Zwei gänzlich verschiedene Marathons

Fernhusumerin
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Zwei gänzlich verschiedene Marathons

Beitragvon Fernhusumerin » 26.07.2017, 21:22

Einmal beim Kaffeeklatsch auch so ein Trikot der Deutschland-Marathon-Serie bekommen, dass ist dies Jahr mein Ziel....

Und neben den Marathons bei uns im Norden, wollte ich auch mal woanders fahren. So hatten ich auf dem Hin- und Rückweg meines Sommerurlaubes mit einer Klettersteigtour in den Brenta-Dolomiten jeweils einen Marathon eingeplant.

Auf dem Hinweg war der 100 Seenland-Marathon in der Lausitz mein Ziel.... das Startgeld war im Verhältnis zu unseren Nordveranstaltungen sehr hoch, was es dafür wohl gab? Zunächst muss erwähnt werden, dass dieser Marathon im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen stattfindet, die über drei Tage geht.... Laufen Radeln, Skaten über die verschiedensten Strecken. Startort ist Großräschen. die ehemalige Tagebauabraumhalde, der ein Großteil des ehemaligen Ortes zum Opfer gefallen ist, wird zu einer Seenlandschaft umgewandelt. Wobei die Seen noch nicht vollgelaufen sind, so kann man in Großräschen einen Hafen ohne Wasser bewundern.... (die derzeitigen Regenmengen füllen vielleicht die Seen wie erhofft noch dieses Jahr).
Wohnmobile und Zelte durften umsonst auf einer Wiese nahe am Start stehen, morgens gab es für 5€ Frühstück.

Um 7Uhr war Marathonstart und ich machte mich mit 5 weiteren Schleswig-Holsteiner auf die Strecke.... dank EU - Geldern führt die Strecke in weiten Teilen auf breiten super ausgebauten Fahrradwegen an den Seen entlang. Lediglich 300hm hat die Strecke aufzuweisen und ist somit auch super für Nichtmarathonfahrerinnen und Fahrer geeignet.
An K1 und K2 erwartete uns eine gute Verpflegung der üblichen Art, angereichert mit Kuchen, Nüssen und mehr.... Bei der Ankunft an K3 erwartete uns dann eine Überraschung, an einem Dorfkrug spielte eine Liveband und drinnen gab es eine Superwarmverflegung... Nudeln, Kartoffeln, Geschnetzeltes und vieles mehr.... danach ein Kaffee.. vielleicht noch ein Stück Kuchen? Nach anfänglichem Zögern langten wir zu.... und diese Verpflegung war übrigens auch für alle RTF-Fahrer.... Gute 30km später.... für uns 30 für die RTF Fahrer nur ca 15km später... K4.... Dorffest in einer 50gerJahre Doppelhaussiedlung.... alle waren auf den Beinen... es gab wieder Brote, Kuchen, Kaffee wer wollte noch eine Soljanka und Eis mit verschiedenen Sorten Kompott... einfach der Hammer... unbeschreiblich....
Wir hatten diese Kontrolle noch einmal nach einer weiteren Runde anzufahren bevor es auf die letzte Schleife noch einmal schön an einem See entlang wieder zurück nach Großräschen ging. Es waren nur 197km die wir locker hinter uns brachten.... welch wunderschöner Tag. Im Ziel gab es eine Medaille für jeden und (leider zu warmes) alkoholfreies Bier und andere Getränke.... Abend wurde dann auch noch ein Feuerwerk entzündet.... das Startgeld war berechtigt! Und diese besondere Veranstaltung hat mehr Teilnehmer verdient... (auf das Einspielen von Fotos verzichte ich mit Absicht... diese Veranstaltung muss man live sehen).

Nach meiner Bergtour wartete dann der Marathon des Bundesradsporttreffens auf mich.... Es war klar dies würde eine ganz andere Veranstaltung, insbesondere aufgrund der 2000HM die auf uns warteten.... Bereits am Vortag bei der Anmeldung traf ich viele bekannte Gesichter aus dem Norden .... und wir planten bereits um 6.30Uhr zu starten.... besser ist. Ab 6Uhr gab es für 5€ ein super Frühstück und das heftige Gewitter war zum Glück abgezogen.
Zunächst ging es lang durch Vororte mit schmalen Straßen bevor der erste Anstieg mit dem Deister auf uns wartete.... uff, dass ist komplett anderes Radeln als bei uns zuhause. Während ich mühsam mit 10km/h den Berg hinauf schnaubte, flogen die ersten Gruppen der normal Gestarteten an uns vorbei. Oben war dann K1, es gab viel Obst... schön. Dann ging es bergab... dunkle Wolken zogen auf und dann gab es einen heftigen Regenguss. Das Wasser floss wie in einem Bach auf der Straße hinab.. Bei einer kleiner Weserfähre wartete die K2, inzwischen bei einem SonneWolkenMix auf uns. Leider waren dort sämtliche Brotvorräte bereits aufgefuttert.... nur Salzstangen, Wurst, Käse, Obst....wir hatten inzwischen Hunger. Und ich kann wirklich nicht verstehen, wie so etwas passieren kann... es waren doch noch die ganze Woche Veranstaltungen....
Nach weiteren Hügeln des Weserberglandes durch herrliche Landschaften und schöner Streckenführung ging es nach einer Stadtrundfahrt durch Bad Pyrmont in einen alten Schlosshof, wo es eine lecker Warmverpflegung mit Nudeln und einem Salatbüffet gab. Endlich satt essen.... Ich hab fast Zuviel gegessen, denn nach dieser Kontrolle wartete der längste Aufstieg auf uns... es geht dann eben langsam, jeder fährt sein Tempo.... oben wird gewartet.... wir werden eh lange unterwegs sein... und dann wie genial, eine 12km lange Abfahrt SUPER!!!! Naja und dann kamen noch so einige kurze knackige Anstiege... meine Gänge reichten einmal nicht... ich musste schieben... und nicht nur ich. Aber durch meine Bergtour hatte ich auch Kondition aufgebaut und fühlte mich insgesamt gut! K4 hatte dann nur noch ein paar Riegel und Getränke.... an K5 gab es gar nichts mehr zu essen. Kommentar überflüssig... Restliche Eigenverpflegung wurde aufgeteilt... Powerbar Shots helfen auch gut weiter...
Die letzten 30km waren dann zum Glück flach und um 18.45Uhr waren wir endlich im Ziel!

Fazit dieser Veranstaltung: Berge fahren ist was ganz anderes. langsam kommt man auch ans Ziel.... auch dieser Marathon viel Spaß gebracht!

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Re: Zwei gänzlich verschiedene Marathons

Beitragvon Heimfelder Dirk » 29.07.2017, 10:10

Schöner Bericht!
Ähnlich wie unser Urlaub im Juni: zunächst 3 Tage Bimbach incl. Marathon und dann in die Dolomiten und dort mit den Bergstiefeln unterwegs. Allerdings hatten wir auf dem Rückweg keinen Marathon.

Schade, dass solche Berichte genau wie der der von Tribelix viewtopic.php?f=32&t=10879 mangels Nachrichten inzwischen nahezu untergehen. :roll:
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Re: Zwei gänzlich verschiedene Marathons

Beitragvon UweK » 31.07.2017, 22:25

Sehr lesenswerte Berichte.

Den "100 Seenland-Marathon in der Lausitz" sollten wir vielleicht in unseren Kalender fürs nächste Jahr mit aufnehmen. So weit weg ist die Lausitz ja nun auch nicht (sehe ich noch als "Norden" :) )

Beim BRT muss man beachten, dass die ausführenden Vereine manchmal mit der Durchführung (erheblich gesteigerte Teilnehmerzahlen im Vergleich zu gewöhnlichen RTFs sonst im Umland) überfordert sind. Dieses Jahr kam erschwerend mit hinzu, dass die Großwetter, oder eher Unwetterlage, es sehr schwierig machte überhaupt Teilnehmerzahlen zu planen. Ärgerlich ist es trotzdem.
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Re: Zwei gänzlich verschiedene Marathons

Beitragvon Hans47 » 01.08.2017, 07:53

UweK hat geschrieben: . . . . . . Beim BRT muss man beachten, dass die ausführenden Vereine manchmal mit der Durchführung (erheblich gesteigerte Teilnehmerzahlen im Vergleich zu gewöhnlichen RTFs sonst im Umland) überfordert sind. . . . . .
Ich bin sämtliche (langen) Touren auf dem BRT gefahren und muss hier widersprechen – es war niemand „überfordert“! Es waren alle, insbesondere diejenigen, die in den Nächten und am frühen Morgen die Strecken anpassen, ausschildern und GPS-Files hochladen/ verteilen mussten, gefordert – und die haben ihre Sache wirklich gut gemacht. VIELEN DANK an alle Helfer.
Natürlich ist es schöner, wenn alles vorher geplante auch so, bei tollem Sonnenschein durchgeführt werden kann aber für DEN Regen kann kein Veranstalter etwas. Das gerade am ersten Tag, beim Marathon, die Verpflegung an den vielen Stationen nicht ausreichte, ist wirklich schade. Das war allerdings an allen Tagen danach nicht mehr der Fall.
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Re: Zwei gänzlich verschiedene Marathons

Beitragvon UweK » 02.08.2017, 00:36

Hans47 hat geschrieben:
01.08.2017, 07:53
UweK hat geschrieben: . . . . . . Beim BRT muss man beachten, dass die ausführenden Vereine manchmal mit der Durchführung (erheblich gesteigerte Teilnehmerzahlen im Vergleich zu gewöhnlichen RTFs sonst im Umland) überfordert sind. . . . . .
Das gerade am ersten Tag, beim Marathon, die Verpflegung an den vielen Stationen nicht ausreichte, ist wirklich schade. Das war allerdings an allen Tagen danach nicht mehr der Fall.
Moin Hans,
sollte keine Kritik am Veranstalter sein. Im Gegenteil, wie es weiter von mir lautet ist auch die Großwetterlage zu berücksichtigen.

Die Veranstalter des BRT haben ein Bärenleistung dieses Jahr erbringen müssen. Dennnoch war bei der ersten Tour ein Mangel da - das darf man auch mal kritisch erwähnen. Schön zu hören, dass darauf an den Folgetagen reagiert wurde. So gehört sich das auch.
Ich war und bin oft genug auch in der Verantwortung mitzuwirken bei RTFs, es ist halt schwierig zu planen. Und am Sonntag kann man auch schwer nur große Mengen an Lebensmitteln nachkaufen.
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Re: Zwei gänzlich verschiedene Marathons

Beitragvon Heimfelder Dirk » 04.08.2017, 08:20

@Fernhusumerin:
Ruf doch mal deine PN ab ;-)

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