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Der Start. Hier geht's zur Großansicht...RTF Durch Auen und Moore ab Norderstedt - Zeit, dass sich was dreht...

Für mich wird es immer die RTF der WM 2006 bleiben, nicht weil einige Radfahrer sich Fähnchen auf die Waden geklebt hatten, ich gar einen schwar-rot-geilen Hahnenkamm auf meinem Helm trug - Nein, es war die gute Stimmung die im Land herrschte und auch auf diese Radsportveranstaltung überschwappte.

Dabei fing für mich alles mal wieder mit einer Panne an. Ich hatte mich mit meinen Arbeitskollegen Detlef Schmeelke und Helmut Schümann zu einer 110er-Runde bei moderatem Tempo verabredet, viertel vor Neun am Start. Da war ich, aber im Feld der über 1.000 Radler vor mir konnte ich sie nicht erspähen.

Der Infostand. Hier geht's zur Großansicht...Vorm Schulgebäude hatte die RV Germania einen Info-Stand aufgebaut und die Vereinszeitung ausgelegt. Bei den hunderten vereinslosen Fahrern sollten ein paar neue Mitglieder den Germanen beigetreten sein. An der Anmeldung herrschte großer Andrang. Später vermeldete der Veranstalter einen neuen Teilnehmerrekord mit 1.300 bis 1.400 Startern.

Vor mir sülzte ein Nachwuchs-Kasanova das schicke Mädel vom Organisations-Kommitee voll, kokettierte, ob er wohl die 155er-Strecke fahren solle. Mit der süffisanten Bemerkung, dabei solle er mindestens einen 35er-Schnitt halten, holt sie ihn auf den Teppich zurück.

Warten auf den Start Start. Hier geht's zur Großansicht...Statt der meiner Kollegen traf ich zunächst den angekündigten Tross aus acht Leuten des BSV Hamburg, dessen Kern die BSG NDR und Feuerwehr bildete. Die Jungs und Deerns waren super drauf. Es wirkte auf mich wie ein moderner Familien-Sonntagsausflug, bloß ohne Familie und etwas flotter.

Wir wechselten ein paar Worte, dann kämpfte ich mich weiter vor, traf auf Alex, Stefan und Rad-Mann. Die ließ ich ebenfalls stehen, weil ich doch verabredet war. Sie hatten bei der Anmeldung zwei Männer in den Haspa-Trikots gesehen, die sie nicht kannten. Bingo! Das mussten Detlef und Helmut gewesen sein. Aber wo die nun waren...

Die Leute vom BSV. Hier geht's zur Großansicht...Immerhin kam ich vorn an als der Startschuss aus einer Pistole abgefeuert wurde, konnte die erste Gruppe beim Abfahren ablichten. Später entdeckte ich Detlef und Helmut auf einem Foto. Bei dem Massenbetrieb hatten wir einander nicht entdeckt.

Ich eierte auf eine Trittleiter rauf, fotografierte die restlichen immer noch um die tausend zählenden Radler, sah in viele gutgelaunte Gesichter. Ich wartete noch die zweite Gruppe ab. Wieder waren die Gesuchten nicht dabei, dachte ich, Schloss mich 20 Minuten nach dem Start den BSVlern an. Eine gute Entscheidung. Die Gruppe unter Führung von Wolfgang und Gerd rollte gut. Immer wenn ich meinte, allein schneller zu sein, fiel mir auf, dass ich mit denen fast ebenso schnell bei deutlich weniger Kraftaufwand war.

Den BSVlern hinterher. Hier geht's zur Großansicht...Die Polizei und einige Helfer führten uns über Gefahrenstellen hinweg und die Route durch Henstedt-Reen, Togenkamp, Horst und Kisdorf zur ersten Kontrolle kurz hinter dem einsam gelegenen Bauerhof, wo sie früher lag. Nach knapp über 20 Kilometern war sie immer noch etwas zu früh gelegen, aber es gibt wohl keine vernünftige Alternative dazu.

Vor zwei Jahren hatten die Germanen und Germanistinnen ein üppiges Buffet aufgedeckt. In diesem Jahr fiel die Kost karger aus. Es gab Rosinen- und belegte Schwarzbrot, Bananenstücke und Aldi-Riegel. Für eine erste Verpflegungsstation, die auch Leute ansteuern, die nur 45 Kilometer fahren, nur dieses eine Mal Verpflegung zu sich nehmen und dafür acht Euro bezahlen und für meinen Geschmack zu karg.

Das Verpflegungsangebot. Hier geht's zur Großansicht...Am Depot standen meine nichtsahnend vorausgeeilten Kollegen bereits abfahrbereit, warteten dann auf mich. Recht flott mit dann doch weit über 25 km/h setzen wir unsere Fahrt gemeinsam fort. Über Hüttblek, Sievershütten und Struvenhütten ging es nach Hartenholm, weiter über Klint nach Heidmühlen mit einem wunderschön an einem Bach gelegenen Haus. Über Latendorf und Braak kamen wir nach Willingrade.

Morgens hatte ich Flaschenhalter montiert, in die meine 1-Liter-Flaschen passen. Das wäre nicht nötig gewesen, weil die Abstände zwischen zwei Depots so kurz sind, dass selbst bei dem sehr warmen Wetter keine zwei Liter durch meine Poren verdampften.

So geht's auch. Hier geht's zur Großansicht...Das Profil war relativ flach. Richtig schnelle Abfahrten gab 's keine. Weil mir das bekannt war, hatte ich ausnahmsweise ein Unterhemd ohne Windbraker-Einlage drunter.

Als ich meinen Mitfahrern von dem Trottel erzähle, der beim Überholen nur knapp einem entgegenkommenden PKW entkam, verlor ich selbst beinahe die Kontrolle über mein Rad, rutschte in einer Kurve über einen großen Stein ein Stück aus der Kurve.

Auch das zweite - später auch dritte - Depot lag an einem Feuerwehrhaus. Die Stempel für die Wertungspunkte drückten uns Kinder auf den Begleitzettel. Fenja Möller, Tochter des Germaniers Thomas machte sich besonders gut als "Miss-Germany". Ihre deutschlandfarbene Mütze trug letzteres Wort als Schriftzug.

Ein Depot an einem Feuerwehrhaus. Hier geht's zur Großansicht...Ich hatte mal wieder Ärger mit meiner Technik. Mein HAC4 zeigte mir diverse mich langweilende Informationen an, nur das Tempo und die Distanz verheimlichte er mir. Detlef fährt mit dem gleichen Tacho, konnte meinen ebenfalls nicht zähmen. Seiner war grad komplett ausgefallen. Wie wir darüber schimpften kam ein dritter Radler hinzu, erzählt grinsend, dass wir wohl vom HAC4 sprechen. Seinen hat er grad eingeschickt.

Weiter ging es über Gönnebek, Rickling, Wahlstedt, Wittenborn, Kükels und Todesfelde, wo ein Junge an einer Abzweigung jedem signalisierte, ob die Bahn frei war. Die Strecke war sehr gut ausgeschildert, mit für mich neuen, sehr großen Hinweisschildern, die man dank der Beschriftung "RTF" nicht verdrehen kann.

Miss-Germany stempelt Wertungspunkte. Hier geht's zur Großansicht...Wir Schlossen uns einer großen gut rollenden Gruppe des RVB Hamburg an. Damit fuhren wir allerdings am Anschlag. Gemütlich fahren ist was anderes. Wir mussten die später ziehen lassen. 

Dafür fanden wir in Tobias Werder vom Fahrrad Club St. Pauli neue Begleiter. Tobias wirkte erfrischend anders, als die Leute, die ich sonst immer treffe, jünger und unkonventioneller.

Lange Zeit fuhren wir auch zusammen mit Dieter Lübeck. Dieter hat in seiner Jugend viele Einzelzeitfahren im In- und Ausland gefahren. Nach dem Höhepunkt befragt, nannte er den Bodensee-Marathon. Er fährt seit 20 Jahren mit Helmspiegel. Das werd ich auch probieren.

Unser Gruppe. Hier geht's zur Großansicht...Der Begleitzettel war vorbildlich. Er hatte A4-Format und war mit großen Lettern bedruckt, so dass selbst ich ihn während der Fahrt lesen konnte. Die Notruf und Handy-Nummern der Schule, der RTF-Leitung, der Depots und des Servicefahrzeuges waren darauf abgedruckt.

Jede Tour war in einer separaten Spalte aufgelistet, die Distanzen auch für die Strecken zwischen den Depots angegeben. Egal wo man war und welche Strecke man fahren wollte, auf einen Blick konnte man sich orientieren. Auf der Rückseite war groß der Streckenplan abgebildet.

Apropos während der Fahrt lesen: Als ich den gefalteten Zettel vorm Depot in Stuvenborn aus der Trikotasche fingerte, flatterte der mir davon. Und nun?

Die 3-Punkte-Route. Hier geht's zur Großansicht...Die RTF-Punkte würde man mir sicherlich auch ohne Vorlage der gesammelten Stempel zubilligen. Aber dass ausgerechnet ich, der gegen jeden Müllrüpel wettert, seinen Zettel auf der Straße liegen ließ, konnte ich nicht zulassen. Ich hieß mich umdrehen, ließ meine Gruppe sausen und hob den Zettel vom Pflaster auf.

Das Verpflegungsangebot war auch an der dritten Kontrolle ausreichend. Zur Abwechslung gab es nun Corny-Riegel, so gar eine Sorte extra für Nuss-Allergiker. Einige Leute kühlten sich mit Wasser aus einem bereitgelegten Gartenschlauch ab. Aus einem Versorgungsfahrzeug klang dezent Swing- und Countymusik.

Erfrischung. Hier geht's zur Großansicht...Noch einige Zeit nach mir traf auch Helmut Schümann ein. Er hatte sich unterwegs erbrochen. Ihm war das Schmalzbrot nicht bekommen. Wir hatten dies nicht mitbekommen, glaubten, dass die Kraft nicht für das hohe Tempo reichte und wir ihn ja gleich am Depot wieder treffen würden. Es ärgert mich, dass wir ihn allein hängen ließen. Entschuldigung, Helmut!

Ob meines landesfarbenen Kopfschmuckes schallten mir vielfach "Deutschland"-Rufe von Rädern und aus Autos entgegen. Ein Teilnehmer bemerkte laut, dass ja auch "Haspa" auf meinem Trikot steht, worauf ein anderer "Das ist ein Grund die Bank zu wechseln." lospolterte. Es gibt halt auch engstirnige Zeitgenossen. Einer fotografierte mich, versprach mir Bilder, die ich bis heute nicht bekommen habe.

Detlef und Helmut Hier geht's zur Großansicht...Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es über Stuvenborn, Sievershütten, Kisdorfer Wohld, Wakendorf II und Wilstedt zurück nach Norderstedt. An einem Golfplatz vorbei fahrend fiel mir der alte Witz ein "Ich spiele kein Golf. Ich habe noch Sex." Wenn 's mit dem und dem Radfahren nicht mehr klappt würde ich es auch gern versuchen.

Landschaftlich bot diese Tour kaum Besonderheiten. In Höhe Bad Bramstedt durchfuhren wir zwei Wäldchen und das wellige Stück vor Brammerhörn bot den Blick auf sanfte Hügel. Kulinarischer Höhepunkt waren die selbstgebackenen Kuchen am Ziel, aber das tollste an dieser RTF war, dass man sich so vielen gutgelaunten Leuten anschließen konnte.

Wie so oft fand ich Dank der Ausschilderung direkt den Start, aber ohne nicht gleich den Weg zurück. Ein Paar von der BSG Shell musste mir den Weg weisen. Darauf entdeckte ich eine Eisdiele. Das Eis war leider nicht der Rede wert, aber meine nette Begegnung dort mit Carsten vom RSC Kattenberg.

Das GPS-Protokoll, aus dem die oben abgebildete Karte erstellt wurde, kannst Du Dir bei den Links runterladen. Tacho-Protokolle samt Auswertungen findest Du beim Bericht aus dem Jahr 2004.

Hier findest Du den Bericht von der RTF Durch Auen und Moore ab Norderstedt 2004

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