Jahr 2017 war eigentlich ein anderes Programm geplant, das hat sich aber zerschlagen. Im Wettkampffreien Jahr 2016 ging es dann in den Spaßurlaub nach Südtirol zum MTBiken, Rennrad fahren, Laufen und Wandern.
Hier wollte ich wieder in Form kommen nach dem Wirbelbruch, da überraschte uns eine Mail zur Anmeldung für den ersten Ironman in Hamburg. Tribelix war sofort Feuer und Flamme. Den ersten muss man gemacht haben in der eigenen Stadt. Kurzerhand haben wir uns dann beide angemeldet.

Fit war ich natürlich noch nicht nach dem Urlaub und trotz Disziplin ging es an dem einen oder anderen Weihnachtsmarkt nicht vorbei. Irgendwie hatte sich auch ein leichtes Trainingstief eingeschlichen.
Nun waren es irgendwie nur noch 7 ½ Monate richtige Vorbereitung.

Den ersten Fehler den ich dann gemacht habe, in der Vorbereitung einen Marathon zu laufen…..für den Kopf war er gut, ich musste mal wieder mit meinem „Schweinehund“ kämpfen, aber für den Körper absolut nicht. Der Ischias Nerv lies mich danach schwer wieder ins Lauftraining kommen.

Dann endlich der ersehnte Höhen-Trainingslager-Urlaub wieder in Südtirol. Was wollten wir dort Rad-Km machen. Hier ließen die Gewitter und Regengebiete nicht das zu was wir geplant hatten. Also sind wir mehr Laufen und Schwimmen gewesen.
Da wir wieder auf über 1500m.ü.m gewohnt haben, ging es entweder bergauf oder bergab. Zweiter Fehler, nie mit Kompressionssocken gelaufen, machen wir hier immer wenn wir hm laufen…., letzter Lauf im Urlaub mochte die Wade nicht mehr.

Wieder zu Hause nur noch Schwimm- und Radtraining, wobei wir auf dem Rad auch keine großen km Fahrten gemacht haben……
HH-Triathlon sollte dann ein super Training auch mit dem neuen Triathlonrad werden.
Schwimmen und Rad waren super – auf die Laufstrecke konnte ich aufgrund der Wade nicht – Muskelfaserriss – noch 4 Wochen bis zum Ironman-Start…..

Freitag, 11. August 2017
Erster Tag Urlaub, Regen, Aufgeregt, Startunterlagen abholen – lief…..Wettkampfbesprechung im Regen vorm Rathaus.
Auf der Expo haben Tribelix und ich auch richtig zugeschlagen, was man so braucht vom 1. Hamburger Ironman, Becher, Handtuch, Mütze, Shirt, Rucksack etc. (man hat ja noch nicht genug :-) )…wer das tragen will muss auch finishen……meine Einstellung….
Abends zur PastaParty nach Harburg, war lecker und unterhaltsam.

Samstag, 12. August 2017
Noch einmal ordentlich ausschlafen, gut Frühstücken und dann die Wettkampfbeutel bestücken. Heute ist bike-check-in und Wechselzonen Beutel Abgabe. Die Nerven wurden immer gereizter, ich musste bis 16:30h eingecheckt haben, Tribelix ab 16:30h. Wir haben zum packen unserer Beutel glaube ich 3 Stunden gebraucht, schlimmer als vorm ersten Triathlon. Nichts vergessen, an alles denken….lieber noch einmal alles durchgehen. Startnummern aufkleben etc.
Dann alles ins Auto, Parkplatzsuche…..gerade noch geschafft, doch was vergessen, wir hatten die Rückseite der Startnummern nicht ausgefüllt, also schnell noch in dem Gewusel von aufgeregten Teilnehmern ausfüllen…..und es regnete immer noch.
So, alles eingecheckt, Beutel an die richtige Nummer gehängt und Transponder abgeholt.
Auf dem Weg nach Hause noch bei unserem persönlichen Supporter Clemme vorbei gefahren und den morgigen Tag besprochen. Essen geholt und dann früh ins Bett.

Sonntag, 13. August 2017
Der Wecker klingelte um 04:00h. Zum Glück sind wir für solche Vorhaben inzwischen ein eingespieltes Team. Jeder wusste was er zu tun hat. Ist ja nicht so einfach wenn beide an den Start gehen. In Ruhe noch einen Kaffee und etwas in den Magen.
Auf das einschwimmen haben wir verzichtet, da wir sonst einen halbe Stunde im nassen Neopren auf den Start gewartet hätten. Also etwas mehr Zeit für die Vorbereitung vor Ort.
Rad noch mit Getränken und Gel, bzw. Essbarem bestückt.

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Ich habe auf dem Rad immer viel Hunger und brauche „Schwarzbrot mit Käse und Salami“ – lach –
Für meine Verhältnisse war ich immer noch sehr ruhig. Umgezogen, Beutel abgegeben und in den richtigen Startblock gestellt. Da ging es dann aber doch wieder los mit den Nerven, ein kleiner Teil der Familie stand dort schon und wünschte Glück…..manchmal kann ein das schon ärgern wenn man so emotional ist – grrr –
Soo, der Gedanke ob die Wade hält und sie mich ins Ziel bringen kann war nicht mehr so aktuell, hab einfach mal dran geglaubt. Aber nun war ich dran und musste ins Wasser – Wassertemperatur 19,4°, viel zu kalt für mich, aber egal, in Glücksburg hatte ich nur 16°, muss also gehen. Ich habe bestimmt 5 Minuten nach Luft geschnappt um mich an das Wasser zu gewöhnen, dann lief es und ich war super zufrieden, zum Schluss zwar leichte Krämpfe, da war ich aber nicht die Einzige, im Wechselzelt froren alle.
Schwimmzeit 1:37:59 – Wechselzone über 10min

Jetzt aufs Rad – erste Runde nur nicht überpacen. Da es nicht so warm war, musste ich laufend das kleine blaue Häuschen anfahren, hatte viel Hunger und hab mit dem Wind gekämpft.

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In die Hafencity wieder rein fing es an zu regnen und der Wind ist dort auch immer zu viel, ich hatte aber noch die zweite Runde vor mir, Regen und Wind im Hafen muss ich nicht haben, also versucht etwas schneller zu fahren, Richtung Niedersachsen sah es freundlicher aus.

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In Buchholz stand noch Familie und hat auf mich gewartet, kurz angehalten und mich dann auf die letzten 50km gemacht.

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Das linke Innenband am Knie fing an weh zu tun, sehr unangenehm, musste ich jetzt aber durch.
Geschafft, in die Wechselzone zum Laufen umgezogen. Irgendwie ging es mir nicht gut, Bauchkrämpfe vom Gel, vllt. auch Anstrengung die man nicht wahr haben will machte sich breit. Ich war etwas über 15min in der Wechselzone, ganz gruselig, Tribelix Bruder der dort half, fragte gleich was ist, ich hätte aber noch genug Zeit zum Laufen, ist erst 16:30h …..waaaaaasssss, spätestens 15:00h wollte ich vom Rad sein. Also über 7Std. gefahren. Ging gar nicht.

Clemmens und Sascha haben mich dann auf den Weg geschickt. In meinem Kopf ratterte es nur noch. Langsam laufen, kleine Schritte, Wade locker lassen….und dann die Zeit, schnell rechnen konnte ich noch nie, aber mir war klar das das jetzt eine ganz knappe Nummer wird.

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Da hab ich so kurzfristig den Glauben an mich selbst verloren und hätte fast aufgegeben. Bei km ca. 8 stand dann aber wieder Familie, die mich aufgebaut hat, Anfang der zweiten Runde meinen Support angepeilt, erst einmal Gel und Salz gegessen,

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hatte ich natürlich vergessen, ab auf die zweite Runde. Langsam fühlte ich mich besser, aber die Zeit lag mir im Nacken.
Wenn ich nicht Clemens, Sascha, Besenwagenflüchtling, Brimore, Madmad gehabt hätte, hätte ich mich vllt. nicht mit meinem Schweinehund angelegt. Kurze Zeit am Rand mit dem Team diskutiert, hätte ich mir auch sparen können, dann wieder los.


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Aufgeben ist keine Option – was hätte ich mir von Tribelix anhören müssen – es waren doch nur noch zwei Runden. Ich wollte unbedingt jetzt ins Ziel kommen und den Einlauf genießen. Tribelix noch einmal getroffen, er hatte noch 3km vor sich, ich noch 13km. Schnelles gehen, kurzes laufen, inzwischen tat jetzt das Aussenband im Knie weh, habe ich mich dann von Verpflegung zu Verpflegung gehangelt.
Das Supporter-Team hat gewartet inzwischen incl. Tribelix – Ich habe den Zieleinlauf genossen, es hat sich mal wieder gelohnt zu kämpfen, es ist einfach ein tolles Gefühl es geschafft zu haben, letztendlich egal wie.

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Alle waren sie bis zum Schluss da und haben mich im Ziel in Empfang genommen. Ich danke Euch Allen von ganzem Herzen, ihr habt das großartig gemacht, es hat geholfen!

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Eigentlich wollten wir noch feiern, aber in HH kriegt man so spät leider nichts mehr zu essen. Das nächste Mal bin ich definitiv früher im Ziel.
Ich war k.o., konnte nicht mehr gehen, hatte Hunger hab aber nichts runter bekommen, chaotisch………

Tribelix hatte die Befürchtung, dass ich jetzt nicht mehr auf Lanzarote starten möchte….doch möchte ich – allerdings werde ich mir HH-Berlin nicht antun, ich hab jetzt erst einmal genug Wind und schlechtes Wetter gehabt.

Meine 3. und letzte Langdistanz soll ein Traum auf Lanzarote werden. Mit einer guten Vorbereitung die jetzt anfängt.

Hallloooo Supporter – wir bräuchten dort noch ein Team vor Ort!!!!!

Stine :wink:
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Re: Ironman Hamburg 13.08.2017

Beitragvon Deichfahrer » 16.08.2017, 21:35

:Respekt: :Respekt: :Respekt:
:GrosseZustimmung: :GrosseZustimmung: :GrosseZustimmung:

Sehr schöner Bericht mit enormen tiefen Einblicke ins innere Schweinehund :mrgreen: Hauptsache Ziel würde erreicht :Empfehlung:

Der Ironman ist nichts für mich, dafür fahre ich lieber Hamburg - Berlin :Sehrlachend:
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Johanna
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Re: Ironman Hamburg 13.08.2017

Beitragvon Johanna » 16.08.2017, 22:14

Meine 3. und letzte Langdistanz soll ein Traum auf Lanzarote werden. Mit einer guten Vorbereitung die jetzt anfängt.
Ich drücke alle Däumchen, auf das dass dein Traum eine wunderbare Wirklichkeit wird!

:Respekt:
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Re: Ironman Hamburg 13.08.2017

Beitragvon Tribelix » 16.08.2017, 23:01

Bericht IRONMAN Hamburg 2017

Prolog:
2016 kursierte schon länger das Gerücht, das Hamburg einen IRONMAN bekommt. 2016 war auch das Jahr, das mal nach Sabbat schrie. Also alles sehr gemütlich und mit Spaß, auch mit sehr viel Spaß ohne Sport. In der Mitte des Jahres, wurde schon ein grober Fahrplan für 2017 geschmiedet.
Juni - IM Nizza; Juli - Hamburg Wasser Triathlon; August/September - IM Hamburg; Oktober - Ocean Lava (70.3). Sehr ambitioniert, aber es sollte so ziemlich der Abschluss der Langdistanz eingeläutet werden, da kann man schon mal ein wenig verrückt werden. Anfang Herbst, standen dann alle Termine für die Rennen fest und es durfte um geplant werden. Alle Rennen waren innerhalb von 5 Wochen. Schon war klar, das nur die Hamburger Rennen in frage kommen. Als TriClub Mitglied, hatte man die Möglichkeit, sich eine Woche vor dem Offiziellen Anmelde-Termin anzumelden. Das wurde auch gleich im Dolomiten Urlaub gemacht. Das Training sollte sofort nach dem Urlaub beginnen. Fitness-Studio, schwimmen, laufen & Radfahren, im Kopf lief alles auf Hochtouren. Der Kopf lief und der Körper spielte Träge-Masse. Wenn du aus dem Sport-Modus raus bist……bist du eben raus.
Der Körper quittierte diverse Versuche sportlicher zu werden, mit Verletzungen. Was nicht gerade dazu beiträgt, motivierter an die ganze Sache ran zugehen. Wenigsten Studio und schwimmen liefen gut an. Da im April noch der Hamburg Marathon anstand (völlig blödsinnig) war wenig Zeit, als das Laufen Ende Januar wieder anfing. Konzerte, Bereitschaft, Familie, schlechtes Wetter, gute Vorbereitung geht irgendwie anders. Der Marathon wurde mit Knieschmerzen bei km 29 abgebrochen (safety first).
Jetzt hatten wir schon Ende April, auf dem Rennrad Kinder-Runden gefahren, laufen…..geht so. Schwimmen war im Plan. Je dichter das Höhentrainingslager in den Dolomiten kam, desto höher war die Hoffnung, irgendwie noch alles hinzubekommen. Das Trainingslager, war eine gute Entscheidung, nur war es entweder viel zu heiß, oder zu nass, sodass es nicht zu 100% umgesetzt werden konnte, wie es geplant war. Eins hat es gebracht, dicke Beine. Beim Hamburg Wasser Triathlon hab ich sie gemerkt, war sehr wenig Zeit zur Regeneration. Nach der Olympischen Distanz, wurde die Schlagzahl im Schwimmen erhöht, viel zu wenig Freiwasser Training, also 2x die Woche Strecke machen.
Das Radeln hat immer noch zu wenig Priorität, hoffentlich rächt sich das nicht.

Freitag:
da ich schon beruflich am Mittwoch mit dem IRONMAN zu tun hatte, brauchte ich meine Startunterlagen am Freitag nicht abholen. Das Merchandising konnte ich auch schon vorher begutachten. Es wird teuer! Race Briefing im Regen, uncool. Bis jetzt alles Top organisiert.
Zur Pasta Party ging es nach Wilhelmsburg in die Inselparkhalle, so langsam hatte man das Gefühl für das hohe Startgeld bekommen.
Von Hamburg Energie haben wir neue Trisuits bekommen, die erste Charge war leider zu klein, nach einer netten Mail, wurde das unmögliche Möglich gemacht und eine zweite Charge geliefert, um 9:17.
Leider die Mittelteile seitenverkehrt, bis jetzt noch keine Rechnung bekommen, Muss ihnen wohl aufgefallen sein, dem Hersteller aus Spanien.

Samstag:
Fast wie jeden Samstag. Frühstücken und Beutel packen. Immer und Immer wieder alles durchgehen, nur nichts vergessen. Auf zum Bike Check-In.
Stine brauchte noch Verbindung zur Außenwelt während des Rennens, also noch abschließend einen Besuch bei Clemme. Top Leistung Digga, er hat am Renntag alles geregelt, während des Rennes.
Huang zum Abendessen und ab in die Koje, die Nacht wird kurz.

Sonntag:
Kein Apfel in der Wohnung (Insider) Toastbrot und Kaffee, das muss langen.
Rad mit Trinkflaschen versorgen, Schuhe eingeklickt und ruhig zum Schwimmstart gegangen.
Es war megavoll, mann konnte nicht mal die Schildereinteilung für den Rolling Start erkennen.
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Sonnenaufgang über der Alster.
Letzter Gruß von Bekannten, Stine nach hinten verabschiedet und schon war ich alleine.
Die Masse an Athleten, lies mich daran zweifeln, dass der Start so kurz über die Bühne gehen kann.
Es ging los, wenig Tritte, ein paar Schwimmer, die sich doch verkehrt eingereicht hatten und unter der Lombardsbrücke wurde eng. Meine Brille ist beschlagen, ich sehe nichts mehr. Biege bei einer Boje falsch ab, es geht noch weiter gerade aus. Brille säubern, es ist noch so weit bis zur Wende. Weiter als gedacht. Kurzer Landgang nach ca. 2600 m (Australischer Ausstieg) schwer raus zu kommen und schwer wieder rein, keiner traute sich auf den wackeligen Fässern. Die letzte kleine Runde wurde fies, sehr komprimiert und eng. Unter der Reesedammbrücke hätte man trockenen Fusses über Menschen laufen können. Exit – meine Uhr zeigt 1:11 an (wie sich später rausstellt hat sie erst ab Lombardsbrücke aufgenommen) real 1:23. Voll zufrieden, Alster ist sonst nicht mein Gewässer.
Ab aufs Rad – jetzt kommt das Überraschungsei. Vorgabe von mir: bergauf zügig, bergab was geht.
Die Strecke hab ich komplett im Kopf inkl. Windrichtungen, eigentlich alles perfekt. Ich lass es krachen, im Zuge meiner Möglichkeiten. Erste Bekannte/Arbeitskollegen an der Strecke erkannt. Anhalten an Verpflegungsstationen ist nicht geplant. Wo Vollgas geht, wird Vollgas gefahren. Bei Km 57 steigt mein Brustgurt aus, Batterie alle, das war nicht eingeplant. Ab jetzt wie ein Profi fahren und auf den Körper hören. Kurze Zeit später kneift es im Darm, da waren wieder meine Flatulenzen. Beißen, vielleicht gehen sie ja von alleine weg. Ich bin auf dem Rückweg kurz vor dem Wallringtunnel, im Norden hängen tief dunkelblaue Wolken. Die Fahrt durch den Tunnel hab ich schon so oft gemacht (Hamburg Triathlon) doch am Ende hab ich fast Pippi in den Auge gehabt. Der Turnaround war voller Menschen, die einen anfeuerten, das war der Hammer, so unwirklich. 2:45 für die erste Runde, wenn ich das halten kann, bin ich ein Held. Leider hatten der Wind (er frischte auf der zweiten Runde auf) und mein Darm was dagegen. Wo jetzt mal die Luft entweichen lassen? Penalty Box? Oder Verpflegungsstation. In Sieversen ging es nicht mehr, mir wurde sogar aus dem Einteiler geholfen. Die Sitzung hat gedauert. Die 182 Km wurden dann in 6:00 erledigt.
Überraschung in der zweiten Wechselzone, mein Bruder stand da im Zelt und meinte er musste mich erst mal ausfragen und dabei filmen. Schön war es trotzdem ein weiteres bekanntes Gesicht zu sehen.
Laufen…….nur noch 42 Km, die ersten Meter fühlten sich an, als wenn ich Schrumpfnieren hätte. Die hintere Mitte hat mich voll blockiert. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir gleich an, das mein Tempo zu schnell war. Das ist der blöde Moment, wo du deinen Körper entschleunigen musst. Nach der ersten Rund hatte ich ein Gefühl fürs laufen. Da spielte die Zeit schon keine Rolle mehr. An der Strecke war es fast wie ein Klassentreffen, kein Meter wo man nicht einen kannte. Überall Bekannte/Freunde/Familie und Arbeitskollegen. Auch beim Laufen zwickte es im Darm, so dass ich auch hier wieder an den Verpflegungsstelle in das blaue Haus musste. Schön das mich auch hier wieder einige Supporter aus meinen Kondom-Anzug raus und wieder rein halfen. Eigentlich hätte ich mir noch eine neue Kniebandage kaufen müssen, aber ich hab es mit einer versucht. Leider wollte das unbandagierte Knie ab Km 30 nicht mehr. Ein Wechsel der Bandage brachte auch keine Besserung.
Stine hab ich dann noch zweimal gesehen und ihr Mut zu gesprochen, ich hatte mit mir genug zu tun.
Wer nun denkt, das hier noch was gerissen wird, der irrt. Das Ziel ist das Ziel, slowmotion ist angesagt. Jede Ablenkung ist willkommen. Irgendwann bekommt man wirre Gedanken, das Geld bei einer Domina zu investieren und durch Bilder zu refinanzieren…..all so ein Blödsinn.
Der Hit waren noch die Rundenbänder, bei Runde 1 & 2 gingen sie noch, aber bei den letzten beiden, musste ich sie mir doppelt um den Finger wickelt, am Handgelenkt wäre mir die Hand abgestorben, so eng waren die.
Der Einlauf war eine reine Freude….mir zufrieden, mit der Zeit unzufrieden, aber der Support bei einem Heim IRONMAN ist unschlagbar…….So schön hatte ich mir das nicht vorgestellt.
Einziger Wermutstropfen, im Athleten-Garden gab es kein richtiges Bier mehr, aber wozu hat man Freunde an der Strecke. Ich wurde mit eine Leffe und Holsten begrüßt. Danke an Mad Mat und Besenwagenflüchtling.
So zum Ende hin muss ich sagen, der Anspruch an mich selbst war hoch, ich habe ihn während des Rennens revidiert und für mich ist Lanzarote 2018 der Abschluss meiner Langdistanz Karriere geplant.
Obwohl man soll niemals nie sagen.

Danke Danke Danke für den Support, es war Himmlisch
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mad.mat
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Re: Ironman Hamburg 13.08.2017

Beitragvon mad.mat » 17.08.2017, 19:25

So haben Bri und ich den IM als Zuschauer erlebt:
https://brimat2015.wordpress.com/2017/0 ... burg-2017/
Wir sehen uns da oben, Tschüss Helmut
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Re: Ironman Hamburg 13.08.2017 (Berichte + Bilder)

Beitragvon Kanarienvogel » 17.08.2017, 21:10

Ihr zwei beiden :applaus: :applaus: :ergebung: :ergebung:
Ihr seid Helden :Respekt:
Leider waren wir nicht an der Strecke aber über den Tracker von der Ironmanseite immer bei euch :wink:

Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung
A bicycle is driven by legs, not by marketing (Joe Breeze)

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