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Entspannte Fahrt durch Stormarn. Hier geht's zur Großansicht...Stormarn ist nicht Pinneberg - entspannte RTF Endspurt-Seen-Tour 2003

Nach der unter ständiger Polizeikontrolle und Mediengetöse ablaufenden RTF in Wedel lief die in Rahlstedt mit 500 Teilnehmern relativ normal, also entspannt ab. Lediglich einen Eingriff durch eine Polizeistreife gibt es zu vermelden.

Für ein Radlerpärchen nahm die Veranstaltung trotzdem einen unglücklichen Verlauf. Schon bei der Anmeldung hatten die sich so geärgert, dass sie wutschnaubend wieder nach Hause fuhren. Ich weiß nicht, was man denen bei der Anmeldung gesagt hatte, glaube aber nicht, dass die es in den richtigen Hals bekommen haben. Kopfschüttelnd sahen der Starter und ich denen hinterher.

Ausfüllen des Anmeldeformulars. Hier geht's zur Großansicht...Als ich um kurz vor neun an der Förderschule Rahlstedt ankam, war das Hauptfeld schon weg. Schade, dachte ich, denn ich komme zu den RTF, weil ich in großen Gruppen fahren möchte. Schon wenigen Kilometern hatte ich allerdings eine Gruppe gefunden, bestehend aus fünf Radler vom Rettungsdienst Stormarn.

Über Großlohe, Stapelfeld, Großensee, den Pfefferberg, Brunsbek, Kronshorst nach Lütjensee. Von dort durch die Stormansche Schweiz, durch Grönwold und Linau nach Linaubusch. Kurz dahinter zerriss es einem die Kette. Das Fahrrad geriet dabei ins schlingern, konnte aber wieder abgefangen werden. Das passierte laut Tachostand kurz vor der ersten Kontrollstation bei Kilometer 35 in Sierksfelde. Als ich noch mit den Veranstaltern darüber sprach, ob die dem Radler mit einem Auto entgegen fahren könnten, stand der schon neben uns, sagte, dass dies nicht mehr nötig wäre. Ein Wort des Dankes für meine Hilfe? Fehlanzeige! Ich beschloss, mich einer anderen Gruppe anzuschließen.

Reparatur der Kette. Hier geht's zur Großansicht...Kurz nach mir kam ein aufgeregter Radler an. Den hatte die Polizei auf der Straße gestoppt und den auf den einseitig links verlaufenden Radweg verwiesen. Wenige Meter weiter war der durch einen parkenden Audi A6 komplett blockiert. Kurz darauf überholte er eine Frau mit einem Kinderwagen. Hinter ihr trat plötzlich ein Kind vor sein Rad und er konnte gerade noch rechtzeitig bremsen. Danach war dann der Radweg so versandet, dass er mit seinen dünnen Rennradreifen fast stürzte. Es macht halt mehr Sinn, mit dem Rennrad auf der Straße zu fahren.

Es gab Bananen, Äpfel, Kuchen, Körnerrosinenbrötchen mit Margarine, Kellog 's Müsliriegel und ein wohlschmeckendes, aus Pulver angerührtes Gesöff. Das war nicht so üppig wie sonst so oft an den ersten Kontrollstationen, aber völlig ausreichend.

Zweite Kontrollstation. Hier geht's zur Großansicht...Über Ritzerau und Lankau ging es durch Mölln am Möllner See vorbei. In Mölln kam erstmals kurz die Sonne raus. In diesem Moment bewährten sich meine Armlinge, die ich als Ergänzung zu einem kurzärmeligen Trikot trug. Die wirken wie ein Thermostat, wenn man sie bei Bedarf einfach runter oder wieder rauf schiebt. Es war meistens kühl an diesem Tag, aber es gab auch warme Abschnitte. Das Thermometer schwankte zwischen 13 und 22 Grad. Zwei Mal habe ich an den Füßen so gefroren, dass ich es bedauerte, meine Überschuhe nicht angezogen zu haben. Die hätten auch bei den höchsten Tagestemperaturen nicht gestört.

Nach 23 Kilometern erreichte ich die zweite Kontrollstation an der Feuerwache Horst. Das Verpflegungsangebot fällt wieder befriedigend aus. Ich mag keine Bananen, Kuchen und Müsliriegel mehr sehen und greife zu Brot mit gekochtem Schinken. Im Angebot war auch Brot mit Käse und Schmalz. Rolf Titel, Vereinsvorsitzender Endspurtler und Hamburgs Radtourenfachwart hörte sich geduldig die Klagen des von der Polizei auf den Radweg verwiesenen Radler an und half bei der Verpflegungsausgabe.

Rolf Titel lässt sich über den Verweis auf den Radweg berichten. Hier geht's zur Großansicht...Bei der Abfahrt sah ich noch Alexandra Link ankommen, hängte mich an eine Gruppe und sah im vorbeifahren Björn Goth dort stehen. Als ich kurz darauf in einem Wald meinte, das richtige Motiv für ein Foto gefunden zu haben, taxierte ich, ob ich wohl die mir folgende Gruppe auf 's Bild bannen könnte. Der Abstand reichte aber nicht und die Gruppe entpuppte sich als eine reine Haspa-Truppe. Neben Alex und Björn waren Matthias Langendorf und Henning Koller dabei. Weil ich aber dieses und weitere Fotos schießen wollte, ließ ich sie einfach vorbei ziehen.

Über Lehmrade ging es in einem Bogen zurück durch Mölln, dann durch Alt-Mölln mit der schönen Mühle, weiter durch das verträumte Bälau, durch Koberg und Linau. Danach wurde der Wind immer böiger. Die Wolken nahmen immer neue faszinierende Formen an. Nach und nach zogen auch dunkle Wolken auf. In Borstorf fuhren wir an einer großen Koppel vorbei, auf der so um die 25 Pferde verschiedener Rassen einen tollen Anblick boten. Nach 33 km erreichten in Trittau die dritte Kontrollstation.

Dritte Kontrollstation. Hier geht's zur Großansicht...Wo bei anderen das Verpflegungsangebot nachlässt, legten die Endspurtler noch zu. Nun gab es auch verschiedenen Naschkram und etwas, was fast jeden dritten Radler verzückte Ausrufe entlockte: Nutella! Kaum zu glauben, welche Freude man denen damit bereitete, aber auch ich langte kräftig zu. 

Kurz darauf kam meine Regenjacke zum Einsatz, als ein kurzer Schauer runter kam. Unter dem Verpflegungszelt standen Radler und Veranstalter wie die Orgelpfeifen dicht gedrängt nach Schutz suchend. Zum Glück war die Straße nach wenigen Kilometern abgetrocknet, spritzt kein Wasser mehr hoch und ich mochte mich wieder in den Windschatten anderer Radler begeben.

Begeistert hat mich die Ausschilderung. Zum Beispiel nach Abbiegungen bestätigte einem ein auf der Spitze stehendes Quadrat, dass man auf dem richtigen Weg war. Daran gewöhnt man sich. Fehlt dieses Bestätigung, weiß man sofort, dass man die Route verlassen hat.

Regen lässt die Radler zusammenrücken. Hier geht's zur Großansicht...In Rausdorf hat der Wind so stark zu und meine Kräfte nachgelassen, dass ich streckenweise nur noch mit 20 km/h fahre. Über Stemwarde und Willinghusen geht es nach Barsbüttel. Dort müssen wir ein vierhundert Meter langes Stück auf einem breiten Sandweg fahren, vor dem wir vorher mit einem Warnschild hingewiesen wurden. Dies ist wohl der Preis dafür, dass wir zuvor über herrliche, abgeschiedene, asphaltierte Wege geleitet wurden.

Unterwegs plaudere ich mit einer Gruppe Radler, die alle das gleiche Trikot tragen. Der aufgedruckte Markenname sagt mir nix. Voller Euphorie berichten die mir, dass Rothaus eine Bierspezialität aus dem Schwarzwald ist (Hmmm, lecker!").

Nach 25 Kilometern ab der letzten Kontrolle und 116 Kilometern insgesamt erreichte ich wieder die Schule in Rahlstedt. Fünf und einen Kilometer vorher helfen einem Schilder ("Noch x Kilometer") bis zum Ziel durchzuhalten.

Fahrt über einen herrlichen Waldweg. Hier geht's zur Großansicht...Am Ziel schien sich ein Mann unsterblich in mich zu verlieben. Er nahm vier Anläufe um mit mir anzubändeln. Bereits letzte Woche bei der RTF in Wedel hatte ein anderer junger Mann versucht, mit mir zu flirten. Ich werde mir mit meiner Friseurin (Inci) und meiner Farb- und Stilberaterin (Lilianna) mal Gedanken darüber machen, wie ich meine erotische Ausstrahlung als Radler wieder zurück in die zu mir passenden Form bekomme.

Ich genoss eine leckere Schinkenwurst - verlockende Thüringer und Bratwürste lagen ebenfalls bereit - und plauderte angeregt mit Volker Heyer, dem Obmann des Radsportausschusses des Betriebssportverbandes Hamburg, über die kommende RTF des Betriebssportverbandes in Lohbrügge. Die werd ich wohl ausfallen lassen, weil ich lieber beim Holsten-City-Man zuschauen möchte.

Mein Mädel erwartete mich schon daheim. Auch sie war mit dem Rad unterwegs und hatte den von der RTF kommenden Olaf Schäfer getroffen. Weil er mir nicht begegnet war, ließ er sich zu dem Schnack hinreißen "Ich war schneller wie Helmut!". Olaf, geb 's zu, das lag bestimmt nur daran, dass Du zwanzig Minuten vor mir losgefahren bist.

Am Ziel. Hier geht's zur Großansicht...Samt der Hin- und Rückfahrt und den folgenden Touren mit meinem Mädel und meinem Hund hatte ich abends um die 140 Kilometer in den Beinen. Denen machte das wenig aus, aber mein Po... Wohl weil ich erstmalig mit einer gestreckteren Position auf dem Rennrad gesessen hatte, schmerzte der wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Ich werd mir wohl einen neuen Rennsattel zulegen müssen.

Bewährt hat sich wieder das für RTFs in Hamburg und Schleswig-Holstein am PC ausdruckbare Anmeldeformular. Das hatte ich bereits am Tag vorher ausgefüllt und zusammen mit meiner Wertungskarte und den Münzen für das Startgeld bereitgelegt. Das Formular bekommst Du links unten im RTF-Menü ("Anmeldung HH/SH").

Es folgen das Höhenprofil und weitere aufgezeichnete Daten. Die Kontrollstationen sind mit roten Linien markiert. Du kannst Dir das Protokoll auf Deinen PC runterladen. Dazu klicke einfach hier.

Meine Berichte aus den anderen Jahren findest Du hier:

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