RTF
Alma Mater ab Harburg der RG UNI Hamburg - Die können auch langsam
"Wir können auch langsam" stand auf einem Transparent bei
der RTF Alma Mater der RG Uni
Hamburg. Die RG ist stolz darauf viele
schnelle Leute in ihren Reihen zu haben und mit ihrer RTF sich auch
erfolgreich für den Breitenradsport zu engagieren. Ca. 1.000 Teilnehmer
kamen so in den Genuss der gewohnt guten Veranstaltung mit reichlich
Höhenmetern. Noch nie traf ich so viele Forumsmitglieder, fuhr ein Stück
mit fünf von ihnen zusammen.
Die Anfahrt gestaltete sich schwierig. Überraschend war an dem
Wochenende an der TU Harburg eine neue Baustelle eingerichtet worden.
Statt der kurzfristig geänderten Ausschilderung zu folgen, wollte ich
mein Auto wie gewohnt auf den Parkplatz an der Schwarzenberg Straße
abstellen, der aber war wegen einer anderen Veranstaltung gesperrt. Weiter
entfernt zu parken machte mir nichts aus, ich hatte ja mein Rad dabei.
Ich
hoffte nicht zu verschlafen und auf unsere Forumsmitglieder hanseat Alex,
Heide-Biker Karsten, RobertM und
tierfreund23 Thomas zu treffen, bis zu K1
mit ihnen zu fahren. Robert und Thomas traf ich tatsächlich, meldete mich
dann erst mal an.
Die Schlange vor der Anmeldung für die Leute ohne Wertungskarte war
sehr lang. Die wie ich mit Karte kamen gleich dran. Ich fotografierte den
Start, der, weil der Andrang enorm war, bereits vor neun begonnen hatte.
RG Uni-Sponsor Veloskop stand mit einem Servicewagen parat Pannen zu
beheben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Leute bereits am Start
damit konfrontiert sehen.
Wo waren
meine Leute? Schon weg, dachte ich, weil ich als erstes die vierte
Startgruppe ablichtete. Dann fahre ich halt wie immer mit meinen Leuten vom
Mittwochstreff,
dachte ich. Die sind mir ebenso lieb, sie zu treffen ist allerdings nicht
so ungewöhnlich für mich. Dann aber fuhren Karsten, Robert und Thomas an
mir vorbei, ich hinterher. Die Starthelfer machten sich einen Spaß daraus
mich abzulichten und eine Gruppe für mich in meine Kamera winken zu
lassen.
Bevor ich auf die Jungs aufschloss, fuhr plötzlich
Tom neben mir,
freute sich auf die Doppel-CTF Trans-Aschberg mit Karsten, die ich mir in diesem Jahr
verkneifen werde. Ich kann nicht alles in einem Jahr mitfahren. Zu meiner
Freude kam auch noch Hanseat von hinten angerollt, so dass wir ein Stück
mit sechs Forumsmitglieder quatschen, fotografierten und Pläne schmieden
konnten. Nächste Aktion soll die zweite Forums-MTB-Tour werden.
Ein Thema zwischen uns war auch die Tracht mit dem "Helmuts-Fahrrad-Seiten"-Schriftzug.
Ausdrucke mit den letzten Entwürfen hatte ich dabei. Die fanden gefallen,
aber bei dem z. Z. anvisierten Preis schluckte so mancher. Sie werden von
anderen aufgelegt und von denen zu Selbstkosten vertrieben, die bei der
kleinen Auflage und der hoher Qualität erheblich sein werden.
Die Strecke war hügelig, bot für Großraum Hamburg-Verhältnisse
enorm viele Höhenmeter. Einige davon stehen in Hanseats Liste der
härtesten Steigungen in Hamburg. Wie steil man sie empfindet, ist immer
auch eine Frage des Tempos. Kein Wunder also, dass selbst der sehr fitte
und entsprechend schnell fahrende Alex davon sprach, dass ihm der bis zu
12-prozentige Anstieg auf den Neuenfelder Tekenbarg bei Klecken die Zähne gezogen hätte.
Weil ich in der Nacht vorher nur vier Stunden geschlafen hatte, zog es
mich in Richtung Gartenliege auf die 80er-Runde. Die anderen folgten der
120er-Strecke. Mit Olaf Weber und seinen Lebensmittel liebhabenden
Edekanern fand ich schnell neue Leute, die mich zogen.
Auch bei meinem zweiten Stop am Depot war die Verpflegung vom Feinsten.
Neben verschieden belegten Broten und Rosinenbroten gab es Bananen-,
Äpfel- und Orangenstücke, Riegel, Knoppers, Negerküsse und passend zur
RG Uni wieder Studentenfutter. So wie am Start war hier beim ersten Stop
der Andrang groß, aber das war nicht so schlimm, wie es einige wohl im
ersten Moment empfanden. Eine Minute Wartezeit ist bei dem Wetter ja wohl
zu ertragen. Kurz nach dem Depot jubelten uns einige Nachbarn zu.
Die Strecke war sehr wellig, bot 1.000 hm auf der Langstrecke. Einige
Abschnitte verliefen auf der Route der Vattenfall-Cyclassics. Beklagt
haben sich einige Leute hinterher über den Autoverkehr, für den aber
kann der Veranstalter nichts. Wenn eine RTF im Großraum bei schönem
Wetter über schöne Straßen führt, ist es kein Wunder, wenn einem auch
mal eine Kolonne von alten BMW Cabrios entgegen kommen. Nicht nur
Radfahrer wollen sich an der Gegend erfreuen. Wem das nicht gefällt,
sollte die Lüneburger Heide mit dem MTB durchstreifen oder sich eine RTF
abseits großer Städte suchen.
Die Ausschilderung
empfand ich als vorbildlich, weil sie ebenso einfach
wie effektiv war, kein Schild zu viel oder zu wenig. Zu keiner Zeit hatte ich
(!) das Gefühl mich verfahren zu können. Andere beklagten, dass einige
Schilder zu dicht vor Abzweigungen angebracht gewesen wären. Mag sein,
wer mit über 40 km/h fährt, empfindet manches anders als ich, der nur
ein Reisetempo 30 km/h hält.
Getroffen
habe ich auch wieder Carola von der RG
Wedel, das langsam aber konstant
fahrende Mädel jenseits der sechzig, die letzten Sonntag bei der RTF ab
Kaltenkirchen ohne es zu wollen all die nass machte, die wegen dem Regen
gar nicht da waren. Sie fuhr mit ihrer minimalistischen Ausrüstung vom
Wetter unbeirrt allein ihre Runde. Statt sich über das Wetter zu
beklagen, sprach sie davon wie angenehm die Luft bei dem Regen riecht. Sie
wird in diesem Jahr an die 50.000 Kilometer (kein Schreibfehler!) mit
ihrem Rad zurücklegen.
Ich
hatte mir weder durch den Regen, noch durch meine mich mit ihren
Ausfällen plagenden technischen Geräte die Laune vergällen lassen. Für Harburg
hatte ich gar nicht erst probiert meinen HAC 4 wieder flott zu
machen. Es ist ihm nicht gestattet mir noch mehr Nerven zu
rauben. Durch den bewussten Verzicht auf den Tacho ging es mir besser. In
Harburg erfuhr ich von zwei Leuten, die in Kaltenkirchen nach sechs
Pannen (!) gutgelaunt ins Ziel gelangten. Andere hätten sich entnervt von
einem Bekannten mit dem PKW abholen lassen.
Viele Leute sprachen mich an ("Hallo, Helmut.")
bzw. wichsten mich an ("Hast Du denn eine Speicherkarte in der
Kamera?"). Das ist O.K., denn auch letztere blieben freundlich dabei,
aber es ist nicht mehr wie früher, als es für mich etwas besonderes war,
ich jeden derartigen Kontakt beschrieb und dazu die Namen der
Kontaktpersonen veröffentlichte.
Hinzu
kommt bei mir oft die Unsicherheit, ob ich denjenigen bzw. diejenige
kennen sollte oder nicht. Zum Glück üben erstere Nachsicht mit mir. So
wusste ich anfangs Jens Renken nicht einzusortieren, mit dem ich den
MTB-Transalp plante, den ich nicht mitfahren konnte. Meinen
Arbeitskollegen Philip Dreyer begrüßte ich mit "Hallo, Olaf."
Und Axel vom
TSV Bremervörde
erkannte ich erst gar nicht.
Auf der zurück zur TU fahrenden Straße hatte ich dann noch einen
unangenehmen Kontakt mit einem ungestümen jungen Mann. Du kennst ja den
Spruch, man muss es nicht nur "hier" haben, sondern auch
"da". Dabei tippt man sich erst an den linken Bizeps,
dann an die Stirn. Dieser Jungbulle hatte es "hier" und "da",
wobei er sich erst gegen den linken, dann gegen den rechten Oberschenkel
tippen kann. Drei hinter mir fahrende Burschen hatten urplötzlich einen
Sprint angezogen. Zwei zogen links, der, der's in den Oberschenkeln hat,
im Zentimeterabstand rechts an mir vorbei.
Im
Ziel gab's die von mir ersehnten Grillwürste, für den der wollte, auch
mit Kartoffelsalat, und ein großes Kuckenbuffet. Der kleine Grill kam
kaum hinterher, aber Griller und Radsportler ertrugen es mit Gleichmut.
Eigentlich wollte ich gleich heim, schnackte dann aber erst noch mit Jens
und Axel sowie Volker und Uli Heyer von
der RG BSV Hamburg.
Hätte ich - was mich nicht überrascht hätte - verschlafen, wäre ich
gern mit Thali gefahren, den Thomas dort später antraf. Die
Celler
Fortunen hatten keine Meute für diese RTF zusammen bekommen, weil bei
denen an dem Wochenende der Triathlon und das Eichenfest ihres Sponsors Findelhof
in Boye für
Absagen bzw. verständliche Ausfälle sorgten. Jens erschien dann allein,
schrieb gar wie sonst auch einen Bericht.
Das Höhenprofil der 120er-Runde der topografisch vergleichbaren Ur-Route und weitere aufgezeichnete
Daten findest Du beim Bericht
des Jahres 2004. Wenn Du in Google nach "RTF ab Harburg" gesucht und eigentlich
eine andere hier erwartet hattest, meintest Du vermutlich die RTF
ab Neuwiedenthal.
Hier
stehen diese und weitere
Bilder
von der RTF Alma Mater ab Harburg im Großformat
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