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Vater und Sohn auf Tour. Hier geht's zur Großansicht...RTF-Radtour Giro Stormarn in Bad Oldeslose - Den anderen hinterher

Was war bloßlos, dass mir dieser Bericht nicht aus der Feder fließen wollte? Über ein halbes Jahr hatte ich das vor mir hergeschoben. Dabei war die Veranstaltung 2005 wie immer sehr gelungen. Allerdings hatten mein Arbeitskollege Thomas Wiemann und ich den rechtzeitigen Einstieg verpasst. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Ich bin ja bekanntlich der Last-Minute-Man und so kamen Thomas und ich erst kurz vor dem Start bei der Sporthalle an um die Startunterlagen abzuholen. Statt den Startschuss des Bürgermeisters zu hören, haben wir dann einen Schuss in den Ofen erlebt. Als BDR-Mitglied war ich ratzfatz dran, während Thomas zig Minuten in der quälend langen Schlage der Nicht-Mitglieder ausharren musste.

Start vorm Rathaus. Das Feld ist schon weg. Hier geht's zur Großansicht...Für Thomas Wiemann war es seine erste RTF. Mit seinem Crossrad war er bisher mehr auf Feldwegen unterwegs, wollte den Giro Stormarn als Test für seine erste Teilnahme bei den Vattenfall-Cyclassics - damals noch HEW-Cyclassics genannt - nutzen. Der Test verlief erfolgreich. Hinterher war Thomas viel sicherer, dass er bei der hundert Kilometer langen Mittelstrecke nicht einbrechen würde. Mit Erfolg: Das Rennen absolvierte er später mit einem 28er-Schnitt.

Als Training für das Rennen war unsere Fahrt allerdings wenig geeignet. Als wir an den Start kamen war niemand mehr da. Die Leute, die wir später einholten, waren meistens zu langsam für uns. Zu dem von uns gefahrenen Schnitt passende Radler fuhren logischer Weise konstant vor uns weg. Die wir erreichten fuhren ebenso unkonstant wie wir, so dass wir nach kurzer Zeit wieder unter uns waren.

Thomas allein auf weiter Flur. Hier geht's zur Großansicht...Auf den ersten Kilometern überholten wir Radfahrer die das Tempo ihrer Kinder hielten oder deren Form noch deutlich schlechter war wie unsere. Die kleinsten Anstieg machten ihnen erhebliche Probleme. Trotzdem gebührt diesen Menschen mein Respekt, weil sie nicht abstiegen, sondern sich auf ihren Rädern mit ihren ebenso zu schweren Körpern bis oben hoch durchbissen.

Wenig Verständnis hatte ich allerdings für den Radler mit einer irre langen Kette, die nervig lärmend schlackerte. In Poggensee trafen wir auf ein paar jubelnde Zuschauer, die wir gern zur Kenntnis nahmen, obwohl ich mich fragte, ob die denn nicht wüssten, dass der Giro Stormarn kein Rennen ist.

Unterwegs erklärte ich Thomas die RTF-Zeichen und wir probten das Windschattenfahren. Eine RTF ist allerdings nicht genug dafür. Es dauert seine Zeit bis man Zutrauen zum Hinterrad des Vordermannes gewinnt.

Der Klingberg. Hier geht's zur Großansicht...Nicht nur geografischer Höhepunkt war der Klingberg mit dem Sendemast drauf. Für einen RTF-Novizen eine Herausforderung - bis man ihn überwunden hat. Der Anstieg bietet man grad 24 Meter Höhengewinn. Der Anstieg auf der Trenga.de-Runde ist größer und steiler. Trotzdem mag ich diese Strecke, vor allem die Abfahrt.

Trotz allem Frust, wegen der langen Schlange bei der Anmeldung das Hauptfeld verpasst zu haben, hatte ich einen sehr positiven Eindruck von der Ausrichtung. Für den Fall der Fälle standen Feuerwehr, Rettungswagen und - wenn ich mich recht erinnere - sogar ein Notarzt bereit. Die Notfall-Handynummer stand auf dem Begleitzettel. Damit es gar nicht soweit kam, standen Ordner an den größten Gefahrenstellen.

Das erste Depot beim Tralauer SV. Hier geht's zur Großansicht...Obwohl wir mit als letzte von ca. 1.000 Teilnehmern am Depot vor dem Vereinshaus des Tralauer SV ankamen, war das Angebot noch immer üppig: Mineralwasser, Apfelsaft-Schorle, aufgelöstes isotonisches Getränkepulver, Gatorate-Durstlöscher, Champ-Energieriegel, Bananenstücke, Mettwurst-, Schmalz- und Käsebrote. Kein Wunder also, dass wir noch mehr Zeit auf das Hauptfeld einbüßten.

Viele Veranstalter statten das erste Depot besonders vielfältig aus, wohl damit auch die Kurzstreckenfahrer etwas für den vollen Startpreis geboten bekommen. So auch die RV Trave Bad Oldesloe, allerdings litten wir auch am zweiten Depot beim Feuerwehrhaus der FF Klein Wesenberg keine Not. Ich erinnere mich mit Freuden an Brot mit gekochtem Schinken und richtigem Orangensaft. Am Depot reparierte ein "Stevens-Team" leichte Defekte.

Das zweite Depot bei der FF Klein Wesenberg. Hier geht's zur Großansicht...Zehn Kilometer vor dem Ziel trieb uns ein Schauer in ein Bus-Wartehäuschen. Wir hatten Glück, denn nach einer viertel Stunde konnten wir unsere Fahrt fortsetzen. Als wir später schon wieder auf dem Heinweg im Auto saßen, kam es richtig dick runter. Mein Mitgefühl galt denjenigen, die sich noch auf der großen Schleife befanden.

Allzuviel gibt es von unserer 80er-Runde nicht zu berichten, weil wir meistens allein unterwegs waren. Erlebnisreicher war es am Ziel, wo jeder Teilnehmer kostenlos einen großen Becher Erdinger Weizenbier erhielt, isotonisch, alkoholfrei und kalorienreduziert.

Am Erdinger-Stand traf ich auf meinen Kollegen Henning Moehle. Zu seinem asketischen Erscheinungsbild schien mir das Produkt zu passen. Vielleicht hat es Henning auch geschmeckt. Meine Geschmacksnerven und meine Einstellung zu kastrierten Produkten erwiesen sich hingegen als inkompatibel zu diesem Gebräu. Ich bin Pils-Trinker, träumte von einem Wittinger Premium Pils vom Fass. Das gab 's früher bei Zala in Hamburg-Rahlstedt.

Das Stevens-Team in Aktion. Hier geht's zur Großansicht...Wenn wir auch auf der Straße oft allein unterwegs waren, so herrschte doch am Ziel reges Treiben. Zahlreiche Fahrer von den längeren Strecken trafen zusammen mit uns ein und so traf ich dann mit Helmut Schümann einen dritten Arbeitskollegen.

Etwas enttäuscht war ich in diesem Jahr vom Kuchenbuffet. Unsere Vorderleute hatten ganze Arbeit geleistet, uns vom selbstgebackenen nichts übrig gelassen. Darüber trösteten mich auch die beiden von Stevens ausgestellten Räder nicht hinweg. An denen konnte ich mich im wahrsten Sinne nicht satt sehen.

Bekanntlich steh ich ja auch auf Grillwürste, die in ausreichender Menge und guter Qualität feilgeboten wurden. Wie ich denn so meine Würste genoss, hörte ich wie eine Sitzbank weiter ein Radler seinem Kumpel voller Begeisterung von einer Homepage mit amüsanten Berichten berichtet, die der unbedingt lesen sollte. Im ersten Moment fühlte ich mich doch auf die Rolle genommen. wussteen die, wer neben ihnen saß? Wollten die meine Reaktion testen?

Der Weißbierstand. Hier geht's zur Großansicht...Nee, er schien es wirklich ernst zu meinen und so stellte ich mich vor. Wir haben dann eine Weile zu dritt über Breitenradsport gebröselt. Ich bin mir sicher, dass ich mir beider Namen auf 's Band gesprochen habe, kann aber diese Notiz nicht mehr finden. Wenn Ihr beide dies lest, meldet Euch bitte bei mir.

Mein "Fan" wusstee noch eine andere Geschichte begeistert vorzutragen, die vom Fahrrad-Biathlon der Buchholzer Schützenvereine. Das muss eine Mords-Gaudi gewesen sein. Die Veranstaltung hab ich mir dick vorgemerkt.

Beeindruckend war auch, wen die Oldesloer alles für ihre RTF als Sponsor und Paten gewonnen hatten. Der RV Trave hatte seine Reklame bei der RTF in Bad Schwartau auf den Biertischen ausgelegt. Das war keines der üblichen Flyer, das war mehr eine Festschrift mit Grußworten der lokalen Polit-Prominenz und etlichen Sponsoren-Logos! Das pompöse Faltblatt hatte nicht übertrieben, passte zu der ebensolchen RTF, die die Oldesloer zelebrierten.

Reger Betrieb am Ziel. Hier geht's zur Großansicht...Jede Startnummer war ein Tombola-Los, die Tombola im Startpreis inbegriffen. Prompt hat Thomas ein T-Shirt und große Trinkflasche eingeheimst.

Wenn Du den Giro Stormarn näher kennenlernen möchtest, empfehle ich Dir meinen bebilderten Vorjahresbericht samt Höhenprofil zu lesen, da war ich näher dran am Geschehen.

Hier findest Du die Berichte vom Giro Stormarn 2004 und Giro Stormarn 2003

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