Zu wenig Radwanderer auf RTF?

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radfreunde
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Beitragvon radfreunde » 07.09.2015, 11:10

Helmut hat geschrieben:Schade fand ich, dass keine Radwanderer aus Hamburg oder Schleswig-Holstein an den Start kamen. Eine 45 km lange Radtour nach Büttenwarder ließe sich bestens propagieren. Das ist nicht Aufgabe der St. Paulianer, sondern der Verbände. Die sind in Sachen Radwandern in der Region anscheinend leider schwach aufgestellt.

Die RTF-Szene im Norden ist mir ohnehin zu sehr auf „Leistung“ ausgerichtet. Es trauen sich leider viel zu wenige Leute an den Start, die auf „Genießen“ setzen und deshalb nicht mit dem Rennrad fahrend auf das Hinterrad ihres Vordermanns starren.

Das geht nicht gegen die „Racer“! Denen gönne ich ihren Spaß mit einem Schnitt > 40 km/h durch die Gegend zu brettern von Herzen. Die würden sich an Leuten mit einem Schnitt < 20 km/h sicherlich auch nicht stören. Leider hab ich davon niemanden erspähen können.
Lieber Helmut,

ich glaube, dass du diese "Szene" nicht gut kennst. ;) Gerade der Norden ist eine Radwanderhochburg.

Erstens ist das Radwandern etwas anderes als nur 45 km mit einem Schnitt von unter 20 km/h durch die Gegend zu fahren. Da unterschätzt du die Leistungen aber gewaltig. Es ist nur eine andere Art der Ausfahrt. Siehe zum Beispiel

http://www.radsport-sh.de/news/details/ ... derer.html

Man fährt gemeinsam, in Gruppen, ohne den Drang zu überholen oder sonst schneller zu sein. Zwischendurch wird etwas besichtigt oder zu einem Kaffee mit Kuchen eingekehrt. Aber besser ist das Radwandern hier erklärt:

http://www.radsport-sh.de/radsport/radw ... ionen.html

Die Radwanderer haben auch ein volles Programm, bei denen es gilt Punkte zu sammeln, die in jedem Jahr auch gewürdigt werden

http://www.radsport-sh.de/radsport/radw ... aison.html

Alles das geschieht in den Verbands- und und Vereinsstrukturen, das Internet ist nicht das Maß aller Dinge, aber alle Informationen gibt es im Netz.

Es ist ja nett, dass du der Meinung bist, dass sich die RTF Fahrer, die einen Schnitt von >40 fahren (was meiner unbedeutenden Meinung maßlos übertrieben ist), nicht an den <20 Fahrern stören würden. Aber vielleicht ist es umgekehrt, dass sich einige der Schnellen (oder die sich dafür halten) auch gegenüber anderen Teilnehmern nicht zu benehmen wissen. Eine RTF ist kein Rennen, auch wenn einige Teilnehmer dies meinen. Wer tatsächlich in einem Rennen >40 fährt hätte am Sonntag in Volksdorf starten sollen, da war eines der viel zu seltenen Rennen in Hamburg.

Ich habe bei dir auch noch nie einen Bericht von Radwanderern gesehen, kannst ja sie ja mal besuchen.

http://www.radsport-sh.de/fileadmin/bil ... RaWaWo.pdf

Das letzte Treffen auf Fehmarn war nach 2 Wochen schon hotelmäßig ausgebucht.

Bis demnächst in Uetersen

wilf
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WalterH
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Beitragvon WalterH » 07.09.2015, 15:59

Ein paar Anmerkungen von mir als Neuling (also quasi etwas aussenstehend, daher vielleicht auch interessant) zu dem was gesagt wurde:

Ich (55) bin ja in diesem Jahr überhaupt erst angefangen, das Radfahren etwas sportlicher zu geniessen. Habe nun in kürzester Zeit 4 RTF absoluviert (2 kurz, 2 eine Nummer länger). Nebenbei bin ich die Cyclassics auf der Westschleife gefahren und habe an 2 Trainings der Safer Cycling Truppe Grundlagen des Gruppenfahrens beigebracht bekommen.

Das Format der RTFs finde ich ausgesprochen gut: Tolle Strecken, 3-4 Streckenoptionen, super organisiert, nette Menschen, sportlich ausgerichtet, ohne dass da gleich Sieger ermittelt werden (müssen) - jede/r nimmt sich seine Zeit bei Bedarf eben selbst. In meinem privaten Umfeld habe ich jedoch niemanden, der diese Veranstaltungen mitfahren würde. Da gehts dann tatsächlich "nur" um gelegentliche Ausflüge mit dem Tourer. Die angesprochenen Radwanderveranstaltungen sind (noch) nichts für mich.

Mein "Problem": Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass auf den RTF fast ausschliesslich gut bis sehr gut trainierte Leute unterwegs sind, an deren Leistung ich einfach sind rankomme. Auch nicht rankommen werde. Was bislang zur Folge hatte, dass ich bei diesen 4 Veranstaltungen zu schätzungsweise 80-90 % alleine gefahren bin. Hat mich nicht gestört, allerdings möchte ich das natürlich in Zukunft etwas verändern. Zu einem 28/30er Schnitt wird es allerdings nicht reichen, muss auch nicht.

Bei der Cyclassics hatte ich einen von 28,2 aber die Gründe sind ja bekannt. Da traue ich mir für nächstes Jahr auch durchaus einen von 30 zu, müsste halt das (Köster-)Bergfahren etwas trainieren.

Eine RTF sehe ich für mich als ideale Mischung aus Genuss an der Fahrt (Landschaft etc.) und sportlichen Reiz. Und den sehe ich meinem Fall so bei 25/26 km/h optimal vorhanden. Nur habe ich bislang eben nicht eine Gruppe gefunden, die so auf diesem Level eine komplette 55er/75er-Strecke fährt. Da zieht ständig alles an einem vorbei und ich kann nicht mithalten. Das für mich (zu hohe) Tempo und der Spaß ist denen absolut zu wünschen und zu gönnen, wie Helmut bereits richtig erwähnte.

Ich hoffe für mich, den Spaß an der Sache deswegen für die nächste Saison nicht zu verlieren. Etwas steigern muss sein und werde ich auch schaffen. Werde aber eben sicher nicht an der 30 im Schnitt kratzen können und wollen. Habe einigen Leuten Fotos von RTF gezeigt und die sind erst mal "verschreckt". "Ohje, da fahren ja nur Cracks wie man sieht...."

Den "Breitensportcharakter" sehe ich (trotz hohem Spaßfaktor meinerseits) eben auch nicht. Es sei denn, dieser Begriff müsste umdefiniert werden.

Das vielleicht mal aus meiner bescheidenen Sicht als Rookie.
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Gruppen mit langsameren Tempo

Beitragvon Fernhusumerin » 07.09.2015, 18:12

...ich gebe WalterH recht, bei den Fahrern mit etwas langsameren Tempo kommen seltener Gruppen zusammen. Für mich sind die meisten Gruppen eben auch zu schnell, wobei ich mich ja meistens auf die 110 km Strecke begebe und da ist die Gruppe von Fahren mit Geschwindigkeiten von unter 28 km/h auch nicht mehr groß.

Aber ein paar sind da meistens immer noch an den Depots... da muss man vielleicht einfach mal nen Moment warten und auch Leute ansprechen. Wenn man viel RTF fährt, kennt man nach einiger Zeit aber schon die Gesichter der Leute, die das gleiche Tempo fahren... und irgendwer ist eigentlich immer da. Es gehört natürlich auch die Bereitschaft dazu, das Tempo ein wenig anzupassen, am Berg mal kurz zu warten und diese Bereitschaft ist leider auch bei den RTF´s nicht allzu oft vorhanden.

In einigen Vereinen gilt es jedoch: wenn man zusammen losfährt, kommt man auch zusammen an... wenn es zu schnell wird, wird ein kurzes "Kürzer" gerufen (Am Besten von dem, der neben dem fährt, der Schwierigkeiten hat) und dann passt sich die Gruppe an (oder macht zwei Grüppchenaus der Gruppe). Auf einer RTF mit Fremden wird sich dieses Miteinanander aber wohl schwer durchsetzen.
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Beitragvon Deichfahrer » 07.09.2015, 19:35

Wieder interessantes Thema zum Tempofahren bei den RTF. Ich bin schon länger dabei und auch bei mir war der Anfang schwierig gewesen. Viele Erfahrungen wurden gesammelt, besonders Dänemark hat mich sehr weit im Radsport entwickelt, nicht zu vergessen meine Berge. Dadurch entwickelt sich eine ganz andere Kraftübertragung beim Kurbeln. Somit fährt man im Training oder RTF automatisch schneller unterwegs.

Zum Beispiel bei der Kaperfahrt mit dem extremen Wind war es sehr problematisch, nach Mölln ging es mit dem Wind, leider ging es aber auch zurück nach Barsbüttel gegen den Wind, 10 km Gegenwind war schon heftig und dann wurde ich von einer schnellen Gruppe eingeholt. Dadurch war der Spassfaktor wieder gestiegen, um voran zu kommen und dafür nehme ich es in Kauf dieses berühmte Tempobolzen mit zu machen. Natürlich übernehme ich auch gerne die Lokomotive in einer schnellen Gruppe.

Aus meiner Sicht ist es normal, bei den RTF auf schnelle oder langsame Fahrer zu treffen, schaut euch die Langstrecken- oder Kurzstreckenfahrer an, diese haben ihren Spassfaktor auf den betreffenden Strecken, wozu sie Lust haben. Helmut oder bs machen Fotos für uns, dafür sind sie gemütlich unterwegs. Jeder entscheidet für sich selbst, wozu sein Spassfaktor steht.

;-) ;-)
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Beitragvon Helmut » 07.09.2015, 20:37

radfreunde hat geschrieben:ich glaube, dass du diese "Szene" nicht gut kennst.
Stimmt.
radfreunde hat geschrieben:Gerade der Norden ist eine Radwanderhochburg.
M. W. liegt diese Hochburg allerdings weiter oben im Norden, nicht im Raum Hamburg. Hier sind Veranstaltungen für Radwanderer eine Domäne des ADFC.

Dass man RTF und Radwandern durchaus kombinieren kann, zeigen m. E. die Bundes-Radsport-Treffen. Ich meine, es war eine Dame aus Hessen, die mir in Boltenhagen erzählte, dass bei ihr daheim Tourenradfahrer bei einer RTF stark vertreten sind, die bei uns ja schon etwas exotisch aussehen, was sie eigentlich gar nicht sind.
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Bundes-Radsport-Treffen

Beitragvon RGH-Admin » 07.09.2015, 21:24

Was das Bundes-Radsport-Treffen anbelangt, sollte man wissen, dass dies ursprünglich eine Veranstaltung der Radwanderer war und die RTF'ler diese quasi gekapert haben. Läuft diese Diskussion deshalb unter Kaperfahrt? :cool: Weitere Infos hier:

http://breitensport.rad-net.de/breitens ... effen.html

Was das Fahrverhalten bei RTF's anbelangt, habe ich persönlich die Beobachtung gemacht, dass es selten geworden ist in einer ordentlichen 2er-Reihe zu fahren. Stattdessen findet eher ein Ausscheidungsfahren statt. Hinzukommt, dass viele RTF-Teilnehmer die einfachsten Regeln des Gruppenfahrens nicht kennen bzw. nicht in der Gruppe fahren können. Dies führt vermehrt dazu, dass im 'Knäuel' und im roten Bereich über die Landstraßen gebolzt wird, lebensgefährliche Situationen im Autoverkehr inklusive. Vermutlich auch Folge der vermehrten Jedermann-Rennen in Kombination mit der Abkehr von Radsportvereinen. Vermutlich erscheint es auch vielen als zu langweilig, mit einem gleichmässigen Tempo im Grundlagenausdauerbereich eine Runde zu drehen.
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Beitragvon WalterH » 07.09.2015, 22:50

Ich habe ganz bewusst 2 Grundlagen-Fahrten zum Thema Gruppenfahren mitgemacht und dort entsprechendes gelernt.

Erlebt habe ich bislang wenig an Situationen, die dem Gelehrten nicht entsprachen. Aber ich habe auch keine Erfahrung, bin nicht mit Gas-Leuten unterwegs und will in erster Linie auch nur Spaß und in einem für mich sportlichen Schnitt ankommen.

Wenn ich allerdings wie gestern (kurz vor dem Ziel) und neulich in Hittfeld (kurz nach dem Start) erlebe, dass dunkelrote Ampeln ignoriert werden.... frage ich mich allerdings, was das soll und ob das zu einem vernünftigem Miteinander im Verkehr beiträgt. Im Zweifel kann sowas bei vielen Verstößen zu entsprechend kritischen Diskussionen führen. Einen Unfall will ich wegen sowas nicht erleben müssen. Ich glaube aber gerne, dass das Ausnahmen sind. Erschrocken hat es mich dennoch.
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Beitragvon Carsten » 07.09.2015, 23:17

WalterH hat geschrieben:Wenn ich allerdings wie gestern (kurz vor dem Ziel) und neulich in Hittfeld (kurz nach dem Start) erlebe, dass dunkelrote Ampeln ignoriert werden
Wobei man da wieder unterscheiden muss, ob es sich um einen Einzelfahrer oder eine Gruppe handelt. Bei einer Gruppe ist es ja in Ordnung, wenn die ersten Fahrer bei Grün fahren und der Rest dahinter dann auch bei Rot weiterrollt. Entstehen allerdings Lücken in der Gruppe, müssten die hinteren Fahrer eigentlich anhalten, was aber praktisch manchmal nicht so einfach ist. Wann die Lücke so groß ist, dass man sicher anhält, schätzt jeder unterschiedlich ein. Manchmal versucht man die Lücke schnell noch zuzufahren, weil man weder anhalten, noch die Gruppe verlieren will und manchmal versucht man, anzuhalten. Was genau passiert, hängt dann viel vom Herdentrieb ab, denn man muss dabei natürlich auch immer im Auge behalten, was die Fahrer um einen herum vorhaben. In der Gruppe vor einer roten Ampel einfach knallhart zu bremsen ist jedenfalls nicht immer die beste Idee.

Wenn es allerdings um Einzelfahrer geht, die rote Ampeln ignorieren (habe ich auch selbst schon zu oft gesehen), gibt es keine Entschuldigung. Da hoffe ich eigentlich immer auf eine Polizeistreife hinter der nächsten Ecke, die den Sportsfreunden mal die StVO näherbringt.
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Beitragvon WalterH » 07.09.2015, 23:30

In Hittfeld war es ein oder zwei Fahrer die 50-100 m vor mir ganz offensichtlich (gleiches Trikot auch - das erkannte ich) den Anschluss nicht verlieren wollten. Gestern war es deutlich ein Einzelfahrer. Das bestätigten mir auch die 4-5 Leute, die hinter mir ankamen an dieser Kreuzung, die nicht ganz klein war.

Aber ich will hier nicht unbekannt an den Pranger stellen. Es sind halt Beobachtungen und ich lese vor jeder RTF das, was ich dann unterschreibe. Da steht was von StVO.
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Re: Bundes-Radsport-Treffen

Beitragvon radfreunde » 07.09.2015, 23:59

RGH-Admin hat geschrieben:Was das Fahrverhalten bei RTF's anbelangt, habe ich persönlich die Beobachtung gemacht, dass es selten geworden ist in einer ordentlichen 2er-Reihe zu fahren. Stattdessen findet eher ein Ausscheidungsfahren statt. Hinzukommt, dass viele RTF-Teilnehmer die einfachsten Regeln des Gruppenfahrens nicht kennen bzw. nicht in der Gruppe fahren können. Dies führt vermehrt dazu, dass im 'Knäuel' und im roten Bereich über die Landstraßen gebolzt wird, lebensgefährliche Situationen im Autoverkehr inklusive. Vermutlich auch Folge der vermehrten Jedermann-Rennen in Kombination mit der Abkehr von Radsportvereinen. Vermutlich erscheint es auch vielen als zu langweilig, mit einem gleichmässigen Tempo im Grundlagenausdauerbereich eine Runde zu drehen.
D'accord, kann man nur unterstreichen.

Wie soll man den Mitstreitern verständlich machen, dass Radfahren können noch lange nicht Rennradfahren können und erst recht nicht Radrennenfahren können heißt.

Wer will schon von einem Vereins-Trainer hören, dass er was falsch macht. Man kann doch in Tour, im Internet und bei erfahrenen Cyclassics-Fahren lesen und hören, wie es geht. :-)

Ich kann mich jedesmal amüsieren, wenn wir im Verein den "Belgischen Kreisel" oder noch besser "Windkante fahren mit Wechsel" üben. Man stellt fest, wer das Rennradfahren beherrscht...

Einfacher ist es doch für einen Crashkurs einen Drill Sergeant eines Fitnessstudios zu bezahlen, das sind die Fachleute. Der Monatsbeitrag ist vielleicht doppelt so teuer wie ein Jahresbeitrag im Verein.

Zurück zum Thema, wir sollten Radwanderer, die ihren Sport sehr ernsthaft betreiben von Genussradlern und Möchtegern-Rennradfahrern unterscheiden. Alle sind bei der RTF willkommen, aber ob die Verbände aktiv die Sportarten vermischen sollten, halte ich für keine gute Idee. Jeder Sportler kann selbst entscheiden, was er macht. Ich kenne auch Radwanderer, die bei einer Cyclassics-Teilnahme schneller als so mancher "Renner" hier waren.

Und was den ADFC angeht, das Radwandern ist Sport mit Leistungen, Ranglisten und Siegerehrung, alles was den Kollegen des ADFC abgeht. Meine Kollegen wollten noch nicht einmal mit und gemeinsam eine Aktion zum Bundes-Radsport-Abzeichen (BRA) mitmachen, weil dort Prüfungen, Zeitfahren etc. als Wettbewerb durchgeführt worden. Ich schätze mal, dass das BRA hier nicht bekannt ist.

Aus Schleswig-Holstein - Der echte Norden... ;-)
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Re: Bundes-Radsport-Treffen

Beitragvon sticky007 » 08.09.2015, 07:52

RGH-Admin hat geschrieben:Was das Fahrverhalten bei RTF's anbelangt, habe ich persönlich die Beobachtung gemacht, dass es selten geworden ist in einer ordentlichen 2er-Reihe zu fahren. Stattdessen findet eher ein Ausscheidungsfahren statt. Hinzukommt, dass viele RTF-Teilnehmer die einfachsten Regeln des Gruppenfahrens nicht kennen bzw. nicht in der Gruppe fahren können. Dies führt vermehrt dazu, dass im 'Knäuel' und im roten Bereich über die Landstraßen gebolzt wird, lebensgefährliche Situationen im Autoverkehr inklusive. Vermutlich auch Folge der vermehrten Jedermann-Rennen in Kombination mit der Abkehr von Radsportvereinen. Vermutlich erscheint es auch vielen als zu langweilig, mit einem gleichmässigen Tempo im Grundlagenausdauerbereich eine Runde zu drehen.
Das stimme ich Dir vollkommen zu, wobei das mit dem roten Bereich nicht immer mit meinen Beobachtungen einhergeht. Man muss auch nicht im Grundlagenbereich fahren, aber eben gleichmäßig in der Gruppe.
axiom 1
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Re: Bundes-Radsport-Treffen

Beitragvon axiom 1 » 08.09.2015, 21:36

RGH-Admin hat geschrieben: Was das Fahrverhalten bei RTF's anbelangt, habe ich persönlich die Beobachtung gemacht, dass es selten geworden ist in einer ordentlichen 2er-Reihe zu fahren. Stattdessen findet eher ein Ausscheidungsfahren statt. Hinzukommt, dass viele RTF-Teilnehmer die einfachsten Regeln des Gruppenfahrens nicht kennen bzw. nicht in der Gruppe fahren können. Dies führt vermehrt dazu, dass im 'Knäuel' und im roten Bereich über die Landstraßen gebolzt wird, lebensgefährliche Situationen im Autoverkehr inklusive. Vermutlich auch Folge der vermehrten Jedermann-Rennen in Kombination mit der Abkehr von Radsportvereinen. Vermutlich erscheint es auch vielen als zu langweilig, mit einem gleichmässigen Tempo im Grundlagenausdauerbereich eine Runde zu drehen.
Jo!

Gut fand ich den Ansatz der RG Hamburg bei der Volksdorfer RTF einen Frauenblock zu schaffen, was in eine ähnliche Richtung geht. Das hat sich allerdings nicht richtig rumgesprochen und kam dann unter traurigen Umständen nicht zu stande. Der Ansatz sollte aber weiter verfolgt werden und um einen low-speed-Wanderfahrtblock ergänzt werden. Die Diskussion hier scheint den Bedarf zu belegen.
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Beitragvon WalterH » 08.09.2015, 22:54

Es gibt ihn durchaus, diesen möglichen Bedarf. Ich stelle ja fest, dass Leute an meinen Lippen hängen, wenn ich von meinen bescheidenen, ersten RTF als Anfänger rede. Und von meiner Begeisterung über die Cyclassics.

Es gibt viele Leute, die zwischen Kaffeeausflug und Tempobolzen ohne Verein und ohne hartes Training eine doch immer noch sportliche Variante in netter Gesellschaft ziemlich gut fänden. Da bin ich mir sicher.

Vielleicht suche ich mir sowas hier öffentlich zur kommenden 2016 RTF-Saison im Norden. Dass es hier nicht nur windstill und flach zugeht, habe ich erfahren und für mich mitgenommen, dass ich mit besagten 25/26-28 im Schnitt am besten aufgehoben bin.

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