7. Lauf WWBT 2016 Soest-Möhnesee

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Sonne_Wolken
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7. Lauf WWBT 2016 Soest-Möhnesee

Beitragvon Sonne_Wolken » 14.02.2016, 21:09

Auch wenn ich noch geschockt bin von Helmuts Tod, möchte ich doch durch meine Berichte dazu beitragen das Helmuts Seite weiter lebt.
Deshalb hier mein Bericht zur CTF am Möhnesee.

Eine Runde um den See klingt eigentlich zu harmlos für die heutige CTF. Nachdem der Wetterbericht noch Morgens von Schneefall und Temperaturen um die null Grad sprach, empfing mich in Möhnesee-Günne Regen und drei Grad plus. Irgendwie kam mir dieses Wetter bekannt vor. Na ja. Ich parkte das Auto am Möhnesee und fuhr mit dem Rad hoch zum Schützenhaus. Anmeldeformalitäten erledigen und noch ein Schwätzchen halten, und dann begab ich mich zum Start. Hier war schon richtiges Gedränge. Einige hatten es anscheinend eilig. Ich nicht. Ich machte zunächst ein paar Fotos und wartete bis sich die Lage beruhigt hatte, bevor ich selber auf der 49 km Route startete.
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Nach kurzer Zeit kam schon eine längere Steigung. Das mochten meine Muskeln gar nicht und traten in den Bummelstreik. Mit anderen Worten, ich liess es langsam angehen. Es ging über Felder nach Nierense und ich gewöhnte mich an den Nieselregen und den Matsch. Nach kurzer Zeit waren Bully mein MTB, und ich richtig schön dreckig, wie es sich gehört. Nach Höingen, am Rande von Neheim kam kurz vor der 1. Kontrolle ein kleiner aber feiner Singletrail der schliesslich steil abwärts über glitschige Felsen und Wurzeln auf eine schmale Holzbrücke führte.
Hier positionierte ich mich um ein paar Fotos zu schiessen.
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Danach kam direkt die Kontrolle die schon gut besucht war.
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Für die Schleckermäuler, zu denen ich mich auch zähle, gab es sogar kleine Haselnusstörtchen die vorzüglich mundeten und guten Absatz fanden.
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Nach der Kontrolle führte uns die Route durch ein grosses Waldgebiet mit ständigem auf und ab. Teilweise kann man immer noch die Schäden sehen, die durch Kyrill 2007 verursacht wurde. Ganze Lichtungen mit abgeknickten Bäumen hat der Orkan hinterlassen. Das dauert bestimmt noch Jahrzehnte bis alles wieder aufgeforstet ist.
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Nach ein paar Kilometern wurde ich aber noch mit einem anderen Schaden konfrontiert. Einem Biker hatte es das Schaltwerk abgerissen. Ein anderer Biker versuchte schon zu helfen, kam aber nicht weiter. Da ich werkzeugmässig gut ausgerüstet war, konnten wir schon mal das kaputte Schaltwerk entfernen, nachdem klar war das da nichts mehr zu machen war. Ich kam dann auf die Idee aus dem Mountainbike ein Singelspeed Rad zu machen. Wir legten die Kette vorne aufs kleine Kettenblatt und hinten aufs kleine Ritzel und kürzten sie entsprechend. Da die Kette so nicht gespannt werden konnte, zwangen wir sie mit sanfter Gewalt aufs zweit kleinste Ritzel. Jetzt hatte die Kette so viel Spannung das sie nicht mehr absprang. Der Fahrer konnte, wenn auch bergauf mit etwas Mühe, seine Fahrt fortsetzen.

Die zweite Kontrolle war ohne Verpflegung und fand mitten im Wald statt. Trotz des Wetter erwartete uns ein gut gelauntes Team. Weiter ging es bis wir endlich auf den Möhnesee stiessen. Auf dem Weg am See stand eine Gruppe von Bikern und unterhielt sich. Da vor mir alle nach links abbogen folgte ich einfach, verlor sie aber aus den Augen als ich für einen Fotostopp anhielt.
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Nach einigen Kilometern führte die Strecke vom See weg, was mir komisch vor kam. Das sah auf der Karte anders aus. Sicherheitshalber hielt ich an und wartete bis sich andere Teilnehmer näherten. Diese bestätigten meine Befürchtung das ich die Streckenteilung verpasst hatte und mich auf der 33 km Route befand. Also fuhr ich die ganzen Kilometer zurück und fand jetzt auch die Streckenteilung, vor der vorher die Biker gestanden hatten. Jetzt ging es immer am See entlang und schliesslich auf einer Brücke hinüber. Dann einige Kilometer durch den Wald zur 3. Kontrolle. Hier traf ich noch Ralf, der aufgrund des vielen Matsches Probleme mit der Schaltung hinten hatte, aber noch ein paar Gänge schalten konnte. Er wollte dann auf dem kürzesten Weg zurück zum Ziel.
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Ich wählte die längere aber selbst bei Regen schöne Strecke entlang des Sees. Man sagt uns Dortmundern ja ein Faible für den Möhnesee nach. In der Tat ist er für uns am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel.
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Immer entlang des Sees erreichte ich schliesslich das Ziel in Möhnesee-Günne. Nach dem Abmelden und Herrichten meines Äusseren, bekam Bully seine verdiente Kärcherdusche. Danach gab es Kaffee und Kuchen, ein richtiges Ritual mittlerweile. Und natürlich wurde noch eine Weile gequatscht, bevor ich mit den Letzten das Schützenhaus verliess.

Das Wetter war wie üblich, kann man schon sagen. Die Strecke war schön, aber zumindest auf den 49 km nicht so anspruchsvoll, wenn man von dem Singletrail vor der 1. Kontrolle absieht. Landschaftlich bot die Tour mit Feldern, Wäldern und dem See Abwechslung. 560 Teilnehmer nahmen die insgesamt 6 Strecken unter die Räder. Angesichts des Wetters sicher noch gut.

Ein bisschen Traurig macht es mich das die WWBT bereits in zwei Wochen zu Ende geht. Noch trauriger bin ich das ich nächste Woche in Neuenrade nicht starten kann, da mich private Verpflichtungen davon abhalten.
Ich wünsche allen Teilnehmern nächsten Sonntag eine tolle Tour und keine Defekte.
Hoffe das ich viele in zwei Wochen in Iserlohn wieder sehe.
LG Jennifer

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Slowfish
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Beitragvon Slowfish » 15.02.2016, 08:51

Liebe Jennifer,

ein schöner Bericht.

Ich finde auch, dass es sehr wichtig ist, dass diese Seite in Helmuts Sinn weitergeführt wird.

Danke Dir!

Marion
Der liebe Gott erschuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt...
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Beitragvon Albert Ulbricht » 15.02.2016, 19:17

Hallo Jennifer,
wie erwartet ein sehr schöner Bericht von Dir mich begeistert vor allem ,das Du die Ruhe hast Schöne Fotos vom Geschehen zu machen.
Auch bin ich erstaunt was Du so alles als Mechaniker drauf hast wo Du fährst fährt man sicher.
Ich bin Sonntag in Hamburg gefahren.
Ich denke es ist richtig wenn wir unsere Berichte weiterhin verfassen.

VG Albert
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Beitragvon Sonne_Wolken » 15.02.2016, 22:35

Danke euch Beiden. Es macht mir echt Freude über die Events zu berichten. Vielleicht animiert das ja auch ein paar Leute ebenfalls RTF, CTF oder Brevets zu fahren und vielleicht darüber zu berichten (so ging es mir selber bei den Brevets).

Die Zeit für die Fotos nehme ich mir. Dafür gehöre ich meistens mit zu den Letzten die ins Ziel kommen. :)

Ich habe bereits vor längerer Zeit mit dem Schrauben angefangen. Mittlerweile habe ich einiges an Erfahrungen gesammelt und auch gerade unterwegs gelernt zu improvisieren. Für mich ist es schlimm abbrechen zu müssen und nicht ins Ziel zu kommen. Deshalb versuche ich immer alles um Defekte zu beheben, auch bei Anderen. Freue mich einfach wenn ich Jemanden helfen kann, der es gerade braucht.
LG Jennifer

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