14.TrengaDe MTB Marathon Clausthal-Zellerfeld '11 (Ber.+B.)

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Ulrike
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14.TrengaDe MTB Marathon Clausthal-Zellerfeld '11 (Ber.+B.)

Beitragvon Ulrike » 29.06.2011, 13:28

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Photo von Petra Junge

<b>14.TrengaDe MTB Marathon 2012 in Clausthal-Zellerfeld
Plötzlich war die Strecke keine Strecke mehr</b>


Der dritte Lauf des Harzer MTB-Cups am 29. Mai sorgte schon im Vorwege für viel Kopfzerbrechen. Mein urspünglicher Plan war, mich unter den Top Ten der Cup-Gesamtwertung zu platzieren, was angesichts der wenigen teilnehmenden Frauen durch reine Fleißarbeit zu bewerkstelligen ist. Es reicht dafür, konsequent bei allen 5 Veranstaltungen auf der Mittelstrecke durchzukommen, wobei das schlechteste Einzelergebnis gestrichen wird. In die Wertung kommen bei jedem Lauf die 25 Besten, bei ca. 3 -5 Frauen auf der Langstrecke und ca. 6 - 10 auf der Mittelstrecke ein Selbstgänger, damit auf Dauer auch etwas langweilig und ein Grund, auf die Top Five zu schielen. Dafür reichten angesichts der hochkarätigen Konkurrenz die 2-Runden-Mittelstrecken-Punkte aber nicht mehr aus, also musste ein Versuch mit der 3-Runden-Langstrecke gestartet werden.

Nach den Erfahrungen in Bad Harzburg und Altenau und dem großzügigen Rundendurchlaufschluss für den Zugang auf die 3. Runde erschien das gerade noch machbar. In der Ausschreibung hieß es:

"Das älteste Harzer Mountainbike-Rennen bietet eine technisch eher einfache, konditionell aber mittel- bis schwere Strecke. Der Parcours auf Forststraßen und einigen Singletrails ist gut markiert und führt durch die eindrucksvolle Oberharzer Landschaft."

Größere Schwierigkeiten waren nicht zu erwarten. Die 34 km-Runde hatte 780 hm, mit 22,9 hm/km für Harzer Verhältnisse moderat. Kurzentschlossen meldeten Konkursus und ich auf die Langstrecke um, was problemlos möglich war. Bei herrlichem Sommerwetter trafen wir beim Veranstaltungsgelände am Alten Bahnhof ein mit ausreichend Parkplätzen in unmittelbarer Nähe des Starts.

Nach dem Startschuss zählte nur noch 13:30, der Cut Off für die Rundendurchfahrt. Es ging gut voran bis zur ersten und zum Glück einzigen steileren Abfahrt, wo wir uns nach Begutachtung der Lage mal wieder für das Schieben entschieden.

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Photo von Nicole Eversmann

Das machte hier nicht viel aus, weil sich unten durch eine Engstelle an einer Brücke sowieso ein Stau gebildet hatte.

Wie versprochen, war die Strecke landschaftlich sehr schön, zumal der Harz in voller Blüte stand.

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Photo von Petra Junge

Nur war diese Landschaft leider auch von vielen kleinen gemeinen steilen und steinigen Rampen geprägt, die so einige Teilnehmer zum Absteigen zwangen. Der Lohn für diese Mühen war dann die Einfahrt in den Zielbereich, mit Vollgas einen Radweg bergab, über einen kleinen Abhang und schon war man da, nach der anspruchsvollen Trial-Passage von Altenau ungewohnt einfach.

Nachdem in der zweiten Runde der Streckenverlauf klar war, ging es viel besser und im Gegensatz zu Altenau verlor ich auch nicht den Kontakt zum Ende des Feldes. Das motiviert zum "Dranbleiben" und Tempo halten und so konnte ich den Rundendurchfahrtschluss locker einhalten und hatte sogar noch genug Zeit für einen Stopp bei der Verpflegungsstation.

Frisch gestärkt und fast euphorisch trat ich die dritte Runde an, nun aber allein, da meine bisherigen Mitstreiter es bei zwei Runden belassen hatten. Alles lief hervorragend, bis ich mich plötzlich an einer Asphaltstraße wiederfand, die definitiv nicht zur Strecke gehörte. Hatte ich irgendwo geschlafen? Also zurück und besser aufpassen. Ach ja, hier gings hoch. Tückische Stelle, hier waren schon am Anfang einige geradeaus weitergefahren. Wieder auf dem richtigen Weg kam ich dann doch etwas ins Grübeln. Irgendetwas war komisch. Klar, es war kein einziger Streckenposten mehr zu sehen. Naja, die hatten wohl keine Lust mehr, auf einzelne Nachzügler zu warten. Wäre ja nicht das erste Mal, dass ich so etwas erlebe. Und in der dritten Runde sind sie auch nicht mehr wirklich nötig. Weiter ging's, bis ich mitten im tiefsten Wald an einer Trail-Kreuzung stand und sich langsam eine erschreckende Erkenntnis den Weg ins Bewusstsein bahnte: Nicht nur die Streckenposten fehlten, sondern auch die Schilder.

Was war passiert? Wie soll ich ohne Karte und Navi den Weg finden? Zum Glück hatte ich wenigstens das Handy dabei. Es stellte sich heraus, dass durch ein Missverständnis das Besenquad zum Abschildern eine halbe Stunde zu früh losgefahren war. Ohne Schilder hatten nicht einmal die Einheimischen eine Chance, den richtigen Weg zu finden. Und so gab es für mich eine spezielle Schlussrunde mit Orientierungszusatz. Irgendwann traf ich auf die Ausschilderung für Wanderer und konnte so la la den Weg nach Clausthal zurückfinden.

Im Ziel wurde ich schon von Daniel vom WSV erwartet, der sich diese Panne sehr zu Herzen nahm. Es war ein schwerer Unfall, der für so viel Hektik und Durcheinander gesorgt hatte. Die Verletzten am Abhang und die Sanitäter mit der Trage hatte ich unterwegs noch gesehen, aber sofort verdrängt, um mich nicht unnötig nervös zu machen. Nun war ich froh und dankbar, selbst mit heilen Knochen zurück zu sein, und wollte mich nicht mehr über den bei Sport-Ident gespeicherten grandiosen Schnitt von 3,46 km/h ärgern. So ist eben die EDV. Chaos ist nicht eingeplant.

Damit ist aber auch klar, dass es ein Wiedersehen gibt, um die drei Runden noch einmal auf regulärem Wege durchzufahren. Selbstredend werde ich bei solch engagierten Veranstaltern und einer so schönen Strecke gerne wiederkommen.

Und ich hoffe sehr, dass es den Verletzten inzwischen wieder gut geht.

Hier befinden sich die vollständigen Alben von Petra Junge https://picasaweb.google.com/jungepetra ... rathon2011# und Nicole Eversmann https://picasaweb.google.com/1024732423 ... BClausthal

Ulrike

P.S. Es gab noch ein Nachspiel. Einige Wochen nach dem Rennen lag ein Brief bei mir im Kasten. Absender WSV. Als "kleine Entschädigung" bekam ich einen Freistart-Gutschein für den Bike-Marathon Arnstadt. Vielen Dank dafür!!! Es ist schon erstaunlich, wo einen das Schicksal so hintreibt.
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Beitragvon VeloC » 02.07.2011, 14:22

Danke für den spannenden Bericht, und herzlichen Glückwunsch zum tapferen Durchschlagen!

Warst du eigentlich die einzige Herumirrende, oder hat das noch mehr Fahrer erwischt?

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