Wandsetaler
Runde des TSV Wandsetal - Werd ich je normal teilnehmen können?
Die Wandsetaler Runde könnte ein toller Lauf für mich sein, wohne ich
doch nur zwei Kilometer vom Start entfernt. Im letzten Jahr vergaß ich
allerdings leider meine Laufschuhe mitzunehmen. In diesem Jahr kam ich erst genau auf die
letzte Minute zum Start. Zu spät befand der Mann an der Startnummerausgabe.
Statt die zehn Kilometer wieder auf Radfahrstiefeln zu laufen, fuhr ich sie
nun mit dem Rad in Laufschuhen. Es hatte morgens geregnet und so schien mir das
Teilnehmerfeld doch deutlich kleiner als im Vorjahr zu sein. Ein Irrtum, wie
die Ergebnisliste belegt. Trotz des Wetters erschienen wieder insgesamt ca.
450 Läufer in den Listen des TSV Wandsetal.
Eine Zahl, die bei gutem Wetter deutlich hätte übertroffen werden können. Ich hatte morgens mal wieder vorm PC
den Zeitaufwand für eine "mal eben" zu schreibende Mail
unterschätzt. Sieben Minuten vor dem Startschuss kam ich am Start an, schloss
Rad und Taschen an einem Geländer an, stellte dann fest, dass die Anmeldung
ja in einer Schule auf der anderen Seite der Wandse lag. Ich traf noch meinen
Arbeitskollegen Stephan Jacobs, dem sofort klar war, dass mir keine Zeit mehr für
ein Pläuschen blieb.
Ich sah schon die Polizei die Straße vor dem
Startplatz sperren, als ich mit dem Rad zur Schule hastete. Ich hatte
vermeintlich Glück. Der Mann an der Anmeldung hatte gerade nichts zu tun. Ich
bat ihn darum noch teilnehmen zu können. Mit fester Stimme sagte er mir der Helfer, dass
es dafür zu spät sei! Es war ja schon halb elf. Eine Diskussion mit ihm schien mir
zwecklos zu sein und betteln ist nicht meine Sache. Frustriert fuhr ich zum Start,
sah den Strom der Läufer an mir vorbei ziehen. Ich hätte mich noch hinten
dran hängen können, aber ohne Startnummer und Transponder hatte ich keine
Lust dazu. Und nun? Heim fahren? Ich doch nicht. Mit dem Rad fuhr ich hinter-
und nebenher, schoss wieder eine Bilderserie, die sicherlich beachtenswert
ist.
Stephan hab ich nicht wieder gesehen, dafür einige mir aus dem Vorjahr
bekannte Gesichter, z. B. Berthold Kersting. Berthold ist 77 Jahre alt, hat seit 32
Jahren an jedem Winterlauf in Berne teilgenommen, lief heute wieder
zehn Kilometer.
Unter den Läufern waren auch einige Jugendliche und Kinder. Unter den
schnellsten 5 km-Läufern waren Kinder, die uns nach der Wende der 5
km-Strecke entgegen gestürmt kamen. Vor dem Hauptlauf über 5 und 10
Kilometer und die Marathondistanz fand ein Schüler- und ein sogenannter
Bambinilauf für die kleinsten statt, letzterer ohne Zeitnahme.
Unter
den Teilnehmern waren in diesem Jahr auffällig wenige Walker, weniger als zehn
an der Zahl. Das sicherlich nicht ganz ernst gemeinte Walker-Hasser-Manifest
von Achim Achilles scheint Wirkung zu zeigen, ob Walken wieder aus der Mode kommt? Dafür gibt es keinen Grund, denn auch das Walken hat seine
Daseinsberechtigung.
An der Strecke standen zahlreiche Streckenposten, die einem dem Weg wiesen
oder Getränke reichten. Polizei sowie die Freiwillige
und die Jugendfeuerwehr Mariental sicherten die Straßenübergänge
perfekt ab. Jeder gelaufene Kilometer wurde mit einem Schild angezeigt,
weitere Schilder an der Felderteilung und vor scharfen Kurven sorgten für
Orientierung. Zusätzlich passte ein Schlussradler auf, dass niemand verloren
ging.
Die
Strecke selbst ist mir von meinen Joggingrunden und vom Radfahren hinlänglich
bekannt, ich sehe sie trotzdem immer wieder gern. Das Wandsetal ist ein
schöner Grünzug, der durch ganz Tonndorf
bis nach Alt-Rahlstedt
durchlaufen wurde. Der morgendliche Regen hatte die Sandwege teils tief
aufgeweicht. Der Matsch spritze selbst mir auf die auf den Pedalen stehenden
Schuhe. Fans waren bei dem Wetter wenige an der Strecke zu sehen, die waren
dafür um so besser drauf.
Im Ziel passten die Zeitnehmer von Wetzstopp
dafür, dass jeder mit seinem Transponder am Arm vom Zeitnahmesystem erfasst
wurde. Mit Holger Ribbeck und Torsten Riemenschneider konnte man wunderbar
über Laufveranstaltungen quatschen, von Fachsimpeln möchte ich nicht
sprechen, weil ich nicht vom Fach komme, mehr Radsportler bin.
Großes Lob
erntete ich von Torsten für meinen Bericht
und Bilderserie von meiner Teilnahme beim Duathlon Run + Bike in Hemdingen.
Jürgen saß in seinem zum rollenden Büro umgebauten PKW und arbeitete am
Laptop. Sie erzählten mir von ihren eigenen Veranstaltungen mit ihrem TuS
Holstein Quickborn, bei einmal einer 30 Minuten nach dem Start hinterher
lief. Er hatte bezahlt und wollte laufen, also ließ man ihn gewähren.
Ich
sah den Gewinner des Halbmarathons einlaufen. Er kam nicht allein ins Ziel.
Statt mit einem Konkurrenten lief er weit vorn liegend zusammen mit seiner kleinen Tochter in die Zielgasse. Die Frage, ob sie
denn die ganze Zeit mitgelaufen wäre, verneinte sie. Als der Papa seine
Teilnehmermedaille umgehängt bekam, wollte sie aber auch eine. Darüber
vergas ich zu schauen, ob die Medaillen wieder von meinem Arbeitgeber, der Haspa
gesponsert waren, wovon ich aber ausgehe. Trotz dem gelassenen Zieleinlaufes
siegte Thomas Bruns in nur 1:11:50, nahm dem zweiten fünf Minuten ab!
In der Turnhalle wurden die Sieger geehrt und zahlreiche Tombolagewinne
verlost. Beim Laufen geht es um Gesundheit und Fitness. Passend dazu waren die Barmer und
Vitalwelten mit dem Sanitätshaus
Stolle in der Turnhalle mit Ständen vertreten.
Es gab Bockwurst mit Salat und ein
gigantisches Buffet mit selbstgebackenen Kuchen. Mein Schwager Werner hatte Geburtstag. So bestellte ich vier
Stücke Kuchen. Jürgen Meins stand plötzlich neben mir, erhöhte auf sechs und übernahm die Rechnung.
Jürgen ist der Kopf des Ausrichterteams der Wandsetaler Runde
und Fan meiner Bilderserie
von der Wandsetaler Runde 2008. Im Vorjahr hatte ich im Laufen, davor und
danach alles bemerkenswerte
abgelichtet und jedes Bild kommentiert. Als ob man dabei gewesen wäre,
befanden später einige Betrachter der Diaschau.
Als
ich schon auf dem Heimweg war, fiel mir ein, dass ich noch kein Bild von ihm
im Kasten hatte. Ich drehte wieder um, konnte Jürgen so zusammen mit Jutta
Rönsch ablichten, der 1. Vorsitzenden des TSV Wandsetal.
Im Vereinsheim der Wandsetalern spiele ich ab und zu bei den monatlichen Preisskats mit.
Wenn es meine Radsporttermine wieder zulassen, werde ich gern versuchen im dritten Anlauf an der Wandsetaler Runde
endlich normal teilzunehmen.
Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. 116
Bilder
von der Wandsetaler Runde 2009
im Großformat
findest Du hier.
Die kommentierte Bilderserie
von der Wandsetaler Runde 2008 steht hier
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