32. Kyffhäuser Berglauf 2010 - MTB-Rennen (Bericht + Bilder)

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32. Kyffhäuser Berglauf 2010 - MTB-Rennen (Bericht + Bilder)

Beitragvon Bergfloh » 15.04.2010, 12:21

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Am vergangenen Wochenende starteten wir, das sind Dennis, Thomas und ich, bei unserem ersten MTB-Rennen in Bad Frankenhausen. Das Rennen fand am Samstag im Rahmen des traditionellen Kyffhäuser Berglaufes statt. Die längjährige Erfahrung merkte man deutlich an der hervorragenden Organisation und Durchführung der Veranstaltung.

Wir hatten zwei Übernachtungen in der "Alten Hämmelei" gebucht, die sich nur wenige hundert Meter von Start-/Zielbereich entfernt befindet. Wir waren dort sehr gut untergebracht und können die "Alte Hämmelei" nur empfehlen.

Nach unser Ankunft am frühen Freitagnachmittag wollten wir uns mit dem Gelände vertraut machen und fuhren mit unseren Bikes Richtung Kyffhäuserdenkmal. "In Richtung" - ihr ahnt es schon. Das Ziel erreichten wir nicht. Mir riss die Kette. :mad: Glücklicherweise hatte ich einen Kettennieter dabei und konnte den Schaden gleich beheben. So schauten wir erst beim Rennen und anschließend in Ruhe mit dem Auto bei Barbarossa und Kaiser Willem vorbei.

Der Startschuss zum Rennen sollte am Samstag um 8 Uhr fallen. Wir waren unter den ersten 30, die meldeten. Eine Woche vor dem Rennen standen gut 230 Teilnehmer auf der Liste. Wir waren überwältigt, als es dann mit über 400 Bikern losging. :D

Vor der fordernden Steigung zum Fernsehturm ging es zunächst 10 km über asphaltierte Straßen. Danach über Schotterpisten und Single Trails mit teilweise tiefen Rinnen. Wie im Rausch ballerte ich mit meinem Fully auch die ärgsten Abschnitte hinab. Als Höchstgeschwindigkeit zeigte mein Tacho nachher 55 km/h an. Wahnsinn!

Wir drei (und soweit ich das mitbekommen habe auch alle anderen) kamen glücklich ins Ziel und beschlossen gleich, im nächsten Jahr wieder mitzufahren. Tja und nun standen wir da, Samstagmorgen kurz nach 10 Uhr und fragten uns: Was nun? Wir hatten noch eine Nacht gebucht. :oops:

Nach Biken stand zumindest Thomas und mir nicht der Sinn. Also fuhren wir mit dem Auto Barbarossa besuchen, machten anschließend ein Nickerchen und gingen am Abend ins rappelvolle Festzelt. Die Band war super. Die heizte dem Publikum richtig ein! - Aber im nächsten Jahr buche ich möglichst nur eine Übernachtung.

Ich habe die Rennstrecke aufgezeichnet und Fotos gemacht, die die tolle Atmosphäre gut einfangen. Zahlreiche Fotos vom Start und alle vom Rennen stammen von der Veranstaltungs-WebSite.

Die Auebiker, "Barbarossas Landplage", wie sie sich nennen, stellten mit 15 Fahrern das stärkste Team. Sie schickten uns im Vorfeld einen GPS-Track von der Gegend. Danke nochmal. Auf der Auebiker WebSite gibt es weitere Fotos und vor allem Videos!

Bist Du im nächsten Jahr, beim 33. Kyffhäuser Berglauf am 9. April 2011, auch dabei? ;-)
Zuletzt geändert von Bergfloh am 16.04.2010, 12:02, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße
Ralf

siehe auch: www.rsc-harsefeld.de
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Beitragvon Bergfloh » 15.04.2010, 16:37

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Volker Portner aus Sangerhausen schrieb:

Am Start um 8:00 Uhr war es noch recht kühl, leicht windig, aber die Strecke war trocken und in einem guten Zustand. Mit 430 Teilnehmer war das Feld so groß, wie nie. Durch Baumaßnahmen war 300 m nach dem Start ein Engpass, es gingen nur drei Bikes nebeneinander daran vorbei, Unfall – und Gefahrenstelle. Aus diesem Grund wurde der scharfe Start erst in der Rottlebener Strasse vollzogen, die Zeit aber am Start an der Therme genommen. Es ist verständlich, dass es deshalb gleich von Anfang an zur Sache ging, trotz der Warnung vor dem Engpass, aber es lief glaube ich alles ohne Unfall ab.

Das Kopfsteinpflaster auf dem Feldweg vor der Barbarossahöhle ist für mich immer wieder Gefahrenherd Nummer eins. Durch das hohe Tempo sehe ich Senken oder größere Steine ziemlich spät, ein Ausweichen ist auf Grund der Nachfolgenden auch nicht immer möglich. Einige Trinkflaschen hatten sich hier bereits aus den Halterungen verabschiedet, es sollten aber nicht die letzten gewesen sein.

Ab der Höhle hatten wir leichten Gegenwind, ich suchte mir eine größere Gruppe und fuhr im Windschatten einfach mit, in meinem Alter ist es erlaubt. Einige Passagen wurden in einem ordentlichem Tempo zurückgelegt, trotzdem fühlte ich mich am Hüfler noch recht gut und überholte einige Fahrer.

An der ersten Steigung im Wald gab es einen Stau, man musste sich gedulden und in die Schlange einreihen. Auf der folgenden Geraden löste sich das Gedränge und alle suchten ihren Rhythmus zu fahren. Bei der 10% Steigung schaltete ich falsch und schon war die Kette hinten unten, nun konnte ich den Rest des Berges nur noch schieben. War aber nicht der einzige, trotzdem bin ich nicht stolz auf mich, musste später den Verlust an Zeit einfach aufholen.

Durch meine Streckenkenntnisse hatte ich vor dem steilen Stück nach der scharfen Linkskurve rechtzeitig eine günstige Bergübersetzung gewählt, bei weiterem Schalten sprang die Kette erneut vom hinteren Ritzel. Es war ärgerlich, aber nicht zu ändern, Kopf hoch und weiter gefahren.

Ich hatte hier bereits ein ungutes Gefühl, mein Bike lief nicht mehr rund, es ging schwerer als gewohnt. Trotz allem erreichte ich den Parkplatz am Fernsehturm nach 55 Minuten, hier hatten die Veranstalter eine kleine zusätzliche Schleife eingebaut, um auf die 42 km zu kommen. Auf dem schmalen Weg zur Straßenüberfahrt patzte ein Fahrer, aber konnte größeren Schaden verhindern und ich nahm lieber meinen Fuß aus der Klickvorrichtung.

Die Abfahrt zur Rothenburg ist gut zu bewältigen, aber auf die Schlaglöcher sollte man achten. Der Weg zum Hotel am Kyffhäuser war geschoben worden, nur einige feuchte Stellen galt es zu passieren.

Vor mir hatte sich ein größeres Loch aufgetan, ich sah lange keine Mitfahrer, erst am Hotel konnte ich wieder aufschließen. Der Anstieg zum Denkmal bereitete mir keine Schwierigkeiten, konnte dort sogar einige Plätze gut machen. Oben angekommen schnell noch den Stempel auf dem Transponder abgeholt und in rasender Fahrt ging es wieder talwärts. Die Querrinnen warfen einen fast aus dem Sattel, mehrere Trinkflaschen hatten sich auch nicht halten können, aber es gab ja noch genügend Verpflegungspunkte.

Der schmale Pfad um das gesamte Denkmal herum schüttelte mich erneut stark durch und meine Hände und Schultern schmerzten. Vor der Abfahrt ins Wollwedetal lies ich noch drei bessere Abfahrer an mir vorbei, bin mehr auf Sicherheit bedacht und kein Draufgänger. Mehrere Wurzeln, knapp am Weg abgeschnittene umgestürzte Bäume und der steile Abhang am Ende, ließen dieses Stück zum Abenteuer werden.

Nach einer Abfahrt folgt auch meistens ein Anstieg, er war hier bestimmt ein Kilometer oder länger. Es ging später links in den Wald hinein, ich fuhr auf einem langsameren auf, ein Überholen war hier aber nicht möglich. So nutzte ich die Zeit um ordentlich durchzuatmen und bei einer günstigen Gelegenheit fuhr ich vorbei.

Erneut war vor mir kein Fahrer zu sehen, sollten die alle so viel besser sein als ich? Tempo erhöht und endlich am Ententeich hatte ich die vor gefahrene Gruppe wieder in Sichtweite. Die Verpflegungsstelle in der Kurve lies ich auch aus und konzentrierte mich auf die Senke und den folgenden Anstieg zum Rennweg hinauf. Genügend Schwung hatte ich, der Gang stimmte, aber plötzlich ein starkes Geräusch. Rechtzeitig kam ich noch aus den Pedalen und sah den Schaden, das Schaltauge war gebrochen und die gesamte Schaltung hing lose in der Kette.

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Das Rennen war für mich gelaufen, umso ärgerlicher, das Wetter war prima und ich lag gut in der Zeit. Der Inhaber von Rad & Sport in Sondershausen, Sportsfreund Hans-Jo. Böttner, war an dieser Stelle, fotografierte und hatte auch den „Besenwagen“ in der Nähe. Auch er tröstete mich, sprach von Pech. Ein anderer Biker war gestürzt und hatte sich den Arm gebrochen, da ging es mir ja noch richtig gut. Trotzdem bin ich traurig, ein Jahr trainiert und dann dieses Malheur.

Nun wird weiter trainiert und am 09.04.2011 beim 33. KBL–MB bin ich bestimmt wieder dabei.

Ein trauriger Volker Portner

Sieger wurde Michael Schuchard (Jahrgang 1983) in 1:24:53,4. Super Leistung: Mit 78 Jahren topfit, Konrad Körbis (Jahrgang 1932) in 1:55:35,5.
Zuletzt geändert von Bergfloh am 10.04.2012, 14:48, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße
Ralf

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Beitragvon Hanseaticer » 15.04.2010, 16:44

Vielen Dank für diese Einblicke !

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