Mustergültige
RTF-Radtour mit Rekord-Teilnehmerzahl
Bei
der RTF 2004 in
Poppenbüttel passte alles zusammen: das Wetter, die Strecke, die
Verpflegung und die Organisation. Folgerichtig war der Andrang
groß. 1.200 Radler nahmen teil. Neuer Rekord!
Drei
Wecker hatte ich auf sieben Uhr gestellt, aber vergessen sie zu
aktivieren. Der Gedanke an die RTF ließ mich dann von allein um viertel
vor Acht aufwachen. Weil ich alle Sachen bereitgelegt hatte, reichte die
Zeit trotzdem. Kurzentschlossen ließ ich das Auto stehen und fuhr voller
Vorfreude mit dem Rennrad zum Start nach Poppenbüttel.
Hundert
Meter vor der Schule standen zwei Polizisten mit ihren Motorrädern. Da
viel mir ein, dass Rolf Titel, Vorsitzender des veranstaltenden RV
Endspurt, vor einer Woche noch immer keine Genehmigung für die
Veranstaltung vorliegen hatte. Sollte es etwa
wieder so eine RTF unter unverhältnismäßiger Kontrolle durch die
Polizei werden?
Brav
fuhren alle Radler auf dem Radweg an den Polizisten vorbei zum
Startpunkt. Dort herrschte ein Andrang, wie ich ihn noch nie erlebt hatte.
Die Rekord-Teilnehmerzahl von 1.200 Radler war zu bewältigen. Obwohl
sechs Leute an der Anmeldung arbeiteten, war die Schlange vor der
Startnummernausgabe wohl so um die dreißig Meter lang.
Für
Vereinsmitglieder mit Wertungskarte und Startnummer ging es schnell.
Wenig später stand ich am Start, zehn Minuten später war ich auf der
Strecke. Ein völlig entspannt wirkender Rolf Titel schickte uns auf die
Straße.
In der Warteschlange traf ich Alexandra Link, Stefan Krogmann
(beide AM) und Manfred "Hochbahn Manni" Schwarz, mit denen ich die ersten Kilometer zusammen
fuhr, bis ich mich einer schnelleren Gruppe anschloss und Volker Heyer. Matthias Langendorf (TR) und Henning Koller
(Rev)
waren schon weit vor uns gestartet.
Erst
bestand meine Gruppe aus über 20 Leuten, kurze Zeit später bestand sie
nur noch aus acht, dann aus vier, dann zwei, bis nur noch ein Radler vor
mir übrig blieb. So geht's mir leider immer wieder. Es ist schwierig ohne
Absprache eine passende Gruppe zu finden.
Wir
fuhren durch Lemsahl und
Duvenstedt, wo einer der Polizisten uns entgegen fuhr. Es war das letzte
Mal bei dieser RTF, dass ich eine Polizeistreife sah. Auch mit den Autofahrern hatte ich keinen
Stress, die
winkten uns an den Abzweigungen einfach durch.
Über
Tangstedt, Naherfurt, das idyllische Kayhude und durch das Gut Stegen
gelangten wir nach Bargfeld-Stegen, wo mir eine Teilnehmerin unangenehm
auffiel, weil sie als einzige ohne Helm fuhr. Über
Gräberkate ging es weiter nach Sülfeld, wo wir nach 29 km die erste
Verpflegungsstation am Feuerwehrhaus der FF Sülfeld erreichten.
Selten
sah ich solche Radlermassen bei der Nahrungsaufnahme. Trotzdem war man
ratzfatz versorgt. Die Verpflegung war vom feinsten. Es gab gesalzene und
Schokokekse von Bahlsen, Corny-Müsliriegel und Fruchtschnitten, Schokoriegel, Bananenstücke und leckere
Brötchen mit Körnern und Rosinen mit Margarine bestrichen.
Schon
weit vor Sülfeld grüßte uns der Sendemast auf dem Klingberg. Diesen
umrundeten wir nun über das an einem schönen See gelegene Grabau und dem Gut
Grabau, über Vinzier, Groß Niendorf, Tönningstedt
und wieder zurück nach Sülfeld. Nach 20 km kamen wir das zweite Mal an
der Verpflegungsstation an. Die Helfer hatten Zweifel, ob bei dem Andrang
genug für die nachmittags erwarteten Teilnehmer des Radmarathon bleiben
würde. Hoffentlich hatten die Glück.
Vor der Station sammelte ein Helfer
den Müll ein, den ein paar Blödmänner dort achtlos hingeworfen hatten. Weitere Verpflegungsstationen
für die längeren Distanzen waren an den Feuerwehrhäusern der FF Weede
und der FF Oetjendorf sowie an
der Landesturnschule Trappenkamp. Zwei Mal traf ich unterwegs auf zwei
Fotografen, die wohl gezielt für den Verein fotografierten.
Über
Jersbek und Wiemerskamp,
vorbei an der schön gelegenen Gaststätte Waldesruh und über Duvenstedt
ging es zurück nach Poppenbüttel. Unterwegs sehe ich Inline-Scater mit Hund
zügig eine Landstraße runter fahren. Ein Reiterpäarchen mit seinem Hund
sah da auf den ersten Blick wesentlich idyllischer aus. Der Eindruck
trügte, denn sie telefonierte hoch angespannt beim Reiten.
Auf der Rückfahrt musste man auf
den schmalen Wegen besonders aufmerksam sein, weil uns einige spät
gestartete Genussradler scheinbar lautlos entgegen kamen. Ich sah eine
Gruppe mit drei Tandems und einen Radler mit Kinderanhänger.
Ein
Mal wäre ich beinahe in eine gefährliche Situation geraten, weil ich
durch das Spiel von Licht und Schatten auf der Straße ein Schlagloch
übersehen hätte. Meine Vorderleute hatten mich zwar gewarnt, leider so,
dass ich es nicht verstand.
Es genügt nicht,
"Achtung!" zu rufen, weil der Hintermann dann nicht weiß,
welche Gefahr aus welcher Richtung droht. Besser wäre es gewesen, die
hätten einfach wie üblich mit dem Finger darauf gezeigt.
Für
kurze Zeit konnte ich mich einer wesentlich schnelleren Gruppe
anschließen, mir dabei von einem Radler sein GPS-Gerät erklären lassen.
Schlappe 500 Euro hatte er dafür berappt.
Die
Veranstaltung wurde von B.O.C. Bicycles unterstützt. Am Start hatten sie
einen Stand mit einigen Ausstellungsrädern aufgebaut, stellten den
Servicewagen an der Verpflegungsstation in Sülfeld und ließen am Ziel jedem
Teilnehmer eine Tüte mit dem aktuellen Katalog, einem Tütchen
Getränkepulver und einer Trinkflache aushändigen.
Die
Organisation war vorbildlich. Man hatte uns einen übersichtlichen
Handzettel mit allen Distanzangaben mit auf die Strecke gegeben. Darauf wurde ausdrücklich auf die
Radwegebenutzungspflicht hingewiesen. Man kann unter Radfahrern darüber
diskutieren, ob die sinnvoll ist - mit einem Polizisten sollte man dies
lassen und einfach den Anweisungen folgen. Man gefährdet sonst die
Ausrichtung weiterer Radsportveranstaltungen auf der Straße.
Die
Tourenteilungen wurde weit vorher deutlich angezeigt. An der
Verpflegungsstation in Sülfeld konnte man sich durch eine
Übersichtstafel sehr gut über den möglichen weiteren Verlauf der Tour
informieren. Passend dazu war auch das Wetter, sonnig, bei Temperaturen
um 17 Grad.
Insgesamt war die
von mir gewählte Strecke 71 Kilometer lang. Dabei waren nur 150 Höhenmeter zu
überwinden.
Im Ziel
erwartete uns ein großes Kuchenbuffet und Grillwürste und - zu meinem
Erstaunen - Alexandra Link und
Stefan Krogmann. Wie denn das? Die hatte ich doch überholt. Stefan hatte
nach zehn Kilometern eine Panne, konnte seinem falsch gelagerten
Reserveschlauch keine Luft zuführen, musste zurück schieben.
Gern hätte ich an
dem Tag eine längere Strecke gefahren.
Selbst mit den 13 Kilometern Heimweg war ich noch nicht "satt".
Selbst zusammen mit der folgenden nachmittäglichen Radtour von Lokstedt zur Alster war das
kein geeigneter Ersatz.
Es
folgen das Höhenprofil und weitere aufgezeichnete Daten. Die Kontrollstationen sind mit roten Linien
markiert. Du kannst Dir das Protokoll auf
Deinen PC runterladen. Dazu klicke einfach hier.
Hier
findest Du mehr
Fotos aus 2004, Janins Fotos aus
2005 und meinen Bericht
aus 2006
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