RTF-Radtour
ab Winsen - Der Ausflug zu Himmelfahrt vor dem Himmelfahrtsausflug
Fast wäre ich morgens mit dem Auto wieder umgedreht. Es war windig, kühl und vor allem
nass, aber ich hatte mir die 118er-Runde fest vorgenommen, dafür meine am Vatertag übliche Klabber Jas, Bier und Kümmel-Orgie abgesagt. Es war meine erste
RTF, die ich trotz Regen-Garantie antrat.
Vergeblich halte ich am Start nach Pedalritter Nord Stefan von der Ahe Ausschau. Der war schon im Bett wieder umgedreht. Als Nickname wäre Spesenritter Nord wohl
treffender (fg).
Statt dessen treffe ich meine Arbeitskollegen Helmut Schümann (Revision) mit Sohn Marco
(IK-Center Wandsbek) und Henning Koller (ebenfalls Revision) mit
seiner Freundin Susanne Karstens. Während ich am Start mit Veranstalter Peter Raddatz spreche, sehe ich Henning und Susanne abfahren, stürme hinterher. Wir fahren bis zum Depot in einer toll laufenden Gruppe von ca. 15 Radfahrern, in der ob des Regens leicht gedämpfte Stimmung herrscht. Dabei habe ich ersten Kontakt mit meinem Nebenmann Josef Weisz vom RV Endspurt.
Bei dem seit Tagen schlechten Wetter hatte ich mit nur ca. 250 Teilnehmern gerechnet. Es sind aber 370 geworden. „Ihr seid ja doch alle gekommen.“, spricht ebenso freudig wie erstaunt eine Helferin am ersten Depot in
Luhmühlen.
Um Radfahrer von vorn zu fotografieren, gehe ich ein Stück zurück vom Depot weg. Plötzlich fährt die Gruppe wieder ab. Henning und Susanne sehe ich noch auf’s Rad steigen. Bis ich mich aus dem Gewühl am Depot ausgefädelt hab, ist das Loch bis zur Gruppe über hundert Meter groß.
Vergeblich versuche ich wieder Anschluss zu finden. Das ist wie mit der Wurst die einem vorgehalten und immer höher gehängt wird. Ich komme näher ran und falle wieder ab. Allein im starken Wind, den Regen von vorn kommend mit Wasser in den Schuhen eine Steigung hochfahrend hab ich keine Lust mehr, will die 45e-Runde und dann heim fahren.
Als die nächste Gruppe zu mir aufschließt, sieht die Welt schlagartig anders aus. Deren Kern bilden vier Leute vom
Italiener Cuneo. Vorneweg Franco, Chef des Restaurants und Capitano der Mannschaft mit seinem Sohn Sandro. Dahinter Francos Neffe Giovanni und dessen langjähriger Freund Michael Holst.
Die vier fahren den gleichen perfekt im Cuneo-Design lackierten
Teil-Carbonrahmen. Cuneo steht für Lebensfreude, so ist denn auch die Stimmung in dieser Gruppe viel fröhlicher. Als wir an Lilas Geburtstag erstmals im Cuneo einen Tisch bestellten,
wusstee ich nicht, dass dort keine Hunde mit hinein dürfen. Franco hatte die Situation gerettet, Bianca spontan zur Katze umdeklariert.
Am zweiten Depot fahren sie vorbei. Ich treffe Josef wieder, den ich unbemerkt überholt hatte, und lerne endlich Nordpirat Oliver Utesch kennen. Oliver ist es zu verdanken,
dass es dieses Forum nun gibt.
In der Nacht vor den
Vattenfall-Cyclassics erhielt ich sinngemäß folgende Mail: „Tolle Homepage hast Du, aber Dir fehlt ein Forum, hab es Dir eingerichtet. Widerrede zwecklos. Fahre morgen meine erste
Cyclassics. Alles Deine Schuld. Oliver.“ Um halb drei Uhr morgens schickte er mir noch eine Mail mit der korrigierten Link-Adresse.
Nur weil ich das Forum auf meinem Server haben wollte und zuerst an der Installation scheiterte, hat es dann noch über ein halbes Jahr gedauert, bis es freigeschaltet wurde.
Oliver hatte am Sonntag zuvor ab Bad Schwartau bei noch schlechterem Wetter erstmals eine über 100km-Tour unter die Räder genommen, war an seine damalige Grenze gestoßen, wollte sein Rad kaputtreten. Heute ist er super drauf, sprüht vor Lebensfreude.
Vor den Ausflugslokalen in Undeloe ist nichts los. Das wird wohl ein schwarzes Tag für die Gastronomen werden. Für uns hatte es etwas positives, weil kaum Autos unterwegs sind.
Olivers Begleiter Thorsten Stahmer fährt für die BSG Commerzbank, spricht mich freundlich an, obwohl es zwischen mir und der BSG
Coba im letzten Jahr eine Irritation gegeben hatte. Die Details derer will ich Dir, mir und denen ersparen. Was soll’s, wir reden wieder miteinander. Thorsten berichtete von deren Aktivitäten
(Henninger Turm, Rad am Rind, Vätternrundan, Mallorca, etc.) und den finanziellen Rahmenbedingungen. Da kann man neidisch werden...
Oliver und Thorsten fahren die 81er-Runde. Mit Josef bieg ich zur 118er ab. Josef hatte nach der Schicht nur zwei Stunde geschlafen, schwächelt ab und zu, ebenso wie meine
Neopren-Überschuhe, die dem Regen nicht standhielten. Weil ich auf besseres Wetter pokerte und die Schuhe schneller trocknen sollte, streifte ich sie ab. Ein Fehler, denn nach dem nächsten Schauer sind sie noch nasser geworden und nun fangen meine Füße an zu frieren.
Es gibt ein Depot mehr als sonst üblich, an denen es grundsätzlich die gleiche Verpflegung gibt, mit Müsli-Riegeln, Waffeln und Sahne-Yoghurts von Aldi und Bananenstücke. Alles Sachen die satt machen und genießbar sind, aber nichts, das mich begeistern würde.
Am dritten Depot ist es etwas anders. Mit Josephine und ihrer Schwester Madeleine stehen zwei
knuddellige Schokoladen-Puppen aus West-Afrika am Stand. Passend dazu gibt es Negerküsse – nicht von den Mädels, aber immerhin – und ganze Bananen, als ob sie die aus ihrer Heimat Guinea-Conacry mitgebracht hätten. Ich trenne mich von Josef, will noch mal angreifen.
Weiter geht's nach Hoopte an den Elbdeich. Das erste Stück ist langweilig, weil man nicht über die Flutmauer schauen kann, zwischen Hoopte und Laßrönne aber liegt für mich der schönste Abschnitt der
RTF, mit freier Sicht auf die Elbe auf einer wegen Bauarbeiten für Autos gesperrten Deichstraße.
Wegen einer Reifenpanne – der vierten mit dem Rennrad in diesem
Jahr - fahr ich in Hoopte rechts ran vom Deich runter, sehe wie Josef an mir vorbeizieht, ohne mich zu bemerken. Kurz darauf sind wir wieder vereint, bleiben es bis ins Ziel. Am vierten Depot lichtet Josef mich ab, ihn hab ich leider nur
zwei Mal von hinten eingefangen (Start-Nr. 3595).
Auf dem letzten Stück sehen wir viele Fahrradausflügler, Gruppen von Männern, Frauen und Familien. Eine Gruppe
Bosler, die wir durchfahren, ist zum Glück nicht betrunken, im Gegensatz zu den Männern, die auf Traktorenanhängern sich und den Tag feiern.
In der Turnhalle am Ziel haben die ca. 15 Helfer kaum zu tut, könnten locker auch 800 Teilnehmer bewältigten. Ich nehme selbstgebackenen Kuchen für daheim mit, bestelle eine Bockwurst, weil man mir den Currysalat dazu empfohlen hatte.
Liesel Raddatz zählt mir die Zutaten des Salats auf. Sie hat ihn selbst gemacht. Es sieht lecker aus, ist es auch. Fassungslos vernimmt sie,
dass ich meinem Mädel nur den Kuchen mitbringen will. Kurzentschlossen packt sie mir eine kostenlose Probe für sie ein, stellt sie mir auf den Tisch.
Mit Kuchen und Salat im Gepäck geht es heimwärts. Obwohl ich trockene Socken und Schuhe sowie ein frisches Trikot dabei habe, hätte ich vor Ort warm duschen sollen. Das hätte die Erkältungsgefahr reduziert.
Wegen des Regens habe ich nur während der Fahrt fotografiert. Immerhin gibt 's aus diesem Jahr einen Kartenausschnitt aus MapSource. Wenn Du mehr über diese RTF erfahren möchtest, z. B. das Profil kennenlernen möchtest, schau Dir doch einfach meine Vorjahres-Berichte an.
Hier findest Du alle Bilder der RTF Winsen 2006
Und hier die Berichte von der RTF Winsen 2007, RTF Winsen 2005 und RTF Winsen 2004
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