28. Ratzeburger Insel Triathlon 2012 (Bericht)

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Peer
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28. Ratzeburger Insel Triathlon 2012 (Bericht)

Beitragvon Peer » 28.08.2012, 15:09

Den Abschluss meiner Saison 2012 sollte die Mitteldistanz beim für mich ersten 28. Ratzeburger Insel-Triathlon werden und so bin ich am Vorabend mit Rad und Freundin im Gepäck in die norddeutsche Kleinstadt angereist.

Da am Samstag-Abend die Bordsteine in Ratzeburg früh hochgeklappt wurden, gab es das Abendessen im Hotel zusammen mit einem kleinen Schlummertrunk und um 23:00 waren schon die Lichter aus. 5:45 klingelt der Wecker. 6:00 Startunterlagen abholen. 6:15 schnelles Frühstück im Hotel. 6:45 Aufbauen in der Wechselzone. Hier treffe ich schon ein paar bekannte Gesichter und erfahre, dass die Laufstrecke sehr hügelig sein soll. Schlimmer als die Anstiege im Kraichgau kanns ja nicht werden denke ich mir... falsch gedacht!

Um 7:40 starte ich in der 2. Startgruppe auf die 2 km Schwimmstrecke im wohl temperierten See. Den Kurs tiefenentspannt anzugehen, zahlt sich diesmal für mich aus. Ich lasse zwar 1-2 Minuten liegen, verschlucke mich aber nicht oder werde panisch und steige mit einem Puls von 135 *gähn* aus dem Wasser. 37 Minuten.. naja.. geht so. :) 1-2 Bojen mehr hätten dem Kurs allerdings gut getan, denn viele Schwimmer bzw. kleine Grüppchen waren im starken Zickzack unterwegs.

Nun schnell aufs Rad (meine Lieblingsdisziplin). Nach dem kleinen Anstieg hin zum Rundkurs geht es mit leichten Wind von Vorne auf die ca. 40 km, die 2 mal zu durchfahren sind. Die Sonne stösst immer mal wieder durch die Wolken und nimmt die noch morgendliche Kühle von der Haut. Ich bin gut unterwegs, fühle mich druckvoll und genieße die Fahrt. Die Gefahrenstellen sind gut gekennzeichnet und die Polizei sperrt die befahrenen Kreuzungen souverän. Lediglich ein Überholmanöver von 3 riesigen Landmaschinen (die sind einfach zu langsam, sonst wäre das ein super Windschatten gewesen) ist für mich die einzige heikle Stelle.

Der 2. Teil des Rundkurses ist leider etwas holperiger und so schlängelt man sich desöfteren über den Strassenbelag. Extrem zufrieden steige ich nach 2:06 mit einem 38er Schnitt vom Rad.

Gut gelaunt schlüpfe ich in die Laufschuhe, stopfe mir Gels in die Taschen und mache mich auf die letzten 20 km. Es geht dabei 2 mal um den Küchensee. Mitlerweile ist es zugezogen und wieder abgekühlt, was mir jedoch entgegen kommt, da mir schon tierisch warm ist. Kurz nach der Wechselzone geht es gleich sehr giftig nach oben und der Puls jagt hoch. Jetzt geht es sicher gerade weiter oder leicht bergab denke ich... doch es steigt weiter an. Mist.. ich muss jetzt Tempo herausnehmen. Dann endlich ein flacheres Stück zum Durchpusten. Kurze Zeit später geht es wieder steil bergab, muss bremsen, um nicht zu stürzen. Es folgt wieder eine Steigung, diesmal ein ausgewaschener, steiniger Pfad mit vielen Wurzeln, die ich als Trittleiter nutze. Scheiße, ist das anstrengend! Steile unwegsame Bereiche und abfallende Wege wechseln sich mit einigen geraden Passagen ab. Ich muss mich ständig konzentrieren, um nicht auf Tannenzapfen oder Steinen auszurutschen. Diese Strecke verlangt einem einiges ab.

Die letzten 3 KM des Rundweges sind leicht abschüssig und auf Asphalt bzw. Stein. Hier gebe ich etwas mehr Gas. Nun das Ganze noch ein zweites Mal. Diesmal kenne ich die Strecke ja schon und weiß, was mich erwartet. Nun macht es auch deutlich mehr Spass und ich freue mich schon zu Begin auf die letzten 3 Kilometer. :)

Die Verpflegungsstationen sind häufig und so lasse ich mehrmals eine aus. Dann, bei KM 19,5 die Streckenteilung zur Ziellinie. Jetzt nochmal Vollgas für die Zuschauer :D MIt einer für mich total unerwarteten Zeit von 4:22 Std. komme ich ins Ziel und bin mehr als zufrieden, als ich das Ergebnis von meiner Freundin höre.

Sofort geht es in den Wechselbereich zu den Massagebänken, wo ich mich ersteinmal ordentlich durchkneten lasse. Ich bin recht überrascht, dass ich nicht so fertig bin wie nach der Challenge Kraichgau, allerdings war die dortige Radstrecke mit ca. 1.000 hm auch deutlich anspruchsvoller. Die Laufstrecke hingegen hat mir in Ratzeburg mehr Schwierigkeiten gemacht und hat mehr Körner gekostet.

Mein Fazit zum Ratzeburger Insel Triathlon: Der Triathlon selber ist recht gut organisiert und die Helfer geben wirklich ihr Bestes. Die Radstrecke ist bis auf ein paar holperige Abschnitte meiner Meinung nach sehr schön, gut zu fahren und abwechslungsreich. Die Absicherung war in Anbetracht der nicht gänzlich abgesperrten Strecke ok.

Bei der Laufstrecke muss man einfach wissen, auf was man sich einlässt. Wer gerne einen Halbmarathon auf einer "Autobahn" läuft, der wird hier dauergenervt sein. Ich denke die "Cross-Strecke" verleiht diesem Triathlon seinen eigenen Charme und ist auch auf diese Art einzigartig. Die Laufstrecke vom See wegzuverlegen, wäre hier sicherlich der falsche Weg. Neuen Teilnehmern sollte vielleicht deutlicher im Vorfeld gesagt werden, worauf sie sich einstellen sollten. Ich fand es jedenfalls ganz spannend und mal etwas Anderes auf dem Terrain zu laufen. Die Versorgung beim Laufen war sehr gut.

Was dem Triathlon hier wirklich fehlt, ist einfach die Begeisterung vor Ort. Bis auf die Familien oder Bekannten und die Orga gab es bis auf ein paar Spaziergänger keine Zuschauer und dementsprechend kaum "Event-Stimmung". Moderator und Orga haben sich wirklich grösste Mühe gegeben, aber was ich auch von anderen gehört habe, springt der Funke nicht so richtig über, um ein Feuer der Begeisterung bei Zuschauern oder Sportlern überspringen zu lassen. In der Stadt selber habe ich z. B. auch keine Hinweise auf den Triathlon gesehen... es wirkte alles sehr verschlafen. Vielleicht ist das einfach so in Orten wie Ratzeburg? Ich habe ja nur den Vergleich zum Kraichgau, und da wurde der Triathlon von der dortigen Bevölkerung als Feiergelegenheit wargenommen und es war ein echtes Volksfest.

Ich würde es dem Ratzeburg-Triathlon auf jeden fall wünschen, dass hier vielleicht noch so etwas entstehen kann (obwohl es nach dem 28. mal eigentlich jeder mitbekommen haben sollte, das es sowas gibt?).

Gruss
Peer
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Johanna
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Re: 28. Ratzeburger Insel Triathlon 2012 (Bericht)

Beitragvon Johanna » 28.08.2012, 16:03

Peer hat geschrieben:Was dem Triathlon hier wirklich fehlt ist einfach die Begeisterung vor Ort. .....kaum "Event-Stimmung"....
Genau das hat mir (vor 2 Jahren) an Ratzeburg gefallen...... ;)

Super Zeit! :OK:
Für verlorene Gelegenheiten gibt es kein Fundbüro...
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Beitragvon Gastfahrer » 28.08.2012, 17:04

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Beitragvon rozzzloeffel » 29.08.2012, 13:40

erst einmal vielen Dank an Peer für den tollen und ausführlichen Bericht und Glückwunsch zur gewuppten Mitteldistanz!

Man leidet auf der Laufstrecke mit Dir förmlich mit :x

Schade für die Dinge, die dort nicht so gelaufen sind.

Ohne dass ich die Veranstaltung kenne: Eine Ausschreibung in Ratzeburg klingt für mich nach einer attraktiven Location mit kurzweiliger Strecke. So war es wohl auch.

Schön wäre es, entsprechende Rückendeckung der örtlichen Zuschauer zu haben.

Und zum Saboteur der Strecke: Schon traurig, wenn man Gefallen daran findet, Wettbewerbe und glückliche Menschen zu stören. Da scheint das eigene Leben wohl nicht viel herzugeben. Nur, weil ich nix für Oldtimertreffs überhabe, gönne ich den Leuten trotzdem ihr Glück.
:mad:
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Beitragvon Helmut » 30.08.2012, 00:56

Wegen der Manipulation der Ausschilderung sind ca. 60 Teilnehmer des OD eine zu kurze Strecke gelaufen. Dies führte leider auch dazu, dass es auf der Distanz keine Wertung geben kann. Eine riesen Schweinerei, für die der Veranstalter nicht verantwortlich gemacht werden sollte, der ist Opfer, nicht Täter. Siehe

http://www.inseltriathlon.de/
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon ullrich » 31.08.2012, 09:27

Wofuer aber der Veranstalter Kritik akzeptieren muss, ist das inakzeptable Verhalten der Helfer am Ende der Schwimmstrecke der VT-Distanz. Es kann nicht sein, dass sich die Teilnehmer gegenseitig helfen muessen, wenn es Probleme gibt. Da bricht jemand noch 10m vor dem Strand zusammen und obwohl der Sprecher (der nicht so schnell da hinsprinten kann) mehrfach auf die kritische Situation hingewiesen hat, war KEINER der Helfer direkt am Strand bereit, den mit dem Kopf bereits unter Wasser liegenden Verunfallten aus dem Wasser zu ziehen, Dass es ihm richtig schlecht ging, war auch von der Zuschauerabsperrung aus zu sehen. Der Betroffene wurde dann von 2 Teilnehmern aus dem Wasser gezogen.
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Beitragvon Gastfahrer » 31.08.2012, 12:29

es wirkte alles sehr verschlafen. Vielleicht ist das einfach so in Orten wie Ratzeburg?
Die Fragestellung finde ich vage. Spielst Du auf die Einwohnerzahl des Ortes an? Die liegt bei der Veranstaltung im Kraichgau in einem ähnlichen Größenbereich. Daran sollte es nicht liegen. Ich kann insofern nur aus dem Nähkästchen plaudern, daß "verschlafen" recht zutreffend ist, und solche Wettkampfveranstaltungen bei der Bevölkerung keine Begeisterung auslösen. Breitensport auch nicht. Einen Tag zuvor fand der Möllner Citylauf statt. Gleichzeitig ein Altstadtfest mit "Riesenflohmarkt", Freßbuden, viel Radau. Verordnete Brot und Spiele also. Und ein Wochenende später geht das schon wieder weiter mit den "Eulenspiegeltagen". Übersättigung, und auch deshalb gehen Sportveranstaltungen irgendwie unter. Zwar werden Inseltriathlon, Citylauf u.a. in der lokalen Presse erwähnt, ggf. auch die Resultate lokaler Sportler. Aber es zieht meiner Ansicht nach nur den Familienanhang und einige Sportbegeisterte an die Strecken. Oder allenfalls in den Start-/Zielbereich. Hoffentlich nicht allein in der Hoffnung, dort Merchandising Artikel abstauben zu können. Der Citylauf führt ein Stück durch den Möllner Kurpark. Dort stoßen die Läufer auf Desinteresse. Früher bildeten sich Zuschauergruppen, die klatschten und anfeuerten. Zuletzt schien es, als müssen sich die Läufer einen Weg durch die Fußgänger bahnen, welche eher nicht von alleine Platz machen, obwohl es so leicht wäre, einen benachbarten Weg einzuschlagen.

Auch im Gästebuch vom Inseltriathlon kreidet jemand sowas an:
für die teilweise recht rücksichtslosen Wanderer auf der Laufstrecke (warum soll ich denn Platz für irgendwelche Läufer machen) könnt Ihr nichts.
Tja, … :sad:

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