Zeitfahren Hamburg - Berlin '13 (Berichte + Bilder)

Deichfahrer
Danish Dynamite
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Zeitfahren Hamburg - Berlin '13 (Berichte + Bilder)

Beitragvon Deichfahrer » 13.10.2013, 11:09

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Zeitfahren Hamburg - Berlin 2013

Das Zeitfahren Hamburg - Berlin war mit vielen Superlativen verbunden und erforderte viel Überwindung in Beinen und Kopf !!!!!

Lange hatte ich überlegt, ob ich wieder an diesem Event teilnehme und habe mich doch dazu entschlossen, dieses Ungewöhnliche zu machen. Mit UweK zusammen bildeten wir ein Team und der Start war für 7.01 Uhr vorgesehen. Die Wettervorhersagen waren nicht berauschend, Regen wurde angesagt. So kam es auch schon bei der Fahrt im PKW nach Altengamme zum Startort. Der Kopf fängt schon an zu arbeiten, starten oder nicht starten. Bei der Startunterlagenabholung war es trocken und somit ging es mit UweK pünktlich auf die Reise nach Berlin.

Straßen waren noch nass, aber es ging gut zu fahren. In einer Gruppe ging es über die Elbbrücke Geesthacht an der Elbuferstraße Richtung Bleckede. Vor Bleckede begann es zu nieseln, ging später rüber in große Wassertropfen. Mein Kopf sendet mir die Signale = wenn es weiter regnet, hole ich meine Tasche in Dömitz und fahre wieder zurück nach Hamburg, Wasser lief in die Überziehschuhe und die Schuhe waren optimales Auffangbecken für Wasser.

Die Fahrt ging über den Kniepenberg nach Hitzacker, ab Hitzacker war es trocken wieder. Alles gut denke ich, es kommt noch schlimmer.

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Richtung Dömitz über viele Feldwege war durch die Ernte der Bauern alles voller Matschboden. Überziehschuhe: 1 cm dicke Erdschicht, auch am Rennrad. In Dömitz an der Kontrolle wurde ich gefragt, wo ich denn gewesen bin, etwa über die Felder gefahren.

Nach kurzer Pause ging es mit UweK weiter nach Havelberg. Die Füße waren kalt und schnell kurbeln ging nicht, da der kurze knackige Ostwind uns ins Gesicht wehte. Dieser Ostwind blieb unser ständiger Begleiter von vorn, Rückenwind gleich null. Angekommen in Havelberg ging es ab nach Rhinow, tja, die meist gehasste ca. 25 km Strecke. Nach 2 - 3 km war kein Asphalt zu sehen, nur Schlaglöcher in der 100 m langen Schotterpiste, großer Belastungs- und Elchtest für Fahrer und Rennrad. Es kam noch eine Schotterpiste, war aber nicht so schlimm. UweK klärte mich auf, was los war in diesem Gebiet, die Flut im Sommer.

Nun erreichten wir die Depressionen-Alleen nach Rhinow, Straßenbelag in katastrophalen Zustand. Nun kamen die fürchterlichen Momente, Tunnelblick, Gegenwind und die verdammten Alleen. Als ich den Namen Rhinow auf dem Ortsschild sah, dachte ich, das schlimmste ist geschafft, nur noch ca. 70 Km bis Berlin.

Am bekannten Supermarkt in Rhinow wurde neu aufgetankt. Weiterhin blieb es trocken, Himmel deutete aber an = Regen. In einer Gruppe ging es weiter nach Nauen, Reisetempo wurde mal angezogen, fand ich auch mal gut. Über Nauen ging es an der alten B5 nach Berlin. Angekommen am bekannten alten Grenzübergang mit seinem Bär, jubelte ich, angekommen in Berlin. Die Fahrt in Berlin zum Ziel setzte der Regen wieder ein, Gott sei Dank war es lange trocken und nur Regen in Berlin.

Angekommen im Ziel waren UweK und ich glücklich das Ziel erreicht zu haben. Diese Fahrt erforderte doch sehr hohe Anforderungen an Mensch und Material.

Noch am selben Abend fuhren UweK und ich mit der bekannten Hamburg-Berlin-Buslinie nach Hamburg zurück. War viel entspannter als mit der Regiobahn mit dem vielen Umsteigen.

Für mich war es persönlich der schöne Abschluß einer Rennsaison.

Fotos: bs (Burkhard Sielaff)
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harald_legner
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Beitragvon harald_legner » 13.10.2013, 11:25

Schöner Bericht und herzlichen Glückwunsch, dass du es gepackt hast! Tolle Leistung!

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Rose
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Beitragvon Rose » 13.10.2013, 18:54

Morgens um 3.50 Uhr habe ich mich aus dem Bett geschält. Kurz die Lage auf dem Balkon sondieren (juhu nur Wind). Alles ins Auto verstaut und ab auf die Autobahn. Auf der A25 Richtung Geesthacht kam dann der Regen. Scheiß drauf, habe ich mir gedacht, hab ja alles dabei, um dem Wetter zu trotzen.

Am Start angekommen, habe ich mich mit meinem Mitstreiter Mad.Mat getroffen. Noch fix nen Kaffee und ne (wir nennen sie seit gestern Epische) Zigarette. Pünktlich ging es dann um 6.32 Uhr los.

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Die ersten Kilometer gingen locker und ich fühlte mich echt super. Janibal und seine Truppe waren die ersten, die uns überholten. Mathias und ich haben uns kurze Zeit drangehängt. War der erste Fehler. :HaHa:

Wir haben sie also ziehen lassen und sind wieder auf unser Tempo gegangen. Die nächste Gruppe sah etwas besser aus, aber auch da merkten wir, dass das nicht lange gutgehen wird. Also wieder alleine weiter und immer dabei mein neuer Freund REGEN. Noch war ich fit und vom Kopf her frei. Das änderte sich schlagartig vor Hitzacker. Mein nächster neuer Freund Kniepenberg sagte mir und meinen Beinen Hallo.

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Als ich den dann hinter mir hatte, sagten meine Beine Guten Morgen in Form von Krämpfen. Ich konnte also keinen Druck mehr auf die Pedale bringen, denn dann meldeten sich sofort Oberschenkel 1 und 2. Ach das kenne ich schon, hab ich mir gedacht. Wenn wir an der Kontrolle sind, ruhe ich mich kurz aus und dann geht das wieder. Und siehe da, an der Kontrolle angekommen, habe ich mich etwas erholt und die Beine machten immer noch zu. Egal, habe ich gedacht, das wird schon werden. Also wieder auf's Rad und weiter.

Es hörte auf zu regnen und wir spielten nun im Matsch. Irgendwas von dieser Mischung hatte an meiner Schaltung verursacht, dass ich nicht mehr richtig schalten konnte und es immer ein deftiges Knacken gab. Mit gefühlten 5 km/h fuhren wir also weiter und so langsam ging es los, im Kopf zu tickern. Wann kommen wir wohl an?

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Mathias und ich waren uns einig, dass wir in der nächsten Ortschaft erstmal eine (epische) rauchen und den weiteren Ablauf besprechen. Diese Besprechung war 20 Km weiter in Wittenberge. Zwischen uns lag aber noch der Deich-Part. Mathias wurde langsamer und langsamer und ich zählte die Km auf dem Tacho. Uns beiden ging es BESCHISSEN!

Wir waren uns also schon vor dem besprochenen Ziel (Epische Zigarette) einig, dass wir in Wittenberge zum Bahnhof fahren und uns dann in Berlin am Stadion abmelden. Am Bahnhof angekommen, hatten wir noch Zeit, uns erstmal von den nassen und dreckigen Klamotten zu befreien. In Berlin Spandau angekommen, machten wir uns dann auf den Weg zum Stadion. Dort angekommen, wurden Fotos gemacht und Beifall geklatscht. Ich habe drum gebeten, das zu unterlassen, da wir nicht regulär ins Ziel gekommen sind (Beifall haben die verdient die es geschafft haben). Und trotzdem hat es mir Spaß gemacht!!!! Mathias und ich sind uns einig, nächstes Jahr schaffen wir es.

Danke an den Veranstalter und ein ganz großes DANKE an die Helfer. Und ein supergroßes DANKE von mir an Mathias.

Bis nächstes Jahr

Rose

Fotos: bs (Burkhard Sielaff)
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Beitragvon mad.mat » 13.10.2013, 19:36

Viel mehr gibt es für mich nicht, dem Beitrag von Rose hinzuzufügen. Geil wars!

Wie sagte schon der "Alte" im Film das Boot: Gute Leute muß man haben! Leider waren wir in diesem Jahr nur zu zweit. Im nächsten Jahr fahren wir dann wieder als komplettes Team. Es ist einfach besser, die Strecke zusammen mit mehreren Fahrern zu fahren. Für uns haben wir trotzdem alles richtig gemacht. Denn als wir abends in Berlin essen waren, es war unsere ungefähre geschätzte Ankunftszeit, goss es in Strömen. Das hätt uns dann wohl ganz den Rest gegeben.

Dank an alle, die uns unterstützt haben und DANK an Uli Rose!

DNF kann auch richtig Spass machen!

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Foto: bs (Burkhard Sielaff)
Wir sehen uns da oben, Tschüss Helmut
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Janibal
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Hamburg Berlin und Eisenschweinkader

Beitragvon Janibal » 13.10.2013, 20:59

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Hamburg - Berlin und Eisenschweinkader

Seit 23 Jahren ist es möglich, zwischen den Hauptstädten zu fahren. Seit 13 Jahren veranstaltet, wenig betreut und das ist excellent so. So excellent wie der www.audaxclub-sh.de

Wir starten von der Hauptstadt der Liebe im Dunkeln und munkeln von Feuchtgebieten. Die sind des Nachts etwas ausgeblieben, recht nüchtern stehen Teile des Eisenschweinkaders bei ihren Stahlrädern. Zum ersten Mal komplett auf Stahl, aus Stahl. Das ist auch der Grund, warum Twobeers nicht mit darf. Er hat Titan in der Schulter. Die Regeln sagen, Zahngold ist ausgeklammert, andere Implantate nicht. Etwas grenzwertig sind die Karbonspeichen in einem Vorderrad. Auch Alufelgen sind nicht gerne gesehen, doch liegt das Herstelldatum vor der Grenzöffnung 1989.

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Leider kann ich die ganzen Gestalten am Start nicht begrüßen, zu groß der Zeitdruck, dieses Mal rechtzeitig zu starten. Und so sitzen wir über der nassen Straße im Dunkeln, LED Scheinwerfer durchdringen das Dunkel, Wasser fliegt auf, letzte Brötchen werden verschlungen, Stahl rostet.

Es möchte nicht hell werden, hinter Bleckede bestimmt auch nicht trocken. Dicke Tropfen durchschlagen uns. Die Reifen ziehen Sand hoch, welcher sonst als Staub hinter uns geblieben wäre und die nachfolgenden Teilnehmer, so um die 300, die Sicht genommen hätte. So aber hauen wir uns den Sand gegenseitig in alle Poren.

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Erster Defekt punktgenau an der Kontrolle in Dömnitz. Mantel runternehmen, Zelt aufbauen. Regen aus, Sonne Andrea an. So verweilen wir und füllen uns.

Es geht weiter, schon bei der Ortsdurchfahrt ist mein `89 Bullhornlenker wieder abgesackt. Klassische Einschraubenklemmung hält nicht, was sie verspricht. Oberlenker ist angesagt.

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Wittenberg, Havelberg, kann nicht mehr. In der Allee der Depression hat es einen von uns gerissen. Dabei war vorher noch gesagt worden, bitte die Happypille vorher einwerfen. Irgendwie wird der rettende Supermarkt erreicht. Die Kassenfrau hat wieder vergessen, sich für die Frühschicht einzutragen, die Erfahrungen aus 2012 schon vergessen. Richtig freudig mit leichten Feuchtgebieten um die Augen wird sie, als ihr von den nächsten 250 Sandmännern und -Frauen berichtet wird, die noch kommen werden. Aber wir sind Sandmänner aus dem Westen…

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Mit viel Rücksicht und Gefühl rollen wir weiter, nachdem wieder Luft in den Reifen ist. Die wenigen Ressourcen müssen geschont werden, auch wenn hier km 200 ist und nur noch 75 trockene Kilometer vor uns liegen. Allerdings auch Windchen von vorne. Irgendwann sind wir fast alle alle, so alle und leer, wie Brandenburg. Nur Opi ist ohne Schwäche, dafür darf er auch mal ohne Luft vor Nauen sein. Hier kommen die anderen Gruppen vorbei. Das Ziel ist in Riechweite, Twobeers hat schon fünf Beers kalt gestellt.

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Treu mit uns immer HeiDi. Er sagt danke, für Speed und Lift. Alleine wäre er gestorben, sagt er. Nun ist Berlin.

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Ein paar Ecken noch, Spandau, rote Ampeln und noch mal Schalten vorm Stadion. Und da ist auch schon Beers mit Verstärkung. Über 10 Stunden bei gefühlter Windstärke 10, min. 10 Litern Wasser in den Schuhen und 10 Mio. Sandkörnern überall. Der Stahl hat gehalten und ich trinke nach 23 Jahren mein erstes Bier.

<img src="https://lh4.googleusercontent.com/-jpeh ... GP4648.JPG" height=600>
Foto: AndreaO

Ohne Dusche geht es zurück zum Bahnhof, im Regionalexpress treffe ich auf die üblichen Einkaufstüten und auf einen mit Rennrad. Er ist mit Freunden am Dienstag von Hamburg nach Berlin, der Hauptstadt der „Versprecher“, mit dem Rad gefahren. Mit Körbchen und ohne Polster in der Hose. Er wusste nichts von HH-B, seit 13 Jahren, aber jetzt. 2014 will er excellent fahren.

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In Hamburg muss ich noch nach Altengamme mit dem Rad. Hole mir die volle Dusche jetzt ab. Als ich mit dem Auto Richtung Bergedorf fahre, kommt mir ein Radler mit Rucksack und Licht entgegen. Aus dem warmen und trockenen Autobetrachtungswinkel sieht das verrückt aus.

Danke an alle, die MTB-Freunde Berlin für Unterstützung, den http://www.audaxclub-sh.de. Und alle die mich zum Lachen bringen konnten.

Bilder sind viele verwackelt, nicht weil ich gezittert habe, denn kalt war es nicht, sondern weil der Kamera Licht gefehlt hat und ich nicht auf Unterwassermodus umgestellt habe.

https://plus.google.com/photos/10638552 ... 2JP6hvSbbA
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Auf der Audax-Seite

Beitragvon bs » 13.10.2013, 21:51

gibt es jetzt die Rohdaten und ein Link zu ein paar Bildern (Anmerkung Admin: Und bs Sicht der Dinge).

http://audaxclub-sh.de/node/535

Glückwunsch an alle, die es geschafft haben und Danke an alle, die geholfen haben. Und Respekt denen, die es versucht haben.

Burkhard

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Bild: Unbekannt
Zuletzt geändert von bs am 13.10.2013, 21:54, insgesamt 2-mal geändert.
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Xenon - Ein Spiel gegen die Elemente

Beitragvon UweK » 13.10.2013, 21:52

Xenon - Ein Spiel gegen die Elemente
- Der Tragödie nächster Teil -


Viele Foris sind HHB schon oft gefahren, ich erst ein Mal, letztes Jahr, am 13. Oktober 2012. Sonnenschein, südlicher Wind und ein großes HFS-Team. Heute, am 13. Oktober haben wir ganz ähnliches Wetter; aber was ist schon heute? Gestern ist die Spielzeit!

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Xenon, ein chemisches Element; den meisten bekannt von leuchtstarken Lichtern - Doch seit Tagen ist vielen dieser Name bekannt als ein großes T auf der Wetterkarte. Viel wurde eroiert, doch machen konnte man wenig. Es wollte einfach nicht abziehen, so hatten wir bis Freitag schönes Oktoberwetter, welches sich schlagartig am Samstag nun änderte.

Der Tragödie Erster Akt - Exposition

Mein Start war um kurz nach 5 in Hamburg-Eilbek. In Rothenburgsort dröhnte eine Fabrik - es fing an zu nieseln. Nicht weiter schlimm. Selbst der Wind war noch gut kaschiert. In Altengamme gab es nach der Abholung der Startunterlagen einen kurzen Plausch mit Stolk, dieser startete in wenigen Augenblicken.

Ich ging hinein in das Fährhaus und suchte das Astra nach Schultheiß-Team, aka Mad.Mat, Rose & Admin (Anm.: Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass der Admin wieder nicht starten wird). Keinen von ihnen konnte ich erspähen. Doch Skaterwaage war gut gelaunt schon am Broteschmieren. Meinen HFS X-Team-Kollegen Deichfahrer fand ich dann auch. Dieses Mal verlief das Brötchenaufschneiden ohne Blutvergießen wie im letzten Jahr - puh erste Hürde geschafft. :)

Kurz vor 7, draußen auf dem alten Elbdeich; viele bekannte Gesichter. Sogar unser 400 km fahr-ich-mal-eben-alleine Harald war gekommen. Er lichtete uns kurz ab... 3... 2... 1... Start.

Leichter Nieselregen, nicht weiter schlimm. Doch er nahm zu. Wir waren in einer starken Gruppe unterwegs. Doch leider zwang mich der Regen zum Notstopp Regenjacke & Hose mussten übergezogen werden. Leider hatte ich deutliche Lecks im System, so saugte sich meine lange Stoffhose komplett mit Wasser voll, danach fluteten die Schuhe. Die Beine fühlten sich an, als hätte ich Trainingsgewichte aus Blei angezogen - und nun kamen die Wellen auf der Elbuferstraße. Die erste Steigung ließen wir aus und fuhren auf dem "Radweg" an Norddeutschlands einziger Serpentine vorbei - aber gefühlt nur im Schritttempo - man konnte vor lauter Blättern nur erahnen, wo der Weg mal war.

Deicherfahrer erklärte ich meine Lage, keine Wechselklamotten; wenn es nicht bald trocken wird, muss ich in Dömitz umdrehen und nach Hause fahren. Dann ging es den flachen Weg hinauf zum Kniepenberg. Oben stand Burkhard (bs) und lichtete uns fleißig ab - zudem war eine kurze Pause vereinbart. Ich verquatschte mich mit bs und konnte die mir vorgenommenen Dinge am Setup nicht mehr ändern. Dann rief es lautstark aus 20 m Entfernung: Weiter Jetzt! Mir wird kalt!

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Recht hatte er. Schnell noch die Banane unter der Regenjacke entfernt und die Fahrtrichtung wieder Richtung Hitzacker ausgerichtet. Dann fiel mir ein, dass es ja nun stark abfällig wird. Beide Bremsen mit der Banane in der Hand gezogen - Null Sichtweite, nur Wasser, Wasser, Wasser. Nach der Gegensteigung stopfte ich mir den Rest der Banane rein.

Der Tragödie Zweiter Akt - Komplikation

Nach Hitzacker, nach dem Regen folgte der Matsch. Rad, Klamotten, Trinkflaschen, alles saute ein. Auf einmal bemerkte ich ein schepperndes Geräusch aus dem Vorderrad - kurz gebremst - immer noch da - Sch**** vermutlich Matsch im Lager. Das Geräusch legte sich glücklicherweise nach kurzer Zeit und ich konnte mit unverändert gutem RR weiterfahren. Nur der Fahrer war stark angeschlagen.

Irgendwo zwischen Hitzacker und Dömitz überholten wir dann das Mad.Mat & Rose-Gespann. Doch meine Zugmaschine, Deichfahrer, schnitt sich wie ein scharfes Messer durch den Wind - lange konnten sie unsere Hinterräder nicht halten. Schade.

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Angekommen in Dömitz, bs fotographierte, und es schallte aus allen Ecken; Uwe? Du willst aufgeben? Mach das nicht, fahr weiter! Danke Jungs & Mädels - im Kopf war ich frei, also mit Denken war da nicht mehr viel und so fiel die Entscheidung dann auch auf weiter.

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Rainer, man kennt ihn auch als das Phantom, begleitete nunmehr unseren Ritt gegen die Elemente - nunmehr vor allem dem Wind aus Osten. Auf dem Kopfsteinpflaster in Dömitz schepperte es ganz furchtbar, aber ich war schon um die Ecke - kurz gewartet - puh, keiner von uns Dreien. In Wittenberge gab es dann den nächsten Verpflegungsstopp. Doch ein viel zu großer Markt ließ die Zeit davon laufen.

Der Tragödie Dritter Akt - Peripetie (Umkehr der Glücksumstände der Helden)

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Vor Havelberg hatten wir dann den Defektteufel am Werk. Er durchstach den 200 km alten Vordermantel bei Rainer. Doch ein geübtes HFS-Team löst sowas natürlich in Windeseile. :) Unser Weg führte abermals durch meine Geburtsstadt Havelberg. Meine Knie fangen an, ob der schweren Last an den Beinen (immer noch völlig durchnässte Hose) leicht zu schmerzen. "Rhinow 23 km" - hier war ich doch schon vor knapp 2 Wochen. :)

Nach Jederitz folgten die 2 Passagen verfüllter Straße. Diese musste nach dem Deichbruch bei Fischbeck (ca. 40 - 45 km Luftlinie) hier aufgerissen werden, sodass das Elbwasser über die Havel abfließen konnte. Eigentlich ist diese Straße ein Deich, der den Rücklauf des Havelwassers in die Altmark verhindern sollte. Unglaublich, welche Gewalten hier im Juni und den kommenden Monaten gewütet haben. Die erste Verfüllung war nach der neuerlichen Auswaschung eine Buckelpiste mit Wasserlöchern - gefühllos bretterte ich drüber; wartete im Anschluss auf meine beiden.

"Rhinow 13 km" - dieses Schild - letztes Jahr verfluchte es Ötzy, dem gerade seine Trinkflaschen leer gegangen waren, wo ich als Wasserträger aushelfen konnte; dieses Jahr waren die Flaschen aller noch gut gefüllt. Jedoch Rainer schwächelte. Er kündigte an, wenn ich das nächste Mal abfalle, wartet ihr bitte nicht auf mich. Ich motivierte ihn abermals, doch bis Rhinow durchzuhalten, doch kurz nach dem Schild war erstmal Schluss - er wollte nicht mehr. So zogen wir wieder zu Zweit weiter.

Dann wechselte der Asphaltbeleg auf dieses raue Mistzeug - es rollt einfach nicht mehr. Dieser Belag ist im Übrigen gar nicht so alt, ganz in der Nähe ist eine ähnlich tolle Straße - scheint wohl billig zu sein. Ich zähle Kilometer, rechne hin und rechne her, doch auf meinem "Fernseher" wollte Rhinow einfach nicht auftauchen. Deichfahrer zog vorneweg, ich konnte sein Hinterrad kurz nicht halten - Zack und da war er der Kampf mit dem Wind und der Straße. Mein Tempo fiel und fiel; zeitweise kaum mehr als 10 km/h. Die Knie waren durch. Ich wollte nicht mehr. Fertig mit der Welt wie seit langer Zeit nicht mehr. Doch absteigen irgendwo im nirgendwo ist ja auch keine Option...

Der Tragödie Vierter Akt - Retardation (Verlangsamung)

Supermarkt in Rhinow. Alles oder nichts. Ich fasste die Entscheidung, die nassen Regenklamotten abzulegen und in den Rucksack einzustecken. Dann die trockenen Beinlinge über. Gerne hätte ich die Socken noch gewechselt, nur diese vergaß ich einzupacken. Die Handschuhe wechselte ich schon vorher in Dömitz.

Einer fragt mich nach dem Kilometerstand - ich rufe: 295 - gefühlt war ich auch schon soweit gefahren, doch ich korrigierte mit letzter Kraft, 195; Noch 75 bis ins Ziel! Ich bekomme eine fast volle Kola-Flasche geschenkt. Oh du große Freude im Mund. Ich spürte wie der Zucker sofort ins Blut bis in die Zellen schoss!

Rainer erreichte auch noch den Supermarkt und fragte - ihr habt jetzt aber bitte nicht auf mich gewartet?! Ja natürlich flakste ich - Entrüstung machte sich bei ihm breit. Ich beruhigte ihn, dass ich froh bin, ihn hier zu sehen, und dass unser Stopp gerade vorbei ist; wir also nicht zusätzlich gewartet hatten. Und so ging es nach der Verpflegung dort mit einer angesammelten Gruppe mit wieder "hohem" 28-30er Tempo weiter.

Leider klappte das Wechseln nicht so recht und so verlor sich eine Gruppe, ich enteilte nach vorne, um dem Kollegen Bescheid zu geben... so waren wir 3 weniger. Nach und nach löste sich die Gruppe auf. Ab Nauen war das HFS X-Team wieder allein. Es folgte der zunächst noch gut zu fahrende Radweg an der B5. Noch 13 km - Deichfahrer mochte nun auch endgültig nicht mehr. Ich verglich im Kopf ständig die Entfernung mit bekannten Entfernungen aus Hamburg. Es half nichts, die Radwege wurden innerorts bekanntlichermaßen fast unfahrbar.

Dunkelheit und erneuter Regen stellte sich ein... nur noch 4... 3... nun bleib schon trocken! 2.. 1... 0... Ups, irgendwie war die Abzweigung zum Horst-Korber-Zentrum immer noch nicht zu sehen. Endlich die Brücken. Nur noch wenige Meter. Es klatschte aus einem Kofferraum - "Gleich geschafft!" Danke dafür. Dann der erlösende Ruf: "Halt Stopp, hier rechts!" In diesem Jahr hab ich es auch ohne Ziel-Fall-Einlage geschafft.

Der Tragödie Letzter Akt - in diesem Falle eine Lysis

Wir liegen uns in den Armen. Geschafft, geschafft, endlich geschafft! Ein tolles Gulasch verpflegte uns - Deichfahrer ging duschen, ich musste ob der falschen Strategie noch bis Hamburg ausweilen in meinen Radklamotten. Aber egal, wir fuhren mit der S-Bahn bis zum ZOB und erreichten entspannt den letzten Bus zurück nach HH.

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Ein großes Dankeschön an Dich, Deichfahrer, ohne Dich hätte ich es dieses Jahr nicht geschafft. Auch einen lieben Dank an den Audax. HH-B ist ein toller Saison-Abschluss, den ihr wieder perfekt vorbereitet und durchgeführt habt.

Ich komme wieder, 2014, dieses Mal hoffentlich wieder im starken 4er HFS-Team oder gar Doppelteam? Ich freue mich schon darauf, aber nunmehr muss ich erstmal meine Wunden lecken - Schürfungen, Taubheiten & angeschlagene Muskeln wieder mit voller Kraft befüllen.

Fotos: bs (Burkhard Sielaff)
Zuletzt geändert von UweK am 15.10.2013, 21:15, insgesamt 5-mal geändert.
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Beitragvon Deichfahrer » 13.10.2013, 22:47

Das Zeitfahren Hamburg - Berlin ist der Mythos des Fahrens im Oktober und der schöne Abschluss einer langen Saison. Damals sagte ich auch, wie bekloppt soll / muss man sein, um diese Tour zu fahren, mittlerweile finde ich es megageil. Nach 2012 bin ich nun das 2. Mal an den Start gegangen und es war diesmal alles einfacher.

Mein Angebot an UweK, Rose und mad.mat und Andere = Gerne nehme ich euch mit auf die wunderschöne Reise. UweK hat jetzt die Erfahrung gemacht mit mir.

Vielen Dank natürlich auch an die Orga und Helfer.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 14.10.2013, 01:29

AndreaO ist nicht nur eines der bevorzugten Motive von bs und mir,

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sie fotografiert auch selbst. Hier ihre Bilder von HH-B:

https://plus.google.com/photos/11602856 ... 7qQof-PiwE

Bild: bs
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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Dreckschleuder
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Denkwürdige Fahrt mit Happy End

Beitragvon Dreckschleuder » 14.10.2013, 10:16

Ja, diese Veranstaltung wird wohl in den nächsten Jahren ebenfalls in die Kategorie legendär fallen.

Um 3.30 klingelte der Wecker. Nach nur 3 Stunden Schlaf quälte ich mich aus dem Bett. Gegen 5.15 Uhr wollte ich am Start sein, um vor meinem Start kurz vor 8.00 Uhr den Teilnehmern noch mit Rat & Tat zur Verfügung zu stehen. Was soll man anziehen? Ein Blick aufs Regenradar zeigt ein schmales Regenband über der gesamten Strecke. Die Wetterstationen messen 13° Plus. Was soll man blos anziehen? Zu viel ist ebenso wenig gut wie zu wenig. Scheuern soll auch nix. Ich entschied mich für kurze Hose, kurzes & langes Trikot sowie eine Weste, um den erwarteten Dauerregen von vorn (unten) abzuhalten.

Lenkertasche & Rucksack packen, schnell los. Am Start mußten meine Vereinskollegen noch früher angefangen haben. Das Anmeldezelt stand schon. Ich konnte mich nur noch ein wenig bei der Orga nützlich machen und lief anschließend mit Tacker (zur Befestigung der Labels an Taschen und Rahmen) bewaffnet zwischen den Teilnehmern hin und her, konnte hier und da noch einmal Auskunft geben und helfen. Ich fand es beeindruckend: ein wuseliges Treiben, aber im Einzelnen alles sehr ruhig und zielstrebig.

Ab Sieben ging es dann an die eigenen Startvorbereitungen, im wesentlichen Frühstücken und Nerven beruhigen. Fünf Minuten vor dem Startzeitpunkt fand sich die Gruppe zusammen. Die letzten Sekunden wurden runtergezählt, dann ging es los. Schon auf der Elbbrücke stand die erste Gruppe. Kurz danach merkte ich, dass die Stimme an diesem Tage ein wichtiges Instrument sein würde... Ein Mitfahrer bog gleich einmal nicht mit uns ab - 45 Sekunden Zeitverlust, bis wir weiter konnten, egal, aber sensibilisiert.

Ich war verantwortlich für die Navigation. Von nun an schrie ich die Abbiege-Kommandos - nicht immer rechtzeitig, denn ein ständiger Strahl von Wasser-Sand-Gemisch sprühte mir in die Augen, machte das Ablesen schwierig. Wir hatten uns entschieden, die Baustelle in Artlenburg, den Hügel hinter Bleckede, den Kniepenberg und auch Perdölsau zu meiden/zu umfahren. Das war zwar in Summe ein Kilometer mehr, allerdings sank die Anzahl der Abbiegungen und die Geschwindigkeit fiel kaum mal unter 25.

In Dömitz waren wir so gut in der Zeit, dass wir mit der Abfahrt dort eine Minute vor dem Plan lagen. Doch dann bremste der Wind von vorn... Wir hatten uns entschieden, doch über Perleberg B5 zu fahren, da die 2-4 Minuten ein weiteres Zeitpolster bedeuteten. Doch ein Platten zehrte diesen Zusatzpuffer gleich wieder auf. Von nun an war es ein ständiger Kampf gegen die Zeit. In Friesack ging es wieder auf die altbekannte Strecke und wegen akuten Wassermangel zum Boxen-Kurz-Stopp. Im Laufschritt in den Supermarkt, Flaschen auffüllen, weiter. Mit den Elbschleichern (die uns beim Flicken überholt hatten), ging es wieder gen Ziel.

Jetzt kam der Wind von vorn links. Die Gruppe war mit 8 Leuten so groß, daß 4 Leute hinten voll im Wind standen. Immer wieder mußten winzige Löcher zugefahren werden, so dass ich schon nach kurzer Zeit meinem Team signalisieren musste, dass ich da nicht mitfahren kann. Tatsächlich krampften die Oberschenkel. So ging es unter Verlagerung der Sitzposition kaum langsamer weiter nach Berlin. Ausgebremst wurden wir nur noch durch die Ampeln am Bahnhof Spandau, Kopfstein, den letzten Berg vorm Ziel und die blöde letzte Ampel.

Dann war es geschafft. Jubelnd fielen wir uns in die Arme. Endlich war die 9-Stunden-Schallmauer nach vielen Anläufen durchbrochen. Vielen Dank an die Mitglieder meines Teams, die mich mit durchgezogen haben.

<img src="https://lh5.googleusercontent.com/-Aswn ... 3_0488.jpg" height=500>

Noch mehr Dank geht an meine neuen Vereinskollegen, die es akzeptierten, dass ich dieses Jahr nur am Start geholfen habe, dann aber gefahren bin. Die Organisation war perfekt! Klar hätte ich mir ein gemeinsames Abschluß-Abendessen wie in den Vorjahren gewünscht, aber das war an diesem Ort nicht so ohne weiteres möglich.
Freude am Radfahren!
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Heimfelder Dirk
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Beitragvon Heimfelder Dirk » 14.10.2013, 20:07

Noch ganz ruhig vor mich pedalierend in der Warmlaufphase wurde ich von Lars (Cerveloer) und anderen eingeholt. Ich ging mit, nach dem Motto, schaun mer mal. Ich glaube kurz hinter Artlenburg rauschte der ESK-Zug mit über 35 Stuckies vorbei. Mit Lars gemeinsam hinterher, mal sehen, was geht. Ich ging davon aus, dass ich vielleicht 10-20 km mithalte, solange es flach ist. Als einziges Ziel hatte ich den 19.34er und da ich als Einzelstarter unterwegs war, wollte ich jede Gelegenheit nutzen, mich mitziehen zu lassen.

<img src="https://lh6.googleusercontent.com/-gmNn ... 3_0058.jpg" height=500>

Ab und zu taucht die 4 vorne auf dem Display auf. Sind die wahnsinnig :shock: ?? Mit Sicherheit werde ich noch lange Zeit allein mit der Nase im Wind unterwegs sein. Hinter Alt-Garge wo es wolkenbruchartig regnete, verlor ich auf der Passage durch den Wald am Elbufer den Anschluss nach einem heftigen Rutscher. Aber, dass ich an den Steigungen Richtung Hitzacker abreisen lassen muss, war mir sowieso klar. Auf den Schleichwegen von Hitzacher Richtung Elbbrücke war es abgesehen vom Gegenwind gar nicht so schlecht, allein unterwegs zu sein. So bekam ich das Gemisch aus Lehm und der Hinterlassenschaft der Tiere wenigstens nicht vom Vordermann ins Gesicht geschleudert.

Eine innere Stimme motivierte mich, auch allein die 3 auf dem Display nicht aus den Augen zu verlieren. Um 9.30 h war ich dann an der gerade erst aufgebauten Kontrolle. Zu meiner Überraschung waren Jan, Lars, ESK und ein paar andere auch noch da, sie hatten die erste Panne zu beheben. Ich nutzte die Gelegenheit und stopfte schnell ne Stulle in mich rein und füllte eine leere Flasche. Vielleicht kann ich 20-30 km Richtung Wittenberge mithalten und wieder Zeit rausfahren.

Irgendwann war Wittenberge passiert, auch Havelberg war bald erreicht und ich hing immer noch am Zug der stählernen Eisenschweine wie der Lehm auf deren Überschuhen... Irgendwann vor Monaten, in einer stillen Stunde des Übermutes, Wohlbefindens oder grenzenlosen Selbstüberschätzung, hatte ich mal davon geträumt, diesen Ritt unter 10 Stunden zu bewältigen.... jetzt prognostizierte der Garmin eine Ankunftszeit von 16.20!!! Ich war hellwach.

Hinter Perleberg mäandert der Kurs durchs nirgendwo. immer mal Dörfer mit Kopfsteinpflaster, Richtungswechsel stellen mich plötzlich in den Wind...nein, ich lasse nicht abreißen, egal was Opi mit seinen schier unerschöpflichen Kräften vorne für ein Tempo macht... Allee der Depressionen, noch 12 km bis Rhinow. Kurze Schwäche bei einem Eisernen. Die Lücke wird größer. Ich muss in den Wind, dass Loch wieder zufahren. Die Brücke vorne auf dem Lenkeraufsatz wird zum künstlichen Horizont. Alles ausblenden nur treten, treten, treten. Wir habens ja vom großen Meister gelernt: Schmerz ist Schwäche, die den Körper läßt. Die Gruppe teilt sich auf den letzten 5.000 m vorm Supermarkt. Von einem anderen Großmeister habe ich das optimieren von Standzeiten gelernt. Also vom Rad springen und für alle Wasser zum Auffüllen der Bidons kaufen. Für das registrieren des Wochenendeinkaufes von 2 älteren Damen vergeht ne gefühlte 1/4 Stunde. Macht aber nix, Opi muss sowieso wieder neues Latex einziehen.

Mit 8 Mann geht es weiter. Nach 3 km gehen 2 Mann raus, die Beine wollen nicht mehr. Mit der Nase auf dem Lenkeraufsatz kämpfe ich mich an Janibal`s Hinterrad. Jetzt lasse ich nicht mehr abreißen, jetzt nicht mehr. Nun bin ich der letzte, der am "Team ESt37K - Eisenschweine auf Stahl" dranhängt. Wir segeln durch den Kreisverkehr in Friesack. Noch 61 km bis zum Ziel.

Auf der Fahrradstraße vor Nauen explodiert mit lauten Knall erneut das Latex bei Opi. Während der Reparatur am linken Rand werden links in Lee noch schnell 3 Blasen entleert. In der Mitte brennen Michael Nagel und Mitfahrer auf Rekordjagd und eine weitere Gruppe mit Tunnelblick durch. Der Garmin interpoliert inzwischen eine Ankunftszeit kurz nach 16.40 h. Unter 10 Stunden schaffe ich es nicht mehr, macht nix.

Aggressive KFZ-Lenker ab Falkensee halten uns jetzt auch nicht mehr auf, Opi kennt den absolut kürzesten Weg zur Glockenturmstraße. Zieleinlauf. Alle umarmen sich noch auf der Straße. Ich bin so überdreht, dass ich beinahe einen unbeteiligten Passanten in meine Fangarme gerissen hätte und schwenkte im letzen Moment um und drücke Janibal. Vom Zieltisch werden wir gerufen, wir mögen uns doch bitte erst einmal erfassen lassen wegen der Zeit; Bärbel K. verliert nie die Übersicht! Geschafft.

<img src="https://lh3.googleusercontent.com/-ukhq ... 3_0768.jpg" height=500>

Herzlichen Dank an das Orga-Team, es war wie immer alles perfekt ;-) Besonderen Dank an meinem Stiefvater Horst. Um 5.30 hat er mich am Start abgeliefert, um 22.30 stand er am Bahnhof Harburg-Rathaus um mich abzuholen. strreicheln Ewiger Dank an das Eisenschweinkader und Janibal fürs Tempo, ihr seid dufte prrosit !!

Bilder: bs
Zuletzt geändert von Heimfelder Dirk am 16.10.2013, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Konkursus » 14.10.2013, 21:50

Dirk, als ich gestern die vorläufige Ergebnis- buw. Zeitliste bei Audax gesehen habe, wusste ich, der Heimfelder hat wieder zugelangt. Ganz großes Kino!

Herzlichen Glückwunsch Dir und allen anderen, ob losgefahren, aufgehört oder angekommen.

Gruß


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....to whom it may concern....

Beitragvon Pygra » 15.10.2013, 00:11

....Samstag 3:30 ... irgendein nerviges Geräusch dringt in meinen Gehörgang, das nicht zu meinen wirren Träumen passt...
fuc... der Wecker !... ist es schon ..ja es ist 3:30 ?
... nach 'kurzen' 10 Minuten lass ich mich aus dem Bett rutschen ... sonst würde ich bis 9:00 durchratzen und der Wecker bräuchte 'ne neue Batterie....
ok, is ja guuut.. soo, was wollte ich heute machen .... hmmm mal überlegen....
- erst mal n' Kaffeetrinken...
- 'n Stück Brot essen...
- mit dem Rad nach Berlin fahren .... !! oh schei... NACH BERLIN Fahren !!
.... ich schaue aus dem Fenster auf die Straße ... 'wenigstens trocken' denke ich ...aber es pustet aus Ost
... wo lag Berlin nochmal... mmmmh immer der Nase nach ... kannst es gar nicht verfehlen...
kannst den Kopf auch hängenlassen ... da spürste den Wind nicht so in den Nasenlöchern...
....beim Abfüllen der "Monstertrinkflaschen", die jedes Jahr mindestens einen Trinkflaschenhalter zerstören, fragt mich eine Stimme mitten aus der rechten Fraktion der Hirnhälften

... was machst du hier eigentlich, leg dich besser wieder hin... das Bett ist noch waaaarrmmmm ... geh später nett zum Brunchen oder lecker Mittachessen ...zur Entspannung 'ne Runde schwimmen im mollig beheizten WELLNESS-Bad... oder all so'n Scheiß....

"jaa.... aber nein ...aber ja ..aber ... halt die Fresse" .. schreit irgendwas aus dem linken Flügel... "und "die Amygdala bleibt in ihrem Käfig"
... huck, der Wahnsinn der abnormen Logik hat gesprochen ... angemeldet ist angemeldet....
...übermütig lasse ich die zusätzlichen Armlinge (die schönen warmen Dinger) liegen (ich Idiot)...
eine Regenweste gestehe ich mir zu ... Wetterfrösche könnten halt auch mal Recht behalten ... 3/4 Hose, langärmliges Radtrikot,
Knielinge ... ? ok ("du Weichei" höre ich es leise aus meinem Mund säuseln)
.... noch ein paar von diesen 'super' Energieriegeln und Gels in die Trikottaschen, die Sorte Gel, nach denen man nicht einmal zum Kack... muss
(aber gut, ...in der Pampa hinterm Knick zu sitzen ... nachdem man alles an Klamotten abgeworfen hat, um die Trägerhose loszuwerden und sich bei voraussichtlich 5 bis 6 Beaufort und Regen horizontal den Hintern wieder sauber waschen zu lassen....
hmmmm nö, also pack ein den Chemiefraß!)

... Helm auf, MP3-Player in die Rückentasche, Pfropfen in die Ohren... fertig....
dann mal los... runter zur Garage, das Rad rausholen....

... jaaa, tatsächlich, ich hab's nicht geträumt, ich hatte das Rad geputzt und alles neu eingestellt.... und all die netten Spielzeuge sind schon montiert...
-Licht, -Luftpumpe und -GPS-System.... ich hänge mir zur Beruhigung einen Ersatzschlauch um Schulter und Brust, steck' die Flaschen in die Holster... Licht an .. Musik an ...
- all the way home - Bruce Springsteen - und los...
erst mal zum Bahnhof....
auf der Fahrt zum Bahnhof dachte ich noch .... in der Garage war es eigentlich gar nicht so kalt ....
wird wohl nicht so wild werden ( jaaa klar und in Berlin gibt's bestimmt auch 'ne Apotheke ...nicht zu verwechseln mit der EPO-Theko, ja ;-)
.... okaayy ... Radzusatzkarte lösen 3,50 € trotz Profiticket... so was gibt's auch nur bei der Bahn...

-> HH-Hauptbahnhof... rüber zur S21.... die ersten Radsportler werden gesichtet....
mir lag mal wieder n' Spruch auf der Zunge (...da hamm' die schon so teure Räder und dann nehmen sie hier dem Partyvolk nach durchzechter Nacht die verdienten Sitzplätze in der S-Bahn wech...) ich verkneife mir das.... morgens um 5:XX hab ich auch meistens schlechte Laune... und keinen Sinn für sonderbaren Humor

... in Bergedorf wird's die wundersame Vermehrung der Räder....
meine Güte soo früh so viele Radfahrer ... voll ausgerüstet..... nicht schlecht...

Helm auf... Brille oben in den Helm gesteckt.... Regenweste an.... ja, es regnet...

- Bergedorf 5:45 leichter Regen, mäßiger Ostwind ... ich dachte noch... so viel Gel wie ich in den Taschen hab ... eines ist sicher, die Frisur hält....

aber nun mal los... schlappe 10 km bis zur nächsten Tasse Kaffee.... alles gut Brauner... der Regen lässt nach... hoch am Wind segelt's sich auch nicht bequemer...

am Start die Startnummer geholt 239.... ich rechne kurz 15x15 = 225 bis 239 sind's 14, 70 bis 169 nicht durch 13... nicht durch 2 klar, Quersumme nicht durch 3, nicht durch 5, 210+29 .. nicht durch 7, 220 => nicht durch 11 ... uups ne Primzahl ... ob alle Alleinfahrer ne Primzahl haben... die Prüfung verlege ich auf später... mein Gehirn funktioniert erst nach dem n-ten Kaffee halbwegs logisch.... und bis dahin brauche ich das Koffein auch noch für andere Zwecke...

...in der Gastwirtschaft sitzen sie schon alle und spachteln sich voll.... ich denk noch so an den Grund für die Chemienahrung in meinen Taschen,
es braucht ein paar Augenblicke bis mein Grinsen wieder aus dem Gesicht entweicht ;-), als jemand was von Sturmböen und Gewitterwarnungen tönt....
mir wird's drinnen zu warm, am Ende würde ich mich gar nicht mehr raus bequemen...
und so wieso zwei Kaffee mit Milch und Zucker reichen (für die ersten 100km).... spätestens jetzt weiß meine Pumpe, dass die Ruhezeit für längere Stunden beendet ist...
nach einigen weiteren Minuten rumstehen bei guter Musik verpasse ich mal wieder den pünktlichen Start...
sorry, kann nix hören... wann sollte ich noch mal losfahren.... wohin ??... mein 'Humor' trifft nicht auf Gegenliebe ....
man will mich hier scheinbar nicht länger haben...
dabei hätte ein freundliches Wort gereicht... "bleib doch noch ein wenig
... nimm noch 'n lecker Brötchen... ich wette ... ich hätt's mir sowas von gemütlich gemacht....
aber neee... keiner mag mich.... jedem Hund geht's heute besser ... obwohl, denen gönne ich's auch ....
...also los... schlappe 280km (natürlich die offizielle Strecke über Falkensee an der Elbe lang... alles andere ist albern... wegen ein paar Kilometer mehr oder weniger rum zu zicken... entweder alle fahren die gleiche Strecke oder fahren gleich Bahn... )

... der Kaffee wirkt... der Puls steigt... es läuft gut... ! ? läuft ? naja das Wasser in den Helm.... die ersten Mitstreiter werden bei Puls 180 im Durchschnitt flugs überholt....
'die lassen's bestimmt ruhig angehen' dachte ich so... 'vielleicht besser ???!' ....
Regen, Wind ...egal... die Mucke ist gut ... keine bekloppten Autofahrer morgens so früh... ich lass es rollen...
wenn das Koffein und der Blutzucker erst mal verbraucht sind, geht der Puls schon ganz von allein runter... zwangsweise....
die Umstellung auf Fettbrenner kommt aber erst bei geschätzten 200km ... mal sehen was der Schweinhund heute zu melden hat... und in Dömnitz pump ich vorher noch mal Zucker und Kaffee nach ... man man... was tust du dir nur an....

ich fahre lange..... ohne dass irgendwelche weiteren Fahren in Sicht kommen.... keiner, der mich überholt ... hmmmm die Strecke kenne ich eigentlich auswendig... aber ... es ist dunkel... vielleicht doch eine Abzweigung verpasst...
sinnlose Zweifel lassen mich das Navigationsgerät anschalten ..... wenn man so alleine bei Scheißwetter stundenlang auf dem Drahtesel hockt,
dann werden nicht unbedingt die Beine zum Problem .... es sind oft die Zweifel, die dich einbrechen lassen....
Fragen schießen durch den Vorderkopf...
- was machst du hier eigentlich... in deinem Alter... dich so gesundheitlich zu fordern... wo bleibt da denn das fördern... ja? befördern vielleicht...
- dein schönes Rad... und deine schönen Sachen.... alles nass nein, nein .. .... jaaaa is ja guuut
... ich bin (leider) keine 10 Jahre mehr.... wenn ich hier im Straßengraben liegen bleibe kräht auch kein Hahn was nach....
also was soll's ..... drauf gesch... trampel weiter...

... Das Navi sagt "die Straße hier ist richtig" .... ja, welche sonst, gibt ja sonst auch keine ....
obwohl ich diesen Streckenabschnitt irgendwie nicht einzuordnen weiß....
das passiert, wenn man auf technische Helferlein vertraut....
früher habe ich Ortschilder gelesen und hatte die Route im Kopf....
dafür 'darf' ich heute länger Unterlenker fahren! Ein Hoch auf den Fortschritt !

... es sind genau diese 'blauen Stunden' ... die einen immer wieder auf die elementaren Fragen stoßen lassen...
warum hat es der Wettergott ausgerechnet heute regnen und stürmen lassen...
und dann noch zielgerichtet gegen dich...
warum quäle ich mich über nasse dreckige Straßen in meinem Alter....
wer erfand überhaupt das Fahrrad... und.... wer hat den Idioten dafür anständig verprügelt ?
..... ich dreh die Mucke lauter... es läuft grad 'Spanish Radio' von Biffy Clyro... dad..daddad...

... an einer Tankstelle stehen welche und flicken sich den schlappen Reifen....
ok, die brauchen mich nicht... frage mich nur, warum die nicht die Schwalbe Durano plus aufziehen....
ich hab seit Jahren keinen Platten mehr gehabt....
kurz danach sehe ich einige Fahrer hinter mir auf die Strecke einbiegen....
die LED-Leuchten sind wirklich phänomenal.... hell... nicht zu verwechseln mit dem Ort... da ist's bestimmt nicht hell...

.. ich drücke auf's Pedal..... ich will allein fahren .... will in Ruhe Musik hören und sowie so hab ich noch einiges mit mir zu besprechen....

nach einer geschätzten halbe Stunde kommen Leutchen von hinten auf.... eine Gruppe mit Liegerädern und eine Gruppe mit normalen Rädern.....
schei... wenn die vor mir fahren krieg ich den ganzen Dreck in die Fresse....
ich hasse das... also lass ich die Jungs fahren und mich erst einmal etwas zurückfallen....
denke mir... es ist Zeit für eine Runde Gel.. und krame in der Trikottasche ...
erwische so'n 'Alubeutel' versuche das Teil mit den Zähnen zu öffnen...
halt's mir "ins Gesicht" und drücke drauf..... prima schmeckt gut ... sagt mein Haar....
ich probier's nochmal und der Rest landet dort wo er hin soll....
vorbildlich wie ich bin stecke ich den klebrigen Rest zurück in die Tasche....
der weiße Riese wird's schon richten.... wenn's nicht gleich der Regen besorgt....
ich lass die Beine noch ein wenig hängen.....
und nach dem kleinen Anstieg nach Alt Garge fühlen sich meine Beine stark wie zwei "Halbstarke"
... was haben die bloß in dieses Zeug rein gemixt... nur Zucker ?
... ich drücke auf's Pedal .... über 250Watt Durchschnitt ... über 4Watt/kg... mal sehen wie lange das gut geht....
der Puls dreht wieder gen 180 .... ok, das kann ich zwar mehrere Stunden aushalten... aber man man, wenn das mein Kardiologe wüsste ;-) aber die Frisur hält... zumindest an den Beinen...

...bis Hitzacker nehme ich die L231, die kleinen Anstiege entlang der Elbuferstraße über Tießau wären zwar bei meinem Gewicht genau das Ding, nur morgens im Halbschlaf alleine bei Regen und Wind ? (so wie ich mich kenne) mit ner' 110 Trittfrequenz 53/so wenig wie geht die Hügel wieder runter..... ?
... 'lass es', sagte ich mir und dachte dabei an das Metall in meinem Kopf... und daran, dass der Anästhesist damals ein paar Sekunden bevor seine Vollnarkose Wirkung zeigte so etwas faselte wie: "was soll eigentlich mit dem hier passieren, der ist nicht auf meinem Plan... den haben sie zwischengeschoben" .........fuc.. und da war ich auch schon im Land des dunklen Tiefschlafs ... ohne Träume und Erinnerungen (zum Glück...) .... ratzzzzzz ... ..... und bin trotzdem wieder aufgewacht .... Glück gehabt damals ?!

... egal... nicht die schlechten Erinnerungen aufwärmen... du alter Sack.. und weiter am Unterlenker bis Hitzacker ziehn ....
noch n' Riegel zur Entlastung der Trikottaschen in den Kopf gesteckt und dieses schauderhafte ISO-Gesöff nachgekippt....
aber ohne das Zeug bekommt man schnell Krämpfe, insbesondere wenn man lange im oberen Bereich fährt....
hmmm... hmmmm.... warum tue ich mir das bloß noch alles an....

....der Regen wird stärker, der Wind nimmt dafür nicht ab.... die dünnen Klamotten sind restlos durch, in den Schuhen steht das Wasser und quitscht
immerhin bei 'ner komfortablen Trittfrequenz von 80/min
.... aus den Ohrhörern dröhnt .... "ich mach die Jacke zu, denn es ist kalt... guten Morgen Berlin, du kannst so dreckig sein...."
ja... ich weiß.... ...Peter Fox... nicht nur Berlin kann dreckig sein.... must mal hier her kommen und auf n' Bus warten... dann rufste dir aber schnell n' Taxi Baby....

... endlich .... ich fahre nach Hitzacker ein... links von der Elbuferstraße kommend biegen St.Paulianer vor mir auf die Straße ... ich schiebe mir das Reststück eines trocknen Riegels in den Hals .... und sage mir ... "es ist nicht mehr weit bis zu meinem dritten Kaffee heuteee...." und lass den Puls wieder gen 180 wandern...
auf der halben Strecke von Hitzacker nach Dömnitz überholen mich die St. Paulianer.... ich halte Abstand.... kein Bock auf Sandfressen....
kurz vor Kamerun biege ich links auf den Deich.... die Pauli Fans fahren grad aus.....
meine Chance !
.... überlege welcher Schlumpf das Nest hier hinterm Deich bei dem ständigen Scheißwetter nach 'nem Staat in Zentralafrika benannt hat, Kamerun... wie auch immer.... wenigstens kann man sich so den richtigen Abzweiger zu den vierbeinigen Gesellen besser merken (beneidenswert mit anzusehen, wie sich die Schnuckis in Ihrem Filzmantel müde über meine traurige, frierende Gestallt im Goretex-Outfit zu amüsieren scheinen) .... was ich allerdings nicht bedachte.... Shauns Freunde hatten den Radweg schön mit Lehm und anderem "Dreck" garniert....
wie gut, dass keiner vor mir fährt... da ist mir selbst so'n Riegel noch lieber als die Schafschei.... im Mund zu schmecken....

... runter vom Deich.... rüber über die Elb-Brücke.... hihihiii .... die Abkürzung wurde belohnt.... sehe zwar aus wie ein Schwein, stehe aber schon am "Kaffeeautomaten", als die Paulianer einrollen....
noch 'n Stück Banane und 'n Schlückchen Kaffee in den Mund gekippt und weiter.... bloß nicht stehen... dann kommt die Erkältung....

... ab Dömnitz sollte es dann allerdings eine Fahrt fast ohne irgendwelche Mitstreiter werden.... frage mich, wo die angeblich so schnellen Gruppen geblieben sind ?? ... die hätten mich doch normalerweise lange überholen müssen... fahren die alle die B5 oder was... ich dachte die wäre tabu... naja, was erwartet man.... demnächst fahren die ersten wahrscheinlich auch mit Pedelec(kmaA) die B5 lang... die ist bestimmt auch schön glatt geteert... das rollt dann so schön und schont das Popöchen.... das finde ich echt epopöisch....
jaaa und da sind sie wieder ... die drei Fragen .... wohin fahre ich eigentlich.... wie spät ist's denn schon .... und warum mach ich den Quatsch überhaupt .... ???
Wohin... in die Hauptstadt der Politik oder war das nicht vor 25 Jahren noch die Hauptstadt der Republik ....
naja, politisch ging's ja auch im Amateursport schon immer zu....
und wie spät ist's ... was weiß ich.... es gibt immer einen der früher dran ist... und wenn's der Igel ist, sagte der Hase
... aber früher dran zu sein, muss nicht immer was Gutes bedeuten ...

jaaaa ... ok und warum machst du das eigentlich... weil ich's kann ...ich sage mir ich fahre hier nur für mich und nicht gegen mich oder gegen irgendeinen anderen, ..... nur um zu fahren .... denn wenn du ankommst, dann ist der Spaß nämlich endgültig vorbei.... kommt nur darauf an, dass du noch fahren kannst .....
... und wenn es hier um irgendwelche Wettstreitigkeiten gehen sollte, dann sag ich nur... das hab ich vor ca. 30 Jahren an den sprichwörtlichen Nagel gehängt.....

.... bis Havelberg alles gut... bis Rhinow lief's dann eher bei 180 Watt im Regenerationstempo ... die Sekunden, die man im ersten Drittel aufholt.... verliert man an Minuten im letzten.... aber wem erzähle ich das.... (ich Idiot... selbst 20'000 km im Jahr lassen einen nicht schlau werden)
... der Wind geht mir auf den Sack.... 280km nur alleine gegen an .... dafür bin ich zu leicht.... und es wird kalt.... scheiß kalt, wenn die Klamotten auf der Haut trocknen....Verdunstungskälte halt... ich versuche mir auszurechnen wie viele Watt Leistung für meine innere Heizung drauf gehen... klar, da bleibt nix übrig für die Beine... (rede ich mir schön) sollte es vielleicht mal mit Isover in der Jacke probieren ... oder in die Hose stecken... das piekt bestimmt "epopöisch"
.... oder hol ich schnell meine obligatorisch mitgeführte Rettungsdecke aus Goldfolie raus und steck mir das Ding irgendwohin....
ahhhhh... kein Bock... kein Bock anzuhalten.... trampel weiter .... und dreh die Musik lauter ......

...meine Finger verlieren durch das lange Aufgestütze auf dem Unterlenker langsam das Gefühl.... alles Blut steckt eben im Kopf... ist doch klar ... bei solchen wirren Gedanken kann die Maschine nicht laufen.... das ist erwiesen, wer sportliche Höchstleistungen erbringen will, der denkt besser nicht.....
wie auch immer.... das ist jedenfalls nicht mein Wetter....
ich brauche 25Grad... Celsius nicht im Winkel... aber dafür im Schatten.... wenig Wind und durchschnittlich 5% Steigung
... das wäre meine Welt.... .... hiiilllfe ich will wieder in den Süden..... Radtourismus ist doch meine liebste Beschäftigung...
...die verkackte Allee der '874,32' Bäume (oder wie viele das auch sein mögen) führt mich nicht von Strohdehne nach Rhinow sondern von "Strohdämlich" nach Reno-Nevada
.... wie schon Tony Christie es in seinem Titel 'don't go down to Reno' formulierte...
ich suche den Titel auf dem MP3-Player .... natürlich hab ich den extra aufgespielt
.... genau um hier mittrellern zu können....

... in Reno town for a few dollars down .... dadadaaa
you can buy yourself a separation.
And say good-bye to the (Cerve)lo ve
and the life that we shared togethaaaa.

...jawohl ....'ne Trennung zwischen mir und dieser Quälerei hier.... ich brauch ne Heizung... Weicheier müssen schließlich hart gekocht werden...

.... aber bei 'Terry Evans' 'I Want To Be Close To You, God' entwickelt sich selbst der "Unterleibs-Vibrationsfahrbahnbelag " hier zu einer Art sexuellem Grenzerlebnis ..... cool... feucht bin ich ja schon und dunkel ist's auch schon wieder ... wenn's jetzt noch warm wird ...
die Fraktion aus der linken Hirnhälfte meldet sich prompt.... spare deine Energie ... sind noch locker 70 km ......

... durch Rhinow wird durch geheizt.... mache die "ESK-Leute" am Supermarkt aus .... ? soll ich halten ?
... schön 'nen Liter Kakao rein kippen zwei oder drei Stück Kuchen und was der Laden sonst noch so hergibt...
ach was .. ich will nach Hause... gib Gas...
... vor Berge auf den Fahrradweg.... bis Nauen.... und dann .....
... dann kracht's ... fuc.... aber großes FUC...
ein fettes Schlagloch unter dem Laub...
fast hätte ich den Asphalt geschmacklich mit meiner Zunge untersucht ....
noch mal gut gegangen..... oder .... nee...
irgendwas zickt am Hinterrad... bremst und macht scheiß Geräusche....
Speichenbruch ?! .... nö, stellt sich später nur als Nippelbruch heraus...
was aber auch nicht viel besser ist und nix, rein gar nix an der Situation ändert ... die Felge zieht krumm....
hätte ich das vorher gewusst, hätt ich mir n' Nippel und nen Schlüssel irgendwo reingesteckt.... weiß man's
.... wär 'ne Sache von 15 Minuten gewesen...
so wird's zum Geduldsspiel, das Hinterrad nach jedem Schlagloch/Kopfsteinpflaster oder jedem "Wiegetritt"
gegebenenfalls wieder "schief" in die Ausfallenden zu positionieren.... damit die Felge oder der Reifen nicht
den Karbonrahmen durchscheuert....

ok... mein Fehler bei längeren Fahrten habe ich normalerweise auch alle Speichenlängen + Nippel ans Rad getaped
.... na ja... nur noch gute 30 km .... wird's halt gemütlich... auch nicht schlecht.... (ich säusel leise ... scheiße) ....

...irgendwelche Gruppen überholen mich .... ich stehe am Straßenrand irgendwo vor Falkensee
... fummle das Hinterrad mal wieder irgendwie schief rein...
das keiner fragt , ob alles in Ordnung ist oder ob man helfen könnte ...und wenn's nur eine rein rhetorische Frage wär...
... wundert mich eigentlich nicht mehr.... ist halt alles politisch geworden heutzutage.... wenn's keine Vorteil versachafft...
aber ist auch nicht schlimm... ich hab mich für die 280km Einzelfahrt angemeldet... also fahr ich auch allein...
macht mir nix aus... das mache ich zumindest bei halbwegs erträglichem Wetter fast jedes Wochenende....

nur dann sind sie wieder da ... diese Fragen .... diese Zweifel ... warum tue ich das..... all diesen Scheiß...
warum fahre ich 300km mit Rad nach Berlin... warum fahre ich heute und hier 300km
... warum fahre ich nicht wenigstens da, wo die Straßen besser und das Wetter erträglich ist ...
die Radputzerei wird mich bestimmt wieder 2 Stunden aufhalten... Fragen über Fragen ....

... in Spandau kommen Erinnerungen an meine Vergangenheit hoch....
- ob Sie hier noch wohnt... nee.. ist bestimmt schon vor 20 Jahren mit Ihrem Rechtsanwalt in den Grunewald gezogen...

...dann noch an der Waldbühne vorbei.... nochmal Vorsichtig ohne Wiegetritt den Hügel rauf..... und, und ... und ..... aaahhhh .....

... soo ich hab jetzt aber erst mal genug von Fahrrädern.... die langweilen mich jetzt irgendwie ein wenig...

ich geh dann mal kurz Duschen und 'n Kaffee trinken.... ;-)

... ehrlich ... ich glaube ich werde langsam zu alt für den Quatsch....

P.S.: Dank an die Organisatoren auch für die Bilder, die sich immer wieder gut in meiner elektronischen Kramkiste machen....
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Beitragvon Dreckschleuder » 15.10.2013, 00:32

Woran Du Dich noch alles erinnern kannst? Mit ein wenig Abstand wird die Strapaze wieder zu einer legendären Veranstaltung. :mad:
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Beitragvon Asphalthardy » 15.10.2013, 09:05

Nach meiner 5. Teilnahme in Folge kam mir das erste Mal der Gedanke, kurz hinter Dömitz abzubrechen... Nicht die äußeren Umstände, sondern der Blick auf meinen Pulsmesser machten mir Sorge..

Aber als Team gestartet, sollten wir doch als Team ankommen... 30 Min. Strafzeit immer im Kopf..

Danke Thorsten Krause oder Tribelix, wie er hier wohl heißt, der mir zur Auswahl sagte:" O-Ton ähnlich: Links rum ins Dorf und abholen lassen ... oder rechts rum zu Ende fahren"... auch wenn ich die restlichen 180 km vorne fahren muß... :mad: Wir haben es dann tatsächlich mit "Zeitverzögerung" ins Ziel geschafft.

Danke dem Team FernSchnellGut für den Teamgeist.
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Re: Auf der Audax-Seite

Beitragvon Hajobu » 15.10.2013, 15:44

bs hat geschrieben:gibt es jetzt die Rohdaten und ein Link zu ein paar Bildern
Sag mal Burkhard, wie hast du nur die super Aufnahmen am Kniepenberg bei strömenden Regen gemacht? Die könntest du locker an die Profibildagentur "Roth" oder andere veräußern!....

Tolle Leistung von Euch "Audaxes", diese Veranstaltung!
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Beitragvon Halbrenner » 15.10.2013, 19:19

An den Sportsfreund, dem wir - das Team vom Altonaer Bicycle-Club von 1869/80 - nach ca. 50 - 60 km nach Zuruf einen Ersatzreifen übergeben haben (und dabei fast unsere Gruppe verloren hätten): Es wäre sehr nett und aufmerksam, wenn Du Dich bei uns melden würdest ... (entweder hier per PN, über die Veranstalter, Namen in der Ergebnisliste, etc.)

Ansonsten: Wir wollten gemeinsam ankommen und haben dieses Ziel erreicht. Im Hellen haben wir es dann zwar nicht mehr ganz geschafft, was die Fahrt in Berlin auf den letzten Kilometern für mich zumindest recht unangenehm gestaltete. Das Wetter fand ich übrigens gar nicht so schlecht. :P Auf jeden Fall deutlich trockener als vorhergesagt.

Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder dabei.

Auch an dieser Stelle noch einmal ein großes DANKE an die Veranstalter. Das war alles echt super organisiert. Wenn wir doch nur halb so gut organisiert gewesen wären... :HaHa:
Pygra
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Beitragvon Pygra » 15.10.2013, 21:18

Dreckschleuder hat geschrieben:Woran Du Dich noch alles erinnern kannst? Mit ein wenig Abstand wird die Strapaze wieder zu einer legendären Veranstaltung. :mad:
Die Legende ist eine dem Märchen und der Sage verwandte Textsorte bzw. literarische Gattung. (siehe Wikipedia) ... lustig (und ich meine lustig, weil man drüber lachen kann...) finde ich, dass die legendären Leute die B5 fahren, was doch eigentlich tabu ist oder? ....mal abgesehen davon, dass die Straße dort mit Sicherheit glatt ist wie ein Kinderarsch und ... was dazu kommt ....die Strecke über Perleberg-Kyrotz etc. - Frisack ist ungefähr 10 km kürzer ... soviel zu den Legenden ;-) :HaHa:

...wenn sich das rumspricht, fahren in Zukunft wohl alle bald da lang....

P.S. eine Strapaze wär's geworden, wenn ich ohne Beleuchtung die B5 nach Hause gefahren wär...
Angelboot

Beitragvon Angelboot » 15.10.2013, 22:00

@ Pygra :!: :applaus:

Es gibt Leute, die möchten aber so gerne Legenden sein. Auch wenn es Kopf und Beine oft nicht hergeben. Da fährt man mal da, wo es eigentlich nicht erlaubt ist oder es wird eine Abkürzung bei einem Brevet gefahren.
Ötzy
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Beitragvon Ötzy » 15.10.2013, 22:13

Pygra hat geschrieben:...wenn sich das rumspricht fahren in Zukunft wohl alle bald da lang....
Wenn die (Damen und Herren) dann keine Stöpsel in den Ohren haben, wäre allen gedient. :mad: Trink doch noch `nen Kaffee...

Davon ab: Es war für mich ein früher Start in den Tag, der mit Geselligkeit und gut gelaunten Startern und Helfern belohnt wurde. Keine Spur von Hektik beim tiefenentspannten Audax-Team und zwischendurch immer noch Zeit für ein kurzes Gespräch. Da komme ich gerne wieder, wenn auch nicht zwingend als Fahrer.
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Helmut
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Beitragvon Helmut » 16.10.2013, 01:18

<IMG src="http://4.bp.blogspot.com/-__iH5KEo71I/U ... itz_AO.jpg">

Cervelover war ja auch dabei und hat wieder einen umfassenden, unterhaltsamen Bericht verfasst. Obwohl es tatsächlich die sprichwörtliche Kuhscheiße regnete (von unten, siehe Bild), will er 2014 wieder dabei sein.

http://cervelover.blogspot.de/2013/10/z ... -mein.html
Wenn's um die Wurst geht, sollte man gut abschneiden.
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motta
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Beitragvon motta » 16.10.2013, 07:25

Pygra hat geschrieben:Die Legende ist eine dem Märchen und der Sage verwandte Textsorte bzw. literarische Gattung. (siehe Wikipedia) ... lustig (und ich meine lustig, weil man drüber lachen kann...) finde ich, dass die legendären Leute die B5 fahren, was doch eigentlich tabu ist oder? ....mal abgesehen davon, dass die Straße dort mit Sicherheit glatt ist wie ein Kinderarsch und ... was dazu kommt ....die Strecke über Perleberg-Kyrotz etc. - Frisack ist ungefähr 10 km kürzer ... soviel zu den Legenden ;-) :HaHa:

...wenn sich das rumspricht, fahren in Zukunft wohl alle bald da lang....

P.S. eine Strapaze wär's geworden, wenn ich ohne Beleuchtung die B5 nach Hause gefahren wär...
Moin pygra und Angelboot,

bevor HH-B zu einer Großveranstaltung geworden ist, galt es als besondere und zusätzliche Herausforderung, den besten und kürzesten Weg zu finden, da die Strecke ja nur minimal definiert ist.

Am Anfang 2001/2002 gar fuhren alle Fahrer auf der B5, da es zu dieser Zeit noch keine sinnvolle Alternative gab. Lediglich das letzte Stück B5 ab Nauen ist für Fahrräder gesperrt, weil es eine Kraftfahrstraße ist. Wer dort fährt, fährt regelwidrig.

Hättet ihr genau recherchiert und nachgedacht/ nachgefragt, hättet ihr eure Beiträge sicher so nicht geschrieben.

meint
"the Return of the Döner-Böy", der seinen Döner 2002 auch an der B5 zu sich nahm.
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Guzzi
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Beitragvon Guzzi » 16.10.2013, 07:30

Pygra hat geschrieben:...die B5 fahren, was doch eigentlich tabu ist oder? ....mal abgesehen davon, dass die Straße dort mit Sicherheit glatt ist wie ein Kinderarsch...
Die B5 an sich ist erlaubt. Tabu sind Kraftfahrstraßen, d. h. ab Nauen muß man von der B5 runter.

Aber komm erst mal zur B5, der schnellste Weg über Karstädt ist auch nicht so glatt. Wie meinte letztes Jahr ein anderer Velomobilfahrer: "Da wird man ja seekrank". Nachteil der B5: ein paar Höhenmeter mehr und viel, viel Wind...

Mein Respekt haben alle Unverkleideten, die bei diesem Wetter fahren! Ihr saht in Dömitz wie die Schweine aus, aber in Berlin habe ich nur glückliche Gesichter gesehen.

Gruß Hartmut
christianeskhh
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Beitragvon christianeskhh » 16.10.2013, 07:54

Dank ans Audax Team für die Orga und für die tollen Berichte, besonders Janibal und Heimfelder Dirk, die mein Leid geteilt haben.

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