Gef. perm. CTF Nördlich von Lüneburg '13 (Bericht+Bilder)

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NOBNOB
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Gef. perm. CTF Nördlich von Lüneburg '13 (Bericht+Bilder)

Beitragvon NOBNOB » 13.01.2013, 17:43

<IMG src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... k%2036.JPG">

Spuren im Schnee und wie man sie falsch deuten kann
oder, nicht angekommen und extra Spass gehabt.

Wer heute in Lüneburg nicht dabei war, hat wirklich was verpasst. Die Strecke war einfach, aber sehr schön. Durch Schnee und Sonne doppelt schön.

Naja, die ein oder andere schwierigere Stellen war schon dabei. Ich bin zumindest kurz vor Lüneburg auf einer Wurzel ausgerutscht und habe den üblichen unsanften Kontakt mit dem Waldboden gemacht. Nichts passiert, aber bis die Kette wieder auf dem Ritzel hatte und meine Pedale und Schuhe vom Eis hatte, war die Gruppe weg.

Vom Veranstalter war vorgesehen, dass, wer hinten rausfällt, auf die nächste Gruppe wartet. Da es aber nun wirklich ein bisschen kalt war, um zu warten, beschloss ich mein Glück zu versuchen und den Spuren zu folgen. Dabei bin dann aber wohl den falschen Spuren gefolgt. Irgendwann bin ich dann an einer Stelle vorbeigekommen, die mir bekannt vorkam, also entschloss ich mich die Strecke rückwärts zu fahren. Kann ja nicht weit sein. Meinen fatalen Fehler bemerkte ich erst, als ich bei der (leider nicht mehr vorhandenen) Verpflegungsstation ankam. Ääämhh und nu? Noch mal 20 km fahren? Nicht wirklich. Erst mal Harterbrocken anrufen und 'Bescheid' sagen, hatte ja mittlerweile schon fast 50 km drauf. Geht nicht an's Handy. O.k., wo steht die Sonne? (War ja zu Glück da). Hhmm, ungefähr die Richtung. Ein kurzes Stück durch den Wald zur nächsten Strasse und dieser gefolgt. Kurz vor der nächsten Kreuzung rief dann Harterbrocken zurück. 'Also, da vorne auf dem Schild steht 6 km bis Lüneburg. Da fahr ich jetzt hin und sag Dir noch mal Bescheid, wenn ich da bin.'

Mein Glück, die Strasse führte direkt zur Autobahnauffahrt. Und kurz danach kam auch ein 'Restaurant zum güldenen M'. Das war doch eine gute Stelle zum Abholen, und Hunger hatte ich auch. Also schnell Bescheid geben und in besagte 'Mampfausgabestelle' eingekehrt. Zugegeben, der McRöschtie war lecker.

Mein Fazit: Zurückgeblieben, verfahren und nicht angekommen, aber den, für mich, schönsten Teil der Strecke entlang der Ilmenau nochmals abgefahren, 12 schöne km mehr auf dem Tacho und noch was zu Essen bekommen.

War toll!
NOBNOB (Anmerkung Admin: Im folgenden Bild rechts neben Harterbrocken)

<IMG src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... k%2029.JPG">
they who go out into the world see the wonders wrought by the gods,
and return humbled
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Harterbrocken
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Beitragvon Harterbrocken » 13.01.2013, 20:01

Tja, Nobnob, so kann man aus der Not eine Tugend machen. Doppeltes Erlebnis, gleich doppelter Spaß. Deinem Bericht zu Land und Leuten und dem Wetter ist nichts hinzuzufügen: Alles prima. Viel schöner kann eine geführte CTF fast nicht sein. Nun wissen wir, wie es Nobnob ergangen ist. Und den anderen? Machen wir die Gegenblende.

Lüneburg, Am Grasweg, zirka 13.25 Uhr: Wo ist Nobnob? Und wo meine Brille? Beides weg. Mist. Kein Nobnob, keine Sportbrille. Ersteres macht nachdenklich, Letzteres wird kostspielig. Immer ist meine Brille weg. Scheiße. Und nun suchen alle auch noch Nobnob. "Am Bahndamm bei den glitschigen Wurzeln war er noch da", sagt einer. "Der hat hinter einer Pfütze den Adler gemacht", meint ein anderer. Ein Dritter will wissen, dass Nobnob... - lassen wir das. Fakt ist: Nobnob ist nicht da. Verloren gegangen in den weiten der Lüneburger Prärie. "Ruf ihn doch mal an", empfiehlt HeiDi. Gute Idee, also drück, drück, drück und siehe da, Nobnobs Stimme scheppert aus der Ohrmuschel: "Gewerbegebiet, Lüneburg sechs Kilometer, Sonne im Rücken, BAB-Ausfahrt, McDonald." Alles klar, ich weiß wo das ist. 15 Minuten später sitzt ein gut gelaunter Nobnob auf meinem Beifahrersitz mit gut zehn Extrakilometern auf dem Tacho und strahlendem Gesicht. Selbst US-Fastfood und null Grad Celsius vermögen offenbar nicht, das Adrenalin und die schöne Stimmung einer CTF zu übertrumpfen.

Die war wirklich ein Traum. Schöne Wege, fordernde Trails, gutes Tempo, beste Verpflegung - so kann man das, glaube ich, ganz gut zusammenfassen. Stellenweise hatte es die Piste in sich. Was ist schlimmer als matschige Spurrillen? Gefrorene Spurrillen! Die forderten heute auch so manches Sturzopfer. Kurz nach dem Start schlitterte ein Kollege mit seinem Crosser quer über den Weg und riss gleich mal Nobnob mit auf den Boden. Der Arme hatte keinen leichten Tag heute.

Anders meine beiden Freunde Nils und Matthias. Nach eigener Auskunft sind sie eigentlich sonnenverliebte Sommerradler. Kürzlich wollten sie nur mal so eine CTF ausprobieren. Nun sind sie regelmäßig dabei; ja, das Naturerlebnis namens CTF kann süchtig machen. Offroad hat eben eigene Reize.

Dabei hatte ich wieder einmal das Gefühl, dass Crosser für derartiges Geläuf besser geeignet sind als MTB. Ich kam jedenfalls überall bestens durch, während die Moutainbike-Breitreifen doch an einigen Stellen wenig Grip und vor allem Seitenführung zeigten. Andererseits: Die, die auf der Nase lagen, waren meist auf Crossern unterwegs. :HaHa:

Am Guiding lag es jedenfalls nicht. Lefty-Peter hatte die schnelle Truppe mit einer Handvoll Leuten übernommen; dahinter folgte unser Guide (leider Namen vergessen), der uns zügig und umsichtig durch die Wälder brachte.

Erstaunlich, wie viel Schnee im Lüneburger Raum runter gekommen ist. Mit der zunehmenden Sonneneinstrahlung hatten wir eine perfekte Winter-Landschaft, die ich zu gerne fotografiert hätte. Aber bei den Bedingungen gehören beide Hände an den Lenker. Oder man heißt Helmut Niemeier. :D

Immerhin haben wir ein Gruppenfoto am Schiffshebewerk gemacht. Und für ein paar Aufnahmen an der Verpflegungsstelle mit dem hervorragenden Kuchen, hat es dann auch noch gereicht.

Bild

Wenn es passt, bin ich bei der nächsten LG-CTF wieder dabei. Bis dann.

Ach ja, Brille ist auch wieder da. Lag am Schiffshebewerk. Es findet sich eben alles... (wieder an).

Bild
Urte behauptet zwar, dass sie die Radfahrer nicht gebacken hat. Geschmeckt haben sie trotzdem.

Bild
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Beitragvon Heimfelder Dirk » 13.01.2013, 20:29

Harterbrocken hat geschrieben:Wo ist Nobnob? Und wo meine Brille? Beides weg. Mist.
Die Brille wäre nur ein großer Verlust für Dich gewesen, aber NobNob hätte uns doch allen gefehlt :wink: Aber da Du ja doch recht bald verkünden konntest, dass er wohlbehalten eine kommerzielle Verpflegungsstation angesteuert hatte, konnte eine größere Suchaktion gerade noch verhindert werde.

Schöne Tour, nette Mitfahren und tolle Verpflegung unterwegs (selbst Rozzzlöffel wurde satt :!: ) ..und wenn der Admin irgendwann ein wenig Zeit hat, stellt er noch ein paar Bilder ein! :zwinkern:
:gruss: Dirk

<IMG src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20702.JPG">
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Beitragvon rozzzloeffel » 13.01.2013, 21:40

Ja, schön war es. Racing Ralf und ich haben die 90 km Anfahrt nicht bereut. Wir wählten heut den Cyclocrosser bzw. ich das Crossbike. Die ersten 5 km war es etwas tricky mit den dünnen Reifen, danach lies sich aber Rad und Strecke gut einschätzen.

Der VFL lotste uns durch bildhübsches Revier, dass für jedermann/-frau geeignet war. Die Strecke war schön eben und pistig (gottseidank nicht so traillastig) und durch den Schnee dennoch hier und da erforderlich, sich zu konzentrieren und sein Bike zu beherrschen. Diese Herausforderung forderte den ein oder anderen Ausrutscher; Sturz wäre übertrieben.

Ich testete heute das Fahren mit Laufschuhen auf Nagelpedalen. Um der Kälte zu trotzen, wurden die Zehen mit selbsterwärmenden Zehenwärmern geschützt. Hielt immerhin bis kurz vor Schluss.

Es gab für jedes Tempo eine Gruppe. Aus drei Gruppen entstanden im Endeffekt vier. Ralf war in der Zweiten, ich kurz hinter der Dritten von Vieren.

Tolle Kuchenvariationen gabs zur Streckenmitte. Und nette Lüneburger Ausrichter. Man konnte sich vor und nach der Tour im VFL-Fitnesstudio bei nem Proteindrink oder Kaffee aufhalten.

<IMG src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20697.JPG">

Es ging durch Wald und Wiesen. Am Schiffshebewerk vorbei musste am Bahndamm noch ein Trail mit Querwurzeln gemeistert werden, bis es durch die bildhübsche Altstadt ging. Tolles Highlight!

Die heutigen Erfahrungen verlocken, über eine Wiederholung am 24.02. nachzudenken.

rozzzloeffel

<IMG src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... k%2047.JPG">
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Beitragvon Helmut » 14.01.2013, 01:31

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... %20704.JPG">

Hier kommen von Heimfelder Dirk und Leffti Peter

<a target="_blank" href="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... x.html">48 Bilder von der CTF Permanenten Nördlich von Lüneburg</a>.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Beitragvon stolk » 14.01.2013, 11:07

Ich frage mich gerade warum keine aus der Gruppe auf NobNob gewartet hat? Ich finde das recht unkollegial - hätte ja sonst was passiert sein können.
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Heimfelder Dirk
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Falsch verstanden?

Beitragvon Heimfelder Dirk » 14.01.2013, 13:48

stolk hat geschrieben:Ich frage mich gerade warum keine aus der Gruppe auf NobNob gewartet hat? Ich finde das recht unkollegial - hätte ja sonst was passiert sein können.
Kann es sein, dass Du NobNob`s Bericht nicht richtig gelesen oder interpretiert hast?
Er selbst wollte nicht auf die nachfolgende Gruppe warten!
:gruss: Dirk
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Beitragvon stolk » 14.01.2013, 14:42

Ja hab ich. Ich meinte aber, aus der Gruppe, mit der er gefahren ist, hat keiner gewartet.
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Im gestreckter Galopp im Norden von Lüneburg

Beitragvon eggeling » 14.01.2013, 17:04

Prima Tour bei bestem Wetter, Tee und Gebäck. Während der südliche Teil Niedersachsens nach Bekunden meiner Arbeitskollegen am Wochenende unter einer grauen Wolkendecke lag, schien in Lüneburg und Umgebung tatsächlich während der gesamten Fahrt die Sonne. Das zusammen mit der weiß gedeckten Landschaft war ein Augenschmaus. Das weckte Kräfte, und Reinhold, Anführer der zweiten Gruppe, ließ sich nicht lange lumpen, und ab ging die Post durch Feld und Flur mit viel Buchenwald.

Anfangs fuhr ich mit meinem MTB die Kurven in einem weiten Bogen, vorsichtshalber mit einem ausgeklinkten Schuh auf der Kurveninnenseite. Kurze Zeit später vertraute ich meinen Reifen, die ich extra etwas weicher aufgepumpt hatte und siehe da, prima Grip gibt Sicherheit. Gefrorene Spurrillen oder halbgefrorene, tiefe Spurrillen fragten nach ordentlichem Schwung und breitem Lenker, was der eine oder andere Crosser nicht anbieten konnte und nach dem Start zur „Eierei“ oder einem kurzen Abgang führte. An einer dieser Stellen fühlte ich mich an das Voltigieren in meiner Kindheit erinnert. Im vollen Galopp sprang der Fahrer nach leichtem Schleudern ab, holperte fluchend neben seinem Drahtesel her, um sich dann doch elegant wieder in den Sattel zu schwingen; das hätte eine Möhre extra verdient. Gott sei Dank wurde kein Kosakenhang gezeigt.

Was mir Gripp und Sicherheit verschaffte, kostete aber gegenüber den schlanken Galoppern/Crossern einige Körner mehr Kraft, so dass ich am Ende der Tour manchmal den Eindruck hatte, meine Reifen hätten einen schleichenden Plattfuß. Fakt war aber, dass ich nicht nur an den Folgen der Feiertage litt (ich habe mir eine neue Waage gekauft, die alte zeigte dummes Zeug an) und in der Pause an der Bardowicker Ilmenau-Schleuse zu viel leckeren Kuchen, Kekse und Tee zu mir genommen hatte. Ich werde einfach nicht schlauer.

Die Tour war prima und ich hoffe, dass ich an dem Sonntag im Februar, an dem die Ilmenau-Runde gefahren wird, einen Vertreter für meinen Tennistermin finde.

Bezüglich NobNob´s Berichts denke ich, dass stolk doch recht hat. Man darf sich nicht nur darauf verlassen, dass die hinten fahrenden einen gestürzten Fahrer schon aufsammeln.

Ich würde es nicht schlecht finden, wenn die Anführer und Begleiter der Gruppen an z. B. gelben Warnwesten erkennbar und dadurch eher ansprechbar wären. Wenn man sehen würde, dass in der Gruppe zwei bis drei Begleitfahrer sind, dann wäre es erlaubt und geboten, einen von diesen zu Bitten, die Situation zu klären.

eggeling

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... g%2029.JPG">
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Beitragvon Flachlandkönig » 15.01.2013, 09:03

So ihr lieben, von Helmut habe ich soeben erfahren, dass wir mit fast 50 Teilnehmern so um und bei evtl. auch über dem norddeutschen Teilnahmerekord für eine CTF-P liegen. Das freut uns natürlich ungemein, dass auch bei den etwas schwierigen Untergründen mit Schnee und gefrohrenen Spurrillen sich so viele Radsportler auf den Weg zu uns gemacht haben. Das schöne Wetter hat dann auch alle entsprechend belohnt.

Ich möchte doch noch ein Wort zu dem Verfahrer von Nobnob loswerden. Ich glaube, dass niemand verloren geht, wenn man sich richtig verhält. Nobnob selbst hat ja bestätigt, dass er seine Fähigkeiten als Indianer und Fährtensucher falsch eingeschätzt hat und sich dann bei MC Doof in Sicherheit gebracht hat, wo er später aufgelesen wurde. ':)'

Wir als Veranstalter haben in jeder Gruppe mindestens einen Guide gehabt und einen der ständig als Schlusslicht die Strecke abgefahren hat und somit jeden der auf der Strecke zurückgeblieben ist aufgelesen hätte - vorausgesetzt, es ist niemand vom Weg abgekommen.

Die Idee mit den Warnwesten ist nicht verkehrt, hätte Nobnob aber auch nicht auf den rechten Weg zurück gebracht. Besser ist es wohl, wenn jeder Teilnehmer ein Handy und eine Notrufnummer dabei hat. Wir arbeiten daran.

Alles wird gut und beim nächsten Mal noch besser.

Anmerkung Admin: Flachlandkönig hier links bei der Arbeit:

<img src="http://bilder.helmuts-fahrrad-seiten.de ... k%2028.JPG">
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Bericht von Eckart (VfL Lüneburg)

Beitragvon Flachlandkönig » 15.01.2013, 14:17

<b>Geführte ctf „Nördlich von Lüneburg“ 13.01.2013
Erlebnisbericht eines ctf-Neulings</b>

Wenn der Wecker an einem Januar-Sonntag früher als gewöhnlich klingelt, kann das nicht viele Gründe haben. Entweder rufen die Kirchenglocken oder die Vereinskollegen. Heute ist die 1. geführte CTF 2013 „Nördlich von Lüneburg“, zu der ich mal hin wollte, obwohl ich sonst nur Rennrad fahre; also sogar eine Premiere! Statt innerer Einkehr in warmer Winterkirche wähle ich den Kampf gegen die kalten äußeren Elemente und den inneren Schweinehund.

Also gut, raus aus den Federn, Jalousie hoch... Schneeflocken! Und alles weiß! Wie bitte: gestern noch Sonne und heute angeblich trocken?! Ach ja, Winter, da war noch was; hat was mit Schnee und Kälte zu tun. Denke mit Sorge an mein Minimal-Profil auf dem Trecking-Rad, bevor ich losfahre...

Auf dem Vereins-Parkplatz stehen mehrere Autos und viele fachsimpelnde MTB-Trecking-Cross-Fitnessbike-ler. Insgesamt radeln heute über vierzig Winterluftfreunde, die weitesten mit über einer Stunde Anreise. Respekt! Schöne Atmosphäre, man kennt sich, ich fühle mich sich super aufgehoben. Schnee hat aufgehört, paar Zentimeter sind immerhin zusammengekommen. Der Frost läßt den Schnee liegen. Ganz hübsch eigentlich, wird schon klappen. Mache mir Mut!

Paar erläuternde Worte vom Präsi: gute Organisation: es gibt mehrere Gruppen: Speed-Gruppe, Piano-Gruppe und mittendrin pendeln immer ein paar Ortskundige vom Verein, so dass keiner verlorengeht. Komischerweise hat es zwischendurch doch einer geschafft und wurde später bei McDonald´s aufgegabelt. Dem fehlten wohl noch ein paar Kalorien.

11:00 Uhr, Startschuss, der erste Sturz vor mir. Toll, verbremst und schon liegt die Kollegin auf der Seite. Nix passiert. Ich also gleich raus aus den Klicks und vom Parkplatz vorsichtig auf die freie Straße geschlittert. So, jetzt aber. Die ersten sind schon weg, ich bleibe hinten und suche Windschatten in der Piano-Gruppe. Ne, ne, ich habe Navi und wollte wegen meinem nicht winter-tauglichen Rad lieber mal das Schlußlicht machen.

Was jetzt kommt, ist erlebnisreich, beeindruckend, anstrengend, rutschig, kalt, schneeweiß, ruhig und in Summe einfach wunderschön: Country-Strecken durch Wald, Feld und Siedlung, Schnee soweit das Auge reicht, kein Wind, ein konzentriertes Dahinrollern ohnegleichen. Was nervt, sind die Spurrillen in den Wegen, die jetzt gefroren sind und gefährliche Rutschpisten bilden. Dann gibt’s noch tiefe Schlammrinnen und ein paar nette eisbedeckte Pfützen oder Siele. Den einen oder anderen wird’s vielleicht erwischt haben. Ich gewöhne mich dran, arbeite mit Körper, Gleichgewicht und vorausschauender Fahrweise.

Ein Wintertrack und -traum: Von Lüneburg in Richtung Heiligenthal und Reppenstedt, über die Landwehr nach Bardowick an die Ilmenauer Schleuse. Weiter auf dem wunderschönen alten Treidelweg entlang der Ilmenau an den Stadtrand Lüneburg. Wieder raus Richtung Adendorf-Erbstorf durch den Lüner Wald und Grünen-Jäger-Weg bis zum Schiffshebewerk Scharnebeck. Am Kanal Richtung Süden weiter über Ebensberg, den neuen Forst und durch die Innenstadt Lüneburg zurück zum Startpunkt. Einfach schön. So geht also CTF.

Ein besonderer Leckerbissen: an der Ilmenauer Schleuse auf Hälfte der Strecke: Stopp wegen Kuchen und heißem Zitronentee, liebevoll zubereitet und heiter dargeboten. Mindestens fünf verschiedene Sorten Kuchen plus Kraftkekse. Das ist wie eine eine RTF-Station, als ob ich schon 100 Kilometer in den Beinen hätte und das Recht auf mindestens drei Stück Kuchen. Macht nix, schmeckt einfach lecker in lockerer Atmosphäre. In Sonne und kurz kann ja jeder rumstehen, Iso-Drink schlabbern und Nutella-Rosinenbrot futtern.

Nach Rast und artigem Dankeschön gings dann mit Piano-Zitronentee-Gruppe ganz piano in die zweite Etappe bis zum Schluß. Hier nochmal Kaffee und Schokoriegel im Vereinsstudio, kurze Gespräche über Strecke, Wetter, Technik, Klamotten, Heldentum..., man kennt das und sich. Auch die Speed-Gruppe hat einiges zu erzählen; die waren wohl kurz davor, uns nochmal zu überrunden, Höllentempo im Gelände; naja, vielleicht nächstes Jahr. Kurz aufwärmen und ab in die Arme der Familie und an den heimischen hochkalorigen Herd oder in die dampfende Badewanne.

Sogar die Sonne hat es geschafft. In der zweiten Hälfte schien sie durchgehend und hat eine Bilderbuch-Landschaft gezaubert. Blauer Himmel, weiß-glitzernde Schneeflächen und Wege, pure Winterfreude, obwohl ich kein Fan von bin.

Mein Fazit: Schade, dass ich jetzt erst angefangen habe mit CTF; gut, dass ich mir jetzt Gedanken um ein Mountainbike machen muß und schön, dass ich die Truppe bald wieder sehe (2. geführte CTF Lüneburg „An der Ilmenau“ am 24. Februar 2013.). Ihr habt mich wohl überzeugt. Schnell noch die Basics: Ich habe 42 km auf dem Tacho, einen Schnitt von 18 km/h, insgesamt 2,5 Stunden Fahrzeit, ein Maximum von 33 km/h (wo hab´ ich die denn her?), 200 Höhenmeter, minus 1,8°C, 1.393 kcal verbrannt. Werde ich doch wohl mit dem Kuchen wieder reingeholt haben? Klamottenwahl i.O.: keine erfrorenen Gliedmaßen oder übermäßiges Schwitzen. Alles richtig gemacht.

Herzliches Dankeschön: an die Organisatoren, die Streckentester, die Guids, die Kuchenbäcker-, Teekocher-, Pausenbereiter-Innen; Jungs und Mädels, das habt ihr Klasse gemacht. Und Danke an meinen Pastor: der ist auch Radler und wird uns wohl trotz meines leeren Kirchenstuhls heute mit seinen Beziehungen das schöne Wetter geschickt haben. Vielleicht klappts auch beim nächsten Mal.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 16.01.2013, 00:50

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Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.

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