Weniger RTFs 2018 im Norden...

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Pinarello
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Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Pinarello » 10.12.2017, 14:02

Hallo zusammen,

folgendes ist interessant für Marathonfahrer und Bergspezies.
Es geht um die ADLER Runde im Harz.
Zu finden auf der facebook Seite des RSV Adler.
Bleibt zu hoffen, dass diese schöne Veranstaltung nicht wegstirbt.
Sind zwar anstrengende und sehr anspruchsvolle Strecken, haben aber auch viel Spass gemacht.
Und die Orga war jedesmal top..

(Auszug von der RSV Adler Goslar facebook Seite)
Hallo zusammen,
leider ist es nun auch offiziell:
Es wird leider keine Adlerrunde im Jahr 2018 geben. Wir standen für das kommende Jahr einfach vor einem zu großen Organisationsberg. Wir möchten Euch jedes Mal eine Top Veranstaltung bieten, was wir so leider nicht garantieren könnten. Deshalb haben wir früh genug die Reißleine gezogen...

Wir planen aber weiter für das Jahr 2019 und halten Euch diesbezüglich auf dem laufenden.

Vielen Dank für Eure Rücksichtnahme!
Euer Orga-Team der Adlerrunde


Weiterhin wird in einem Kommentar zu diesem Thema auch geschrieben, dass im Norden wohl 2018 insgesamt 9 RTF Veranstaltungen weniger als im Jahr 2017 statt finden. Das finde ich eine ganze Menge...
Bin gespannt welche RTFs fehlen werden. Hoffentlich setzt sich dieser Trend nicht fort.
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Don Vito Campagnolo
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 10.12.2017, 17:56

Na, in diesem Jahr hatten wir ja schon die Absage der Helmut-Niemeier-RTF zu beklagen und in den vergangenen 5 Jahren hat sich auch so ziemlich jede CTF zur O-CTF gewandelt - es klemmt schon (fast) überall.
Knud
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Knud » 10.12.2017, 23:35

Nun steht da nicht, was die Kollegen genau bewogen hat. Es könnte auch sein, dass man Opfer des Erfolges geworden ist. Steht da vielleicht ein Hauptorganisator nicht mehr zur Verfügung? Hoffen wir auf 2019.

Klar ist, dass unverändert viele RTF unter Druck stehen, weil es immer schwerer wird, genügen Helfer zu finden. Aber auch Organisation im Hintergrund, Anträge an Behörden stellen und Finanzen zusammen halten, ist nicht Jedermanns Sache.
Mir scheint aber auch, dass die RTF von der Teilnehmerseite bedroht sind. Wir sollten offizielle Zahlen abwarten, ich hatte dennoch dieses Jahr das Gefühl, dass deutlich weniger Leute gefahren sind. Ein kleines Stück hat es jeder in der Hand, als Teilnehmer und Helfer.

Knud
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Don Vito Campagnolo
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 11.12.2017, 14:19

Knud hat geschrieben:
10.12.2017, 23:35
... Wir sollten offizielle Zahlen abwarten, ich hatte dennoch dieses Jahr das Gefühl, dass deutlich weniger Leute gefahren sind. ...
Wobei in diesem Jahr ja nun das Wetter durch alle Monate hinweg so überhaupt gar nicht mitgespielt hat - das allein dürfte bei zahlreichen Veranstaltungen schon für ordentliche Dämpfer gesorgt haben.
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kocmonaut
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon kocmonaut » 11.12.2017, 22:18

Die Veranstalter kämpfen vornehmlich an drei Fronten:

1. Genehmigungsverfahren/Auflagen der Behörden:

Hier sind sicherlich Veranstalter von Rennen stärker betroffen als Veranstalter von RTFs/CTFs. Hürden und Hemmnisse gibt es auch hier dennoch. In Rennfahrersprache zurück übersetzt heißt das: Es werden (nicht vor dem Zielsprint, sondern schon vor dem Start!) viele oder alle Körner Reis auf die Straße geworfen, die eigentlich später benötigt werden - bzw. für den Erfolg/de Kontinuität zwingend erforderlich sind.

2. Helfermangel

Die einen wollen nicht, die anderen können nicht. Bei der Adlerrunde treffe ich jedes Mal überdurchschnittlich viele junge ehrenamtliche Organisatoren und Helfer. Sind die beruflich zu stark eingebunden, fehlt die Power für das Ehrenamt. Es fehlt hier und vielerorts trotz großem Einsatz Einzelner an der Vielzahl erforderlicher Helfer.

3. Teilnehmerunschlüssigkeit

Auch hier: Die einen wollen nicht, die anderen können nicht, aber das Wetter ist wie es ist. Das Motto des Jahres war erneut "Ich weiss nicht ob ich unschlüssig bin". Im Umkehrschluss bedeutet genau diese Einstellung jedoch auch, dass Veranstalter genau deswegen! "tschüss" sagen. Andere wollen verbindliche Voranmeldung und Nachmeldeaufschlag einführen und sondieren bereits entsprechende Meldeportale, die auch Zahlung abwickeln. Das sind Mehrkosten, die igendwann und irgendwo umgelegt werden.

4. (Freund oder Feind?) Kommerzielle Veranstaltungen

Man kann befürchten, dass zum Zeitpunkt X kommerzielle/professionelle Veranstaltungen die Breitensportveranstaltungen ablösen, weil sie "die Bedürfnisse und Erwartungen der Teilnehmer besser erkennen und erfüllen". Sehe ich persönlich nicht so, denn man kann nicht jedes Wochenende "das Highlight des Jahres" erleben und hierfür pro Wochenende die Summe ausgeben, die alternativ für ein komplettes RTF-Jahresbudget reicht. Insofern sehe ich hier keine Konkurrenz sondern eine Ergänzung des Einen zum Anderen.


Immerhin: Im Breitensportkalender SH/HH 2018 ist nur eine kleine Ausdünnung an Veranstaltungen erkennbar. Das ist aber keine Garantie für die Folgejahre.
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Don Vito Campagnolo
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 12.12.2017, 13:32

kocmonaut hat geschrieben:
11.12.2017, 22:18


4. (Freund oder Feind?) Kommerzielle Veranstaltungen

Man kann befürchten, dass zum Zeitpunkt X kommerzielle/professionelle Veranstaltungen die Breitensportveranstaltungen ablösen, weil sie "die Bedürfnisse und Erwartungen der Teilnehmer besser erkennen und erfüllen". Sehe ich persönlich nicht so, denn man kann nicht jedes Wochenende "das Highlight des Jahres" erleben und hierfür pro Wochenende die Summe ausgeben, die alternativ für ein komplettes RTF-Jahresbudget reicht. Insofern sehe ich hier keine Konkurrenz sondern eine Ergänzung des Einen zum Anderen.
Das sehe ich im Prinzip genau so wie du, allerdings tun die Vereine gut daran die Termine genau im Auge zu behalten:
Gab z.B. schon Giro Stormarn und Velothon Berlin am gleichen Tag - sowas kostet sicherlich Teilnehmer in hohen 2- oder sogar niedrigen 3-stelligen Bereich.
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Stockumer Junge » 12.12.2017, 14:43

Hier mal die Zahlen im 5 Jahresvergleich aus Nordrhein-Westfalen. Würde mich über ein paar Interpretationen freuen:

http://rc-buer.de/news/2088-zahlen-date ... aison-2017

Zur Diskussion Privat- oder Vereinsveranstaltung: Ich gehe da noch ein Stück weiter. Ich denke z.B., dass auf Dauer Vereine von der Veranstaltung von großen Radmarathons absehen sollten. Dies sollten man den kommerziellen Anbietern überlassen, da es doch zu weit von der Erlebniswelt des gemeinen Vereinsmitgliedes entfernt ist. Lieber in Veranstaltungen investieren, die nicht eine kleine Szene bedienen, sondern expliziten Breitensportcharakter haben.Ähnlich wie bei den Adlern aus Goslar haben wir das in NRW mit dem Sauerland Extreme gehabt. Auf Dauer kann man das normale Vereinsmitglied dort nicht als Helfer für begeistern. Hingegen ist bei kleinen, kompakten Veranstaltungsformaten wie z.B. für die CTFs im Rahmen der Winter Bike Trophy kein Helfermangel zu beklagen. Die meisten fahren selber und sind dann auch bereit zu helfen. Von O-CTF halte ich gar nichts. Das ist nur ein Abschied auf Raten. Da kann ich mir doch besser gleich einen Track von Gpsies runterladen.
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 13.12.2017, 22:50

1/3 weniger Veranstaltungen ist schon heftig, ganz logisch dass damit auch die Anzahl der Gesamtteilnehmer etwa in gleicher Größe sinkt.
Aber: Teilnehmer je RTF innerhalb der vergangenen 5 Jahre um 15 Stück je Veranstaltung gesunken finde ich jetzt nicht besorgniserregend. Klar, gleichbiel oder mehr wären besser, aber das ist doch ein moderater Rückgang. Wobei da noch ältere Zahlen (z.B. zurück in die frühen 90er bis vor den Team-Telekom-Schub und Niedergang Mitte der 2000er) wären auch interessant.
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Pinarello » 14.12.2017, 11:39

Wenn ich die Auswertung 2017 so lese habe ich den Eindruck , dass alles Rückläufig ist ausser die Anzahl der Trimm Fahrer/innen.

Bei einem „Polster“ von über 400 Starten je Veranstaltung sind 15 Teilnehmer/innen weniger pro RTF in den letzten 5 Jahren nicht viel.
Relativ betrachtet.
Im Radsportbezirk Niedersachsen vermute ich mal wär das schon eine ganze Menge. So aus dem Bauch raus würde ich mal für die Region Hannover schätzen,dass sich die meisten Veranstalter schon über 250 Teilnehmer sehr freuen.... meist sind es weniger.

Bemerkenswert ist die steigende Anzahl der Fahrer/innen ohne RTF Lizenz.
Das die Anzahlt der RTF Lizenz-Fahrer/innen immer weniger wird kann man auch hier im Raum Hannover beobachten.
Im Startblock ist es auffällig wie wenig RTF Lizenz-Fahrer starten.
Und wenn man jetzt unterstellt die meisten nicht RTF-Lizenzfahrer/innen sind Nutzer der Veranstaltung und selber nicht in einem Verein tätig.
Wer wird dann in Zukunft die RTF Veranstaltungen eherenamtlich planen,organisieren und auf den Kontrollen die Verpflegung reichen?

Wenn der RTF Terminplan für 2018 raus ist, werden wir sehen welche Veranstalter das Hand geschmissen haben.
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Don Vito Campagnolo » 14.12.2017, 13:27

Pinarello hat geschrieben:
14.12.2017, 11:39
.. RTF-Lizenz...
Meinst du damit die Wertungskarte?
Mag sein, dass viele Vereinsmitglieder eine haben, weil viele Vereine auch eine interne Punktewertung haben und die fleissigsten Punktsammler dafür einen Schulterklopfer bekommen.
Gibt aber auch welche (wie mich), denen die Punkte am verlängerten Rücken vorbeigehen und die niemalsnicht eine Rabattpunktesammelkarte hatten und auch so ihren Spaß an der RTF haben.
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Netzmeister » 23.01.2018, 11:10

Zum Raum Hannover kann ich sagen, dass 250 Teilnehmern noch gerade Okay ist ist, aber mit rund 300 bis 350 gerechnet (und dem entsprechend organisiert) wird.
Kaum ein RTF-Fachwart oder -Koorinatorim Raum Hannover wünscht sich mehr als 500 Teilnehmer, was schon recht hoch gegriffen ist. Ab 400 Startern wir es schwierig, wenn alle auf einmal und nicht in 20-Blöcken auf die Strecke gehen.

Teilnhemerzahlen im vierstelligen oder hohen dreistelligen Bereich (wie nicht selten in Hamburg) sind in Hannover noch nicht aufgetreten und auch nicht zu erwarten. RTF in HH ziehen den gesamten Norden an (Schleswig-Holstein, Hamburg, nördl. Niedersachsen, Meck-Pomm).

Selbst beim Bundes-Radsport-Treffen waren "nur" rund 600 Starter/innen. Wer weiß wie viel es bei Sommerwetter gewesen wären?

Edit: In Niedersachsen reichte 2017 die Starterzahl von 46 bis 720.

Wenn Helfermangel verstärkt der Grund für Absagen ist, ist es dringend nötig einen Weg zu finden, das Vereinsleben attraktiver zu machen - das Vorurteil des muffigen Alt-Herren-Vereins-Spießertums hält sich leider sehr stark.
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Re: Weniger RTFs 2018 im Norden...

Beitragvon Netzmeister » 23.01.2018, 11:21

Don Vito Campagnolo hat geschrieben:
14.12.2017, 13:27
Pinarello hat geschrieben:
14.12.2017, 11:39
.. RTF-Lizenz...
Meinst du damit die Wertungskarte?
Mag sein, dass viele Vereinsmitglieder eine haben, weil viele Vereine auch eine interne Punktewertung haben und die fleissigsten Punktsammler dafür einen Schulterklopfer bekommen.
Gibt aber auch welche (wie mich), denen die Punkte am verlängerten Rücken vorbeigehen und die niemalsnicht eine Rabattpunktesammelkarte hatten und auch so ihren Spaß an der RTF haben.
Es geht ja weniger um eine RTF-Lizenz, als mehr um die Mitgliedschaft in einem Verein - dort besteht ja auch keine Pflicht eine Lizenz - egal welcher Art - zu lösen. ;)
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