Pütter-RTF '14, Parchim (Bericht + Bilder)

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Harterbrocken
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Pütter-RTF '14, Parchim (Bericht + Bilder)

Beitragvon Harterbrocken » 04.08.2014, 13:01

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Pütter-RTF ab Parchim des Mecklenburger Fahrradtörn

Etwas verspätet an dieser Stelle ein paar Zeilen zur RTF in Parchim. Parchim? Parchim! Da war doch was. Richtig, tiefer Osten. Irgendwo im Niemandsland zwischen Hamburg und Berlin. Oder Berlin und Hamburg. Je nach dem, von wo man guckt. Parchim liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Haupt- und Hansestadt. Parchim hat mal von einem geplanten Großflughafen von sich reden gemacht. Wie einst Kaltenkirchen. Parchim International sollte als Luftdrehkreuz Hamburg und Berlin gleichermassen dienen. Und heute? Heute zeigen unfähige Entscheider in Berlin, wie man ein Flughafen-Großprojekt grandios scheitern lassen kann. Nochmal Glück gehabt, Parchim.

Das Ex-Warschauer-Pakt-Militär-Flugfeld gehört heute einem Chinesen, der hin und wieder einen 747-Frachter oder Antonovs landen lässt. Ansonsten: Ruhe. Auf der Flughafen-Zufahrt wächst das Gras. Ein stiller Ort. Ein schöner Ort. Trotz Airport. Und in diesem schönen Ort gibt es jedes Jahr eine RTF, wo mit wir endlich beim Thema wären. Mecklenburg ist ein wunderbares Radfahrerland. Der Radsport und seine Veranstaltungen gehören unterstützt. Darum schätze ich sie, die Veranstaltungen in Boltenhagen, auf Rügen oder wie heute in Parchim.

Mit viel Mühe und Liebe organisiert der Mecklenburger Fahrradtörn e.V. die Parchimer Radsportage mit der so genannten Pütter RTF. Warum die so heißt, weiß ich nicht. Gut, wenn ein paar Geheimnisse bleiben.

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Mit meinem S.C. Hammaburg-Kumpel Frank treffe ich nach zügiger Anreise von rund 150 Kilometern im VW Bulli in Parchim ein. Nach der Anmeldung sitzen wir flugs im Sattel und finden uns hinter einem Polizeiwagen in der ersten Startgruppe der Silbertour wieder.

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Das bedeutet rund 140 Kilometer liegen vor uns. Bronze heißt etwa 90 Kilometer. Gold gibt es auch. Gold ist der Marathon mit 220 Kilometer. Zunächst geht es moderat los, so mit um die 30 km/h. Doch nach dem die Häuser weniger und die Felder größer werden, drehen die Kameraden vor uns plötzlich auf. Renntempo, als so knapp 40 Stuckis meldet der Tacho. Na gut, das kann ja lustig werden. Und es wird lustig. Denn selbst an den Steigungen sieht keiner der Führenden Anlass, das Tempo zu drosseln. Wiegetritt, hochdrücken und ja den Anschluß nicht verlieren. Nach jeder engen Kurve und Abzweig wird sofort mächtig hochbeschleunigt.

Alles klar: Hier wird ernsthaft Rennrad gefahren. Hier wird trainiert! Die Bedingungen sind hart. denn schon früh steigt die Temperatur auf 30 Grad und die Sonne brennt uns auf den Helm. Also trinken, viel trinken. Doch was ist das? Flasche leer. Ich hatte am Start nur eine aufgefüllt. Ein Fehler bei diesem Tempo und dieser Hitze. Aber das erste Depot sollten wir trotzdem ohne Probleme erreichen.

Schaffen wir auch. Und halten als einzige an. Unsere Gruppe düst weiter. Die brauchen keine Stempel und kein Wasser. Das sind Tiere.

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Es werden Wassermelonen gereicht, Iso-Drinks und Magnesium-Tabletten. Das alles in einem beschaulichem Dörfchen in den Tiefen Mecklenburgs. Die Mischung aus Erschöpfung, Erfahrung, Erlebten und dem Erlebnis schafft ein wunderbares Glücksgefühl. In solchen Momenten ist schnelles Radfahren die schönste Sache der Welt.

Mit solchen Gedanken geht es weiter. Zusammen mit zwei Gefährten bilden wir eine effektive Vierergruppe, die sich in einer bunten Einer-Reihe durch die Landschaft bewegt.

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Unerwartet wird es wellig, ja stellenweise hügelig. Mann, bei solcher Hitze zieht so eine Topografie mächtig Kraft aus den Beinen. Können ja nur ein paar Endmoränen sein, denke ich. Von wegen. Plötzlich taucht auch noch ein Schild mit einer 14-Prozent-Ankündigung auf. Sind wir in den Alpen oder was? Wo hat Mäck-Pomm denn die Berge her? Auf dem knackigen Anstieg steht oben ein Holzturm. Eigentlich sollte man raufklettern und den Blick über die blühende Landschaft werfen. Wenn das doch auch endlich auf die wirtschaftlichen Verhältnisse dieses Bundeslandes zutreffen würde.

Gleich nach der Abfahrt gibt es ein Depot. Zum Glück! Es wird noch heißer. Schatten? Fehlanzeige!

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Zügig fahren wir zurück in den ebeneren Bereich. Gespräche haben wir eingestellt, konzentrieren uns auf uns, geben routiniert Zeichen an die Hintermänner weiter, hoffen auf Rückenwind und Schatten und kontrollieren deutlich häufiger den Tacho, als noch heute morgen. Zehn Kilometer vor Parchim wartet ein drittes und letztes Depot. Eigentlich nur für die Marathonfahrer gedacht, sind wir froh, dort noch einmal kurz pausieren und Flaschen auffüllen zu können.

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Mit gedrosselter Fahrt trudeln wir schließlich zurück ins Gewerbegebiet, wo ein Start- und Zielbanner errichtet ist. Geschafft! Das war ein hartes Training, das ein großes Zufriedenheitsgefühl hinterlässt. Der Weg nach Parchim hat sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt. Auf dem Weg zur Autobahn 24 werfen wir noch einen Blick nach rechts aufs Flugfeld. Dort parkt eine einsame Boeing. Auch heute morgen war sie schon dort.

Parchim, Du bist ein eigenartiger Ort. Und ein schöner.

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Zuletzt geändert von Harterbrocken am 05.08.2014, 08:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Helmut » 05.08.2014, 00:14

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Hier kommen von Harterbrocken

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Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.

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