Hamburger Brockensturm, Wedel-Brocken (Berichte+Bilder)

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Ulrike
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Hamburger Brockensturm, Wedel-Brocken (Berichte+Bilder)

Beitragvon Ulrike » 20.05.2013, 12:46

<img src="http://pic.mehr-als-nordic-walking.de/Brockensturm2.jpg" width="800">

Nach dem ersten Tag war's leider vorbei !!!

Ein gebrochenes Schaltauge hat unser großes Abenteuer vorzeitig beendet, sodass Konkursus und ich jetzt zuhause sitzen, statt dem finalen Angriff auf den Brocken entgegenzufiebern.

Wir hatten uns so darauf gefreut, uns nach meiner langen Verletzungspause endlich wieder einer neuen Herausforderung zu stellen: mit dem gesamten Gepäck für drei Tage im Rucksack mit dem Crosser unterwegs zu sein. Das kannten wir noch nicht und so wurde mit der Küchenwaage gepackt. Oberste Priorität hatten die von Konkursus angeordneten 6 Ersatzschläuche. Da musste zum Ausgleich die "Zivilbekleidung" für den Abend etwas leichter ausfallen und die einzelnen Sachen im wahrsten Sinne des Wortes gegeneinander abgewogen werden.

Mit dem Packergebnis waren wir zufrieden und stellten den Wecker auf 4:00. Unser Plan war, das Auto in Tostedt abzustellen und mit Metronom und S-Bahn zum Start nach Wedel zu fahren. Aber alles kam anders. Am Bahnhof von Konkursus ein Ausruf der Entrüstung. Die Zugverbindung laut Internet-Fahrplan existierte nicht. Der nächste Zug wäre zu spät angekommen und so blieb uns nichts anderes übrig, als die unbenutzten Fahrkarten ins Auto zu werfen und das Navi auf Wedel zu stellen.

Einige Teilnehmer hatten vor Ort übernachtet. Die anderen trudelten nach und nach ein und kleideten sich mit dem wunderbaren Brockensturm-Trikot ein.

<img src="http://pic.mehr-als-nordic-walking.de/Brockensturm1.jpg" width="800">

In einer geschlossenen Gruppe ging es dann ab durch Wedel. Am Kösterberg hatte Anno allerdings eine schwere Variante nach oben und eine leichte am Wasser ausgearbeitet. Da ich meine Kondition noch nicht so richtig einschätzen konnte, blieben wir bei der Gruppe unten. Irgendwann wurden wir von den rasanten Bergfahrern wieder eingeholt und das Tempo zog etwas an. Im wilden Wechsel ging es über Rad- und Fußwege, Ampelkreuzungen, Trampelpfade, durch Parkanlagen und Bahnhofshallen vorbei an sichtlich irritierten Passanten.

Mitten im größten Spaß klingelte plötzlich das Handy. Ich hatte überhaupt keine Lust, mich deswegen aus der Gruppe herausfallen zu lassen. Aber es klingelte penetrant weiter. Das bedeutete nichts Gutes. Der Anrufer war ein sehr verärgerter Konkursus. Er war durch eine umspringende Ampel abgehängt worden. Der Versuch, die anderen wieder einzuholen, endete mit einem Sturz auf einer glitschigen Holzbrücke und mangels eigenem Navi wusste er nicht wohin.

Notgedrungen fuhr ich wieder zurück, um ihn einzusammeln und da wir jetzt sowieso alleine fahren mussten, genehmigten wir uns im Bahnhof Ohlsdorf aus Frust erst einmal ein paar XXL Franzbrötchen. Mit dieser Stärkung ging es dann doch ganz gut voran. Wir staunten immer wieder, dass es möglich war, eine Stadt wie Hamburg mit einem relativ niedrigen Asphaltanteil zu umrunden und die Umgebung aus einer ganz anderen Perspektive wahrzunehmen, wie z. B. die Unmengen von Kleingärten direkt an der Landebahn des Flughafens.

Allmählich wurde es ländlicher und es mussten nur einige wenige verkehrsreiche Straßen überquert werden. Im Kreis Herzogtum Lauenburg hatten wir dann Natur pur. Wiesen und Wälder, Anstiege, Abfahrten und Singletrails. Dazwischen idyllische Ortschaften, in denen die Zeit still zu stehen schien.

Irgendwo im Wald trafen wir plötzlich auf eine andere Brockenstürmergruppe, mit der wir dann ein Weilchen weiterfuhren. Da mir wegen einer Rippenprellung das Bergauffahren mit Rucksack etwas schwerfiel, mussten wir sie aber leider ziehen lassen.

Das nächste große Wiedersehen gab es in Geesthacht bei ca. km 90. An der Strecke lag dort ein großer Edeka. Da es inzwischen heftig dauerregnete, war es eine absolut zwingende Notwendigkeit, dort einzukehren, um Essen, Trinken und Wärme zu tanken. Es ging zu wie im Taubenschlag. Immer wieder neue Teilnehmergrüppchen gaben sich praktisch die Klinke in die Hand.

So interessant und schön das Fahren im Gelände auch war, es hatte einen Nachteil: es kostete Zeit. Da das GPS im dichten Wald teilweise ungenau wahr, fuhren wir viel Zickzack durch falsche Abzweigungen. Das änderte sich dann ab Lauenburg, wo wir die Elbe überquerten. Aber ohne den Wald pfiff der Wind und so durchnässt wie wir waren, wurde uns sehr kalt.

Und dann mussten wir auch noch stehen bleiben, um den Track zu diskutieren. Der führte genau am Fluss entlang, wo weit und breit kein Weg zu sehen war, nur die endlosen Wiesenflächen der Elbtalaue. Wir näherten uns vorsichtig der Linie auf dem Navi, voller Angst in einen Sumpf zu geraten und stecken zu bleiben. Aber der Boden war fest und irgendwann sahen wir Spuren im hohen Gras, denen wir folgten. Es war wie eine Fahrt durch eine Traumlandschaft, ein unvergessliches Erlebnis. Ein Trauerspiel, dass die Finger zu kalt zum Fotografieren waren.

Jeder Traum endet irgendwann, bei uns auf einer Zufahrt zum Deich. Aber dann ging es viele Kilometer am Deich entlang. Nun kamen wir wieder schneller voran und freuten uns darüber, endlich Straßenschilder nach Hitzacker zu sehen.

Nach der langen Asphaltstrecke ging's noch einmal in den Wald an den Elbhängen. Plötzlich hinter mir ein Fluchen! Konkursus war gerade dabei, nach einem Sturz wieder aufzustehen. "Das war's wohl!" Er zeigte auf seine abgebrochenes Schaltauge. :mad:

<img src="http://pic.mehr-als-nordic-walking.de/Brockensturm3.jpg" width="800">

Die Schaltung hing zwischen den Speichen. Scheißeeeee !!! Und das mitten im Wald und im strömenden Regen!! Bislang kannten wir gebrochene Schaltaugen nur vom Hörensagen. Ein Ersatzschaltauge fehlte bei unserer Ausrüstung ebenso wie ein Kettennieter für eine Notreparatur, ganz zu schweigen von den Fähigkeiten, damit umzugehen.

Wir liefen dann quer durch den Wald in Richtung der nächsten Straße und fanden uns am Waldbad von Alt Garge wieder. Nach einigen Funkloch-Problemen erreichten wir Janibal, der sich in der Jugendherberge nach einer "Bergungsmöglichkeit" erkundigen wollte. Gleichzeitig fragten wir den Kassierer vom Schwimmbad nach einer Transportmöglichkeit.

Mit den Worten "Hier sind ein paar ältere Leute mit einem Fahrradproblem" orderte er ein Taxi und spendierte einen Kaffee zum Händewärmen. In Null-Komma-Nix war das örtliche Rollstuhltaxi da. Um die Taxi-Sitze nicht zu verdrecken, packten wir unsere mitgebrachten Handtücher (Microfaser extraleicht natürlich) als Sitzunterlage aus. Als wir ausstiegen, konnten wir sie auswringen.

In der Jugendherberge wurden wir vom frisch geduschten und umgezogenen Janibal empfangen, der sich das Dilemma ansah und eine Umfrage unter Stevens-Fahrern machte. Johanna und Jörg72 - Menschen mit bewundernswerter Weitsicht - hatten zwar Ersatzschaltaugen mit, aber die passten nicht. Also Ende im Gelände und ab nach Hause.

Nach dem gemeinsamen Frühstück sahen wir traurig hinterher, wie die anderen weiterfuhren. :Wein:

<img src="http://pic.mehr-als-nordic-walking.de/Brockensturm4.jpg" width="800">

Wir wären so gern dabei gewesen. Nicht nur wegen des Crossens, sondern auch wegen der netten Truppe, die sich da zusammen gefunden hatte.

Stattdessen wanderten wir - Konkursus mit dem kaputten Rad unterm Arm - zum Bahnhof von Hitzacker, wo es sogar noch einen echten Schalter mit einem echten Menschen gab, und fuhren mit der Bimmelbahn nach Lüneburg. Dort stiegen wir in den Metronom. Ab Hauptbahnhof waren noch 40 Min. S-Bahn bis Wedel zu fahren. Und diese ganze Strecke waren wir gestern mit dem Rad gefahren!?! Im Nachhinein kaum zu glauben.

Auch wenn wir nur einen Tag hatten, es war ein einmalig tolles Erlebnis. Es geht doch einfach nichts über das Fahren im Gelände jenseits des Autoverkehrs. Ein riesiges :Danke: an Anno, der all das ermöglicht hat.

Wir drücken die Daumen, dass den anderen der Brockensturm gelingt. Hoffentlich gibt es ein nächstes Mal. Auf jeden Fall werden wir uns jetzt erst einmal mit Ersatz-Schaltaugen eindecken, damit uns so etwas nicht noch einmal aus der Bahn wirft. Von den Ersatzschläuchen hatten wir keinen einzigen benötigt.

Ulrike :wink:

@Janibal: Danke für's Organisieren der Bettwäsche etc.. Du bist ein erstklassiger Seniorenbetreuer.
Hilfe !! Ich brauch' einen 48 Std.-Tag!
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schaengel
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Beitragvon schaengel » 20.05.2013, 13:16

Ulrike hat geschrieben:Nach dem ersten Tag war's leider vorbei
So ein Ärger! Wir haben es leider nur bis Geesthacht geschafft und dann nach einer endlos scheinenden Serie von Platten mangels Ersatzschläuchen, Flickzeug und konstruktiven Ansätzen schließlich aufgegeben.

Aber: so etwas lassen wir ja nicht auf uns sitzen, und denken auf einem Brockensturm Reloaded rum! Wenn Ihr Lust habt, mitzukommen, wären wir schon fünf!

Viele Grüße und Kopf hoch!

Axel
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Beitragvon adolar » 20.05.2013, 16:17

Hallo,

dann mache ich mich doch bei der Gelegenheit gleich mal bekannt. Ich bin Stephan, wohne in Göttingen und fahre Fahrrad. :)

Das waren wirklich ein paar großartige Tage! Feinste Strecke, Wetter und ein haufen wunderliche Leute. Danke an alle, die organisiert und das alles ermöglicht haben.

Leider konnte ich mir nur einen kleinen Bruchteil der Namen von euch merken. Aber das bekommen wir noch hin...

Grüße, Stephan
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Tom Mes
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HH > Brockensturm / DNF aber happy!

Beitragvon Tom Mes » 20.05.2013, 18:20

Während ich hier (wieder) zu hause im Trockenen sitze, "erstürmen" gerade die übrig gebliebenen ca. 20-24 Crosser und Mountainbiker und ein Singelspeeder den Harz und seine Spitze!

Aber der Reihe nach - hier mein ErFahrungsbericht zu dieser von "Wedel" mit viel Herzblut super organisierten Selbstverpfleger-Cross-Tour:

Anreise: am Freitag per http://www.mitfahrgelegenheit.de von Hannover nach Seevetal inkl. Fahrradmitnahme für sensationelle 9 Euro und interessanten Gesprächen! Weiter per Rad nach Harburg, per S-Bahn über den Hauptbahnhof durch nach Wedel. "Ein paar Jungs sind schon in der Kneipe 'Highlight' neben dem Bettenhaus und haben den Schlüssel.", gab mir Anno gegen 20:30 telefonisch durch. Zwei FLxHH-Gesichter (LEL-Ralf und Niels) wiedererkannt - in netter Runde lecker Bauernfrühstück und ab ins Bett.

1,5 Std. vor dem Start liefen wir ca. 8 Typen in Radlerklamotten zu Fuß durch die verschlafene Fußgängerzone zum einzigen offenen Bäcker (sinnigerweise heißt er "Nur Hier") und Frühstückten erst mal. Eine junge Frau kam rein, schaute in die Runde und fragte sehr verdutzt: "Wo sind denn eure Räder???" In dem Tonfall hätte besser gepasst: "Was seid ihr denn für Vögel!"

Nach der Trikot-Ausgabe am Sammelpunkt und der allgemeinen Begrüßung untereinander ging es nach der kurzen Einführung durch Anno auch schon mit dem (wie die Tage zuvor im Teilnehmer-Mailverlauf verabredeten) "langsam fahren" los: entlang dem Elbhang durch Parks rauf und runter - bis ich unten eine Gruppe entdeckte, die die einfachere Variante fuhr und der ich mich anschloss. Wir umrundeten HH auf dem Grünen Ring bis wir von den echten Crossern am Flughafen wieder eingeholt wurden.

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich zwar in meiner Vorbereitung den Track mal eben aufs Garmin kopiert hatte, aber nicht nachgesehen habe, ob mein Edge in auch zeigt... In Kombination mit meinen ausklingenden Halsschmerzen vom 300ter Weserbergland Brevet - ganz schlechte Voraussetzungen... Also vermerkte ich auf meiner `Inneren KVP-Liste: "...vorher und in Ruhe den Track überprüfen!" Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Kontinuier ... ngsprozess

Auf meiner zweiten Liste "Innere Prio-Liste" steht ganz oben "Gesund bleiben und heile wieder nach Hause kommen!"
Tja, dann komme ich zum dritten Part dessen, was mir auf RTFs, Brevets und Veranstaltungen wie dieser früher oder später durch den Kopf geht: Ich fange an mir "W-Fragen" zu stellen! (...wird angeführt von: "Was mache ich hier eigentlich?")
• Werde ich unter diesen Voraussetzungen ankommen - unter Berücksichtigung von Prio 1?
• was, wenn ich den Anschluss verliere und lost in space bin?

Aber zurück zum Geschehen. Mit den "Echten Crossern" zog das Tempo wieder an und ich schaffte es dran zu bleiben. Mottas Vorschlag in einem Radladen noch Ersatzteile / Bremsbeläge zu kaufen, nahm ich als willkommene Gelegenheit auch dringend Wasser aufzunehmen und zu la....

In irgend einem Park, an einem Kiosk trafen wir wieder auf die pausierende Meute. Plötzlich wieder ein auf und ab: Als Nicht-Hamburger oute ich mich mal: "Ach deshalb heißt das Bergeeeedorf...!"

Im Anschluß war Mottas Kette hakelig, sodass er sich entschied, sie zu kürzen. Auch diese Verschnaufpause nutzte ich und stand blöd rum.

<IMG src="https://lh4.googleusercontent.com/bS_Qq ... 09-h681-no" width="800">

"Hast du Öl oder Fett?" - "Ne, nur ilon protect Salbe..." Sah erst komisch aus, so grün... aber es lief wie geschmiert. :-)

Zu zweit weiter: er nahm auf mich und meine Track-Abhängigkeit Rücksicht und ich kam gut mit. Mir ging es immer besser. Nachdem sich Feld, Wald und Straßenpassagen nett abwechselten, bog er vor mir wieder in einen bewaldeten Berg ab. "Der Track ist richtig, aber hier sind keine Spuren!" Fasst ein bisschen empört: "Die müssen weiter gefahren sein!" Ich traute mich vorsichtig zu fragen, ob das nicht auch eine Option für uns wäre (es nieselte...) Merkte aber sofort, dass dies keine Diskussionsgrundlage für Motta sei! Also Augen zu und hoch. Vorteil: der Regen nahm zu und wir waren unter den Laubbäumen geschützt!

An der Elbe regnete es grade nicht. Nach dem AKW Krümmel "kommt ein ganz toller Weg!" Ich schrieb gedanklich in meine KVP-Liste: Nie wieder mit Gepäckträger + fest gezurrter Wickeltasche auf Crosstour fahren! Als Motta zwei älteren uns entgegen kommenden Pedelec-Reisenden den Weg empfahl, biss ich mir auf die Zunge.

Die 100 km waren geknackt und wir beschlossen mal was richtiges in Lauenburg zu Essen. Noch aufs Kopfsteinpflaster konzentriert hörten wir ein: "hier sind wir!" Johanna, Uwe, Wedel, und noch weitere freundliche Mitstreiter (siehe Fotos) hatten gerade Spargelsuppe bestellt. In der Erwartung von der Bedienung gleich wieder rausgeschmissen zu werden, traten wir ein. Stattdessen wurden wir mit Handtüchern begrüßt! Anscheinend ist das hier an der Elbe die akzeptierte Schattenseite in dem lukrativen Radlerverköstigungsbusiness. Und es war so lecker! Wie war der Name der Lokalität?

Im ergiebigen Landregen, unterbrochen von Schauern - aber mit Rückenwind ging es mit Tempo am Deich und durch Wiesen über geteerte und sandige Wege gen Hitzacker.

<IMG src="https://lh4.googleusercontent.com/PhFlq ... 09-h682-no" width="800">

Und da kam es wieder: "Der Track geht in den Wald!" Aber ohne mich (Prio 1: gesund bleiben / nicht übertreiben) mit 1/2 Gruppe erklommen wir auf der Straße z. T. 13 % Steigung bis zur JH Hitzacker.

Abends entbrannte im Restaurant Verdo eine "hitzige" Diskussion verschiedener Fraktionen: Knut brachte es mit Schlagwort "Tracktreue!" auf den uns ab jetzt bei jeder Pause abgefragten Gradmesser...

Tag Zwei: begann mit hoher Luftfeuchte und sofort "langsam" in den Wald abbiegen: hoher Puls, verrutschende Tasche auf dem Heck-Träger (KVP...) und meine berechtigte Angst, Anschluss an "Trackbesitzer" zu verlieren... (KVP...) Also un-gesund und un-sicher hinter her (Prio-Liste...) bis ich einmal im Matsch landete, aber zum Glück nur dreckig wurde. Gibt Drecktreue Kompensationspunkte?

In wechselnden Konstellationen, aber hauptsächlich dank bei Rainer im Schlepptau sein dürfen, trafen wir auf die Trackgetreuen in einen Gasthof (wir hatten die von Anno freigegebene Alternativroute genommen) und machten uns in Summe über den kompletten Pfingstkuchen her!
Gestärkt setzten sich unsere Gruppe wieder in Bewegung: die Sonne kam raus, der Blick ins Wendland öffnete sich und ich war guter Dinge und offen für die weitere Tour! Bis ich kurze Zeit später, an einem Feldweg mit blühenden alten Kirschbäumen

<IMG src="https://lh4.googleusercontent.com/TDB_1 ... 09-h682-no" width="800">

kräftig in die Pedale tretend zeitgleich über diesen kleine Ast fuhr... Dieser verhedderte sich nachhaltig und riss das Schaltwerk ab:

<IMG src="https://lh5.googleusercontent.com/a3usr ... 09-h682-no" width="800">

"Aus und Tour vorbei", dachte ich. Den anderen gab ich ein Zeichen zum Weiterfahren. Bei Anno meldetet ich telefonisch meinen Ausscheiden. Da er und Motta aber noch in Ruhe aufgegessen hatten, trafen sie kurze Zeit später bei mir ein. "Och, daraus bauen wir dir noch einen SingelSpeed zusammen!

<IMG src="https://lh3.googleusercontent.com/qYwdD ... 09-h682-no" width="800">

Gesagt, getan und sogar noch das Rad zentriert, machten wir uns wieder auf den sandigen Weg. Als "nur Crossradbesitzer" und ohne Schalten zu können, hatte ich noch mehr Mühe dran zu bleiben. Die nächste Sand-Spurrille war meine und ich lag wieder auf der Seite... Auf der Straße angekommen, verabschiedete ich mich von den zwei: "ich fahr direkt nach BS - bis nachher". Ca. 97 km brauchte ich. Auf meiner KVP-Liste steht seit gestern: Mit Garmin besser beschäftigen und Kartenmaterial oder Ausdrucke der Umbebung einpacken! Spart Zeit, Kilometer und blödes Rumgefrage mit Gegenfrage als Antwort: "Nach BS mit dem Rad?"
Noch ne naive Frage in die Gemeinde: warum heißt es singel SPEED?

Ewig am Elbe-Seitenkanal,

<IMG src="https://lh6.googleusercontent.com/QZO9v ... 09-h682-no" width="800">

an Gifhorn vorbei, ein Stück Mittellandkanal - alles im GA1. Und noch ein KVP Eintrag: Sonnencreme nicht nur einpacken, sondern auch benutzen! In BS war gerade alles in eine Gelb-Blaue Aufstiegsfeier getaucht - Jubel bis Torkel und viel Glas auf den Straßen. Abends: "all you can eat Pizza im https://www.facebook.com/VaiPizza für 7 Euro pro Person! Wird wohl als schlechter Tag in deren Bilanz auftauchen....

Tag drei: Nach lecker Frühstück im Hotel Meyer (50/60ger Jahre Flair) ab nach draußen zu den Rädern. Abschiedsfoto: "Schaut jetzt alle mal so, als ob euch das Spaß macht" (geklaut von LEL Ralf)

<IMG src="https://lh3.googleusercontent.com/pbKwv ... 53-h863-no" width="800">

Der Rest der Unerschrockenen stürmt im Nieselregen den Brocken und ich vorbei an noch immer feiernden BS-Fans zum Hauptbahnhof in den Zug nach H.

DNF (Did not finished) schreibe ich unter das Logo auf mein Trikot. Johanna, als auch Janibal schlugen unabhängig voneinander vor: "Du kannst doch mit repariertem Rad den letzten Teil nachholen und uns ein Beweisfoto schicken!" Irgendwer dabei?

Link zu meinem Spur im Sand/Matsch... [komisch, alles auf einem Track...]

http://connect.garmin.com/activity/315517651

und weitere Fotos (Dank Helmuts Hilfe kann ich sie jetzt auch hier einfügen...)

https://plus.google.com/photos/11784474 ... oyV8vDCzQE

Danke an Anno und "alle Guten Geister" / Mitstreiter!
Tom
Zuletzt geändert von Tom Mes am 21.05.2013, 22:14, insgesamt 8-mal geändert.
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Meldung vom Veranstalter

Beitragvon Wedel » 20.05.2013, 21:37

So eine Tour steht und fällt ja mit den Mitfahrern, wenn das passt, kann ja eigentlich nichts schiefgehen!

Von daher: Danke an alle fürs Mitfahren (und die Medaille)!

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Toll wars!
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Velomat
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Brockensturm

Beitragvon Velomat » 21.05.2013, 20:09

Ich wurde schon 2012 beim FLxHH auf dem Hinterhof von Motta hellhörig, als Anno die Brockensturm-Idee ankündigte. Gut Ding will offensichtlich Weile haben, heraus kam eine echte Herausforderung an Mensch und Material, mit traumhaften Eindrücken von Natur und Wetter und der Erkenntnis, dass man auf dem Brocken nur genügend Windstärke haben muss, um bei Schräglage von ungefähr 70 Grad immer noch geradeaus fahren zu können, dass Abfahrten mit +70 km/h auch auf dem Crosser Spass machen, inkl. Auto-Überholen, dass Pizza essen in Braunschweig irgendwie anders verläuft als sonst und dass man sich auf der Torfmoor-Buckelpiste wie Jim-Knopf auf der Wilden 13 fühlt. Dumm nur, dass der Werksverkauf von Lorenz-Food nicht auch Pfingsten auf hatte, sonst wäre die Brockensturm-Tour sicher in die „Salz-Cracker-Tour“ umgetauft worden.

Mein Fazit: Nutze den Postversand, dann sparst du abschnittsweise Kräfte beim Gepäcktransport und hast unglaubliche Leistungsvorteile gegenüber den anderen. Den gewonnenen Gewichtsvorteil kann man mit Unmengen an Ersatzteilen auffüllen, z. B. Schaltaugen. :cool:

Ein kleiner Bericht ist auch hier erschienen http://nord-cx.blogspot.de/

Danke an Anno und alle Mitfahrer, es war eine tolle Tour. Bis zum Restart.

Velomat
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Tracktreue und Feuchtgebiete

Beitragvon Janibal » 22.05.2013, 00:03

Erste Reaktionen der Öffentlichkeit:

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Beitragvon motta » 22.05.2013, 05:24

Gestern morgen, der Tag nach dem Brockensturm:

Trübes Wetter, trübe Stimmung am Bahnhof, in der Innenstadt (NMS) und überall um mich herum.

Doch ich hab gute Laune, denn ich habe den Brocken gestürmt.

Und jede Menge Eindrücke und Bilder im Kopf- auch heut morgen noch.

MOTTA

Ich habe auch Fotos gemacht- siehst du Jannibal?

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Beitragvon bjoern » 22.05.2013, 08:23

Lieber 3 Tage im Leben Brockensturm-Löwe, als ein ganzes Leben lang Schaf sein.

Es war brutal geil, großes Kino, einfach yeb!!!!!

ANNO, Dir noch einmal lieben und besten Dank für dieses unvergessliche Erlebnis in den 3 Tagen.

bjoern
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Re: Tracktreue und Feuchtgebiete

Beitragvon schaengel » 22.05.2013, 08:57

Janibal hat geschrieben:Erste Reaktionen der Öffentlichkeit:

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Scheisse, da bin ich glatt d'ran vorbeigefahren :mad: !!!
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Beitragvon Johanna » 22.05.2013, 11:24

Brockensturm geschafft :D

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Tolle 3 Tage waren es. Eindrücke, Bilder, Erlebnisse.....langsam setzt es sich.

Da es mit der Vortour nicht geklappt hat, lasst uns ganz dringend eine Nachtour machen ;)
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genau wir wollen Gipfelbilder

Beitragvon +Paule+ » 22.05.2013, 11:43

<img src="http://mendtwerk.de/bilder/Bild069.jpg" width="400">

Danke an Anno und Rest der der Stürmer…
Und bitte keine Kommentare zur Kopfbedeckung… ;-)
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dabei bleiben ist alles ;-)

Beitragvon kanuto » 22.05.2013, 13:23

Aloha liebe "F" und "DNF",
es waren mal wieder drei tolle Tage auf dem Rad. :D Als es dann auch aufhörte zu regnen, machte diese Tour richtig Spass. Spätestens ab Ilseburg war meine Stimmung auf dem Höhepunkt. Kein Defekt - ausreichende Tracktreue ;-) und gute Beine, was will man mehr? :-)

Die abschließende Übernachtung in Schierke war sehr entspannend. Sauna, Wildschwein und Tommy Lee Jones. :-) Dienstag früh ging es dann mit Jan und Ralf auf den Rückweg. Über Bad Harzburg, Salzgitter, Peine ging es mit dem Rad Richtung Celle. Ebenfalls toller Track. :-)

Hier war dann für mich Schluss und ich enterte die Bahn. Das freute mich sehr, denn ab Uelzen fing es an zu regnen. Ich hoffe, Ralf und Jan sind noch einigermaßen trocken heimwärts gekommen.

Danke an Anno und alle die, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben. Alles schreit nach einer weiteren Veranstaltung dieser Art... :-)

gruß kanuto
Wer nicht kotzt, trainiert nicht am Limit
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Noch ein Gipfelfoto

Beitragvon Bergfloh » 22.05.2013, 18:14

Ob im Verein oder privat, alles hängt an Einzelnen. Die lassen eine Idee Wirklichkeit werden. Danke Anno!

Bild

@Knut: Bin gut zu Hause angekommen. Davon die letzen zwei Stunden im Regen. Tracktreu war ich wieder nicht. Deshalb sind es 245 km geworden.

Ich freue mich auf das nächste Abenteuer mit euch!
Viele Grüße
Ralf

siehe auch: www.rsc-harsefeld.de
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Brockenstürmer

Beitragvon joerg72 » 22.05.2013, 19:29

Auch geschafft :D

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Hätte nicht gedacht, dass ich die drei Tage so gut durchkomme. Nach einem Unfall Ende Dezember war ich drei Monate ausser Gefecht gesetzt und konnte erst Anfang April langsam mit dem Training anfangen. Wahnsinn, dass das dann alles so gut geklappt hat :cool:

Die drei Tage selbst lassen sich nur schwer in Worte fassen. Vieles wird noch lange in Erinnerung bleiben, wie z. B. der Grüne Ring um Hamburg, die Hügel zwischen Bergedorf und Geesthacht, der Trail vor Lauenburg, die Fahrt durch den Regen, der Kampf um die letzten Meter, der tolle Abend im Verdo in Hitzacker, der atemberaubende Abschnitt von Hitzacker nach Bad Bodenteich, bei dem man das Gefühl hatte, eins mit der Natur zu sein; das ständige Auf und Ab durchs Moor, die tolle Streckenführung in Braunschweig, die Pizzaschlacht, der geniale und nicht endende Schlammtrail hinter Wolfenbüttel, der mich fast zur Verzweifelung brachte; der Aufstieg zum Brocken - ein ständiges Wechselspiel zwischen Schieben und Fahren, das Zählen der Höhenmeter und am Ende das Gefühl, es geschafft zu haben. Und dann natürlich das Wichtigste: Die super Gemeinschaft der Mitfahrer.

Ich bin immer noch überwältigt und habe Mühe, in den Alltag zurück zu finden.

Ganz besonders erwähnen möchte ich noch das Cafe "Le Rufer" in Lauenburg, das uns völlig durchnässt und verdreckt wie selbstverständlich aufgenommen hat, uns sogar noch Handtücher anbot und dann auch noch tolles Essen servierte. Auf jeden Fall eine Empfehlung, falls man mal in Lauenburg ist. Weitere Infos gibt es hier.

Eine spezielle Herausforderung wartete dann am Ortsausgang von Torfhaus vor der Abfahrt nach Bad Harzburg auf mich: Nach meinem Unfall fahre ich sehr ungern auf der Strasse und dann stehe ich plötzlich vor einer vielbefahrenen zweispurigen Bundesstrasse. Also erstmal rechts ran, Luft holen, die Reifen nochmal aufpumpen und nach Alternativen suchen. Ich sehe nur einen Wanderweg, der nach Bad Harzburg führen soll. Da ich aber nicht weiss, was mich dort erwartet (habe keine Lust mehr auf Höhenmeter), entscheide ich mich dann doch für die Strasse, also Augen zu und in die Tiefe gestürzt. Die Abfahrt verlief natürlich völlig problemlos. War ja auch nicht anders zu erwarten. ;)

Vielen Dank an Anno und alle, die an diesen drei Tagen mitgewirkt haben. Ein unvergessliches Erlebnis. :)

Viele Grüße,
Jörg :wink:
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Uwe
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Beitragvon Uwe » 22.05.2013, 21:04

Schön war's!

Es wurde ja schon alles gesagt. Besonders hart war der Weg durchs Moor. Da hatte ich echt Mühe mit der Track-Treue. Aber es gab ja keine Alternative.

Nicht zu vergessen: 85% Regenwahrscheinlichkeit am letzten Tag! Auf dem Waldtrack erklang hinter mir "im Frühtau zu Berge" und die Sonne kam durch. :cool:

Wir sollten so etwas echt öfter machen.
22 - what else?
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Tracktreue und Feuchtgebiete

Beitragvon Janibal » 22.05.2013, 23:53

T-1: DTH Kiel: Tackttreue und Feuchtgebiete

Twobeers schrieb in der Klappspatentour am 1. Mai: … dem drohenden Klappspaten. Oder dem Zurücklassen in “Geschützten Feuchtgebieten von Nationaler Bedeutung”. Ist die Aufschrift auf diesem Schild im Wald von Charlotte Roche oder dem BDM? Egal…

Kuschlige Sommerluft weht an der Kieler Beach. Die Toten Hosen sind zu Gast in der Landeshauptstadt. Und ich zu Gast bei Ihnen. Heute wird versucht, die Füße still zu halten. Campino hat sich den Finger geklemmt und beweist einmal mehr Tackttreue. Kein Handicap.

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Konfetti für alle

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und am Ende bleiben die oben “Geschützten Feuchtgebieten von Nationaler Bedeutung”

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und wieder unter freien Himmel sind mitten in der Nacht immer noch 20 Grad. So kann es bleiben.

1. Tag Wedel-Hitzacker: Feuchtgebiete

Bleibt es aber nicht. Nach 4 Stunden der Wecker. Auf geht es nach Wedel, auf der anderen Seite von Hamburg. Mit dem Rad nach Ahrensburg, auf halber Strecke fängt es an zu regnen, so richtig. Immerhin im trockenen losgefahren. Der Crosser hat minimale Ausstattung, aber ganz ohne Randonneurchen ging es dann doch nicht, obwohl in der braunschweiger Packstation der Gepäckaustausch wartet. Aber das Täschchen hat die Vorteilsfunktion eines Schutzbleches. Von Amt her ist die Entstehung neuer „Feuchtgebiete von Bedeutung angekündigt“.

Nach kurzweiliger Fahrt im Untergrund und noch ein paar kurzen Minuten des Traumes von Wärme, Sonne und Radfahren, stehen Schilder mit dem Wort Wedel am Bahnsteig. Der Einfluss von Fori Anno Wedel scheint grenzenlos. Mit mir steigt auch Ralf aus, ja auch zum Brocken.

Vorm Bettenhaus schon alle startklar, noch ein paar Fotos und etwas Hallo, Besprechung der Renntaktik und schon geht es los. Keine Guides, keine Ausschilderung, nur ein paar Linien auf virtuellen Karten. Keine Materialkontrolle, denn jeder fährt für sich, durch Zufall haben wir uns mit Anno getroffen und haben zufällig das gleiche Ziel. Brockensturm.

Leider geht es gleich auf die Cyclassicsstrecke. Hier langsam zu fahren, geht nicht. Dafür im Blankeneser Edelgehölz. Die etwas schwerere Strecke ist zu schwer für mein Randonneurchen. Die selbst gebastelte Schelle gibt nach 3 Jahren auf. Reparaturversuche scheitern. Es ist Samstag und der fachkundige Einzelhandel öffnet zur Leistungsschau. Da der Track nicht heilig ist, verlasse ich ihn und fahre direkt über den Ring 2 zu von Hacht. Für 6,60 € steht der Rückkehr auf den grünen Ring nichts im Weg.

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Wo die Anderen sind, weiß ich nicht wirklich, es sind Spuren vor mir, aber die Anzahl ist nicht zu bestimmen. Dass es jemand aus der Gruppe sein muss, ist klar, denn bei leichten Nieselregen und ist keiner freiwillig unterwegs. Helmut schläft noch, als ich in Tonndorf unter seinem Fenster vorbeifahre…

Im Ojendorfer Park heute kein Rennen, dafür Versorgung. Lecker Pommes, denn etwas Warmes braucht der Mensch. Es geht weiter, vorbei an “Geschützten Feuchtgebieten von Nationaler Bedeutung”, wie Schleemer Bach und Glinder Au. Hier passiert es, eine Schranke, links vorbei auf Gras, Schlängel hinter mir und ohne Profil. Bodenkontakt, Material ist heile, der Weg wieder frei und dann untersuchen wir Schlängel. Wohl kein Bruch, aber bestimmt Prellungen an der Schulter, wo auch noch der Rucksack dranhängt. Schnell können wir wieder über ihn lachen und drehen um, war eh der falsche Weg.

Ab den Boberger Dünen bin ich dann nur noch mit der Familie unterwegs. An der Bille Richtung Reinbek. Unter Bahn durch nach Wentorf. Hier habe ich “Feuchtgebiete von Nationaler Bedeutung”, wie Karsquell oder Cinzano versucht trocken zu legen, direkt nach der Schule. Um Wentorf rum kommen auch die ersten Steigungen, die die Übersetzungen überfordern.

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Nach Escheburg (jetzt mit wegweisendem Wegweiser) glitschen wir über eine Brücke nach einer Abfahrt und schlängeln uns nach Geesthacht.

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Nahrungsaufnahme vorm Supermarkt. Wir kommen und fahren, einige aber scheinen da zu bleiben. Kurze Überlegung, was besser ist: Bananenverzehr in “Feuchtgebiete von Nationaler Bedeutung” oder Zigarette im Trockenen, denn der Himmel weint in Fäden.

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Um den Magen nicht unnötig zu belasten, rollen wir über Teer down to the River. Vorher noch Ulrike und Konkursus gutes Gelingen gewünscht und uns gefragt, was machen die denn schon hier, eigentlich Garanten für Miss Geschicke und Mister Iös.

Hier in Krümmel treffen Dampfturbine auf Dampfzylinder. Wärme brauchen beide. Wäre doch mal eine nette Idee, atomgetriebene Lokomotiven. Obwohl die Sicherung der Strecke wäre etwas kostspielig.

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Danach weiter Richtung Lauenburg. Hier treffen wir auf Charles, Velomat und Nils. Jeder hat seine Problemchen, zusammen passt es aber. Velomat hat einen Schleicher und verschafft den anderen Ruhepausen,

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Nils kann kaum noch sitzen

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und Charles hat Technik für alle dabei, nur keinen Track. Aber den braucht auch keiner in dem hammergeilen Abschnitt. Rechts die Elbe, links Urwald und immer schmal, technisch nach vorne. Genau das richtige zum Üben, wer zu ersten Mal auf dem Crosser sitzt und auch sonst eher PBP fährt.

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Bei der Überquerung von einem 1.091 km langen “Feuchtgebiet von Nationaler Bedeutung” gibt es noch etwas mehr Feuchte von oben, sehr schön zu sehen, wie es von Westen kommt.

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Nun auf der Zeitfahrstrecke von HH-B. Aber nur kurz. Es soll am Elbufer entlang gehen. Aus Sicherheitsgründen bleiben wir hinter dem schützenden Deich. Hier ist feucht genug und so beginnt jeder sein Tempo zu fahren. So zerfließt die Gruppe. Nach Bleckede geht es dann doch in die Elbauen. Anfänglicher Asphalt weicht Sand und viel Wasser. In Alt Garge ist der Spaß vorbei und alles knirscht. Verschleiß Faktor 10.

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In Neu Darchau die Frage, Track oder Straße. Ich folge Jörg72, der nach einen Unfall im Dezember schon wieder voll drauf ist, und seinen Begleitern.

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Ein kleiner Navigationsfehler von mir führt mich an die Fähre von Neu Darchau. Auf einer topografischen Karte habe ich noch keine Trackfarbe gefunden, die nicht schon für Gegebenheiten verwendet wird.

Um Höhe zum Aussichtsturm auf der Elbuferstraße zu sparen, sinke ich lieber tief in den Schlamm am Elbufer. Wer hier nicht seine letzten Körnchen liegen gelassen hat, der bekommt wenig später seine letzte Chance. Kurz vor dem lang ersehnten Ziel Jugendherberge Hitzacker geht es noch mal links ab auf die Strecke von Helmuts Höllenritt.

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Endlich mal keine Radspur vor mir in den “Feuchtgebieten von Nationaler Bedeutung”. Hier die letzten Körnchen rausgetan und die Beine leer gemacht, geht es entspannt mit Sachen unter die warme Dusche. Hier rächt sich das leichte Gepäck, keine Wechselsachen für morgen dabei, also werde ich mit Leibchen und Höschen in der Nacht kuscheln. Vorher noch Bettchen beziehen.

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Leider stand es nicht in meine Kräften, Ulrike und Konkursus zur Weiterfahrt zu verhelfen. Aber ich konnte aus dem Zittern ein Lächeln machen…

Langsam klingt der Abend aus, bei Nudeln mit Tierchen aus “Feuchtgebieten von Nationaler Bedeutung” mit Blick auf “Feuchtgebiete von Nationaler Bedeutung”. Der Nachschub von Feuchte ist auch eingestellt und Morgen soll es trocken und hell werden.

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Tag 2: Hitzacker-Braunschweig –Tracktreue

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Ohne in der Nacht die Mädchenzimmer besucht zu haben, ohne durch wilde Laute von Tieren gestört zu werden und ohne Schmerzen erscheine ich dann auch mal zum Frühstück. Eigentlich bin ich nicht immer so spät, aber irgendwie ist es ja Urlaub. Es ist zwar eine Tracktreue ausgegeben, doch kein Gruppenzwang. Zum Glück funktioniert mein Zimmer super.

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Ich kümmere mich um mich, die anderen um Betten abziehen, fegen und Startaufstellung. Irgendwie bin ich dann doch auch mal am Rad und versuche noch etwas mehr Druck in die Reifen zu bekommen, Pumpe funktioniert nicht, Konkursus hilft mir aus. Die Bierdeckel in den Speichen waren den Anforderungen gestern auch nicht gewachsen und werden entfernt.

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Alle warten nur auf mich, doch dann geht es los, im Trockenen auf dem Track. Der führt etwas tricky durch den Wald und dann auf eine Hauptstraße. Hier mache ich mal ein paar Gutenmorgenbilder. Bilder im Gelände sind wesentlich schwerer zu machen. Während der Fahrt kaum, da die Belichtungszeiten zu lang sind gegen Verwackeln und ein Blitz ist wie ein Glühwürmchen im Hexenwald. So blieben nur die ruhigeren Abschnitte wie Teer oder Pause.

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Und schon geht es wieder in die Botanik. Heute wird es sandig, waldig in allen Formen und warm in der Sonne. So zieht sich der Track durch die Landschaft.

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Als an diesem Pfingstsonntag die Kirche aus ist, landen wir in einer Kaffeewirtsstube davor. Nach einer Abfahrt mit Doppelsprung über eine Schnellstraße. Irgendwie hat sich eine Vorhut mit Johanna, Uwe, Schnuffi und kanuto gebildet.

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Kanuto fährt kein Cx-Rad, sondern ein Adventure Twentyniner. Der Name verspricht viel. Das Abenteuer hatte aber die arme Sau, die auf dem eigenen Hof verreckt und liegen gelassen wurde und alle in kürzeren Hosen im Brennesseltrail. Ergebnis trotz hohen Eingenwollanteil:

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Die Vorhut macht die Plätze frei für das Hauptfeld, was den Kuchenvorrat der Wirtschaft nieder macht.

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Schnuffi zerreißt in einen Treibsandfeld eine zu lasche Lasche seiner Kette. Hier wird gekürzt und gleichzeitig gewichtsoptimiert.

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Denn der Track soll heute unter allen Umständen gehalten werden. Treu bis zum bitteren Ende. Auch ein Schützenfest kann uns nicht bannen, auch wenn Johanna auf ihre Herzbuben trifft, ich mich kaum von der Blaskapelle in der Scheune trennen kann und Uwe mit Schnuffi zu gerne mal Autoscooter gefahren wären.

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Was uns auf der Disco gehalten hätte, war die Zironenlimo mit Minze, allerdings sind 0,2 L Gefäße zu klein für uns. Damit die Pommes etwas sacken können, hole ich mir einen Schlangenbiss und beginne mitten im sumpfigen Ölfeld unter den Angriffen der finnischen Airforce Mücke 1000 den Schlauch zu wechseln. Johanna attestiert mir. Uwe und Schnuffi sichern den Rückraum.

Jetzt erreichen wir die wilden Moore von Gifhorn. Beanspruchung für Rücken und Material gleichermaßen. Nur anhalten geht nicht, die Mücken würden sich freuen und der letzte Zug ist auch schon durch.

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So geht es weiter um eine Perle der deutschen Industrie, Wolfsburg. Hier treffen sich stolze Volkswagenbesitzer zum Erfahrungsaustausch an abgelegen Plätzen, ganze Familien bewegen sich ohne Verbrennungsmotor über ungeteerte Radwege.

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Der Wirt klärt uns auf, das Braunschweig, unser heutiges Ziel, in die erste Bundesliga aufgestiegen ist. Die Damenmannschaft (!!!) von Wolfsburg im Pokalfinale ist und Championsleauge spielt. Nee, wir fahren keine Tour de France, aber die gab es mal für Frauen. Wir möchten weiter, zurück auf den Track, bedanken uns für die Rettung in letzter Stunde und fahren weiter, der Sonne entgegen.

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Vorbei an potentiellen Brennholz,

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Leitungen voller regenerativer Energie

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und durch Parks voller gut gelaunter Menschen

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hin zum Hotel. Fast tracktreu und lebendig kehren wir ein. Ich hole den Nachschub aus der Packstation. Ein letzter Gang zum Italiener. All you can eat für 7 €. Die Runde erzählt von Materialschwäche, nur Nils nicht, er wird morgen im Stehen fahren wollen. Konkursus gibt Entwarnung, sie sind gut zu Hause angekommen und auf Grund der Wettervorhersage wollen er und Ulrike nicht wieder für die letzte Etappe dazustoßen. Morgen soll es regnen.

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Tag 3: Braunschweig – Brocken: Feuchtgebiete und Tracktreue

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Ein nicht enden wollender Pfad aus Gras, Laub, Ästen und “Feuchtgebieten von Nationaler Bedeutung“ verlangt die letzten Gänge. Die hatte ich eigentlich eher für den Brocken mit. Wir überlegen, ob wir böse Cowboys oder gute Indianer sind. Beschließen nach dem Klappspatenprinzip zu fahren.

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Auch dieser Trail hat ein Ende und über Teer geht es nach Ilsenburg.

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Noch mal den Track kontrolliert, ein letzter Kaffee zum Aufwärmen, denn der Brocken ist im Nebelwolken eingehüllt, zur Zeit ein “Feuchtgebiet von Nationaler Bedeutung“. Neue Gruppen überfallen das Basislager, wir begeben uns in den Aufstieg. Lang soll er sein und der heute Track nicht von Anno gemacht. Er trägt auch nicht seine Handschrift. Schon nach der ersten Kurve nach der Parkplatzstraße bin ich auf dem letzten Ring. Ab jetzt nur noch treten und Tracktreue. Der Wald hat zwar viele Vornamen, aber sieht doch immer gleich aus. Nach ein paar kniffligen Abzweigen wird es wirklich steil. Ich fahre zu den Frühstartern auf. Laufe auf. Zu steil für 36/28 auf Dauer. So schiebe ich auch an einem MTBler vorbei, der im letzten Gang gegen das Umfallen kämpft. Nach dem Ilsesprung kommt das Brockenbecken und die Brockenstraße. Noch eben und dann mal eben 15 %. Aber frisch geteert und fast frei von Besuchern.

Nach dem Bahnübergang überhole ich Familie Anno. Die letzten Meter mit Rückenwind und dann der Stein. Alsbald kommen auch Motta und Schnuffi.

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Der Brocken ist erlegt, ein hartes Stück Arbeit. Bei der nächsten Ausgabe sollte der Namensgeber mit dabei sein. Wir treffen uns in einer der Schutzhütten, denn es windet und ist kalt und naß. Hier ist der Track vorbei, was bleibt für diesen Tag ist ein “Feuchtgebiet von Nationaler Bedeutung“.

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Als der Abstieg droht, kann ich nur sagen: Alles was mal war und jedes mal auf dem Brocken werden wir denken:

Es ist nicht einfach
sich plötzlich wieder zu sehen
Es schleudert unsere Zeit
mit voller Wucht zurück.
Und als ob wir es nicht besser wüssten
spielen wir die Vermissten
Und fallen über uns her

Ein Moment voller Hoffnung
Ein Moment voller Glück
In dem wir nicht an gestern denken
Und was morgen vielleicht ist
Denn dann wird es wieder weh tun
Es wär nicht das erste Mal
Wir versprechen uns nie wieder
Und glauben selbst nicht dran

Vielen Dank für alles was mal war
Für jeden guten Tag
Nun sage mir wie war dein Leben ohne mich
Vielen Dank für alles was mal war

In unseren Köpfen drehen sich Gedankenspiele
Was wär gewesen wenn
Wo würden wir heut stehen
Wir denken an unsere alten Ziele
Und suchen nach dem Fehler
In unserem System
Warst du nach uns einsam
Oder fühltest du dich frei
Und was hast du gemacht
In all der Zwischenzeit
Es ist nicht leicht das einzusehen
Doch wahrscheinlich war es so
Was wir uns geben konnten
War damals nicht genug

Vielen Dank für alles was mal war
Für jeden guten Tag
Nun sage mir wie war dein Leben ohne mich
Vielen Dank für alles was mal war
Falls du?s vergessen hast
Das ist nicht schlimm
Ich erinner mich für dich
An alles was mal war

Am meisten lieben wir die Dinge
Die wir nicht haben können
Wir sollten lernen zu verzichten
Doch wir kriegen es nicht hin
Wir rufen Lebewohl
Winken uns noch einmal zu
Dann drehen wir uns um
Und laufen dabei los

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Tag danach: Schirke - Hamburg nur so

Nach einem sonnigen und geselligen Abend in Schirke mit Fred, Ralf und Knut heißt es: Go north. Ein wunderbarer Track von Ralf bringt uns über dreckigen Pfahl,

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Torfhaus,

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Bad Harzburg

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Peine,

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wo uns ein Bekannter von der Fledermaus Dirksen1 zieht,

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Celle

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und Hermansburg nach Norden. Ab hier ist jeder für sich alleine.

Nur ein paar Bagger standen im Weg, ab Garstedt dann auch wieder Regen und in Bargteheide war die Sonne schon lange weg, wohl seit Freitag.

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Vielen Dank an die Technik

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und Garmin (Ein Satz Akkus für 710 km)

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und Anno, weil er nichts dagegen hatte, mit ihm zu fahren. Und alle, die mitgemacht haben.

Alle Bilder: https://plus.google.com/photos/10638552 ... _ZSyvJXmdw
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Re: Tracktreue und Feuchtgebiete

Beitragvon Helmut » 23.05.2013, 00:29

Janibal hat geschrieben:Helmut schläft noch, als ich in Tonndorf unter seinem Fenster vorbeifahre…
:Poltern:

Stimmt ja gar nicht. Wenn ich gewusst hätte, dass Ihr den Grünen Ring entlang fahrt, hätte ich an der Strecke gestanden. Die Erkenntnis, dass Ihr nur wenige hundert Meter an unserem Haus vorbei gefahren seid, hatte mich wie ein Keulenschlag getroffen.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Roadstar
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Beitragvon Roadstar » 23.05.2013, 20:59

Moin,

ich kann mich nur den anderen Teilnehmer anschließen.
Es war ein supertollen Brockensturm. Den Mann/Frau nicht vergessen wird!

Dank an die anderen Teilnehmer und ganz besonders dem Anno und seiner Familie, die das ermöglicht haben! :)

Meine Bilder gibt es hier:

Hamburger-Brockensturm

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Happy Trails :wink:

Thomas H. ;)
Hier fährt der Süden drauf ab, <a href=http://www.harburger-rg.de>Harburger RG</a>,
hier ganz Hamburg, <a href=http://www.hamburg-kostenlos-erleben.de>HAMBURG-kostenlos-erleben</a>
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Johanna
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Was war das wieder schön.....

Beitragvon Johanna » 23.05.2013, 21:39

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(Foto: RSG Wedel)

Nach dem Losfahren in Wedel werde ich ahnungslos auf die sogenannte "schwere Variante" gelotst. Anno's Bemerkung, "weil Du bei der CTF ja die leichte Variante gewählt hast, darfst Du jetzt nachholen", verstehe ich erst, als wir später auf die Leichte-Variante-Fahrer stoßen. Über den Grünen Ring fahren wir in einer großen Gruppe um Hamburg herum bis zum Öjendorfer Park. Hier gibt es nach ca. 50 km einen Kiosk-Sprint, Schnuffi und Uwe freuen sich über den gelungenen Coup. Nur die ersten bekommen Kaffee, nach ca. 7 Becher macht die Kioskmaschine schlapp. Schade für die anderen, aber die Stimmung ist super und hält auch ohne Käffchen.

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(Foto irgendwo geliehen)

Munter geht es nun auf den von Tribelix geklickten Track bis Lauenburg. Der Spassfaktor steigt, es wird crossiger. Wir wühlen uns durch die Boberger Dünen, klettern, schieben, surfen im Bergedorfer Wald, segeln ab Geesthacht über den wunderschönen Elbetrail bis Lauenburg. Es hat angefangen kräftig zu regnen, wir sind nass und dreckig. Beim "Rufer" fragen wir vorsichtig an, ob sie uns reinlassen. "Warum nicht? Möchten Sie Handtücher zum Abtrocknen haben?" Das hatten wir nicht erwartet. Erstaunt und erfreut kehren wir ein, essen Kuchen und lecker Spargelcremesuppe mit Brot, trinken Monsterkaffee. Es tröpfeln immer wieder Mitstürmer ein, es ist kuschelig warm und saugemütlich im Rufer. Nur schlecht können wir uns losreißen, der Regen ist nicht weniger geworden. Ein Blick rüber über die Elbe.....an der anderen Seite ist es heller und bestimmt trocken.

Leider nicht. Fast tracktreu fahren wir den Elberadweg und machen Kilometer. Und fahren durch den Regen. Und fahren. Schön ist anders. An einer Gabelung sagt ein Radwegeschild "Hitzacker, 24 km". Die Versuchung ist groß, wir stecken die Köpfe zusammen. Motta kommt dazu, versteht die Frage nicht. Recht hat er. Ich fahre mit Motta Wald! Uwe fährt mit mir Wald. Anno bleibt tracktreu. Es ist schön im Wald. Unter dem Blätterdach ist der Regen viel friedlicher. Ein kleiner dicker Turm steht am Elbhang, Motta fährt wie losgelassen einmal drum herum. Wir freuen uns über die verregnete Fernsicht, die Tracktreue und die Stulle in der Tasche.

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(Bild: Motta)

Den Zielsprint zur DJH schenken Motta und ich uns gegenseitig. Dat jute Rad wird dreckig in den Fahrradkeller geschoben. Ich schleppe mich genauso in die Herberge. Frischgeduschte kommen mir entgegen, sitzen telefonierend rum oder machen sich auf den Weg zum Abendessen. Fein, dass schon so viele da sind. Wir ziehen ein in ein 6-Bett Zimmer ;) . Mit Anno und Stephan sind wir 4 CriDi's, ein Marburger und ein Schnacker machen die sechs Betten voll. Die Heizung wird aufgerissen, nasse Sachen drauf und in den Rippen gepackt, die Fenster zum Lüften geöffnet. Geduscht, trockene Sachen, neuer Mensch, ab zum Nudelnessen. Hier erfahren wir, dass doch einige den Sturm wegen technischer Probleme haben abbrechen müssen. Sehr schade.

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(Foto: Motta)

Tag zwei: Erfreulicherweise sind die durchnässten Sachen vom Vortag über Nacht an der Heizung so gut wie trocken geworden. Der Himmel ist blau, die Ersten machen schon ihre Räder startklar. Wir sammeln uns nach dem Frühstück vor der Herberge. Anno gibt ein paar Hinweise, Kanuto schwört Tracktreue. Wir rollen los, winken nochmal rüber zu Ulrike, traurig steht sie da....

Als Vorletzte fahre ich den Trail runter, dann folgen lange sandige wellige Wege. Schnuffi und Uwe sammeln mich unterwegs auf, zu dritt fahren wir weiter und ich befinde mich irgendwann in der "Spitzengruppe". Das Tempo ist flott, macht Freude, wird sich aber später rächen. Meine Einbeinfahrtechnik auf dem Brennnesseltrail sorgt für Heiterkeit bei Fred: "Zwei Beine brennen genauso wie ein Bein!" Ist ja schon guuut, Luft anhalten und zweibeinig durch. Kurz danach folgt eine herrlich lange Abfahrt mit Fernsicht.

Anno hatte vorgewarnt, dass die zweite Etappe ziemlich einsam werden würde, was die Besiedelung angeht. So kehren wir beim erstmöglichen Gasthof ein und erregen gut Aufsehen bei den Kirchgängern im verschlafenen Dörfchen. Weitere Stürmer kommen dazu, wieder wird es sehr gesellig. Doch, trotz Sonne wird es frisch. Zu viert machen wir uns wieder auf den Weg, der Fahrfluss will jedoch nicht so richtig wiederkommen. Kettenpanne von Schnuffi. Eiscafé, ein unschlüssiges Ja-oder-Nein? Janibal fährt mit Pommeshunger weiter. Schnuffi und ich haben keine Meinung zu schon-wieder-Kaffee? Verfolgung, Jani wieder einfangen. Dann: Schützenfest! Pommes! Wir werden angeschielt wie Ausserirdische, freuen uns, dass wir nicht zu dieser Welt gehören. Aber Pommes essen alle. Aufgegessen, aufgesessen. Es folgt: Schlangenbiss und Mückentanz. Dann das nicht enden wollende "Moordings". Wirklich schön, aber die Buckelpiste hat gebrochen.

Cola! Mich gelüstet nach Cola! Was sagt der Track? Erstmal weiterfahren. Wir sehen eine Kirche. Da ist meistens auch eine Wirtschaft. Treffer, jedoch "Geschlossene Gesellschaft"! Wir kratzen an der Tür, betteln um Cola. Bekommen eine anderthalb Literflasche mit 4 Plastikbechern, setzen uns an eine Wand und lassen die Brühe zischen. Der interessierte Gastwirt unterhält sich derweil mit uns und erzählt von 95 prozentiger Regenwahrscheinlichkeit am Folgetag. Bei dieser tollen Voraussicht genießen wir die letzten Kilometer bei Sonne und fahren durch mit Menschen gefüllten Parks Braunschweig rein.

Untergebracht sind wir in einem Arbeiterhotel, Doppelzimmer. Abends gibt es beim Italiener-um-die-Ecke all-you-can-eat-Pizza für 7 Euro pro Nase. Glückliche Männergesichter rund um mich herum.

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(Bild: Motta)

Der dritte Tag, mit inzwischen 97prozentiger Regenwahrscheinlichkeit, fängt an mit: Regenjacke an-aus-an-losfahren-anhalten-aus. Den Track von heute hat Condal für uns zusammengeklickt. Kurz nach Braunschweig geht es in einem Wald hinein auf einen herrlichen, schwungvollen kilometerlangen einspurigen Trail. Es tropft von den frischgrünen Blättern, der Trail schlingt wie eine schlammige braune Schlange durch den bodenbedeckenden blühenden Bärlauchteppich. Der Westfale pfeift vor Begeisterung Volkslieder. Dabei fällt Uwe die alte Bauernweisheit ein "Wenn der Westfale pfeift, dann scheint die Sonne". Also, pfeif Anno, pfeif! Aus dem Wald hinaus sind wir zu fünft, mit Schnaggadu ("Popowääh!") und Stephan. Stephan kömmt ausm Östen, liebt schlammige Trails und Kolonnenwege. ("Wenn ich mal sowas machen soll, dann müsst Ihr mit sowas rechnen". Wir bitten drum, Stephan!) Unterwegs treffen wir auf einen Stein, der an die Deutsche Teilung erinnern soll.

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Wellige Wege führen nach Ilsenburg, der Westfale pfeift, die Sonne kommt durch! Beim Ilsenburger Cafe springt die Sturm-Spitzengruppe bei unserem Anblick auf die Räder und düst davon. Wir nehmen deren Platz in der Sonne ein und lassen uns von einem riesigen Menschen bedienen, der so farb- und humorlos ist, dass es schon wieder lustig ist.

Ein etwas orientierungsloser Kocmonaut sowie "der Engländer" kommen aus zwei Richtungen angefahren. Gemeinsam machen wir uns auf den letzten Weg, hinauf zum Brocken. Der Anstieg ist anstrengend, jeder fährt seinen Tritt. Anno muss aufhören zu pfeifen, es wird zu warm. Schnaggadu und ich finden am steilsten Stück zusammen und schieben gemütlich bis es - für uns - wieder fahrbar wird. Wir erreichen die Wolke, die die Brockenspitze umhüllt. Die Brockenstraße lässt das Rad wieder geschmeidiger rollen. Es wird mit jedem Meter kälter, der Nebel immer dichter. Brockentouristen kommen mit dicken Windjacken und Kapuzen entgegen. Ich fahre kurzärmlich im Brockensturmtrikot hoch und jubele innerlich. Es ist so klasse. Auf der Spitze weht ein stürmischer Wind, aber ich lasse mir das Gipfelfoto nicht nehmen. Nochmal:

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Eine Tasse Kaffee noch im Brockenblick-Touristensaal, dann Abschied nehmen. Vorbei. Irgendwie will man festhalten. Nützt aber nix, der Zug in den Alltag wartet. Es bleibt die Erinnerung an einen schönen Ausflug. An ein geselliges Miteinander. An liebe "wunderliche" Menschen. Und da ist die große Sehnsucht nach weiteren gemeinsamen "wilden" Abenteuer. Ohne Flatterband, Zeitnahme und Wertung.

Danke Anno!

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Zuletzt geändert von Johanna am 30.05.2013, 15:36, insgesamt 19-mal geändert.
Für verlorene Gelegenheiten gibt es kein Fundbüro...
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Beitragvon Tribala-Stine » 24.05.2013, 00:01

wow - was für Berichte und was für ein Erlebnis - Ihr könnt alle mächtig Stolz auf euch und eure Leistung sein.

Da ziehe ich den Hut voller Neid :Hutab:

Stine :wink:
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Ketsch
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Beitragvon Ketsch » 24.05.2013, 08:12

Schließe mich meiner Vorschreiberin an - Gratulation zur Leistung. Seid Stolz auf Euch...

...und froh nicht heute auf den Brocken zu wollen, bei 13cm Neuschnee!

Grüße
Ketsch
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Beitragvon Heimfelder Dirk » 24.05.2013, 08:37

:Respekt: und :Hutab:

Es muss eine tolle Tour unter erschwerten Bedingungen gewesen sein.
Ich bin aber froh, an Pfingsten nur einen einfachen Radmarathon in der Rhön auf dem Plan gehabt zu haben.
Danke für die schönen Berichte u. Bilder ;-)
:gruss: dirk
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Beitragvon kocmonaut » 24.05.2013, 09:02

heute auf dem Weg zur Arbeit: Frauchen schmeißt einen Stock in den Dorfteich. Zwei Hunde springen hinterher. Nass und voller Schlamm kommen sie glücklich und mit dem Stöckchen wieder heraus.

Ich mußte schmunzeln und an uns denken...

Danke an "Wedel", Danke an das ganze "Team Brockenstürmer". Es war ein großartiges Abenteuer.

kocmonaut
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Racing Ralf
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Beitragvon Racing Ralf » 24.05.2013, 09:25

Der Zahn der Zeit nagt nicht nur an mechanischen Bauteilen des Fortbewegungsmittels und fällt hin und wieder durch überhöhten Verschleiß bzw. zu hohe Beanspruchung aus, sondern auch am eigenen Körper. So hatte ich für alle Eventualitäten vorgesorgt, Ersatzschläuche, Flickzeug, Kettennieter und Kettenschloss, sogar ein Schalt- und ein Bremszug waren mit im Gepäck. Was nützt aber ein Ersatzzug, wenn die Hülle verschlissen ist? So musste ich leider am 2ten Tag, ich hatte mich noch mit drei Begleitern bis nach Braunschweig ins Ziel gequält, aufgrund alterungsbedingten Verschleißes der Achillessehne ausscheiden.

Ja, nun hab ich mir das Wappen auf dem Trikot noch gar nicht wirklich verdient, ich werde das nachholen und die letzte Etappe zum Brocken noch abfahren. Mir schwebt da so ein Termin im September vor, vielleicht findet sich ja auch noch jemand, der mitkommt. Und vielleicht kommen wir dann sogar ohne Regen da hoch. Ist dann zwar nicht mehr das Gleiche, aber bestimmt trotzdem gut. :)

Achja, der Garmin war schon kurz vor dem Ziel der ersten Etappe in Hitzacker ausgefallen, es konnten ihm auch keine Daten mehr entlockt werden, erst ein Masterreset brachte ihn wieder zum Leben. Das Gerät ist dann allerdings wie neu, alles gelöscht und auf Null.

Hier hab ich noch ein paar Bilder:

https://plus.google.com/photos/11056487 ... zY6lzIjvcQ

Bis bald

Ralf
Man muß schon ein wenig Spaß daran haben sich zu quälen
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Janibal
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Beitragvon Janibal » 24.05.2013, 11:17

Ketsch hat geschrieben:...und froh nicht heute auf den Brocken zu wollen, bei 13cm Neuschnee!
stimmt. Letzte Aktualisierung: 24.05.2013 10:55:25

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ich plan mal ein anderes Ziel:

12:00 Uhr: 12 °C (11 °C)

Wind km/h: 15 km/h
Böen km/h: 37 km/h
Luftdruck: 1008,8 hPa

Niederschlag Menge für 6h: 0 l/m²
Risiko für 6h: 0 %
Luftfeuchtigkeit: 58 %

Sonnenschein Dauer: 24:00 h
Aufgang: 00:00
Untergang 00:00

http://nordkapp.livecam360.com/cam3/flash/main.php
St. Jan
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Beitragvon Konkursus » 24.05.2013, 14:42

@ Racing Ralf: schade, Du warst am ersten Tag so gut drauf. Ich wünsch Dir auf alle Fälle gute Besserung.

Mit dem Trikot hast Du übrigens recht. Ich grübel schon die ganze Zeit, ob es jetzt ein Teilnehmer- oder ein Finishertrikot ist, wobei ich es eher als Finishertrikot ansehe. Ist bei mir - aus welchen Gründen auch immer - DNF, trage ich solche auch nicht. So hart wie es ist, weg damit.

Mit der Tour hast Du natürlich auch recht, es ist nicht mehr das gleiche. Da ich ohnehin beabsichtige, am 31.08. den Schierke-Marathon zu fahren und ich auch schon mit dem MTB oben war, werde ich´s wohl sein lassen. Was war, war eben.

Gruß


Ko
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Beitragvon Helmut » 24.05.2013, 20:27

Janibal hat geschrieben:ich plan mal ein anderes Ziel:

http://nordkapp.livecam360.com/cam3/flash/main.php
Tagelang durch nicht grad die schönste Landschaft Europas fahren und kaum einen Menschen treffen, nur um mal da oben gestanden zu haben?

Ja, das ist was Besonderes, kann aber noch nicht glauben, dass das Richtige für Dich wäre...
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Los Vannos
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Beitragvon Los Vannos » 24.05.2013, 22:46

Racing Ralf hat geschrieben:Der Zahn der Zeit nagt nicht nur an mechanischen Bauteilen des Fortbewegungsmittels und fällt hin und wieder durch überhöhten Verschleiß .....

Ja, nun hab ich mir das Wappen auf dem Trikot noch gar nicht wirklich verdient, ich werde das nachholen und die letzte Etappe zum Brocken noch abfahren. Mir schwebt da so ein Termin im September vor, vielleicht findet sich ja auch noch jemand, der mitkommt. Und vielleicht kommen wir dann sogar ohne Regen da hoch. Ist dann zwar nicht mehr das Gleiche, aber bestimmt trotzdem gut. :)
Hi Ralf,

Du hast es ja immerhin über die 2. Etappe geschafft, ich nicht mal bis zur 2. :? Hier mal meine Gründe dazu - ich hoffe, ihr könnt das in etwa nachvollziehen:

Es fing schon vorher doof an, da meine unfallgeplagten und chronisch lymphödemten Hände grade vor dem Brockensturm mal wieder nicht den besten Eindruck machten. Daher hab ich mit Joerg zusammen erst ab dem Öjendorfer Park begonnen - war ja immerhin fast vor meiner Haustür. Dort lud ich dann beim Navi den Track hoch und hatte dabei einen Systemabsturz. Was schlussendlich meinen halben Akku kostete. Dazu später mehr. Hinzu kam dann, daß wir dort auf die Truppe wartend doch etwas ins Frieren kamen. Dann habt Ihr ja noch im Park ne Pause gemacht, wo wir ja nicht gleich wieder aus der Reihe tanzen wollten. Aber das einzig wärmende Getränk (der Kaffee) war am Kiosk ausverkauft, da nach der 5. Tasse die Maschine kaputt ging. :(

Soweit okay.... 60 Km weiter, so kurz nach AKW Krümmel fing ich mir dann nach ner Matschpassage den erste Platten ein. Alles natürlich superdreckig, von daher war ein Splitter finden undenkbar. Im Gegenteil, ich hab mir nur Steine und Dreck in den Mantel repariert. Beim Aufpumpen platzte dann auch gleich der erste Schlauch (man bedenke, keinen weiteren Meter weit gekommen und schon 2 Schl. weg), der nächste Schlauch hielt dann immerhin 500 m. :( Gut, da waren wir zufällig an der Elbe und hatten Wasser, Somit konnte ich nach Reinigung des Reifens auch den Übeltäter finden. Da es in der Zwischenzeit aber angefangen hat zu regnen, hatten wir Regenklamotten über, aber der Zwangsstop durchnässte uns schon von innen. Gut, somit durchnässt und frierend weiterfahren, Regen war erstmal wieder weg. Aber in der Zwischenzeit hatte sich auch mein Steuerlager verabschiedet und ein Lenken war nur noch unter Kraftaufwand möglich.

Okay, wollte ich dann in Hitzacker versuchen zu beheben. Aber dann, kurz nach Lauenburg fing es eben an zu sauen, aber richtig. Der Himmel öffnete seine Pforten. Da meine Regenklamotten durch waren, zog ich sie zwar über, hatte aber wenig Hoffnung. Ca. 1 Std. später hörte es auch nicht auf und es lief dann sogar in meine Schuhe. Ich fror am ganzen Körper. Meine lädierten Hände freuten sich erstrecht schon lange nicht mehr.

Kurz vor Bleckede fiel dann auch noch mein Navi aus, und vom Ding her fuhren wir eh nur noch allen hinterher - Ihr erinnert, mein Navi machte am Anfang schon Probleme. Wir haben es dann bis Bleckede geschafft und zogen dort die Notbremse. Dem Joerg ging es ähnlich wie mir, aber dazu soll er selber was schreiben. Es war eben ne Verkettung doofer Umstände und ich bin eigentlich nicht froh, aber es musste so sein.

Nächstes Jahr würde ich es wieder versuchen, oder eben im September, mit dir zusammen, Ralf. Aber bis zum 12.9. bin ich im Alpen-Urlaub. Dem Trikot, welches noch bei Anno ist, bin ich somit aber nicht würdig. Wenn wir terminlich uns einig werden (@ Racing Ralf), dann würde ich mich schon freuen, hoffentlich steht das dann unter einem besseren Stern.

Aber Glückwunsch an alle, die es geschafft haben. ein bisschen neidisch bin ich ja schon. ;)
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Beitragvon Helmut » 31.05.2013, 23:42

Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Moin in die Runde

Beitragvon Der Engländer » 01.06.2013, 11:19

Helmut hat mir schon die Arbeit abgenommen (siehe voriger Beitrag) und auf meinen Bericht verlinkt.

Ich hatte schon mit Wedel und Motta gesprochen, nächstes Jahr wollte ich was ähnliches von Berlin aus organisieren, im Dreieck Berlin-Bad Wilsnack-Stendal, voraussichtlich 3 Tage. Dort gibt es noch viele Dorfverbindungswege als Feldwege oder Kopfsteinpflasterstraßen, die im Westen alle schon seit 30 Jahren asphaltiert sind. Schaut einfach nach

www.zonencross.wordpress.com

Da sind einige Bilder aus der Gegend. Ich bin bereits 2/3 der Strecke abgefahren. Vom Schwierigkeitsniveau sollte es leichter als FLXHH und ähnlich wie HH-Brocken sein.

Ich halte Euch auf dem Laufenden. Fällt Euch ein schlauer Name ein? Mir fällt nur Zonencross2014 ein.
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Beitragvon motta » 01.06.2013, 17:18

Hello Engländär,

willkommen im Forum ;-) ;-)

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Beitragvon kocmonaut » 28.07.2013, 22:17

@ Janibal:

Hallo Janibal,

in der aktuellen Ausgabe hat Dir "Tour" die Feuchtgebiete im Kontext mit Crosstouren "geklaut". Du solltest einen Win-Win-Vergleich anstreben und sie zur Veröffentlichung eines Deiner Beiträge ermuntern...

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