Schrauber-Kurs
mit Thorsten Wulff
Wie
justiere ich Schaltung? Wie kann ich die Bremsen einstellen? Wie wird der Steuersatz festgezogen?
Diese und andere Fragen wurden beim Kursus über die Wartung und Pflege
von Rädern beantwortet. Veranstalter war der Betriebssportverband Hamburg,
Referent war Thorsten
Wulff, Inhaber von Radsport Wulff. Mitbringen
sollte jeder sein Rad, Werkzeug, einen Montageständer und eine
Unterlegplane. Soweit, dass jeder unter Anleitung an seinem eigenen Rad
schrauben konnte, ist dann aber leider nicht gekommen. Dafür erklärte
Thorsten Wulff aber sämtliche
Wartungsarbeiten exemplarisch an einzelnen Rädern. Wenn jemand ein
konkretes Problem mit seinem Rad hatte, wurde es wenn möglich an Ort und
Stelle für alle nachvollziehbar gelöst. Mein
Problem mit der lockeren Gabel an meinem Rennrad war leider nicht
lösbar. Vorsichtig wurde mir eröffnet, dass ich mir mit dem A-Head
Steuersatz von Bees - mit meinen Worten - "fabrikneuen Schrott" einbauen lassen
hatte. Der war nicht billig, wird aber heute so nicht mehr produziert.
An meinen Rad wurde vorgeführt, wie man bei einer Baugruppe von
Campagnolo die Bremszangen löst, um die Laufräder zu entnehmen. Das
kannte ich noch gar nicht; bei meiner 20-Zoll-Bereifung geht das nämlich
auch ohne! Dabei stellte unser Experte dabei fest, warum die
Hinterradbremse nicht anspannt war. Ursache war eine gebrochene Feder im Bremshebel. Er behob das Problem provisorisch. Selbstverständlich
philosophierten wir dabei auch über die Frage, wer die besseren Baugruppen
herstellt, Shimano oder Campagnolo. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Kopf sagt Shimano, der Bauch
will Campa!
Zufällig
hatte Penny die Tage vorher einen Reparaturständer für wenig Geld im
Angebot. Der Karton verhieß einen "Profi-Ständer". Der Fuß
war denn auch super, aber der Rest... Keine Ahnung, wie man die restlichen
Teile sinnvoll zusammensetzen sollte. Aus der Aufbauanleitung ging das
nicht eindeutig hervor. Bald war mir aber klar, dass man bei dem zu
reparierenden Rad den Sattel ausbauen und es umgedreht auf den Ständer
pflanzen sollte. Ich kenne keinen Profi, der es so machen würde. Das
Teil habe ich gleich wieder eingepackt und zurückgeben. Seit dem
träume ich von einem richtigen Montageständer, wie ihn einige Teilnehmer
mitgebracht hatten. Meinen
Präsentationsständer, mit dem man immerhin die Hinterradbremse und die
Schaltung einstellen kann, ließ ich in der Hektik meines späten
Feierabends neben meinem Auto an der Straße stehen. Zu meinem Erstaunen
stand er nach dem Ende des Kurses noch da.
Jörg Pape, unser Spartenleiter Mountainbike, hatte ja auf unseren letzten Tour durch die Heide festgestellt,
dass
seine komplette Antriebseinheit abgenutzt war. Trotz unseres tollen neuen
Werkzeugkoffers war es ihm nicht gelungen, dass alte Ritzelpaket
abzuziehen. Ob wohl alle Farradhändler zwischen Harburg und Hollenstedt
"gestört" sind? Keine Ahnung, jedenfalls sein Verhältnis zu
denen ist es und so hatte er das Rad einfach mitgebracht. Mit wenigen beherzten Handgriffen
löste unser Fachmann das Paket vom Laufrad (Foto rechts). Wie sehr sich
Jörg über die gesparten fünf Euro freute, zeigt das Bild links unten. Matthias
Langendorf, unser Spartenleiter Rennrad, hatte das Glück, dass an seinem Rad demonstriert wurde, wie Steuersatz und Schaltung
eingestellt werden (Fotos oben). Den Abschluss solcher Arbeiten bildet
immer eine Probefahrt. Die hat er denn auch gleich im dunkeln unternommen.
Von
der Haspa war noch Christl Markwardt dabei und natürlich unser Ehrenhaspane und Lieblingsgast,
Niels Sander. Somit bildeten wir die stärkste Fraktion bei den
Teilnehmern. "Prominentester" Teilnehmer war Volker Heyer,
unser Obmann des Radsportausschusses des Betriebssportverbandes Hamburg. Insgesamt
waren wir wohl ca. zehn Radler, die ihr Sportgerät besser kennenlernen
wollten. Genug, um sich nicht als einer der
wenigen Fahrradbekloppten zu fühlen, nicht zu viel, so dass alle alles
sehen konnten. Das
Seminar fand an zwei
Abenden im Seminarraum
des Betriebssport-Casinos in der Wendenstraße statt. Aus dem Casino
konnten wir uns dann auch mit Getränken versorgen lassen.
Jörg
und wohl so manch anderer Teilnehmer hätte gern öfter selbst
Hand angelegt. Dann hätte aber nicht jeder alles mitbekommen oder wir
hätten wohl viel mehr Zeit gebraucht. Fazit also: Wir
haben viel gesehen und erklärt bekommen. Hoffentlich werden wir alles bis
zur nächsten Inspektion behalten... Besser ist 's wohl, man schaut nach,
z. B. im Bike-Reparatur-Handbuch. Fotos:
Niels und ich
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