RTF/CTF Övert platte Land Bochum 03.04.16

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Sonne_Wolken
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RTF/CTF Övert platte Land Bochum 03.04.16

Beitragvon Sonne_Wolken » 30.03.2016, 16:18

Die Radsportfreunde Bochum laden am 03. April wieder zu ihrer Tour übers platte Land ein. Platt ist natürlich relativ, da es ein paar Mal schon auf über 100 Meter geht. Die lange Strecke hat so um die 700 Höhenmeter.
Angeboten werden vier RTF-Strecken (28,45,72 und 111 km) und eine CTF (33 km).

Startzeit ist zwischen 8:00 und 10:00 Uhr. Zielschluss ist 15:00 Uhr.
Weitere Informationen und die Strecken gibt es hier: http://www.rsf-bochum.net/index.php/unsere-rtf

Werde in Bochum die 111 km RTF unter die Räder nehmen.
LG Jennifer

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Sonne_Wolken
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Beitragvon Sonne_Wolken » 05.04.2016, 11:31

Övert platte Land wurde uns am Sonntag versprochen. Verschwiegen wurde aber das es gar nicht so platt war.
Um 7:30 Uhr erreichte ich mit meinem Vereinskollegen Matthias den Start in Bochum. Der Himmel war grau bei etwa 10 Grad. Nach Erledigung der Startformalitäten holten wir uns kurz vor 8 Uhr den Startstempel und machten uns auf den Weg. Bis zur Streckenteilung 72 km/112 km wollten wir zusammen fahren. Matthias wollte bei seiner erst zweiten RTF die 72 km Strecke bewältigen (er war noch nie mehr als 50 km gefahren). Da genug Zeit war, sollte das kein Problem werden.

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Es war schon einiges los und gerade als wir losfahren wollten entdeckte ich noch ein lohnendes Fotomotiv, das ich mir nicht entgehen liess.
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Matthias hatte fleissig trainiert und so konnten wir dieses Mal etwas flotter Richtung erster Kontrolle fahren. Über Bladenhorst und Becklem, Horneburg und Oer-Erkenschwick kamen wir zur ersten Kontrolle in der Nähe des Stirnberg. Da hatten wir gerade schon die erste längere Steigung mit moderaten 5 % erklommen. An der Kontrolle hatten wir nach 22 km einen für Matthias respektablen Schnitt von über 23 km/h.
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Nach der Verpflegung konnte es weiter gehen. Die nächsten Stationen hiessen Ahsen, Sythen und Lavesum. Hinter Lavesum hatten wir dann einen der längsten und höchsten Anstiege bewältigt. Es ging bis auf schwindelerregende 150 Meter hoch. Hier musste ich dann doch eine Weile auf Matthias warten. Aber er schlug sich tapfer am Berg und fuhr sein Tempo. Bei knapp 50 km kam eine dritte Streckenteilung. Links sollte es angeblich auf die 45er Strecke gehen und rechts auf 72 und 112. Wir waren jetzt wohl gemerkt schon im Münsterland. Da stimmte doch etwas nicht. Aber wir vertrauten notgedrungen den Schildern und fuhren Beide rechts weiter. Die nächste Kontrolle war bei km 55. Hier erzählte uns einer der Helfer das die Streckenteilung noch käme. mir war klar das das nicht sein konnte. Später habe ich erfahren das das der Helfer war, der die Streckenteilung falsch ausgeschildert hatte. Wir stärkten uns ausgiebig und rollten dann weiter.

Der Schnitt lag immer noch bei 23 km/h. Ich war erstaunt wie gut Matthias sich in den letzten Wochen verbessert hatte. Bei unserer ersten gemeinsamen RTF lag der Schnitt bei der ersten Kontrolle noch bei 18 km/h. Ich passte mein Tempo natürlich immer Matthias an. Berghoch hatte er natürlich deutlich mehr zu kämpfen als ich. Da wartete ich dann immer oben. Langsam berghoch tut mir mittlerweile deutlich mehr weh, als mit etwas Schwung im höheren Gang.

Leider hatte ich dann das Problem wie ich Matthias erklärte das er sich auf der 112er Strecke befand. Und wie bekamen wir ihn heil ins Ziel?
Ich versuchte es mit der schlechte/gute Nachricht Methode. Die schlechte Nachricht war das er auf der 112er Strecke fuhr und umkehren auch nichts mehr brachte. Die gute Nachricht war das wir noch 5 Stunden Zeit hatten für nur zu dem Zeitpunkt 50 km. Er nahm es sehr gefasst auf.

Zum Glück ging es dann bis km 72 überwiegend bergab oder flach weiter. So hatten wir immer noch einen Schnitt von 23 km/h.
Dann baute Matthias etwas ab, was sich vor allem an den längeren Steigungen die anschliessend kamen bemerkbar machte. Ich sagte ihm er solle einfach ganz ruhig sein Tempo fahren. Wir hatten es ja nicht eilig.
Zwischendurch machten wir mal eine kleine Verschnaufpause. Ich war zuversichtlich das wir zusammen ins Ziel kämen.

Nach Lembeck machte die Strecke einen Schlenker nach Südosten und wir überquerten die Lippe und den Wesel-Datteln-Kanal. Leider ging es häufiger auch an langweiligen und stark befahrenen Strassen entlang. Das fand ich nicht so reizvoll. Kurz vor Sinsen erreichten wir die dritte Kontrolle. Von hier aus waren es nur noch etwa 26 km bis ins Ziel. Wir verpflegten uns ein letztes Mal und machten etwas länger Rast.
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Einige kleinere und eine grössere Steigung erwarteten uns noch als wir weiter fuhren. Auf einer ruhigen Landstrasse konnte ich dann mal etwas voraus fahren und ein erstes Actionfoto von Matthias in Fahrt machen.
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Zu dem Zeitpunkt hatte er schon die doppelte Strecke wie normal in den Waden. Dafür hielt er sich wirklich tapfer.

Jetzt kam auch endlich die Sonne und es wurde angenehm warm.
Oer-Erkenschwick passierten wir dieses mal westlich, über Suderwich überquerten wir den Rhein-Herne-Kanal. Das frühere brückengrün scheint diese Saison durch brückenpink ersetzt worden zu sein. Ein Trend dem ich mich mit meinem Peugeot auch nicht entziehen konnte.
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Erreichten schliesslich Bladenhorst, wo es ein nettes Schloss gibt. Platzmangel herrschte auf Schloss Bladenhorst jedenfalls nicht.
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Weiter ging es die letzten 6 km bis ins Ziel. An der letzten grossen Steigung mobilisierte Matthias dann die letzten Kraftreserven. Wir erreichten nach 110 km immer noch mit einem 21er Schnitt gemeinsam kurz nach 14 Uhr das Ziel. Matthias hat die Qualitäten bewiesen die einen guten Rennradfahrer auszeichnen: Kampfgeist und Durchhaltewillen. Dafür Chapeau!

Danach hatten wir uns erst einmal eine kleine Stärkung verdient. Matthias eine Bratwurst und Apfelschorle und ich Kuchen und Kaffee.
Ich habe mich gefreut das ich meinen Vereinskollegen bei seinem ersten 100er (wenn auch unfreiwillig) begleiten durfte. Ich glaube er war etwas von seiner eigenen Leistung überrascht. Das kenne ich nur zu gut. Traue mir auch oft weniger zu, wie ich leisten kann.

Die RTF bietet auf jeden Fall was Streckenführung und Ausschilderung angeht noch Verbesserungspotential. Die Schilder kamen teilweise sehr spät. Manchmal kam auch lange Zeit kein Schild und man wusste nicht ob man noch richtig war. Da geht noch was.

Viele Fahrer die die 72er Strecke fahren wollten, waren nach den "erzwungenen" 110 km ziemlich fertig. Das war schon etwas grenzwertig.
Es gibt Fehler die können passieren und es gibt Fehler die dürfen nicht passieren.
LG Jennifer

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