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Das ZielWinterlauf des RRC in Ratzeburg - Von Ruderern nicht nur für Ruderer

Mein Feuerwehrkamerad Thomas Streitz unterscheidet zwischen Volks- und Freakläufen. Der Winterlauf des Ratzeburger Ruderclubs (RRC) in Ratzeburg ist einer für Freaks, insbesondere Ruderfreaks. Volksläufer waren willkommen, aber klar in der Minderheit. Wie eigentlich immer lief alles rund, nur nicht bei mir.

Es ging für mich bei meiner Erstteilnahme etwas holprig los. Der Anmeldestand befand sich in der hintersten Ecke des großen Klubsaales, weshalb es etwas wuselig davor zuging, was aber kein Problem darstellte, wenn man nicht grad in letzter Minute gekommen war. Der Weg zu den Umkleideräumen wäre weit, erklärte mir eine Dame, weshalb ich mich auf dem Parkplatz an meinem Auto umzog.

Vor dem StartIm Klubhaus traf ich mad.mat Mathias, der nur als Zuschauer gekommen war, weil es ihm nicht gelungen war die Startzeit im Web zu ermitteln. So hatte ich Unterhaltung vor dem Start und einen, der mich im Startblock ablichtete. Weil ich über kalte Finger klagte, lieh mir Mathias spontan seine Handschuhe.

Ohne mich vorher warm und locker zu laufen ging es dann sofort los. Mit schon zu Beginn zu hohen Pulswerten lief ich los. Auf dem Weg runter vom Gelände des RRC bildete sich ein Stau, der sich aber gleich wieder auflöste. Wir liefen ein kurzes Stück auf der Straße und dann auf einem Radweg zu dem Weg, der am See entlang führte. Stilecht wiesen uns beschriftete Ruderblätter den Weg.

Weg am SeeSchon nach geschätzt nur einem Kilometer hatte ich für mein geringes Tempo immer noch immer viel zu hohe Pulswerte, fühlte mich an dem Tag einfach nicht gut. Ich war müde, vielleicht etwas erkältet und mir sicher, dass ich das richtige tat als ich den Lauf einfach abbrach, mich an dem Tag lieber auf's Beobachten und Fotografieren beschränkte.

Ich sah noch wie mich Susanne Müller mit weitem Abstand den anderen locker hinterher laufend und das Schlussfahrrad überholten, machte mich dann auf den Rückweg zum Klubhaus. Um die Größe der Anlage zu zeigen, fotografiert man es am besten von einem Boot vom See aus. Vom Ufer aus ergab sich für mich keine passende Perspektive.

Das blaue ist die KlubanlageFür einen Radsportler wie mich, der sonst nur bei kleinen Rad- und Leichtathletik-Vereinen zu Gast ist, war die Anlage des RRC besonders beeindruckend. Da steckt viel Geld und Liebe drin, woraus der RRC denn auch etwas macht: Siegertypen. Imposant ist die am Klubhaus angeschlagene Liste der Medaillenränge bei Europa- und Weltmeister sowie Olympischen Spielen.

Die Basis dafür liefert eine sicherlich exzellente Jugendarbeit, von der die 59 Teilnehmer der Jahrgänge 1995 bis 2002 beim drei Kilometer langen Kinderlauf zeugten, die nahezu ausnahmslos als Mitglied eines Rudervereines starteten.

AbbauDer Hauptlauf führte auf der 7,5 Kilometer langen Strecke um den Küchensee, von der ich leider nicht viel mitbekam. Dafür sah ich, dass das die Helfer in aller Ruhe immer gleich alles abbauten, was nicht mehr benötigt wurde, zunächst also die Startzone.

Über dem Zieleinlauf thronte der Sprecher und ein weiterer Helfer, die bereits vor dem Lauf für eine gute Wettkampfstimmung gesorgt hatten. Der Sprecher wusste gar zu vermelden wer grad in Führung lag, wohl weil ihm der Voraus-Fahrradfahrer ihm dies mitteilte.

Ich überbückte die Wartezeit auf das Eintreffen der ersten Läufer mit einem vorweg genommenen Test der Grillwürste. Ich genoss eine Thüringer- und eine Schinkenwurst zu volkstümlichen Preisen. Dazu gab es zwei Sorten Brot, Senf und Ketchup. Alles wohlschmeckend. Es gab auch Nackensteaks.

Punsch und GegrilltesDen heißen Punsch hab ich mir verkniffen, weil ich ja noch Auto fahren musste; andere griffen zu, standen plauschend an den Stehtischen oder sonst wo. Hinter einem langen Tisch mit einem Heißgetränk und Bechern, Bananen- und Apfelsinenstücken waren die Helfer für den Ansturm der Läufer gewappnet. Das Preis-/Leistungsverhältnis war hervorragend. Der RRC hatte an nichts gespart, präsentierte sich als vorbildlicher Gastgeber, dem seine Gäste lieb und teuer sind. 

Erstaunlich verhalten reagierten die Leute auf das ebenfalls lecker ausschauende Buffet aus Kuchen und Käsespießen im Klubhaus. Leider vergaß ich ein Probestück für mein Mädel mitzunehmen.

Der erste LäuferKurze Zeit darauf trafen die ersten beiden Läufer ein. Schon vor dem Lauf hatte der erste dem zweiten den Schneid abgekauft. Weniger als 28 Minuten benötigte der erste. Die ersten beiden hatten angeblich eine Abkürzung genommen, ob sie später disqualifiziert oder mit einer Zeitstrafe belegt wurden, weiß ich nicht.

Der Sprecher sagte die Namen der Läuferinnen und Läufer und deren Vereins an, konnte zu vielen weitere Angaben machen. Namhafte Ruderer befanden sich darunter, einer hält noch heute einen vor vielen Jahren aufgestellten Weltrekord. Einige Zuschauer standen am Zieleinlauf und applaudierten. Bei schönerem Wetter wären die Teilnehmer- und Zuschauerzahlen sicherlich erheblich höher gewesen. 

Rücknahme der TransponderDie 185 Teilnehmer des Hauptlaufes waren ebenfalls überwiegend Mitglieder des örtlichen und der umliegenden Rudervereine. Susanne Müller gehört zur Rudergruppe Geesthacht, kam zusammen mit dem Schlussrad mit weitem Abstand aber mit Anstand als letzte ins Ziel, wurde dafür ebenfalls mit Beifall bedacht. Niemand übernahm sich. Die bereit stehenden Helfer des Deutschen Roten Kreuzes bekamen nichts zu tun.

Beim Zieleinlauf wiesen zwei Helfer auf die beiden Zeitnahmetableaus hin. Über einen musste man seinen am Handgelenk befestigten Transponder führen. Gleich hinter der dahinter abgesperrten Kurve wurde einem der Transponder abgenommen. 

ErgebnislistenDer Veranstaltungsservice von Sport Timing Gierke Kultscher trug auch in Ratzeburg seinen Teil zu der hier nahezu perfekten Organisation bei. Er stellte die Ausschreibung und das Anmeldeformular im Web bereit, wickelten die Bezahlung ab, stellten die Transponder sowie die Zeitnehmer samt den daran postierten Helfern. Kurze Zeit später hingen die Ergebnislisten am Klubhaus aus, standen schon bald darauf zusammen mit den daheim ausdruckbaren Urkunden im Web bereit.

Zwischen all den Ruderern fühlte ich mich - selbst während meiner Lehrzeit Ruderer bei der RG Hansa gewesen - einerseits als ein etwas anderer Teilnehmer, aber immerhin als uneingeschränkt willkommener Gast. Wenn es meine Radsporttermine zulassen, werde ich gern versuchen den Küchensee im zweiten Anlauf zu umrunden.

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. 68 Bilder vom Winterlauf des RRC in Ratzeburg im Großformat findest Du hier.

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